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Aktualisiert: vor 1 Stunde 3 Sekunden

Photovoltaik-Konferenz: EU PVSEC 2020 geht online

14. Juli 2020 - 14:25

Die 37. Ausgabe der European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition (EU PVSEC 2020) will neue Maßstäbe für Online-Veranstaltungen im globalen Photovoltaik-Sektor setzen. Rund 1.000 mündliche und visuelle sowie Plenar-Präsentationen werden per Live-Feed über die Plattform übertragen. Zwei Vorsitzende moderieren die Sitzungen, während das Publikum über Face-to-Face-Tools und Q&A-Chats interagieren kann. Bis zu 30 Aussteller präsentieren ihre neuen Produkte und technologischen Highlights in virtuellen Showrooms. In einem zusätzlichen Streaming-Room finden Präsentationen und Diskussionen der Branche statt. Auch die Poster-Referenten können miteinander kommunizieren und mit dem Live-Q&A-Chat interagieren.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, die EU PVSEC 2020 in ein qualitativ hochwertiges und interaktives Online-Live-Event für die globale PV-Community umzuwandeln“, sagt Jonas Bergmiller, Eventmanager der EU PVSEC. „Teilnehmer und Aussteller können sicher sein, dass wir uns für eine hervorragende Online-Ausgabe der diesjährigen EU PVSEC einsetzen.“

Neueste Entwicklungen bei Rahmenbedingungen und Technologien

Die Sitzungen bieten Einblicke in PV-Technologien und -Anwendungen, von neuen Solarzellen-Architekturen über Perowskit-Solarmodule bis zu Floating PV. Weitere Themen sind Energiespeicher, BOS-Komponenten und Recycling. Um den raschen Anstieg und die hervorragenden Perspektiven des PV-Marktes widerzuspiegeln, konzentriert sich die EU PVSEC 2020 auf angewandte und richtlinienorientierte Themen.

„Die EU PVSEC ist die ideale Plattform, um Kontakte aufzufrischen und auszubauen, sich über die neuesten Entwicklungen in der Photovoltaik-Technologie zu informieren und zur Debatte beizutragen, wie wir die Technologie zum Schutz und zur Verbesserung unserer Energieversorgung einsetzen können“, sagt Nicola Pearsall, Professorin an der Northumbria University und Vorsitzende der EU PVSEC 2020.

Frühbucherrabatte bis zum 31. Juli

Da die diesjährige Konferenz digital stattfindet, können Teilnehmer problemlos aus der ganzen Welt ohne Reise- und Hotelkosten teilnehmen. Die 36. Konferenz hatte im Vorjahr noch in Marseille stattgefunden. Die Registrierung hat am 1. Juli begonnen und Frühbucherrabatte sind bis zum 31. Juli verfügbar.

14.7.2020 | Quelle: EU PVSEC | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

MobilHybrid: Mobiler Stromspeicher für Baustellenkran

14. Juli 2020 - 13:58

Auf einer Baustelle mit einem Baukran vom Typ Potain Mdt 218 wird der mobile Stromspeicher MH24 der Firma MobilHybrid eingesetzt und man kann dadurch auf ein Dieselaggregat verzichten. „Die Energieversorger begrenzen immer mehr die Netzanschlussleistungen und verbieten teilweise den Anschluss netzkritischer Verbraucher, wie es ein Baukran ist“, berichtet Harald Hornbacher, Geschäftsführer des Baumaschinenlieferanten Laurer Baumaschinen. Hornbacher setzt bereits seit Jahren auf die Kombination Baukran und MobilHybrid. Beide ergänzen sich, da der MobilHybrid Spitzenlasten bis zu 125 A aus der Batterie puffert und somit keine kritischen Netzrückwirkungen entstehen wie die Baustelle in Österreich zeigt. Die Anschlussleistung ist hier auf 40 Ampere begrenzt, der Potain Kran mit 34 kW Hubmotorleistung und 120 A Anlaufstrom wäre am Stromnetz so nicht zu betreiben. Normalerweise kommt dann ein 80 bis 100 kVA Dieselaggregat zum Einsatz. Doch Dieselaggregate sind gerade bei Kranbaustellen äußerst ineffizient da die Dauerleistung des Aggregats nur sehr selten erreicht wird.

Kran benötigt nur kurzzeitig sehr viel Strom

Der Kran ist zwar ständig im Betrieb zum Schwenken oder Ablassen von Baumaterial, jedoch bei sehr geringem Stromverbrauch. Allerdings braucht er beim Heben von schweren Lasten kurzfristig sehr viel Strom. Daher kann auf ein kleineres Aggregat nicht zurückgegriffen werden. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Dieselaggregate in dieser Leistungsklasse bis zu 20.000 Liter Diesel pro Jahr benötigen. Bei einer Auslastung im einstelligen Prozentbereich wird die meiste Energie somit einfach verbrannt was zusätzlich zu hohen Wartungskosten führt, von Lärm- und Emissionen ganz zu schweigen.

An der Baustelle wird der Baukran und alle anderen elektrischen Baumaschinen inklusive der Container direkt am MobilHybrid angeschlossen, dafür stehen am Gerät ausreichend Steckdosen mit bis zu 125 A zur Verfügung. Das Stromnetz mit der zugelassenen Energie wird ebenfalls am mobilen Stromspeicher eingesteckt. Direkt am Display kann die zulässige Leistung des Stromnetzes eingestellt werden, so dass die Baumaschinen nicht mehr Strom als das vom Energieversorger zugelassen abnehmen. Benötigen diese jetzt mehr Energie als das Stromnetz zur Verfügung stellen kann, liefert der Stromspeicher ganz nach Bedarf die restliche Energie dazu. Kommen die Baumaschinen mit weniger Energie aus, lädt der überschüssige Strom die Batterien. Dadurch rechnet sich die Anschaffung eines mobilen Stromspeichers innerhalb eines Jahres, sagt Hornbacher der bereits mehrere MobilHybrids in Österreich verkauft hat.

Baulärm reduzieren

Gerade auch in innerstädtischen Baustellen mit scharfen Vorgaben an Lärm- und Emissionen punktet das Speichersystem. Kombiniert man diesen noch mit einer mobilen Photovoltaik-Anlage wie Sie die Firma MobilHybrid ebenfalls im Programm hat, lässt sich dadurch einen Teil der Energie auch noch umweltfreundlich und regenerativ erzeugen.

Das vorhandene Stromnetz muss nicht über 400 V verfügen. Es ist auch möglich, den Stromspeicher nur mit einphasigem 220 V Lichtstrom zu versorgen. Dadurch ergeben sich laut Hersteller ganz neue Möglichkeiten der Nutzung von leistungsstarken elektrischen Maschinen mit Drehstrom ganz ohne Stromaggregat.

Der mobile Stromspeicher lässt sich auch als mobile Solarstromtankstelle für Elektroautos einsetzen.

14.7.2020 | Quelle: MobilHybrid | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik-Dachanlage für Logistikzentrum

14. Juli 2020 - 13:01

Mit dem Projekt in Gernsheim revitalisierte die Projektgesellschaft Axxus Capital gemeinsam mit dem Bauherrn, der Mannheimer Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung, ein ehemaliges Grundstück der chemischen Industrie. Der Logistikpark wurde dort auf dem früheren Grundstück der van Baerle Chemiewerke errichtet. Teil der Entwicklung waren Abbruch, Boden- und Grundwasserssanierung und Baureifmachung des gesamten Areals im Einklang mit Natur- und Artenschutz. Es entstanden Logistikhallen mit etwa 46.000 Quadratmetern Lager- und Büroflächen und die Photovoltaik-Dachanlage für das Logistikzentrum.

