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Aktualisiert: vor 31 Minuten 59 Sekunden

Weberhaus und Senec kooperieren bei Fertighäusern

12. Februar 2020 - 12:00

Der Fertighaus-Anbieter Weberhaus und Senec kooperieren. Das teilten die Unternehmen anlässlich eines Firmenjubiläums von Weberhaus mit. Bereits seit zwei Jahren biete Weberhaus umweltbewussten Bauherren das Paket Home4Future an. Das bestehe aus einer Photovoltaik-Anlage, einem Stromspeicher und einer Luft-Luft-Wärmpumpe. Für das Jubiläumsjahr 2020 habe das Unternehmen eine besondere Aktion gestartet und mit der Senec den idealen Partner dafür gefunden. Alle Häuser, die in diesem Jahr bei Weberhaus in Auftrag gegeben würden, erhielten das Paket nun standardmäßig.


Das Basispaket für alle Häuser umfasse zwölf Photovoltaik-Module von Senec, was einer Spitzenleistung von vier Kilowatt (kWp) entspreche. Dazu komme ein Senec-Stromspeicher mit einer Kapazität von fünf Kilowattstunden. Eine Schnittstelle zur Einbindung der ebenfalls im Paket enthaltenen Wärmepumpe in das Energiemanagement gehöre ebenso zum Angebot wie ein Notstrompaket. Damit könnten sich Verbraucher auch bei einem Stromausfall weiter über die PV-Anlage und den Stromspeicher versorgen. In Verbindung mit der gedämmten Gebäudehülle werde so jedes Weberhaus zum KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Das bedeute, dass der Hausbesitzer die volle Förderung für energieeffizientes Bauen der KfW in Anspruch nehmen könne.

Elektromobile laden

Sowohl die PV-Anlage als auch der Stromspeicher ließen sich auf Wunsch bis zu einer Leistung von 9,9 kWp und einer Speicherkapazität von zehn Kilowattstunden erweitern. So könnten die Weberhaus-Kunden den größten Teil ihres Strombedarfs selbst decken und für die überschüssige Strommenge die Einspeisevergütung beziehen. Wer besondere ästhetische Ansprüche stelle, erhalte gegen Aufpreis komplett schwarze Module.

Wer sich für einen Batteriespeicher Senec.Home V3 hybrid und damit für die Rundum-Lösung zur Eigenversorgung entscheide, bekomme den Strom aus der Senec.Cloud in den ersten sechs Monaten kostenlos geliefert. Elektroautofahrer könnten außerdem die Option wählen, die intelligente Senec.Wallbox an seinem Haus installieren zu lassen und so die Cloud ein Jahr lang kostenfrei zu nutzen. Mit diesem Zusatzpaket könne er sein Auto auch unterwegs an mehr als 30.000 Ladepunkten im Ladenetz der EnBW mit dem eigenen Solarstrom beladen.

12.2.2020 | Quelle: Senec / WeberHaus | solarserver.de
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E-Busse statt Diesel: Voltabox liefert Batterien

12. Februar 2020 - 10:54

E-Busse statt Diesel: die Delbrücker Voltabox AG liefert Batterien zur Umrüstung von Dieselbussen. Wie die Firma mitteilte, habe sie die e-troFit GmbH im vergangenen Geschäftsjahr als Zulieferer der Batterie-Einheit für die Umrüst-Kits von Bussen und Lkw ausgesucht. Parallel habe ein Entwickler-Team von Voltabox das Batteriesystem auf die Bedürfnisse der Umrüstlösung ausgelegt.

Die Auslieferung der ersten Systeme sei im vierten Quartal 2019 erfolgt. Mit dem jetzt abgeschlossenen Rahmenvertrag haben beide Unternehmen die langfristige Zusammenarbeit fixiert.

Auch Voltabox-Vorstandsvorsitzender Jürgen Pampel freut sich über E-Busse statt Diesel. „Der technisch und kommerziell perfekt adaptierte Bausatz zur Umrüstung auf einen E-Antriebsstrang ist umfassend durchdacht, intensiv erprobt und verspricht eine langfristige Lösung.“

Voltabox könne auf eine achtjährige Erfahrung in der Batterieentwicklung für den öffentlichen Personennahverkehr zurückgreifen. Seit 2013 habe der Konzern mehrere hundert Trolleybusse weltweit mit Lithium-Ionen-Batteriesystemen ausgestattet.

Kommunen müssen handeln

Das im ersten Schritt vertriebene Umrüst-Kit enthalte ein leistungsstarkes und modular aufgebautes Voltabox-Batteriesystem. Es bestehe aus Modulen mit prismatischen Zellen auf Basis der Nickel-Mangan-Cobalt (NMC) Zellchemie. So könnten Reichweiten von bis zu 260 Kilometer mit einer Batterieladung realisiert werden. Das gewichtsoptimierte Gesamtbatteriesystem sei so ausgelegt, dass es sowohl im Heck der umgerüsteten Busse als auch auf dem Dachaufbau montiert werden kann.

Das Produkt komme zu einem Zeitpunkt auf den Markt, an dem Kommunen aufgrund zunehmender regulatorischer Anforderungen zur Senkung der CO2-Emissionen handeln müssten. Im Vergleich zum Neukauf sei die Umrüstung dank geringerer Anschaffungskosten und schnellerer Lieferzeiten eine sinnvolle Alternative zum Dieselbus, erklärt Etrofit-Vorstandschef Andreas Hage. „Statt als Gebrauchtfahrzeug andernorts weiter zu fahren, erhalten die mit herkömmlichen Verbrenner-Motor ausgestatteten Busse ein zweites Leben.“ Sie führen künftig umweltfreundlich und lokal emissionsfrei.

12.2.2020 | Quelle: Voltabox | solarserver.de
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dena-Studie zu Green PPA: Energiewende profitiert

12. Februar 2020 - 9:06

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat im Rahmen der Energiefachmesse E-world energy & water ihren neuen dena-Marktmonitor 2030 „Corporate Green PPAs – Perspektiven langfristiger grüner Stromlieferverträge aus Sicht von Nachfragern“ veröffentlicht. Die dena-Studie zu Green PPA vergleicht den Bezug von grünem Strom mit dem von grauem Strom aus Sicht von Letztverbrauchern.

In die Analyse haben die Autoren Erzeugungsprofile unterschiedlicher Technologien einbezogen. Ziel war es, einen übergeordneten Analyserahmen für PPAs in Deutschland zu geben. Die dena will ihn nun in ökonomischen Fallstudien aus der Nahrungsmittel-, Konsumgüter-, Chemie- und Aluminiumindustrie konkretisieren. Die vier gewählten Branchen bilden prototypische Verbrauchsprofile der deutschen Wirtschaft ab. Sie zeigen, dass langfristige Lieferverträge für regenerativen Strom bereits heute eine wirtschaftliche Alternative zu Graustrom sein können. Besonders wegen steigender Strom- und CO2-Preise sowie Anforderungen an eigene Nachhaltigkeitsstrategien ist dieses Thema laut dena für Unternehmen von Interesse.

PPAs gewinnen alle Kostenvergleiche

Nach dieser Analyse sind PPAs beim Direktkosten-Vergleich in allen untersuchten Fällen zukünftig die wirtschaftlichste Alternative. Bei Industrieabnehmern mit einem mittleren jährlichen Stromverbrauch ist der Bezug von Strom über ein PPA sowohl bei den Direkt- als auch bei den Gesamtkosten wirtschaftlicher als der Bezug von Graustrom am Großhandelsmarkt. Über zusätzliche Anreize könnte der Bezug von Grünstrom über PPAs deshalb intensiviert werden.

