SolarServer

SolarServer

  • Das Internetportal zur Sonnenenergie

Newsfeed

SolarServer Feed abonnieren
Das Internetportal für erneuerbare Energien
Aktualisiert: vor 54 Minuten 29 Sekunden

Mitnetz Strom: Automatisierte Netzanschluss-Prüfung für erneuerbare Energien

9. Juli 2020 - 14:25

Mitnetz Strom erleichtert den Ausbau der erneuerbaren Energien im Netzgebiet. Der Netzbetreiber hat eine automatisierte Netzanschluss-Prüfung in Echtzeit eingeführt. Sie vereinfacht Stromerzeugern aus erneuerbaren Energien den Zugang zum Stromnetz. Diesen ist es möglich, online abzufragen, wo sie die gewünschte Leistung anschließen können. Sie erhalten sofort eine Rückmeldung. Zusätzlich ist ein Gesamtüberblick über freie Kapazitäten für Netzanschlüsse im Netzgebiet verfügbar. Hier hat das Unternehmen aktuell bundesweit nach eigenen Angaben ein Alleinstellungsmerkmal.

Die Nutzung des neuen Angebots ist denkbar unkompliziert. Es ist rund um die Uhr kostenlos abrufbar. Die Anlagenbetreiber müssen auf der Internetseite des Unternehmens lediglich ihre Einspeiseadresse oder alternativ den Einspeiseort und die gewünschte Einspeiseleistung angeben und schon kann es nach wenigen Klicks losgehen. Sie erhalten im Anschluss umgehend eine Information, ob und wo die angeforderte Einspeiseleistung angeschlossen werden kann.

Mitnetz Strom gehört zu den ersten Verteilnetzbetreibern in Deutschland, die einen solchen Kundenservice flächendeckend für das gesamte Netzgebiet in Echtzeit anbieten. Er richtet sich an alle Betreiber, die den Bau einer Erzeugungsanlage für erneuerbare Energien mit mehr als 135 Kilowatt planen. Die neue digitale Dienstleistung, die das Unternehmen gemeinsam mit Kunden selbst entwickelt hat, leistet einen wichtigen Beitrag, um die reibungslose Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien im Netzgebiet sicherzustellen. Die Zahl der Anlagen ist hier seit Beginn der Energiewende auf rund 48.000 gestiegen.

„Mit unserer Neuentwicklung treiben wir die Digitalisierung unserer Netzprozesse weiter voran. Die Automatisierung vereinfacht die Netzanschluss-Prüfung deutlich. Die Anlagenbetreiber müssen nicht wie im Bundesdurchschnitt üblich fünf bis zehn Wochen auf eine Auskunft warten, sondern erhalten in Sekundenschnelle eine Rückmeldung. Dies ist ein deutlicher Fortschritt, von dem Anlagenbetreiber und Netzbetreiber gleichermaßen profitieren“, freut sich Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der Mitnetz Strom.

Die automatisierte Netzanschluss-Prüfung von Mitnetz Strom ist unter dem nebenstehenden Link zu finden.

9.7.2020 | Quelle: Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Handwerkermangel in der Photovoltaik: sonnen kooperiert mit Installion

9. Juli 2020 - 13:49

Der digitale B2B Marktplatz, Installion, vermittelt Installateure an Auftraggeber von Photovoltaik-Anlagen und hat bereits ein Projektvolumen von über 1 Million Euro realisiert. Wartezeiten und die Suche nach den richtigen Handwerkern lässt den Ausbau von PV-Anlagen viel zu oft scheitern. Hier übernimmt Installion die Arbeit, hebt den durch den Handwerkermangel in der Photovoltaik verursachten Montageengpass auf und garantiert den Bau der Photovoltaik-Anlage. Für das Unternehmen ist der bundesweite Installationsbedarf einsehbar – worauf basierend sich nun punktiert Installationsbetriebe gründen, um die lückenlose Abdeckung von Fachkräften sicherzustellen.

“In der heutigen Zeit sind Handwerker derart Mangelware, sodass wir alles daran setzen müssen, dass sie ihren Job bestmöglich und störungsfrei verrichten können”, argumentiert Gründer Florian Meyer-Delpho.

„Kurzerhand bauen wir seit Frühjahr 2020 Installationsbetriebe speziell dort auf, wo akuter Handwerkermangel in der Photovoltaik herrscht. Diese werden dann mit unserem bestehenden Netzwerk ergänzt. Mit Installion sind wir in einer ganz besonderen Situation, da wir die Daten aus tausenden Transaktionen zwischen Auftraggebern und den Installateuren auswerten können, welche wir bisher vermitteln konnten. So tragen wir dazu bei, Verfügbarkeit von Fachkräften vor Ort transparenter zu gestalten”, erklärt Till Pirnay.

Verwaltungsaufwand abnehmen

Wie das gehen soll in einem Markt, der leergefegt zu sein scheint, begründen die Unternehmer mit ihrem Netzwerk und attraktiven Arbeitsbedingungen. “Zugegeben, die Fachkräfte zu bekommen ist ein größeres Problem”, räumt Claus Wohlgemuth ein. “Aber wir können durch attraktive Aufträge Installateure für unsere Betriebe gewinnen und durch die effizienten Abläufe kann eine Fachkraft bis zu 50 % mehr an tatsächlicher Montageleistung erbringen. Verwaltungs- und sonstige Aufwände übernehmen wir.”

Dieses Vorhaben weckt bei zahlreichen Unternehmen Interesse, denn der Handwerkermangel in der Photovoltaik betrifft gerade auch Branchen mit hohem Wachstum. Christoph Ostermann, CEO und Gründer von sonnen, erklärt was ihn an den Leistungen der Kooperation mit Installion in der Praxis überzeugt hat: “Wir möchten mit unseren lokalen Partnern professionell zusammenarbeiten und sehen Installion als perfekte Plattform um unsere Partner mit zusätzlichen Leistungen zu unterstützen und ihnen so ein größeres Wachstum zu ermöglichen. Durch die stark ansteigende Nachfrage nach Batteriespeichern sind wir sehr an Lösungen interessiert, mit denen wir die Installationszahlen weiter erhöhen können. Installion bietet uns dafür die perfekte Lösung und konnte beweisen, dass man dem knappen Handwerkermarkt mit guten Argumenten erfolgreich entgegenwirken kann.”

9.7.2020 | Quelle: Installion | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Sonneneinstrahlung in Deutschland im Juni 2020

9. Juli 2020 - 13:13

Die mittlere Sonneneinstrahlung in Deutschland im Juni 2020 erreichte einen Wert von 163 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Im Mittel des Zeitraums von 1981 bis 2010 waren es 159 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Auffällig ist jedoch, dass die Bandbreite von Minimum zu Maximum dieses Jahr sehr viel größer als im langjährigen Mittel ausfiel.

Auch regional ergaben sich deutliche Abweichungen. Denn die höchsten Werte mit bis zu 189 Kilowattstunden pro Quadratmeter hat der Deutsche Wetterdienst an den Küsten Schleswig-Holsteins, dem gesamten Ostseebereich bis hinunter nach Berlin gemessen. Hier lag die Sonneneinstrahlung in Deutschland im Juni 2020 höher als in Süddeutschland, wo normalerweise die Sonne stärker scheint. Besonders wenig Sonneneinstrahlung bekamen im Juni 2020 besonders Regionen in den süddeutschen Mittelgebirgen und den Alpen ab. So waren ist im Südschwarzwald nur etwa 135 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Photovoltaik: speedCIGS verbessert Weltrekord von CIGS-Solarzellen

9. Juli 2020 - 12:49

Seit Ende 2016 arbeitet unter der Leitung von Johannes Windeln von der Wilhelm Büchner Hochschule (WBH) ein Forschungsverbund aus namhaften Partnern aus Industrie und wissenschaftlichen Instituten in Deutschland an dem vom BMWi geförderten Forschungsprojekt speedCIGS. Bereits im September 2019 erzielte das Projekt einen Wirkungsgrad der CIGS-Solarzellen von 23,3 Prozent – und damit laut WBH einen Weltrekord für die CIGS-Technologie. Diesen Wirkungsgrad konnten die Forschenden im Frühjahr 2020 noch einmal deutlich erhöhen: auf nun 24,3 Prozent, was einem neuerlichen technischen Weltrekord entspricht.

Die Photovoltaikanlagen der Zukunft sind schlank und effizient

Bei dem Forschungsprojekt geht es um innovative Solarzellen der Photovoltaik. „Aber nicht um die Silizium-basierten Solarzellen, wie sie üblicherweise auf unseren Dächern zu finden sind“, erklärt Windeln, „sondern um eine besondere Form der Dünnschichtsolarzellen. Diese kommen mit nur einem Prozent des Materials aus und benötigen im Vergleich nur etwa ein Zehntel der Energie bei der Herstellung.“ Trotzdem liefern diese CIGS-Solarzellen, die aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen bestehen, bei gleicher Sonnenbestrahlung etwa die gleiche Menge an elektrischer Energie wie die Si-Solarzellen. Auch der Herstellungspreis der CIGS-Solarzellen ist in etwa vergleichbar mit dem der herkömmlichen Solarzellen, allerdings sind die weltweiten Fertigungskapazitäten aktuell noch deutlich unter denen der Si-Solarzellen.

speedCIGS: Höherer Wirkungsgrad und schnellere Fertigung

Thema des Forschungsprojekts ist die Optimierung von speziellen Prozessparametern, die einerseits den Wirkungsgrad von CIGS-Solarzellen erhöhen können, zum anderen die Herstellungskosten weiter senken würden. In diesem Forschungsprojekt wird eine ganze Reihe von Prozessparametern adressiert, wie beispielsweise eine schnellere Fertigungsvariante, Reduzierung von Fehlstellen und Optimierung der Dotierung von Alkalielementen, die erheblichen Einfluss auf den Wirkungsgrad der Solarzellen haben.