„Gerade auch Stiftungen sind an einem ökologisch nachhaltigen Investment interessiert, um Ihren Stiftungszweck erfüllen zu können. Unser Ziel war es daher bei diesem Projekt, die Dachflächen sinnvoll in das nachhaltige Konzept des Gesamtprojekts einzubinden und maximale Wirtschaftlichkeit mit Ökologie und dezentraler Stromerzeugung zu kombinieren“, erklärt Helmut Weber, Projektleiter der Entwicklungsgesellschaft Axxus Capital.

Die Solaranlagenexperten von Wirsol Roof Solutions haben die maßgeschneiderte Photovoltaik-Dachanlage für das Logistikzentrum geplant und gebaut. Um die Anlage rechtlich und wirtschaftlich einwandfrei zu errichten, wurden Grundstücke und Anschlüsse aufgeteilt und die Anlagen in fünf Bauabschnitten errichtet. Auf den Dachflächen wurden insgesamt 11.180 Solarmodule und 45 Wechselrichter verbaut. Der gesamte jährliche Stromertrag wird bei über 3,45 Millionen Kilowattstunden liegen. Damit können pro Jahr rund 2.000 Tonnen CO2 vermieden werden.

„Wir planen stets so, dass eine maximale Energieausbeute für den Auftraggeber möglich wird. Im Fall des Gernsheimer Projekts kam noch die Besonderheit hinzu, dass auf zwei Gebäuden fünf sehr große Dachabschnitte mit den Anlagen innerhalb eines Gesamtprojekts zu realisieren und zu verbinden waren“, sagt Johannes Groß, Vertriebsleiter bei Wirsol Roof Solutions. Sowohl die rechtliche, wie auch technische Planung um dieses Gesamtkonstrukt zu meistern, lag in der Verantwortung des Solarunternehmens aus Waghäusel.

14.7.2020 | Quelle: Wirsol Roof Solutions | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik-Experte Fei Lu wird Vice President beim PI Berlin

14. Juli 2020 - 12:31

Seit Anfang Juli verstärkt der Photovoltaik-Experte Fei Lu das Team des Photovoltaik-Beratungsunternehmens PI Berlin. Als Vice President Factory Services wird er die Organisation aller Dienstleistungen weltweit leiten, die das PI Berlin rund um Photovoltaik- und Batteriefabriken anbietet. Gleichzeitig wird er als Senior Technologieberater fungieren. Zuvor war er in leitenden Positionen etwa bei REC Solar und Jiangsu Linyang Photovoltaics Technology beschäftigt.

„Die meisten Solarmodule weltweit werden seit Längerem in Asien produziert. Um dem Rechnung zu tragen, haben wir am PI nun die neue Position VP Factory Services geschaffen und mit Fei Lu besetzt, der am Standort Shanghai arbeiten wird“, erklärt Paul Grunow, CEO des PI Berlin. „Wir sind stolz darauf, dass wir ihn für diese Position gewinnen konnten. Er bringt sehr viel Expertise mit und hat uns auf ganzer Linie überzeugt.“

Expertise in Solarforschung und -technologie

Der 34-jährige Photovoltaik-Experte Fei Lu leitet weltweit alle Fabrik-Services, zu denen Audits und Produktionsüberwachung im Bereich Photovoltaik und Batteriespeicher zählen. Durch seine bisherigen Tätigkeiten bringt er besonderes Fachwissen im Bereich Solarwafer-, Zellen- und Modultechnologie mit. Bislang war Lu Direktor für Modultechnologie beim chinesischen Konzern Jiangsu Linyang Photovoltaics Technology und davor Senior Engineer und Projektleiter für Produktentwicklung bei REC Solar in Singapur. Davor arbeitete Lu in der Forschung zum Thema PV-Module und monokristalline Solarzellen am Solar Research Institute of Singapore (SERIS) sowie am Fraunhofer-Zentrum für Silizium-Photovoltaik in Deutschland. Er hält über zehn Patente und machte seinen Abschluss als Master of Science im Bereich Photovoltaiktechnik an der Universität von New South Wales in Australien.

Mit Qualitätssicherung gegen den Klimawandel

„Die Welt muss jedes Jahr ein Terawatt mehr Solarstrom erzeugen, um den Kampf gegen den Klimawandel zu gewinnen. Je besser die Qualität der Solarkraftwerke ist, desto höher ist auch ihr Energieertrag. Deshalb wollte ich am PI Berlin arbeiten: Es ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Qualitätssicherung von PV-Projekten“, sagt Fei Lu. „Ich denke, das PI Berlin hat ein großartiges Team und ich freue mich, dort meinen eigenen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten.“

14.7.2020 | Quelle: PI Berlin | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schweizer Photovoltaik-Markt 2019: 20 Prozent Wachstum

14. Juli 2020 - 12:04

Mitte Juli hat das Schweizer Bundesamt für Energie die von Swissolar durchgeführte Markterhebung Sonnenenergie 2019 veröffentlicht. Swissolar hat eine vertiefte Analyse der Zahlen für den Schweizer Photovoltaik-Markt 2019 vorgenommen.

Photovoltaik: Mehr und größere Anlagen

Die Verkaufszahlen der Photovoltaik stiegen gegenüber dem Vorjahr um 20 % auf 332 Megawatt. Der Anteil der Solarstromproduktion am Stromverbrauch der Schweiz lag 2019 bei 3,8 % (2018: 3,4 %). Damit konnte der Wachstumstrend des Vorjahrs weitergeführt werden. Aber der Zubau liegt immer noch unter dem bisher höchsten Wert von 2015 mit fast 340 Megawatt.

Eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr ließ sich in fast allen Größenkategorien feststellen. Besonders stark bei den größten Anlagen (über 1 MW), wo ein Zuwachs der neu installierten Leistung um den Faktor 9 zu verzeichnen war. Die durchschnittliche Anlage war 22,5 Kilowatt (kW) groß, gegenüber 19,4 kW im Jahr 2018. Es zeigt sich ein Trend zu größeren Anlagen in allen Kategorien.

Aufgeteilt nach der Art der Anlagen legten im Schweizer Photovoltaik-Markt 2019 fast alle Marktsegmente zu. Mit 39 % in Bezug auf die Leistung war der Zuwachs bei Anlagen auf Industrie- und Gewerbebauten besonders hoch. Offensichtlich erkennen immer mehr Inhaber solcher Betriebe die Möglichkeit, einen Teil ihres Strombedarfs mit Solaranlagen auf dem eigenen Dach zu erzeugen.

Stromspeicher: Immer beliebter

Die Anzahl verkaufter Batteriespeicher war etwas tiefer als im Vorjahr, aber dafür nahm die neu installierte Speicherkapazität um fast 40 % zu. Die durchschnittliche Speichergröße lag bei 13,5 Kilowattstunden gegenüber 9,1 im Vorjahr. Rund 15 % der neu installierten PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern werden mit einem Batteriespeicher kombiniert.

Solarthermie: massiver Rückgang

Beim Verkauf von Kollektoranlagen zur Nutzung der Solarwärme musste leider ein massiver Marktrückgang um 34 % auf 27 MW Leistung hingenommen werden. Fast alle Anlagentypen waren davon betroffen. Die Gründe sind unter anderem bei der Dominanz von Wärmepumpen im Neubau zu suchen. 2019 wurden 24.000 Wärmepumpen installiert, 9 % mehr als im Vorjahr. Deren Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist technisch einfacher als die Kombination mit einer Solarthermie-Anlage. Eine vertiefte Analyse dieser Marktentwicklung steht allerdings noch aus.

