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Aktualisiert: vor 23 Minuten 3 Sekunden

Förderung für Sonnenhäuser verbessert

22. Januar 2020 - 15:11

Die Bundesregierung hat die Förderung für Sonnenhäuser jetzt noch weiter verbessert. Durch die seit dem 1. Januar 2020 geltenden BAFA-Zuschüsse sowie höhere Tilgungs- und Investitionszuschüsse der KfW-Bankengruppe ab 24. Januar 2020 zahlen sich die Mehrkosten für klimaschonende Anlagen jetzt noch schneller zurück, wenn sie nicht sogar komplett gefördert werden.

Prozentuale Förderung noch attraktiver

In Sonnenhäusern decken große Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen bei der gängigen Anlagenauslegung zwischen 50 und 70 Prozent des Energiebedarfs mit Hilfe der Sonne. Zwar wurde in den überarbeiteten Richtlinien des Marktanreizprogramms (MAP) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Innovationsförderung für Sonnenhaus-Heizungen durch eine prozentuale Förderung ersetzt. „Die neue prozentuale Förderung ist für Bauherren aber mindestens genauso attraktiv“, betont Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Institut e.V. 

Für die große Solarthermie-Anlage auf einem Sonnenhaus („Solaraktivhaus“ in der BAFA-Richtlinie) erstattet das BAFA 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Wärmepumpen, die alternativ in Kombination mit einer Photovoltaikanlage solarstromgeregelt in manchen Sonnenhäusern zum Einsatz kommen, beträgt der Fördersatz 35 Prozent. Mit diesen Sätzen werden die Mehrkosten für die Anlagentechnik nach Berechnungen des Sonnenhaus-Instituts zu 80 bis 100 Prozent abgedeckt. 

Neue KfW-Förderung tritt am 24. Januar in Kraft 

In dem Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ (153) hat auch die KfW die Tilgungs- und Investitionszuschüsse sowie den Kreditbetrag deutlich erhöht. Die neuen Förderkriterien treten am 24. Januar 2020 in Kraft und betreffen auch die Förderung für Sonnenhäuser. Der maximale zinsgünstige Kreditbetrag steigt um 20.000 Euro auf insgesamt 120.000 Euro für ein KfW-Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus. Die Tilgungszuschüsse wurden jeweils um 10 Prozentpunkte erhöht.

Beim KfW-Effizienzhaus 55 gewährt die KfW nun einen Tilgungszuschuss von 15 Prozent auf einen Kreditbetrag von maximal 120.000 Euro. Das sind 18.000 Euro je Wohneinheit. 

Dazu kann noch ein Zuschuss für die Baubegleitung von 50 Prozent bis maximal 4000 Euro beantragt werden. „Bei einem Einfamilienhaus sind das circa 2500 Euro, die dann nochmals zu den 18.000 Euro dazu kommen“, sagt Rainer Körner, 2. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts. „Wir empfehlen allerdings, gleich auf KfW-Standard 40 oder 40 Plus zu gehen. Mit der Sonnenhaus-Technik sind die besseren Standards leicht zu erreichen und die Förderung ist nochmals deutlich lukrativer.“ Für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus werden 25 Prozent von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag erlassen. Das entspricht einem Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit. 

Über Details der neuen Förderkonditionen für Neubau und Sanierung informieren die Fachleute des Sonnenhaus-Instituts. Sie helfen auch bei der Antragstellung. Kontaktdaten und Informationen über das Sonnenhaus-Bau- und Energiekonzept finden sich in Internet unter www.sonnenhaus-institut.de. 