Besondere Herausforderung: „Tandemzellen“ für die CIGS-Solarzellen

Alle bisher üblichen Solarzellen bestehen aus einer einzigen Photovoltaik-Sensorschicht, die ausschließlich die gelbe Farbe des Sonnenlichtspektrums für die Erzeugung von elektrischem Strom nutzt. „Die bisher nicht berücksichtigten anderen Farben bedeuten jedoch noch ein erhebliches Potential zur Steigerung des Wirkungsgrades von Solarzellen“, so Windeln. „Der blaue Spektralbereich ist beispielsweise besonders energiereich. Für die Energiegewinnung aus einer zweiten Farbe muss ein zusätzlicher Sensor auf den bisherigen Sensor gebaut werden, den wir Tandem nennen.“ Die Herausforderung dabei: Der obere Sensor muss für gelbes Licht transparent sein, damit der untere Sensor nicht weniger (gelbes) Licht von der Sonne erhält. Dies stellt hohe materialwissenschaftliche Anforderungen an die einzelnen Schichten des Sensors, die alle im Bereich der Nanotechnologie anzusiedeln sind.

Namhafte Projektpartner mit dezidierten Teilbereichen

Deswegen haben sich die verschiedenen Projektpartner zusammengeschlossen, um alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erforschung der Materialien und die Entwicklung der Prozesse sicherzustellen: Wilhelm Büchner Hochschule (Leitung des Projekts und computergestützte Simulation von materialwissenschaftlichen Fragestellungen wie theoretische Vorhersage von Materialeigenschaften von noch nicht synthetisierten Halbleitern), Universität Paderborn (direkter Partner der WBH für theoretische Materialwissenschaften mit erheblichen Kapazitäten bei den dafür erforderlichen Großcomputern), Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, HZB (Synthese der aus der Theorie abgeleiteten Halbleiter und Herstellung von Photovoltaik-Zellen im Labormaßstab), Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, ZSW (Pilotanlage für die Herstellung von Tandemzellen in industrienaher Größenordnung), Universität Jena (Analytik von Solarzellen im Maßstab der Nanotechnologie), TU Berlin (spezielle Sputter-Fertigungstechniken), NICE Solar Energy GmbH (industrielle Herstellung von Solaranlagen), Materion GmbH (Industriepartner zur Beratung von sogenannten Targets).

Erneute Erhöhung der Rekordmarke in Planung

Im Laufe des speedCIGS-Forschungsprojekts haben die Forschenden bereits mehrere Prototypen der besagten Tandemzelle hergestellt. Sie haben eine Reihe von Innovationen eingeführt, die dann sukzessive zu einer Erhöhung des Wirkungsgrades geführt haben. Das ermöglichte 2019 die Bekanntgabe des ersten technischen Weltrekords von 23,3 Prozent. Diesen konnte speedCIGS im Frühjahr 2020 mit 24,3 Prozent noch einmal erhöhen. „Da noch weitere gute Ideen zur Weiterentwicklung auf dem Tisch liegen, gehen wir davon aus, dass bis Ende 2020 noch eine erneute Verbesserung der Rekordmarke durch das speedCIGS-Projekt zu erwarten ist“, ergänzt Windeln.

9.7.2020 | Quelle: WBH | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Mobile Photovoltaik-Arbeitsplattform für große Solarmodule

9. Juli 2020 - 11:57

Die SMB Solar Multiboard GmbH hat ihre mobile Photovoltaik-Arbeitsplattform an die Größen moderner Photovoltaik-Module angepasst. Die beiden rutschfesten, 40 Zentimeter breiten Aluminiumplatten des Unternehmens aus Nörvenich bei Köln sind ab sofort sechs Zentimeter länger. Zusätzlich bietet SMB für seine Kunden aus aller Welt ab sofort eine 2,04-Meter-Sondergröße für die Wartung, Reparatur und Reinigung besonders langer Solarmodule an.

Solaranlagen sicher warten, reinigen und reparieren

Wie die Vorgängerboards lassen sich auch die neuen Modelle SMB 1080/400, SMB 1780/400 und SMB 2040/400 einfach und bequem mit gummibeschichteten Laschen in die Zwischenräume von Solarmodulen mit Rahmen stecken. Monteure, Dachdecker und Reinigungskräfte können auf den rutschfesten Platten sicher stehen und Solaranlagen mit bis zu 40 Grad Neigung warten, reinigen und reparieren. Die mobile Photovoltaik-Arbeitsplattform wiegt lediglich sechs, zehn bzw. zwölf Kilogramm. Weil sie das Gewicht der Monteure gleichmäßig auf dem Modulrahmen und den Unterkonstruktionen verteilen, vermeiden sie punktuelle Belastungen und Modulschäden. 

Steigende Nachfrage aus aller Welt

„PV-Module werden immer größer. Mit unserer neuen Serie haben wir auf die steigende Kundennachfrage reagiert“, erklärt SMB-Geschäftsführer Sven Heidbüchel. Sein 2013 gegründetes Unternehmen wächst stetig und bedient seit 2019 auch den asiatischen und den arabischen Markt. Darunter befinden sich Länder wie Ägypten, Dubai und Jordanien. 

Seit 2018 kooperiert SMB mit der Jurchen Technology GmbH, die die Boards für die Wartung von PV-Freiflächenanlagen im In- und Ausland einsetzt. Dazu Heidbüchel: „Monteure in aller Welt nutzen unsere patentierten Plattformen.“

9.7.2020 | Quelle: SMB Solar Multiboard | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik: Energiegenossenschaften fordern separate Ausschreibungen

9. Juli 2020 - 11:36

Die Stimmung bei den Energiegenossenschaften hat sich in den letzten Monaten weiter eingetrübt. Das ist das Ergebnis der aktuellen Jahresumfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV) unter den Energiegenossenschaften. Über 80 Prozent sind in der Stromerzeugung aus Solaranlagen aktiv. Solarenergie bleibt damit zwar das Kerngeschäft, doch für das kommende Jahr plant nur noch etwa die Hälfte der Energiegenossenschaften neue Solarstromprojekte.

„Die schlechten Zukunftsaussichten verdeutlichen, dass die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen eine bürgernahe Energiewende behindern. Die dringend benötigte Akzeptanz in der Bevölkerung wird damit nicht erreicht“, sagt Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV.

Besonders hemmend wirken die Ausschreibungen für Wind- und Solarenergie. Bei den bisherigen Ausschreibungsrunden für Solarstromanlagen mit einer Leistung über 750 kW sind Energiegenossenschaften de facto ausgeschlossen. Von den 751 Zuschlägen in den Ausschreibungsrunden seit dem 1. April 2015 haben Energiegenossenschaften lediglich drei Zuschläge erhalten. Die Aussicht auf Erfolg in einer Ausschreibung ist so gering, dass im gleichen Zeitraum unter den insgesamt 2.468 Geboten lediglich 18 Energiegenossenschaften zu finden sind.

„Wenn sich daran etwas ändern soll, dann muss das Ausschreibungsdesign grundlegend überarbeitet werden. Wir haben nichts gegen Wettbewerb, aber es sollten faire Bedingungen für alle Teilnehmer herrschen. Eine Lösung wären separate Ausschreibungen für kleine und große Marktakteure“, so Ott weiter.

Die 843 Energiegenossenschaften haben 200.000 Mitglieder. Sie haben insgesamt 2,9 Mrd. Euro in Erneuerbare Energien investiert und im Jahr 2019 rund 8,31 TWh sauberen Strom produziert. Damit wurden 3,39 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente im Strombereich vermieden.

Weitere statistische Daten der DGRV-Jahresumfrage sind unter dem nebenstehenden Link zu finden.

9.7.2020 | Quelle: DGRV | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik-Markt USA: Sunrun erwirbt Vivint Solar

8. Juli 2020 - 14:44

Sunrun, ein US-amerikanischer Anbieter von Solar-, Batteriespeicher- und Energiedienstleistungen für Privathaushalte, hat bekannt gegeben, seinen Konkurrenten Vivint Solar, zu übernehmen. Sunrun erwirbt Vivint Solar im Rahmen einer All-Stock-Transaktion. Danach wird jede Stammaktie von Vivint Solar gegen 0,55 Sunrun-Stammaktien getauscht. Die Akquisition von Vivint Solar wird voraussichtlich im vierten Quartal 2020 abgeschlossen sein. Der Verwaltungsrat von Sunrun wird um zwei Verwaltungsratsmitglieder erweitert. Einer von denen wird voraussichtlich der CEO von Vivint Solar, David Bywater, sein.

„Die Amerikaner wollen saubere Energie. Vivint Solar fügt einen wichtigen und qualitativ hochwertigen Vertriebskanal hinzu, der es unserem kombinierten Unternehmen ermöglicht, mehr Haushalte zu erreichen und das Bewusstsein für die Vorteile von Solarenergie und Batterien für Privathaushalte zu schärfen “, sagt Lynn Jurich, Chief Executive Officer und Mitbegründerin von Sunrun.