Bei Industrieabnehmern mit einem sehr hohen jährlichen Stromverbrauch ist der Direktpreis für PPAs günstiger als der für Graustrom. Die Gesamtkosten sind hier jedoch aufgrund der Strompreiskompensation für Bezieher von Graustrom günstiger. Für stromintensive Industrien bietet das aktuelle Abgaben- und Umlagesystem daher keine Anreize für den Bezug von Grünstrom über ein PPA. Auf Basis der identifizierten Hemmnisse stellt die Studie fünf zentrale Handlungsfelder für die Politik in den Mittelpunkt. Damit könne sie die Attraktivität des nachfragegetriebenen Zubaus erhöhen.

Studie ist Gemeinschaftsprodukt

Die ökonomische Analyse hat die dena zusammen mit dem Beratungsinstitut Aurora Energy Research erarbeitet. Die Rechtsanwaltskanzlei Ashurst hat dabei die rechtlicher Aspekte geprüft.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, betont: „Strom aus erneuerbaren Energien ist zentral für die Dekarbonisierung von Produktions- und Lieferketten im Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungssektor – sei es für die direkte Nutzung oder die Umwandlung in Energieträger wie Wasserstoff oder andere strombasierte grüne Brenn- und Kraftstoffe. Deshalb muss Politik neben dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen attraktiven und verlässlichen Rahmen schaffen, der den Bezug von grünem Strom zu günstigen Preisen über PPAs für Unternehmen erleichtert. Hier gibt es konkrete Ansatzpunkte für die Politik, um eine erhebliche Dynamik im Markt freizusetzen. Diese liegen – neben einer Überarbeitung des Abgaben- und Umlagesystems – vor allem in einer zukunftsfähigen Regelung zur Strompreiskompensation. Darüber hinaus könnten neue Instrumente zur Finanzierungs- und Risikoabsicherung für den hiesigen Markt geschaffen werden.“

Bereits die in 2019 veröffentlichte Branchenumfrage des dena-Marktmonitors 2030 hatte gezeigt, dass die Wirtschaft Green PPAs mehrheitlich als Option sieht. Mit dem Instrument glauben Unternehmen Strom auf Basis erneuerbarer Energien langfristig zu stabilen Preisen beziehen zu können. Gleichzeitig sahen die Teilnehmer aber auch Hemmnisse beim Abschluss von Corporate Green PPAs. Die vorliegende ökonomische Analyse benennt diese nun vor dem Hintergrund des Zubaubedarfs bis 2030.

12.2.2020 | Quelle: dena | solarserver.de
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BayWa baut größte schwimmende Photovoltaikanlage Europas

11. Februar 2020 - 16:45

Nach Fertigstellung wird die 27,4-Megawatt-Anlage bei Zwolle, Niederlande, nicht nur die größte schwimmende Photovoltaikanlage Europas, sondern auch die größte außerhalb Chinas sein. Dafür werden auf dem Baggersee rund 73.000 PV-Module, 13 schwimmende Transformatoren und 338 Wechselrichter verbaut.

Dr. Benedikt Ortmann, Global Director of Solar Projects bei der BayWa r.e., erklärt: „In den vergangenen eineinhalb Jahren haben wir schwimmende Solaranlagen mit einer installierten Gesamtleistung von über 25 MWp realisiert und sind damit Europas führender Floating PV-Entwickler. Dank unseres großen Erfahrungsschatzes können wir diesen Solarpark nun in einer bisher einzigartigen Geschwindigkeit errichten.

8 MW in zwei Wochen

In nur zwei Wochen haben wir 8 MW des Projekts fertiggestellt, zuletzt sogar bis zu 1 MW pro Tag. Durch die optimierten, immer kürzeren Bauzeiten sorgen wir dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren noch schneller vorangehen kann.“

Die größte schwimmende Photovoltaikanlage Europas in Bomhofsplas wird fast vollständig CO2-neutral errichtet. Die Baustelle ist aufgrund der genutzten Elektro-Baugeräte sowie Werkzeuge und Elektroboote, die über den ersten Teil des Solarparks und eine 600kW-Batterie vor Ort aufgeladen werden, weitestgehend autark.

Neben der Nutzung von ungenutzten Flächen, haben schwimmende Solaranlagen noch einige weitere Vorteile gegenüber Freiflächenanlagen. Dazu gehören eine einfachere Installation, höhere potenzielle Erträge dank des Kühlungseffektes des Wassers sowie niedrigere Betriebs- und Wartungskosten.

Langlebige Technik

Ortmann ergänzt: „Unsere Fähigkeit, Floating PV-Anlagen in so kurzer Zeit zu bauen, ist eine spannende neue Chance für ein Europa mit dem Ziel, bis 2050 CO²-frei zu sein. Dabei ist es besonders wichtig, dass auch die richtige und vor allem langlebige Technologie eingesetzt wird.“

In Zusammenarbeit mit der Zimmermann PV-Stahlbau GmbH hat BayWa r.e. ein eigenes Floating-PV-System entwickelt. Das patentierte Zim Float“-System ist in der Lage, hohen Wind-, Wellen- und Schneelasten standzuhalten. Laut Baywa bietet es auch eine sichere Struktur für den laufenden Betrieb und die Wartung.

Nach Bauabschluss wird dies der vierte schwimmende Solarpark sein, den BayWa r.e. innerhalb von eineinhalb Jahren gebaut hat. Das Unternehmen hat bereits das nahe gelegene 14,5 MWp-Projekt in Sekdoorn, das 8,4 MWp-Projekt in Tynaarlo sowie die 2,1 MWp-Anlage in Weperpolder realisiert.

11.2.2020 | Quelle: BayWa r.e. | solarserver.de
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SMA beliefert größten Photovoltaikpark der Türkei

11. Februar 2020 - 16:33

In der Türkei wächst der Energiebedarf rasant. Um ihn zu decken, setzt die türkische Regierung verstärkt auf kostengünstigen Solarstrom. Die installierte Solarleistung soll von heute rund 6 GW bis 2024 auf bis zu 10 GW anwachsen. Dazu werden auch Solarprojekte mit einem Gesamtvolumen von 100 MW beitragen, für deren Belieferung SMA jetzt einen Vertrag mit Tegnatia Enerji A.Ş unterzeichnet hat. Das erste Projekt, für das SMA Wechselrichter und weitere Systemtechnik liefert, ist das 40-MW-PV-Kraftwerk Teksin im Zentrum des Landes. Es soll zum größten Photovoltaikpark der Türkei werden.

Größter Photovoltaik-Park der Türkei

„In den vergangenen Jahren haben wir bereits zahlreiche Projekte in der Türkei beliefert und damit die Entwicklung des lokalen Solarmarkts unterstützt“, sagt dazu Valerio Natalizia, Regional Manager von SMA South Europe. „Das Projekt Teksin wird nach seiner Fertigstellung im Sommer 2020 das größte PV-Kraftwerk der Türkei sein. Die Sunny Central 4400 Wechselrichter, die wir in das Projekt liefern, sind optimal geeignet für Solarkraftwerke mit 1500 Volt DC-Spannung.“

Strategische Partnerschaft

„Mit dem Auftrag bauen wir unsere seit 2014 bestehende strategische Partnerschaft mit SMA in der Türkei aus. Darüber hinaus wollen wir die Zusammenarbeit auch in anderen Märkten intensivieren“, sagt Dr. Mustafa Tiris, General Manager bei Tegnatia: „Das Ziel von Tegnatia ist es, in diesem Jahr bis zu 100 MW Solarstromleistung in der Türkei zu installieren und international zusätzliches Potenzial zu erschließen.“

11.2.2020 | Quelle: SMA | solarserver.de
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Erlöse des Off-Grid Sale an Archemed übergeben

11. Februar 2020 - 15:45

Die Hersteller German Offgrid Power und Studer Innotec haben ebenso wie Phaesun Produkte gespendet und so zusammen mit dem Veranstalter des Off-Grid Sale, der Messe Augsburg, die Spende erwirtschaftet. Die Produkte haben die Unternehmen im vergangenen Jahr im Rahmen des Off-Grid Experts Workshops in Augsburg verkauft. „Wir freuen uns, dass wir mit den Erlösen die humanitäre Hilfe von Archemed in Eritrea unterstützen können“, erklärt Phaesun-Geschäftsführer Tobias Zwirner. Insgesamt kamen bei dem Sale 1.000 Euro zusammen.

