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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Обновлено: 58 минут 17 секунд назад

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. января 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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Zahl der Baugenehmigungen geht zurück

10 часов 40 минут назад

Insgesamt wurde in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres der Bau von 75.600 Wohnungen genehmigt. Die Genehmigungen galten sowohl für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden rund 65.700 Wohnungen genehmigt. Dies waren 3,4 Prozent oder 2.300 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Gestiegen ist ausschließlich die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser (+2,3 Prozent). Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank dagegen um 4,0 Prozent und die Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser um 4,4 Prozent. Bei den neu zu errichtenden Nichtwohngebäuden, die von Januar bis März 2019 genehmigt wurden, verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 Millionen Kubikmeter auf 47,5 Millionen Kubikmeter (-7,5 Prozent).

"Wir sind von der Entwicklung der Wohnungsbaugenehmigungen im ersten Quartal diesen Jahres enttäuscht. Der gute Start im Januar hat sich leider nicht fortgesetzt", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Insbesondere bei neuen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern herrsche vor allem in den Großstädten weiterhin Mangel. Ohne eine ausreichende Bautätigkeit werde sich der Mietwohnungsmarkt in den Ballungszentren so schnell nicht wieder entspannen, so Babiel, der zudem forderte: "Es müssen jetzt endlich die wirklichen Probleme, wie fehlendes Bauland, die unterschiedlichen Landesbauordnungen, die Grundstücksspekulation und die Blockade der Sonderabschreibung angegangen werden.“

Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, nannte die Zahlen "einmal mehr ernüchternd" und forderte einen Abbau der Regulierungen. "Es zeigt sich ein ganz einfacher Zusammenhang: Je mehr Regulierung desto weniger Wohnungswachstum", sagte er. Die Baugenehmigungszahlen müssten endlich deutlich nach oben getrieben und Planungsprozesse beschleunigt werden – etwa durch die Einführung einer digitalen Bauakte, die Einführung einer Muster-Hochhausrichtlinie oder die Harmonisierung der 16 unterschiedlichen Landesbauordnungen, um das serielle Bauen zu fördern. "Die Vorschläge liegen seit Monaten auf dem Tisch, die Politik vergeudet hier wertvolle Zeit“, so Mattner. Quelle: Hauptverband Bauindustrie/ZIA/sth

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Gebäudeallianz mahnt Steuerförderung an

13 часов 37 минут назад

Das Paket setzt vor allem auf Fördermaßnahmen wie die steuerliche Förderung für private Hausbesitzer, verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für die Immobilienwirtschaft, mehr Förderung von Einzelmaßnahmen, Effizienzhäusern und Nichtwohngebäuden sowie das gezielte Vorantreiben neuer Technologien. Gleichzeitig spielen Beratung und Kommunikation sowie die Verbesserung des Ordnungsrechts eine zentrale Rolle. Investoren, Hausbesitzer und Mieter sollten verstärkt über die Vorteile von Energieeffizienz informiert werden.

„Auch wenn der Gebäudebereich seine Treibhausgasemissionen seit 1990 bereits um mehr als 40 Prozent reduziert hat: Mit Blick auf die Sektorziele der Bundesregierung bleibt der Handlungsbedarf gewaltig“, sagt Andreas Kuhlmann, geea-Sprecher und Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena). „Die jährlichen Emissionen im Gebäudesektor sollen laut Klimaschutzplan der Bundesregierung auf 72 Millionen Tonnen im Jahr 2030 sinken. Davon sind wir weit entfernt. Die bereits stattfindende Gebäudesanierung bringt erst eine Einsparung von rund 20 Millionen Tonnen. Das Geea-Maßnahmenpaket ermöglicht weitere 13 Millionen Tonnen." Man brauche deutlich mehr Tempo im Gebäudesektor, denn sonst drohten Ausgleichszahlungen, betonte Kuhlmann.

Verbleibende Lücke muss geschlossen werden

Um die über das geea-Maßnahmenpaket hinaus verbleibende Klimaziellücke von 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Gebäudesektor zu schließen, drängt Kuhlmann auf eine Diskussion über weitere Optionen. Diese können von einer beschleunigten Markteinführung von klimaneutralen, synthetischen Brennstoffen über einen CO2-Preis bis hin zum Handel mit Energieeinsparzertifikaten im Gebäudesektor reichen.

Zudem seien weitere Klimaschutzpotenziale bei Themen absehbar, die zwar bereits diskutiert werden, aber nicht schnell genug vorankommen. Der geea-Sprecher nennt hier beispielhaft die energetische Sanierung von Quartieren anstelle einzelner Häuser, Chancen durch Automatisierung und Digitalisierung im Gebäudebetrieb oder auch die Entwicklung neuer Geschäfts- und Investitionsmodelle. Quelle: Geaa / pgl

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Markt für Batteriespeicher wächst 2019 weiter

19. мая 2019 - 7:33

2018 konnte der deutsche Markt für Heimspeicher erneut ein deutliches Wachstum verzeichnen und seine Rolle als global führender Absatzmarkt für Heimspeicher behaupten. Getragen vom anhaltenden Anstieg der Neuinstallationen an Photovoltaik (PV)-Kleinanlagen, wurden nach Berechnungen des in Bonn ansässigen Marktforschungs- und Beratungsunternehmens EuPD Research 45.000 Heimspeicher in 2018 installiert.

Ausgehend von einer Nachrüstquote von 15 Prozent wurden gut 38.000 Speicher gemeinsam mit einer neuen Photovoltaik-Anlage installiert. Bei 57.000 neu installierten Photovoltaik-Anlagen zwischen 3 und 10 kWp wurde somit bei 2 von 3 PV-Anlagen direkt ein Heimspeicher mitinstalliert.

Der Eintritt von Siemens Anfang des Jahres belegt Interesse an diesem Markt belegt. Nahezu kam es zur Übernahme des bayerischen Batterieherstellers Sonnen durch den Energiekonzern Shell, was als Beleg für den Übergang in einen Massenmarkt gesehen wurde  Für das aktuelle Jahr 2019 prognostiziert EuPD Research ein weiteres Wachstum auf gut 51.000 Installationen von Heimspeichern in Deutschland.

In Bezug auf die Marktpositionierung konnte sich Sonnen auch 2018 auf der Spitzenposition im deutschen Markt behaupten. Auf den Verfolgerplätzen 2 und 3 finden sich 2 asiatische Anbieter LG Chem und BYD. Insgesamt sind die 3 größten Anbieter im deutschen Markt für jeden zweiten verkauften Heimspeicher verantwortlich.

Die Darstellung der Marktanteile basiert auf einer umfangreichen Anbieterbefragung, Installateurs- und Endkundenbefragungen sowie ergänzenden Recherchen durch EuPD Research. Insgesamt summieren sich die Unternehmensangaben und Schätzungen sogar auf ca. 50.000 Heimspeicher im deutschen Markt für 2018. Hierbei wird jedoch von einem Anteil an Lagerhaltung beim Hersteller bzw. im Verkaufsprozess im Großhandel und anderen Zwischenhändlern sowie beim Installateur von 10 Prozent ausgegangen. Quelle: EuPD Research / pgl

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Forscher reduzieren Schadstoffe aus Hackschnitzelheizung

18. мая 2019 - 7:29

Durch eine Vorwärmung der Verbrennungsluft, die optimierte Zufuhr und Verteilung von Primär- und Sekundärluft am Verbrennungsrost und im Brennraum sowie in Verbindung mit einem neu entwickelnden Regelungskonzept ist es möglich, die Emissionen von Hackschnitzelheizungen wesentlich zu vermindern. Die neuartige Regelung und verbesserte Verbrennungsluftführung erlaubt es, auch Biobrennstoffe mit Qualitätsschwankungen mit hoher Effizienz und geringen Emissionen zu nutzen.