Ausblick: Jährlichen Zubau um den Faktor 4 bis 5 steigern

Mit dem Ja zur Energiestrategie 2050 hat die Schweiz den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, und in Umsetzung des Pariser Klimaprotokolls hat der Bundesrat die Dekarbonisierung des Landes bis 2050 beschlossen. Beide Ziele können aus Sicht von Swissolar nur mit einem massiven Ausbau der Solarenergie auf rund 50 Gigawatt mit einer jährlichen Stromproduktion von 45 Terawattstunden erreicht werden. Das bedeutet: Innerhalb von nur 30 Jahren müssen wir das 20-fache der heute installierten Leistung zubauen. Dazu müsste der jährliche Zubau auf mindestens 1.500 Megawatt pro Jahr steigen, was dem 4- bis 5-fachen des heutigen Zubaus entspricht.

Zur Erreichung dieser Ziele braucht es gezielte Fördermaßnahmen für große Photovoltaikanlagen ohne Eigenverbrauch (z.B. auf Landwirtschafts-, Gewerbe- und Bürogebäuden), wozu die vom Bundesrat im Rahmen der Revision des Energiegesetzes (EnG) vorgesehenen Ausschreibungen dienen können. Swissolar ruft Bundesrat und Parlament auf, diese Gesetzesänderung rasch umzusetzen. Zudem braucht es eine schnelle Revision der kantonalen Energiegesetze gemäß MuKEn 2014, die unter anderem eine Pflicht zur Eigenstromproduktion für Neubauten und den Einsatz erneuerbarer Energien bei Heizungssanierungen vorsieht. Diesbezüglich stehen wichtige Entscheide in den Kantonen Aargau, Zürich, St. Gallen und weiteren bevor.

Die Markterhebung zum Solarmarkt Schweiz ist unter dem nebenstehenden Link zu finden.

14.7.2020 | Quelle: Swissolar | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik: „Graphen-Rüstung“ verbessert Haltbarkeit von Perowskit-Solarzellen

13. Juli 2020 - 14:29

„Graphen kann eine wirksame Diffusionsbarriere sein, wenn es mit metallischen Nanostrukturen kombiniert wird“, notiert das Team in seinem Forschungsbericht. Die „Graphen-Rüstung“ sorge nicht nur für eine längere Haltbarkeit, sondern auch für eine bessere Sammlung von Ladungen, die letztlich den nutzbaren Strom ausmachen.

Mit einer Folie aus Graphen trennen die Forscher die Elektrode auf Metallbasis und die Perowskit-Kristalle voneinander. So können Metallatome und Halogenid-Ionen nicht mehr umherwandern und die Funktion der Solarzelle beeinträchtigen. Die Elektrode besteht aus einem Kupferkristallgitter mit eingelagerten Polyimid-Partikeln, das mit einer Graphenfolie abgeschlossen wird. Diese Hybridelektrode hat eine hohe elektrische Leitfähigkeit, ist chemisch stabil und mechanisch sehr belastbar.

Hoher Wirkungsgrad

Normalerweise wählen Entwickler von Perowskit-Solarzellen Elektroden aus Indium-Titan-Oxid (ITO), weil dieses Material transparent ist, Licht also nahezu hindernisfrei passieren lässt. Abgesehen davon, dass dieses Material sehr teuer ist, zerbricht es leicht, weil es äußerst spröde ist. Zwischen ITO und Perowskit-Kristall dringen Metallatome und Halogenid-Ionen ein, die den Wirkungsgrad der Zelle schwächen.

Die neuartige Elektrode mit „Graphen-Rüstung“ ermöglicht einen Wirkungsgrad von 16,4 Prozent. Das ist kaum weniger als bei einer ITO-Elektrode, die auf 17,5 Prozent kommt. Nach 100 Stunden hatte die Zelle mit Hybridelektrode gerade mal 2,5 Prozent ihrer Leistung eingebüßt. Zudem ist sie auch für tragbare Elektronik geeignet, die mechanisch stark belastet wird. Nach 5.000 Biegeversuchen hatte sie noch 94 Prozent ihrer Anfangsleistung.

13.7.2020 | Quelle: NIST | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Bundesnetzagentur: Marktkonsultation zur Regulierung von Wasserstoffnetzen

13. Juli 2020 - 13:59

Die Bundesnetzagentur hat heute eine Marktkonsultation zur Regulierung von Wasserstoffnetzen eingeleitet. In einer Bestandsaufnahme zeigt sie den aktuellen regulatorischen Rahmen für Wasserstoffnetze und analysiert ausgehend von möglichen Entwicklungspfaden, ob Wasserstoffnetze zukünftig reguliert werden sollten. Ein begleitender Fragebogen dient der Strukturierung der Konsultation.

Mit dem Dokument zur Bestandsaufnahme gibt die Bundesnetzagentur dieser neuen Diskussion eine Grundlage. Die Konsultationsfragen richten sich an bestehende und potentielle Marktakteure, Netzbetreiber, Verbraucher, Wissenschaft und weitere interessierte Kreise. „Wir haben im Rahmen der Bestandsaufnahme einige zentrale Fragen identifiziert und freuen uns nun auf die Rückmeldungen des Marktes“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. 

Wasserstoff ist vieldiskutiertes Thema

Wasserstoff ist im Rahmen des Dialogprozesses Gas 2030 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der anknüpfenden Nationalen Strategie Wasserstoff zu einem zentralen energiepolitischen Thema geworden. Aufgrund konkreter Anfragen aus dem Markt zu einzelnen Projekten sowie der Tatsache, dass der Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan Gas 2020 – 2030 zum ersten Mal sogenannte Grüngas-Projekte als Eingangsgrößen für die Netzmodellierung aufführt, hat sich die Bundesnetzagentur mit diversen regulatorischen Fragestellungen auseinandergesetzt.

Daher sind Regulierungsfragen sowohl aus Sicht von Verbrauchern, als auch aus Sicht von Investoren, die auf sichere Rahmenbedingungen für Investitionen in die Wasserstoffinfrastruktur bauen, von entscheidender Wichtigkeit.

Regulierung von Wasserstoffnetzen

Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, sich mit den regulatorischen Aspekten einer Ausweitung der Nutzung von Wasserstoff zu beschäftigen. In der Bestandsaufnahme zeigt die Bundesnetzagentur den aktuellen regulatorischen Rahmen für Wasserstoffnetze auf und analysiert mögliche Entwicklungspfade und Optionen, ob, wann und in welchem Umfang Wasserstoffnetze zukünftig reguliert werden könnten.

Nach Auffassung der Bundesnetzagentur erfasst die Regulierung nach dem Energiewirtschaftsgesetz Wasserstoffnetze derzeit grundsätzlich nicht. Es gibt lediglich Regelungen für die Einspeisung als Zusatzgas in Erdgasnetze (sog. Beimischung). Tendenziell bejaht die Behörde die Grundsatzfrage der Regulierung mittel- bis langfristig dann, wenn dieser Energieträger über die bestehenden Inselnetze hinaus substantiell zur öffentlichen Versorgung beitragen soll und die Wettbewerbssituation mit der in den heute nach Energiewirtschaftsgesetz regulierten Netzbereichen vergleichbar ist.

Der Markt hat mit der Veröffentlichung die Möglichkeit zu den angesprochenen Fragen, aber auch zur Einschätzung der Bundesnetzagentur, Stellung zu nehmen. Die Behörde berücksichtigt alle Einsendungen, die bis zum 4. September 2020 eingehen. Die Konsultationsfragen, die Bestandsaufnahme und ein Begleitschreiben des BMWi zum Thema Regulierung von Wasserstoffnetzen sind auf der Internetseite der Bundesnetzagentur zu finden.

