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Balkonkraftwerke einfach erklärt: So funktioniert Solarstrom für zu Hause

Balkonkraftwerke einfach erklärt
Balkonkraftwerke einfach erklärt: So funktioniert Solarstrom für zu Hause – Bild: © sh99 #1474176021 – stock.adobe.com

Wer Stromkosten sparen und unabhängiger von den schwankenden Preisen der Stromanbieter sein möchte, kann mit einer Photovoltaikanlage seinen eigenen Strom erzeugen. Das ist auch für Mieter möglich, die nur wenig Platz haben, wenn sie ein Balkonkraftwerk nutzen. Dafür muss keine große Photovoltaikanlage installiert werden.

Warum ist ein Balkonkraftwerk sinnvoll?

Ein Balkonkraftwerk dient in erster Linie der Eigenversorgung. Überschüssiger Strom wird automatisch ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Eine Einspeisevergütung wird bei Balkonkraftwerken jedoch meist nicht beantragt, da sich der Aufwand häufig nicht lohnt. Um noch mehr Strom selber nutzen zu können, lohnt sich die Erweiterung mit einem Batteriespeicher.

Balkonkraftwerke werden auch als Steckersolargeräte oder steckerfertige Solaranlagen bezeichnet, da sie über eine Steckdose mit dem Stromnetz des Hauses verbunden werden können. Sie bestehen nur aus wenigen Solarmodulen und erfordern keine aufwendige Installation. Die dahinterstehende Technik ist bewusst einfach gehalten, damit auch technische Laien sie ohne Fachpersonal in Betrieb nehmen können.

Wer ein Balkonkraftwerk nutzt, spart Stromkosten und schont gleichzeitig die Umwelt, da weniger Kohlendioxid ausgestoßen wird. Besitzer eines Steckersolargeräts leisten einen Beitrag zur Energiewende.

Zumeist ermöglichen Balkonkraftwerke eine einfache Inbetriebnahme. Balkonkraftwerke grenzen sich von großen Photovoltaikanlagen ab. Balkonkraftwerke dürfen derzeit eine maximale Wechselrichterleistung von 800 Watt (AC) sowie eine Modulleistung von bis zu 2.000 Watt Peak (Wp) besitzen.Warum ist ein Balkonkraftwerk sinnvoll

Ein Balkonkraftwerk dient in erster Linie der Eigenversorgung – Bild: © U. J. Alexander #2052150323 – stock.adobe.com

Aufbau eines Balkonkraftwerks

Die grundlegenden Bestandteile eines Balkonkraftwerks sind Solarmodule, Wechselrichter und eine Vorrichtung zum Aufstellen. Ein Speicher dient dazu, überschüssig erzeugten Strom zwischenzuspeichern und später selbst zu nutzen.

Photovoltaikmodule als Herzstück

Herzstück des Balkonkraftwerks sind die kompakten Photovoltaikmodule. Zumeist sind zwei bis drei solcher Module vorhanden, bei Anlagen mit höherer Modulleistung von bis zu 2.000 Wp sind auch Sets mit vier Modulen üblich. Der Hauptbestandteil dieser Module ist das Halbmetall Silizium.

Die Zellen aus Silizium erzeugen elektrische Energie, wenn Sonnenlicht auf sie trifft.

Wechselrichter zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom

Der Wechselrichter befindet sich oft auf der Rückseite der Module oder wird an die Konstruktion angebracht. Mit Kabeln ist er mit den Modulen und der Haussteckdose verbunden. Der durch das Sonnenlicht erzeugte Gleichstrom wird vom Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt. Nur so kann der Strom genutzt werden, da die Geräte im Haushalt mit Wechselstrom arbeiten.

Der Wechselrichter hat noch andere wichtige Aufgaben. Er überwacht die Anlage, überwacht Frequenz und Spannung und sorgt für eine sichere und normgerechte Stromerzeugung.

Wechselrichter zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom
Wechselrichter zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom – Bild: © dodotone #687784705 – stock.adobe.com

Befestigungen oder Gestell

Um die Module in Richtung Sonne zu positionieren, sind Befestigungen oder ein Gestell erforderlich. Nicht nur auf dem Balkon, sondern auch auf der Terrasse, an einer Außenwand, auf Garage oder Carport und auch im Garten kann ein Balkonkraftwerk genutzt werden.

Mit einer geeigneten Steckdose wird der Strom ins Hausnetz eingespeist, damit die Geräte mit ihm betrieben werden können.

Bevor der Strom aus dem Netz genutzt wird, arbeiten die Geräte mit dem Strom, der vom Balkonkraftwerk erzeugt wird.

Noch mehr Strom nutzen mit dem Batteriespeicher

Um noch mehr Strom selber nutzen zu können, ist ein Speicher sinnvoll. Da für Balkonkraftwerke in der Praxis meist keine Einspeisevergütung genutzt wird, geht überschüssiger Solarstrom ansonsten in das öffentliche Netz verloren. Wird das Balkonkraftwerk mit Speicher genutzt, gelangt der überschüssige Strom in diesen Speicher und kann dann genutzt werden, wenn er benötigt wird und das Balkonkraftwerk keinen oder nicht genügend Strom produziert.