Für Bestandsanlagen wurde ein Nachrüstkonzept entwickelt, um die Primärmaßnahmen und Regelungskonzepte auch für bestehende Anlagen anbieten zu können. Derart optimierte Hackschnitzelheizungen können die strengen Emissionsanforderungen der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung durch die technische Verbesserung der Feuerung und die innovative Feuerungsregelegung erfüllen und so einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zeigen, dass sich die Maßnahmen durch die einhergehenden Effizienzgewinne positiv auf die Wärmegestehungskosten und Amortisationszeiten der Biomasseanlagen auswirken.

Die Firma Pozenith lässt die positiven Forschungsergebnisse in die aktuelle Produktentwicklung und Verbesserung ihres Holzheizkessel- beziehungsweise Biomassekesselsortiments einfließen. Die dokumentierten Forschungsergebnisse bieten auch anderen Forschungseinrichtungen und Kesselherstellern fundierte Informationen zur Optimierung von Biomassefeuerungsanlagen. Quelle: FNR / pgl

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Deutschland ist Vorletzter bei Energieeffizienz

17. мая 2019 - 7:18

In einer  Studie landet Deutschland mit seinem Entwurf für den Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) auf dem vorletzten Platz unter den 28 EU-Staaten. Insbesondere bei der Energieeffizienz droht Deutschland den Anschluss zu verlieren, warnte die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF). Luxemburg und die Niederlande haben die ambitioniertesten Energieeffizienzziele an die EU gemeldet. Vor allem mangele es in Deutschland aber an politischen Maßnahmen zur Erreichung seiner nationalen Energieeffizienzziele, heißt es in der in der von der European Climate Foundation beauftragten Studie. Bei konkreten Energieeffizienzpolitiken liegt Deutschland auf Platz 26 von 28.

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF: „Das Klimakabinett ist gefordert, den politischen Attentismus endlich zu beenden. Die im Koalitionsvertrag angekündigte sektorübergreifende Energieeffizienzstrategie wurde noch nicht einmal im Ansatz diskutiert. Wichtige Maßnahmen wie die Steuerförderung für energetische Modernisierungen verstauben in der Schublade.“

In der Studie heißt es, neben Deutschland haben nur Estland und die Slowakei versäumt, Auskunft über weitere geplante Energieeffizienzpolitiken zu geben. Deutlich konkreter sind die Pläne von Griechenland, Spanien und Kroatien. Auch die anderen großen EU-Volkswirtschaften Italien und Frankreich stehen deutlich besser da. Aus dem Berichtsentwurf der Bundesregierung geht dabei hervor, dass bei einem Weiter-wie-bisher die für 2020 geplanten Energieeffizienzziele erst 2030 erreicht würden. Bis Ende des Jahres haben Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten Zeit, konkrete Pläne gegenüber der EU-Kommission vorzulegen. Quelle: Deneff / pgl

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Finalisten der DGNB-Challenge stehen fest

17. мая 2019 - 7:12

"Die Finalisten zeigen mit ihren Ansätzen und Lösungen die enorme Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens", sagt Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB und Teil der Jury. Gemeinsam mit den Mitgliedern des DGNB Innovationsbeirats wählte sie die neun Kandidaten der Sustainability Challenge aus rund einhundert Bewerbungen aus.

In der Kategorie "Innovation" qualifizierten sich die DAW SE, die Intewa GmbH und die strohlos Produktentwicklung GmbH. DAW wurde für ihre auf Leindotter basierenden Lasuren und Holzöle ausgewählt, die einen Beitrag zur Biodiversität und zur Stärkung des Ökosystems leisten. Für einen fast geschlossenen Wasserkreislauf sorgt die dezentrale Systemlösung zur Aufbereitung von Regen- und Grauwasser von Intewa. Dabei wird bis zu 95 Prozent Trinkwasser eingespart. Nominiert für ihre unterschiedlich anwendbaren Platten aus einjährig nachwachsenden Rohstoffen ist strohlos Produktentwicklung.

Die Finalisten in der Kategorie "Start-ups" sind die Green Hydrogen Esslingen GmbH, materialrest24.de und die vilisto GmbH. Die Green Hydrogen Esslingen GmbH errichtet und betreibt eine Power-to-Gas-Anlage als Herzstück des klimaneutralen Stadtquartiers Esslingen Weststadt. Dabei wird unter anderem grüner Wasserstoff für Mobilität, Industrie und die Rückstromversorgung genutzt. Ein virtuelles Lager für ungenutztes Baumaterial von Handwerksunternehmen bietet die Online-Plattform materialrest24.de. Von vilisto kommt ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Wärmemanagement für Nichtwohngebäude für eine vollautomatische, vorausschauende und bedarfsgerechte Steuerung von Heizkörpern.

Nominiert in der Kategorie "Forschung" ist das Projekt BauCycle, das eine ganzheitliche Verwertungsstrategie für Bauschutt und dessen Feinfraktion erforscht. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Fraunhofer-Institute IBP, IML, UMSICHT und IOSB. Weiterer Finalist ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt von Arup, Mogu und Ardex, bei dem ein modulares Material- und Bausystem für den Innenausbau entwickelt wurde, das den Bioverbundwerkstoff Myzelium nutzt. Hinzu kommt die Agricultural Lighting Facade, mit der ein ganzjähriger Gemüseanbau hinter Glasfassaden in Gebäuden ermöglicht wird. Hinter dem Projekt stehen der Architecture Research Incubator, die Professur Green Technologies in Landscape Architecture sowie der Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung von der Technischen Universität München. Ebenfalls beteiligt sind das Ingenieurbüro Hausladen und Barthelme LED Solutions. Quelle: DGNB / pgl

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Sandwich-Wand dämmt gut und ist recyclingfähig

16. мая 2019 - 7:04

Die „Sandwich-Wand“ aus Ultrahochleistungs-Beton und mineralischem Schaumbeton ist im Vergleich zu konventionellen Fertig-Wandelementen dauerhafter, dämmt besser und ist vollständig recyclebar. Die Entwicklung setzt rein auf mineralische Stoffe: Zwei Schichten Ultrahochleistungs-Beton (UHPC) umgeben einen wärmedämmenden und lastabtragenden Kern aus chemisch aufgetriebenem und lufthärtendem Schaumbeton. Der UHPC wird gegen den Schaumbetonkörper betoniert, wodurch ein guter Verbund und somit ein hoher Widerstand gegen einwirkende Lasten resultiert. Bei einem möglichen späteren Rückbau sind die Schichten dennoch leicht trennbar und einfach zu recyclen – ganz anders als konventionelle Wandelemente, in denen verschiedene mineralische und organische Baustoffe durch Klebstoff verbunden sind.

Um eine möglichst hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Wärmedämmung zu erreichen, optimierten die Wissenschaftler die Porenverteilung und -struktur des Schaumbetons; eine zusätzliche Zugabe von Leichtzuschlägen, wie sie in Konstruktionsleichtbetonen eingesetzt werden, wurde ebenfalls in den Untersuchungen berücksichtigt. Der lufterhärtende Schaumbeton hat die Vorteile, dass er in jede beliebige Form eingebracht werden kann, somit ortsunabhängig herstellbar ist, dort aufschäumt und keine energieintensive „Autoklavierung“, also ein Erhärten bei hohem Druck und Temperatur benötigt.