13.7.2020 | Quelle: Bundesnetzagentur | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik-Speicher: Strategische Investoren steigen bei xelectrix Power ein

13. Juli 2020 - 13:23

Die strategischen Investoren bei xelectrix power: LICC, ein Investmentfonds, der von der Lansdowne Partners Austria GmbH verwaltet wird, sieht seinen Fokus auf Investitionen und der Förderung europäischer Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien. Tansanit ist ein privates Investmentunternehmen, welches Beteiligungen und Investitionen an Europas führenden „Next Generation“ Plattformen und Technologien anstrebt.

Das von xelectrix Power entwickelte Produktsortiment stellt heute moderne Hochvolt-Energiespeicher für ON- und OFF-Grid Anwendungen bereit. Es bietet Lösungen für eine Vielzahl von Industrien, darunter Bauwirtschaft, erneuerbare Energien, E-Mobilität, Energieversorger und Netzbetreiber an. Insbesondere in einer Zeit, in der viele Unternehmen aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 leiden, sichert der strategische Einstieg der Investoren den geplanten Wachstumskurs sowie die internationale Expansion von xelectrix Power nachhaltig ab.

„Unsere neuen Partner und Aktionäre werden dem Unternehmen die notwendige finanzielle Unterstützung für die globalen Wachstumspläne bereitstellen. Wir sind sehr stolz, ein derart starkes Engagement von solch qualifizierten Investoren zu haben, welche auch langjährige internationale Expertise und Know-how aus den verschiedensten Industrien in unser Unternehmen mit einbringen.  Wir werden nun unsere Synergien optimal nutzen, um die erklärte xelectrix Vision einer globalen Technologie- und Marktführerschaft umzusetzen. Xelectrix Power soll einer der Global Player am Energiesektor und ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende werden“, sagt Firmengründer Dominik Hartl.

Nach der formalen Abwicklung der Transaktion werden die Investoren 49 % und die Altgesellschafter 51 % der Unternehmensanteile halten. Das Unternehmen wird weiterhin unter der Leitung von Alexander Hartl (Entwicklung & Produktion) und Dominik Hartl (Vertrieb & Marketing) stehen. Christoph Trentini unterstützt in der Rolle des Senior Financial Advisors.

13.7.2020 | Quelle: xelectrix Power GmbH | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

KIT entwickelt realistischere Sicherheitsprüfungen für Batteriesysteme

13. Juli 2020 - 12:48

Die Entwicklung innovativer Batteriesysteme setzt verlässliche Sicherheitsprüfungen für Batteriesysteme mit den verwendeten Lithium-Ionen-Zellen unter Realbedingungen voraus. An der Entwicklung verbesserter Standards, die für mehr Sicherheit, aber auch für mehr Flexibilität im Batteriedesign sorgen sollen, arbeitet das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Forschungsprojekt „Entwicklung eines Propagations-Prüfverfahrens für Lithium-Ionen-Zellen in Batteriesystemen“ ProLIB nun gemeinsam mit Prüf- und Normungsinstituten sowie mit Partnern aus der Industrie. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert diese Forschung mit mehr als 1,2 Millionen Euro.

Wer sich nicht daran erinnert, wann er das letzte Mal sein Notebook von einem Nagel durchbohrt vorgefunden hat, dem sei versichert: So etwas geschieht eher selten. Trotzdem ist genau das ein heute übliches Vorgehen bei Sicherheitsprüfungen für Lithium-Ionen-Batterien: „Um bestimmte Tests durchzuführen, müssen die Zellen zunächst massiv misshandelt werden“, sagt Anna Smith vom Institut für Angewandte Materialien (IAM) des KIT. „Ziel der Anstrengungen ist es, angenommene Worst-Case-Defekte im Inneren der Zellen auszulösen, um deren Verlauf in der Batterie zu beobachten.“ Neben dem Durchbohren mit Nägeln sei es etwa auch üblich, Zellen extrem zu überladen oder zu überhitzen.

Die bei solchen Methoden entstehende Diskrepanz zwischen Sicherheitsprüfungen für Batteriesysteme und einer realistischen Beanspruchung bleibt nicht folgenlos: Tatsächliche Fehlerverläufe sind nicht Gegenstand der Untersuchung und so bleiben Herstellungsfehler von qualitativ minderwertigen Zellen und deren Risiken unerkannt, während eigentlich sichere Zellen benachteiligt werden. „Wenn Batteriesysteme unabhängig von Ihrer Zellqualität für realitätsferne Worst-Case-Szenarien ausgelegt werden, dann macht sie das nicht sicherer, sondern voluminöser, schwerer, weniger nachhaltig und auch teurer als notwendig“, so Smith.

Mehr Sicherheit durch realistischere Prüfverfahren

Grundsätzlich ist die Sorge vor gefährlichen Defekten in Lithium-Ionen-Zellen nicht unbegründet: So können sich Dendriten, also spitze Lithiumablagerungen, an der Anode bilden. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese dann Kurzschlüsse auslösen, und somit letztendlich auch einen Thermal Runaway (eine exotherme Reaktion mit starker, sich selbst beschleunigender Wärmeentwicklung) herbeiführen, ist besonders in Zellen gegeben, die qualitativ niederwertige Zellkomponenten beinhalten. Durch Ausbreitung dieses Fehlers auf benachbarte Zellen (Propagation) folgen im schlimmsten Fall eine Kettenreaktion sowie ein Brand der Batterie. Und jede Steigerung der Energiedichte, um beispielsweise die Reichweite eines vollelektrischen Fahrzeuges zu erweitern oder die Nachhaltigkeit durch weniger Rohstoffeinsatz zu verbessern, wird durch zu grobe Testverfahren erschwert. „Die Widerstandsfähigkeit der Lithium-Ionen-Zelle gegen wirklich gefährliche Defekte, die etwa aufgrund des Zellaufbaus oder der Zellkomponenten je nach Hersteller stark variieren kann, steht viel zu wenig im Mittelpunkt. Vom Thermal Runaway auszugehen ist, als würde man die Sicherheit eines Feuerzeugs ausschließlich an dessen Explosionsverhalten bemessen“, so Smith.

Zurzeit forscht man weltweit an der Verbesserung von Propagationstests. In anderen Forschungsprojekten liegt der Schwerpunkt allerdings darauf, einen Thermal-Runaway reproduzierbarer auszulösen (z. B. mit Lasern) – unabhängig davon, ob eine Zelle ihn in der Praxis tatsächlich eingehen würde. ProLIB ist das bislang einzige Forschungsprojekt, das realitätsnahe und zellspezifische Fehler erforscht. Dabei wollen die Forschenden nun verbesserte Sicherheitsprüfungen für Batteriesysteme ausarbeiten und dieses für neue Normen zu Lithium-Ionen-Batterien in stationären und mobilen Anwendungen nutzen. So wollen sie die bestehenden Lücken in der Normung bezüglich der realistischen Bewertungskriterien für Sicherheit und Qualität von Lithium-Ionen-Batterien schließen. Die neuen Standards sollen einen faireren Wettbewerb ermöglichen, zur Senkung von Rohstoffeinsatz, Entwicklungs- und Produktkosten durch Vermeidung von Überauslegung beitragen und die Sicherheit im Betrieb von Lithium-Ionen-Batterie erhöhen.

