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Aktualisiert: vor 40 Minuten 57 Sekunden

Photovoltaik: Branche kritisiert EEG-Novelle

23. September 2020 - 14:01

Die Photovoltaik-Branche kritisiert den am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurf zur EEG-Novelle. Das Gesetz werde in dieser Form zu einem deutlichen Rückgang des Photovoltaik-Zubaus auf Gebäuden führen, fürchtet der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW). Gleichzeitig werde der Weiterbetrieb tausender alter Solarstromanlagen nicht gesichert. Zudem drohe eine systematische Diskriminierung solarer Eigenerzeuger. Ferner bleibe eine riesige Chance für den dringend notwendigen Ausbau von Speichern ungenutzt.

„Jetzt sind die Abgeordneten des Bundestages gefordert, einen Solar-Rollback zu verhindern.“ Das erklärte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Dringender Nachbesserungsbedarf

Nach Auffassung des BSW gebe es ferner dringenden Nachbesserungsbedarf in drei Punkten. Zum ersten sollte eine Teilnahme an Auktionen und der Verzicht auf Eigenstromerzeugung nicht zur Voraussetzung für den Erhalt von Marktprämien neuer Photovoltaik (PV)-Solardächer werden. Statt einer stufenweisen Absenkung der Bagatellgrenze zur Teilnahme an Auktionen auf 100 Kilowattpeak (kWp) soll diese nach dem heutigen Kabinettsbeschluss von derzeit 750 kWp auf nur 500 kWp sinken. Für rund 30 Prozent des bisherigen Solardach-Marktes drohe damit die Pflicht zur Teilnahme an Ausschreibungen. Die gleichzeitige Verständigung auf eine Aufstockung der Auktionsmengen für PV-Dächer sei wertlos. Die zusätzlichen Auktionsmengen gingen nämlich zu Lasten der förderbaren Solarstromleistung kleiner Solardächer.

Zum zweiten gehe es um die Solarstromanlagen, die nach 20 Jahren Betriebsdauer aus der EEG-Förderung fallen (Ü20). So falle für den von Betreibern selbst genutzter Solarstrom künftig 40 Prozent der EEG-Umlage an. Das seien aber rund 3 Cent je Kilowattstunde. Das mache auch die Nachrüstung von Solarstromspeichern in der Regel unrentabel.

Zum Dritten warnte der Verband vor der Einführung weiterer Auflagen zur Messung und Regelung. Der BSW rechnet mit negativen Auswirkungen auf die Photovoltaik-Nachfrage, sollten künftig Solarstromanlagen mit einer Leistung ab 1 Kilowattpeak Smart Meter installieren müssen.

SWM: Behinderung für Mieterstrom

Auch von einem der größten deutschen Stadtwerke kam Kritik. „Der heute von der Bundesregierung verabschiedete Entwurf zur EEG-Novelle bietet keine Grundlage für die Energiewende in Großstädten.“ Das sagte Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung. Um der Photovoltaik einen ordentlichen Schub im städtischen Umfeld zu verleihen, müssten stattdessen die Konditionen für das Mieterstrommodell deutlich attraktiver werden.

„Auch für Anlagen, bei denen der Strom nicht direkt im Haus verbraucht wird, muss sich die Volleinspeisung wieder lohnen“, so Bieberbach. Ebenso sollte in der EEG-Novelle die Ausschreibungspflicht für PV-Aufdach-Anlagen erst ab 750 kWp gelten. Sonst führe die vorgesehene Staffelung zur Ausschreibungspflicht dazu, dass im städtischen Raum Anlagen bewusst zu klein unterhalb der Ausschreibungsgrenze gebaut würden. Wichtiges PV-Potential bleibe somit ungenutzt.

23.9.2020 | Quelle: SWM / BSW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

EEG: Regelungen für Altanlagen bleiben offen

23. September 2020 - 13:01

Im neuen EEG bleiben konkrete Regelungen für Altanlagen offen. Das erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Rahmen der Präsentation der Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Den Entwurf hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen. Nun geht der Entwurf in Bundestag und Bundesrat, wo noch Änderungen zu erwarten sind.

Laut der Novelle sollen ausgeförderte Anlagen übergangsweise die Möglichkeit erhalten, den Strom weiter über den Netzbetreiber vermarkten zu können und den Marktwert abzüglich der Vermarktungskosten zu erhalten. Die Vermarktungskosten reduzierten sich, wenn die Anlagen mit intelligenter Messtechnik ausgestattet werden. Diese Zusagen benötigen aber noch eine konkrete Ausgestaltung.

„Wir werden Lösungen anbieten“, versicherte Altmaier. Es solle einen runden Tisch mit den relevanten Akteuren geben, der bis November konkrete Ergebnisse über die Zukunft der Altanlagen liefern soll. Diese sollen dann „in das EEG eingespeist werden“.

Ausschreibungen für Solardächer kommen – “höhere Wirtschaftlichkeit”

Mit der Novelle kommt es auch zu den von der Branche kritisierten Ausschreibungen für Solardachanlagen. Altmaier verteidigte das mit dem Verweis auf die größte Wirtschhaftlichkeit. „Wir rechnen mit einer hoher Nachfrage nach Solardachflächen. So werden wir uns sehr schnell den Wirtschaftlichkeitswerten nähern.“ Am Ende erhalte man für die gleich EEG-Umlage mehr Solarstrom. Das Ziel sei, die EEG-Umlage im laufenden Jahr auf 6,5 Cent und im nächsten auf 6,0 Cent zu senken. Vor der Bundestagswahl 2021 strebt Altmaier aber noch zusätzliche Senkungsschritte bei der Umlage an.

Ebenfalls noch unklar ist, welche Regelungen es zur Befreiung von der EEG-Umlage für die Erzeugung von grünen Wasserstoff geben wird. Auch hier sind noch Prüfungen geplant, um konkrete Regelungen noch im laufenden Jahr zu entscheiden.

Smart-Meter-Pflicht: Kleinanlagen sollen “sichtbar” sein

Dagegen bleibt es bei der geplanten Smart-Meter-Pflicht für kleine PV-Anlagen. Das Ministerium begründete dies damit, dass diese Anlagen im Netz „sichtbar“ sein sollten. Außerdem genügten viele der Anlagen sonst nicht den notwendigen Sicherheitsstandards für einen etwaigen Cyberangriff.

Was den Bau von Solaranlagen auf Freiflächen betrifft, erweitert der Entwurf die Standorte. So dürfen diese PV-Anlagen künftig bis zu 200 statt bisher 110 Metern von Autobahnen entfernt entstehen.

Die Novelle nennt zudem neue Ausbauziele für die Photovoltaik. Diese liegen bei 63 Gigawatt für 2022, 73 Gigawatt für 2024, 83 Gigawatt für 2026, 95 Gigawatt für 2028 und schließlich 100 Gigawatt im Jahr 2030.

Neues Ziel: 100 Prozent EE-Strom vor 2050

Außerdem hat die Bundesregierung das Ausbauziel erneuerbarer Energien bis 2050 erhöht. So sollen „100 Prozent des in Deutschland erzeugten und verbrauchten Stroms vor 2050 klimaneutral sein“. Auch das 65 Prozent-Ziel für 2030 könnte noch angehoben werden, je nachdem, was die EU hinsichtlich ihres Klimaziels konkret entscheiden wird.

Parallel hat das Bundeskabinett mit dem Bundesbedarfsplangesetz ein zweites Gesetz auf den Weg gebracht, das den Netzausbau regeln soll. „Wir brauchen den Ausbau, um Strom aus dezentralen Regionen etwa im Norden abtransportieren zu können“, so Altmaier. Dabei gehe es darum, den Leitungsbau um 50 Prozent zu erweitern. Dafür soll die Kapazität bestehender Netze ausgebaut werden. Es solle aber auch eine neue Gleichstromtrasse zwischen dem Norden und NRW entstehen.

