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Aktualisiert: vor 15 Minuten 10 Sekunden

Preisgünstige Photovoltaik-Phasenschienen

30. Januar 2020 - 13:50

In Verteilern von Photovoltaikanlagen ist die schnelle Verdrahtung einer Vielzahl an Sicherungen erforderlich. Photovoltaik-Phasenschienen sollten nicht nur leistungsstark, sondern auch kostengünstig in der Anwendung sein. Zum umfangreichen und vielfältigen Angebot an Photovoltaik-Phasenschienen des Herstellers FTG aus Triberg im Schwarzwald gibt es ab sofort auch die preisgünstigen Varianten.

Bereits ab der Planungsphase von Sonderanfertigungen von Photovoltaik-Phasenschienen sind die platzsparendsten Varianten für den DC-Bereich gefragt. Grundvoraussetzungen im Solarbereich sind dabei Anforderungen wie eine maximale Betriebsspannung von 1.500 V DC für einpolige Photovoltaik-Phasenschienen und 1.000 V DC bei zweipoligen Photovoltaik-Phasenschienen sowie einem Kabelabgang auf der Phasenschiene und unterschiedliche Schienenlängen. Außerdem werden kundenspezifische Modifikationen berücksichtigt, denn FTG ist Spezialist in Sonderlösungen für Phasenschienen.

Einfache Verdrahtung zum Hauptschalter                

Mit der vordefinierten Position der Anschlussklemme, Einpressmutter oder Gewindebolzen auf den Photovoltaik-Phasenschienen ist die Verdrahtung zum Hauptschalter einfach, schnell und sicher realisierbar. Die preisgünstigere Variante ist, den Kabelabgang mittels Gewindebolzen und Quetschkabelschuh anzuwenden. Die Schiene bietet dem Kunden einen Preisvorteil bei derselben Funktion. Weiter müssen Schaltschrankbauer nicht mehrere Teile, sondern nur noch ein Produkt mit zwei Funktionen beziehen, was ihnen eine einfache und schnelle Montage bietet.

Als Spezialist für Verbindungen in der Elektrotechnik steht FTG mit seinem technischen Know-how dem Kunden bereits in der Planungsphase zur Seite. Während in der Entwicklungsphase mit 3D-Modellen, Mustern und Zeichnungen unterstützt wird, erstellt FTG für Kunden auch das für die Vermarktung relevante Werbematerial auf Wunsch zur Verfügung. Für größere Produktserien lassen sich zudem mit Vorserienprodukten alle relevanten Tests durchlaufen. Somit findet das Unternehmen für fast jede Kundenanforderung eine optimale Lösung.

30.01.2020 | Quelle: FTG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

BGH stärkt Mieterstrom in Quartieren

30. Januar 2020 - 13:45
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Solarberatung in Niedersachsen gefragt wie nie

30. Januar 2020 - 13:28

In Niedersachsen haben im zurückliegenden Jahr mehr als 6.200 Hauseigentümer eine Erstberatung zur Heizungsoptimierung und dem Einsatz erneuerbarer Energien in Anspruch genommen. Diese Erstberatungen werden überwiegend in einem Gemeinschaftsprojekt landesweit durchgeführt. Beteiligt sind daran neben der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) die Energieberatung der Verbraucherzentrale, die örtlichen Energieagenturen sowie Klimaschutzbeauftragte der Landkreise. Sie organisierten in 25 niedersächsischen Landkreisen und 5 kreisfreien Städten die Beratungskampagnen.

Solarberatung in Niedersachsen liegt vorn

Absoluter Renner waren 2019 die „Solar-Checks“: 4.300-mal sind die Berater und Beraterinnen zu diesem Thema vor Ort gewesen und haben die Einsatzmöglichkeiten von Solarwärme und Solarstrom erläutert. Energieeinsparung, Klimaschutz, Unabhängigkeit vom Strompreis und E-Mobilität waren die Motivation der Ratsuchenden.

Fragen zum Austausch und zur Optimierung der Heizungsanlage wollten knapp 1.800 Hauseigentümer beantwortet haben. Unter dem Motto „clever heizen!“ gab es hier konkrete Empfehlungen für kleine und größere Maßnahmen und zur Umstellung auf erneuerbare Energien.

2020 wird im Gemeinschaftsprojekt die energetische Sanierung der Gebäude in den Mittelpunkt gerückt. „Es ist uns ein Anliegen zunächst auf die Senkung des Energieverbrauchs der Häuser hinzuwirken. Sind die Gebäude gut gedämmt, dann gibt es für den verbleibenden Wärmedarf mehr Spielraum für Erneuerbare“, erläutert Lothar Nolte von der KEAN. „In energetisch sanierten Gebäuden können z.B. Wärmepumpen zum Einsatz kommen, die aus Luft- oder Erdwärme gespeist werden. Gas oder Öl sind dann häufig überflüssig- und da wollen wir hin.“

Neue Förderprogramme

Einen zusätzlichen Beratungsbedarf für Solarberatung in Niedersachsen erwarten die Klimaschutzagenturen und die Verbraucherzentrale durch die neuen Förderprogramme des Bundes. „Energetische Sanierung und die Nutzung Erneuerbarer Energien in den eigenen vier Wänden werden jetzt besonders belohnt“, erläutert Lothar Nolte. „So gibt es einen Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Kosten, wenn etwa Wärmepumpe und Solarkollektoren kombiniert werden. Wenn eine Ölheizung durch eine Gasheizung kombiniert mit erneuerbarer Wärmeerzeugung ersetzt wird, gibt es sogar 40 Prozent!“

Vor diesem Hintergrund wird der Beraterpool der Verbraucherzentrale derzeit aufgestockt. „Wir wollen die vielen Beratungswünsche möglichst zügig erfüllen können und verstärken unser Team“, erklärt Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Waren es 2017 noch 73 Berater, so werden 2020 rund 120 landesweit im Einsatz sein.“ Mit den gemeinsamen Kampagnen würden die Beratungsangebote ins Land getragen und sehr gut angenommen wie die Zahlen belegen.

Die Beratungen selbst werden vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und von den Beratern der Verbraucherzentrale durchgeführt. Die Kampagnen vor Ort übernehmen die niedersächsischen Kooperationspartner. Die landesweite Organisation und die Schulung der Berater liegen bei der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Mehr Information zu den Energie- und Solarberatungskampagnen sind mit dem nebenstehenden Link zu finden.

30.01.2020 | Quelle: KEAN | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Direktvermarktung von erneuerbaren Energien: Vattenfall legt zu

30. Januar 2020 - 12:54

Das aktuelle Portfolio der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien besteht zum überwiegenden Teil aus der Vermarktung von Wind onshore und offshore, darüber hinaus vermarktet Vattenfall Solarstrom und zu einem geringeren Anteil Strom aus Wasserkraft. Wachstumstreiber im Portfolio waren der Zugewinn von Neukunden sowie die gewachsene Vermarktung von Offshore-Wind. Vattenfall vermarktet derzeit den Strom von sechs Meereswindparks mit einer kumulierten installierten Leistung von 1.942 MW.

Die erforderlichen Prozesse für eine erfolgreiche Direktvermarktung von erneuerbaren Energien gehören seit Jahren zum Kerngeschäft von Vattenfall. Hausinterne Prognoseteams für Wind und Photovoltaik erstellen speziell auf die Kundenanlagen zugeschnittene Prognosen für die optimierte Vermarktung auf den Handelsmärkten. Die Bewirtschaftung der Anlagen ist 24 Stunden an sieben Tagen die Woche durch Schichtteams gewährleistet.

„Wir freuen uns sehr über den Zuwachs in unserem Portfolio, insbesondere bei der Direktvermarktung von Windenergie- und Solaranlagen können wir unsere Expertise als ein führender europäischer Renewables-Betreiber voll einbringen“, sagt Christine Lauber, Director Sales & Origination Germany bei Vattenfall. „Als erfahrener und finanziell stabiler Direktvermarkter können wir zudem für die nötige Sicherheit sorgen“, so Lauber.