„Unser Wandelement ist kostengünstig herstellbar und zeichnet sich durch sehr geringe Instandsetzungskosten und eine lange Nutzungsdauer aus“, bemerken die Wissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Middendorf und Dr. Alexander Wezel vom Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie der Universität Kassel. „Es hat hervorragende Wärmedämm-Eigenschaften und leistet in Kombination mit der vollständigen Recyclebarkeit einen deutlichen Beitrag zum Umweltschutz.“

Die multifunktionalen Sandwich-Elemente sind für das modulare Bauen mit Fertigbauteilen prädestiniert. Die Kasseler Wissenschaftler, zu denen auch das Team von Prof. Dr.-Ing. Ekkehard Fehling vom Fachgebiet Massivbau zählt, favorisieren den Einsatz zur Errichtung von Industriehallen und großen Wohnanlagen, aber auch zur Aufstockung von Bestandsgebäuden. Sie haben bereits Kontakte zur Industrie aufgebaut, um die Entwicklung zur Serienreife zu bringen. Ein Prototyp-Bau mit den Sandwich-Elementen in Form eines Pavillons ist für Langzeitmessungen auf dem Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz errichtet worden. Quelle: Universität Kassel / pgl

 

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CO2-Steuer kann Schub für Wärmewende bringen

15. мая 2019 - 7:38

Welche Veränderungen würde die CO2-Steuer im Heizungsmarkt bewirken?

Wenn der Ersatz eines alten Heizkessels ansteht, raten Heizungsbauer heute oft zu Öl oder Gas – verständlich, ist doch Wärme auf Basis erneuerbarer Energien häufig noch teurer als der Standard-Öl- oder Gaskessel. Eine CO2-Abgabe verschiebt dies: durch die Verteuerung von fossilen Brennstoffen fällt die Entscheidung viel häufiger zu Gunsten von erneuerbaren Energien. Wir haben 2008, in einer Zeit mit positiver Grundstimmung für erneuerbare Wärme, gesehen, dass hohe Ölpreise viele Leute von einer Heizung mit erneuerbaren Energien überzeugt haben. Wenn die CO2-Abgabe spürbar ausgestaltet ist und perspektivisch ansteigt wie im Schweizer Modell, dann erwarte ich einen deutlichen Schub für die Wärmewende im Heizungskeller. Übrigens sprechen wir lieber von einem „Klimasoli“ als von einer CO2-Steuer, denn unterm Strich sollen diejenigen belohnt werden, die klimafreundlich agieren.

Von welchen Effekten einer CO2-Abgabe gehen Sie bei Maßnahmen an der Gebäudehülle aus?

Vielfach wird schrittweise und pragmatisch saniert. Private Hauseigentümer machen dann selten eine genaue Wirtschaftlichkeitsanalyse. Der Kosteneffekt ist auf den ersten Blick nicht so unmittelbar. Trotzdem sind natürlich steigende Energiepreise ein deutliches Signal, sparsamer mit Energie umzugehen. Umso mehr, wenn Energieberater oder Architekten dazu kommen und eine systematische Sanierungsplanung machen, wird sich das beim Endkunden auswirken, der in die Gebäudehülle investieren will. Dazu kommt noch der indirekte Effekt, dass steigende Energiepreise auch im Ordnungsrecht wirksam werden. Dann wird nämlich ein effizienterer Gebäudestandard kostenoptimal. Die Schere zwischen der Wirtschaftlichkeit und dem, was aus Klimaschutzgründen erforderlich ist, würde sich weiter schließen.

Heißt das, eine C02-Steuer würde die Tür öffnen für eine weitere Verschärfung der EnEV?

Letztendlich ist es heute ja schon so, dass für bestimmte Gebäude schärfere Gebäudestandards kostenoptimal sind, als sie die geltende EnEV verlangt. Das würde sich verstärken, insbesondere dann, wenn die CO2-Steuer nicht nur auf Gas und Öl erhoben wird, sondern wenn mit dem zusätzlichen Steueraufkommen gleichzeitig die Stromsteuer abgesenkt wird, weil dann entsprechende Wärmepumpenlösungen besser abschneiden.

Welche Modelle für eine CO2-Steuer oder CO2-Abgabe werden im Moment diskutiert und was würden Sie favorisieren?

Zunächst wird ja neben einer CO2-Abgabe auch die Ausweitung des Emissionshandels auf Gebäude und Verkehrs diskutiert. Ich persönlich halte das für schwierig, da eine CO2-Steuer kurzfristiger umsetzbar ist und passgenauer auf die Vermeidungskosten im Gebäudebereich zugeschnitten werden kann.

Für die CO2-Abgabe gibt es eine ganze Reihe von Ausgestaltungsvarianten, die sich in der Abgaben-Höhe, der einbezogenen Energieträger und der Mittelverwendung unterscheiden. Wir haben 2016 einen Vorschlag erarbeitet, der mit rund 40 Euro pro Tonne CO2 startet und die Abgabe dann in planbaren Schritten erhöht, solange die Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Ich würde die Steuer aufkommensneutral gestalten und die Stromsteuer bzw. EEG-Umlage absenken, die Haushalte bzw. Unternehmen durch einen Klimabonus entlasten und einkommensschwache Haushalte durch ein Klimawohngeld und ein Förderprogramm zur Sanierung von Gebäuden in sozial schwierigen Lagen unterstützen. Die Absenkung der Mehrwertsteuer wäre eine gute Variante zum Klimabonus.

Ist bei einer Rückgabe nicht zu befürchten, dass dann an der „falschen“ Stelle ausgegeben wird?

Wenn man sagt: man gibt das eingenommene Geld nicht zurück, ist das Argument: das ist sozial ungerecht, der Staat will sich nur bereichern. Wenn man es zurück gibt, heißt es, dann fliegen die Leute nach Hawaii. Zunächst einmal wird Fliegen teurer, in unserem Konzept wird Kerosin besteuert. Damit wird Fliegen teurer. Im Schnitt ist das ganze System aufkommensneutral. Die, die klimafreundlich leben, profitieren. Wer hingegen mehr verbraucht als der Durchschnitt, muss eine höhere Abgabe bezahlen.

Sie sagen, die, die mehr verbrauchen müssen mehr bezahlen. Das würde die besonders treffen, die sich keine sanierten Wohnungen leisten können?

Nein, in unserem Konzept wird die Rückverteilung so ausgestaltet, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen von der Stromsteuer-Absenkung und dem Klimabonus profitieren. Es ist wichtig, dass es nicht zu einer Verschärfung der sozialen Folgen der Sanierung kommt. Modellrechnungen für Haushalte zeigen, dass im Schnitt geringverdienende Haushalte entlastet werden, da sie oft kleinere Wohnungen, aber recht hohe Stromrechnungen haben. Darüber hinaus schlagen wir vor, ein Klimawohngeld einzuführen, damit auch in Wohnungen für Einkommensschwächere energetische Sanierungen angereizt werden.

Sehen Sie auch Fallen bei einer CO2-Abgabe?

Ein Problem, das man lösen muss, ist das Mieter-Vermieter-Dilemma. Vielfach zahlen die Mieter die Energierechnung. Der Vermieter hat dann weniger Anreiz, eine Sanierung durchzuführen oder erneuerbare Energien einzusetzen, solange seine Wohnungen in gut vermietbaren Regionen liegen. Denkbar ist es, die CO2-Abgabe separat auszuweisen und auszuschließen, dass sie auf die Mieter umgelegt werden darf. Dann sollte man allerdings im Miet- und Förderrecht die Sanierungsförderung so ausgestalten, dass ein Anreiz beim Vermieter verbleibt.

Wären denn andere Programme zur Gebäudesanierung obsolet, wenn man die CO2-Steuer hat?

Die Erfahrung in anderen Ländern, die bereits eine CO2-Abgabe eingeführt haben, zeigt, dass es eine notwendige, aber keine hinreichende Maßnahme ist. Sie ist gewissermaßen der gut gedüngte Boden, auf dem die Pflanzen der Sanierung wachsen können. Wir müssen aber weiter auch mit Ordnungsrecht, Information und Förderprogrammen flankierend arbeiten.

Sie sind viel in Berlin unterwegs. Haben Sie den Eindruck, dass die CO2-Abgabe dort auf der Tagesordnung ist?