David Bywater, Vorstandsvorsitzender von Vivint Solar, fügte hinzu: „Vivint Solar und Sunrun haben seit langem das gemeinsame Ziel, Hausbesitzern saubere und erschwingliche Energie zu bieten. Durch die Zusammenarbeit mit Sunrun können wir eine breitere Kundengruppe erreichen und das Tempo der Einführung sauberer Energie und der Netzmodernisierung beschleunigen. Wir glauben, dass diese Transaktion einen Mehrwert für unsere Kunden, unsere Aktionäre und unsere Partner schaffen wird. “

Strategische Begründung

Solarenergie in Wohngebieten hat heute in den USA nur eine Durchdringung von 3 % erreicht. Umfragen zufolge befürworten jedoch fast 9 von 10 Menschen in den USA eine Ausweitung der Nutzung von Solarenergie. Die Akquisition von Vivint Solar erweitert die Sunrun-Plattform um einen ergänzenden Direktvertriebskanal, der die Reichweite in einem wachsenden Markt erhöht. Die dreizehnjährige Erfahrung von Sunrun hat gezeigt, dass die Erfahrung von vertrauenswürdigen Verkaufsberatern wichtig ist, um Kunden über die Vorzüge der Solarenergie aufzuklären. Die hochqualifizierten Außendienstexperten von Vivint Solar werden ein wichtiger Bestandteil der kombinierten Plattform sein. Sunrun bietet Photovoltaik-Anlagen sowohl im Leasing-Modell als auch im Verkauf an die Hausbesitzer an.

Sunrun erwartet Kostensynergien von 90 Millionen US-Dollar pro Jahr. Das betrifft die gesamte Kostenbasis, einschließlich der Konsolidierung und Optimierung der Niederlassung, der Reduzierung redundanter Ausgaben für Technologiesysteme, der Skalierung der proprietären Racking-Technologie sowie der Verbesserung der Beschaffungsmöglichkeiten in den Lieferketten. Es gibt auch Möglichkeiten, Skaleneffekte aus gemeinsamen Unternehmensfunktionen wie Buchhaltung, Personalwesen, Recht und Politik zu realisieren.

Eine niedrigere Kostenstruktur in größerem Maßstab kann mehr Märkte öffnen und niedrigere Preise für Kunden ermöglichen. Sunrun will das Angebot an fortschrittlichen Lösungen wie virtuellen Kraftwerken und anderer Energiedienstleistungsprogramme für mehr Kunden in mehr Märkten beschleunigen.

8.7.2020 | Quelle: Sunrun | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Batterieforschung: Defektbildung an Silizium-Elektroden verstehen

8. Juli 2020 - 13:54

Silizium-basierte Anoden können in Lithium-Ionen-Akkus prinzipiell neunmal so viel Ladung speichern wie der üblicherweise verwendete Graphit, bei gleichem Gewicht und gleicher Größe. Das Problem für die Batterieforschung: Schon nach kurzem Batterie-Gebrauch bilden sich in der Silizium-Anode Risse oder Teile des Materials wandeln sich gar in ein Pulver um. Ein internationales Team um die Forscher des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung (IEK-9) Chunguang Chen und Peter Notten hat nun Vorschläge unterbreitet, wie sich die Stabilität der Silizium-Anoden möglicherweise verbessern lässt – ein Ergebnis vielfältiger Untersuchungen mit einer Kombination aus vier innovativen Methoden.

Die Untersuchungen zeichnen ein detailreiches Bild vom Ablauf beim Ladevorgang. Lithiumionen aus dem flüssigen Elektrolyten wandern zur atomar glatten Oberfläche des Silizium-Kristalls. Dort entstehen nacheinander zwei Schichten einer sogenannten Festkörper-Elektrolyt-Grenzfläche (SEI-Schicht). Die erste „innere“ SEI-Schicht, besteht hauptsächlich aus Lithiumfluorid und anderen anorganischen Lithiumverbindungen. Die „äußere“ zweite SEI-Schicht ist weicher und enthält hauptsächlich organische, also kohlenstoffhaltige Lithiumverbindungen. Zeitgleich zur Bildung der äußeren SEI-Schicht wandern Lithium-Ionen in den Silizium-Kristall unterhalb der SEI ein: Dort entsteht eine amorphe, also nicht-kristalline Lithium-Silizium-Legierung.

Risse und andere Defekte an der Grenzfläche

„Bemerkenswert ist, dass sich die SEI nicht überall einheitlich – homogen – ausbildet, sondern dass es vor allem in der äußeren SEI-Schicht dickere und dünnere Bereiche sowie Bereiche mit stark unterschiedlicher Lithiumionen-Beweglichkeit gibt“, erläutert Chunguang Chen. Das hat gravierende Folgen: Auch die Lithium-Silizium-Legierung unter der SEI bildet sich trotz des ursprünglich perfekten Silizium-Kristalls nicht homogen aus. Es entstehen direkt beim ersten Ladevorgang Bereiche mit unterschiedlich hohem Lithium-Anteil sowie Risse und andere Defekte an der Grenze zwischen amorpher Legierung und Kristall.

„Bei weiteren Lade-Entlade-Vorgängen erweisen sich diese Defekte als Ausgangspunkte für eine Verformung der gesamten Anode“, sagt Peter Notten. Denn beim damit verbundenen zyklischen Ein- und Ausbau der Lithiumionen dehnt sich die amorphe Legierungsschicht um bis zu 300 Prozent aus und schrumpft dann wieder. Diese Volumenänderung setzt den Siliziumkristall darunter unter Spannung. Dieser Spannung gibt der Kristall dann bevorzugt an den Defekten nach.

„Will man die strukturelle Stabilität der Anode beim zyklischen Laden und Entladen der Batterie erhöhen, muss man bereits die Entstehung der Defekte unterdrücken, die beim ersten Ladevorgang entstehen“, folgert Chen. Erfolgversprechender Ansatzpunkt für die Batterieforschung sei es, für eine möglichst homogene Ausbildung der inneren SEI zu sorgen.

8.7.2020 | Quelle: Forschungszentrum Jülich | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Neue Polysilizium-Informationsplattform im Netz

8. Juli 2020 - 13:18

Polysiliziumindustrie-Experte Bernreuter Research stellt eine neue, umfassende Polysilizium-Informationsplattform auf seiner frisch renovierten Website zur Verfügung. “Wir wollen jedem, der am Polysilizium-, Solar- oder Halbleiter-Markt interessiert ist, leicht zugängliche, nützliche Informationen von hoher Qualität bieten. Das ist genau das, wofür wir als Anbieter von in die Tiefe gehenden Polysilizium-Marktreports stehen”, sagt Johannes Bernreuter, Gründer und Kopf von Bernreuter Research.

Die international ausgerichtete, englischsprachige Website zeichnet sich aus durch Hintergrundinformation und eine Rangliste zu den weltweit zehn größten Polysiliziumherstellern, eine Einschätzung von Produktionsverfahren, eine detaillierte Marktanalyse sowie aktuellen Trend, Prognose und Geschichte des Polysiliziumpreises. Sie wirft auch Licht auf die solare Wertschöpfungskette und gibt einen Ausblick auf den Photovoltaikmarkt 2020.

Der Newsroom enthält mehr als 150 Nachrichten über Anbieter, Markttrends und technologische Innovationen in der Polysilizium- und Waferproduktion. Allesamt ausgewählt, eingeordnet und verfasst von Bernreuter Research. Die Nachrichten können anhand von fast 100 Stichwörtern durchsucht werden. Darüber hinaus umfasst eine Sammlung von PDF-Artikeln interessante Medienberichte, Bekanntmachungen des chinesischen Handelsministeriums zu Polysilizium-Einfuhrzöllen und Gerichtsentscheidungen über Polysilizium-Vertragsstreitigkeiten.

Nutzer sind dazu eingeladen, auf der Polysilizium-Informationsplattform in den vorgesehenen Feldern zu kommentieren. “Wir schätzen jegliche konstruktive Rückmeldung”, sagt Bernreuter.

8.7.2020 | Quelle: Bernreuter Research | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik-Markt in Österreich 2019: Zubauplus von 33 Prozent

8. Juli 2020 - 13:03

Der heute präsentierte Bericht „Innovative Energietechnologien: Marktentwicklung 2019“ des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) bestätigt, was Experten bereits vermutet hatten. Der Photovoltaik-Markt in Österreich 2019 zeigte ein deutliches Photovoltaik-Zubauplus. In Summe wurden in Österreich vergangenes Jahr 247 Megawatt Sonnenstrom zugebaut (2018: 186 Megawatt) – das entspricht einem Plus von knapp 33 Prozent. Insgesamt ist somit eine Leistung von 1,7 Gigawatt installiert, womit die Photovoltaik knapp 3 Prozent des Stromanteils deckt. Bis 2030 muss sich das Ausbautempo deutlich steigern – alle drei Minuten muss demnach eine Anlage ans Netz kommen, um die von der Photovoltaik erwarteten 11 Gigawatt bis 2030 zu installieren.