Lieferverträge für direkte Beschaffung von grünem Strom

Neben der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien bietet Vattenfall auch Produkte für erneuerbare Erzeugungsanlagen an, die demnächst aus der EEG-Förderung fallen. Die Erzeugungsmengen dieser Altanlagen sind für die Industrie interessant – in Form von Power Purchase Agreements, kurz PPAs. Diese Lieferverträge dienen der direkten Beschaffung von grünem Strom. Für Altanlagen, die sich nicht mehr im EEG-System mit seinem Doppelvermarktungsverbot befinden, können Herkunftsnachweise ausgestellt werden. Industriekunden beziehen so nachweislich Grünstrom – ein wichtiger Beitrag zum Erreichen unternehmenseigener Nachhaltigkeitsziele und zur Verbesserung der CO2-Bilanz. Den Herkunftsnachweisen kommt somit künftig eine Schlüsselrolle zu.

Für die Betreiber von Altanlagen können PPAs eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative sein. Statt den Standort aufzugeben oder neues Kapital zu investieren, betreiben sie ihren Bestandspark dann weiterhin zu definierten Konditionen. Für Neuprojekte können PPAs künftig ein geeignetes Instrument der Finanzierung sein. Und zwar dann, wenn die EEG-Vergütungen aus den Auktionen weiter sinken.

30.01.2020 | Quelle: Vattenfall | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Gebäudeenergiegesetz hindert Biogas im Gebäudesektor

30. Januar 2020 - 12:35

Durch die Nutzung von Biogas im Gebäudesektor kann laut des Bundesverbandes Bioenergie ohne zusätzliche Investitionskosten kurzfristig Klimaschutz erreicht werden. Sie appellieren daher an die Abgeordneten, im parlamentarischen Verfahren Verbesserungen an den Rahmenbedingungen für Biogas im Gebäudesektor vorzunehmen.

„Hausbesitzer und Wärmenetzbetreiber sollen gemäß GEG-Kabinettsfassung faktisch keine Möglichkeit haben, Biogas als Klimaschutzoption zu nutzen“, kritisiert Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie. „Das entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage, verschenkt kurzfristige Klimaschutzpotenziale und schränkt die technische und wirtschaftliche Freiheit der Nutzer unnötig ein.“

Die Bioenergieverbände kritisieren insbesondere, dass bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes oder Wärmenetzes die Wärme aus Biogas gleichgesetzt wird mit der Wärme aus Erdgas, Flüssiggas, Heizöl und Steinkohle. Dies steht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu dem Thema entgegen und widerspricht sogar dem Begleitgutachten, das das Bundeswirtschaftsministerium selbst hat erstellen lassen. Auch soll laut Bundesregierung die Wärmeerzeugung aus Biomethan in einem Brennwertkessel weiterhin keine Option darstellen, die im Gesetz festgelegte Nutzungspflicht für Erneuerbare Energien zu erfüllen. In der Praxis ist Biogas daher de facto als Erfüllungsoption der Verpflichtungen aus dem Gebäudeenergiegesetz ausgeschlossen.

Wirtschaftliche und technische Freiheit gefordert

Nach Ansicht der Bioenergieverbände sollte jedoch den betroffenen Akteuren eine möglichst große wirtschaftliche und technische Freiheit gelassen werden, um die für ihre jeweilige Situation passende Lösung zur Einhaltung der Vorgaben zu finden. Dies sorgt für volkswirtschaftliche Effizienz und eine breitere Akzeptanz. Zudem ist die Nutzung von Biogas im Gebäudesektor eine Möglichkeit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, ohne dass zusätzliche Investitionskosten anfallen oder Nutzer ihr Verhalten ändern müssen. Vor allem Biomethan kann in den bekannten Gastechnologien eingesetzt werden und steht aufgrund der Speicherung im Gasnetz das ganze Jahr zur Verfügung.

Die Bioenergieverbände appellieren daher an den Bundestag, im weiteren Gesetzgebungsverfahren den Kabinettsentwurf zum GEG nachzubessern, um Klimaschutz und Wärmewende pragmatisch voranzubringen. Eine Übersicht über die wichtigsten Anliegen der Bioenergieverbände zur Überarbeitung des GEG-Entwurfs sind mit dem nebenstehenden Link zu finden.

30.01.2020 | Quelle: Bundesverband Bioenergie | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Dauerblinken von Windkraftanlagen künftig vermeiden

30. Januar 2020 - 12:30
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innogy baut ersten Batteriespeicher in Irland

30. Januar 2020 - 12:07

Die innogy SE treibt den Ausbau erneuerbarer Energien voran und steigt in Irland in das Geschäft mit Batteriespeichern ein: Das Unternehmen baut den ersten großen Batteriespeicher im irischen County Monaghan, nahe der Ortschaft Lisdrumdoagh. Die finale Investitionsentscheidung (FID) dazu wurde nun getroffen. Bereits in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für den 60-Megawatt-Speicher beginnen, 2021 soll die Anlage vollständig in Betrieb gehen. Der innogy Batteriespeicher soll Netzdienstleistungen für das Stromnetz bereitstellen und erweitert das Erneuerbaren-Energien-Portfolio des Energieversorgers in Irland.

In Irland löst die Stromerzeugung aus Erneuerbaren die konventionelle Stromerzeugung zunehmend ab. Zugleich sehen sich die Betreiber von Stromnetzen zunehmend mit der Aufgabe konfrontiert, Schwankungen im Verteil- und Übertragungsnetz auszugleichen. Dies kann beispielsweise durch die Leistungsbegrenzung von Windkraftanlagen erreicht werden. Zudem bieten Batteriespeicher-Projekte eine besonders effiziente Möglichkeit, das Netz zu stabilisieren und so eine zuverlässige Stromversorgung zu garantieren: In weniger als 150 Millisekunden können Großbatteriespeicher wie der, der in Lisdrumdoagh gebaut wird, auf Frequenzschwankungen reagieren und je nach Bedarf Strom aus dem Netz aufnehmen oder in das Netz abgeben. Batteriespeicher sind daher besonders gut geeignet, die mit erneuerbaren Energien einhergehende schwankende Netzeinspeisung auszugleichen.

Nach der Inbetriebnahme wird der innogy Batteriespeicher in Lisdrumdoagh mit seiner Leistung von 60 Megawatt (MW) ausreichend Kapazität bereitstellen, um das Äquivalent von rund 125.000 Haushalten mit Strom versorgen zu können. Die geplante Investitionssumme für den neuen Batteriespeicher beläuft sich insgesamt auf etwa 25 Millionen Euro.

Irland ist ein wichtiger Wachstumsmarkt

Die Gründung der Tochtergesellschaft innogy Renewables Ireland Ltd. im Jahr 2016 markierte für innogy den Eintritt in den irischen Markt. Der im Jahr 2018 errichtete und mittlerweile in Betrieb genommene Windpark Dromadda Beg ist der erste Onshore-Windpark von des Unternehmens in Irland. Er befindet sich im County Kerry und hat eine Leistung von 10,2 MW. Das irische Team des Unternehmens entwickelt weitere Erneuerbaren-Projekte vor Ort, beispielsweise weitere Onshore-Windparks und innogy Batteriespeicher.

Außerdem entwickelt der Energieversorger den Offshore-Windpark Dublin Array, der vor der Küste der Landeshauptstadt in der Irischen See entstehen und über eine installierte Leistung von bis zu 1.000 MW verfügen soll. 2018 ist innogy eine Partnerschaft mit dem irischen Unternehmen Saorgus Energy eingegangen, um die Entwicklung gemeinsam voranzutreiben.

