In nachhaltige ETFs investieren

ETFs sind börsengehandelte Fonds und bilden einen Index ab. Sie sind als langfristige Geldanlagen beliebt und versprechen hohe Renditen. Wer nachhaltig investieren möchte, findet nachhaltige ETFs, die sich an verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien orientieren.
Inhaltsverzeichnis
Was sind ETFs und für wen sind sie geeignet?
ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, was börsengehandelter Fonds bedeutet. ETFs bilden einen Index wie den deutschen Aktienindex DAX oder den Weltaktienindex MSCI World ab. ETFs können für verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe gewählt werden.
ETFs ermöglichen eine breite Risikostreuung, da sie verschiedene Wertpapiere wie Aktien aus verschiedenen Branchen oder Regionen enthalten. Das Risiko kann dabei auf eine Vielzahl verschiedener Aktien aufgeteilt sein. Im Gegensatz zu den Investmentfonds, die aktiv gemanagt werden, sind ETFs kostengünstiger, da sie passiv gemanagt werden.
Ein Fondsmanager wird für die ETFs nicht benötigt, da sie einen bestimmten Index abbilden.
Das spart Kosten, da kein Fondsmanager bezahlt werden muss. Die jährlichen Kosten für ETFs liegen im Schnitt häufig bei 0,1 bis 0,5 Prozent der Anlagesumme. Ein Ausgabeaufschlag wird beim Erwerb von ETF-Anteilen nicht erhoben.
Ähnlich wie Aktien eignen sich ETFs für Anleger mit einem langen Atem. Der Nachteil besteht darin, dass ETFs bei Finanzkrisen innerhalb kurzer Zeit stark an Wert verlieren können. Auch in ruhigeren Wirtschaftsphasen sind Kursverluste nicht auszuschließen. ETFs sind daher als langfristige Geldanlagen geeignet.
Das Risiko bei ETFs ist umso geringer, je länger die Laufzeit gewählt wird. Allerdings muss bei der Investition in ETFs keine Laufzeit festgelegt werden, wie das bei Festgeld der Fall ist. Wer in ETFs investieren möchte, sollte überlegen, wie lange er das angelegte Geld nicht benötigt. Der Anlagezeitraum sollte mindestens 10 Jahre, besser aber 15 Jahre betragen, damit sich die Anlage tatsächlich lohnt.
ETFs sind sehr gut zum langfristigen Sparen und als private Altersvorsorge geeignet. Sie eignen sich zum Vermögensaufbau und zum Sparen für ein bestimmtes Ziel wie dem Erwerb einer Immobilie. Wer regelmäßig sparen und in ETFs investieren möchte, kann einen ETF-Sparplan abschließen.

Wann ist ein ETF nachhaltig?
Ist ein ETF nachhaltig, muss der Index Aktien von Unternehmen enthalten, die soziale Mindeststandards einhalten, umweltfreundlich wirtschaften und ethisch saubere Kriterien beachten. Ein ETF auf den DAX oder den MSCI World erfüllt diese Kriterien nicht. Unternehmen, die in diesen Indizes gelistet sind, handeln nicht immer umweltfreundlich.
Ein nachhaltiger ETF kann sich an konventionellen Indizes orientieren, doch wird ein Index aufgestellt, der nur die nachhaltigsten Unternehmen enthält. Die Risikostreuung kann daher etwas geringer sein.
Nachhaltige ETFs können nach verschiedenen Kriterien aufgestellt werden:
- Positivkriterien: Um als nachhaltig zu gelten, müssen Unternehmen klar definierte nachhaltige Standards erfüllen. Bei einem Rating müssen sie einen Mindestwert erreichen.
- Negativ- oder Ausschlusskriterien: Branchen können von einem ETF komplett ausgeschlossen werden, wenn sie unter bestimmte Kriterien wie kontroverse Waffen oder Generierung des Umsatzes mit fossilen Energien fallen.
- Engagement: Das Engagement bedeutet die Ausübung von Stimmrechten durch die Aktionäre. Das Engagement wird von einigen Fondsanbietern genutzt, um Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit positiv zu beeinflussen.
- Themen-Schwerpunkt: Einige ETFs beziehen sich nur auf bestimmte nachhaltige Themen wie erneuerbare Energien, Gesundheitsbranche oder spezielle Zukunftstechnologien. Der Nachteil besteht häufig in einer geringen Risikostreuung.
- Best-in-Class: Bei diesem Kriterium gelten die nachhaltigsten Vertreter aus jeder Branche als nachhaltig. Das Problem besteht darin, dass auch problematische Unternehmen positiv bewertet werden, wenn sie nachhaltiger als die Konkurrenten sind.
- Best-of-all-Classes: Unternehmen aus allen Branchen werden miteinander verglichen. In den ETF werden nur die nachhaltigsten Unternehmen aufgenommen. Ein solcher ETF verfügt über eine geringere Risikostreuung, da verschiedene Branchen nicht oder nur wenig und andere hingegen stark vertreten sind.