Anstrengungen in Bundesländern und Gemeinden gefordert

Während laut Bericht zum Photovoltaik-Markt in Österreich 2019 fast alle Bundesländer ein deutliches Ausbauplus aufweisen, ist die Stagnation sowie der teilweise Rückgang in Salzburg, der Steiermark und Tirol sehr verwunderlich. „Der Handlungsauftrag geht ganz klar an die Politik auf Landesebene, denn wichtige Instrumente zur Erreichung der politischen, von allen Parteien mitgetragenen, Ziele zur heimischen, erneuerbaren Stromproduktion liegen in den Händen der Bundesländer und der Gemeinden“, mahnt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA) ein.

Solarthermie rückläufig Grafik: BMK, Quelle: AEE IntecSolarthermie-Markt in Österreich

Zwischen dem Jahr 2002 und 2009 stiegen die Verkaufszahlen der Solarthermie in Österreich rasant und erreichten im Jahr 2009 mit einer installierten Kollektorleistung von 255 MW den historischen Höhepunkt. Nach der Phase des massiven Wachstums bis zum Jahr 2009 ist der Inlandsmarkt in Österreich nun seit einer Dekade rückläufig. Diese Entwicklung ist nicht nur in Österreich, sondern bis auf wenige Ausnahmen auch in den meisten europäischen Ländern ähnlich. Auch im Jahr 2019 verzeichnete der österreichische Inlandsmarkt im Vergleich zum Jahr 2018 wieder einen Rückgang um 8 Prozent.

Die komplette Marktstatistik für die erneuerbaren Energien in Österreich im Jahr 2019 ist unter dem nebenstehenden Link zu finden.

8.7.2020 | Quelle: PVA | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik-Solarparks in den USA: hep erwirbt Mehrheitsbeteiligung

8. Juli 2020 - 12:26

ReNew Petra erwirbt Solarprojekte, die sich bereits in fortgeschrittenen Planungsstadien oder kurz vor Baureife befinden und vollendet und baut diese. Mit rund 40 Mitarbeitenden hat das Unternehmen seit 2016 Photovoltaik-Solarparks in den USA mit einer Leistung von über 100 Megawatt entwickelt und gebaut.

Durch die Mehrheitsbeteiligung erhält hep Zugriff auf die Kernkompetenz des US-Unternehmens: Den Bau von Photovoltaik-Solarparks. Aktuell hält ReNew Petra Baulizenzen in 14 US-amerikanischen Staaten. Auch die Wartung von sich im Betrieb befindenden Parks gehört zum Portfolio des mittelständischen Unternehmens aus North Carolina.

Bereits im Juli 2019 hatte hep eine strategische Partnerschaft mit ReNew Petra geschlossen. Diese Partnerschaft will das Unternehmen durch die Übernahme der Anteile stärken und konsequent weiterführen. Dies ermöglicht es hep in den nächsten drei Jahren, in lukrative Photovoltaik-Solarparks in den USA in Höhe von 300 MW zu investieren.

Mehrheitsbeteiligung für umfassende Gestaltungsmöglichkeiten

„Mit der Beteiligung setzen wir ein klares Zeichen, dass wir zukünftig noch stärker auf dem US-amerikanischen Solarmarkt aktiv sein werden. Dieser ist schließlich der zweitgrößte Solarmarkt weltweit“, sagt Christian Hamann, Mitbegründer und CEO von hep.

Durch die nun erworbene Mehrheitsbeteiligung erhält der baden-württembergische Experte für Solarparks und Solarinvestments umfassende Gestaltungsmöglichkeiten. Neben drei Aufsichtsratssitzen nimmt hep operativen Einfluss in den Bereichen Projektentwicklung, Bau und Betrieb von Solarparks. „Unsere Teams aus den Bereichen EPC und O&M sind bereits im Austausch mit den neuen Kollegen von ReNew Petra. Zukünftig werdne wir diese Zusammenarbeit intensivieren. Wir werden die Qualitätssicherung vom Hauptsitz in Baden-Württemberg übernehmen“, erklärt Alexander Zhou, Senior Vice President North America.

Aktuelle Investitionsmodelle für deutsche Investoren

Zugriff auf die Projektentwicklung in den USA und somit auch auf die ReNew Petra Projekte hat auch der aktuelle Projektentwicklungsfonds von hep. Zu dem Zeitpunkt, zu dem der Fonds einsteigt, liegt bereits eine positive Machbarkeitsstudie vor. Nach Erhalt aller Genehmigungen und nach der Regelung von Netzeinspeisung und Stromabnahme jedoch vor Beginn der Landaufbereitung und anschließendem Bau des Photovoltaik-Solarparks in den USA wird bereits verkauft.

Projekte, die den Status der Baureife erlangen, erwirbt mittelbar der Publikums-AIF „HEP – Solar Portfolio 1 GmbH & Co. geschlossene Investment KG“. Zum jetzigen Zeitpunkt investiert die Beteiligung mittelbar in vier US-Projekte, die ReNew Petra entwickelt hat und gegenwärtig baut.

8.7.2020 | Quelle: hep | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Q.ANTUM Photovoltaik-Technologie: Q CELLS investiert in F&E-Zentrum

8. Juli 2020 - 11:50

Die Hanwha Q CELLS GmbH, ein Komplettanbieter von Energielösungen in den Bereichen Photovoltaik, Speicher, Solarkraftwerke und Stromverträge investiert in den kommenden drei Jahren in Deutschland rund 125 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung an seinem Hauptquartier für Innovation, Technologie und Qualität in Thalheim bei Bitterfeld-Wolfen. Q CELLS will mehr als 20 Millionen Euro in neue Anlagen und Maschinen investieren – davon alleine 10 Millionen Euro in den kommenden zwölf Monaten. Die neue Ausstattung dient der Entwicklung und Kommerzialisierung der nächsten Generation von Solarzellen und -modulen auf Basis der Q.ANTUM Photovoltaik-Technologie des Unternehmens. Die Neu-Entwicklungen sollen die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Photovoltaik-Technologie deutlich steigern. Indem die Stromgestehungskosten und damit die Kosten des Sonnenstroms pro kWh sinken, wird die Solarenergie so noch wettbewerbsfähiger und attraktiver.

Daniel (JW) Jeong, Global CTO bei Q CELLS mit Sitz am Standort in Thalheim kommentiert: „Q CELLS ist stolz auf seine reiche Geschichte an prägenden Innovationen in der Solartechnologie. Mit den jetzt beschlossenen Investitionen legen wir die Grundlage für die nächste bahnbrechende Innovation, die Q CELLS in Deutschland entwickeln und für die weltweiten Solarmärkte kommerzialisieren wird.“

Langfristiges Signal trotz Corona-Krise

Das Unternehmen entwickelt seine Solarprodukte seit jeher in Deutschland, wo das Unternehmen in Thalheim und Berlin über 550 Mitarbeiter beschäftigt. Darunter erforschen und entwickeln über 200 Ingenieurinnen und Ingenieure in der Forschung und Entwicklung sowie im Qualitätsmanagement neue Photovoltaik-Technologien und Solarlösungen. Dass Q CELLS die aktuelle Investitionsentscheidung ausgerechnet inmitten der Turbulenzen in der Corona-Krise verkündet, soll ein deutliches Signal für die langfristige Ausrichtung des Unternehmens als Anbieter von sauberen Energielösungen auf Basis führender Solartechnologie sein.

Dazu CTO Jeong: „Q CELLS richtet seine unternehmerischen Entscheidungen immer am langfristigen Erfolg aus. Die Photovoltaik-Technologie wird die wesentliche Säule der Energiewende in Deutschland, Europa und in der ganzen Welt sein – nicht nur als direkter Stromlieferant, sondern auch als Lieferant der sauberen Energie für die grüne Wasserstoffwirtschaft. Deswegen setzen wir gerade in der Krise auf strategische Investitionen, welche die Solartechnologie im Wiederaufbau nach Corona und im Wettbewerb mit fossilen Energieträgern weiter nach vorn bringen werden.“

Patente schützen langfristige Investitionen in Innovation

Bereits im vergangenen Jahr 2019 investierte Q CELLS in neue Maschinen für seine Q.ANTUM Photovoltaik-Technologie. Mit der aktuellen Investitionsoffensive unterstreicht das Unternehmen auch seinen Standpunkt, dass die technologischen Errungenschaften langfristiger Investitionen in Innovation durch Patente geschützt bleiben müssen.

„Q CELLS fördert und stellt sich dem fairen Wettbewerb um die innovativste Photovoltaiktechnologie. Dafür investiert unser Unternehmen alleine am Standort in Deutschland mit seinen über 200 hoch qualifizierten technologisch orientierten Arbeitsplätzen rund 35 Mio. Euro jährlich. Dies können wir nur aufrechterhalten im Vertrauen, dass unsere Technologien nicht einfach straflos kopiert werden können, sondern patentierte Technologie auch rechtlich effektiv geschützt wird“, sagt Jeong.