21.9.2020 | Autor: Oliver Ristau
© Solarthemen Media GmbH

Stadtwerke München platzieren weitere Solarbeteiligung

23. September 2020 - 11:21

Die Stadtwerke München platzieren eine weitere Solarbeteiligung für Bürger. Wie der kommunale Versorger mitteilte, betrifft das die Realisierung zwei neuer Projekte der „M-Solar Sonnenbausteine“ in der Landeshauptstadt. Dabei handelte es sich um neue PV-Anlagen in Trudering und Perlach zur Beteiligung für Kunden der SWM und Bürgerinnen und Bürgern in München.

„Nach dem Pilotprojekt „M-Solar Sonnenbausteine“ Perlach I im Frühjahr 2020 hatten Münchenerinnen und Münchener erneut die Gelegenheit, Sonnenbausteine per qualifiziertem Nachrangdarlehen zu erwerben“, sagt SWM-Mitarbeiter Manuel Welte. Das Volumen von 160.000 Euro sei dabei in knapp 40 Minuten zusammengekommen.

„Das über die Beteiligungsplattform crowdfunding.swm.de gesammelte Kapital fließt in die Errichtung zweier Photovoltaikanlagen in Trudering und Perlach. Sobald diese in Betrieb sind, können die Engagierten per Sonnenbausteine-App ‚ihre’ Anlage live begleiten und sehen, wie viel Ökostrom sie produziert.“

Zwischen 0,5 und 2,0 Prozent Zinsen

Wie beim Pilotprojekt sei die Bürgerbeteiligung so ausgestaltet, dass Sonnenstromkundinnen und -kunden 2,0 % Zins pro Jahr erhalten. Für alle anderen Beteiligten gelte dagegen ein Zinssatz von lediglich 0,5%.

Die Potenziale für die Energiewende in der Stadt seien groß, so die SWM. Zudem sei der Beteiligungswille von Bürgerinnen und Bürgern an erneuerbaren Energien sehr hoch. Für Geschäftsführer Josef Baur von der eueco GmbH, die die Beteiligungsplattform initialisierte, sei das ein wichtiges „Mitmachthema“.

Die Bürgerinnen und Bürger hätten es zudem in der Hand, mit ihrer Investition den Bau von Erneuerbaren Energien-Projekten direkt anzustoßen. Dabei könnten sie auch Flächen für zukünftige Projekte vorzuschlagen. „So viel Bürgernähe beim Ausbau der Erneuerbaren kommt an”, sagt Baur. “Nicht zuletzt dadurch, dass die SWM exklusiv für die Investoren ein passendes Stromprodukt mit Regionalnachweis aus den betreffenden Anlagen anbietet. Eine solche Strukturierung ist für viele Versorgungsunternehmen mit Ökostromangebot attraktiv“.

Die digitale Beteiligungsplattform ermögliche die Integration digitaler Services der SWM sowie die automatisierte Abwicklung der Bürgerbeteiligung in Kombination mit eigenen Produkten. So könnten zukünftig weitere M-Solar Sonnenbausteine realisiert werden.

23.9.2020 | Quelle: SWM| solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Junge Solarboot-Bauer in Schleswig-Holstein ausgezeichnet

23. September 2020 - 10:49

Junge Solarboot-Bauer sind beim Schleswig-Holstein Solar Cup 2020 in Glücksburg ausgezeichnet worden. Die Veranstaltung fand wegen Corona drei Monate später als geplant statt. Wie die Veranstalter mitteilten, gewann Lichtflitzer “Solux” die Ultraleichtklasse für Mädchen und Jungen von 15 bis 18 Jahren. Bei den Konstrukteuren handele es sich um die Vorjahressieger Jasper von Spreckelsen und Anton Wellnitz aus Freienwill/Flensburg. Die Karosserie durfte dabei ausschließlich aus Papier und Pappe bestehen. Platz Zwei belegte das Boot „Neo“ Nis Trede aus Immenstedt mit, der im Vorjahr noch Landessieger in der Startklasse bis 14 Jahre geworden war.

In der Solarbootklasse traten in diesem Jahr ausschließlich Starter an, die sich zum ersten Mal im Bau und Rennen kleiner Photovoltaik-Boliden versuchten. Solarmodule und Motor waren vorgegeben, der Schwimmkörper durfte nur aus nachwachsenden Rohstoffen selber gebaut sein. Die Vielfalt der verwendeten Materialien, von Luft- und Wasserschrauben begeisterte Zuschauer und Jury. Die Kieler “Paper-Racer” und “3-Runner” mussten sich “Majemi” von Maja und Emilie aus Fleckeby und der “Sonnen-Biene” von Aslan Schenkluhn aus Flensburg geschlagen geben.  Punktgleich auf Platz 3 landeten der “Banana-Racer” aus Schafflund und die “Aida” der erst siebenjährigen Ida Mielke aus Glücksburg.

Der erste Platz und damit der Solarboot-Landespokal ging ferner an das Solarboot von Ramon aus Lindewitt vor dem zweitplatzierten “Wasserfloh” von Aurelio aus Eckernförde. Der Jury-Preis für das originellste Boot ging an Eric Möller aus Schafflund mit seinem aus getrockneten Bananenblättern gebauten “Banana Racer”.

Unterstützung erhielt der Wettbewerb durch Ministerin Karin Prien als Schirmherrin. Außerdem waren dabei die Hauptsponsoren Elektro-Klaas und Verein zur Förderung der Energiewende in Schleswig-Holstein sowie weitere Firmen aus der Region.

23.9.2020 | Quelle: Artefact | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

BayWa will mehr nachhaltiges Biomethan

22. September 2020 - 14:49

Mit der Übernahme einer der größten Anlagen Europas will die BayWa künftig mehr nachhaltiges Biomethan erzeugen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe sie seit Juli 2020 den Betrieb einer der leistungsfähigsten Biomethananlagen Deutschlands inne. Sie zählt zur R&S Energy mit Sitz in Horn-Bad Meinberg. Wie BayWa mitteilte, sei Ziel, gemeinsam den Betrieb weiter zu optimieren und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. So sei unter anderem eine stufenweise Erhöhung der jährlichen Biomethan-Einspeisung von derzeit 60 Gigawattstunden (GWh) auf bis zu 80 GWh und mehr geplant. Letzteres entspreche in etwa dem jährlichen Standard-Flottenverbrauch von etwa 170 auf LNG umgerüsteten Schwerlast-Lkw mit 120.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr.

Die Biomethananlage speise das Gas zum Teil in das öffentliche Gasnetz ein. Außerdem erzeugten zwei regionale Blockheizkraftwerke aus dem Biogas Strom. Die ausgekoppelte Wärme versorge diverse lokale Abnehmer, wie eine Klinik, eine Seniorenresidenz sowie ein Thermalbad.

Künftig Kraftstoffe nach REDII

Langfristige Ziel sei, die Anlage fit für künftige, von der Europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie REDII geprägte Marktanforderungen zu machen. Das heißt, dass Biomethan mit bestimmten Einsatzstoffen wie Abfällen herzustellen ist, um eine Anerkennung als nachhaltigen Kraftstoff zu erhalten. Entsprechend sei bei der weiteren Genehmigungsplanung insbesondere der Einsatz von Reststoffen in den Vordergrund zu stellen.

Dabei gehe es BayWa nicht nur um eine Vermeidung von Tank-Teller-Konkurrenz, sondern auch um eine äußerst effektive Minderung von Treibhausgas-Emissionen. Im Vergleich zu traditioneller Gülleausbringung (CO2, Methan, Lachgas) seien mit den entsprechenden Stoffen Emissionsgutschriften von mehr als 100% möglich. Mit diesen Umplanungen habe das Unternehmen die stark wachsende Nachfrage im Bereich nachhaltiger Kraftstoffe im Blick.