Ärzte für Kinder in Not

Der gemeinnützige Verein Archemed – Ärzte für Kinder in Not e.V. wurde 2010 von Dr. Peter Schwidtal in Soest gegründet. Das Ziel ist es, das Leben der Kinder in Eritrea durch medizinische und humanitäre Hilfe entscheidend zu verbessern. Die zahlreichen Projekte sowie die finanzierten Klinikbauten sorgen dafür, dass den eritreischen Kindern (und damit ihren Familien) nachhaltig geholfen wird. Dafür arbeiten ehrenamtlichen Ärzte-, Schwestern- und Technikerteams direkt vor Ort: nicht nur in der Hauptstadt Asmara, sondern inzwischen bereits in vier weiteren Provinzkliniken. Neben der breiten operativen wie konservativen Palette besteht die Kernkompetenz in einer sicheren Geburtsbegleitung sowie der Versorgung der Neugeborenen. Darüber hinaus versteht Archemed seine Mission darin, einheimische Ärzte und Schwestern nachhaltig und konsequent am Patienten zu schulen. Sie wollen sich selbst langfristig durch den Wissenstransfer überflüssig machen.

OFF-GRID Expo + Conference

In diesem Jahr findet das internationale Event für die autarke Stromversorgung unter dem neuen Namen OFF-GRID Expo + Conference am 5. und 6. November statt. Die Veranstaltung richtet sich an alle Akteure der autarken Stromversorgung – egal, ob Industrie, Handwerker, Installateur, Händler oder Projektplaner, ob Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, einer Universität oder der öffentlichen Verwaltung.

Auch in diesem Jahr soll es wieder einen Off-Grid Sale geben.

11.2.2020 | Quelle: Messe Augsburg | solarserver.de
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Netzbetreiber: erneuerbare Stromversorgung für Bayern ist möglich

11. Februar 2020 - 15:18

Die von der ffe jetzt veröffentlichte Studie „EE-Prognose Bayern“, die bereits im November erstmals von den Versorgern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, untersucht in vier Szenarien eine mögliche erneuerbare Stromversorgung für Bayern. Bei Weiterführung des aktuellen Zubaus an Erneuerbaren wird das Ziel einer CO2-neutralen Stromversorgung verfehlt.

Die Bayerischen Stromnetzbetreiber haben analysiert, welche Entwicklungspfade hinsichtlich der regenerativen Stromerzeugung für Bayern möglich sind.

Studie beschreibt vier Szenarien

Die aktuelle Untersuchung knüpft an die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2015 an und beschreibt die zukünftige Entwicklung der regenerativen Stromerzeugung in Bayern. In vier Szenarien liegen in hoher regionaler Auflösung die Prognosen für Wind und Photovoltaikanlagen auf Gebäuden sowie Freiflächen vor. Die beiden Szenarien „Vernetzung“ und „Regionale Erzeugung“ richten den Blick bis in das Jahr 2060 und gehen von einer vollständigen Klimaneutralität der Stromerzeugung in Bayern aus.

Eine solche erneuerbare Stromversorgung für Bayern erfordert einen erheblichen Zubau an Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Eine CO2-neutrale Stromversorgung lässt sich hingegen nicht erreichen, wenn sich Zubautrend der letzten drei Jahre lediglich fortsetzt (Szenario Trend) oder der aktuelle bundespolitische Rahmen (Szenario Politik) der Maßstab ist.

Verteilnetze als Rückgrat einer dezentralen Energieversorgung

„Wir brauchen noch mehr Dynamik beim Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wenn wir die Idee einer klimaneutralen Energieversorgung erreichen wollen“, so die drei Verteilnetzbetreiber in einem gemeinsamen Statement. „Den Verteilnetzen kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie werden auch in Zukunft das stabile Rückgrat einer dezentralen Energieversorgung sein. Darauf können sich die Menschen in Bayern verlassen“, so die bayerischen Verteilnetzbetreiber.

Neben der Integration der erneuerbaren Anlagen in das Stromnetz bleibt auch die zunehmende Beanspruchung der Stromnetze durch Elektromobilität eine Aufgabe.

Durch Netzausbau, den Einsatz innovativer Technologien sowie der Digitalisierung und Flexibilisierung sehen die Verteilnetzbetreiber sich für diese Aufgaben gerüstet. „Wir können den notwendigen Netzausbau zusätzlich optimieren, wenn wir auf Flexibilitätsoptionen in Erzeugung, Vertrieb und Speicherung netzdienlich zugreifen können“, so die Verteilnetzbetreiber.

2060 kann in Bayern Ökostromerzeugung den Verbrauch übersteigen

Einen besonderen Stellenwert mit Blick auf die klimapolitischen Ziele haben die beiden Szenarien „Vernetzung“ und „Regionale Erzeugung“. Das Vernetzungsszenario setzt dabei einen starken bundesweiten Stromaustausch über Leitungen voraus. Im Hinblick auf Kostenoptimierung sei dies unter heutigen Bedingungen das ökonomischste Szenario.

Im Szenario „Regionale Erzeugung“ wird hingegen Ökostrom bevorzugt vor Ort in Bayern erzeugt. In beiden Szenarien stehen 2030 bereits rund 60 TWh grüner Strom aus regionaler Erzeugung zur Verfügung, 2060 sind es rund 85 TWh. Schreibt man den aktuellen Stromverbrauch fort, ließe sich mit dieser Menge 2030 rechnerisch rund 80 Prozent des Stromverbrauchs decken.

2060 produzieren die bayerischen Ökostromanlagen dann deutlich mehr Strom als Bayern verbraucht. Perspektivisch steht damit genügend regenerativer Strom für die Elektrifizierung neuer Anwendungen wie Elektromobilität, Ausbau von Wärmepumpen oder Power-to-X Maßnahmen zur Verfügung.

Starker Zuwachs von Photovoltaik

Ein wichtiger Baustein ist in beiden Szenarien der starke Zubau von Photovoltaikanlagen: Die installierte PV-Leistung auf Gebäuden erhöht sich von aktuell 9.500 MW auf 21.100 MW im Jahr 2030 bzw. 32.400 MW im Jahr 2060. Im Vernetzungsszenario verzeichnen zudem die Freiflächenanlagen einen deutlichen Zuwachs von aktuell 3.000 MW auf 10.000 MW (2030) bzw. 25.200 MW (2060).

Während im Regionalszenario der Zubau an Freiflächenanlagen etwas verhaltener ausfällt, kommt hier der Windkraft eine wichtigere Rolle zu. Das Szenario beschreibt einen Zubau der Windkraft von aktuell 2.800 MW auf 5.700 MW (2030) bzw. 9.300 MW (2060).