22.1.2020 | Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V. | solarserver.de
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Klimaschutz-Unternehmen gesucht

22. Januar 2020 - 14:36

Zur Bewerbung laden das Bundesumweltministerium, das Bundeswirtschaftsministerium, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sowie der Verein Klimaschutz-Unternehmen e.V. ein. Gesucht werden deutsche Unternehmen aller Größen und Branchen, die sich aufgrund ihrer Leistungen und Zielsetzungen als Vorbilder für Klimaschutz und Energieeffizienz verstehen.Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagt dazu: „Nachhaltiges Wirtschaften und ökonomischer Erfolg sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Klimaschutz-Unternehmen zeigen, dass beides zusammengehört. Damit sind sie Vorreiter und können andere Unternehmen motivieren, mit voran zu gehen.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wirbt für die Teilnahme am Wettbewerb: „Wir müssen Ökologie und Ökonomie künftig noch stärker zusammen denken. Dafür brauchen wir unternehmerische Vorbilder, die den anderen zeigen: Es geht! Werden Sie eines dieser Vorbilder und bewerben Sie sich als Leuchtturm-Unternehmen für den Klimaschutz.“

„Leuchttürme“ gesucht

Den Leuchtturmcharakter der Initiative bekräftigt DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer: „Klimaschutz ist für die Wirtschaft eine zentrale Herausforderung der 2020er Jahre. Dabei sind die Unternehmen gefragt, neue Wege zu beschreiten, um den Ausstoß von Treibhausgasen im eigenen Betrieb deutlich zu reduzieren. Die Klimaschutz-Unternehmen zeigen, wie es gehen kann. Denn sie zeigen beispielhaft, wie Klimaschutz zu einem Wettbewerbsvorteil wird.“

Jörg Schmidt, Vorsitzender von Klimaschutz-Unternehmen e. V.: „Unser Motto ist: Vordenken, vorleben, vorangehen! Wir arbeiten „Erfolgsgeschichten und -rezepte“ aus, sind Gesprächspartner der Politik und präsentieren unsere Mitglieder in öffentlichen Formaten. Darüber hinaus profitieren die Unternehmen vom gegenseitigen Austausch über erfolgreiche Energieeffizienz- und CO2-Einsparprojekte.“

Bewerbungsverfahren läuft

Das Bewerbungsverfahren besteht aus einem onlinebasierten Quick-Check, der ein erstes Feedback ermöglicht. Danach füllen Interessenten bis zum 20. März 2020 den Bewerbungsbogen aus, in dem sie ihre Klimaschutz- und Energieeffizienzaktivitäten in den verschiedenen Unternehmensbereichen darstellen. Die Bewerbung wird von einem Fachgutachter geprüft und schließlich dem Beirat zur Entscheidung vorgelegt. In dem sitzen neben Experten aus Fachinstitutionen auch die drei Initiatoren BMU, BMWi und der DIHK. Erfolgreiche Bewerber werden bei einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin mit einer Urkunde geehrt.

Das Aufnahmeverfahren wird im Rahmen des Projekts „Klimaschutz gewinnt“ aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums gefördert. Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Klimaschutz-Unternehmen, den Mehrwerten einer Mitgliedschaft und Hinweisen zum Bewerbungsverfahren finden sich auf der Webseite des Verbandes.

22.1.2020 | Quelle: BMU, BMWi | solarserver.de
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Photovoltaik-Effizienzrekord: Longi erreicht 22,38 %

22. Januar 2020 - 14:00

Den Photovoltaik-Effizienzrekord hat der TÜV Rheinland bestätigt. Demnach erreicht Longi die 22.38 Prozent Umwandlungs-Effizienz mit seinen monokristallinen Siliziummodulen.

Lv Jun, Vice President von Longi Solar kommentiert: „Longi hat kontinuierlich die Effizienzgrenzen unserer monokristallinen Hochleistungs-Produkte um das Preis-Leistungs-Verhältnis weiter zu verbessern. Dieser Durchbruch bestätigt wieder einmal das Entwicklungspotezial der monokristallinen Modultechnologie. Mit kontinuierlichen Investitionen in Technologien und Prozesse können Innovationen schnell auf die Massenproduktion angewendet werden, um die Energiewende durch Solarenergie zu unterstützen.“

In den letzten Jahren haben die Mono-Module von Longi mehrfach den jeweiligen weltweite Photovoltaik-Effizienzrekord gebrochen. Kürzlich meldete das Unternehmen, seine Produktionskapazitäten in China auf 20 Gigawatt ausbauen zu wollen. Doch weltweit reklamiert es bereits jetzt eine jährliche Produktion von 30 Gigawatt an Wafern und Modulen – ein Viertel des Weltmarktes.