„Wir freuen uns darauf, dieses einzigartige Projekt mit seinem erfahrenen Team weiterführen zu dürfen“, so Christian Bracklow, Geschäftsführer der BayWa r.e. Bioenergy GmbH. „Die Biomethananlage Horn-Bad Meinberg gehört zu den größten Europas und bestätigt eindrucksvoll den hohen und nachhaltigen Wertbeitrag, den die Biogasnutzung für unsere Gesellschaft hat. Unser Ziel ist es, diesen Beitrag auch in einer EEG-freien Zukunft zu sichern und weiter zu steigern, indem wir die Kraftstoffmärkte bedienen und damit endlich auch Schiffe und LKWs dekarbonisieren.“

„Mit der Produktion von Biogas, -strom und -wärme aus lokalen, nachwachsenden Rohstoffen konnten wir einen starken Beitrag für eine saubere Energieversorgung in Lippe und darüber hinaus leisten“, betont der ehemalige Geschäftsführer der R&S Energy, Dr.-Ing. Ralph Sutter. „Ich freue mich, dass dieses Projekt jetzt durch die BayWa r.e. weiter in Richtung nachhaltige Zukunft geführt wird.“

22.9.2020 | Quelle: BayWa re | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Naturstrom: Energiewende-Akteuren mehr zutrauen

22. September 2020 - 14:21

Den Energiewende-Akteuren solle die Bundesregierung mehr zutrauen. Das fordert Naturstrom mit Blick auf die anstehende EEG-Novelle. Es bleibe kaum noch Luft für innovative Versorgungskonzepte, Bürgerenergie-Akteurinnen und -Akteure und die mittelständische Energiewendewirtschaft. Das kritisiert Naturstrom-Vorstandschef Thomas Banning. Als Beispiel nannte er die Erschwerung des Eigenverbrauchs bei Ü20-Solaranlagen. Diese hemme eine unsinnige Viertelstundenbilanzierung nur weniger Kilowattstunden über die niedrige Leistungsgrenze bzw. deren schnelle Absenkung. Auch das Verbot von Eigenverbrauch bei den neu eingeführten Ausschreibungen für Aufdach-Photovoltaik erschwere dezentrales Energiewende-Engagement. Dazu zähle auch die in der Praxis irrelevanten Änderung bei der Anlagenzusammenfassung im Bereich Mieterstrom durch die EEG-Novelle.

EEG-Novelle ignoriert tatsächlichen Ökostrombedarf

Außerdem ignorierten die vorgesehenen Ausbaupfadeden den zusätzlichen Ökostrombedarf im Zuge der Sektorenkopplung. Dem selbstgesteckten Ziel der Treibhausgasneutralität bereits in den 2040er-Jahren trage der EEG-Entwurf nicht Rechnung. Denn er setze entgegen aller Branchenerwartungen ein unveränderter Strombedarf auf heutigem Niveau an. „Elektroautos, Wärmepumpen und andere Stromanwendungen im Mobilitäts- und Wärmesektor bringen den Klimaschutz nur dann voran, wenn der benötigte Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird“, so Banning. Das gelte auch für die groß angekündigte Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Für das EEG müsse es also heißen: realistische Stromverbrauchsannahmen und einen schnelleren Erneuerbaren-Zubau.

Maßnahmen reichen bei Weitem nicht

Der Öko-Energieversorger erkennt an, dass einige Regelungen in die richtige Richtung gehen. Dazu zählen die Erhöhung der Ausschreibungsmengen und die Ausweitung der Flächenkulisse für Photovotaik-Freiflächenanlagen. Auch die Südquote bei der Windenergie und die eigene, aber zu geringe Vergütungskategorie für Mieterstrom zählten dazu.

Diese Maßnahmen reichten aber bei Weitem nicht aus oder würden konterkariert. Das betreffe etwa die restriktiven Regelungen wie die Verpflichtung zur stufenlosen Steuerung von Erzeugungsanlagen durch die Netzbetreiber bereits ab 1 kW Leistung. Auch die Ausweitung der Vergütungskürzungen bei negativen Preisen oder die Umstellung auf Jahresmarktwerte seien Beispiele.

„Aus unserer Sicht müssen spätestens zu Anfang dieses Jahrzehntes 100 Prozent Erneuerbare Energien erreicht sein“, sagt Banning. „Dies gelingt aber nicht, wenn die Bundesregierung die kostengünstige Stromerzeugung aus Wind und Sonne mittels Ausschreibungen weit unter dem Ausbaupotenzial deckelt.“

Ü20-Regelung unzureichend

Eine erhebliche Leerstelle sieht das Unternehmen auch in der fehlenden Regelung für den Weiterbetrieb von Wind- und Solaranlagen, deren EEG-Vergütung ausläuft. „Das Bundeswirtschaftsministerium ignoriert die prekäre Lage der Altanlagen, die ihren EEG-Anspruch verlieren, und das in Corona-Zeiten, in denen die Börsenstrompreise in den Keller gerutscht sind. Um den Betreiberinnen und Betreibern hier kurzfristig eine Perspektive zu bieten, plädieren wir für eine niedrige, befristete Auffanglösung. Hierdurch wird die weiter klar als Zielbild bestehende private Vermarktung nach unten abgesichert, so dass viele Anlagen vor der Abschaltung bewahrt werden können. Das kostet kaum etwas, bringt aber viel“, erklärt Banning.

Banning zeigt sich daher insgesamt enttäuscht von dem bisherigen Entwurf: „Vor Kurzem hat Herr Altmaier noch eine große Klimaschutz-Charta vorgeschlagen. Und kurz darauf veröffentlicht er einen EEG-Entwurf, der die Erneuerbaren an die Kandare legt, statt den Energiewende-Akteuren mehr zuzutrauen. Eigeninitiative in dem Bereich scheint dem BMWi eher unheimlich zu sein – dabei brauchen wir Freiräume für Pionierinnen und Pioniere, um erst die Stromversorgung und dann den ganzen Energiesektor vollständig auf Erneuerbare umzustellen. Nur so wird wirksamer Klimaschutz möglich. Daher hoffen wir noch auf einige Besserungen im parlamentarischen Verfahren – denn die Zeit läuft uns längst davon.“

22.9.2020 | Quelle: Naturstrom | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik: Kleinanlagen mit großem Potenzial

22. September 2020 - 12:30

Photovoltaik-Kleinanlagen in Deutschland können mit einem großen Potenzial aufwarten. Das zeigt eine Studie von Energy Brainpool. Die Analysten haben im Auftrag der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG dieses Potenzial für Photovoltaik (PV)-Kleinanlagen abgeschätzt. Außerdem analysierten sie die die Auswirkungen einer Potenzialausschöpfung bis 2030 auf die Klimaziele. Wie EWS mitteilte, könnten Dachanlagen demnach bis 2030 eine Leistung von bis zu 140 Gigawatt (GW) erbringen.

Das zentrale Ergebnis der Studie sei dabei, dass ein ambitionierter Ausbau von PV-Kleinanlagen sowohl die CO2-Einsparziele erreiche, als auch die sogenannte Ökostromlücke schließe. Die Ausschöpfung des PV-Kleinanlagenpotenzials erfordere allerdings einen ambitionierten Zubaupfad. Dieser müsse von den heutigen 4 GW pro Jahr in 2019 auf 12 GW ab 2024 und 14 GW ab 2027 ansteigen. In Summe 2030 läge damit der Anteil der installierten Leistung von PV-Kleinanlagen bei 140 GW (insgesamt 170 GW PV). Dies bedeute eine Verdreifachung des Anteils von PV-Kleinanlagen bis 2030. Aus Sicht der EWS verdeutliche die Studie, dass das derzeit brachliegende Potenzial unbedingt genutzt werden muss, um Energiewende und Klimaschutz endlich wieder Schwung zu verleihen.