Windkraft mit regionalen Schwerpunkten

Im Regionalszenario erfolgt der stärkste Zubau von Windkraftanlagen mit plus 1500 MW in Unterfranken. Es müssen aber auch Standorte in den südlichen Regierungsbezirken (Niederbayern: plus 1200 MW und Schwaben: plus 1100 MW) erschlossen werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

In den anderen Regierungsbezirken beträgt der Zubau zwischen 550 und 650 MW. Im Gegensatz zur Windkraft verteilt sich der Zubau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen gleichmäßiger auf alle Regierungsbezirke. Der mit 2300 MW größte Zubau entfällt auf den größten Regierungsbezirk, Oberbayern.

11.2.2020 | Quelle: Forschungsstelle für Energiewirtschaft | solarserver.de
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»SONAR« sucht Material für Redox-Flow-Batterien

11. Februar 2020 - 14:53

RFBs sind chemische Energiespeicher, die die gesammelte Energie mit einem hohen Wirkungsgrad auch wieder abgeben, indem Elektronen zwischen den chemischen Reaktanten über einen elektrischen Leiter ausgetauscht werden. Die große Bandbreite an elektroaktiven Substanzen – von denen viele in der Natur vorkommen – bedeutet, dass noch eine Vielzahl an potenziellen Systemen als Material für Redox-Flow-Batterien zu erforschen ist.

Die größte Herausforderung besteht darin, die Tauglichkeit auf allen Ebenen sicherzustellen. Eine Substanz kann zwar – für sich betrachtet – hervorragende Eigenschaften haben. Aber das Zusammenwirken zwischen den Materialien, dem Batteriedesign und der Funktionsweise ist sehr komplex. Auch wirtschaftliche Überlegungen können dazu führen, dass elektroaktive Substanzen für industrielle Anwendungen ungeeignet sind.

SONAR soll Modelle auf mehreren Skalen integrieren, von der atomistischen Skala bis hin zum Batteriesystem. Um die großen Datenmengen zu verarbeiten, nutzt das Projekt statistische Methoden, Datenanalyse und maschinelle Lern-Verfahren. Die berechneten Ergebnisse vergleichen die Forscher in jeder Phase mit experimentellen Messungen.

Mehrstufiges Screening

Das Endergebnis soll ein neuartiger mehrstufiger Screening-Service für organische Redox-Flow-Batterien sein. Er soll Vergleiche zwischen konkurrierenden organischen RFB-Systemen in Bezug auf Kosten, Lebensdauer und Leistung ermöglichen. So kann man neues Material für Redox-Flow-Batterien klassifizieren.

Die Projektpartner sind Experten für die Modellierung elektrochemischer Zellen auf allen Skalen. Dazu gehören das Fraunhofer-Institut ICT mit dem Standort der größten Redox-Flow-Batterie Europas, das Fraunhofer-Institut SCAI, die Abteilung für Energiewandlung und -speicherung der DTU in Dänemark, die LCRS der Universität de Picardie Jules Verne und des CNRS in Frankreich, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, das Karlsruher Institut für Technologie und die australische Universität von New South Wales als Erfinder der heute am häufigsten verwendeten Vanadium-RFB. Die Partner arbeiten eng mit fünf assoziierten Industrieunternehmen zusammen. Das von der EU geförderte Projekt läuft vier Jahre. Redox-Flow-Konzepte gelten als relativ umweltfreundlich. Dazu laufen auch in Deutschland weitere Forschungsarbeiten.

11.2.2020 | Quelle: Fraunhofer ICT | solarserver.de
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Europäisches Batterieforschungsprojekt SeNSE startet

11. Februar 2020 - 14:32

Startschuss für das Batterieforschungsprojekt SeNSE war Anfang dieser Woche. Das Forschungsprojekt wird von der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in der Schweiz geleitet. Empa-Forscher Corsin Battaglia und seinem Team koordiniert. Die EU fördert SeNSE mit 10 Millionen Euro. Als Partner an Bord ist auch die schwedische Firma Northvolt. Sie will in den nächsten Jahren zwei Gigafactories für Fahrzeugbatterien in Europa errichten.

Der Bedarf an Antriebsbatterien für Elektroautos wird in den nächsten Jahren dramatisch steigen. Gegenwärtig kommen mehr als 90 Prozent dieser Akkus aus Asien. Die EU-Kommission hat daher 2017 die „European Battery Alliance“ ins Leben gerufen, um Kompetenz und Fertigungskapazitäten dieser Schlüsseltechnologie in Europa aufzubauen. Alleine die europäische Nachfrage nach Lithium-Ionen Batterien wird 10 bis 20 sogenannte „Gigafactories“ – Grossproduktionsanlagen für Batterien – notwendig machen, so schätzen Experten.

Lithium-Ionen-Batterien der Generation 3b

Die Forschung im Rahmen des Projekts SeNSE ist Teil dieser Initiative „European Battery Alliance“ und wird vom EU-Forschungsförderprogramm Horizon 2020 getragen. Die elf Forschungspartner von SeNSE – fünf Forschungsinstitute und sechs Industrieunternehmen – forschen in ihren Arbei-ten an Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation – der sogenannten „Generation 3b“. Im Unterschied zu aktuellen Antriebsbatterien wird diese nächste Generation eine höhere Energiedichte, sowie eine verbesserte Zellchemie und ein verbessertes Batteriemanagement besitzen: Statt Anoden aus reinem Graphit werden solche aus Silizium-Graphit-Composites angestrebt. In der Kathode wird der Anteil an kritischem Kobalt weiter gesenkt. Neue Additive in der Elektrolytflüssigkeit sowie Schutzschichten sollen die Batterie langsamer altern lassen und mehr Ladezyklen möglich machen. Zu einer längeren Lebensdauer und besseren Schnelladefähigkeit werden auch neue Sensoren beitragen, die vom Inneren der Batteriezellen her Daten ans Batteriemanagement liefern. Diese Daten sollen ein deutlich verfeinertes Temperaturmanagement im Vergleich zu heutigen Lithium-Ionen-Zellen erlauben.

Serienproduktion und Recycling

Die Nachhaltigkeit der Generation 3b-Zellen soll die heutige Generation ebenfalls übertreffen: Die Kathode soll ohne den Einsatz von brennbaren und toxischen Lösungsmitteln entstehen, was die Serienproduktion der Zellen stark vereinfacht und verbilligt. Alle Aspekte der SeNSE-Forschung sind darauf ausgerichtet, die Zellen der nächsten Generation in europäischen Gigafactories herzustellen. Um im Wettbewerb der Zukunft zu bestehen, sind deshalb besonders kostengünstige und Rohstoff sparende Produktionsmethoden entscheidend. Auch die Weiterverwendung gealterter Fahrzeugbatterien als stationäre Speicher und schliesslich das Recycling der Batterien ist im Projekt SeNSE berücksichtigt.

Forschungspartner unter Federführung der schweizerischen Empa, die das Projekt leitet, sind die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (D), das Forschungszentrum Jülich (D), die Coventry University (UK), das Austrian Institute of Technology (A) sowie die Firmen Solvionic (F), FPT Motorenforschung (CH), Lithops (I), Northvolt (S), Enwires (F) und Huntsman Advanced Materials (CH).

Auf dem Weg zur Gigafactory

Eine entscheidende Rolle in dem Batterieforschungsprojekt SeNSE spielt die schwedische Firma Northvolt. Zwei ehemalige Tesla-Mitarbeiter haben das Unternehmen 2016 mitgegründet. Sie waren am Bau der Tesla-Gigafactory in Nevada (USA) beteiligt waren. Northvolt plant derzeit die erste europäische Gigafactory mit einer Fertigungskapazität von 32 GWh pro Jahr in Schweden. Eine weitere Gigafactory mit 16 GWh Jahresproduktion soll als Joint-Venture mit Volkswagen in Salzgitter entstehen. Zum Vergleich: die Tesla Gigafactory in Nevada produziert nach Angaben des Managements derzeit rund 30 GWh Batterien pro Jahr.

