
Ein großer Teil der Deutschen sucht beim Shoppen gezielt nach nachhaltigen Produkten. Insbesondere die sogenannte Gen Z sowie die Millennials treiben den Trend zur Nachhaltigkeit aktiv an – etwa durch Secondhandkäufe von Kleidung, Haushaltswaren und Möbeln. Laut Studien haben 70 Prozent der 18- bis 43jährigen schon einmal Produkte gebraucht gekauft.
Makeup allerdings möchten nur die wenigsten aus zweiter Hand kaufen. Das erschwert die Suche nach nachhaltigen Angeboten. Dennoch gibt es Möglichkeiten, gezielt auf eine umwelt- und damit klimafreundliche Kosmetik zu achten.
Inhaltsverzeichnis
Ist Makeup per se eine Belastung für die Umwelt?
Dass viele konventionelle Lippenstifte auf Erdölbasis hergestellt werden, ist vielen Bundesbürgern inzwischen bekannt. Silikone, Mineralöle und Paraffine sind in der dekorativen Kosmetik keine Seltenheit, sondern häufig ein Mittel zum Zweck.
Die Inhaltsstoffe sollen das Lippenprodukt einerseits geschmeidiger wirken lassen und ihm andererseits mehr Glanz verleihen. Ebenso können sie sich beim Auftragen auf das Lippengefühl und die empfundene Pflegewirkung auswirken.
Allerdings sind Mineralöle und Co. weder der eigenen Gesundheit noch dem Umweltschutz zuträglich. Das wissen inzwischen auch viele Kosmetikhersteller und setzen gezielt auf eine faire und umweltfreundliche Produktion.
Denn Makeup muss nicht zwingend der Umwelt schaden.
Vielmehr entscheiden die verwendeten Inhaltsstoffe sowie der Produktions- und Vertriebsprozess darüber, wie nachhaltig die Kosmetik ausfallen kann. Insbesondere feste Kosmetikprodukte, deren Rohstoffe aus Ländern der Europäischen Union stammen, haben in Sachen Nachhaltigkeit sprichwörtlich die Nase vorn.
Zum einen enthalten feste Seifen, Shampoos und Co. weniger Wasser. Dadurch benötigen sie meist keine zusätzliche Verpackung, nehmen weniger Raum ein und sparen dadurch Platz und Kosten beim Transport. Zum anderen enthalten sie weniger – oder gar keine – Konservierungsstoffe und bieten dennoch eine lange Haltbarkeit und vor allem eine hohe Ergiebigkeit.

Welche Faktoren sprechen für umweltfreundliche Kosmetik
Ob Kosmetikprodukte eine Belastung für die Umwelt darstellen, kann sich hersteller- und vor allem produktabhängig stark voneinander unterscheiden. Daher fällt es Verbrauchern häufig schwer, aus der Fülle an Angeboten die nachhaltigste Lösung für sich herauszusuchen.
Einige Punkte können jedoch dabei helfen, umweltfreundliches Makeup zu erkennen:
- Nachhaltige Kosmetik besteht aus natürlichen, vorzugsweise aus der Region stammenden Inhaltsstoffen.
- Die Hersteller verzichten auf tierische Inhaltsstoffe. Stattdessen sind die Rohstoffe vorzugsweise vegan.
- Die Produktion findet umwelt- und ressourcenschonend innerhalb der EU statt.
- Die Produktion verläuft plastikfrei, sodass sich kein Mikroplastik in den Kosmetikprodukten befindet.
- Die Hersteller verzichten auf Verpackungen oder achten gezielt auf nachhaltige Verpackungslösungen. Möglich sind widerverwendbare Verpackungen oder solche aus recycelbaren Materialien.
Bereits bei einem Blick auf die Inhaltsstoffe können Konsumenten feststellen, ob Kosmetikprodukte Silikone oder synthetische Duft- und Konservierungsstoffe enthalten. Je weiter oben diese sich auf der Liste der angegebenen Inhaltsstoffe befinden, desto höher ist ihre Konzentration im Produkt.
Bei der Suche nach nachhaltigem Makeup ergibt es Sinn, Produkte mit solchen Substanzen bewusst zu meiden.

Achtung: Nur weil Nachhaltigkeit draufsteht, ist nicht gleich Nachhaltigkeit drin
Auf den zunehmenden Trend nachhaltiger Kosmetikprodukte werden immer mehr Hersteller aufmerksam. Auch solche, die sich Themen wie Umwelt- und Klimaschutz vorrangig aus Marketinggründen auf die Fahnen schreiben.
Daher ist es insbesondere bei der Suche nach nachhaltiger Kosmetik essenziell, typische Greenwashing-Strategien zu erkennen.
So werben einige Hersteller mit einer nachhaltigen Kosmetikproduktion, beschränken sich dabei aber nur auf die Verwendung einer plastikfreien Verpackung. Dennoch verwenden sie bei der Produktion weiterhin erdölbasierte Inhaltsstoffe oder nutzen ressourcenbelastende Rohstoffe aus dem Ausland.
Ob eine Kosmetikmarke tatsächlich nachhaltig agiert oder sich lediglich mit einem entsprechenden Label schmückt, kann jedoch bereits ein Blick auf die Produktverpackung verraten. Denn spezielle Siegel können über die Umwelt- und Klimafreundlichkeit von pflegender und dekorativer Kosmetik Auskunft geben.
Ein paar wichtige Beispiele sind im Folgenden zusammengefasst:
- Der Hase mit der schützenden Hand: Auf der Verpackung nachhaltiger Kosmetik- und Makeup-Produkte kann sich ein Siegel in Form eines Hasen befinden, über dem eine ausgestreckte Hand zu sehen ist. Vergeben wird es vom Deutschen Tierschutzbund sowie dem Internationalen Herstellerverband für tierschutzgeprüfte Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V. Es garantiert, dass Makeup und Co. aus vollständig tierversuchsfreier Produktion stammen.
- Das Natrue-Siegel: Auf dem runden Natrue-Siegel ist die Silhouette eines weiblichen Gesichts zu erkennen. Es steht für zertifizierte Naturkosmetik und wird von der Non-Profit-Organisation The International Natural and Organic Cosmetics Association vergeben.
- Die Veganblume: Das international anerkannte Siegel in Form einer grünen Blume mit dem Schriftzug „Vegan“ wird von der britischen Vegan Society vergeben. Es zeichnet Produkte aus, die auf vegane Inhaltsstoffe setzen und auf Tierversuche verzichten.
Auf die Verwendung hochwertiger biologischer Inhaltsstoffe verweisen insbesondere der COSMOS-Standard sowie der Leaping Bunny. Letzterer wurde von mehreren US-amerikanischen und kanadischen Tierschutzorganisationen ins Leben gerufen. Das Siegel in Form eines springenden Hasen verweist auf die Verwendung tierversuchsfreier Inhaltsstoffe. Auszeichnet werden ausschließlich Produkte, bei denen weder einzelne Rohstoffe noch fertige Rezepturen an Tieren getestet worden sind.