EEG-Vorschlag unzureichend

Eine Expertenrunde, die die Studie präsentierte, kritisierte, dass es aber an den notwendigen Maßnahmen im vorliegenden Entwurf für die EEG-Novelle mangele. Das betrifft insbesondere die Annahmen der Bundesregierung über den Strombedarf in 2030 und die damit verbundenen zu geringen Erneuerbaren-Ausbauziele. Dies würde zu einer Diskrepanz zwischen Erzeugung und Bedarf führen, die derzeit unter dem Schlagwort Ökostromlücke diskutiert wird.

Angesichts der europäischen Verschärfung des Klimaschutzziels im Rahmen des Green Deals seien die Ausbaupfade jetzt noch einmal zu prüfen. Das fordert Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). “Das steht über allem: Wenn ich ein Ziel habe, muss ich einen Pfad haben, der dieses Ziel gewährleistet.”

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), betont, dass die Energiewende auch Wind und andere erneuerbare Quellen benötige. “Es braucht aber das Potenzial der kleinen PV gerade in den Städten, ebenso auf dem Land.”

Berlin will Solar-Baupflicht

Die Notwendigkeit des in der Studie geforderten massiven Zubaus von PV-Kleinanlagen unterstreicht auch Christian Rickerts, Staatssekretär im Berliner Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Der von Energy Brainpool errechnete Zubau treffe die ambitionierten politischen Ziele des Berliner Senats. Dieser möchte die Solarleistung bis 2050 auf 4,4 GW Leistung ausbauen. «Wir müssen um das Vierzigfache besser sein als das, was wir aktuell haben», meint Rickerts und fordert eine formelle Solar-Baupflicht für neue Gebäude, bei Dachsanierungen sowie Mieterstrom-Vereinfachungen. Schließlich sei Berlin zu 70 Prozent eine Mieterstadt.

22.9.2020 | Quelle: EWS | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik: Rückgang bei Solardächern mit Altmaier-EEG

22. September 2020 - 11:08

Die Branche der Photovoltaik fürchtet einen empfindlichen Rückgang bei der Installation von Solardächern. Hintergrund ist der in der vergangenen Woche von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgelegte Gesetzesentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sollte dieser unverändert umgesetzt werden, rechnen laut einer Umfrage des BSW bei 1.000 Solarunternehmen 97 Prozent mit einem Rückgang der Nachfrage.

Am Mittwoch steht die Gesetzesnovelle im Bundeskabinett auf der Tagesordnung. Sie sehe zahlreiche, teils gravierende Änderungen an den Förderbedingungen für die Photovoltaik vor, so der BSW. Die Solarbranche sei alarmiert und appelliere an die Politik, Nachbesserungen an zahlreichen Punkten des Gesetzestextes vorzunehmen.

Nach dem Wunsch des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) sollen größere Solardächer künftig nur noch Marktprämien erhalten, wenn sie zuvor erfolgreich an einer Ausschreibung teilgenommen haben und Solarstrom nicht mehr selbst nutzen, sondern vollständig ins Stromnetz einspeisen. „Vier von fünf Solarunternehmern erwarten, dass die Nachfrage nach Solardächern bei einer derartigen Verschlechterung der Rahmenbedingungen sogar stark einbrechen wird”, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer beim BSW.

Körnig verweist zudem auf sehr negative Erfahrungen der französischen Regierung mit Solardach-Auktionen. Erst in der letzten Woche habe die französische Regierung erklärt, Ausschreibungen nicht länger zur Fördervoraussetzung machen zu wollen.

Smart Meter für Kleinanlagen sinnlos

Die Solarbranche warnt zudem vor der Einführung weiterer Auflagen zur Messung und Regelung, selbst für kleinste Solarstrommengen. 85 Prozent der Umfrage-Teilnehmer rechnet mit negativen Auswirkungen auf die Photovoltaik-Nachfrage, sollten künftig tatsächlich bereits Solarstromanlagen mit einer Leistung ab 1 Kilowattpeak Smart Meter installieren müssen. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum selbst eine Handvoll Solarmodule auf Eigenheimen künftig mit teuren fernsteuerbaren Messsystemen ausgestattet werden sollen. „Das erhöht weder die Netzstabilität, noch die Systemeffizienz und ist gänzlich unverhältnismäßig“, so Körnig.

Der BSW fordert die Bundesregierung auf, stattdessen Standardlastprofile für Prosumer zu nutzen und bei größeren Solarstromanlagen weiter auf die bewährte Option zur Wirkleistungsreduzierung zu setzen. Dies vermeide erfolgreich Erzeugungsspitzen und mache die Solarstromproduktion für Netzbetreiber und Energieversorger hinreichend vorhersehbar.

Für eine bedarfsgerechte Flexibilisierung des Stromsystems sei zudem eine Vervielfachung der Speicherkapazitäten erforderlich. Der aktuelle Gesetzesentwurf „bremst auch hier, anstatt zu beflügeln“, so die Kritik des BSW. Drei Viertel der Solarunternehmer gehen davon aus, dass Betreiber älterer Photovoltaik-Dächer ihre Solarstromanlagen abschalten werden, wenn sie künftig für selbst genutzten Solarstrom eine anteilige EEG-Umlage zahlen müssen. Ein Umstieg auf anteiligen Eigenverbrauch von Solarstrom mit Batteriespeichern werde für sie unter diesen Umständen unattraktiv.

Der BSW fordert die Bundesregierung in einer aktuellen Stellungnahme auf, zahlreiche weitere Marktbarrieren zu beseitigen. Stattdessen solle sie dafür sorgen, den Photovoltaik-Ausbau gegenüber den aktuellen Regierungsplänen zu verdreifachen.

22.9.2020 | Quelle: BSW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Mit Ökostrom und Elektrolyse zur grünen Chemie

22. September 2020 - 8:30

Mit Ökostrom und der Elektrolyse wollen zwei große deutsche Industrieunternehmen entscheidende Schritte zur grünen Chemie zurücklegen. Wie Evonik und Siemens Energy mitteilten, haben sie dafür die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Versuchsanlage nun in Betrieb genommen. Die Anlage nutze Kohlendioxid und Wasser zur Herstellung von Chemikalien. Die notwendige Energie liefere dabei Strom aus erneuerbaren Quellen. Die Versuchsanlage steht in Marl im nördlichen Ruhrgebiet und ist wesentlicher Teil der Forschungsprojekte Rheticus I und II. Das BMBF fördert dieses Vorhaben mit insgesamt 6,3 Millionen Euro. In Leuna gibt es ebenfalls Pläne, Grundchemikalien mit grünem Wasserstoff herzustellen.

Für die Idee der künstlichen Photosynthese, die hinter der Rheticus-Versuchsanlage stehe, haben die Forscher sich die Natur zum Vorbild genommen. So wie Pflanzen Sonnenenergie nutze, um über mehrere Schritte aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser Zucker herzustellen, nutze die künstliche Photosynthese erneuerbare Energien. Diese erzeugten über die Elektrolyse mit Hilfe von Bakterien wertvolle Chemikalien aus CO2 und Wasser zu erzeugen. Diese Art künstlicher Photosynthese könne also als Energiespeicher dienen und dazu beitragen, den Kohlenstoffkreislauf zu schließen und die Kohlendioxidbelastung der Atmosphäre zu reduzieren.