„Vor diesem Hintergrund begrüßen wir das jüngste Urteil des Landgerichts Düsseldorf, das unserer Klage auf Patentverletzung stattgegeben und festgestellt hat, dass die JinkoSolar GmbH, die REC Solar EMEA GmbH und die LONGi Solar Technologie GmbH unsere patentierte Technologie unrechtmäßig in bestimmten Solarprodukten der jeweiligen Marke verwendet haben. Diese Bestätigung stärkt unser Vertrauen, dass wir unsere kontinuierlichen Investitionen in die Forschung und Entwicklung aufrechterhalten können und auch künftig die technologische Messlatte immer höher legen können. Schlussendlich kann die Photovoltaiktechnologie im Wettbewerb mit den fossilen Energien nur bestehen, wenn die Solarindustrie sie in einem fairen Wettbewerb immer besser und somit für den Endverbraucher zugänglicher und günstiger macht.“

8.7.2020 | Quelle: Q CELLS | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Ecosia: Beteiligung am Photovoltaik-Solarpark Rottenbach von Naturstrom

7. Juli 2020 - 14:37

Der an der bayerisch-thüringischen Landesgrenze gelegene Photovoltaik-Solarpark Rottenbach ist mit gut 13 MW Leistung das bislang größte Solarprojekt des Öko-Energieversorgers Naturstrom AG. Ein Teil des erzeugten Stroms wird zudem ohne EEG-Förderung direkt an die eigenen Kundinnen und Kunden geliefert. Nun kommt das nächste Kapitel in der Geschichte des Projektes hinzu. Die Ecosia GmbH, das Unternehmen hinter der gleichnamigen ökologischen Internet-Suchmaschine, wird Teil der Betreibergesellschaft des Parks. Mit der Beteiligung am Photovoltaik-Solarpark Rottenbach vergrößert das Unternehmen sein Investment in die Ökostromerzeugung deutlich. Ecosia will so einen Beitrag zum schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien leisten. Zudem übernimmt es Verantwortung für den Stop des Klimawandels auch jenseits der eigenen Geschäftsaktivitäten.

Die Beteiligung am Photovoltaik-Solarpark Rottenbach ist das bisher größte Solarstrom-Engagement von Ecosia. So trägt das Unternehmen nicht nur über die Baumpflanzungen, die aus den Werbeeinnahmen der ökologischen Suchmaschine finanziert werden, zum Klimaschutz bei.

Wolfgang Oels, COO von Ecosia, erläutert: „Vor uns liegt die größte wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation in der Geschichte der Menschheit. Für Pioniere können da bloße ‚Klimaneutralität‘ und nur ‚100 Prozent Erneuerbare Energie‘ nicht genug sein. Seit 2018 produzieren unsere eigenen Solaranlagen so viel Strom, dass wir auch den Ökostrombedarf unserer Zulieferer abdecken. Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, gemeinsam mit Naturstrom über die bisherigen 100 Prozent hinaus zu gehen und doppelt so viel erneuerbaren Strom erzeugen, wie unsere Lieferkette eigentlich benötigt. Jede Suche auf Ecosia unterstützt die Energiewende in Deutschland. Wir hoffen, andere Pioniere zu inspirieren, auch über 100 Prozent hinauszugehen.” Rechnerisch erzeugt Ecosia mit der Beteiligung am Photovoltaik-Solarpark Rottenbach nun 200 Prozent des für den Betrieb der ökologischen Suchmaschine nötigen Strombedarfs aus eigenen Anlagen.

7.7.2020 | Quelle: Naturstrom | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Verbraucherzentrale NRW: Preisindex für Photovoltaik-Anlagen

7. Juli 2020 - 14:06

Solarstrom vom eigenen Dach bedeutet ein Stück Unabhängigkeit und macht das Wohnen klimafreundlicher. Auch finanziell kann er sich weiterhin lohnen. Denn der sogenannte Förderdeckel ist aufgehoben worden, so dass weiterhin Geld fließt für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde. Doch was kostet eine Photovoltaik-Anlage überhaupt? Mit einem aktualisierten Preisindex für Photovoltaik-Anlagen gibt die Verbraucherzentrale NRW Orientierung. So können Verbraucher die Summe einordnen, die ein Handwerksbetrieb veranschlagt – denn die Preisspanne zwischen unterschiedlichen Angeboten ist sehr breit. Deshalb sollten Verbraucher auch immer mehrere Angebote einholen.

Worauf dabei sonst noch zu achten ist, hat die Verbraucherzentrale NRW zusammengetragen: 
  • Keine Lösung von der Stange: Standardpakete passen nicht auf jedes Dach, jede Anlage muss individuell geplant werden. Ohne Vor-Ort-Termin ist das kaum seriös möglich. Denn bauliche Gegebenheiten und Schattenwürfe spielen genauso eine Rolle wie das Profil des Stromverbrauchs eines Haushalts. Nur mit diesen Informationen können Module, Wechselrichter und gegebenenfalls ein Batteriespeicher optimal geplant werden.
  • Groß ist wirtschaftlich: Wer finanziellen Spielraum hat, sollte die Dachfläche möglichst voll ausnutzen. Je größer eine Anlage ist, desto wirtschaftlicher ist sie letzten Endes, denn die doppelte Leistung ist nicht doppelt so teuer. So kosten vier Kilowatt im Schnitt 7.600 Euro, acht Kilowatt aber nicht 15.200, sondern nur 13.040 Euro. Auch hier hilft der Preisindex für Photovoltaik-Anlagen der Verbraucherzentrale bei der Einordnung.
  • Kompetenter Betrieb: Der beauftragte Betrieb sollte Fachkenntnis und Erfahrung in Sachen Photovoltaik nachweisen können. Das geht zum Beispiel mit Zertifikaten zu Aus- und Weiterbildungen oder regelmäßigen Schulungen bei Herstellern. Hilfreich ist es auch, wenn andere Kunden Auskunft über ihre Erfahrungen geben. Ideal ist ein Betrieb aus der Nähe. Das bedeutet meist kürzere Reaktionszeiten und weniger Aufwand bei Reklamationen, Reparaturen und ähnlichem.
  • Ausführliches Angebot: Das Angebot sollte alle Bauteile und Arbeitsschritte enthalten, die für Montage und Anschluss erforderlich sind. Auch alle Fristen und ein verbindlicher Termin, zu dem die Anlage ans Netz geht, gehören hinein. Zahlungen sollten immer erst vorgesehen sein, nachdem der Handwerksbetrieb die entsprechenden Lieferungen und Leistungen erbracht hat. Verbraucher sollten sich jedes Angebot in Ruhe erläutern und Lücken schließen lassen, bevor sie einen Auftrag erteilen.
  • Passkontrolle: Mit dem Photovoltaik-Anlagenpass und dem Photovoltaik-Speicherpass von Bundesverband Solarwirtschaft und Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke dokumentieren Handwerksbetriebe, dass sie alles nach dem Stand der Technik geplant und installiert haben. Auch, dass Anlage und Speicher bei Übergabe korrekt funktioniert haben, wird dokumentiert. Für Batteriespeicher ist zudem die Einhaltung des Sicherheitsleitfadens Li-Ionen-Hausspeicher empfehlenswert.

Der Preisindex für Photovoltaik-Anlagen von der Verbraucherzentrale NRW ist unter dem nebenstehenden Link zu finden.

7.7.2020 | Quelle: Verbraucherzentrale NRW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Crowdinvesting-Kampagne für Smart Solar Street von Solmove

7. Juli 2020 - 13:38

Mit den smarten Solarmodulen, die man auf die Straßenoberfläche aufbringt, kann man nicht nur auf Straßen, Radwegen, Parkplätzen und anderen versiegelten Flächen Solarstrom erzeugen, sondern es lassen sich auch weitere intelligente Funktionen für die Verkehrsinfrastruktur von morgen umsetzen. So sollen könnte man zukünftig Elektromobile induktiv mit Strom aufladen, was der Verbreitung der Elektromobilität einen enormen Schub verleihen würde. Die aktuelle Crowdinvesting-Kampagne von Solmove dient dazu, die Produktentwicklung der Smart Solar Street bis zur Marktreife voranzutreiben sowie den Aufbau einer Produktion in Deutschland vorzubereiten. Bereits zwei Tage nach Start hat die Kampagne die Fundingschwelle von 25.000 Euro überschritten. Die Kampagne hat eine Laufzeit von insgesamt 90 Tagen.

Die Integration von smarter Funktionalität in Straßen hat laut einer aktuellen Studie von IDTechEx von 2018 ein weltweites Marktpotential, das sich in den nächsten 10 Jahren auf bis zu 18 Mrd. US-Dollar jährlich entwickeln wird. Die Studie erwähnt dabei rund 100 aktuelle Smart City-Projekte, die sich auf smarten Straßenbelag beziehen. Solmove ist einer der Lösungsanbieter in diesem Bereich. Denn die Smart Solar Street des Berliner Unternehmens bietet eine innovative und nachhaltige Lösung zur Erzeugung von Solarenergie auf versiegelten horizontalen Verkehrsflächen wie Straßen, Radwegen oder Parkplätzen. Alleine in Deutschland eignen sich ca. 1.400 Quadratkilometer horizontale Flächen für Solarstraßen. Mit deren Strom ließen sich etwa 20 Millionen E-Fahrzeuge mit Strom versorgen. Vorhandene Verkehrsflächen können so doppelt genutzt werden – nicht nur als Verkehrsweg, sondern auch für die Energiegewinnung. Dadurch lässt sich der Flächenverbrauch zur Erzeugung erneuerbarer Energie in der Natur verringern und die Akzeptanz steigern.

Smart Solar Streets für die Verkehrsinfrastruktur von morgen

Die Technologie der Smart Solar Street stößt international auf großes Interesse und wurde in den letzten Jahren bereits in drei Pilotanlagen in Köln und Gelsenkirchen getestet. Dabei konnten Kinderkrankheiten festgestellt und beseitigt werden. Die mit weiterentwickelten Modulen ausgestatteten Teststrecken auf dem Gelände einer Zeche in Gelsenkirchen sowie in Köln auf dem Betriebsgelände der RheinEnergie laufen seit Monaten fehlerfrei und liefern Strom.