22.1.2020 | Quelle: Longi | solarserver.de
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Pflanzen nehmen Blei aus Perowskit-Solarzellen auf

22. Januar 2020 - 12:57

Die besten Perowskitsolarzellen werden heute mit Blei realisiert. In nur zehn Jahren Forschungsarbeit ließ sich der Wirkungsgrad dieser Solarzellen im Labor von 4 Prozent (2009) auf inzwischen über 25 Prozent (2019) steigern. Blei ist allerdings hochgiftig und darf nicht in die Nahrungskette gelangen. Ein quadratmetergroßes Perowskit-Solarmodul enthält jedoch nur 0,8 Gramm Blei, also sehr wenig im Vergleich zu anderen technischen Quellen von Blei (z.B. in Batterien).

Nun hat ein Team um Prof. Dr. Antonio Abate am Helmholtz-Zentrum Berlin eine Studie konzipiert, um dieses Risiko zu untersuchen. Dafür arbeiteten sie mit einem Team der Landwirtschaftlichen Universität in Fujian, China, sowie mit einer Gruppe an der Universität in Neapel, Italien, zusammen. Ihre Erkenntnisse haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature communications veröffentlicht.

Die Pflanzenexperten in Fujian bereiteten Bodenproben mit unterschiedlicher Bleibelastung vor und bauten darauf Minzpflanzen sowie zwei andere Blattpflanzen an. Bei einem Teil der Proben war die Bleibelastung durch anorganische Quellen verursacht, bei einem anderen Teil durch Blei aus Perowskit-Verbindungen. Nach einer Wachstumsperiode analysierten sie den Bleigehalt in den Blättern und anderen Pflanzenteilen.

Zehnmal höherer Bleigehalt

Die Analysen zeigten, dass Blei aus Perowskit-Solarzellen etwa zehnmal besser aufgenommen wird als aus anorganischen Kontaminations-Quellen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die organischen Kationen (Methyammonium+) im Perowskit den PH-Gehalt des Bodens verändern und damit die Bleiaufnahme durch die Pflanzen begünstigen, vermutet Dr. Qiong Wang aus dem Team von Abate. „Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass man Perowskite nicht einfach wie andere Quellen für Bleibelastungen betrachten sollte“, sagt Abate.

Abate forscht an der Entwicklung von bleifreien Perowskit-Solarzellen, die Zinn enthalten. Auch Zinn ist hochgiftig, allerdings reagiert es sehr rasch zu nicht-wasserlöslichen Formen. Eine weitere Versuchsreihe mit Minzpflanzen auf Zinn-belasteten Böden ergab, dass die Pflanzen es deutlich weniger aufnehmen. Bleifreie Perowskit-Solarzellen erreichen allerdings noch bei weitem nicht die hohen Wirkungsgrade von bleihaltigen Solarzellen und haben darüber hinaus auch noch größere Probleme mit der Stabilität.

Das Helmholtz-Zentrum Berlin forscht zusammen mit Partnern sowohl an bleihaltigen Verbindungen als auch an bleifreien Alternativen. „Wir müssen diese Materialklasse sehr breit untersuchen“, meint Abate und betont: „Natürlich ist es wichtig, Wirkungsgrade und Langzeitstabilität zu erhöhen, aber wir müssen auch die Umweltverträglichkeit im Blick behalten.“

22.1.2020 | Quelle: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH | solarserver.de
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Studie der Grünen für neue Gaswelt

21. Januar 2020 - 15:38

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie für eine grüne Gaswelt sind:
 
• Der Gasbedarf in Deutschland wird deutlich sinken. So reduziert sich der Primärenergieverbrauch von Gas bis 2030 bereits um 30 bis 40 Prozent, bis 2050 um 70 bis 80 Prozent.

• Gebäude werden dank verbesserter Energieeffizienz künftig größtenteils ohne Gas auskommen. Stattdessen kommen bei der Wärmeversorgung Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse sowie Nah- und Fernwärme auf Basis von Abwärme und Erneuerbaren Energien zum Einsatz.