Experten von Northvolt werden die Forschenden im Batterieforschungsprojekt SeNSE mit regelmässigen Briefings begleiten. Am Ende des Projekts soll eine Reihe von Batteriezell-Prototypen entstanden sein. Die Fähigkeiten der Batteriezellen-Generation 3b wird ein Demonstrator mit 1 kWh Speicherkapazität beweisen. Am Schluss soll die entwickelte Fertigungstechnologie in Form von Patenten den Weg in die Industrie finden. Das Forschungsprojekt SeNSE endet nach 48 Monaten im Frühjahr 2024. Gefördert von der EU im Rahmen der Finanzierungsvereinbarung Nr. 875548.

Ausblick: Festkörperbatterien – Generation 4b

Das Team von Corsin Battaglia an der Empa ist an einem weiteren europäischen Forschungsprojekt beteiligt: Das Projekt namens SOLiDIFY blickt noch weiter in die Zukunft und entwickelt Batterien der übernächsten Generation – sogenannte Festkörper-Lithium-Metall-Batterien. Im Unterschied zu heutigen Lithium-Ionen Batterien und denen der Generation 3b werden diese Festkörperbatterien keine flüssigen, feuergefährlichen Bestandteile mehr enthalten. Daher sind sie sicherer und resistenter gegen Hitze. Sie können also höhere Leistung abgeben, schneller geladen und entladen werden.

Diese Batterien – genannt Generation 4b – könnte nach Meinung der Experten in etwa zehn Jahren marktreif sein. Sie sollen bei halbem Gewicht und der Hälfte der Baugrösse die gleiche Speicherkapazität liefern wie heutige Lithium-Ionen-Batterien. Auch die Produktionskosten sollen auf die Hälfte sinken. Neue Elektrodenarchitekturen sind notwendig, ebenso wie kostengünstige innovative Flüssig-Produktionsmethoden für die Kathode dieser Batterien. Die Anode wird aus metallischem Lithium bestehen. Das Forschungsprojekt SOLiDIFY begann am 1. Januar 2020 und läuft ebenfalls 48 Monate lang gefördert von der EU.

11.2.2020 | Quelle: Empa | solarserver.de
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ZSW startet KI-Lab für Erneuerbare Energien

10. Februar 2020 - 15:43

Die Unternehmen erhalten die Möglichkeit, mit KI-Methoden neue Produktionsprozesse, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Das KI-Lab für Erneuerbare Energien startet im April 2020 und wird vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium finanziell gefördert. Mehrere Unternehmen sind bereits dabei.

Künstliche Intelligenz (KI) kommt in der Energiewendebranche immer häufiger zum Einsatz. Selbstlernende Verfahren helfen, die Wind- und Solareinspeisung besser vorherzusagen oder Produktionsprozesse von Photovoltaikmodulen zu optimieren. Besonders kleine und mittlere Unternehmen nutzen die Technologie aber noch selten.

Künstliche Intelligenz bezeichnet die Automatisierung intelligenten Verhaltens und das maschinelle Lernen. Computerprogramme sollen so relativ eigenständig komplexe Probleme und Aufgaben lösen. Sprachassistenten auf Smartphones oder Bilderkennungssoftware nutzen die Technologie bereits erfolgreich. Doch auch in der Energiebranche hält die Technologie Einzug: Netzbetreiber etwa setzen auf KI, um Stromnetze mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien zu steuern. Das bringt Erzeugung und Verbrauch besser in Einklang.

Mehr Unternehmen sollen von KI profitieren

Der Großteil der Unternehmen der deutschen Energiewirtschaft nutzt die technologischen Möglichkeiten der KI jedoch noch nicht. Das ergab eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Jahr 2019. Zwar sieht eine Mehrheit positive Auswirkungen für die Energiewende, doch nur sieben Prozent der Unternehmen haben bereits Investitionen in dem Bereich getätigt.

Diesen Anteil für die in der Energiewende aktiven Firmen in Baden-Württemberg zu erhöhen, ist deshalb Ziel des neuen Vorhabens KILEE. Zu diesem Zweck richtet das ZSW ein regionales KI-Labor ein. Es will damit vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Mehrere Firmen haben bereits zugesagt, unter anderem der Wetter- und Energieprognosedienstleister WEPROG GmbH aus Böblingen, der Ingenieursdienstleister MesH Engineering GmbH aus Stuttgart sowie der Dünnschichtmodulhersteller NICE aus Schwäbisch Hall.

Gemeinsame Entwicklung

In einem ersten Schritt veranstalten die ZSW-Mitarbeiter Workshops für interessierte Firmen und entwickeln gemeinsam mit ihnen exemplarische Anwendungen mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Danach stehen Besuche von KI-Experten des ZSW bei den Unternehmen und die Erstellung von individuellen Umsetzungskonzepten auf dem Programm. Ziel ist die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Firmen: Durch systematische Integration von KI sollen neue Wertschöpfungspotentiale frühzeitig erkannt und erschlossen werden.

ZSW verfügt über Kompetenz

Das ZSW forscht und arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Bereich KI, maschinellem Lernen und neuronalen Netzen. In vielen Forschungsprojekten und Industriekooperationen haben die Wissenschaftler ihre Erfahrung unter Beweis gestellt. Zu diesen Erfahrungen gehören unter anderem Leistungsprognosen für Windenergie- und Solaranlagen mit Hilfe von KI-Methoden, die Rolle von Power-to-Gas in der zukünftigen Stromversorgung oder der Einsatz von maschinellen Lernverfahren zur Optimierung der Produktionsprozesse für Batterien, Brennstoffzellen und Photovoltaikmodule. Auch die effizientere Erzeugung von regenerativem Wasserstoff und Methan mithilfe von KI ist Bestandteil der Forschungsarbeiten.

10.2.2020 | Quelle: ZSW | solarserver.de
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Crowdfunding für Agro-Photovoltaik von Next2Sun

10. Februar 2020 - 14:52

Mit dem neuartiges Anlagenkonzept will Next2Sun Photovoltaik und Landwirtschaft auf einer Fläche ermöglichen. Möglicherweise handelt es sich um das erste Crowdfunding für Agro-Photovoltaik. Zugleich verstetigt sich das Stromangebot aus Photovoltaik.

Das Grundprinzip sieht eine senkrechte Anordnung von Solarmodulen vor, die Sonnenlicht sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite nutzen können („bifaziale“ Solarmodule).

Die Kampagne zur Schwarmfinanzierung startet am 11. Februar auf der Plattform Econeers für die Next2Sun Mounting Systems GmbH. Die Firma bietet qualifizierte Nachrangdarlehen mit einem Zins von 5,0 Prozent pro Jahr über eine Laufzeit von fünf Jahren.

Start am 11. Februar

Fundingstart ist Dienstag, 11. Februar 2020, 12 Uhr. Besonders schnell entschlossene Investoren können sich bei einem Investment bis zum 24. Februar 2020, 23.59 Uhr überdies einen Early-Bird-Zinsbonus von weiteren 0,5 % p. a. über die gesamte Laufzeit sichern. Eine Beteiligung ist ab 250 Euro und bis zu 25.000 Euro pro Investor möglich. Über das Funding möchte die Next2Sun Mounting Systems GmbH bis zu eine Million Euro Kapital aufnehmen und in den weiteren Geschäftsaufbau sowie eine Ausweitung des Lagerbestands investieren. Alle Informationen zum Funding sind bereits jetzt unter www.econeers.de/next2sun abrufbar.