Mikroorganismen produzieren Chemikalien

Die Versuchsanlage in Marl, am größten Standort von Evonik, bestehe ferner aus einem CO-Elektrolyseur, entwickelt von Siemens Energy, einem Wasserelektrolyseur und dem Bioreaktor mit dem Knowhow von Evonik. Die Elektrolyseure wandeln in einem ersten Schritt Kohlendioxid und Wasser mit Strom in Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2) um. Dieses Synthesegas nutzen spezielle Mikroorganismen, um daraus, zunächst zu Forschungszwecken, Spezialchemikalien zu erzeugen. Diese seien Ausgangsstoffe zum Beispiel für Spezialkunststoffe oder Nahrungsergänzungsmittel.

In den nächsten Wochen wollen die Partner die Zusammensetzung des Synthesegases und das Zusammenspiel von Elektrolyse und Fermentation weiter optimieren. Zusätzlich entstehe eine Einheit zur Aufbereitung der Flüssigkeit aus dem Bioreaktor, um die reinen Chemikalien zu erhalten.

Nach erfolgreichem Abschluss der aktuellen Rheticus-Projektphase (Rheticus II) stehe Evonik und Siemens Energy eine Plattformtechnologie zur Verfügung, die energie- und werthaltige Stoffe wie Spezialchemikalien oder künstliche Treibstoffe aus CO2 herstellen kann – modular und flexibel.

„Mit Rheticus zeigen wir, wie wir Produktionsprozesse in der Chemie klimafreundlich aufstellen und gleichzeitig neue innovative Produkte herstellen können“, freut sich Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Dies eröffnet uns vielversprechende Möglichkeiten für Technologieexporte.“

“Anwendung für Power-to-X”

Für Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy sei es „Ziel, mit innovativen Technologien neue, nachhaltigere Lösungen zu ermöglichen. Mit unserer Wasserstoff- und CO-Elektrolyse schlagen wir die Brücke von grünem Strom zu nachhaltigen stofflichen Anwendungen. Dazu ist der Schulterschluss zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaftspartnern wie Evonik ein wichtiger Schritt.“ Das Forschungsprojekt Rheticus ist eine Ausgründung aus den Kopernikus-Projekten, einer der größten Forschungsinitiativen der Bundesregierung zur Energiewende. Rheticus will zeigen, wie es gelingen kann, die Power-to-X-Idee in die Anwendung zu bringen.

Laut Evonik Vize-Vorstandschef Harald Schwager gehe „Klimaschutz nicht ohne Chemie. Denn unsere Branche liefert und entwickelt Lösungen für die Energiewende.“

22.9.2020 | Quelle: Evonik | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

SPD: CO2-Preis zwischen Mieter und Vermieter aufteilen!

21. September 2020 - 17:02
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Saubere Regelenergie von Next Kraftwerke und sonnen

21. September 2020 - 14:40

Vermehrt saubere Regelenergie wollen Next Kraftwerke und sonnen anbieten. Wie die Firmen mitteilten, geht es dabei um die Bereitstellung von Primärregelleistung. Dazu nutzen die Unternehmen Reservegruppen, die je eine Leistung von zwei Megawatt bündeln. Im Rahmen der Kooperation übernehme sonnen die Aggregation, Steuerung und Verfügbarkeitsberechnung der flexiblen Batterieleistung. In Ergänzung dazu verantwoert Next Kraftwerke als Marktpartner die sichere Anbindung des Batterieschwarms an die Leitstellen der Übertragungsnetzbetreiber und Regelenergiemärkte sowie die Gebote und deren Abrechnung.

Beide Unternehmen nutzen damit die erst kürzlich eingeführte und von sonnen erstmals praktisch umgesetzte Möglichkeit der Bildung von Reservegruppen. Diese ermöglichten eine sichere und kosteneffiziente Bündelung von Photovoltaik-Kleinstanlagen bis 25 Kilowatt (kW). Diese können damit erstmals an den Regelleistungsmärkten zur Stabilisierung des Stromnetzes teilnehmen.

Weitere Regelmärkte im Visier

Nach einer erfolgreichen Testphase wollen die Partner weitere Heimspeicher aggregieren und am Markt für Primärregelleistung anbieten. Außerdem werde geprüft, die Reservekapazität auch an weiteren Märkten zu platzieren. Dafür kämen sowohl weitere Regelzonen im europäischen Ausland als auch die Einbeziehung weiterer Reserveprodukte wie Sekundärregelleistung oder Minutenreserve in Frage.

„Unser Pool aus vernetzten Stromspeichern hat sich in den letzten beiden Jahren erfolgreich am Markt für Primärregelleistung bewährt”, sagt Jean-Baptiste Cornefert, Managing Director sonnen eServices. Dieser könne damit erstmals Aufgaben im Stromnetz übernehmen, die bisher Großanlagen vorbehalten waren. “Next Kraftwerke ist der richtige Partner, der uns hier perfekt ergänzt und mit dem wir unser virtuelles Kraftwerk schneller in neue Regionen und Märkte erweitern können.“

Next Kraftwerke sei interessiert, neue Wege zu gehen, um dem Stromsystem möglichst viel Flexibilität aus vernetzten dezentralen Einheiten bereitzustellen. “Daher sind wir froh, nun gemeinsam mit sonnen die wachsende Leistung aus Heimspeichern systemdienlich zu erschließen“, sagt Firmenvertreter Alexander Krautz.

sonnen betreibt seit Ende 2018 das größte virtuelle Kraftwerk in Deutschland, das ausschließlich aus vernetzten Heimspeichern besteht. Die Firma bündelt diese Kleinstanlagen und stellt sie unter anderem dem Regelleistungsmarkt zur Verfügung. Mittlerweile kommt sonnens Software zur Aggregation und Steuerung auch in virtuellen Kraftwerken in Italien, UK, Australien oder in den USA zum Einsatz.

Next Kraftwerke betreibt als digitaler Versorger eines der größten virtuellen Kraftwerke in Europa. Im Next Pool sind rund 9500 dezentrale Stromerzeuger und -verbraucher über eine Plattform vernetzt und somit über das eigens entwickelte Leitsystem steuerbar. Mit einer vernetzten Erzeugungsleistung von über 8000 Megawatt trägt Next Kraftwerke zum Ausgleich von Frequenzschwankungen im Netz bei.

21.9.2020 | Quelle: sonnen | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik: N-Ergie baut 9,2 MW Park ohne Förderung

21. September 2020 - 13:35

Eine neue Photovoltaik-Anlage von N-Ergie mit 9,2 MW kommt ohne Förderung aus. Das teilte der Versorger aus Nürnberg mit. Ihr Bau beginne zeitnah in der unterfränkischen Gemeinde Seinsheim, Ortsteil Wässerndorf, im Landkreis Kitzingen.

Es sei ferner das erste Photovoltaik-Kraftwerk von N-Ergie, für das das Unternehmen keine EEG-Förderung in Anspruch nehmen werde. Bisher hat die Firma 27 Freiflächen in Betrieb.

Direktvermarktung geplant

Das Unternehmen wolle den regenerativ erzeugten Strom als Grünstrom mit Herkunftsnachweis über die sogenannte „sonstige Direktvermarktung“ vertreiben. Entwicklung und Betrieb der Anlage finanzierten sich also nicht über den in einer Ausschreibung festgelegten Abnahmepreis nach EEG, sondern direkt über die Einnahmen aus der Lieferung an Endkunden.

Wie auf ihren anderen Freiflächen-Anlagen auch, lege die N-Ergie in Wässerndorf ein besonderes Augenmerk auf ökologische Aspekte. Um Insekten und Kleintieren auf dem Gelände viel Nahrung und Schutz anzubieten, werden deshalb Blühwiesen zur extensiven Bewirtschaftung angelegt. Zudem will das Unternehmen die Biodiversität vor Ort durch Strauchreihen, Obstbäume, Stein- und Totholzhaufen fördern. Ziel sei eine Fläche, die gleichzeitig der Energiewende und dem Naturschutz zugutekommt.