30.01.2020 | Quelle: innogy | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Kohleausstieg ohne Pläne für erneuerbare Energie

29. Januar 2020 - 15:44

Das Bundeskabinett hat heute den Gesetzentwurf zur Reduzierung und zum Ausstieg aus der Verstromung von Braun- und Steinkohle beschlossen. „Der Verzicht auf die Nutzung der Energieträger Braun- und Steinkohle ist überfällig, um die Klimaziele zu erreichen und das Energiesystem auf Basis Erneuerbarer Energien flexibler, intelligenter und kostengünstiger zu gestalten“, sagt Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie. „Problematisch ist, dass der Gesetzentwurf weit hinter dem Ergebnis der Kommission Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung zurückbleibt. Darüberhinaus ist der beschriebene Reduktionspfad zögerlich und wird den Erfordernissen des Klimaschutzabkommens von Paris nicht gerecht.“ Zudem kritisiert Peters, dass entgegen den ausdrücklichen Empfehlungen der Kommission verbindliche Regelungen fehlen, die das Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren im Stromsektor bis 2030 ermöglichen.

Dass der Kohleausstieg ohne Pläne für erneuerbare Energie vorgesehen ist, sehen auch andere kritisch. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. setzt sich für den schnelleren Ausbau der Photovoltaik ein: „Es ist gut, dass nach dem Atomausstieg nun auch der Kohleausstieg gesetzlich fixiert wird. Wer A sagt, muss aber auch B sagen und rechtzeitig für klimafreundliche Alternativen sorgen. Es ist unbestritten, dass der Solarenergie dabei eine entscheidende Rolle zukommt. Zur Umsetzung der Klimaschutzziele und zur Vermeidung einer Stromerzeugungslücke muss ihr Ausbau nun schnell vervielfacht werden.“

52 GW-Förderdeckel für die Photovoltaik muss weg

Längst überfällig ist laut Körnig der Fall des 52 GW-Förderdeckels für die Photovoltaik im EEG. Die Entdeckelung dulde keinen Aufschub mehr, da bereits im April mit einem Erreichen der 52 Gigawatt-Marke gerechnet werden muss und ohne Förderung kaum noch neue Solardächer errichtet werden. „Wird diese Zusage weiter verschleppt oder als Verhandlungspoker missbraucht, wird nach dem Markteinbruch bei der Windkraft auch der Photovoltaik-Markt in Deutschland weitgehend zum Erliegen kommen. Auch ein nur vorübergehendes Aussetzen der Förderung hätte gravierende Auswirkungen für die Branche mit ihren rund 30.000 Beschäftigten und die Glaubwürdigkeit der Klimapolitik.“

Umgehende Einleitung eines Gesetzgebungsverfahrens gefordert

Eigentlich war die Beseitigung des Photovoltaik-Förderdeckels im Erneuerbare-Energien-Gesetzes bereits zum Jahresende 2019 vom Bundeskabinett im Rahmen der Beschlüsse zum Klimaschutzprogramm 2030 zugesagt worden. Der BSW fordert die umgehende Einleitung eines Gesetzgebungsverfahrens zur Beseitigung des Solardeckels mittels einer Fraktionsinitiative im Bundestag unter Nutzung eines „Omnibusgesetzes“. Nur so könne der Deckel noch rechtzeitig fallen und ein Markteinbruch vermieden werden.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung sieht generell Handlungsbedarf beim Ausbau der erneuerbaren Energien: „Nach dem heutigen Beschluss der Bundesregierung zum Kohleausstieg gehören jetzt erst recht die erneuerbaren Energien auf die Tagesordnung.“ Die dena bewertet es als positiv, dass sich zumindest bei den Abstandsregelungen für Windkraft an Land Kompromisslösungen abzeichneten. Die Debatte über zu rigide Abstandsregelungen hätte den Markt verunsichert.

Mehr Anreize für Neubau, neue Perspektiven für Altanlagen

Der Einbruch beim Bau neuer Anlagen ist aus Sicht der dena nicht der einzige Grund für den Ernst der Lage. Hinzu komme, dass der Strombedarf durch neue Anwendungen in Verkehr, Industrie und Gebäuden voraussichtlich steigen wird und dass ab dem kommenden Jahr immer mehr Altanlagen ihren Anspruch auf Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz verlieren werden. Somit sei der Weiterbetrieb gefährdet. Nach Berechnungen der dena sind bis 2030 Wind-Onshore-, Photovoltaik- und Biogasanlagen mit einer Kapazität von über 51 Gigawatt davon betroffen. Zum Vergleich: Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten installierten Leistung, die die Bundesregierung im Klimaschutzprogramm 2030 für das Jahr 2030 anstrebt. Gleichzeitig wächst der Bedarf vieler Unternehmen nach grünem Strom, um eigene Klimaziele zu realisieren. All das macht es problematisch, dass der Kohleausstieg ohne Pläne für erneuerbare Energie verbunden ist.

29.01.2020 | Quelle: BEE, BSW, dena | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Sunfire erhält den Global Cleantech 100 Award

29. Januar 2020 - 14:06

Die Sunfire GmbH, ein Technologieunternehmen im Bereich der erneuerbaren Gase und Kraftstoffe, wird 2020 zum sechsten Mal in Folge als eines der Global Cleantech 100 Unternehmen gekürt. Die Marktanalysten der Cleantech Group aus den USA verleihen nun bereits zum 11. Mal den renommierten Global Cleantech 100 Award in San Francisco. Es werden weltweit führende Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Innovation für ihre herausragende Leistung ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um Unternehmen aus verschiedenen Bereichen, die durch ihre Arbeit in der Digitalisierung, Forschung und Entwicklung vielversprechend zur Dekarbonisierung einer nachhaltigen Zukunft beitragen.

„Vor dem Hintergrund, dass 2019 ein sehr erfolgreiches Jahr für uns alle bei Sunfire war, freut es uns umso mehr, dass unsere Technologie auch international beträchtliche Anerkennung erhält“, so Nils Aldag, Managing Director von Sunfire, der die Auszeichnung in San Francisco persönlich entgegennehmen wird. „Wir sind jetzt an dem Punkt angekommen, an dem die Technologie für eine umfangreiche Energiewende bereit steht. Nun muss die Politik für eine schnelle Markteinführung über Anreizprogrammen schaffen, um das volle Potential von Power-to-X zur Dekarbonisierung der energieintensiven Sektoren kurzfristig auszuspielen, damit es nicht irgendwann zu spät ist. Wir von Sunfire sind bereit, die große Transformation mit voranzutreiben und freuen uns daher sehr über diese Auszeichnung.“

Jury besteht aus 80-köpfigem Expertengremium

Ein 80-köpfiges Expertengremium hat für die Erstellung der Top 100-Liste über 10.000 Unternehmen aus 93 verschiedenen Ländern untersucht und beurteilt. Dabei wurden die Unternehmen anhand qualitativer sowie quantitativer Untersuchungsmerkmale bewertet.

Richard Youngman, CEO der Cleantech Group, sieht in der Liste der Cleantech 100 wichtige und notwendige Innovationen für eine erfolgreiche Energiewende. Die Unternehmen, die sich zu den Top 100 Cleantech Unternehmen zählen dürfen, können globale Probleme lösen. Die Projekte reichen von Abfallnachbehandlung und Nahrungsmittelerzeugung, über intelligente Netzsteuerung bis hin zu emissionsfreier Luftfahrt. Kommende Woche wird die vollständige Liste in San Francisco präsentiert.

29.01.2020 | Quelle: Sunfire | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Energieversorger für das Post-EEG-Zeitalter

29. Januar 2020 - 13:32

In Süddeutschland ist Ende Januar 2020 ein neuer Energieversorger für das Post-EEG-Zeitalter entstanden. Das Unternehmen soll künftig in den bayerischen Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim Strom und Wärme anbieten. Insgesamt 15 Kommunen aus der Region haben den Versorger „Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel“ gegründet. Ziel ist, die Energieversorgung lokal und erneuerbar zu gestalten. Das Beratungsunternehmen Sterr-Kölln & Partner hatte zuvor das wirtschaftliche Potenzial für den neuen Energieversorger untersucht und Geschäftsmodelle erstellt. Zudem hat das Beratungsunternehmen eine Rechtsform für das kommunale Unternehmen vorgeschlagen. Auf der Gründungsveranstaltung am 21. Januar haben die Gemeinden im südöstlichen Oberbayern nun den ersten Schritt hin zu dem Regionalwerk getan.