Um die Technologie der Smart Solar Streets aber vom handgefertigten Einzelstück zu einem marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln und eine Serienproduktion in Deutschland aufbauen zu können, benötigt Solmove weitere finanzielle Unterstützung. Deshalb hat sich das Berliner Startup zu einer Crowdinvesting-Kampagne entschlossen. Crowdinvesting bezeichnet eine in Deutschland noch relativ junge Form der Schwarmfinanzierung. Im Gegensatz zum Crowdfunding handelt es sich bei den eingesammelten Beträgen nicht um Spenden, sondern um Vermögensanlagen. Beim Crowdinvesting investieren Privatanleger in ein Unternehmen und erhalten im Gegenzug Anteile oder eine attraktive Verzinsung. Ziel der Solmove-Kampagne ist eine Summe von 250.000 Euro. Die Kampagne soll das Eigenkapital beschaffen, mit dem weitere Förderprojekte vom Bund ermöglicht werden.

Crowdinvestoren können sich mit Beträgen zwischen 100 und 25.000 Euro an der oben beschriebenen Finanzierung der Produktentwicklung und am Aufbau der Produktion beteiligen. Sie werden zu Darlehensgebern oder Anteilsinhabern der Solmove GmbH. Damit profitieren sie wie bei einem Gesellschafteranteil von der Wertsteigerung des Unternehmens. Die Beteiligung erfolgt über die CrowdInvesting-Plattform FunderNation. Zur Crowdinvesting-Kampagne von Solmove führt der nebenstehenden Link.

7.7.2020 | Quelle: Solmove | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

E-Mobilität: Abrechnungschaos an Ladestationen muss enden

7. Juli 2020 - 13:13

In Deutschland gibt es derzeit knapp 300 Tarife für Autostrom. Konkret bedeutet das, dass Fahrer*innen von Elektrofahrzeugen eine Vielzahl von Identifizierungs- und Zahlungsmittel benötigen, sofern sie das Geschäftsgebiet des regionalen Anbieters verlassen. Das macht die Ladeinfrastruktur unübersichtlich und führt zu einem Abrechnungschaos an Ladestationen. Die Bundesnetzagentur hat nun ein Konsultationsverfahren eingeleitet, um die Netzzugangsbedingungen für Autostrom zu verbessern. Marktteilnehmer und Verbände können sich bis zum 22. Juli 2020 äußern. „Die Abrechnungswege öffentlicher Ladestationen sind undurchsichtig. Das ist nicht nur verbraucherunfreundlich, sondern erschwert auch die Verwaltung von Fahrten mit E-Autos im Fuhrparkmanagement. Das Thema ist lange nicht wirklich aufgefallen, weil es einfach zu wenige E-Fahrzeuge gab. Wir begrüßen, dass die Bundesnetzagentur es nun endlich angeht, denn das ist nicht der einzige, aber einer der Gründe, warum Unternehmen, bei Elektrofahrzeugen zurückhaltend sind“, sagt Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement (BVF).

Der BVF freut sich über die Initiative der Bundesnetzagentur. Es wird mehr als Zeit, dass sich an dem aktuellen Geschehen etwas ändert, die Abrechnung muss dringend über einen Provider funktionieren. Denn Hauptproblem ist derzeit nicht der Preis, sondern der administrative Aufwand. Mit der Harmonisierung würde eine große Hürde für Unternehmen beseitigt, den Anteil an E-Fahrzeugen in ihren Flotten zu erhöhen. Damit würde gleichzeitig ein wichtiger Hebel beim Umstieg zu neuen Technologien aktiviert, denn Unternehmen sind mit mehr als 60 Prozent aller Neuzulassungen die wichtigsten Autoeinkäufer.

Ladesäulen von lokalen Stromanbietern monopolistisch betrieben

Lokale Stromanbieter betrieben die meisten Ladesäulen laut BVF monopolistisch, wodurch private und berufsbedingte E-Autofahrer*innen Hürden beim Stromzapfen in den Weg gestellt werden. Die Zahlungssysteme variieren je nach Anbieter und können schnell zur Kostenfalle werden. Insbesondere wenn E-Fahrzeuge oder PlugIn-Hybride aus einem Firmenfuhrpark für Dienstfahrten quer durch die Republik genutzt werden sollen, stellt das Laden eine echte Herausforderung dar. Zum einen erhalten die Kund*innen trotz gesetzlicher Bestimmungen vorab oftmals keinerlei Informationen über die Kosten. Zum anderen unterscheiden sich auch die Abrechnungsmodelle stark. „Gerade bei Nicht-Vertragskundinnen oder -kunden eines Stromanbieters müssen mit deutlich höheren Kosten rechnen“, erklärt Schäfer. „Roaming-Optionen für Ladesäulen sind zwar mittlerweile kein Fremdwort mehr. Bis sich Modelle wie dieses jedoch flächendeckend verbreitet haben, wird es noch dauern. Und das geht insbesondere zulasten der Unternehmen, die Elektrofahrzeuge bundesweit einsetzen wollen.“

Abrechnungschaos an Ladestationen durch unterschiedliche Apps, Chips oder Tankkarten

Derzeit sind je nach Anbieter unterschiedliche Apps, Chips oder Tankkarten notwendig für die Kunden- und Kontenidentifizierung. Ist man zum ersten Mal in einer Region, bleibt einem der Zugang zur Ladestation mangels Registrierung im Netzwerk schnell verwehrt. Auch die Seiten im Internet mit bundesweiten Ladesäulenkarten zeigen häufig nicht an, wer wo Strom zapfen darf. Das stellt nicht nur Fahrer*innen vor blockierte Ladestationen, auch die Administration eines Fuhrparks wird dadurch unnötig erschwert. Viele Prozesse kann man aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen nicht automatisieren. Eine Harmonisierung des Bezahlsystems an den Ladestationen ist daher dringend notwendig.

Rechtliche Grundlage fehlt

Die Bundesnetzagentur will Betreiber durch eine ab April 2021 gültige Regelung dazu bringen, auch den Strom der Konkurrenz anzubieten – und zwar zu deren Tarifen und Konditionen. Für Verbraucher*innen oder Unternehmenskunden bedeutet das: Sie können einen Vertrag mit einem Versorger abschließen und zu den so vereinbarten Konditionen an allen öffentlichen Ladestationen andocken. Bleiben die Fragen offen, welche Preise sich die Behörde vorstellt und wie die Änderungen mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar sind. „Da bis jetzt die rechtliche Grundlage fehlt, drohen die Änderungen in freiwilligen Selbstverpflichtungen zu enden. Hier muss die Politik nachbessern“, warnt Schäfer.

Von Maßnahmen, die das Abrechnungschaos an Ladestationen beenden, würden letztendlich aber alle profitieren: Die Betreiber sollen von den Wettbewerbern angemessen bezahlt werden. Die Kunden wären flexibler und könnten mit einheitlichen Preisen kalkulieren. Sie müssten auch keine unzähligen Apps auf dem Smartphone oder mehrere Tank-, Ladekarten oder Kreditkarten haben. Für Fuhrparkverantwortliche würde sich durch ein schlankeres Abrechnungssystem die Administration und dadurch auch der Zeitaufwand erheblich reduzieren. In der Konsequenz macht dies reine Elektroautos attraktiver, positiv für das Klima – spätestens, wenn sich die Ökobilanz der Fahrzeuge auch gegenüber moderner Dieselmotoren weiter verbessert.

7.7.2020 | Quelle: Bundesverband Fuhrparkmanagement | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik der Zukunft: 
Forscherteam baut Elektrode aus Laubblättern

7. Juli 2020 - 12:22

Eine Elektrode aus Laubblättern könnte mit hervorragende optische und elektronische Eigenschaften bieten. Zu diesem Schluss kommt ein Wissenschaftlerteam des Jenaer Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT). Die Forschenden haben Blattadern mit Kupfer beschichtet und sie so in elektrisch leitfähige und optisch transparente Elektroden umgewandelt. Konstruiert nach dem Vorbild der Natur, könnten sich mit den Blattstruktur-Elektroden neuartige Solarzellen, LEDs oder Displays entwerfen lassen.

„Wir haben uns von dem perfekt ausgeklügelten System der Natur inspirieren lassen und aus den Blattadern von Laubblättern Elektroden mit einer hohen Leistungsdichte und geringem Materialverbrauch konstruiert“, berichtet Guobin Jia vom Leibniz-IPHT.

Elektrode aus Laubblättern vom Magnolien-Baum

Pflanzenblätter verhalten sich wie photochemische Fabriken, die Wasser und CO2 durch Photosynthese in Kohlenhydrate und Sauerstoff umwandeln. Solarzellen ahmen dieses Prinzip nach, indem sie Sonnenlicht direkt in Elektrizität umwandeln. Die feinen, netzartig verzweigten Blattadern versorgen die Blattzellen mit Wasser und Nährstoffen. Zudem befördern sie die in der Photosynthese hergestellten Kohlenhydrate in die anderen Teile der Pflanze. „Damit haben sie viel gemein mit den Elektroden in Solarzellen, Batterien oder LEDs, die elektrischen Strom oder Signale sammeln oder verteilen“, erläutert Jonathan Plentz, der am Leibniz-IPHT die Arbeitsgruppe „Photonische Dünnschichtsysteme“ leitet. Während die Blattadern allerdings auch dann noch funktionsfähig bleiben, wenn Teile von ihnen beschädigt sind, führen bei Solarzellen Brüche zu einer starken Verschlechterung der Leistung.