„Das innovative Gestellsystem zur Montage bifazialer Solarmodule wurde von der Next2Sun GmbH entwickelt und zur Marktreife gebracht“, erklärt der Geschäftsführer der Next2Sun Mounting Systems GmbH, Sascha Krause-Tünker. „Das Besondere ist, dass die beidseitig lichtempfindlichen Module nahezu verschattungsfrei senkrecht montiert werden. Durch die senkrechte Ausrichtung der Modulseiten nach Osten und Westen wird der Energiewende ein komplett neues Erzeugungsprofil hinzugefügt: Solarstrom mit Erzeugungsspitzen vormittags und abends.

Landwirtschaft zwischen Modulen

Neben dem netzdienlichen Stromerzeugungsprofil kann das Konzept mit einem geringen Flächenverbrauch punkten. In den etwa 10 Meter breiten Reihenzwischenräumen können Landwirte ihrem klassischen Geschäft nachgehen und dieses mit solarer Stromproduktion kombinieren. Im direkten Umfeld der Module können zusätzlich Altgras- und/oder Blühstreifen wachsen, um auch dem Naturschutz Rechnung zu tragen und die Artenvielfalt von Flora und Fauna zu fördern.“

Um dieses vielseitige System besser am Markt etablieren zu können, hat die Next2Sun GmbH mit der Next2Sun Mounting Systems GmbH eine Tochtergesellschaft gegründet, die auf den Vertrieb des Next2Sun-Gestellsystems spezialisiert ist. Der Hauptstandort der Next2Sun Mounting Systems GmbH liegt im saarländischen Merzig an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg.

10.2.2020 | Quelle: econeers | solarserver.de
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German Design Award für Solarwatt

10. Februar 2020 - 14:26

Der EnergyManager X von Solarwatt erhält den German Design Award 2020 in der Kategorie „Excellent Product Design – Energy“.

Die Schaltzentrale der Photovoltaik-Anlage ermöglicht die Steuerung der Energieflüsse im Haushalt. Die international besetzte Jury hat den German Design Award für Solarwatt wegen der klaren und modernen Optik des Energiemanagers verliehen.

Für Geschäftsführer Detlef Neuhaus gehören Design und Funktionalität bei der Entwicklung neuer Solarwatt-Produkte untrennbar zusammen: „Wenn wir Produkte entwerfen, spielt nicht nur der reine Nutzwert eine Rolle, sondern auch die Ästhetik und besonders die Handhabung. Der EnergyManager X hilft den Nutzern bares Geld zu sparen, ist einfach zu steuern und sieht sogar noch richtig sexy aus – eine echte Win-win-win-Situation.“

Smarte Kommandozentrale des Photovoltaik-Systems

Der EnergyManager X von Solarwatt erfasst die Stromflüsse im Haushalt und sorgt dafür, dass der Haushalt möglichst viel des per Solaranlage erzeugten Stroms in den eigenen vier Wänden verbraucht. Er schaltet Haushaltsgeräte bevorzugt dann ein, wenn Sonnenstrom zur Verfügung steht. Auch das effiziente Laden eines Elektrofahrzeugs kann der EnergyManager X übernehmen. Seine Besitzer können ihn per Smartphone, Tablet oder Computer steuern.

Kooperation mit Stadtwerken

Auch bei Kooperationen von Solarwatt mit Stadtwerken nimmt der EnergyManager eine Schlüsselrolle ein. Über das Software-Portal des EnergyManagers haben die Energieversorger die Möglichkeit, den Kontakt zum Kunden zu halten. Sie können ihm beispielsweise gezielte Service-Tips geben oder Marketing-Maßnahmen über den enthaltenen Newsfeed einspielen. „Wir passen das Look and Feel des EnergyManagers auf Wunsch gerne exakt an die Bedürfnisse unserer Kooperationspartner an“, sagt Solarwatt-Vertriebsleiter Felix Bräuer. Die Möglichkeiten, die der EnergyManager für Energieversorger bietet, zeigt Solarwatt in dieser Woche auf der E-world 2020 in Essen.

10.2.2020 | Quelle: Solarwatt | solarserver.de
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Aral eröffnet ultraschnelle E-Ladesäulen

7. Februar 2020 - 19:29

Die Anlagen verfügen über eine Ladeleistung von bis zu 320 Kilowatt. Die Aufladung von E-Autos mit entsprechend geeigneten Akkus ist bis achtzig Prozent der Batteriekapazität innerhalb von 10 bis 15 Minuten möglich. Zusätzlich bietet Aral auch zwei Normalladepunkte mit 22 Kilowatt an. Seit etwa drei Jahren entstehen ultraschnelle E-Ladesäulen in Deutschland.

„Aral Vorstand Patrick Wendeler begründet die Investition in ultraschnelle Ladesäulen so: „Wir können als Marktführer im deutschen Tankstellengeschäft eine ideale Anlaufstelle für Elektroautofahrer sein, vorausgesetzt das Laden geschieht ähnlich schnell wie das Tanken flüssiger Kraftstoffe.“

Aral hat bereits jeweils zwei ultraschnelle E-Ladesäulen in Bochum, Schkeuditz, Merklingen und Wittenburg eröffnet. Mit der fünften Station in Dettelbach hat das Unternehmen sein geplantes Vorhaben mit fünf Pilottankstellen uabgeschlossen.

An der Tankstelle bezahlen kann man den Fahrstrom nicht. Stattdessen funktioniert aus Kundensicht der Lade- und Bezahlvorgang an der Tankstelle so:

Anmelden/Autorisieren

Zunächst muss sich der Kunde entweder mit seiner Ladekarte bzw. App oder im Online-Portal über den QR-Code an der Ladesäule anmelden.

Ladevorgang starten

Der Kunde öffnet die Abdeckung an seinem Fahrzeug und verbindet es mit der Ladestation. Er startet den Ladevorgang an der Ladesäule, über die App oder das Online-Portal.

Ladevorgang beenden

Wenn der gewünschte Ladestand erreicht ist, kann der Kunde den Ladevorgang ebenso an der Ladesäule, über die App oder das Online-Portal beenden. Der Kunde meldet sich wieder ab und trennt die Verbindung zwischen Ladestation und Fahrzeug.

Bezahlen

Eine Bezahlung an der Tankstellenkasse ist nicht möglich. Stattdessen zwingt Aral den Kunden, zwischen drei Möglichkeiten zu wählen.

Erste Option: Er wird über den QR-Code an der Säule auf eine mobile Bezahl- Webseite geleitet und kann dort per Debitkarte, Kreditkarte oder Paypal bezahlen. Diese Methode heißt „pay as you go“.

Der Kunde kann auch eine vorhandene Ladekarte eines Mobilitätsanbieters verwenden und bekommt eine entsprechende Abrechnung von seinem Anbieter zugeschickt und zahlt mit dem hinterlegten Zahlungsmittel.

Aral Flottenkunden können außerdem ihre „Aral Fuel & Charge Card“ einsetzen.

7.2.2020 | Quelle: Aral | solarserver.de
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Energiesparpotentiale im ländlichen Raum

7. Februar 2020 - 18:56

Zusammen mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA) verloste der Arbeitskreis Energiespar-Contracting im Verband für Wärmelieferung (VfW) im vergangenen Jahr drei Analysen für Energiesparpotentiale im ländlichen Raum. Das Amt Hürup zählte zu den Gewinnern. Zunächst lief die Erst-Analyse des Ist-Zustandes für das Amt Hürup und die dazugehörigen Ortschaften Freienwill, Maasbüll, Großsolt und Tastrup. Daraus haben die Energieberater vom Ingenieurbüro GES Torsten Waldmann Empfehlungen für sinnvolle Maßnahmen abgeleitet.