• Auch in Zukunft ist Gas weiter wichtig, z.B. für Hochtemperaturprozesse in der Industrie, als Flexibilitätsoption im Strombereich oder in machen Verkehrssektoren. Aus Klimaschutzgründen darf dann allerdings kein fossiles Erdgas mehr zum Einsatz kommen, sondern grüner Wasserstoff oder synthetisches Methan – hergestellt aus Ökostrom.

• Damit das benötigte Gas so schnell wie möglich vollständig aus grünen Quellen kommt, ist es sparsamer zu verwenden. Gleichzeitig müsse man die erneuerbaren Energien deutlich schneller ausbauen, um den Bedarf an synthetischen Gasen zu decken.

Erdgas-Fall droht

„Der lange überfällige Kohleausstieg darf nicht dazu führen, dass wir als nächstes in die Erdgas-Falle tappen“, kommentiert Julia Verlinden. Sie ist Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Nach dem Kohleausstieg drängt Verlinden auf den Einstieg in eine grüne Gaswelt. Sie sagt: „Fossiles Erdgas muss so schnell wie möglich durch grüne Gase ersetzt werden. Dafür muss der Gasverbrauch konsequent gesenkt werden.“ Gleichzeitig müsse die Regierung den Ausbau von Wind- und Solarenergie massiv beschleunigen, um grünen Wasserstoff verfügbar zu machen.“
 
Den Gasverbrauch zu senken ist möglich, wenn die Bundesregierung den Themen Energieeffizienz und Energiesparen endlich die notwendige Priorität einräumt. Zum Beispiel muss die Regierung jetzt mit dem anstehenden Gebäudeenergiegesetz die Weichen für klimagerechte Gebäude stellen. Technologien und Infrastrukturen, die auf fossiles Erdgas setzen, dürften nicht länger Subventionen bekommen, so Verlinden. Sie fordert: „Öffentliche Gelder sollen nur noch in Maßnahmen fließen, die uns auf dem Pfad des Pariser Klimaschutzabkommens entscheidend voranbringen. Ansonsten drohen Fehlinvestitionen, die uns am Ende teuer zu stehen kommen.“
 
Die Studie gibt es zum Download auf der Seite der grünen Bundestagsfraktion.

21.1.2020 | Quelle: Julia Verlinden (MdB) | solarserver.de
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DB speist erstmals Photovoltaik-Bahnstrom direkt ein

21. Januar 2020 - 15:11

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla erklärte zu den Plänen für direkt eingespeisten Photovoltaik-Bahnstrom: „Erstmals speisen wir Solarstrom direkt in das Bahnstromnetz ein. Wir gehen damit ganz neue Wege bei der Umsetzung unserer Strategie für den Klimaschutz. Der neue Solarpark wird auch dazu beitragen, dass wir Jahr für Jahr den Ökostromanteil bei der DB weiter steigern.“

Der Vertrag zwischen der DB und Enerparc sieht die Errichtung einer Leistung von 42 Megawatt-Peak (MWp) vor. Die Module sollen jährlich etwa 38 Gigawattstunden (GWh) Energie erzeugen. Sobald Fach- und Landesbehörden sowie die Gemeinde grünes Licht geben, will Enerparc möglichst bald mit dem Bau beginnen.

Direkteinspeisung ist neue Erfahrung

Torsten Schein, Vorsitzender der Geschäftsführung DB Energie: „Wir zeichnen für die Beschaffung des Bahnstroms verantwortlich und sind der fünftgrößte Stromversorger in Deutschland. Aus dieser Direkteinspeisung von Solarstrom sammeln wir Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Versorgung der Schiene mit Erneuerbaren Energien.“

Enerparc-Vorstand Stefan Müller sagt dazu: „Durch einen langfristigen Vertrag mit der Bahn erhalten wir Planungssicherheit. Starke Partner und gesunkene Anlagenkosten machen den Bau von großen Photovoltaikanlagen wirtschaftlich.“

Schon heute ist die DB der größte Ökostromverbraucher in Deutschland. Und bis 2021 wird sich der Anteil auf 61 Prozent erhöhen. Bis 2038 soll der gesamte DB-Bahnstrom dann zu 100 Prozent grün sein. Photovoltaik-Bahnstrom soll daran einen erheblichen Anteil haben.