Die Vielzahl der Berichte und der Tagesordnungen in den Gremien zeigt, dass das so ist. Auch das Klimakabinett wird sich im Juli damit befassen. Ein wichtiger Grund: Zielverfehlungen im Gebäude- und Verkehrssektor werden zukünftig kosten, denn die Regierung müsste dann Zertifikate im Ausland kaufen. Das zeigt, dass man handeln muss, und das beginnt Berlin zu verstehen. pgl

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Energieautarkes Quartier erhält integrierte Steuerung

15. мая 2019 - 7:08

In dem Konzept werden die Gebäude sowie zehn geplante Ladestationen für Elektrofahrzeuge komplett CO2-frei mit Energie versorgt. In den Stromspeichern integrierte Industrie-PCs steuern die Energie- und Gebäudetechnik und sorgen für die zentrale Erfassung und Abrechnung aller Energieflüsse. Bauherr ist die Sani Immobilien AG aus Buochs. Die Wohnanlage mit insgesamt 26 Mietwohnungen verfügt über eine Wohnfläche von insgesamt 2700 qm, eine autofreie Begegnungszone mit Kinderspielplatz und einen Gemeinschaftsraum für die Mieter. Sie entsteht im schweizerischen Ort Buochs, entworfen wurde sie vom Buochser Architekturbüro Architektur 3. Der Spatenstich erfolgte Mitte Januar 2019,

Mit Hilfe des Systems können die Mieter sowohl Heizung und Lüftung als auch das Licht und weitere Funktionen ihrer Wohnung über eine zentrale, intuitiv bedienbare App bedienen. Beheizt wird das Quartier über eine Grundwasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 100 kW. Auch die  Hausverwaltung steuert alle Funktionen bis hin zur Erfassung der Energie- und Wasserströme über die ecocoach-Lösung. Der Stromverbrauch der Ladesäulen wird automatisch den jeweiligen Wohnungen zugerechnet. Die Speicher, das gesamte Energiemanagement und die intelligente Steuerung der Gebäudetechnik sind serienmäßig Teil des Systems.

Die vollständig autarke und CO2-freie Energieversorgung baut einerseits auf einer Photovoltaik-Gesamtleistung von 100 kWp auf. Das Energiemanagement maximiert den Solarstrom-Eigenverbrauch und speichert Strom-Überschüsse in fünf Speichern mit jeweils 65 kWh Kapazität. Sind die Speicherkapazitäten ausgeschöpft, wird der Strom eingespeist.

Mit diesen Komponenten decken die Häuser rund 50 Prozent ihres Strombedarfs. Den übrigen Strom liefert ein Wasserkraftwerk, dass unmittelbar an die Wohnbebauung angrenzt. Mit Hilfe von 70 Millionen Kubikmetern Wasser, dass jährlich durch die Turbine fließt – das entspricht 465 Millionen Badewannen – erzeugt es eine Jahresproduktion von 380 Megawattstunden Strom. Die Gesamtleistung des Kraftwerks genügt für rund 100 Haushalte, die CO2-Einsparung gegenüber einem Erdgaskraftwerk liegt bei 162 Tonnen pro Jahr. Der nicht unmittelbar vor Ort verbrauchte Strom wird ins Netz eingespeist.

Auch die Ladesäulen werden mit Strom aus Photovoltaik und Wasserkraft gespeist. Damit fahren die Anwohner der Häuser mit Elektroautos komplett CO2-frei. Die Brennstoffzelle mit einer Leistung von 10 kW bietet zusätzliche Versorgungssicherheit, wenn das Wasserkraftwerk ausfallen sollte und PV sowie Speicher nicht ausreichend Energie liefern können. Quelle: Ecocoach / pgl

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Effizienzhaus-Siedlung erfüllt Erwartungen

14. мая 2019 - 7:21

Mit einer durchschnittlichen Eigenversorgung von 53 Prozent, bezogen auf Haushaltsstrom, Warmwasser, Heizung und Kühlung, erreichte die Siedlung rund 80 Prozent der im Vorfeld berechneten Simulationswerte. Die Abweichung liegt an der Kühlung: „Lässt man außergewöhnliche Faktoren außen vor, wie zum Beispiel die Kühlung, die bei der Simulation der Anlagentechnik nicht berücksichtigt war, sind wir in etwa bei unserer errechneten Eigenversorgung von 70 Prozent“, so Steffen Mechter, Leiter Strategische Geschäftsentwicklung bei BayWa Baustoffe.

Ein Jahr Hügelshart zeige aber auch, wie immens wichtig das Nutzerverhalten und Energiemanagement sei. Die Siedlung in Hügelshart bei Augsburg gilt als Deutschlands erste, nach den Kriterien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Bau erstellte Effizienzhaus Plus-Siedlung: Die 13 Hauseinheiten, neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften, sind jeweils mit Klimadecken, einer Photovoltaikanlage, einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher sowie einem Batteriespeicher ausgestattet und sollen so mehr Energie erzeugen, als die Bewohner der Siedlung im Jahresdurchschnitt verbrauchen.

Den Mehrpreis für das Plus an Energie gibt der Bauträger mit zwischen 25.000 und 30.000 Euro pro Haus an, bei einer Nutzfläche von bis zu 148 Quadratmetern. Diese Mehrkosten amortisieren sich bei den Einfamilienhäusern nach zirka 15 Jahren durch eingesparte Energiekosten, bei den Doppelhaushälften dauert es etwas länger, da die Dachflächen kleiner sind. Die Baukosten lagen inklusive Haustechnik und ohne Grundstückskosten bei zirka 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Das Plus an Energie entsteht nicht nur eine möglichst große Reduktion des Verbrauchs, sondern durch Energieerzeugung vor Ort durch große Solaranlagen auf den Dächern. „Wir wollten nicht maximal dämmen und auch nicht zu viel Elektronik, sondern relativ enttechnisierte Häuser mit einfacher Bedienung“ erklärt Berhard Jakob, Geschäftsführer des Bauträgers Asset Bauen Wohnen GmbH bei der Einweihung das Konzept.

Gebaut wurde in Massivhausbauweise mit perlit-gefüllten Ziegeln. Die Dachkonstruktion kombiniert mineralische Zwischensparrendämmung und Aufdachdämmung. Die opaken Bauteile haben einen Wärmedurchlass von 0,12 bis 0,15 W/m2K, die Fenster bringen es auf 0,8 W/m2K.

Seit dem Bezug der Häuser, der sukzessive ab Mitte 2017 bis zum Jahreswechsel 2017/18 erfolgte, liegen nun Nutzungs- und Betriebsdaten für einen Zeitraum von rund einem Jahr vor: Insgesamt wurde im Durchschnitt 53 Prozent der erforderlichen Energie selbst erzeugt. Beim Startschuss war von einem Autarkiegrad von über 70 Prozent die Rede.

Bei der Auswertung fiel auf, dass das Verhalten der Bewohner deutlich größere Auswirkungen auf die Energiebilanz eines Gebäudes hat, als ursprünglich angenommen. „So lag der Haushaltsstrom um einiges höher, als die in der Simulation angesetzten 3.200 kWh/a. Zurückführen lässt sich dies zum Beispiel auf den extrem heißen Sommer im letzten Jahr, der die Bewohner veranlasste, vermehrt zu kühlen. Hier sollte über Anpassungen im Energiemanagement noch besser die Energie aus der Photovoltaikanlage genutzt werden können“, so Mechter mit Blick auf Optimierungsansätze für neue Projekte.

Die Auswertungen ließen aber auch Rückschlüsse zu, wie die Hausbewohner ohne Komforteinbußen allein durch bewussteres Verhalten die Eigenverbrauchswerte positiv beeinflussen könnten.