„Die sich abzeichnende weitere Verschärfung der Klimaschutzziele auf der europäischen Ebene und in Folge in Deutschland zeigt eindeutig, dass der weitere deutliche Zubau von erneuerbaren Energien zwingend ist. Dieser muss in allen Regionen Deutschlands und damit dezentral stattfinden. Mit unserer PV-Freiflächenanlage in Wässerndorf gehen wir einen neuen Weg außerhalb einer Förderung nach dem EEG. Die Anlage erzeugt hierdurch auch 100 Prozent regionalen Ökostrom. Die Einbindung der Kommunen und der Bürgerinnen und Bürger vor Ort ist hierbei für uns ganz wesentlich“, so Rainer Kleedörfer, Prokurist und Leiter Unternehmensentwicklung bei der N-Ergie.

Das neue PV-Kraftwerk erstrecke sich über eine Fläche von 10 Hektar. Zum Einsatz kommen 20.754 Module, die nach Süden ausgerichtet werden und zusammengenommen etwa 9.587.000‬ Kilowattstunden (kWh) pro Jahr produzieren – eine Strommenge, die rechnerisch für etwa 2.750 Haushalte ausreicht.

21.9.2020 | Quelle: N-Energie | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Methan für das Gasnetz mit Biostrom und CO2

21. September 2020 - 12:49

Methan für das Gasnetz wollen Unternehmen in der Schweiz mit Biostrom aus der Müllverbrennung und CO2 aus Klärgas erzeugen. Dazu haben der Limmattaler Energieversorger Limeco und das Viessmann Tochterunternehmen Schmack BioEnergie mit der Realisierung einer industriellen Power-to-Gas-Anlage in der Schweiz begonnen. Wie Schmack mitteilte, seien die Projektpartner nicht nur vom Potenzial der Technologie als sinnvoller Ergänzung erneuerbarer Stromproduktion überzeugt. Sie erwarten auch eine Tauglichkeit des Geschäftsmodells, in dem mehrere Energieversorger die Anlage gemeinsam finanzieren.

Die europaweit größte Power-to-Gas-Anlage mit mikrobiologischer Methanisierung entsteht in Dietikon im Kanton Zürich. Sie werde ferner auf Basis einer Elektrolyse-Leistung von 2,5 Megawatt (MW) ab Ende 2021 synthetisches Methan in das Netz einspeisen. Die Standortvoraussetzungen seien ideal, da auf dem Areal des Limmattaler Regiowerks eine Müllverbrennungsanlage den regenerativen Strom liefere. Zugleich verwerte das Unternehmen das im Klärgas vorhandene CO 2 aus der benachbarten Abwasserreinigung. Aus Abfall und Abwasser würden die Schweizer also erneuerbares Methan produzieren, das sie ins Gasnetz einspeisen wollen.

Schweizer Stadtwerke am Start

Als deutsche Technologiepartner zeichnen für die Methanisierung die microbEnergy GmbH und für den Anlagenbau die Schmack Biogas GmbH verantwortlich. Beide Unternehmen schlossen sich kürzlich unter dem Dach der neugegründeten Schmack BioEnergie GmbH zusammen und gehören zur Viessmann Gruppe. Manuel Götz, Geschäftsführer für alle Bereiche am Firmensitz in Schwandorf, betont die strategische Bedeutung des Schweizer Großprojekts: „In der Schweiz können wir endlich die industrielle Tauglichkeit der Power-to-Gas-Technologie unter Beweis stellen.“

Entscheidend für das Zustandekommen des Projekts war die Bereitschaft von acht Schweizer Energieversorgern, das Gas zu einem definierten Preis abzunehmen. Außerdem habe die Stadtwerke-Allianz Swisspower AG, das Vorzeigeprojekt von Beginn an beratend begleitet. Mit Investitionen von rund 14 Mio Franken bekräftigten die Schweizer Kooperationspartner ihr Engagement. Das Bundesamt für Energie unterstütze das Projekt zudem mit einem finanziellen Beitrag.

Künftig grünen Überschussstrom nutzen

Die Anlage will einen Beitrag zum Umbau des Schweizer Energiesystems im Rahmen der Energiestrategie 2050 leisten. Darin sei vorgesehen, den Strom aus der Kernkraft durch Solar-, Wasser- und Windkraft zu ersetzen. Um die saisonalen Stromüberschüsse speicherbar zu machen, setzt Limeco auf Power-to-Gas als Schlüsseltechnologie. Die Firma will deshalb ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Betrieb der Anlage dem Vorankommen der schweizweiten Energiewende zur Verfügung stellen. So will sie die Fachwelt auf dem ersten Schweizer Power-to-Gas-Kongress am 25. November in Spreitenbach über das Projekt informieren.

21.9.2020 | Quelle: Viessmann| solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Solarthermie für Industrie und Fernwärme erhält Millionenfinanzierung

21. September 2020 - 12:34
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Positive Bilanz für solare Wärmenetze

21. September 2020 - 11:58

Eine positive Bilanz für solare Wärmenetze zieht eine neue Untersuchung, die unter der Leitung des Steinbeis Forschungsinstituts Solites erschienen ist. Wie Solites dabei mitteilte, zeige die 16 seitige Ausarbeitung „Energiedörfer mit erneuerbarer Wärmeversorgung – Modelle für den erfolgreichen Betrieb von Wärmenetzsystemen“, dass unterschiedliche Wege zum Erfolg führen können. Die Analyse stellt am Beispiel von sieben existierenden Energiedörfern Modelle für den erfolgreichen Betrieb vor. Derzeit gebe es mindestens 13 Energiedörfer mit solar unterstützten Wärmenetzen in Deutschland. Zudem seien über ein Dutzend weiterer Projekte in Bau oder Planung.

Schon am Beginn eines Wärmenetz-Projektes stelle sich die Frage, wer die Projektentwicklung und den Bau der Anlage in die Hand nimmt. Noch wichtiger sei aber die Frage, wer anschließend den Betrieb erfolgreich führen könne. Gerade im ländlichen Raum entstehe oft die Idee, die von fossilen Einzelheizungen geprägte Wärmeversorgung auf ein Wärmenetz mit erneuerbaren Energien umzustellen. Initiativen dazu kämen oft aus der Bevölkerung. Um aus der Initiative der Bürger ein realisierbares Projekt zu entwickeln, sei es aber wichtig, frühzeitig zu klären, wer die Verantwortung trage und den Betrieb übernimmt.

Bürger, Genossenschaften, kommunaler Eigenbetrieb

So könnten beispielsweise die Bürger selbst in Form einer Genossenschaft den Betrieb in die Hand nehmen. Es kämen aber auch externe Unternehmen, die vor Ort als Energiedienstleister aktiv sind, dafür in Frage. Auch die Kommune selbst könne den Wärmenetzbetrieb übernehmen, sei es über ihr Stadtwerk oder einen kommunalen Eigenbetrieb. Für alle diese Betreibermodelle gebe es erfolgreiche Beispiele, die in der aktuellen Ausarbeitung vorgestellt werden. Bei der Gründung einer Betreibergesellschaft seien dabei auch Mischformen möglich, für die sich verschiedene Akteure vor Ort zusammenschließen. So können unterschiedliche Kompetenzen gebündelt und Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden.

Die Ausarbeitung ist im Rahmen des Forschungsprojektes Solnet 4.0 unter Federführung des Steinbeis Forschungsinstituts Solites als neues Infoblatt erschienen. Es stellt sieben beispielhafte Ortschaften vor, die ganz unterschiedliche Modelle für den Betrieb ihres Wärmenetzes auf Basis erneuerbarer Energien aufgebaut haben. Die Erfahrungsberichte beschreiben die Projektentstehung und was die Initiatoren zur Wahl ihres jeweiligen Betreibermodells bewegt hat. Die Betreiber erklären, welche Aufgaben sie haben und welche Vor- und Nachteile sie für die Zukunft sehen.