Noch im Sommer soll das Regionalwerk die Arbeit aufnehmen. Neben der Nachhaltigkeit waren unter anderem die Versorgungssicherheit, die Wertschöpfung vor Ort sowie die Daseinsvorsorge wichtige Motive für die Gründung. Vermarktung von Ökostrom, Wärmeversorgung durch beispielsweise Geothermie und virtuelle Kraftwerke sind zentrale Vorhaben. Die Region ist dicht bestückt mit Erneuerbaren-Energien-Anlagen. Besonders die Nutzung von Solar- und Biogasanlagen, die ab nächstem Jahr aus der EEG-Förderung fallen, gehört zu den Aufgabenfeldern. Das Regionalwerk versteht sich als Kooperationspartner der bestehenden Stadt- oder Gemeindewerke, nicht als Konkurrenz.

Seit mehreren Jahren kursiert in der Region die Idee, einen eigenens Energieversorger für das Post-EEG-Zeitalter auf interkommunaler Basis auf die Beine zu stellen. Gemeinsam können Gemeinden mehr ausrichten als alleine, so die Losung. Ob ein solches Vorhaben realistisch ist und wie ein geeigneter wirtschaftlicher Rahmen aussehen könnte, war jedoch unklar. Die interessierten Kommunen schrieben deshalb eine Machbarkeitsstudie aus.

Machbarkeitsstudie gab grünes Licht

„Ziel im Rahmen der Machbarkeitsstudie war, den Gemeinden eine Entscheidungsgrundlage zu liefern“, erklärt Steffen Kölln von Sterr-Kölln & Partner. „So konnten sie ein fundiertes Urteil fällen.“ Zuerst nahmen die Fachleute eine Bestandsaufnahme aller relevanten Informationen vor. Dazu gehört unter anderem eine Bewertung nach technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Kriterien.

Das Fazit der Experten: Technisch und wirtschaftlich sind sinnvolle Geschäftsfelder zu erschließen. Die ideale Rechtsform bildet ein gemeinsames kommunales Unternehmen. Mindestens fünf bis sieben der insgesamt 23 Kommunen müssten bei dem Vorhaben mitmachen, um das Regionalwerk starten zu können. Für die erste Arbeitsphase des neuen Regionalwerks empfahl das Team von Sterr-Kölln & Partner Mieterstrom- und Regionalstrommodelle aus erneuerbaren Energien sowie Wärmeprojekte im Rahmen von Quartierskonzepten, die etwa Geothermie nutzen. Ende September 2019 stellten die Studienautoren im Landratsamt Traunstein die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für den Energieversorger für das Post-EEG-Zeitalter vor. Mit Erfolg: Auf der Gründungsversammlung im Januar 2020 wurde die erforderliche Mindestbeteiligung der Kommunen nun um das Dreifache übertroffen.

29.01.2020 | Quelle: Sterr-Kölln & Partner | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Photovoltaik-Solarpark mit Bürgerfinanzierung

29. Januar 2020 - 13:06

Im vergangenen Dezember fand der Spatenstich für den künftigen Solarpark Terril Wendel an der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland auf dem ehemaligen Bergbaustandort der Gemeinden Forbach und Petite-Rosselle im Departement Mosel statt. Es handelt sich um einen Photovoltaik-Solarpark mit Bürgerfinanzierung. „Dieses Vorzeigeprojekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass umweltfreundliche Energieerzeugung in der Region und für die Region auch ohne staatliche Förderungen vorangetrieben werden kann.“, erklärte Anne Kilian, Projektleiterin der montanSOLAR GmbH.

Auf einer Fläche von 22,7 Hektar werden über 44.000 Photovoltaikmodule für die Anlage verbaut. Der Solarpark Terril Wendel wird mit einer installierten Leistung von 17 MW etwa 18.169 MWh pro Jahr erzeugen, was dem jährlichen Strom- und Heizbedarf von mehr als 2.600 Einwohnern in Frankreich entspricht. Die Anlage wird damit mehr als 10.432 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Bürger können von Energieerzeugungsanlage profitieren

Die Bürger, Gebietskörperschaften und Unternehmen der französischen Départements Bas-Rhin, Meurthe-et-Moselle und Moselle können sich bis Ende Februar 2020 finanziell an dem Photovoltaik-Solarpark mit Bürgerfinanzierung beteiligen und so auch direkt vom wirtschaftlichen Erfolg des Projekts profitieren. Bis zu einem Gesamtbetrag von 1.150.000 Euro ist eine Beteiligung möglich. Gemäß den von der Energieregulierungskommission festgelegten Bedingungen ist die Investition den Bürgern des Departement Mosel und den benachbarten Departements Meurthe-et-Moselle und Bas-Rhin vorbehalten.

„Durch die finanzielle Beteiligungsmöglichkeit können die Bürger nicht nur von der regionalen Ökostromproduktion, sondern auch vom wirtschaftlichen Erfolg des Solarparks profitieren“, erklärt Projektmanager Benjamin Kratz von montanSOLAR.

Die Bürgerfinanzierung wird über eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform enerfip.fr durchgeführt. Diese ermöglicht es den Einwohnern, den Gebietskörperschaften und den Unternehmen, ebenfalls in Projekte zu investieren, die zur Entwicklung ihrer Region beitragen. Bereits ab zehn Euro kann jeder Bürger die Summe seiner Wahl in dem Solarpark mit Bürgerfinanzierung anlegen und neben einem Engagement für die Energiewende von einem sehr attraktiven Zinssatz profitieren. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projektes Photovoltaik-Solarpark Terril Wendel.

29.01.2020 | Quelle: montanSOLAR | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Energiemanagement für die Bürgerenergiewende

29. Januar 2020 - 12:37

Im Rahmen des Schönauer Modellprojekts untersucht die EWS gemeinsam mit der coneva GmbH, einer Tochter des Wechselrichter-Herstellers SMA Solar Technology AG, Möglichkeiten und Perspektiven eines lokalen Energiemanagement für die Bürgerenergiewende in Privathaushalten. Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und steuerbare Lasten, wie zum Beispiel Elektroautos, sollen als Verbraucher angesteuert werden, um den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms zu optimieren. Die Integration mit der Smart Meter-Gateway Infrastruktur schafft dabei neue netzdienliche und vertriebliche Einsatzmöglichkeiten. Basis für das Energiemanagement für die Bürgerenergiewende ist die von SMA entwickelte IoT-Energiemanagement-Plattform ennexOS. Über eine App können die Teilnehmer ihre Energieflüsse in Echtzeit abrufen.

Mittelfristiges Ziel ist es zudem, elektrische Wärmeerzeugung über Wärmepumpen oder Heizstäbe mit der Solarstromerzeugung zusammenzuführen und auf diese Weise die Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr zu koppeln. Um langfristig den Betrieb der Erzeuger und steuerbaren Verbraucher in Einzelhaushalten im Sinne eines virtuellen Bürgerenergie-Kraftwerks zu testen, werden Prognosetools von SMA eingesetzt.

Elf Teilnehmer im Energiemanagement für die Bürgerenergiewende

Das Schönauer Modellprojekt für integrierte Energielösungen wurde 2017 von den EWS initiiert und hat derzeit 27 Teilnehmer. Dazu gehören ca. 20 Photovoltaik-Anlagen, unterschiedliche Batteriesysteme und einige kleine Blockheizkraftwerke, von denen innerhalb kurzer Zeit bereits elf Teilnehmer in das Energiemanagement für die Bürgerenergiewende der coneva integriert wurden.