13.7.2020 | Quelle: KIT | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Große EEG-Novelle 2020: BEE befürchtet Verspätung

13. Juli 2020 - 12:13

Der Entwurf für die große EEG-Novelle 2020 verspätet sich laut Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bis nach der Sommerpause. „Es kann nicht sein, dass zentrale Entscheidungen zur Zukunft der Energieversorgung ständig vertagt werden“, kritisiert Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE). Der aktuelle Rechtsrahmen sei nicht angemessen, um die bevorstehenden Herausforderungen der Energiewende rechtzeitig zu meistern. „Das BMWi lässt mit dieser Verzögerung jeglichen Elan und Gestaltungswillen vermissen. So kann man nicht in die Sommerpause taumeln: Wir brauchen endlich einen konkreten Fahrplan für das 65-Prozent-Ziel“, fordert Peter.

Mit der Verspätung der großen EEG-Novelle 2020 würde die Bundesregierung nicht nur die Klimaziele gefährden. Sie vernachlässige auch die Wirtschaftskraft der Erneuerbaren Energien. „Die Bundesregierung riskiert hier mit ihrer Untätigkeit Arbeitsplätze, verschenkt Innovationspotential und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland mit Blick auf die dringend notwendige Dekarbonisierung der Industrie“, kommentiert Peter. Eine reine Reparaturnovelle als Konsequenz des wiederholten Verschleppens von Entscheidungen seit dem Amtsantritt der Großen Koalition sei absolut unzureichend.

Die einzelnen erneuerbaren Technologien bräuchten endlich angemessene Ausbaupfade, um die Energiewende weiter voranzubringen. „Neue verbindliche Zielkorridore müssen den notwendigen Zubau von Kapazitäten und die laufende Erneuerung der Anlagenparks sicherstellen.“ Die Politik müsste die bundespolitischen Ziele dabei durch eine Koordinierung mit der Landesebene wirksam vernetzen, um deren Umsetzung zu gewährleisten. „Ein reiner Ausstieg aus Atom und Kohle reicht nicht – wir brauchen eine saubere, gesetzliche Flankierung für einen kräftigen Zubau der Erneuerbaren Energien. Der Erneuerbare-Energiemix übernimmt die Verantwortung für eine zukunftsfähige Energieversorgung“, so Peter abschließend.

13.7.2020 | Quelle: BEE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Klimaschutz im Verkehr: Anteil der Erneuerbaren stagniert

13. Juli 2020 - 11:40

Beim Einsatz Erneuerbarer Energien hat Deutschland im vergangenen Jahr keine Fortschritte erzielt. Deren Anteil stagnierte bei 5,6 Prozent. Das zeigt das neue Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Der Verkehr ist und bleibt das Sorgenkind beim Klimaschutz. Der Trend zeigt seit Jahren in die falsche Richtung. Im Jahr 2019 stiegen die CO2-Emissionen in diesem Sektor um mehr als eine Million Tonnen“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE.

Biokraftstoffe machen den Löwenanteil unter den klimafreundlichen Energieträgern aus. „Auch in Zukunft reichen Elektromobilität und Wasserstoff alleine nicht aus, um die CO2-Emissionen im Verkehr schnell und nachhaltig zu senken. Biokraftstoffe werden weiterhin gebraucht und könnten sogar noch mehr leisten“, so Brandt weiter. Biodiesel und Bioethanol aus regionalen Quellen erbringen im Moment noch den größten Beitrag zur Einsparung von Klimagasen im Verkehr. Biokraftstoffe vermieden im Jahr 2019 fast acht Millionen Tonnen CO2. Der Klimavorteil von Diesel und Benzin aus Raps, Zuckerrüben, Altspeisefett, Stroh und Co. gegenüber den fossilen Kraftstoffen hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert. Verursachten die Biokraftstoffe im Jahr 2014 im Durchschnitt nur etwa halb so viele Emissionen, so waren es im Jahr 2018 bereits 84 Prozent weniger.

Biodiesel und Bioethanol sind Koppelprodukte

Biokraftstoffe leisten aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In der Diskussion um Biokraftstoffe wird häufig übersehen, dass Biodiesel und Bioethanol Koppelprodukte sind. Der größte Teil des geernteten Rapses wird zu proteinreichem Futtermittel verarbeitet: Die Ernte wird in Ölmühlen gepresst. Zu etwa 40 Prozent entsteht Rapsöl, das als Nahrungsmittel dient oder in Biodiesel umgewandelt werden kann. Die verbleibenden 60 Prozent werden als Eiweißfuttermittel an Schweine, Rinder und Hühner verfüttert. Die heimische Biokraftstoffproduktion macht Deutschland somit unabhängiger von Kraftfutterimporten. Statt 3,6 Millionen Tonnen Soja müsste Deutschland 5,4 Millionen Tonnen importieren, vor allem aus den USA und Südamerika. Nicht zu vergessen ist, dass der Anbau von Raps, Zuckerrübe & Co. in Deutschland gentechnikfreie tierische Produkte ermöglicht. Zusätzlich liefern sie wertvolle Nebenprodukte wie hochwertiges Glycerin, das beispielsweise eine wichtige Zutat in Waschmitteln oder Zahnpasta ist.

Um die Klimaschutzziele im Verkehr zu erreichen, muss die Politik neben dem Einsatz von Biokraftstoffen und dem Ausbau der Elektromobilität noch weitere Maßnahmen ergreifen. „Zur Verkehrswende gehören nicht nur neue Kraftstoffe und Antriebe. Damit die Erneuerbaren Energien voll durchschlagen können, müssen auch Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung stärker vorangebracht werden“, so Brandt.

Das AEE-Hintergrundpapier „Klimaschutz im Verkehr“ ist unter dem nebenstehenden Link abrufbar.

13.7.2020 | Quelle: AEE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Air Liquide und der Hafenbetrieb Rotterdam fördern wasserstoffbetriebenen Straßentransport

10. Juli 2020 - 14:21

Verschiedene Partner aus der Lieferkette von LKW-Herstellern wie VDL Groep, Iveco/Nikola und weitere, bis hin zu Transportbetrieben wie beispielsweise Vos Logistics, Jongeneel Transport und HN Post, sowie führenden Brennstoffzellen-Lieferanten, haben sich bereits dieser Initiative von Air Liquide und dem Hafenbetrieb Rotterdam angeschlossen. Dies ist eines der größten Projekte in Europa zur Entwicklung von mit Wasserstoff betriebenen LKW und der dazugehörigen Infrastruktur. Das Projekt sorgt für eine Verbesserung der Luftqualität sowie für eine Reduzierung der CO2- Emissionen von schätzungsweise mehr als 100.000 Tonnen. Diese Menge entspricht 110 Millionen Kilometern.

Damit 1000 Lastwagen unterwegs sein können, von denen voraussichtlich 500 von Rotterdam aus starten, muss gleichzeitig die Infrastruktur entwickelt werden. Dazu gehören etwa 25 Wasserstoff-Tankstellen entlang der wichtigsten Verkehrskorridore zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Das Projekt richtet sich ebenfalls an die für die Herstellung von Wasserstoff erforderliche Elektrolyse-Kapazität. Die an der Initiative beteiligten Unternehmen werden gemeinsam die Umsetzung der Durchführbarkeitsstudie für die gesamte Wertschöpfungskette durchführen.

Das Konsortium verfügt über zusätzliche Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Wasserstoffproduktion, die Bereitstellung der Tankstellen, den Bau von Lastwagen, den Güterverkehr und die Herstellung von Brennstoffzellen für diese Art von Schwerlastanwendungen. Air Liquide und der Hafenbetrieb Rotterdam laden Unternehmen dazu ein, sich dieser Initiative anzuschließen und erwarten, dass verschiedene Geschäftspartner dies in den kommenden Monaten tun werden. Auf diese Weise können die beteiligten Parteien gemeinsam zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr beitragen, indem sie Wasserstoff als sauberen und nachhaltigen Energieträger nutzen. Die Investitionsentscheidung ist für Ende 2022 vorgesehen.