Das effiziente Transportnetz der Laubblätter haben sich die Forschenden nun für die Übermittlung von elektrischem Strom zunutze gemacht. Sie lösten das Blattgrün von Blättern der Purpur-Magnolie, metallisierten die Adern mit Kupfer und ließen elektrischen Strom hindurchfließen. Aus den Blattskeletten wurden transparente, leitfähige Elektroden. Mit einer hohen Leistungsfähigkeit: Der Schichtwiderstand ist um zwei Größenordnungen niedriger — die elektrische Leistungsfähigkeit somit entsprechend besser — als bei gängigen ITO-Dünnschichten, die etwa für transparente Elektroden in Touchscreens oder Dünnschicht-Solarzellen verwendet werden. Auch bei der optischen Transmission im UV- und Infrarot-Bereich zeigten sich die Blatt-Elektroden den herkömmlichen gegenüber überlegen.

Silber-Verbrauch in Massenproduktion von Solarzellen senken

Strukturen aus der Natur zu nutzen, könnte sich nicht nur als effizienter, sondern auch als günstiger erweisen. „Für Elektroden aus Laubblättern benötigen wir wesentlich weniger Material“, erläutert Jonathan Plentz. Zudem sei der Kupferverbrauch für die Metallisierung sehr gering. In den metallisierten Laubblättern sieht der Forscher daher durchaus eine Alternative zu herkömmlichen Elektroden für Solarzellen. „Die verzweigte Struktur der Blattadern ist für den Transport optimal konstruiert.“ Im Gegensatz dazu erfordere die kammartige Geometrie der Elektroden auf gängigen Solarzellen eine gleichmäßige und in den Randbereichen unnötig dicke Silberschicht. Würde man die überlegenen, venenähnlichen Strukturen von Laubblättern für Hochleistungselektroden nutzen, schätzt Guobin Jia, könne man den Silber-Verbrauch für die Massenproduktion von Solarzellen auf weniger als ein Zehntel des derzeitigen Niveaus senken.

7.7.2020 | Quelle: Leibniz-IPHT | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Kurzstudie: Absenkung der EEG-Umlage auf null empfohlen

7. Juli 2020 - 11:53

In einer gemeinsamen Kurzstudie schlagen die Deutsche Energie-Agentur (dena), das Finanzwissenschaftliche Forschungsinstitut an der Universität zu Köln (FiFo) sowie die Stiftung Umweltenergierecht die Absenkung der EEG-Umlage auf null vor. Zur Gegenfinanzierung soll in Ergänzung zu den bereits auf den Weg gebrachten Maßnahmen zur Senkung der EEG-Umlage die Stromsteuer verdoppelt werden. Das gibt auch dem Bundeshaushalt auf dem Weg zur Klimaneutralität eine verlässliche Perspektive. Für Unternehmen, die heute von Ausnahmen zur Zahlung der EEG-Umlage profitieren, sollen entsprechende Ausnahmetatbestände im Stromsteuergesetz geändert werden, um sicherzustellen, dass niemand durch die Veränderung schlechter gestellt wird als heute.

Das kürzlich verabschiedete Konjunkturprogramm sieht bereits eine Stabilisierung der EEG-Umlage durch Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt ab 2021 bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde Strom vor. In Summe ergeben EEG-Umlage und Stromsteuer somit 8,55 Cent pro Kilowattstunde. Der Vorschlag der Kurzstudie setzt die Stromsteuer bis 2030 auf 4,1 Cent und führt aufgrund der Absenkung der EEG-Umlage auf null zu einer Strompreissenkung von bis zu 4,5 Cent pro Kilowattstunde.

Erhebliche Vereinfachungen im Energierecht

Nur durch diesen grundlegenden Umbau von EEG-Umlage und Stromsteuer ist es möglich, erhebliche Vereinfachungen im Energierecht zu erreichen, Unternehmen und Behörden vom Vollzugs- und Abwicklungsaufwand zu entlasten und damit weitere volkswirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Die Kurzstudie untersucht in zwei Umsetzungsszenarien unterschiedliche Effekte auf den Bundeshaushalt. Der niedrigere Strompreis entlastet die Verbraucher und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit ebenso wie die Integration der Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie. Startpunkt soll aus Sicht der Studienautoren der 1. Januar 2021 sein. Die Kurzstudie betrachtet die Einnahmen durch die EEG-Umlage. Der aktuelle Finanzierungsmechanismus für die mit der Abwicklung der EEG-Zahlungen an die Anlagenbetreiber durch die Netzbetreiber bleibt davon unberührt.

Der Strompreis ist in Deutschland mit hohen Abgaben und Umlagen belegt, was Strom zur Nutzung im Wärme- und Mobilitätssektor im Vergleich zu Benzin und Diesel sowie Heizöl und Gas teuer macht und die Sektorenkopplung hemmt. Der Vorschlag der Kurzstudie setzt auf Verringerung der Komplexität.

Die Studienautoren erklären zu dem Vorschlag:

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: „Die EEG-Umlage ist eine Innovationsbremse und steht der Integrierten Energiewende mit ihren vielfältigen Geschäftsmodellen im Weg. Zudem gilt: Ein wettbewerbsfähiger Strompreis ist die Basis für die Integrierte Energiewende. Die direkte und indirekte Nutzung des Stroms in den Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie benötigt dringend eine Verschlankung des Regelwerks. Nur so ergibt sich ein wirtschaftlicher Einsatz von zunehmend wichtiger werdenden Technologien und Energieträgern in der Energiewende wie zum Beispiel Wasserstoff und Speicher. Weitergehende Reformschritte bei der Abgaben- und Umlagenstruktur würden der integrierten Energiewende weiteren Vorschub leisten. Mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz und den Maßnahmen des Konjunkturprogramms wird dem bereits mit Haushaltsmitteln entgegengewirkt. Die Kurzstudie zeigt auf, dass ein rasches Absenken der EEG-Umlage auf null möglich ist. Zu diesem wichtigen Zeitpunkt kann das weitere sozial-ausgeglichene Konjunkturimpulse geben.“

Thorsten Müller, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Stiftung Umweltenergierecht: „Der Gesetzgeber sollte nicht bei einer teilweisen Absenkung der EEG-Umlage stehenbleiben, sondern die Gelegenheit nutzen, um Strukturen zu vereinfachen und Abwicklungsaufwand zu vermeiden. Statt eines Nebeneinanders von EEG-Umlage und Stromsteuer sollte er sich auf einen Mechanismus beschränken und damit zweifachen Aufwand vermeiden. So verstärkt er die konjunkturelle Wirkung aus der beschlossenen EEG-Umlagesenkung, weil Vereinfachung und Bürokratieabbau Aufwand und damit weitere Kosten ersparen. Die Absenkung der EEG-Umlage auf null würde erhebliche Vereinfachungen mit sich bringen: für Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber, Stromlieferanten, Eigenversorger und stromintensive Unternehmen sowie für das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. 26 Paragrafen im aktuellen EEG 2017 könnten entfallen, weitere vereinfacht werden. Das heutige Regelwerk und dabei nicht zuletzt die Ausnahmeregelungen schaffen eine unnötige Komplexität, die für Unternehmen und Staat vermeidbaren Aufwand und unnötige Kosten bedeutet. All dies wird mit dem Vorschlag entbehrlich.“

Vorschlag nützt der Konjunktur und dem Bundeshaushalt

Michael Thöne, Geschäftsführender Direktor des FiFo: „Unser Vorschlag nützt der Konjunktur und zugleich dem Bundeshaushalt. Zuerst noch einmal eine kräftige Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher; das wird auch 2021 noch wertvoll sein. Mittelfristig punktet das integrierte Szenario mit einer schnelleren Reduktion der eingesetzten Haushaltsmittel. Denn die steigenden Einnahmen aus dem BEHG sollen vollständig – und nicht nur teilweise – zur Gegenfinanzierung eingesetzt werden. Schon 2026 ist mit Zusatzeinnahmen von drei Milliarden Euro zu rechnen. Dieser Saldo steigt weiter an, so dass bereits 2030 die ursprünglichen Mindereinnahmen komplett ausfinanziert sind. Der Vorschlag ist zudem so angelegt, dass auch nach Wegfall der Besonderen Ausgleichsregelung kein Unternehmen schlechter gestellt ist als zuvor – die meisten aber besser.“

Die Umsetzung des Vorschlags kann nur erste Impulse setzen. Eine anschließende Reform der Abgaben und Umlagen ist eine so umfassende Aufgabe, dass sie weiterer und vertiefter Arbeit bedarf. So müsste die Politik neben dem EEG mindestens auch das Stromsteuergesetz anpassen, um eine faire Entlastung der verschiedenen Wirtschaftszweige sicher zu stellen. Beihilferechtliche Überlegungen haben die Studienautoren bereits einbezogen, diese müsse man in der weiteren Ausgestaltung jedoch mitbedenken und vertiefen.

Die Kurzstudie „Vorschlag für die Senkung der EEG-Umlage auf null“ ist unter dem nebenstehenden Link abrufbar.