VfW-Geschäftsführer Tobias Dworschak sag dazu: „Die Energiewende darf sich nicht nur auf die Großstädte beschränken. Auch im ländlichen Raum gibt es große Einsparpotentiale. Mit innovativen Lösungen lassen sich diese Potentiale heben.“ Die Energiedienstleistung Contracting biete dafür eine effiziente, klimafreundliche und kostengünstige Chance.

Energiebudget-Contracting

Ein besonders zur Hebung der Energiesparpotentiale im ländlichen Raum geeignetes Modell ist das Energiebudget-Contracting. Dabei werden Energiespar-Contracting und Energieliefer-Contracting miteinander kombiniert. Integriert ist ein Vergütungsmechanismus für die gelieferte Energiemenge (Grundpreis und Arbeitspreis) mit gleitenden Energiepreisen. Das Eigentum an den Energieanlagen liegt dabei beim Contractor. Außerdem gibt es eine Garantie für die Obergrenze des Energieverbrauchs und einen Bonus bei besserem Einsparergebnis.

Torsten Waldmann: „Mischmodelle wie das Energiebudget-Contracting sind für kleinere Kommunen ideal geeignet. Der besondere Anreiz für Kommunen besteht darin, dass der Contractor einen maximalen Energieverbrauch garantiert.“

7.2.2020 | Quelle VfW | solarserver.de
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Abwrackprämie für Ölheizungen schadet EE-Wärmenetzen

6. Februar 2020 - 15:28
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badenova testet Akkuwechselstation für E-Roller und Lastenräder

6. Februar 2020 - 15:20

Das „Betanken“ stelle bei der Elektromobilität noch für viele Anwender ein Problem dar, sagt Peter Majer, Leiter Innovation von badenova. Die meisten Ladeprozesse dauerten außerdem noch zu lange . Abhilfe will badenova mit einer neuartigen Akkuwechselstation schaffen. in der Station lassen sich geladene Batterien gegen leere Batterien tauschen. badenova testet aktuell ein solches System, um die Eignung für E-Roller und E-Lastenräder zu erproben.

Förderung der Elektromobilität

Die handlichen grünen Wechselakkus für die Fahrzeuge stellt die Berliner Firma GreenPack her. Sie sind in 2,3 m hohen Stationen gelagert. Darin lassen sie sich nach einem Tausch laden. Die Freiburger Firma Roc-Ket erprobt das System der Wechselakkustation mit ihren E-Lastenrädern im Berufsalltag. Auch die Firma Carla Cargo, welche selbst Lastenanhänger mit E-Antrieb herstellt, nimmt am badenova-Test teil. Finanziert wird das innovative Projekt aus dem Bereich der „kleinen Mobilität“ von der Infrastruktur Trägergesellschaft mbH & Co. KG (ITG).
 
Majer sagt zu den Zielen, die der Energiedienstleister mit dem Projekt verfolgt. „Wir suchen nach Lösungen zur Reduzierung der Emissionen durch den täglichen Waren- und Pendlerverkehr in der Stadt. Batteriebetriebene Leichtkraftfahrzeuge wie E-Roller und E-Lastenräder sind eine mögliche Alternative. Wenn diese durch Wechselakkus, die bequem in einem System lagern, rasch zu „betanken“ sind, entstehen keine Wartezeiten.“ Damit habe diese umweltschonende „kleine“ Elektro-Mobilität auch eine größere Aussicht auf Erfolg bzw. Akzeptanz.

Betriebszeit maximieren

Thomas Duscha von der Firma GreenPack, die die Wechselakkus inklusive des Ladeinfrastrukturlösung „Swobbee“ für den Test liefern, ergänzt: „Wir setzen auf wechselbare Akkus, die in Akkustationen geladen werden können, so dass die Betriebszeit eines E-Kleinfahrzeuges maximiert wird. Zudem können wir durch smartes Monitoring und Laden der Batterien positiven Einfluss auf die Gesamtperformance des Systems nehmen. Da die Akkus in ganz unterschiedlichen Mobilitäts- und Transportlösungen einzusetzen sind, steht die Akkuwechselstation Gewerbetreibenden aus verschiedenen Bereichen zur Verfügung.“ Er und Christian Speidel, CEO von GreenPack, wollen Swobbe somit zu einem Treiber der Mikro- und Leichtmobilität machen. Beide haben außerdem ihre Jugend in Freiburg verbracht. „Der Schritt, einen Betrieb im innovativen Südbaden zusammen mit der badenova aufzunehmen, war für uns nicht nur logische Konsequenz, sondern eine Herzensangelegenheit, nachdem wir einen erfolgreichen Piloten in Berlin abgeschlossen haben.“
 
An zunächst drei Standorten läuft der Test mit der Akkuwechselstation: bei badenova, am Freiburger Solar-Info-Center und bei der Firma Roc-Ket. Sie ist mit Elektrofahrzeugen als Logistik-Dienstleister tätig.

Guter Zugang

Eine Wechselakkustation benötigt stets einen guten Zugang und eine Aufstellfläche von 3 mal 1 Meter, außerdem einen 220 Volt Anschluss. Stellplätze direkt bei einer Wechselstation sind außerdem wünschenswert, aber nicht zwingend. Die Station wird mit einem Benutzerterminal ausgestattet, über das Akkus somit gebucht und getauscht werden können. Eine Vorreservierung der Akkus ist über eine Handy-App möglich. 24 Stunden am Tag soll somit der Wechsel problemlos und unbürokratisch möglich sein.

Tom Ketterer, Inhaber von Roc-Ket, erklärt: „Wir sind gespannt, wie das System funktioniert und welche Erfahrungen wir damit in unseren Transportlösungen machen werden.“
 
Das gerade gestartete Projekt soll rund 24 Monate dauern. Anschließend ziehen die beteiligten Akteure Bilanz, was das Wechselakku-System leisten kann.

6.2.2020 | Quelle: badenova | solarserver.de
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Herstellerverbände kritisieren Kürzung von Forschungsmitteln

6. Februar 2020 - 15:03

Die Solarthemen berichteten bereits am 23. Dezember 2019 über den Kahlschlag bei der Energieforschung. Der Forschungsverbund Erneuerbare Energien wies außerdem auf die bedrohliche Situation für die Institute durch die Kürzung von Forschungsmitteln hin. Jetzt fordern auch der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), der Fachverband Gebäude-Klima  (FGK) und der Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte (RLT) verlässliche Rahmenbedingungen ein. „Bei der Forschung darf nicht gekürzt werden.“  

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die Verpflichtungsermächtigungen für die Energieforschung allein für das Haushaltsjahr 2021 um 90 Prozent von 105 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro reduziert. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) musste wegen der Kürzung von Forschungsmitteln bereits sein Wissenschaftsprogramm für die kommenden Jahre deutlich absenken. Außerdem musste es Teile davon sogar ersatzlos streichen. 

Mertz: Mehr Energieforschung erforderlich

„Mit Blick auf die ambitionierten europäischen und nationalen Klimaschutz- und CO2-Einsparziele ist eine solide finanzierte Energieforschung unverzichtbar“. Das sagt Günther Mertz, Geschäftsführer der TGA-Repräsentanz Berlin. „Die Verbände der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) fordern den Bundestag deshalb auf, die Projektforschung für die Energiewende nachhaltig zu sichern und die Kürzung der Mittel im Bundeshaushalt 2021 umgehend zu korrigieren. Wir brauchen mehr und nicht weniger Energieforschung, um die energiewirtschaftlichen und klimapolitischen Ziele zu erfüllen.“

Das BMWi habe zwar darauf hingewiesen, dass der Betrag nominell zur Unterstützung von so genannten Reallaboren verschoben wurde. Außerdem habe der Bundestag die Verpflichtungsermächtigungen zur Entwicklung digitaler Technologien  deutlich erhöht. „Das ist richtig“, sagt Mertz. „Es ist aber alles andere als zielführend, verschiedene wichtige Forschungsprogramme gegeneinander aufzurechnen. Zumal der Bund gerade über einen Rekordüberschuss an Steuereinnahmen verfügt. Reallabore und digitale Technologien können die nach wie vor notwendige Energieforschung nicht ersetzen.“ Jede Forschung brauche verlässliche Rahmenbedingungen. Durch die dramatischen Kürzungen sei die weitere Entwicklung der Energieforschung gefährdet. Gleichzeitig drohe jetzt auch die Abwanderung hochqualifizierter Forscherinnen und Forscher der Energiewende, so die Auffassung der Verbände.