„Die vorliegenden Ergebnisse zeigen nicht zuletzt, dass der Ansatz, Standardkomponenten in der Haustechnik passend zu dimensionieren und klug zu kombinieren, absolut richtig war. Das gilt insbesondere für die verwendeten Photovoltaikkomponenten, ohne die – aus Energieperspektive – heutzutage eigentlich kein Haus mehr gebaut werden sollte“, erklärt Elke Dehlinger, Produktmanagerin bei der BayWa r.e. Die auf erneuerbare Energien spezialisierte BayWa Tochter war beim Projekt für die Anlagenkonzeption verantwortlich.

Neben Photovoltaikanlage und Batteriespeicher wurde in jeder Einheit eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Stiebel Eltron installiert, die in der Siedlung die elementaren haustechnischen Funktionen Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereiten übernimmt. „Die Versorgung der Luft-Wasser-Wärmepumpe durch die PV-Anlage beträgt im Schnitt 50 Prozent, davon deckt die Batterie 6 bis 7 Prozent ab. Somit musste die Wärmepumpe weniger als die Hälfte ihres Strombedarfs aus dem Netz beziehen“, erklärt Oliver Bast, Produktmanager von Stiebel Eltron.

Die BayWa r.e. wird die Daten für die Siedlung gemeinsam mit den beteiligten Projektpartnern auch in den kommenden zwei Jahren auswerten und das Projekt langfristig begleiten. Die Unternehmen versprechen sich daraus weitere wichtige Erkenntnisse für die Konzeption und Nutzung von Energieeffizienzhäusern Plus sowie für die stetige Verbesserung des Eigenverbrauchs und somit der Unabhängigkeit vom Energielieferanten. pgl

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Holzbauer schießen gegen Mauerziegelhersteller

13. мая 2019 - 8:50

Die Auseinandersetzung schwelt seit Ende 2018. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfired Kretschmann hatte eine Holzbauoffensive angekündigt. Die (DGfM) hatte postwend eine Klage angedroht. Er wirft der Landesregierung vor, Baden-Württemberg eine "Holzbau-Pflicht" zu verordnen. "Die Holzbau-Offensive werde rechtlich nicht überleben" positioniert sich der Verband offensiv.

„Mit der Androhung einer Klage gegen die Landesregierung zeigen die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), dass sie den Kern des Anliegens der Holzbau-Offensive gar nicht verstanden haben“, kontert Christoph Jost, Geschäftsführer proHolzBW. Holz speichere Kohlenstoff, Ziegel leisteten das nicht. Deshalb sei Holz das Mittel der Wahl, um die durch die Bauindustrie verursachten Emissionen spürbar zu senken und der Ziegel nicht.

Schon vor Ankündigung der Holzbau-Offensive hätten die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die DGfM falsche Informationen in Umlauf gebracht, so der Vorwurf von proHolzBW und habe die Gleichstellung des Baustoffes Holz in der Landesbauordnung verhindern wollen. "Paradebeispiel ist eine Auftragsstudie der DGfM, in der die ökologischen Vorteile von Holz gegenüber Mauerwerk durch abstruse Annahmen und Rechenspiele ins Gegenteil verkehrt wurden", argumentiert der Verband.  Obwohl sich in der Fachwelt Widerstand geregt habe, verwende die DGFM die Zahlen weiter in der Diskussion.

Kritik äußert der Holzverband unter an der Aussage, dass Holzgebäude im Schnitt 10 Prozent teurer seien als massive Gebäude. Es gebe in der Landesstatistik über die Bautätigkeit keine Daten, die einen derartigen Schluss zuließen, so proHolzBW. Dort seien lediglich veranschlagte Kosten aufgeführt, die zum einen nicht den tatsächlichen Baukosten entsprechen und zum anderen im Sinne der Bautätigkeitsstatistik auch die Kosten der Erdarbeiten, baukonstruktiver Einbauten und technischer Anlagen umfassen.

„In Anbetracht steigender Preise für CO2-Kompensationszertifikate und den fortschreitenden Diskussionen auf allen politischen Ebenen über die Einführung eines CO2-Preises, könnte die Frage nach der ökonomischsten Bauweise natürlich in absehbarer Zeit zu Gunsten des Holzbaus kippen“, sagt Jost. pgl

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Bauherren erhalten zu wenig Informationen zu Photovoltaik

13. мая 2019 - 7:27

In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland jeweils gut 100.000 Ein- und Zweifamilienhäuser neu gebaut. Es wurde nur bei 7 Prozent der Neubauten Photovoltaik direkt im Bauprozess installiert.

Das Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research hat im Rahmen der Studie „Endkundenbefragung Photovoltaik 2019“  887 deutsche Haus- und Wohnungsbesitzer befragt, die ihr Haus nach 2010 gebaut haben oder aktuell den Hausbau umsetzen. Kernpunkt dieser Untersuchung sind die Hintergründe und Motivationen von Bauherren bei der Entscheidung für oder gegen Photovoltaik.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass im Rahmen der Planungsphase ihres Hauses lediglich die Hälfte der Hausbesitzer zum Thema Photovoltaik angesprochen wurden. Hingegen gaben von der anderen Hälfte wiederum fast 60 Prozent an, dass sie die Ansprache begrüßt hätten, aber von niemandem bezüglich Photovoltaik informiert wurden. Der Wunsch nach Information bezieht sich dabei auf alle Gewerke. Insbesondere Architekten werden hierbei als wichtige Informationsquelle zu Photovoltaik angesehen.

Insgesamt legen die Studienergebnisse offen, welche falschen Einschätzungen und Annahmen bezüglich Photovoltaik die Bauherren prägen und wie groß der Informationsbedarf tatsächlich ist. Weitere Themen der Studie „Endkundenbefragung Photovoltaik 2019“ umfassen unter anderem, ob und zu welchem Zeitpunkt im Planungs- und Bauprozess die Hausbesitzer mit dem Thema Photovoltaik in Kontakt gekommen sind, wer dabei die Initiative ergriffen hat und wie der Bauherr beraten wurde. Quelle: EUPD Research / pgl

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Leitfaden erleichtert Heizungsplanung

11. мая 2019 - 7:33

Ein Heizungsfachbetrieb muss bei der Fülle von Normen und Richtlinien sowie bei der Vielfalt von Angeboten auf dem Heizungsmarkt stets den Überblick behalten, um seinem Kunden ein individuell konzipiertes Heizungssystem anzubieten, das den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht. Dies betrifft alle Bereiche: vom Wärmeerzeuger über die Wärmeverteilung bis zur Wärmeübergabe. Berücksichtigt werden müssen zudem Brand- und Schallschutz.

Die SHK-Berufsorganisation ZVSHK hat daher jetzt für das Gewerk Heizung relevante Regeln und Normen, Richtlinien und Verordnungen zusammengetragen und als Regelwerk für die Planung veröffentlicht. Der Nutzer erhält dadurch einen Wegweiser, welche Planungsvorgaben als allgemein anerkannte Regeln der Technik gelten.

Als erstes Ergebnis dieser Grundlagenarbeit ist das „Regelwerk Heizung Band 1: Planung“ mit einem Umfang von 117 Seiten fertiggestellt, das sich beim ZVSHK bestellen lässt. Das Regelwerk Heizung wird mit etlichen Hydraulik-Schemata ergänzt, die alle relevanten Normen und Richtlinien berücksichtigen. Eine entsprechende Übersicht ist derzeit noch in der Einspruchsphase. Die technischen Darstellungen zeigen eine beispielhafte und herstellerneutrale Umsetzung. Ziel ist, dass der Heizungsfachbetrieb unter Beachtung von Randbedingungen, die zu den Schaltbildern jeweils angegeben sind, eine regelwerkskonforme Planung erstellen kann. Die Bände  „Band 2: Ausführung“ sowie den „Band 3: Wartung“ sind derzeit noch in Arbeit. pgl

 

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Im Passivhaus ist Umluft für Dunstabzug sinnvoll

11. мая 2019 - 7:17

Oliver Kah und Kristin Bräunlich vom Passivhaus Institut bewerteten zusammen mit dem Institut für Technische Gebäudeausrichtung Dresden (ITG), dem Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) sowie der Firma Naber die unterschiedlichen Systeme von Dunstabzugshauben. Zudem untersuchten die Beteiligten die Wechselwirkung mit dem Gebäude. "Die Bauform der Dunstabzugshaube sowie deren Anordnung im Raum haben erheblichen Einfluss darauf, wieviel Wrasen erfasst wird und welcher Volumenstrom hierfür erforderlich ist", erklärt Kah. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zum Beispiel an der Wand montierte Dunstabzugshauben (Umluft und Abluft) im Vergleich zu Kochfeldabsaugungen schon mit deutlich geringeren Luftstufen eine vergleichbare Menge Wrasen erfassen. Als Wrasen wird auskondensierter Wasserdampf bezeichnet.