„Die EWS und coneva eint das Ziel, dezentral und bürgernah den Klimaschutz voranzutreiben“, sagt EWS-Vorstand Alexander Sladek. Indem sie die Kunden bei der Eigenverbrauchsoptimierung unterstützen und diese in den Energiemarkt integrieren, wollen die Partner Perspektiven aufzeigen, wie PV-Anlagen auch nach dem Auslaufen der EEG-Förderung weiter betrieben und neue Anlagen zugebaut werden können. So konnte die EWS in ihrem Modellprojekt bereits PV-Kleinanlagen in die sonstige Direktvermarktung überführen und testet auf diese Weise schon heute, wie sie Strom solcher Anlagen zukünftig vergüten und vermarkten kann. Bürgerinnen und Bürger werden ermächtigt, lokal und dezentral Energiewende und Klimaschutz voranzubringen.

29.01.2020 | Quelle: SMA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Intelligente Ladeinfrastruktur soll Systemeffizienz erhöhen

28. Januar 2020 - 14:10

Mit „Smart Charging“ wird Elektromobilität zunehmend intelligent. Elektroautos laden dann, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, und die Autobatterie dient als Zwischenspeicher für das eigene Haus- oder das Stromnetz. Die aktuellen Trends beleuchtet das White Paper „E-Mobility as an energy resource – Collection of Best Practices to Drive Regulatory Changes”. Das White Paper hat der europäische Wirtschaftsverband SmartEN (Smart Energy Europe) in Kooperation mit der Power2Drive Europe, der internationalen Fachmesse für Elektromobilität und Ladeinfrastruktur, erstellt. Die Fragestellung: Was macht Elektrofahrzeuge zu einem integralen Bestandteil des Stromnetzes und wie sollte die EU-Förderung einer intelligenten öffentlichen Ladeinfrastruktur aussehen?

Die Studie stellt dabei etliche innovative Projekte namhafter Unternehmen in Europa vor, die zeigen, dass der Weg in eine Zukunft mit alternativen Energien weitergeht. Ein weiteres White Paper von SmartEn „Making Electric Vehicles Integral Parts of the Power System“ skizziert, wie der Übergang zu sauberer Energie die Fahrzeuge von reinen Verkehrsmitteln in dezentrale Energiequellen umwandelt. Elektrofahrzeuge können dazu beitragen, die Systemeffizienz zu erhöhen und mehr variable erneuerbare Energien zu integrieren. „Die Herausforderung, Elektrofahrzeuge in das öffentliche Stromnetz zu integrieren und eine öffentliche Ladeinfrastruktur auszubauen, muss durchdacht angegangen werden. Um einige aktuelle Ansätze zu diskutieren, wie diese Integration in Zukunft funktionieren kann, bieten wir für alle Interessierten im Vorfeld der Power2Drive ein kostenloses Webinar an“, so Michael Villa, Head of Policy bei SmartEn. Das Webinar findet am Donnerstag, 6. Februar 2020 ab 15.00 Uhr statt. Weitere Informationen zum Webinar erhalten alle Interessierten auf der Website der Power2Drive.

Intelligente Ladeinfrastruktur: Niederlande Vorreiter beim Ausbau

Die Niederlande sind aktuell eines der führenden Länder beim Ausbau einer intelligenten Ladeinfrastruktur. Vor kurzem hat das Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft die Unterstützung von Vehicle-to-Grid Ladegeräten angekündigt. Mit einem Zuschuss von fünf Millionen Euro unterstützt das Ministerium die Installation von 472 Smart Chargern mit V2G-Funktionalität in 21 niederländischen Gemeinden. Diese zukunftsträchtigen Ladestationen entlasten das Stromnetz. Außerdem nutzen sie Ökostrom besser und machen das Laden von Autos noch günstiger. Die ersten intelligenten Ladegeräte werden in Kürze für den öffentlichen Einsatz verfügbar sein. Für die Stadt Utrecht rechnet die niederländische Regierung 2020 zum Beispiel mit rund 12.000 Elektrofahrzeugen. Für eine solche Flotte werden mehr als 1.600 Ladepunkte benötigt.

Im „Klimaschutzprogramm 2030“ sieht die deutsche Bundesregierung unter dem „Handlungsfeld PKW“ die finanzielle Förderung von Elektrofahrzeugen vor. Das Ziel bis 2030 sind sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge. Auch plant sie die Förderung einer gewerblichen und privaten Ladeinfrastruktur im Rahmen des „Masterplans Ladesäuleninfrastruktur“. Das Ziel ist hier eine Million Ladepunkte bis 2030. Bis 2025 sollen entsprechende Programme für den Aufbau öffentlicher Ladesäulen aufgelegt werden. Der Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladesäulen kann jedoch nicht allein über Förderung gestemmt werden. Daher will die Regierung dazu auch mit den Automobilherstellern und der Energiewirtschaft ins Gespräch kommen. Wichtig: Um den Aufbau der intelligenten Ladeinfrastruktur zu koordinieren, will die Bundesregierung eine entsprechende Leitstelle einrichten. Über diese Leitstelle soll die „bedarfsgerechte Versorgung“ überwacht und über weitere Maßnahmen beratschlagt werden.

Auch auf der Messe Power2Drive Europe selbst vom 17. bis 19. Juni 2020 in München spielt das Thema „intelligente Ladeinfrastruktur“ eine wichtige Rolle – unter anderem präsentieren Aussteller neue Smart Charging- und Vehicle-to-Grid-Konzepte.

28.01.2020 | Quelle: Solar Promotion | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Blockchain-Technologie für Abrechnung von Photovoltaik und Windkraft

28. Januar 2020 - 13:33

Digitalisierung, Kommunikation und Vernetzung sind die Eckpfeiler der Energiewende. Denn statt 500 Großkraftwerken müssen 5 Millionen Kleinstkraftwerke vernetzt, gesteuert und abgerechnet werden. Für den Betrieb kritischer Infrastruktur gilt vor allem eines: Sicherheit. Das Hamburger IT-Unternehmen Deepshore hat für die e.kundenservice Netz GmbH, ein Unternehmen aus der E.ON-Gruppe, eine blockchain-basierte Plattform entwickelt, die Prozesse vereinfacht und sicherer macht.

Sonne und Wind liefern den Strom nicht nur dann, wenn er benötigt wird. Vor allem bei guten Windverhältnissen kommt es vor, dass die Stromnetze die Überproduktion nicht aufnehmen können und das Einspeisemanagement die Anlagen abregeln muss. Die Betreiber der Windparks werden dann für die Abschaltung entschädigt. Diese Entschädigungen sind für die abgeregelte Energie zu zahlen und werden danach berechnet, wieviel bei normalem Netzbetrieb erzeugt worden wäre. Nach Angaben der Bundesnetzagentur lagen die Entschädigungsansprüche im Jahr 2018 insgesamt bei 635,4 Mio. Euro.

Allein durch die e.kundenservice Netz GmbH wurden 393 Mio. Euro im Jahr 2017 verrechnet. Hinter diesen Summen stehen komplexe Abrechnungs- und Verwaltungsprozesse. Pro Monat können dies gut 8.500 Rechnungen sein. Für die Abrechnung der einzelnen Anlagen werden Daten aus unterschiedlichen Quellen berücksichtigt, darunter auch Wetterdaten und Daten der Netzbetreiber, aus denen sich die mögliche Erzeugung ermitteln lässt. Ein Teil der Abstimmungs- und Prüfprozesse wurde bisher manuell bearbeitet.

Verteilte Datenbank mit Blockchain-Technologie

Der Einsatz einer Blockchain-Technologie allein kann laut Deepshore die Anforderungen an ein fachliches Datenmodell nicht erfüllen. Die Lösung liegt in einer verteilten Datenbank, die die Daten speichert und über Blockchain-Technologie verifiziert. Durch eine Streuwertfunktion, ein sogenanntes Hashverfahren, sind Informationen in der Datenbank gegen Manipulationen und Veränderungen geschützt.