Wasserstoff ist einer der Energieträger, der einen Beitrag zu einem sauberen Transport leisten kann. So wird für weniger Treibhausgase, eine geringere Luftverschmutzung in Städten sowie für eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen gesorgt. Wasserstoff eignet sich vor allem für Schwerlastfahrzeuge, die intensiv genutzt werden.

Wasserstoff entscheidend für die Energiewende

François Jackow, Executive Vice President und Mitglied des Executive Committee der Air Liquide Group, meint: „Die Bekämpfung des Klimawandels steht im Mittelpunkt der Mission von Air Liquide und wir entwickeln zu diesem Zweck eine breite Palette an Lösungen. Wir sind davon überzeugt, dass Wasserstoff entscheidend für die Energiewende ist, eine wichtige Rolle im Güterverkehr spielen und ein Mittel zur Realisierung eines nachhaltigen CO2-neutralen Transports darstellen wird. Diese Allianz zeigt das Engagement der beteiligten Parteien, den Klimawandel gemeinsam zu bekämpfen. Air Liquide bringt in dieses Projekt seine einzigartige Erfahrung mit der gesamten, in den letzten fünfzig Jahren entwickelten Wasserstoffkette ein.

Allard Castelein, CEO Hafenbetrieb Rotterdam, sagt dazu: „Dieses Projekt setzt unsere Ambition in die Tat um, den Transport nachhaltiger zu gestalten. Mit dieser Koalition von Partnern, die sich gegenseitig ergänzen, können wir den Straßenverkehr ohne Emissionen in Schwung bringen. Auf diese Weise werden wir unserer Verantwortung als Europas größter Hafen gerecht und helfen lokalen, nationalen und europäischen Behörden, ihre eigenen Ambitionen zu verwirklichen.“

10.7.2020 | Quelle: Hafenbetrieb Rotterdam | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Nordex: Großauftrag für 312-MW-Windpark in Spanien

10. Juli 2020 - 13:53

Die Nordex Group hat Ende Juni einen Großauftrag aus Spanien erhalten: Die Gruppe liefert und errichtet Turbinen des Typs N149/4.0-4.5 mit Betriebsmodus von 4,8 MW für den 312-MW-Windpark „Gecama“. Kunde ist der unabhängige israelische Stromerzeuger mit erneuerbaren Energien, Enlight Renewable Energy. „Gecama“ ist für das in Israel und Europa tätige Unternehmen der erste Windpark in Spanien und das erste gemeinsame Projekt mit der Nordex Group. Der Auftrag beinhaltet ebenfalls einen Service-Vertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren.

Das Projekt „Gecama“ entsteht in der Region Kastilien-La Mancha nahe der Stadt Cuenca. Die Nordex Group wird die Delta4000-Turbinen mit einer Nabenhöhe von 120 Metern auf Betontürmen installieren, die das Unternehmen selbst in seinem neuen spanischen Werk in Motilla del Palancar in Kastilien-La Mancha produzieren wird, das im August 2020 in Betrieb gehen wird.

Eigenfertigte Betontürme

Bereits seit 2006 setzt die Nordex Group neben Stahlrohr- und Hybridtürmen auch eigenfertigte, reine Betontürme ein. Mittlerweile hat die Nordex Group weit mehr als 1.000 Turbinen weltweit mit dieser Turmvariante errichtet. Die Maschinenhäuser und Rotorblätter fertigt die Nordex Group ebenfalls in Spanien. „Gecama“ wird der bisher größte Windpark in Spanien, dessen erzeugter sauberer Strom zum Marktpreis veräußert wird.

„Es freut uns, dass wir mit unserer Technologie in einem weiteren Projekt einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Windenergie in Spanien leisten können. Gern unterstützen wir Enlight bei ihrem ersten Windprojekt im Land und freuen uns, dass sich Israels größter Windparkentwickler und -betreiber für Anlagen der Delta4000-Serie entschieden hat. Neben den geringen Stromgestehungskosten und den hohen Erträgen eignet sich die N149/4.0-4.5 besonders gut aufgrund der lokalen Windverhältnisse“, so Patxi Landa, Vertriebsvorstand der Nordex Group.

Gilad Yavetz, Vorstandsvorsitzender von Enlight Renewable Energy, sagt: „Wir sind begeistert, die Nordex Group als unseren Lieferanten für den Windpark „Gecama“ zu haben. Die Nordex Group ist eines der erfolgreichsten und anerkanntesten Unternehmen, das über hohe Kapazitäten verfügt, um unsere Anforderungen auf dem schnell wachsenden europäischen Markt zu erfüllen. Das Projekt „Gecama“, der größte Windpark Spaniens, wird 260.000 Haushalte mit sauberer Energie versorgen und Emissionen von 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden. Dieses Projekt ist ein weiterer Erfolg auf unserem langen Weg“.

10.7.2020 | Quelle: Nordex | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Solarthermie: Klimaneutrale Fernwärme für Görlitz und Zgorzelec

10. Juli 2020 - 13:25

Ende 2019 stellte die Europäische Kommission ihren „European Green Deal“ vor. Das Ziel: Klimaneutralität bis 2050. Ein Ziel, dass die Europastadt Görlitz/Zgorzelec im Herzen Europas, an der deutsch-polnischen Grenze, mit Fakten untermauern will. Beide Bürgermeister unterzeichneten heute hierzu eine Grundsatzvereinbarung. Es geht um die Verbindung der Fernwärmenetze von Görlitz und Zgorzelec und der gemeinsamen Versorgung der Europastadt durch klimaneutrale Fernwärme – Umsetzung bis Ende 2030. Die Wertigkeit für dieses Großprojekt untermauerten die Sächsischen Staatsminister Wolfram Günther (Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft) und Thomas Schmidt (Staatsminister für Regionalentwicklung) mit ihrer Anwesenheit. Die Vision der Europastadt findet somit bereits Unterstützung auf Landesebene.

Der sächsischen Minister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Wolfram Günther sagt: „Das Ziel von Görlitz und Zgorzelec, ihre Bürgerinnen und Bürger bis Ende 2030 durch klimaneutrale Fernwärme zu versorgen, ist in mehrfacher Hinsicht vorbildlich und wegweisend. Die Europastadt macht deutlich, dass auch Kommunen ihren Weg hin zu einer CO2-freien Energieversorgung gehen und damit einen substanziellen Beitrag zu Energiewende und Klimaschutz leisten können. Außerdem zeigt sie, dass Klimaschutz nicht an Grenzen gebunden sein sollte und sein muss. Und drittens berührt sie mit der Wärmeversorgung einen Sektor, der Aufmerksamkeit und Investitionen verdient. Ganz zu schweigen, dass Zgorzelec und Görlitz mit dem Schritt der gemeinsamen Fernwärmeversorgung auch eine gemeinsame Infrastruktur teilen werden. Mehr Europa geht kaum. Ich wünsche den beiden Städten und den Versorgungsunternehmen viel Erfolg auf diesem Weg.“

Vereinigung der beiden Wärmenetze

Die Vereinigung der beiden Wärmenetze ist keine ganz neue Idee. Bereits im Jahr 2003 wurde dies in einer Studie als Hebel für eine effizientere Bewirtschaftung beider Netze erkannt und empfohlen. Damals scheiterte das Projekt, weil eine kohlebasierte Fernwärmeerzeugung für die deutsche Seite ausgeschlossen war. Heute, 17 Jahre später, muss die ZPEC, der Fernwärmeversorger der Stadt Zgorzelec, ihre Anlagen erneuern und ihre 40 Jahre alten Kohlekessel außer Betrieb nehmen. Somit spricht aus deutscher Sicht nichts mehr gegen den Fernwärmeverbund. Im Gegenteil: „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen wie europäisches Miteinander und Umweltschutz gelingen kann. Hierfür haben wir ein gemeinsames Konzept bis 2030 entwickelt, mit dem wir schrittweise alle Fernwärmeanlagen von Görlitz und Zgorzelec auf erneuerbare Energien umstellen werden. Für unser Vorhaben zur Klimaneutralität bis 2030 ist das eines der wichtigsten Bausteine“, erklärt der Oberbürgermeister von Görlitz, Octavian Ursu.