Bei Gebäuden mit sehr geringem Heizwärmebedarf wie Passivhäusern empfiehlt das Institut, Umluftsysteme einzubauen. Abluftsysteme könnten den Heizwärmebedarf von energieeffizienten Gebäuden deutlich erhöhen, zudem sind Umluftsysteme in der Regel einfacher zu integrieren. Die Untersuchungen zeigten zudem, dass gute Umluft-Dunstabzugssysteme in Kombination mit einer Wohnungslüftung nahezu vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich der Geruchsminderung erzielen wie Abluftsysteme. Im Unterschied zu Abluft-Dunstabzugshauben wird jedoch bei Umluftsystemen die Feuchtigkeit, die beim Kochen entsteht, nicht beseitigt. Für eine ausreichende Abfuhr der Feuchtigkeit wird daher in der Küche eine Grundlüftung empfohlen. Jedoch sei bei anderen energieeffizienten Gebäuden eine kontrollierte Lüftung ohnehin Bestandteil des Gebäudekonzepts und  für einen genügenden Grundluftwechsel gesorgt, erläutert Bräunlich. Hinsichtlich der Gesamtkosten unterscheiden sich die beiden Systeme Abluft und Umluft kaum: Während bei Umluft-Systemen jährliche Kosten für den Wechsel des Aktivkohlefilters anfallen, liegen Abluftsysteme bei den Installationskosten etwas höher und verursachen aufgrund der zusätzliche Lüftungswärmeverluste höhere Heizenergiekosten.

Wird dennoch eine Abluft-Dunstabzugshaube eingebaut, dann sollte beachtet werden, dass Lösungen für die Nachströmung vorgesehen werden. Die Öffnung für die Abluft beziehungsweise Nachströmung muss mit dichtschließenden Abschlüssen versehen werden, Rückschlagklappen sind meist nicht ausreichend. Bevorzugt seien Systeme, die mit moderaten Abluftvolumenströmen eine ausreichende Erfassung des Wrasens sicherstellen. In kleineren Wohnungen kann der zusätzliche Lüftungswärmeverlust sowohl den spezifischen, flächenbezogenen Heizwärmebedarf als auch die Heizlast erhöhen. Abluft-Dunstabzugssystemen sind laut dem Institut daher in Gebäuden mit überwiegend kleineren Wohneinheiten eher nicht zu empfehlen. Quelle: Passivhaus Institut / al

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Interpretation eines Smart-Home-Indikators erarbeitet

10. мая 2019 - 8:00

In der 2018 novellierten EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie wurde der Begriff „Smart Readiness Indicator“ (SRI) erstmals erwähnt und beschreibt wie smart, also intelligent, ein Gebäude sein kann. Der Indikator soll dabei bewerten, wie fähig das Gebäude ist, mit Nutzer und Netz zu interagieren sowie dessen Betrieb energieeffizient zu regeln. Hierzu hat die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine Grundlagenstudie beauftragt, um den EU-Prozess zur Ausgestaltung eines Smart Readiness Indicator aktiv mitzugestalten.

Der Ausbau einer effizienten Gebäudeautomation in Wohngebäuden gehört mit zur Digitalisierung. Hierzu stellt sich die Frage, wie der aktuelle und umsetzbare Grad der Intelligenz eines Wohnhauses bewertet werden kann. Solch ein Indikator könnte eine Orientierung bei der Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen geben. Damit der SRI Akzeptanz im Markt findet, müssen wesentliche Funktionsbereiche wie Heizung, Lüftung und Beleuchtung bis hin zum Energiemanagement kostengünstig erfasst, bewertet und vergleichbar gemacht werden. Aus diesem Grund wurde ein Gutachten beauftragt, dass untersuchte wie ein möglicher SRI ausgestaltet und implementiert werden kann. 

In der Grundlagenstudie, die von der EBZ Business School und dem Wuppertal Institut erstellt wurde, findet sich die erste Interpretation eines SRI, die alle relevanten Funktionsgruppen, wie Energieffizienz, Sicherheit, Unterhaltung oder Elektromobilität, sowie die benötigte Infrastruktur berücksichtigt, um diese „smart“ abzubilden. Dafür haben die Wissenschaftler eine Bewertungsmatrix entwickelt, für die unterschiedliche Applikationen definiert wurden. Ziel ist, innerhalb von zwei Stunden die Infraturktur und vorhandene Installationen und Kommunikationsmöglichkeiten der Wohnung oder des Gebäudes zu erfassen. 

Wie die Matrix praktisch angewendet wird, wird in der Studie anhand der Claudius-Höfe, einem modernen Quartier in der Innentstadt Bochums, und einer Wohnung aus dem Jahre 1957 geziegt. Bewertet wird bei Wohnung wie Gebäude die Interaktionsmöglichkeit im Hinblick auf Betrieb, Management und Monitoring, Interaktion mit den Bewohnern, Netzdienlichkeit sowie die Zusammenarbeit von Gebäudeautomation und technischer Gebäudeausstattung. 

Die Studie soll als Grundlage dienen, um den Vorschlag zu kommentieren und zu überarbeiten, das Marktpotential zu diskutieren, die SRI auf Zweckgebäude auszuweiten wie Gewerbe, Handel und Industrie. Wichtig sei zudem an der Umsetzungsstrategie und einem Roadmapping zu arbeiten. Quelle: HEA / al

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PV-Module in Gebäude, Fahrzeuge und Straßen integrieren

9. мая 2019 - 12:39

Auch Modulentwicklungen für die Integration in Fahrzeuge – Vehicle Integrated PV (VIPV) – werden zu sehen sein. Anwendungsformen sind hier zum Beispiel das Panoramadach für ein Auto oder das im LKW-Dach eingebaute Modul als Stromlieferant für Kühlung der transportierten Ware. "Der für die konsequente Umsetzung der Energiewende notwendige Zubau an Photovoltaik wird nicht allein auf Dächern und Freiflächen stattfinden", sagt Institutsleiter Dr. Andreas Bett. "PV-Module werden zunehmend auch in Gebäude, Fahrzeuge und Straßenbeläge sowie in aufgeständerten Anlagen über landwirtschaftlich genutzten Flächen integriert."   

Aus den Bereichen Solarzellenentwicklung und -produktionstechnologie zeigen die Freiburger Solarforscher an ihrem Stand monokristalline Solarzellen die im Modul wie Schindeln übereinandergelegt werden und dadurch flächensparend zu höheren Wirkungsgraden führen. Dieser Zelltypus eignet sich zum Beispiel für die Integration in Fahrzeuge. Zu sehen sind außerdem PERC-Solarzellen, hier wird Aluminiumfolie mittels Laserstrahlung mit dem Siliciumwafer verschweißt. Insbesondere PV-Module aus rückseitig passivierten PERC-Solarzellen können aber von der sogenannten Light and elevated Temperature Induced Degradation (Le-TID) betroffen sein. Im Gegensatz zur lichtinduzierten Degradation (LID) besteht bei diesen Modulen die Gefahr einer langsamen, jedoch massiven Leistungsdegradation, die auf sehr lange Sicht vollständig oder teilweise regenerieren kann. Das Fraunhofer ISE zeigt deshalb ein Prüfverfahren zur Untersuchung von LeTID-Effekten an PV-Modulen.

