Richtige Lagerung und Entsorgung von alten Handys

In zahlreichen deutschen Schubladen befinden sich noch alte Handys. Sie gehören nicht in den Hausmüll. Bei der Lagerung in Schränken kann es unter bestimmten Bedingungen zu Problemen kommen. Bevor die Handys entsorgt oder weitergegeben werden, müssen die Daten gelöscht werden.
Inhaltsverzeichnis
Warum alte Handys in Schränken ein Risiko sind
Schätzungen des Digitalverbandes Bitkom zufolge lagerten 2024 in deutschen Wohnungen mehr als 200 Millionen alte Handys. Sie können als Ersatz dienen, wenn das aktuelle Handy plötzlich ausfällt. Jahrelang unbeobachtet sollten sie jedoch nicht im Schrank liegen.
Der Akku altert mit der Zeit. Die bei den meisten Handys genutzten Lithium-Ionen-Akkus bleiben auch dann chemisch aktiv, wenn die Handys nicht benutzt werden.
Ein Sturz, Hitze, starke Kälte, Feuchtigkeit oder Tiefenentladung können die Zellen schädigen und im ungünstigen Fall zum thermischen Durchgehen führen.
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) warnt vor der Erhitzung des Akkus durch innere Reaktionen. Giftige Rauchgase können freigesetzt werden. Allerdings ist das selten, aber dennoch möglich. Ein beschädigter Lithium-Ionen-Akku kann unter ungünstigen Umständen noch spontan Feuer fangen. Ein solcher Brand kann schwerwiegende Schäden anrichten.
Bevor ein nicht mehr benutztes Smartphone in den Schrank gelegt wird, sollte kontrolliert werden, ob ein Defekt am Akku zu erkennen ist. Technik spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie sowohl Risiken bei der Lagerung als auch sichere Entsorgungswege moderner Smartphones beeinflusst.

Beschädigten Akku erkennen
Ein aufgeblähter Akku ist ein eindeutiges Zeichen für eine Beschädigung. Bei Smartphones mit fest verbauten Akkus hebt sich die Rückseite. Das Smartphone kann Spalten am Gehäuse aufweisen oder liegt nicht mehr plan auf dem Tisch.
Ein defekter Akku kann sich auch bei einem ausgeschalteten Smartphone durch ungewöhnliche Wärmeentwicklung bemerkbar machen. Weitere Anzeichen sind süßlicher, metallischer oder chemischer Geruch, Verfärbungen, Verformungen, Risse, austretende Flüssigkeiten, Schmelzstellen, Knacken oder Zischen. Bei ungewöhnlichen Gerüchen darf nicht direkt am Handy gerochen werden, um keine giftigen Stoffe einzuatmen.
Weniger auffällig ist ein deutlich verändertes Ladeverhalten. Das Handy sollte bei allen diesen Anzeichen nicht mehr geladen und nicht weiter benutzt werden. Es besteht erhöhtes Brandrisiko. Sollte das Gerät heiß werden, stark riechen oder rauchen, ist Abstand angesagt. Der Raum ist gut zu lüften. Brennbare Gegenstände in der Nähe sind zu entfernen. Bei Rauchentwicklung oder Brand kann nur noch die Feuerwehr helfen.

