Saharastaub und seine nützlichen Seiten

Heiße Winde wehen Sand aus der Sahara nach Europa und auch nach Deutschland. Dieser Saharastaub sorgt für eine leichte Orangefärbung des Himmels und für schmutzige Autos. Er schränkt die Produktion von Solarstrom ein und hat negative Folgen für die menschliche Gesundheit. Saharastaub hat jedoch auch einige nützliche Seiten.
Inhaltsverzeichnis
Saharastaub – kein ungewöhnliches Phänomen
Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) angibt, ist Saharastaub in Deutschland kein ungewöhnliches Phänomen. Der Himmel ist rötlich gefärbt, wenn Saharastaub in der Luft ist. Auch die Regentropfen tragen den Sand in sich. Aufgrund der roten Farbe wird der Regen als Blutregen bezeichnet.
Laut DWD ist die Sahara die weltweit größte Staubquelle.
Saharastaub wird insbesondere im Frühjahr über lange Strecken auf andere Kontinente geweht. Sogar im Amazonas landen große Mengen von Saharastaub. Der Saharastaub enthält auch wichtige Nährstoffe.

Veränderungen in der Atmosphäre durch Saharastaub
Die Zusammensetzung der Atmosphäre ändert sich, wenn Saharastaub aufgewirbelt wird und in die Atmosphäre gelangt. Da die Atmosphäre Sonnenstrahlen streut und absorbiert, kommt weniger direkte Sonneneinstrahlung am Boden an.
Die Staubpartikel in der Atmosphäre können die Wolkenbildung beeinflussen, da sie als Eiskeime oder Kondensationskeime wirken. Durch die Staubpartikel kommt es zu einer stärkeren Wolkenbildung und zu mehr Lichtstreuung. Das wirkt sich auch auf Photovoltaikanlagen aus, die weniger Strom produzieren.
Betreiber von Photovoltaikanlagen ahnen oft nichts vom Einbruch der Stromproduktion durch Saharastaub. Wettermodelle können den Effekt von Saharastaub nicht genau vorhersagen. Dieser Einbruch in der Stromproduktion kann teuer werden. Bis zu 50 Prozent Verluste sind möglich.

Saharastaub für das Training von wissenschaftlichen Modellen
Dr. Alli Hoshyaripour vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will Ausfälle in der Stromproduktion durch Saharastaub künftig vermeiden. Er arbeitet gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst am Training von Wettermodellen mit Hilfe von Saharastaub. Die Wettermodelle sollen besser auf Saharastaub-Ereignisse reagieren können.
Künftig soll eine geringe Sonneneinstrahlung durch Saharastaub genauer vorhergesagt werden können. Betreiber von Photovoltaikanlagen können ihre Prognosen anpassen.
Jedes neue Saharastaub-Ereignis ist eine Übung für die Wettermodelle. Die Forscher vergleichen das Ergebnis der Wettermodelle mit der Realität. Sie prüfen, ob tatsächlich so viel Saharastaub wie vorhergesagt geflogen ist und ob sich das Wetter so entwickelt hat, wie es von den Modellen simuliert wurde. Die Modelle können dadurch verbessert werden.
Auswirkungen von Saharastaub auf die menschliche Gesundheit
In Deutschland ist Saharastaub oft nur in geringer Konzentration in der Luft enthalten. Gerrit Bredeck, ein Toxikologe, erklärt bei Deutschlandfunk, dass der Saharastaub für die meisten Menschen ungefährlich ist. Menschen mit Atemwegserkrankungen, Allergiker und Asthmakranke sollten hingegen bei Saharastaub vorsichtiger sein und sich vielleicht auch in geschlossenen Räumen aufhalten.
Bei einer erhöhten Konzentration von Saharastaub in der Luft kann auch eine FFP-2-Maske getragen werden.

Saharastaub als Dünger
Saharastaub hat einen hohen Gehalt an Eisen und Phosphor. Für den Amazonas-Regenwald ist Phosphor unverzichtbar. Dieser Nährstoff wird durch Überschwemmungen dort regelmäßig aus dem Ökosystem gespült.
Wie der Guardian berichtet, kann der Saharastaub die entstandenen Mängel an Phosphor durch Hochwasser nahezu komplett ausgleichen.
Jährlich gelangen Millionen Tonnen Saharastaub in das Gebiet des Amazonas. Die Staubmassen aus der Sahara gelangen ungefähr 5 bis 15 Mal jährlich über Marokko und Frankreich und auch nach Deutschland. Wirbelstürme wirbeln diesen Sand auf, der dann von starken Winden in den Norden oder über den Atlantik in Richtung Süd-West transportiert wird.
Positive Wirkung von Saharastaub im Atlantik
Saharastaub und der Blutregen, in dem er enthalten ist, sind nicht nur für die Pflanzen an Land ein wichtiger Dünger. Der Saharastaub gelangt auf dem Weg zum Amazonas teilweise auch in den Atlantik. Er ist ein wichtiger Nährstoff für Phytoplankton.
Phytoplankton wirkt positiv auf das Klima, da es große Mengen an Kohlendioxid speichern kann. Beim Phytoplankton handelt es sich um einzellige Pflanzen. Sterben sie ab, sinken sie mit dem darin gespeicherten Kohlendioxid auf den Meeresboden.
Phytoplankton trägt zur Reduktion von Treibhausgasen in der Atmosphäre bei. Es wirkt dem Treibhauseffekt entgegen. Der Saharastaub fördert auch das Wachstum der Bäume in den Regenwäldern des Amazonas. Auch diese Bäume sind effiziente Kohlendioxid-Speicher.