6.2.2020 | Quelle: Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung, Fachverband Gebäude-Klima, | solarserver.de
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Photovoltaik-Strom ohne EEG-Förderung für Haushaltskunden

6. Februar 2020 - 13:31

Dafür schließt der Energieversorger Naturstrom mit den Betreibern der Solarparks langfristige Lieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA). Möglichst ist dies, weil  die Erzeugung von Solarstrom in Deutschland in den vergangenen Jahren immer günstiger geworden ist. Entsprechend sind die Vergütungen für Solarstrom im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gesunken. Nach Aussage von Naturstrom schlägt sich das nun auch im Strommix für Endkundikunden nieder. Photovoltaik-Strom ohne EEG-Förderung ist nun möglich.

Dabei kommt der Photovoltaik-Strom ohne EEG-Forderung aus eigenen Anlagen von Naturstrom und aus einer Kooperation mit der deutschen Tochter des norwegischen Energieversorgers Statkraft.

„Ein neues Zeitalter im Strommarkt bricht an“, konstatiert Oliver Hummel, Vorstand bei der Naturstrom AG. „Ökostrom aus neuen, größeren Solarparks wird künftig vielfach direkt an Haushalte und Gewerbekunden fließen – ganz ohne EEG-Förderung.“ In einem knappen Jahr komme außerdem der Strom aus alten Windrädern hinzu, deren Förderung nach 20 Jahren EEG ausläuft. „Damit überholen die Erneuerbaren auch bei den Erzeugungspreisen schrittweise die konventionellen Energien; so Hummel: „Dieser deutliche Trend wird in den nächsten Jahren weiter anhalten und neue Chancen eröffnen.“

Power Purchase Agreements

Naturstrom hat für mehrere Photovoltaik-Freiflächenanlagen langfristige PPA abgeschlossen. Den Anfang bildet der in der Unternehmensgruppe projektierte und gebaute Solarpark Rottenbach. Die Freilandanlage im nordbayerischen Landkreis Coburg verfügt über eine installierte Leistung von 13 Megawatt (MW). Davon hat Naturstrom 3,2 MW errichtet, deren Stromerzeugung sich das Unternehmen nicht über das EEG vergüten lassen will. Der Energieversorger integriert den Sonnenstrom ins eigene Beschaffungsportfolio und beliefert daraus seine Haushaltskunden mit Photovoltaik-Strom ohne EEG-Förderung. 

Bei einem weiteren Solarpark von Naturstrom ist dies in Vorbereitung. In Uttenreuth nahe Erlangen kann eine Teilanlage mit 2,8 MW künftig Sonnenstrom direkt für die Kunden produzieren. „Mit Ökostrom aus eigenen Anlagen unsere Kundinnen und Kunden ohne EEG-Förderung direkt zu versorgen, ist schon seit Langem ein wichtiges strategisches Ziel beim Ausbau unseres Kraftwerksparks“, sagt Hummel. „Jetzt schließt sich endlich der Kreis. Was zeigt: Die Energiewende funktioniert.“

Kooperation mit Statkraft

Zusätzlich hat Naturstrom einen Stromliefervertrag über elfeinhalb Jahre mit dem Unternehmen Statkraft unterzeichnet. Dabei geht es um Strom aus dem bayerischen Solarpark Parsberg Eichensee, dessen Stromerzeugung Statkraft vermarktet. Die Anlage mit einer Leistung von 20 MW befindet sich derzeit im Bau. Künftig soll sie pro Jahr rund 20,3 Millionen Kilowattstunden erzeugen. Die physische Lieferung beginnt bereits im Mai 2020. Bis zum Ende der Laufzeit im Dezember 2031 wird Statkraft somit insgesamt etwa 237 Millionen Kilowattstunden Photovoltaik-Strom ohne EEG-Förderung an Naturstrom liefern.

„Dieser Vertrag zeigt, dass es in Deutschland möglich ist, Strom aus subventionsfreien Solarparks dieser Größenordnung für maßgeschneiderte Grünstromlieferungen in großem Maßstab zu verwenden“, erklärt Carsten Poppinga, Geschäftsführer von Statkraft in Deutschland. 

6.2.2020 | Quelle: Naturstrom AG| solarserver.de
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Smart Meter für Photovoltaik – Unklarheit bleibt

6. Februar 2020 - 13:30
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Grüner Wasserstoff mit Zertifikat vom TÜV Süd

6. Februar 2020 - 13:00

Vor allem die chemische Industrie setzt derzeit den weltweit mit mehr als 600 Milliarden Kubikmeter produzierten Wasserstoff ein. Hinzu kommt in Zukunft Wasserstoff , der als Speichermedium für erneuerbare Energien und im Verkehrsbereich Verwendung findet. „Im Zusammenhang mit der Energiewende spielt grüner Wasserstoff eine ganz entscheidende Rolle“, sagt Klaus Nürnberger, Leiter Energie-Zertifizierung der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. „Das gilt vor allem für den Bereich der viel zitierten Verkehrswende, wo die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie die batteriegestützte Elektromobilität ergänzt.“ 

Mit der GreenHydrogen-Zertifizierung (TÜV SÜD Standard CMS 70, Version 01/2020 „Erzeugung von grünem Wasserstoff“) weist der TÜV SÜD nach, dass regenerativ hergestellter grüner Wasserstoff mit deutlich geringeren Treibhausgas-Emissionen behaftet ist als herkömmlich erzeugter Wasserstoff. Voraussetzung für die Vergabe des GreenHydrogen-Zertifikats ist, dass grüner Wasserstoff gegenüber dem fossilen Vergleichswert ein Treibhausgas-Minderungspotenzial von mindestens 60 Prozent aufweist. Bei Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse muss das Treibhausgas-Minderungspotenzial sogar bei 75 Prozent liegen. 

Erneuerbare-Energien-Richtlinie als Grundlage

Grundlage für den Vergleich sind die aktuellen Werte der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie II (RED II). Außerdem zieht der TÜV die Werte für konventionell mit Hilfe von Erdgas-Reforming hergestellten Wasserstoff heran. Außerdem stellt der TÜV zusätzliche, über die gesetzlichen Regelungen hinausreichende Anforderungen. Das betrifft zum Beispiel den Einsatz von erneuerbaren Energien.. Ein weiterer Bestandteil der GreenHydrogen-Zertifizierung ist außerdem ein Monitoringsystem der Zertifikatenehmer. Das soll die zertifizierte Qualität und Liefermengen gewährleisten. 

Die zertifizierten GreenHydrogen-Mengen lassen sich in dem von der Europäischen Union unterstützten Herkunftsnachweissystem für Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien – CertifHy – registrierten. Das H2-HKN-System vereinfacht nach Aussage von Klaus Nürnberger die Übertragbarkeit von grünem Wasserstoff in der Europäischen Union vom Erzeuger bis zum Verwender. 

6.2.2020 | Quelle: TÜV Süd| solarserver.de
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