Das Verfahren hat Deepshore in einer Forschungskooperation mit dem Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (Zuse-Institut) entwickelt und wurde bei e.kundenservice Netz erstmalig technisch implementiert. Die Verteilung der Daten verhindert eine unberechtigte Löschung von Informationen. Auf diese Weise ist eine Infrastruktur entstanden, die verteilt, performant und gleichermaßen konsistent ist.

„Netzbetreiber, Einspeiser und Wetterdienste können mit dieser Infrastruktur, ihre Daten jeweils geschützt bereitstellen und die Abrechnungsvorgänge nachvollziehbar und im Rahmen definierter Aufbewahrungsfristen abspeichern“, sagt Falk Borgmann Deepshore Solution Architekt.

Die komplexen Anforderungen sind dabei mit bestehenden Systemen im Einzelhandel aus IT-Sicht vergleichbar. Auf dieser Grundlage hat Deepshore die Lösungen für die Erfordernisse der Energiewirtschaft weiterentwickeln können: „Aufgrund unserer Erfahrungen mit revisionssicheren, verteilten Systemen im Handel und der damit verbundenen Wiederverwendbarkeit, konnten wir neben der reinen Konzeptionsphase einen Prototypen entwickeln und in einer Public-Cloud-Umgebung anbieten“, sagt Deepshore-Projektleiter Tim Wedemann. Gleichwohl kann das System auch auf einer hybriden Infrastruktur betrieben werden.

Der Prototyp veranschaulicht die auf der auditfesten Plattform benötigten Prozesse, wie die Berechnung der Entschädigungszahlungen, anhand gespeicherter Einspeisemanagement-Maßnahmen und Winddaten. Besondere Bedeutung hat hier die Erzeugung eines Consensus, also die von allen betroffenen Teilnehmern akzeptierten Daten, die manuelle Nacharbeiten praktisch komplett unnötig machen. Das aufwändige und manuelle Clearing wird damit weitgehend überflüssig oder würde aus dem jeweiligen Kundensystem auf die gemeinsame Plattform transferiert werden.

28.01.2020 | Quelle: Deepshore | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Marktparität für Photovoltaik und Onshore Wind

28. Januar 2020 - 13:03

Das Interesse an Photovoltaik- and Onshore Wind-Projekten mit langfristigen Stromlieferverträgen (PPA) ist laut dem Beratungsunternehmen enervis energy advisors ungebrochen. Denn im Jahr 2019 haben Investoren in Europa förderfreie Erneuerbare-Energien-Projekte mit insgesamt rund 21 GW Leistung angekündigt. Das Beratungs- und Analysehaus enervis hat nun eine Kurzstudie zum Status Quo der Marktparität von Onshore Windenergie und Photovoltaik in 25 Europäischen Ländern veröffentlicht. Demnach ist Marktparität für Photovoltaik und Onshore Wind in elf Ländern erreicht.

Im Jahr 2019 kam es auf den europäischen Großhandelsmärkten für Strom weitgehend zu einem leichten Rückgang der Grundpreise. Der weitere Anstieg des CO2-Preises, der im zweiten Halbjahr 2018 begann, wurde vor allem in Folge des milden Winterhalbjahres durch niedrige Gaspreise überkompensiert. Entsprechend der Strompreisentwicklung konnten Onshore Wind- und Photovoltaik in Europa geringere Marktwerte im Vergleich zum Jahr 2018 verdienen.

Doch weiterhin haben Photovoltaik-Großprojekt in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien hohe Preise von bis zu 20 €/MWh zusätzlich zu den jährlichen Vollkosten (LCOE) erzielt. Insgesamt wiesen elf europäische Länder Marktwerte für Photovoltaik und Onshore Wind auf, die über den inländischen LCOE für Neubauprojekte lagen.

Auch der Kannibalisierungseffekt blieb auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. In einigen Märkten gibt es bereits deutliche Abschläge zu verzeichnen. Etwa Deutschland zeigte einen Marktwertabschlag von 14 % für Onshore Wind und Sizilien mit 12 % für Photovoltaik-Erzeugung im Vergleich zu den jährlichen Grundpreisen auf.

Schlussfolgerungen der Studie:
  • Sinkende Erzeugungskosten, insbesondere bei großen Photovoltaik -Projekten, werden im nächsten Jahrzehnt erhebliche Investitionen in subventionsfreie Erneuerbare Energien auslösen.
  • Kannibalisierungseffekte für Onshore Wind und Photovoltaik sind in einigen Märkten bereits signifikant. Mit steigenden Anteilen Erneuerbarer Energien wird sich dies noch verstärken. Kleinere Märkte sind davon stärker betroffen.
  • Da fossile Brennstoffe immer noch einen großen Anteil an der europäischen Stromerzeugung ausmachen, haben die Schwankungen der Erdgas-, Kohle- und CO2-Preise erheblichen Einfluss auf die Strompreisentwicklung. Investoren und Banken müssen diese Risiken in ihren langfristigen Strompreiserwartungen berücksichtigen.

„Obwohl die Stromgroßhandelspreise in Europa leicht gesunken sind, haben elf europäische Strommärkte im Jahr 2019 die Marktparität für Photovoltaik und Onshore Wind erreicht. In Griechenland, Spanien, Portugal und Italien konnten Preise von bis zu 20 €/MWh oberhalb der LCOE für Neubauprojekte gesichert werden“, fasst Rita Kunert, Consultant bei enervis, zusammen.

28.01.2020 | Quelle: enervis | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Photovoltaik-Anbieter SENEC erhält den Deutschen Exzellenz-Preis

28. Januar 2020 - 12:09

Wie bereits im Vorjahr gewinnt SENEC den Deutschen Exzellenz-Preis auch 2020. SENEC erhält den Deutschen Exzellenz-Preis in der Kategorie „Produkte und Dienstleistungen B2C“ für SENEC.360°, seiner Rundum-Lösung für die Eigenversorgung mit selbst erzeugtem Solarstrom. Der Leipziger Hersteller von Stromspeichern und Anbieter von Energielösungen ist der einzige Preisträger in dieser Kategorie.

Mit dem Preis zeichnet das Deutsche Institut für Service-Qualität gemeinsam mit dem DUB UNTERNEHMER-Magazin und dem Fernsehsender n-tv Unternehmen aus, die exzellente Produkte, Dienstleistungen, Kampagnen oder Initiativen entwickelt oder umgesetzt haben. Die Gewinner werden von einer Jury aus unabhängigen Vertretern aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft unter dem Vorsitz des bekannten Journalisten und ehemaligen Fernsehmoderators Heiner Bremer gekürt. Schirmherrin des Preises ist die ehemalige Bundesministerin Brigitte Zypries, die auch SENEC die begehrte Trophäe überreichte. Überzeugt hat die Jury, dass SENEC es Hausbesitzern durch eine Komplettlösung ermöglicht, sich wirklich selbst mit dem eigenen Solarstrom zu versorgen. Damit erfüllt das Unternehmen die Kriterien, über die die Jury Exzellenz in diesem Jahr definiert: Digital, innovativ, kreativ.

Rundum-Lösung überzeugt die Jury

Die in der Kategorie „Produkte und Dienstleistungen B2C“ ausgezeichnete Komplettlösung SENEC.360° ermöglicht es Hausbesitzern, sich mit selbst erzeugtem Solarstrom zu versorgen. Das Angebot aus Hochleistungs-Photovoltaikmodulen, einem intelligenten Stromspeicher und der SENEC.Cloud als Energielösung deckt die Bedürfnisse der Kunden umfassend ab. Der eigene Solarstrom wird zur Energiequelle für das gesamte Leben – auch für die Elektromobilität.

„Digital, innovativ, kreativ – genau auf diesen Grundsätzen basiert unsere Komplettlösung für Hausbesitzer. So bieten wir ihnen Unabhängigkeit und machen sie zu Treibern der Energiewende“, so Jaron Schächter, Geschäftsführer der SENEC GmbH. „Wir freuen uns, dass die Jury das genauso sieht und uns bereits zum zweiten Mal mit dem Deutschen Exzellenz-Preis ausgezeichnet hat.“

Weitere Informationen zum Deutschen Exzellenzpreis.