Rafał Gronicz, Bürgermeister von Zgorzelec, ist vom Projekt überzeugt: „Ich sehe große Vorteile in diesem gemeinsamen Vorgehen. In einer Doppelstadt dieser Größe macht es Sinn auch Infrastrukturen zu teilen. Dadurch können wir uns Investitions- und Betriebskosten teilen, Netze und Anlagen besser auslasten und in Summe wirtschaftlicher agieren, was zum Vorteil für die Einwohner der Europastadt ist“.

Erhebliche Effizienz-Steigerung

Neben der erheblichen Effizienz-Steigerung kann der CO2-Austoß beider Städte erheblich reduziert werden: Erste Schätzungen gehen von einer Einsparung von rund 57 000 Tonnen jährlich aus. Ein klarer Punkt für die Verbesserung der Lebensqualität in der Europastadt.

Als maßgeblicher Partner für die Umsetzung dieser Vision ist der hiesige Energiedienstleister, die Stadtwerke Görlitz AG (SWG), mit im Boot. Für die SWG sind die polnischen Nachbarn bereits alte Bekannte. „Wir pflegen seit Jahren eine gute Beziehung zu den polnischen Kollegen in Zgorzelec. Bisher ging es vor allem um einen fachlichen Austausch über Wasser- und Energiethemen. Nun wollen wir enger zusammenarbeiten und haben hierfür eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der SWG und der ZPEC, die Wärmeversorgungsgesellschaft aus Zgorzelec, gegründet. Gemeinsam wird man das Fernwärmekonzept bis 2030 für die Europastadt entwickeln“, erklärt Matthias Block, der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Görlitz AG.

Umstellung auf klimaneutrale Fernwärme in Teilschritten: Phase eins bis 2022

Im ersten Schritt erfolgt die Modernisierung der Wärmeerzeugungsanlage in Zgorzelec/Grozowa – mit dem maßgeblichen Ziel die Emissionswerte schnell zu reduzieren, um EU-Vorgaben einhalten zu können. Hierzu wird die Leistung der alten Kohlekessel reduziert und durch neue Erdgas-Blockheizkraftwerke teilweise ersetzt. Begleitend zu den Maßnahmen in Polen wird eine Machbarkeitsstudie zu dem geplanten Fernwärmeverbund erstellt sowie die notwendige Fördermittelakquise auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene forciert.

Die Überarbeitung der Erzeugungsstrategie für die Fernwärme-Standorte in Görlitz soll ebenfalls in Phase eins erfolgen.

Phase zwei ab 2023 bis 2030

In der zweiten Projektphase ist der Bau der 2,5 kilometerlangen Verbindungsleitung zwischen den Versorgungsgebieten Zgorzelec und Görlitz-Königshufen sowie die komplette Umstellung vom

Heizwerk in Zgorzelec auf Biomasse geplant. Die bestehenden Kohlekessel in Groszowa-Zgorzelec würden gänzlich vom Netz genommen werden. In der Endausbaustufe soll das Wärmenetz Königshufen den überwiegenden Teil seines Wärmebedarfs aus Zgorzelec beziehen. Da die Verbindungsleitung über das Gelände der Görlitzer Kläranlage läuft, werden hier Wärmepotentiale ins Netz direkt eingebunden. Es handelt sich beispielsweise um die Nutzung der Abwärme aus dem Abwasser oder die Einbindung von Solarthermie.

Auch die Umstellung der weiteren Fernwärmegebiete in Görlitz auf erneuerbare Energien soll in diesem Zeitraum erfolgen. Die Fernwärmeerzeugung erfolgt somit 2030 in beiden Städten komplett klimaneutral.

10.7.2020 | Quelle: Veolia | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Neuer Innovationsfonds der EU bietet Zuschüsse auch für Erneuerbare

10. Juli 2020 - 12:53
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Batterieforschung: Blick ins Innere durch elektrochemische Rastermikroskopie

10. Juli 2020 - 12:37

Was passiert in einer Batterie auf mikroskopischer Ebene während des Ladens und Entladens? Ein neues Verfahren, um diese bislang kaum zugänglichen Vorgänge durch elektrochemische Rastermikroskopie live zu beobachten, hat ein Wissenschaftlerteam um Gunther Wittstock vom Institut für Chemie der Universität Oldenburg kürzlich in der Fachzeitschrift ChemElectroChem vorgestellt. Die neue Methode könne dazu beitragen, schneller geeignete Materialien für neuartige Batterien zu finden, so der Forscher. Ziel sei es, umweltfreundlichere Energiespeicher mit längerer Lebensdauer und höherer Leistungsdichte zu entwickeln. Zu dem Team gehören auch Wissenschaftler des Batterieforschungszentrums MEET der Universität Münster.

Batterien wandeln chemische Energie in elektrische Energie um. Dabei wandern geladene Teilchen von einer positiv geladenen Elektrode, der Kathode, zur negativen Anode. In vielen modernen Batterien und wiederaufladbaren Akkus ist das reaktionsfreudige Metall Lithium ein wichtiger Bestandteil der Anode. Auf deren Oberfläche bilden sich während des Betriebs hauchdünne Filme, die sowohl Elektrode als auch Batterieflüssigkeit vor Zersetzung schützen. Bislang war es jedoch kaum möglich, Veränderungen der wenige Mikrometer dicken, komplex aufgebauten Schichten während des Ladens und Entladens direkt zu beobachten.

Elektrochemische Rastermikroskopie

Das Team entwickelte nun ein neues Messprinzip, um während des Batteriebetriebs örtlich hochauflösende Informationen über die Oberfläche metallischer Lithium-Elektroden zu erhalten. „Mit fortlaufender Zeit können chemische Prozesse auf der Oberfläche der Elektrode einen großen Einfluss auf die Lebensdauer und die Leistungsfähigkeit einer Batterie haben“, so Wittstock. Als Analyseverfahren verwendeten die Forscher die sogenannte elektrochemische Rastermikroskopie. Dabei wird eine Messsonde schrittweise über die Oberfläche einer Probe bewegt, um chemische Informationen im Abstand von wenigen Mikrometern zu sammeln. Eine Software übersetzt die Messdaten in ein farbiges Bild. „Indem wir diesen Vorgang mehrmals wiederholen, können wir Veränderungen auf der Probenoberfläche wie in einem Daumenkino verfolgen“, berichtet Wittstock.

Auf diese Weise gelang es den Wissenschaftlern, die Prozesse auf der Lithium-Anode mit bislang unerreichter Genauigkeit zu untersuchen. Die Forscher beobachteten, wie sich dort bei hohen Ladegeschwindigkeiten Lithium aus der Batterieflüssigkeit absetzte. Aus solchen lokal verstärkten Abscheidungen können sich so genannte Dendrite bilden – sich verzweigende Fortsätze aus Lithium auf der Elektrode. Diese Gebilde begrenzen die Lebensdauer von Batterien und können im Extremfall zu ihrer Zerstörung führen.