Das Thema Solar Forecasting veranschaulichen die Forscher mit einer Messstation, die an 40 Standorten in Baden-Württemberg im Einsatz sind. Damit werden im Minutentakt die Messungen erfasst und in Echtzeit an das Institut übermittelt. Kombiniert mit simulierten Leistungsdaten der PV-Anlagen sowie mit Solarstrahlungsdaten auf Basis von Satellitendaten erhält Transnet BW die solaren Einstrahlungsdaten und kann so die Solarstromeinspeisung für das Stromübertragungsnetz hochrechnen.

Zum Bereich der Leistungselektronik zählen leistungselektronische Schaltungen für Batteriespeichersysteme sowie Regelungstechnik für hohe Schaltfrequenzen. Gezeigt wird der Aufbau eines dreisträngigen, galvanisch nicht getrennten DC/DC-Wandlers (Batteriesteller) mit Siliciumkarbid-MOSFETs zur Anbindung einer Li-Ion-Hochvoltbatterie an den DC-Zwischenkreis eines Wechselrichters.

Schließlich zeigt das Institut einen Zentralwechselrichter mit modularem Aufbau, der im Leistungsbereich von 500 kW zum Einsatz kommt und ein parallele Schaltung ermöglicht. Batteriespeicher und -systeme werden auf dem Messestand außerdem  zu sehen sein, so zum Beispiel ein Batterie-Stack für stationäre Anwendungen, der auf einer wässrigen Zellchemie basiert und aus nachhaltigen Materialien gebaut ist. Quelle: Fraunhofer / al

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WKI stellt Recycling-Optionen für Holz vor

9. мая 2019 - 7:40

Die Ausstellungsstücke des Fraunhofer WKI auf der LIGNA 2019 zeigen wie Holz industriell genutzt werden kann, von Hybridmaterialien bis hin zur Wiederverwertung. Ziel der Forscher ist, mit ihren holzbasierten Leichtbaulösungen nachwachsende Rohstoffe nachhaltig nutzbar zu machen.

Ein Beispiel für Nachhaltigkeit sind Recyclingtechniken zur Rückgewinnung von Balsaholz und Kunststoffschaum aus Windkraft-Rotorblättern. Die Forscher zeigen, wie sich damit verbesserte Dämm- und Baustoffe herstellen lassen, etwa Dämmstoffmatten und extrudierte Fußbodendielen aus Wood-Polymer-Composites (WPC). Bereits bei der Demontage des Rotorblattes vor Ort werden die nutzbaren Bereiche mit dem Balsaholz abgetrennt. Auf diese Weise werden Rotorblätter nicht wie bisher verbrannt und Rohstoffe können für neue Produkte genutzt werden, die beispielsweise relevant für Windanlagenbetreiber, Recyclingbetriebe, WPC-Hersteller, Dämmstoffhersteller, Holzwerkstoffhersteller und die Verpackungsindustrie. 

Auf der Messe für die Forst- und Holzindustrie wird auch auf dem Stand des WKI anhand der Licht- und Fluoreszenzmikroskopie die Bandbreite unterschiedlicher Proben unter dem Mikroskop gezeigt. Ermittelt wird auf diese Weise beispielsweise die Qualität der Verklebung von Verbundwerkstoffen und analysieren Faserstoffe und Holzschäume. Außerdem nehmen sie Schadensanalysen unter anderem an Verklebungen und Beschichtungen vor und erforschen historische Materialien. Quelle: WKI / al

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Nachfrage nach Energieausweisen steigt

8. мая 2019 - 12:30

Der Steckbrief soll potenzielle Mieter über die energetischen Kennwerte des Gebäudes informieren – und zeigen, mit welchen Energiekosten sie rechnen müssen. Wie viele Energieausweise in diesen Wochen genau auslaufen, dazu hat die zuständige Deutsche Energie-Agentur (Dena) keine Zahlen. Doch zahlreiche Energieberater vermelden bereits eine höhere Nachfrage, erklärt der Bundesverband der Energieberater (GIH).

Wer einen neuen Ausweis braucht, sollte wissen, dass Ausweis nicht gleich Ausweis ist. Es gibt es zwei verschiedene Arten mit jeweils eigenen Kriterien und unterschiedlicher Aussagekraft. Der sogenannte Bedarfsausweis liefert lediglich den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes. Ein Fachmann berechnet diesen Bedarf anhand der Bausubstanz und Anlagentechnik – entsprechend aufwändig ist die Erstellung. Mit dem Ergebnis sollen Bewohner einschätzen können, wie viel Energie für Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Warmwasser bei durchschnittlicher Nutzung anfällt. Dem sogenannten Verbrauchsausweis liegt hingegen der tatsächliche Verbrauch eines Hauses zugrunde. Für die Berechnung wird der durchschnittliche Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre herangezogen, etwa anhand der Heizkostenabrechnungen. Bei beiden Arten ist die Aussagekraft umstritten.

Verbrauchsausweis nicht schlechter als Bedarfsausweis

Tatsächlich kam bereits im Jahr 2011 eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zu einem ernüchternden Ergebnis: In einem Stichprobentest stellten lediglich 29 Prozent der geprüften Bedarfsausweise den Energiebedarf annähernd zutreffend dar. Bei Verbrauchsausweisen waren es immerhin gut zwei Drittel, die innerhalb der zulässigen Toleranz von fünf Prozent lagen. Die Studie widersprach damit auch der damals vorherrschenden Auffassung, dass der Verbrauchsausweis deutlich schlechter sei als der Bedarfsausweis.

Bis heute zweifeln Verbraucherschützer, Energieberater und Immobilienbranche gleichermaßen an der Aussagekraft der Ausweise. "Die Angaben in den Energieausweisen können von den Mietern nicht gewertet werden", heißt es etwa vom Verband der Wohnungseigentümer Haus&Grund. Vor allem sei oft nicht erkennbar, welche Heizkosten dem Mieter entstehen. So sei der individuelle Verbrauch in einer Wohnung entscheidend abhängig von der Lage innerhalb des Gebäudes – ob Nord- oder Südseite, innen oder außen. Zudem kritisiert der Verband die Gebäudenutzfläche als Bezugsgröße für die Berechnung. Diese ist nämlich nicht identisch mit der Wohnfläche.

Den Energieberatern ist vor allem der Verbrauchsausweis ein Dorn im Auge. Mittlerweile bieten nämlich zahlreiche Online-Plattformen die Erstellung innerhalb weniger Minuten und schon ab 20 Euro an – zulasten der Qualität, behauptet der GIH. Die Internetanbieter würden oft keine Begehung vor Ort machen, stattdessen vertrauen sie bei Angaben etwa zur Dämmstärke den Eigentümern. Deshalb seien Verbrauchsausweise sachlich oft falsch. "Mit diesen Dumping-Preisen können die meisten Energieberaterbüros nicht mithalten", heißt es vom GIH. In der Regel müssen Auftraggeber mit Kosten von gut 100 Euro für einen Verbrauchs- und von bis zu 500 Euro für einen Bedarfsausweis rechnen.

Energieberater fordern mehr Kontrollen

Den Energieausweis dürfen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) nur Personen mit besonderen Aus- oder Weiterbildungen sowie Berufspraxis ausstellen – also Ingenieure, Architekten oder Handwerker. Beim Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA), der KfW-Bankengruppe oder der Dena finden Eigentümer eine Liste mit unabhängigen Fachleuten. Es fehlt jedoch ein amtliches Zertifikat der Zulassung. Daher müssen sich Auftraggeber auf die Aussage des Ausstellers verlassen. Wer Energieausweise ohne Berechtigung ausstellt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro bestraft werden kann.