Noch mehr Strom nutzen mit dem Batteriespeicher
Um noch mehr Strom selber nutzen zu können, ist ein Speicher sinnvoll – Bild: © Ahmed #1959922101 – stock.adobe.com

Der richtige Anschluss für das Balkonkraftwerk

Balkonkraftwerke werden in der Regel über eine normale Haushaltssteckdose (Schuko-Steckdose) an das Stromnetz angeschlossen. Voraussetzung ist, dass das Steckersolargerät den geltenden gesetzlichen Vorgaben sowie den einschlägigen Sicherheitsnormen entspricht. Alternativ kann auch eine spezielle Energiesteckvorrichtung, beispielsweise mit Wieland-Stecker, verwendet werden. Seit Dezember 2025 gilt hierfür die Produktnorm DIN VDE V 0126-95: Bis zu einer Modulleistung von 960 Wp ist der Anschluss über die Schuko-Steckdose vorgesehen, für eine höhere Modulleistung bis 2.000 Wp sieht die Norm eine Energiesteckvorrichtung wie den Wieland-Stecker vor.

Wichtig ist, dass das Balkonkraftwerk fachgerecht installiert und entsprechend den Herstellerangaben betrieben wird. So ist ein sicherer und zuverlässiger Betrieb gewährleistet.

Funktionsweise eines Balkonkraftwerks

Ein Balkonkraftwerk funktioniert nach dem Prinzip einer Photovoltaikanlage. Voraussetzung für die Stromerzeugung ist Sonnenlicht, das auf die Photovoltaik-Module trifft. Die darin verbauten Solarmodule erzeugen elektrische Energie in Form von Gleichstrom.

Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um, damit er von den Geräten im Haushalt genutzt werden kann. Die Umwandlung erfolgt zumeist direkt nach der Stromerzeugung.

Der Strom wird automatisch in das Stromnetz des Hauses eingespeist, wenn das Balkonkraftwerk an die Steckdose angeschlossen wird.

Ein Balkonkraftwerk funktioniert nach dem Prinzip einer Photovoltaikanlage
Ein Balkonkraftwerk funktioniert nach dem Prinzip einer Photovoltaikanlage – Bild: © Hermann #805333932 – stock.adobe.com

Zähler für das Balkonkraftwerk

Ein alter Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre darf nicht dauerhaft rückwärts laufen. Ist noch ein solcher Zähler vorhanden, tauscht ihn der Netzbetreiber aus. Er läuft rückwärts, wenn der erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Seit dem Solarpaket I (in Kraft seit 16. Mai 2024) ist dieses befristete Rückwärtslaufen ausdrücklich gesetzlich erlaubt, bis der zuständige Messstellenbetreiber den Zähler austauscht – der Betreiber des Balkonkraftwerks muss sich darum nicht selbst kümmern. Ist noch ein solcher Zähler vorhanden, tauscht ihn der Netzbetreiber aus. Ein analoger Zähler wird gegen einen modernen elektronischen Zähler ausgetauscht.

Bei dem neuen Zähler handelt es sich meist um einen Zweirichtungszähler. Er zeigt den Strombezug aus dem Netz und die Rückspeisung ins Netz an. Beides wird getrennt erfasst und angezeigt.

Leistung eines Balkonkraftwerks

Die Leistung eines Balkonkraftwerks hängt von der maximalen Wattzahl der Anlage, der Zahl der Module, aber auch von der Ausrichtung der Module ab. Es kommt auf den Neigungswinkel, mögliche Verschattungen und die Sonneneinstrahlung an.

Auch die Gegebenheiten vor Ort beeinflussen, wie viel Strom erzeugt werden kann.

Um möglichst viel Strom zu erzeugen, muss das Balkonkraftwerk dort angebracht werden, wo die Sonneneinstrahlung am höchsten ist. Die Module müssen so geneigt werden, dass sie möglichst viel Sonnenlicht aufnehmen.

Anmeldung eines Balkonkraftwerks

Ein Balkonkraftwerk muss nicht beim Netzbetreiber angemeldet werden. Wer ein Balkonkraftwerk nutzen möchte, muss es jedoch beim Markstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden. Der Anmeldeprozess ist über ein Online-Formular möglich.

Bei der Anmeldung müssen Stromzählernummer, Leistung von Wechselrichter und Modulen, Standort und Datum der Inbetriebnahme angegeben werden.

Wer diese wenigen Schritte beachtet, kann mit einem Balkonkraftwerk unkompliziert eigenen Solarstrom erzeugen, Stromkosten senken und einen Beitrag zur Energiewende leisten – ganz ohne aufwendige Genehmigungsverfahren. Wer sein Balkonkraftwerk sogar gemeinschaftlich mit Nachbarn betreiben möchte, findet dafür in Energiegenossenschaften ein passendes Modell.