„Der Durchbruch unserer Studie besteht darin, dass wir erstmals derartige Prozesse bei realistischen Stromdichten direkt in der Messapparatur ausführen und ihre Auswirkungen bildlich verfolgen konnten“, betont Wittstock. Das Verfahren sei auch für andere Typen von Elektroden geeignet. Langfristiges Ziel sei es, mit Hilfe der elektrochemischen Rastermikroskopie zu untersuchen, wie unterschiedliche Vorbehandlungsschritte das Wachstum der Grenzschicht auf den Elektroden beeinflussen.

10.7.2020 | Quelle: Uni Oldenburg | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Viessmann erweitert Team für Solarthermie-Großprojekte

10. Juli 2020 - 12:16

Die Viessmann Group verstärkt ihren Vertrieb für Großprojekte Solarthermie. Das geschieht durch ein erfahrenes Spezialisten-Team des bisherigen Weltmarktführers Arcon-Sunmark. Durch den Wechsel erweitert Viessmann seine Kompetenz insbesondere in Zentraleuropa. Bei dem Team handelt es sich um Christian Stadler und Peter Eijbergen. Die beiden haben in den letzten sechs Jahren erfolgreich das europäische Geschäft für Solarthermie-Großprojekte speziell für die Fernwärme, aber auch für die Industrie außerhalb Dänemarks aufgebaut. Unter anderem zeichnen sie verantwortlich für die mit zehn MW größte deutsche Solarthermieanlage, die 2019 in Ludwigsburg errichtet wurde.

Drei erfahrene Kollegen, die zahlreiche weltweit installierte Solarthermie-Großprojekte mitrealisiert haben, verstärken die beiden. Das Team aus Jan Birk, Martin Pejstrup und Christoffer Bagger. In diesem steckt die Expertise zu Systemdesign und Projektausführung in allen denkbaren Systemkonfigurationen mit Gas-KWK, Biomasse, Wärmepumpe, Tagesspeichern und saisonaler Wärmespeicherung. Das Team hat alle Anlagengrößen von einem MW bis zur weltweit größten Solarthermie-Anlage in Silkeborg, Dänemark mit 110 MW entwickelt und ausgearbeitet. Damit ist es der perfekte Partner für verschiedenste zukünftige Projekte.

„Zusammen mit Viessmann sind wir überzeugt, das stark wachsende Interesse an großer Solarthermie in der deutschen Fernwärmebranche erfolgreich zu bedienen. Viessmann steht für Innovation, Partnerschaft und die komplette Bandbreite an Wärmetechnik“, sagt Christian Stadler, Leiter für Großprojekte Solarthermie.

„Durch die bereits vorhandene Viessmann-Präsenz in vielen Märkten können wir die bestehenden Erfolge weiter ausbauen. Und den Markt für große Solarwärmeanlagen in Deutschland und Europa noch besser bedienen“, ergänzt Peter Eijbergen, Leiter für Großprojekte Solarthermie.

„Wir freuen uns über die Entscheidung, dieses erfolgreiche und motivierte Team in die Viessmann Familie aufzunehmen. Die Großflächen-Solarthermie ist für uns ein immer wichtiger werdender Baustein in unserem integrierten Lösungsangebot einer effizienten und umweltfreundlichen Wärmeerzeugung“, sagt Marc Wallraff, Channel Manager Direct Industry bei der Viessmann Deutschland GmbH.

10.7.2020 | Quelle: Viessmann | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Offgrid-Photovoltaik: Grüner Wasserstoff günstiger als Diesel

10. Juli 2020 - 11:40
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Meyer Burger baut Photovoltaik-Produktion in Deutschland auf

10. Juli 2020 - 11:36

Für den Start ihrer eigenen Photovoltaik-Produktion in Deutschland hat sich die Meyer Burger Technology AG für Standorte im Solar Valley in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) sowie in Freiberg (Sachsen) entschieden. „Wir freuen uns sehr darauf, zwei der traditionsreichsten Solarstandorte Europas wiederzubeleben und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt Gunter Erfurt, CEO von Meyer Burger. „Dass wir bestehende Infrastrukturen und die hohe Fachkompetenz in den Regionen nutzen können, ist eine bewusste strategische Entscheidung, die uns kurze Hochlaufzeiten und eine hohe Produktqualität ermöglichen.“

Die Voraussetzungen an den Standorten hat ein Team aus internen und externen Produktionsspezialisten evaluiert und als sehr vorteilhaft bewertet. In Bitterfeld-Wolfen mietet Meyer Burger Gebäude des ehemaligen Solarzellenherstellers Sovello langfristig und kostengünstig an. Es handelt sich zunächst um Flächen von 27.000 Quadratmetern, Erweiterungsflächen können bei Bedarf zusätzlich angemietet werden. Meyer Burger wird hier seine neusten Produktionsmaschinen nutzen, um hocheffiziente Solarzellen mit der proprietären Heterojunction-Technologie herzustellen.

Im knapp 150 Kilometer entfernten Freiberg verarbeitet das Unternehmen die Hocheffizienz-Zellen zu SmartWire-Modulen weiter. „Mit Meyer Burger gibt es dann wieder einen Anbieter von technologisch führenden Solarzellen Made in Europe“, sagt Erfurt. „Fast alle in Europa gefertigten Solarmodule enthalten heutzutage Zellen, die aus Asien kommen.“

SmartWire-Module entstehen in ehemaliger Solarworld-Anlage

Die patentgeschützten SmartWire-Module wird Meyer Burger in einer Produktionsanlage des ehemaligen Solarworld-Konzerns fertigen. Bis heute ist es die größte und modernste Anlage ihrer Art in Europa. Auf rund 19.000 Quadratmetern bestehen auch hier optimale Voraussetzungen für die Umrüstung und Anpassung der bestehenden Infrastruktur und der hochautomatisierten Modulfertigungslinien. Die Anlage verfügt heute über eine jährliche Nominalkapazität von mehr als 600 MW. Diese will Meyer Burger mit neuen Technologien auf mehr als 800 MW erhöhen. Zusätzlich erwirbt das Unternehmen am ehemaligen Solarworld-Standort Freiberg das moderne Logistik- und Distributionszentrum (14.000 Quadratmeter), das den Aufbau einer effizienten Vertriebsstruktur infrastrukturell absichert. Zum Kaufpreis hat das Unternehmen mit dem Insolvenzverwalter Christoph Niering Stillschweigen vereinbart.

Die Kapazitäten der Photovoltaik-Produktion in Deutschland zum Produktionsstart im ersten Halbjahr 2021 werden bei jährlich 400 MW in der Solarzellenproduktion und 400 MW in der Modulproduktion liegen. Der weitere Ausbau soll dann bis auf 5 GW erfolgen. Meyer Burger will Solarmodule der nächsten Generation fertigen, die mehr Leistung pro Fläche und einen wesentlich höheren Energieertrag gegenüber der aktuellen Standardtechnologie haben.

Übernahme der Standorte vorbehaltlich Abschluss der geplanten Kapitalerhöhung

Die Erschließung der beiden Standorte für eine Photovoltaik-Produktion in Deutschland durch Meyer Burger setzt die erfolgreiche Umsetzung der am 19. Juni 2020 angekündigten geplanten ordentlichen Kapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttoerlös von CHF 165 Mio. voraus. Dafür benötigt das Unternehmen die Zustimmung der Aktionäre im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung am 10. Juli 2020. Der Vollzug der Transaktion wird per Ende Juli erwartet. Weiterhin muss die Gläubigerversammlung der Solarworld Industries GmbH dem Kaufvertrag bezüglich der Gebäude in Freiberg noch zustimmen.

10.7.2020 | Quelle: Meyer Burger | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Bayrischer Landtag: Kein Vertrauensschutz für geplante Windkraftanlagen

10. Juli 2020 - 9:00
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