21.1.2020 | Quelle: Deutsche Bahn AG | solarserver.de
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Mehr Photovoltaik im Netzentwicklungsplan

21. Januar 2020 - 14:27

Der BSW fordert deshalb von der Bundesregierung den Photovoltaikausbau noch in diesem Frühjahr gesetzlich zu beschleunigen. Der Verband begrüßt den im aktuellen Entwurf gegenüber früheren Prognosen gewachsenen Stellenwert der Photovoltaik im Netzentwicklungsplan Strom der ÜNB.

Der Verband der Solarunternehmen geht aber davon aus, dass die erwarteten solaren Kraftwerkskapazitäten bereits 2026/2027, errichtet sein müssen. BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig mahnt: „Andernfalls werden die Klimaziele verfehlt und eine Stromerzeugungslücke infolge des Atom- und Kohleausstiegs ist bereits in der ersten Hälfte der 20er-Jahre unvermeidlich.“

BSW fordert 4-fache PV-Leistung bis 2035

„Um den wachsenden Ökostromhunger verbrauchsnah zu decken, benötigen wir bis 2035 keine Verzweieinhalbfachung, sondern eine Vervierfachung der solaren Kraftwerkskapazität“, erklärt Dr. Martin Ammon. Er ist Geschäftsführer von EuPD Research und Autor der Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg“. Er hat sie gemeinsam mit dem BSW und der Messe The smarter E Europe herausgegeben..

Nach Einschätzung von EuPD und BSW müssen die Kapazitäten von Batteriespeichern bis 2035 auf rund 30 Gigawatt gesteigert werden. Die Netzbetreiber erwarten hier je nach Szenario Zuwächse auf immerhin 16 bis 21 Gigawatt. Bislang wurden nach Angaben von EuPD Research gerade einmal 180.000 Gewerbe-, Heim- und Netzspeicher mit einer Kapazität von insgesamt rund einem Gigawatt in Deutschland installiert. Die installierte Photovoltaikleistung erreicht nach Daten der Bundesnetzagentur in Kürze die 50 Gigawatt-Marke. Nach BSW-Angaben sind in Deutschland inzwischen weit über 1,5 Millionen Solarstromanlagen in Betrieb.

Alle zwei Jahre Netzentwicklungsplan Strom

Die Übertragungsnetzbetreiber sind nach dem Energiewirtschaftsgesetz dazu verpflichtet, alle zwei Jahre einen Netzentwicklungsplan Strom zu erarbeiten. Der vorliegende Szenariorahmenentwurf steht am Beginn dieses Verfahrens. Nach einer öffentlichen Konsultation des Entwurfs und weiterer Prüfung wird die Bundesnetzagentur voraussichtlich im Sommer 2020 den Szenariorahmen genehmigen.

Die vom Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research erstellte Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg – Perspektiven im Strommarkt bis 2040“ liefert viertelstundengenau eine Prognose von Stromangebot und -nachfrage in Deutschland. Die Studie wurde in Kooperation mit dem BSW-Solar und der Innovationsplattform The smarter E Europe erarbeitet. Das Projekt wird unterstützt von BayWa r.e., E3/DC, Fronius, Goldbeck Solar, IBC Solar, Panasonic, SHARP, SIEMENS, sonnen, SUNTECH, TESVOLT und VARTA.

21.1.2020 | Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V. | solarserver.de
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SiC im Photovoltaik-Wechselrichter senkt Kosten

21. Januar 2020 - 13:56

Als Beispiel verweisen die Unternehmen jetzt in einer Pressemitteilung auf das seit 2019 verfügbare Modell Sunny Highpower PEAK3 von SMA. Damit lassen sich Photovoltaik-Kraftwerke bis in den Megawattbereich ausstatten. Der auf 1500 V Gleichstromspannung ausgelegte kompakte Wechselrichter liefert pro Einheit 150 Kilowatt. Ermöglicht wird das durch SiC im Photovoltaik-Wechselrichter. Die Technologie stammt von Infineon: Sechs Leistungsmodule vom Typ CoolSiC™ EasyPACK™ 2B und 36 Gatetreiber der EiceDRIVER™-Familie 1ED20 wandeln den durch die Solarzellen erzeugten Gleichstrom mit einer Effizienz von über 99 Prozent um.