Die Energieberater kritisieren hier seit Jahren mangelnde Kontrollen. Da für Baurecht die einzelnen Länder zuständig sind, obliegt auch ihnen die Überprüfung. Einzelne Bundesländer sind aber personell schlecht aufgestellt, wie eine aktuelle Arbeit des GIH zeigt. Die EnEV-Kontrollstelle in Mecklenburg-Vorpommern ist demnach nur mit einer Fünftel-Personalstelle ausgestattet, in Baden-Württemberg sei nur ein Bruchteil der Ausweise überprüft worden. Zudem beklagen die Energieberater, dass sich Immobilienverkäufer und -vermieter häufig nicht an ihre gesetzliche Pflicht zur Vorlage halten würden.

Die Immobilienbranche widerspricht: "Die Vorlage eines Energieausweises ist für unsere Unternehmen ein geübtes Standardprozedere", sagt Ingrid Vogler, Leiterin Energie und Technik beim Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). "Allerdings stellen wir in Gesprächen mit unseren Wohnungsunternehmen immer wieder fest, dass so gut wie kein Mietinteressent am vorgelegten oder übergebenen Energieausweis interessiert ist."

Die GdW-Mitglieder stehen, was die Sanierungsquote angeht, vergleichsweise gut da. Seit 1990 wurden dem Verband zufolge bereits rund 69 Prozent der Wohnungen von Verbandsmitgliedern energetisch saniert – mehr als die Hälfte davon komplett, also inklusive Wärmedämmung. Der GdW repräsentiert immerhin 30 Prozent des deutschen Mietwohnungsbestandes. Besonders hoch ist der Modernisierungsgrad demnach in den neuen Bundesländern. Hier ist bereits mehr als die Hälfte der Gebäude vollständig energetisch saniert, ein weiteres Drittel immerhin teilsaniert. Die alten Länder hinken jedoch hinterher. Hier ist nur rund jede vierte Wohnung energetisch vollsaniert, gut ein weiteres Viertel immerhin teilmodernisiert.

Über den gesamten Wohnungsbestand hinweg dürfte der Sanierungsgrad geringer sein, wie eine Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Demnach wechselten zwischen den Jahren 2007 und 2013 jedes Jahr zwar fast 250 000 Wohnungen der Baujahre 1949 bis 1971 den Besitzer. Davon wurden anschließend aber nur rund 13,5 Prozent saniert. Bei Gebäuden, die in den Achtzigern und Neunzigern errichtet worden sind, ist die Modernisierungsquote nochmals deutlich geringer gewesen. Hier könnten Energieausweise durchaus Hinweise auf einen vergleichsweise hohen Energiebedarf geben.

Die Wahl zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis haben Eigentümer übrigens nur, wenn ihr Haus nach 1977 errichtet oder seitdem energetisch saniert worden ist, beziehungsweise mehr als vier Wohneinheiten hat. Der Grund für das Größenlimit ist einfach: In kleineren Gebäuden beeinflusst das individuelle Heizverhalten den Gesamtenergieverbrauch deutlich stärker als in Anlagen mit vielen Wohneinheiten. Wird ein Haus neu gebaut, enthält es vier oder weniger Wohneinheiten oder wurde vor dem Jahr 1977 gebaut und seither nicht energetisch saniert muss zwangsläufig ein Bedarfsausweis her. von Laurin Meyer

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Einheitliche Deklaration für Schadstoffe fehlt

8. мая 2019 - 7:39

Um eine Qualität der Innenraumluft, die den Mindestanforderungen entspricht, anstreben zu können, benötigen Planer zuverlässige Angaben zu den Emissionen aus allen verwendeten Bauprodukten. Damit Angaben zwischen verschiedenen Produkten vergleichbar sind, sollten sie auf demselben Prüfverfahren basieren. War es bisher nicht möglich, Informationen zum Umwelt- und Gesundheitsschutz mit der CE-Kennzeichnung abzudecken, sind inzwischen mehrere Prüfverfahren für Emissionen aus Bauprodukten als Europäische Technische Spezifikation (CEN/TS) und ein erstes als Europäische Norm (EN) erschienen. Sie  können in Europäischen Normen für Bauprodukte oder in Europäischen Technischen Bewertungen für Bauprodukte Anwendung finden.

Für die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aus Bauprodukten in die Innenraumluft gibt es seit Ende 2013 eine Prüfmethode DIN CEN/TS 16516, die inzwischen in eine Europäische Norm DIN EN 16516 überführt wurde. Diese Prüfmethode dient dazu, verbindliche VOC-Prüfungen in den Mitgliedstaaten der EU zu vereinheitlichen und Angaben zu VOC-Emissionen im Kontext der CE-Kennzeichnung zu ermöglichen. Sie eignet sich zum Nachweis von freiwilligen Kriterien beispielsweise in Umweltzeichen oder zu neutralen Angaben zum Emissionsverhalten bei Umweltdeklarationen (EPDs).

Einige Prüflabore sind anerkannt

Für dieses Verfahren hat die Europäische Kommission im Jahr 2016 einige Prüflabore anerkannt, die nach EU-Kriterien den Status einer notifizierten Stelle für Prüfungen nach CEN/TS 16516/ EN 16516 bekommen haben. Diese Prüflabore können alle Bauprodukthersteller beauftragen, die europäisch anerkannte Prüfergebnisse für ihr Produkt benötigen.

Noch fehlt aber die Festlegung eines einheitlichen Deklarationsformats für die Angaben zu VOC-Emissionen in der CE-Kennzeichnung der Bauprodukte und in der dazugehörigen Leistungserklärung. Die EU Kommission prüft derzeit, ob sie Klassen zur Deklaration der VOC-Emissionen festlegen wird. Falls sie keine festlegt, können Bauprodukthersteller Angaben zu den gemessenen Einzelstoffen als deklarierte Werte machen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt Herstellern von Bauprodukten, die VOC freisetzen, die DIN EN 16516 in ihren Produktspezifikationen umzusetzen. Seit diesem Jahr sind Angaben zu VOC in der CE-Kennzeichnung auf der Grundlage von Normungsaufträgen der Europäischen Kommission für eine Reihe von Bauprodukten verpflichtend.

Planer brauchen Informationen zum Auslaugverhalten

Um sicherzustellen, dass Schadstoffauslaugung aus Bauwerken die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Umweltqualitätsziele nicht gefährdet, benötigen Planer zudem Informationen zum Auslaugverhalten von Bauprodukten. Bisher sind Informationen über die in Bauprodukten enthaltenen gefährlichen Stoffe und ihre Freisetzung nur selten verfügbar. Dies liegt zum einen Teil daran, dass geeignete, allgemein anerkannte Prüfmethoden erst seit relativ kurzer Zeit vorhanden sind zum anderen Teil daran, dass verbindliche Informationspflichten bis heute fehlen.

Einer der wichtigsten Voraussetzungen, um zuverlässige und vergleichbare Informationen zur Auslaugung von gefährlichen Stoffen aus Bauprodukten verfügbar zu machen, liegt seit Ende 2014 vor. Die Prüfmethode DIN CEN/TS 16637-2 gilt für alle monolithischen, plattenartigen und bahnenartigen Bauprodukte. Ein für körnige Bauprodukte geeignetes Verfahren ist im Dezember 2016 als CEN/TS 16637-3 erschienen. 

Angaben zum Auslaugverhalten in der CE-Kennzeichnung werden erst verpflichtend, wenn die benötigte Methode als EN vorliegt. Bis dahin empfiehlt das Umweltbundesamt, die Oberflächenauslaugprüfung und den Säulentest freiwillig zu nutzen. Insbesondere bei EPDs wären nach CEN/TS 16637-2 oder nach CEN/TS 16637-3 deklarierte Werte zur Freisetzung der für das Produkt relevanten gefährlichen Stoffe eine wichtige und wertvolle Ergänzung.  Quelle: UBA / al

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