Wie nachhaltig kann ein ETF sein?
ETFs unterscheiden sich stark in ihrer Nachhaltigkeit. Nachhaltige ETFs werden mit verschiedenen Siegeln ausgezeichnet. Ein solches Siegel ist das FNG-Siegel, das vom Forum Nachhaltige Geldanlagen vergeben wird. Im Jahr 2025 erhielten sieben ETFs dieses Siegel. Von diesen ETFs stammen sechs vom Anbieter BNP Paribas.
Das FNG-Siegel ist je nach Nachhaltigkeit gestaffelt. Die nachhaltigsten Anlagen können drei Sterne erhalten. Die ETFs von BNP Paribas erreichten nur null Sterne. Der Umweltbank-ETF erhielt das FNG-Siegel mit zwei Sternen und ist ein breit gestreuter Welt-ETF.
ETFs sind nicht so nachhaltig wie die aktiv gemanagten Investmentfonds. Ein FNG-Siegel wurde im Jahr 2025 an insgesamt 222 Fonds vergeben. Die Investmentfonds können nachhaltiger sein, da das Fondsmanagement die Unternehmen aktiv auswählt und regelmäßig detailliert auf Nachhaltigkeit bewertet. Aufgrund des passiven Managements ist das bei ETFs nicht möglich.
Lohnt sich die Investition in nachhaltige ETFs?
Nachhaltige ETFs sind mitunter etwas teurer als konventionelle ETFs und auch risikoreicher, da die Streuung geringer ist. Allerdings können auch nachhaltige ETFs eine gute Rendite bringen.
Das New Yorker Stern Center for Sustainable Business nahm eine Meta-Studie vor und zog dafür mehr als 1.000 Studien zum Einfluss von ESG-Kriterien (Nachhaltigkeitskriterien) auf Investments und Unternehmen heran. Von diesen Studien bezogen sich 107 speziell auf Rendite-Unterschiede zwischen ESG-Kriterien und konventionellen Investmentstrategien.
Auf einen positiven Einfluss von ESG-Kriterien deuteten 33 Prozent dieser Studien hin. Nur 14 Prozent der Studien zeigten einen negativen Einfluss.
Immer mehr Anleger achten auf Nachhaltigkeit bei ihren Investments. Nachhaltige ETFs können daher an Beliebtheit gewinnen und bessere Renditen ermöglichen.
Nachhaltige ETFs finden
Fondsanbieter kennzeichnen nachhaltige ETFs häufig mit dem Zusatz ESG für Environmental, Social & Government, was Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bedeutet. Auch der Zusatz SRI für Socially Responsible Investment (sozial verantwortliches Investment) ist möglich.
Eine einheitliche Regelung für die Vergabe solcher Zusätze gibt es nicht. Daher können auch Fonds, die nicht unbedingt als nachhaltig gelten, einen solchen Zusatz tragen.
Verschiedene kostenlose Plattformen wie Faire Fonds oder Cleanvest informieren über nachhaltige ETFs. Bei Faire Fonds wird über den Anteil kontroverser Unternehmen in einem Fonds informiert. Cleanvest zeigt ein Nachhaltigkeits-Rating von 0 bis 10 an.
Über die Entwicklung, die Kosten und die Rendite von ETFs informieren Faire Fonds und Cleanvest nicht. Um weitere Informationen zu den ETFs zu erhalten und auch Vergleiche vorzunehmen, kann das Portal justETF genutzt werden.
Wer in nachhaltige ETFs investieren möchte, kann bei einem Online-Broker ein Depot eröffnen. Auch über verschiedene Banken können solche Depots eröffnet und ETFs erworben werden. Viele Banken bieten jedoch keine ETFs an, da das für sie finanziell nicht attraktiv genug ist. Die Banken bieten daher hauptsächlich aktiv gemanagte Investmentfonds an.