28.01.2020 | Quelle: SENEC | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Wachsende Anzahl von Power-to-Gas-Anlagen

28. Januar 2020 - 11:43

Vor einem Jahr berichtete die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST), dass Power-to-Gas in Deutschland immer mehr industrielle Anwendungen findet. Damals waren 50 Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von ca. 50 MW in Betrieb oder Planung. Seitdem wurden weitere Power-to-Gas -Projekte mit einer Elektrolyseleistung von insgesamt fast 600 MW angekündigt – eine Steigerung um den Faktor 10 innerhalb eines Jahres.

Power-to-Gas wandelt elektrische Energie in Wasserstoff oder durch nachfolgende Synthese in Methan oder in flüssige Energieträger um. Eine Auswertung der LBST-eigenen Power-to-Gas -Datenbank zeigt, dass bis Ende 2019 weltweit mehr als 300 Power-to-Gas -Projekte bekanntgegeben wurden. Allein in den letzten sechs Monaten des vergangenen Jahres wurden mehr Kapazitäten angekündigt als in den letzten sechs Jahren zusammen. Mit der wachsenden Anzahl von Power-to-Gas-Anlagen nimmt auch die Anlagengröße zu. Mehrere Elektrolyseure mit einer elektrischen Nennleistung größer als 30 MW sollen in den nächsten Jahren in Deutschland errichtet werden. Bei den Anwendungen steht die Sektorenkopplung im Fokus, welche die Strom-, Wärme- und Gasbranche sowie den Mobilitätssektor miteinander verbindet und einen besseren Ausgleich bei Schwankungen der erneuerbaren Energien und der CO2-reduzierten Mobilität ermöglicht.

Grüner Wasserstoff soll grauen Wasserstoff ersetzen

Neben der energetischen Nutzung ist Wasserstoff ein umfangreich verwendeter Rohstoff, der beispielsweise in der chemischen, petrochemischen und metallverarbeitenden Industrie eingesetzt wird. Der heute in der deutschen Industrie genutzte Wasserstoff von ca. 50 Millionen Nm³/Tag wird größtenteils aus fossilen Quellen gewonnen („grauer“ Wasserstoff), vor allem aus Erdgas. Dabei werden jährlich über 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Bei der Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien („grüner“ Wasserstoff) wird kein CO2 emittiert. Daher können die deutschen CO2-Emissionen durch eine wachsende Anzahl von Power-to-Gas-Anlagen und die Substitution des heute verwendeten „grauen“ Wasserstoffs erheblich reduziert werden.

Grüner Wasserstoff wird langfristig wettbewerbsfähig

Umweltfreundlicher grüner Wasserstoff ist derzeit noch teurer als der aus fossilen Quellen erzeugte. Die Kosten nähern sich aber durch verbesserte politische und regulatorische Rahmenbedingungen und fallende Kosten für erneuerbaren Strom und für Elektrolyseanlagen zunehmend an und werden mit der wachsenden Anzahl von Power-to-Gas-Anlagen weiter sinken. Einsatzfelder des durch Power-to-Gas erzeugten Wasserstoffs reichen von der Wasserstoffeinspeisung ins Erdgasnetz, mit oder ohne vorherige Methanisierung über die Verwendung von grünem Wasserstoff zur Direktreduktion in der Stahlproduktion und zur Hydrierung in Raffinerien bis zu dessen Einsatz im Verkehrs- und Wärmesektor.

28.01.2020 | Quelle: TÜV SÜD | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

IBC SOLAR tritt europäischem Photovoltaik-Verband bei

27. Januar 2020 - 14:33

Seit vielen Jahren treibt IBC SOLAR als Pionier der Solarbranche die dezentrale Stromerzeugung voran und setzt sich für den weiteren Ausbau und für die Entwicklung besserer Rahmenbedingungen in der Solarenergie ein. Mit seiner Mitgliedschaft im SolarPower Europe möchte IBC SOLAR zusammen mit den mehr als 200 Mitgliedern des Verbandes die Realisierung eines nachhaltigen und intelligenten Systems für erneuerbare Energien unterstützen. Ziel von SolarPower Europe ist es, die Solarenergie nicht nur als die führende Technologie für erneuerbare Energien zu positionieren, sondern auch dazu beizutragen, die von der EU ausgerufenen Klimaziele bereits vor 2050 zu erreichen.

„Photovoltaik wird immer mehr zum unverzichtbaren Rückgrat der sich transformierenden europäischen Stromversorgung. SolarPower Europe leistet einen exzellenten Job, die Bedeutung und die Fähigkeiten der Solarenergie in Brüssel und darüber hinaus zu vermitteln“, sagt Jörg Ebel, Vice President Corporate Affairs von IBC SOLAR.

Neben der Mitgliedschaft im Verband SolarPower Europe ist IBC SOLAR auch im Global Solar Council, im BSW-Solar (Bundesverband Solarwirtschaft), im BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) und weiteren Verbänden aktiv. Mit dem Eintritt in den SolarPower Europe bekräftigt das Unternehmen sein Engagement, Solar zu einer führenden Energietechnologie zu machen.

Walburga Hemetsberger, CEO von SolarPower Europe, ergänzt: „Wir freuen uns, IBC SOLAR als neues Mitglied von SolarPower Europe begrüßen zu dürfen. Denn IBC SOLAR hilft dabei, eine Brücke zwischen Solarherstellern und Entwicklern zu schlagen. Dank ihrer langjährigen Erfahrung und ihres Fachwissens können wir unsere Ziele für ein solares Jahrzehnt 2020 verwirklichen und gemeinsam sicherstellen, dass bis 2030 mehr Energie aus Sonnenenergie gewonnen wird als aus jeder anderen Energiequelle.“

27.01.2020 | Quelle: IBC Solar | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

EEG-Novelle: Bioenergieverbände fordern Planungssicherheit

27. Januar 2020 - 14:12

Ende Januar werden die ersten Gespräche zwischen Bund und Ländern zur diesjährigen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) stattfinden. Da diese EEG-Reform einen Kipppunkt für ihre Branche darstellt, fordern die Bioenergieverbände Planungssicherheit. Sie haben mit einem Positionspapier den konkreten Handlungsbedarf für die anstehenden politischen Entscheidungen zusammengefasst.

„Mit der EEG-Novelle 2020 müssen nun endlich klare Entscheidungen für die Bioenergie getroffen werden – sie ist für unsere Branche ein Kipppunkt“, betont Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, im Namen der Bioenergieverbände. „2020 ist das Jahr der wesentlichen Weichenstellungen für die Bioenergie und es ist daher dringend geboten, das Klimaschutzprogramm 2030 umzusetzen. Denn dort ist das Ziel verankert, die Stromerzeugung aus Biomasse bis 2030 mit 42 Milliarden Kilowattstunden in etwa auf dem heutigen Niveau zu halten.“

Um den Klimaschutzbeitrag der Bioenergiebranche sicher zu stellen, müssen nun die Ausschreibungsvolumina für die Jahre 2023 bis 2030 im EEG festgeschrieben werden. Nur so haben die Branchenakteure einen verlässlichen Rahmen für die notwendigen Investitionen und der Bioenergiekraftwerkspark wird nicht zeitgleich mit Kernkraft- und Kohlekraftwerken abgeschaltet. Darüber hinaus setzen sich die Verbände für eine Überprüfung und Anpassung der Gebotsgrenzen ein, um der Branche wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Bereitstellung von erneuerbarem Strom zu bieten. Auch die Realisierungsfristen im EEG müssen verlängert werden, da der Zeitraum von 18 bzw. 24 Monaten insbesondere für größere Holzheizkraftwerke und Abfall-basierte Biogasanlagen nicht ausreicht, um vom ersten Spatenstich bis zur Inbetriebnahme zu gelangen.