Das Infoblatt Solare Wärmenetze Nr. 7, „Energiedörfer mit erneuerbarer Wärmeversorgung – Modelle für den erfolgreichen Betrieb von Wärmenetzsystemen” steht in der Solnet-4.0-Wissensdatenbank zum kostenlosen Download bereit.

Das Projekt Solnet 4.0 wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie Unternehmen der Solarthermiebranche gefördert. Projektpartner sind der AGFW – Effizienzverband für Wärme, Kälte, KWK, das Steinbeis Forschungsinstitut Solites, die Bröer & Witt GbR und das Hamburg-Institut.

21.9.2020 | Quelle: Solites | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Der Deutsche Solarpreis 2020 geht an sechs Gewinner

21. September 2020 - 11:03

Der Deutsche Solarpreis 2020 geht an sechs Gewinner. Am vergangenen Samstag haben Eurosolar und die Energieagentur NRW die Preisträger in Münster prämiert. In seinem Grußwort hob Eurosolar-Präsident Peter Droege hervor, dass die Erneuerbaren im Zusammenspiel mit Speichern und anderen Technologien eine Welt schaffen können, in der Kooperation und gegenseitige Hilfe gelten. „Wir sind dankbar und stolz, engagierte Menschen auszeichnen zu dürfen, die hier führend Wissen, Innovation und Tatkraft beweisen.“

Zu den Preisträgern zählen:

● In der Kategorie Städte/Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke die Versorgungsbetriebe Bordesholm GmbH für den Bau eines Batteriespeichers zur kommunalen Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien.

● In der Kategorie Solare Architektur und Stadtentwicklung heilergeiger architekten und stadtplaner BDA für die ressourcenschonende und nachhaltige Restaurierung der Kita Karoline Goldhofer.

● Ebenfalls in Solare Architektur und Stadtentwicklung die Stadt Freiburg für das „Rathaus im Stühlinger“, das europaweit größte öffentliche Netto-Nullenergie-Gebäude.

● In der Kategorie Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen – die Next2Sun GmbH für die zukunftsweisende Symbiose von erneuerbarer Stromerzeugung und nachhaltiger Landwirtschaft.

● Für die Kategorie Lokale oder regionale Vereine/Gemeinschaften – die Energiegewinner eG in Köln für die einfache und faire Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an regionalen Erneuerbaren in Bürgerhand.

● In der Kategorie Sonderpreis für persönliches Engagement – Professor Volker Quaschning für seine herausragende Leistung bei der Aufklärung zu Erneuerbaren Energien und Klimaschutz.

Auszeichnung für Volker Quaschning

In seiner Dankesrede sagte Quaschning, dass gerade in der immer schneller voranschreitenden Klimakreise der Preis zeige, „wie wichtig das Engagement von uns allen ist, um die schlimmstmöglichen Folgen der Erderhitzung noch verhindern zu können.”

Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster freute sich, dass Münster 2019 als nachhaltigste Großstadt Deutschlands ausgezeichnet worden sei. Die Stadt habe sich zudem das Ziel gesteckt, bis zum Jahr 2030 möglichst klimaneutral zu werden.

Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises, hat den Deutschen Solarpreis ins Leben gerufen. Dabei erhalten Gemeinden, Unternehmen, Vereine oder Organisationen, Journalisten und Privatpersonen seit 1994 den Preis von Eurosolar e.V. für ihr Engagement rund um Erneuerbare Energien.

21.9.2020 | Quelle: Eurosolar | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Megawatt-Stromspeicher: DLR baut Carnot-Batterie

18. September 2020 - 14:01

Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entsteht derzeit die weltweit erste, auf einem innovativen Dampfkraft-Prozess basierende Carnot-Batterie. Sie funktioniert nach dem vom DLR entwickelten CHEST-Verfahren (Compressed Heat Energy STorage).

Carnot-Batterien speichern Strom in Form von Wärme. Sie sind ein zukunftsweisendes Element, um Elektrizität aus erneuerbaren Energien flächendeckend und zuverlässig verfügbar zu machen. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie des europäischen CHESTER-Konsortiums (Compressed Heat Energy Storage for Energy from Renewable Sources) arbeitet das DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart an dieser neuartigen Speicher-Lösung.

“Carnot-Batterien haben das Potenzial, ein wichtiger Baustein für die Energiewende zu werden”, erläutert André Thess, Direktor des Instituts für Technische Thermodynamik. “Denn solche Wärmespeicher lassen sich gezielt in die Netze und Energiesysteme von morgen einbinden, um die zeitlich und örtlich schwankende Stromgewinnung aus Sonnen- und Windenergie auszugleichen sowie Lastspitzen abzudecken.” Mit einer Speicherkapazität von bis zu tausend Megawattstunden elektrischer Energie kann eine Carnot-Batterie beispielsweise eine Stadt wie Stuttgart stabil mit Strom versorgen. Dadurch lassen sich die Energiesektoren Elektrizität und Wärme effizient koppeln. Zudem soll eine Carnot-Batterie aufgrund der verwendeten Materialien umweltfreundlicher als konventionelle Batterien sein.

Wärme als Zwischenspeicher für erneuerbaren Strom

Eine Carnot-Batterie wandelt mittels einer elektrischen Wärmepumpe gerade nicht benötigten, erneuerbaren Strom in Wärme um. Diese wird in einem kostengünstigen Medium, wie Wasser oder Flüssigsalz, zwischengespeichert. Bei Bedarf lässt sich mittels einer Wärmekraftmaschine die Wärme wieder in Strom zurückumwandeln, wie bei einer Dampfmaschine mit einem Generator.

Die DLR-Forschenden haben mit ihrer langjährigen Erfahrung und Technologiekompetenz auf dem Gebiet der thermischen Energiespeicher das Herzstück der Anlage entwickelt: einen Latentwärmespeicher mit patentiertem Doppelrippenrohr-Wärmeübertrager. Das Besondere daran ist, dass der Wärmespeicher gleichzeitig als Wärmetauscher zwischen Wärmepumpe und Wärmekraftmaschine dient. Dieser im Jahr 2013 vom Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart entworfene Lösungsansatz ist technologisch sehr vielversprechend, weil sich dadurch Energieverluste gegenüber Technologien, wie beispielsweise Druckwasserspeicher, verringern lassen. Dadurch lassen sich höhere Wirkungsgrade der Speicherung (von Strom zu Strom) erzielen.

Neuartige Spezialentwicklungen im Projekt sind auch die Hochtemperatur-Wärmepumpe von der spanischen Großforschungseinrichtung TECNALIA und die Wärmekraftmaschine der Universität Gent. Ein erster Testbetrieb der Pilotanlage soll noch in diesem Jahr erfolgen. Im nächsten Entwicklungsschritt wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Konzept in größerem Maßstab testen.

18.9.2020 | Quelle: DLR | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Kompetenzzentrum H2Safety@BAM unterstützt Nationale Wasserstoffstrategie

18. September 2020 - 13:30

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zählt, bündelt ihre Expertise auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologien zu einem Kompetenzzentrum H2Safety@BAM. Mitte September hat die BAM das Kompetenzzentrum, seine Struktur und Aufgaben offiziell vorgestellt.

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMWi, Thomas Bareiß, sagt zum neuen Kompetenzzentrum: „Die weltweite Spitzenposition deutscher Unternehmen bei Wasserstofftechnologien beruht nicht zuletzt auf einer starken Forschungslandschaft mit enger Verbindung zur Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung ist hierbei ein Schlüsselakteur, der die Brücke zwischen Forschung und sicherer Anwendung schlägt.“

„Mit dem Kompetenzzentrum H2Safety@BAM wollen wir die Nationale Wasserstoffstrategie optimal unterstützen“, so BAM-Präsident Ulrich Panne. „Verlässliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards stellen bei der Markteinführung von Innovationen einen entscheidenden Wettbewerbs- und Standortvorteil dar. Sie erhöhen zugleich das Vertrauen der Gesellschaft in neue Technologien.“

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für das Gelingen der Energiewende und den Klimaschutz. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung Ziele und Maßnahmen für die Einführung einer Wasserstoffwirtschaft beschlossen.