Richtige Lagerung von alten Smartphones
Bevor das alte Smartphone abgegeben oder entsorgt wird, kommt es auf die richtige Lagerung an. Sind keine Hinweise auf einen defekten Akku vorhanden, sollte das Handy vollständig ausgeschaltet werden.
Lässt sich der Akkustand noch gefahrlos prüfen, sollte er bei der Lagerung 40 bis 60 Prozent betragen. Die Lagerung muss trocken, kühl und frostfrei erfolgen. Die Temperatur sollte idealerweise bei 10 bis 25 Grad Celsius liegen. Direkte Sonne, Feuchtigkeit und Heizungsnähe sind zu vermeiden.
In direkter Nähe des Handys dürfen sich keine Metallteile befinden. Um Druck auf das Display zu vermeiden, sollten die alten Geräte nicht gestapelt werden.
Spätestens nach drei bis sechs Monaten sollten zwischengelagerte Handys kontrolliert und abgegeben werden.
Bei Smartphones mit einem entnehmbaren Akku kommt es auf einen Kurzschlussschutz an. Freiliegende Pole müssen durch Abkleben gegen Kontakt gesichert werden. Fest verbaute Akkus werden nicht entfernt.
Ist das Smartphone beschädigt oder aufgebläht, darf es nicht in der Schublade aufbewahrt werden. Es muss auf einer nicht brennbaren Unterlage, getrennt von brennbaren Materialien, gelagert und zeitnah abgegeben werden. Bei der Abgabe ist auf den defekten Akku hinzuweisen. Ein Metalltopf mit Deckel ermöglicht einen sicheren Transport zur Abgabestelle.
Abgabe von alten Smartphones
Alte Smartphones dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden. In ihnen sind Kupfer, Gold, seltene Erden und andere wertvolle Rohstoffe enthalten. Recycling schützt die Umwelt und spart Ressourcen. Nachdem das Smartphone vom Konto abgemeldet und die Daten sicher gelöscht wurden, bestehen für die Abgabe verschiedene Möglichkeiten.
Ist der Akku nicht beschädigt und das Handy noch funktionstüchtig, kann es verschenkt oder verkauft werden. Es sollte noch in einem guten Zustand sein. Auf verschiedenen Online-Plattformen kann es zum Verkauf angeboten werden. Es kann auch an eine Refurbishment-Plattform geschickt werden. Das Gerät wird dort aufbereitet und weiterverkauft.
Soll direkt ein neues Smartphone gekauft werden, kann es bei einem Mobilfunkhändler abgegeben werden. Beim Kauf eines neuen Geräts gibt es häufig eine Gutschrift.
Ein funktionstüchtiges altes Handy kann auch an eine wohltätige Organisation gespendet werden. Der NABU und die Deutsche Umwelthilfe nehmen alte Handys entgegen und spenden den Erlös für wohltätige Zwecke.
Für das Recycling kann das Smartphone auf einem Wertstoffhof kostenlos abgegeben werden. Es kann auch in einem Elektrofachgeschäft abgegeben werden. Ab einer Verkaufsfläche von 400 Metern sind diese Geschäfte zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet. Bis zu drei Handys können abgegeben werden.
Eine Abgabe in Drogerien oder Supermärkten ist kostenlos möglich, wenn solche Märkte mehrmals jährlich Elektrogeräte verkaufen und die Verkaufsfläche mindestens 800 Quadratmeter beträgt.

Entnehmbaren Akku entsorgen
Aus vielen älteren Smartphones kann der Akku ohne Werkzeug entnommen werden. Smartphone und Akku werden dann separat entsorgt. Kleinere Akkus können im Handel kostenlos abgegeben werden. Die Abgabe von kleinen Lithium-Ionen-Akkus ist auch im Wertstoff- oder Recyclinghof möglich.
Vor dem Transport werden die Pole des entnommenen Akkus mit Klebeband abgeklebt, damit es beim Kontakt mit Metallteilen nicht zu einem Kurzschluss kommt.
Smartphones mit fest verbautem Akku werden vollständig inklusive Akku abgegeben.
Löschung der Daten vor der Abgabe
Vor der Abgabe oder dem Recycling des alten Smartphones kommt es auf den Datenschutz an. Kontaktdaten, Chats, Fotos, gespeicherte Logins und Zahlungsdaten dürfen nicht in fremde Hände gelangen. Werden nur einzelne Daten gelöscht, entfernt das System oft nur die Verweise, während die alten Daten noch auf dem Speicher verbleiben, bis sie überschrieben werden.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt bei aktuellen Smartphones, sie auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Kommt es jedoch auf eine sichere Löschung an, sind die folgenden Schritte wichtig:
- Backup erstellen und Daten auf einen Computer oder eine externe Festplatte ziehen
- SIM-Karte und gegebenenfalls Micro-SD-Karte entfernen
- Konten und Gerätesperren entkoppeln
- Geräteverschlüsselung prüfen und aktivieren, wenn sie vom Gerät angeboten wird
- Smartphone auf Werkseinstellungen zurücksetzen
- Bei älteren unverschlüsselten Geräten den Speicher mit belanglosen Daten füllen und dann das Handy zurücksetzen
Bei defekten Geräten, die nicht mehr bedienbar sind, besteht ein Restrisiko. Sind sensible Daten gespeichert, kann eine Firma mit der physischen Zerstörung des Speichers beauftragt werden.