7.7.2020 | Quelle: dena | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Fliegen von morgen: DLR intensiviert Forschung

6. Juli 2020 - 14:36

Ob aus regenerativen Ressourcen gewonnene synthetische Treibstoffe, Strom oder Wasserstoff, besonders emissionsarme Triebwerke, unbemannte Luftfahrzeuge oder Konzepte zu ihrer Integration in den Flugverkehr – das Fliegen von morgen soll umweltverträglicher werden. Um die Forschung an den verschiedensten Aspekten dieser bedeutenden Themen zu intensivieren, gründet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vier neue Institute und Einrichtungen. Mit dem am 3. Juli 2020 von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Strukturstärkungsgesetz ist nun auch die Finanzierung gesichert. In den vom Kohleausstieg betroffenen Braunkohlerevieren schafft dies eine sichere Zukunftsperspektive und der Wirtschaft eröffnet sich die Chance, sich in den Bereichen Digitalisierung und klimaverträgliche Technologien zu positionieren sowie den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.

DLR-Institut für Future Fuels (Jülich)

Mit dem neuen Institut für Future Fuels im nordrhein-westfälischen Jülich verstärkt das DLR seine Forschung zur solaren Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff. Sowie von weiteren Grundstoffen für die Produktion erneuerbarer Brennstoffe. Dabei können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf eine breite Basis vorhandener Erfahrungen des DLR in der solaren Thermochemie – der Erzeugung von Kraftstoffen mittels konzentrierter Sonnenenergie – zurückgreifen und die Kompetenzen weiter ausbauen.

Die Vision für das DLR-Institut für Future Fuels ist die Entwicklung technologischer Lösungen, mit denen sich solare Brennstoffe künftig im Sonnengürtel der Erde produzieren lassen. Es werden Technologien benötigt, die effizient und vor allem hochskalierbar sind. Denn für eine auf erneuerbaren Energien basierende Weltwirtschaft sind enorme Mengen an CO2-armen Kraftstoffen notwendig. Welche Verfahren erlauben es, die Ausgangsstoffe kostengünstig und im großen Maßstab zur Verfügung zu stellen? Welche flüssigen Brennstoffe können am besten aus solar erzeugtem Wasserstoff oder Kohlenstoffmonoxid hergestellt werden? Und wie lassen sich die Herstellungsverfahren optimieren? Hier besteht erheblicher Forschungsbedarf. Ziel ist es, die heute realisierbaren Wirkungsgrade für das Fliegen von morgen mindestens zu verdoppeln.

DLR-Institut für emissionsarme Luftfahrtantriebe (Cottbus)

Das Institut für emissionsarme Luftfahrtantriebe widmet sich künftig der Forschung an Antriebstechnologien zur weiteren Verbesserung der Umweltverträglichkeit von Verkehrsflugzeugen. Damit will das DLR seinen Beitrag auf dem Weg zu einem klimafreundlicheren und leiseren Luftverkehr der Zukunft erhöhen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen sich vor allem auf die Forschungsfragen konzentrieren, die in der DLR-Forschungslandschaft bislang noch nicht im Fokus standen. So sollen Lücken im Portfolio der deutschen Triebwerksforschung geschlossen werden.

Deutlich reduziert in den Emissionen und zugleich sehr leistungsstark können beispielsweise hybride Antriebe sein. Also die Kombination aus Gasturbine und elektrisch erzeugtem Vortrieb. Das Institut wird an Einzelkomponenten und verschiedenen Zukunftskonzepten für alternative Flugtriebwerke arbeiten. Von solchen mit alternativen Kraftstoffen betriebenen über hybride bis hin zu vollelektrischen Systemen. Wegen ihrer deutlich erhöhten Systemkomplexität stellen derartige Konfigurationen hohe Anforderungen an intelligente Regelungssysteme. Dies wird bei der Entwicklung einzubeziehen sein. Auch in Bezug auf die Luftfahrtanforderungen bedarf es neuer Regularien und Sicherheitskonzepte. Diese soll das neue DLR-Institut für emissionsarme Luftfahrtantriebe mitgestalten und mit Forschung für das Fliegen von morgen begleiten.

DLR-Forschungsprogramm zu den Themen des elektrischen Fliegens (Aachen, Merzbrück, Cochstedt)

Mit dem institutionellen Forschungsprogramm intensiviert das DLR seine Forschung in den Bereichen unbemanntes und elektrisches Fliegen. In Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt wird das DLR im Rahmen des DLR-Forschungsprogramms zu den Themen des elektrischen Fliegens an Fragen zur allgemeinen Luftfahrt (der sogenannten General Aviation oder kurz: GA), zum urbanen Luftverkehr (Urban Air Mobility, UAM) sowie zu unbemannten Luftfahrtsystemen (Unmanned Aircraft Systems, UAS) arbeiten. Zu diesem Zweck entstehen zwei neue DLR-Forschungseinrichtungen:

Die Einrichtung Technologien für Kleinflugzeuge in Aachen und Merzbrück wird sich den Themenkomplexen GA und UAM widmen. Beide Themenfelder sollen zur Basis für eine ganz neue Form der Mobilität werden. Transdisziplinär untersuchen die Forschenden des DLR die Themen Gesamtentwurf, Fertigung, nachhaltige Antriebe und Flugphysik. Sowie die immer weiter zunehmende Automatisierung – bis hin zur Autonomie – neuer Systeme.

Das Kompetenzzentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme soll sich unter anderem in Cochstedt mit der Forschung auf dem Feld UAS und ihrer sicheren Integration in den Luftraum beschäftigen. Hierbei sollen interdisziplinäre Teams insbesondere übergreifende Themen wie Sicherheit, Akzeptanz und Skalierbarkeit untersuchen. Es soll zusammen mit der 2019 gegründeten Betriebseinrichtung des DLR in Cochstedt, dem Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme, die DLR-Forschung an zukunftsträchtigen UAS-Technologien verstärken.

6.7.2020 | Quelle: DLR | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Neubau: Mehr als zwei Drittel nutzen erneuerbare Energien zur Heizung

6. Juli 2020 - 14:01

67,2 % der im Jahr 2019 neu gebauten Wohngebäude werden ganz oder teilweise mit erneuerbaren Energien beheizt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg der Anteil erneuerbarer Energien als Quelle der Heizung damit leicht an (2018: 66,6 %). Als primäre, also überwiegend eingesetzte Energiequelle erreichten erneuerbare Energien zur Heizung im Jahr 2019 einen Anteil von fast der Hälfte (47,7 %) an den insgesamt 108.100 neuen Wohngebäuden.

Zu den erneuerbaren Energien zählen Geothermie, Umweltthermie, Solarthermie, Holz, Biogas/Biomethan sowie sonstige Biomasse. Zu den konventionellen Energien zählen Öl, Gas und Strom. Fernwärme stellt eine weitere Energiequelle dar.

Mit 42,7 % waren Wärmepumpen (die bei der Energiegewinnung mittels Geo- und Umweltthermie zum Einsatz kommen) die wichtigste primäre Energiequelle für die Heizung vor Gas, das in 41,9 % der Neubauten eingesetzt wurde. Der Anteil von Gas nimmt dabei in den letzten Jahren ab (2018: 43,0 %; 2017: 47,7 %). Die übrigen Energiequellen erreichten zusammen 15,4 %. Wurde in neuen Wohngebäuden eine weitere (sekundäre) Energiequelle eingesetzt, waren dies bevorzugt die erneuerbaren Energieträger Solarthermie (15,2 %) und Holz (13,8 %). 

BEE: Wohnungswirtschaft und Gewerbeimmobilien haben Nachholbedarf

Laut Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) besteht im Bereich der Wohnungswirtschaft und der Gewerbeimmobilien aber weiter großer Nachholbedarf für erneuerbare Energien zur Heizung. „Ohne einen starken Einzug Erneuerbarer Energien wird der Gebäudesektor weiter das Problemkind der Energiewende bleiben. Die Erzeugung auf den Gebäuden und die starke Implementierung von Erneuerbaren Energien in hauseigene Energieinfrastrukturen stehen jetzt auf der Tagesordnung. Auch wenn die Zahlen im Neubau gut sind, muss nun der Bestand in den Fokus genommen werden. Hier wird es ohne konkrete Vorgaben nicht gehen“, so Simone Peter, Präsidentin des BEE.

Baden-Württemberg, Bremen und Hamburg haben mit einer Pflicht zur Nutzung von Solarenergie für alle Neubauten und bei umfassenden Dachsanierungen wichtige Vorgaben auf den Weg gebracht. Andere Bundesländer sollten sich hier anschließen und in Landesklimagesetzen sowie in den jeweiligen Landesbauordnungen entsprechende Rahmensetzungen vornehmen. Es braucht einen kräftigen Anstoß, um den Gebäudebestand zu dekarbonisieren.

Dabei wird es auch darauf ankommen, bei den Gewerbeimmobilien einen besonderen Fokus zu setzen. Die oft großen Dachflächen müssen zügig für Erneuerbare Energien nutzbar werden. „Bundesländer müssen den Einsatz Erneuerbarer Energien nicht nur im Neubau, sondern auch bei der Sanierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien vorschreiben. Es braucht eine Pflicht zur Einbindung Erneuerbarer Erzeugung“, so Peter.

6.7.2020 | Quelle: Destatis, BEE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Seiten