Voraussetzung für eine schnelle Markteinführung und die Etablierung erfolgreicher Wertschöpfungsketten im nationalen und internationalen Rahmen ist das Vertrauen in die Technologie. Die BAM forscht seit langem zu Wasserstoff. Im Fokus stehen dabei über die gesamte Wertschöpfungskette Sicherheitsaspekte und Qualitätsstandards. Das reicht von der Erzeugung, über den Transport und die Speicherung bis zur Nutzung von Wasserstoff.

Weitere Informationen zu den Themen und dem Aufbau des Kompetenzzentrums H2Safety@BAM sind unter dem nebenstehenden Link zu finden.

18.9.2020 | Quelle: BAM | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Niedersachsen: Bundesratsinitiative zur Stärkung von Stromspeichern

18. September 2020 - 13:06

Der Niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies hat für das Land Niedersachsen eine Bundesratsinitiative zur Stärkung von Stromspeichern eingebracht. Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Speichern zu verbessern und auf diese Weise sowohl den Bau neuer Speicher als auch die Weiterentwicklung bestehender Anlagen zu unterstützen. „Stromspeicher haben ein großes, derzeit jedoch noch viel zu wenig genutztes Potenzial für die Energiewende“, so Lies.

Die Speicher nehmen Strom in Phasen mit besonders hoher Erzeugung auf und stellen ihn – je nach Bedarf – wieder zur Verfügung zu stellen. „Sie bieten damit eine ideale Grundlage, um auf kurzfristige Schwankungen von Erzeugung und Verbrauch entsprechend zu reagieren und diese auszugleichen“, so Lies. „Je größer der Anteil der Erneuerbaren Energien im Stromsystem wird, umso wichtiger werden solche flexiblen Ausgleichsmöglichkeiten – damit das Gesamtsystem die notwendige Stabilität hat.“

Rechtliche Rahmenbedingungen unzureichend

In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass es derzeit oftmals noch an den erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen fehlt, damit Speicher ihr Potenzial voll ausschöpfen und man sie verstärkt zum Nutzen des Gesamtsystems einsetzen kann. „Unsere Bundesratsinitiative zur Stärkung von Stromspeichern zielt daher darauf ab, genau diese Bedingungen zu verbessern und somit insbesondere den netz- und systemdienlichen Einsatz von Speichern zu fördern“, so Lies. Konkret werden in dem niedersächsischen Entschließungsantrag beispielsweise die dauerhafte Entlastung der Speicher von Abgaben und Umlagen sowie eine bessere Vereinbarkeit verschiedener Nutzungsformen und Geschäftsmodelle gefordert. Zudem setzt sich Niedersachsen dafür ein, dass auch der Markt für Systemdienstleistungen weiterentwickelt und stärker auf Stromspeicher ausgerichtet wird.

„Besonders wichtig bei all diesen Maßnahmen ist, dass wir das Stromsystem damit gleich in doppelter Hinsicht stärken können“, so der Energieminister. „Zum einen wird es möglich, die Flexibilität aus bereits vorhandenen Speichern besser zu erschließen und für das Gesamtsystem zu nutzen. Zum anderen schaffen wir auch frühzeitig Anreize für die Errichtung neuer Speicher und damit den dringend benötigten Anschub für den Ausbau dieser bedeutsamen Zukunftstechnologie.“

18.9.2020 | Quelle: MU Niedersachsen | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Autonomes Fahren: DLR stellt Fahrzeugkonzept U-Shift vor

18. September 2020 - 12:30

Zentrales Merkmal vom Fahrzeugkonzept U-Shift ist die Trennung von Fahrzeug, Driveboard genannt, und den kapselförmigen Aufbauten für den Personen oder Gütertransport. Die U-förmige Antriebseinheit beinhaltet alle teuren technischen Komponenten und Systeme, um autonom, elektrisch und leise unterwegs zu sein. Für maximale Wirtschaftlichkeit ist das Driveboard möglichst rund um die Uhr in Betrieb. Die wesentlich günstiger zu fertigenden Kapseln lassen sich für eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten auslegen.

„Wir wollen die Mobilität von morgen nachhaltiger, effektiver und komfortabler gestalten. Aus futuristischen Innovationen wie dem Fahrzeugkonzept U-Shift können ganz neue Produkte und Geschäftsmodelle entstehen. Es kommt für Baden-Württemberg entscheidend darauf an, dass wir gerade unsere kleinen und mittleren Unternehmen beim Transformationsprozess unterstützen und ihnen dabei helfen, eine neue Rolle im Bereich der künftigen Fahrzeugkonzepte und Mobilitätslösungen zu finden. Der modulare Ansatz eröffnet hier sehr gute Spielräume“, erläutert Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg fördert das Projekt mit rund zwölf Millionen Euro.

„Mit dem modularen Konzept von U-Shift leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der Mobilität. Gerade für die Übernahme innovativer Konzepte durch die Automobilwirtschaft oder Logistik- und Mobilitätsdienstleister sind Prototypen extrem wichtig. Denn so können Forscher und zukünftige Nutzer die mobile Welt von morgen real erleben und verbessern“, sagt DLR-Vorstand für Energie und Verkehr Karsten Lemmer.

Testen, diskutieren, optimieren: Prototyp läutet nächste Entwicklungsschritte ein

Der U-Shift-Prototyp hat die Maße eines größeren Transporters. Das Driveboard fährt derzeit ferngesteuert und soll in Zukunft komplett autonom unterwegs sein. Sicherheit ist auch hier ein zentraler Aspekt in der Entwicklung. Die Personenkapsel ist mit sieben Sitzplätzen und einem Klappsitz ausgestattet. Für einen barrierefreien Einstieg sorgt eine große Tür mit integrierter Rampe. Die Cargokapsel bietet Platz für vier Europapaletten oder acht Gitterrollwagen.

Mit Hilfe des Prototyps wollen die Forschenden erste Erfahrungen mit dem System sammeln, das die Kapseln aufnimmt und wieder absetzt. Sie stehen in engem Kontakt mit potenziellen Produzenten sowie Betreibern. Gleichzeitig führen sie intensive Gespräche mit den Bürginnen und Bürgern, um so die Bedürfnisse und Wünsche für Einsatzszenarien vom Fahrzeugkonzept U-Shift und damit verbundene zukünftige Arbeitsplätze zu diskutieren. Mit diesem Input entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Fahrzeugkonzept weiter. Zum Beispiel gilt es, die Schnittstellen zwischen Mensch und Fahrzeug zu erproben: Dazu zählen der Mechanismus zum Öffnen der Türen, der Informationsfluss und etwaige Zugangsbeschränkungen. In einem nächsten großen Schritt soll die Leistung des Antriebsstrangs gesteigert, Hardware und Sensoren für das automatisierte und vernetzte Fahren eingebaut, ein neues Batteriesystem getestet sowie Fahrwerk und Hubvorrichtung weiterentwickelt werden.

Für das Jahr 2024 ist die ein zweiter, voll automatisiert und rund 60 Stundenkilometer schnell fahrender Prototyp geplant. Mit ihm will das U-Shift-Team innovative Geschäftsfelder für Unternehmen im Kontext neuer Mobilitätsserviceangebote untersuchen und bestehende Geschäftsfelder neu ausrichten, zum Beispiel in Pilotversuchen mit Firmen der Logistikbranche.

18.9.2020 | Quelle: DLR | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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