Flexibilitätsprämie abschaffen

Mit der EEG-Novelle müsse die im Klimaschutzprogramm 2030 festgelegte Minderung von Methanemissionen aus der Viehhaltung durch einen Ausbau der Vergärung von Wirtschaftsdüngern und landwirtschaftlichen Reststoffen in Biogasanlagen umgesetzt werden. Weiterhin müsse die Flexibilisierung von Biogasanlagen fortgeführt und ausgebaut werden – der Deckel der Flexibilitätsprämie ist jedoch erreicht und sollte laut der Bioenergieverbände abgeschafft oder angehoben werden.

Die Verbände fordern den Bund und die Länder auf, sich bei ihren Verhandlungen für eine Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 und die entsprechende Stabilisierung der Bioenergienutzung einzusetzen. Nur ist nach Einschätzung der Bioenergieverbände Planungssicherheit gegeben und nur so könne vermieden werden, dass der heutige Klimaschutzbeitrag der Bioenergiebranche unwiederbringlich verloren geht und durch andere Maßnahmen kompensiert werden müsste. Die ausführlichen Maßnahmenvorschläge hierzu haben die Bioenergieverbände in ihrem Positionspapier zum EEG zusammengestellt.

27.01.2020 | Quelle: BBE | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Kritik am Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz

27. Januar 2020 - 13:17

In dieser Woche will das Bundeskabinett den Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz beschließen. Der zur Abstimmung stehende Fahrplan für die Abschaltung der Kohlekraftwerke weicht jedoch an mehreren Stellen von dem im vergangenen Jahr erzielten Kohlekompromiss ab. Darauf weist das Solar Cluster Baden-Württemberg hin und fordert erhebliche Nachbesserungen. Laut Gesetzesentwurf wird der Ausstoß an Kohlendioxid in den ersten zehn Jahren deutlich weniger verringert als vereinbart: Bis 2030 sollen nur fünf Gigawatt anstatt 20 Gigawatt Leistung abgeschaltet werden. Außerdem sinkt die Anzahl der CO2-Zerifikate nicht im gleichen Umfang wie die Kohleverstromung. „Das verletzt den Geist des Kohlekompromisses und muss korrigiert werden“, sagt Solar-Cluster-Geschäftsführer Franz Pöter. Auch die erneute Blockade erneuerbarer Energien müsse ein Ende haben, so Pöter. Im Gesetzesentwurf fehlt die Aufhebung des 52-Gigawatt-Deckels, der den Ausbau der Photovoltaik verhindert. Ein ähnlicher Hemmschuh droht dem Ausbau der Windstromerzeugung mit der 1.000-Meter-Abstandsregelung.

CO2-Reduktion in den ersten zehn Jahren viel zu gering

Der Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium soll den mit Verbänden und Industrie mühsam erzielten Kohlekompromiss rechtlich umsetzen. Doch es gibt nicht nur inhaltliche Kritik daran: „Wir hatten 22 Stunden Zeit, eine Stellungnahme zu formulieren“, bemängelt Pöter. „Eine Diskussion war wohl nicht erwünscht.“ Aus Sicht des Branchenverbandes ist etwa die CO2-Reduktion in den ersten zehn Jahren viel zu gering: Denn sie unterschreitet die Vereinbarung im Kohlekompromiss deutlich. Laut Kompromiss sollen in jedem Jahr zehn Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Das entspricht einem Abbau von rund zwei Gigawatt Kohlekraftwerksleistung. Im Entwurf stehen jedoch nur 0,5 Gigawatt pro Jahr, ein Viertel des ursprünglich Vereinbarten.

„Es darf nicht sein, dass die Politik einen Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz entwirft, dass den finanziellen Rahmen aus dem Kohlekompromiss überschreitet und trotzdem die vereinbarte CO2-Verringerung nur zu einem kleinen Teil umsetzt“, kritisiert Pöter. Wird der Entwurf Gesetz, stößt Deutschland bis 2030 rund 40 Millionen Tonnen mehr CO2 aus – eine große Belastung für das Klimaziel.  

Überschuss an CO2-Zertifikaten droht

Auch nicht alle CO2-Zerifikate der abgeschalteten Kraftwerke sollen laut Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz vom Markt genommen werden. Der daraus folgende Überschuss würde künftig den CO2-Preis beim Emissionshandelssystem drücken. Die verbleibenden Kohlekraftwerke könnten dadurch häufiger gewinnbringend am Markt agieren und so mehr Treibhausgas ausstoßen. Darüber hinaus sollen die Strompreise nun doch nicht sinken. Im Entwurf ist dies jedenfalls nicht mehr verpflichtend enthalten. Für die Energiewende ebenfalls negativ zu Buche schlägt: Der Umbau eines Kohlekraftwerks des Betreibers Uniper auf ein klimafreundlicheres Gaskraftwerk wird abgelehnt. Das Argument: 2.000 Arbeitsplätze seien betroffen.

Falsche Argumente Arbeitsplätze und Systemsicherheit

Die aktuellen Rahmenbedingungen haben Folgen besonders für die heimische Windindustriebranche, die seit 2017 bereits rund 35.000 Arbeitsplätze verloren hat – das ist weit mehr als alle derzeitigen Arbeitsplätze in der Braunkohleindustrie zusammen. Ähnlich erging es der Photovoltaik einige Jahre zuvor mit 75.000 verlorenen Jobs. Doch in der Photovoltaik- und Windenergiebranche ist das künftige Potenzial an Arbeitsplätzen im Vergleich zur Kohlebranche weiterhin groß. „Es ist deshalb unverhältnismäßig, den Umbau der Energieversorgung mit Verweis auf Arbeitsplätze in der Kohlebranche zu blockieren“, so Pöter weiter. „Eine kluge Industrie- und Wirtschaftspolitik für die Zukunftsenergien ist dringend erforderlich.“

Auch das Argument Energiesystemsicherheit trägt nicht weit: Trotz eines Ökostromanteils von fast 43 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019 und eines 65-Prozent-Anteils über zwei Wochen im März 2019 ist die Netzstabilität in den letzten Jahren weiter gestiegen. Dies zeigt die historisch niedrige Zahl an Netzausfällen im Jahr 2018. Die Bundesnetzagentur bestätigt, dass die Energiewende bisher keinen Einfluss auf die Systemstabilität hat. Auch mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien können die Stromnetze stabil gehalten werden. „Somit ist die Behauptung, vom Kohlekompromiss abweichen zu müssen, um die Systemsicherheit zu gewährleisten, nicht mit Fakten belegbar“, so Pöter. „Sie schürt aber Angst in Bevölkerung und Industrie. Diese unbegründeten Aussagen sind unverantwortlich und volkswirtschaftlich schädlich.“

Sechs Forderungen des Solar Clusters Baden-Württemberg

Der Gesetzesentwurf zum Kohleausstiegsgesetz muss folgende Punkte enthalten:

  • Der im Kohlekompromiss vereinbarte CO2-Minderungspfad muss eingehalten werden. Die Abschaltzeitpunkte der Kohlekraftwerke dürfen daher nicht verzögert und die Reststrommengen nicht erhöht werden.
  • CO2-Zertifikate im Umfang der abgeschalteten Kraftwerke müssen vom Markt genommen werden.
  • Der Staat darf den marktgetriebenen Umbau von Kohlekraftwerken auf Gaskraftwerke nicht verhindern.
  • Der Staat darf den marktgetriebenen Umbau von Kohlekraftwerken auf Gaskraftwerke nicht verhindern.
  • Strompreisreduktion durch anteilige Umfinanzierung der EEG-Umlage im Rahmen der 40 Milliarden Euro
  • 52-Gigawatt-Deckel für die Photovoltaik steichen, die 1.000-Meter-Abstandsregelung für Wind nicht beschließen
  • Arbeitsplätze in der Solar- und Windbranche nicht zugunsten der Kohleverstromung aufs Spiel setzen

27.01.2020 | Quelle: Solar Cluster Baden-Württemberg | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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