Siliziumkarbid hilft dem Gesamtsystem

„Siliziumkarbid ermöglicht es uns, die Wechselrichter kompakt, leistungsstark und zuverlässig zu bauen“, sagt Sven Bremicker, Chef des Entwicklungszentrums bei SMA. „Die CoolSiC-Module verdoppeln im Sunny Highpower PEAK3 nahezu die spezifische Leistung von 0,97 auf 1,76 kW/kg.“ Aufgrund des kompakten Designs seien die Wechselrichter einfacher zu transportieren und schneller zu installieren. Die Vorteile eines dezentralen Anlagenlayouts ließen sich so mit denen von Zentral-Wechselrichtern verbinden. Erweiterungen seien damit auch nach Inbetriebnahme des Photovoltaik-Kraftwerks leicht möglich.

„SiC basierte Leistungshalbleiter sind zwar teurer als Siliziumlösungen“, sagt Dr. Peter Wawer, Präsident der Division Industrial Power Control von Infineon. „Dank der elektrischen Eigenschaften des Materials gleicht sich das auf Systemebene aber mehr als aus. Denn durch höhere Schaltgeschwindigkeiten und Effizienz lassen sich Transformatoren, Kapazitäten, Kühlkörper und letztlich auch Gehäuse kleiner dimensionieren – und damit Systemkosten sparen.“ Infineon sei stolz darauf, SMA von den Vorteilen überzeugt zu haben.

21.1.2020 | SMA Solar Technology AG, Infineon Technologies AG | solarserver.de
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Kaltes Nahwärmenetz mit Photovoltaik und Wärmepumpe

20. Januar 2020 - 14:46

Nach langer Bewerbungsphase gab der Gemeinderat Schlier Anfang Januar seine Empfehlung für einen Quartiersversorger ab, der ein Neubaugebiet mit knapp 90 Wohneinheiten klimaneutral mit Strom und Wärme versorgen wird. Möglich wurde diese Entscheidung durch das BAFA-Förderprogramm Wärmenetze 4.0, das seit Anfang 2020 Kommunen, Wohnungswirtschaft und Eigenheimbauer noch stärker unterstützt.

„Echte Klimaneutralität“ – das ist das erklärte Ziel der Schlierer Bürgermeisterin Katja Liebmann. Viele Kommunen stehen derzeit vor der Herausforderung Neubaugebiete zu planen. Schlier gab sich aber bewusst nicht damit zufrieden, einfach nur einen Teil der üblichen CO2-Emissionen einzusparen. Die Gemeinde beauftragte deshalb die Arbeitsgemeinschaft Klimaneutrale Energiekonzepte, um eine Lösung zu finden, mit der das Neubaugebiet wirklich klimaneutral mit Strom, Wärme und Mobilität versorgt werden kann. Das Ergebnis ist ein kaltes Nahwärmenetz mit Photovoltaik und Wärmepumpe. Es gewinnt die nötige Wärme aus dem Erdreich und setzt auf Solarstromanlagen auf den Dächern der EFH und MFH, die den erforderlichen Strom für die Wärmepumpen und die Haushalte liefern. Alle Anlagen werden digital vernetzt und intelligent gesteuert, um möglichst viel des kostengünstigen Sonnenstroms direkt vor Ort zu nutzen, zum Beispiel für die geplanten Ladesäulen.

Im Juni 2019 startete die Gemeinde Schlier schließlich die Suche nach einem geeigneten Quartiersversorger. Unter den sechs Bewerbern fiel am 14. Januar 2020 dann einstimmig die Wahl auf die Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG in Kooperation mit der EnBW. „Unsere Anforderungen waren hoch und das Konzept neu. Deshalb freuen wir uns sehr, dass am Ende sogar ein engagierter Anbieter aus unserer Region das Rennen gemacht hat“ sagt Bürgermeisterin Liebmann. Damit hat die Gemeinde nun den nächsten Schritt auf dem Weg hin zu einem wirklich klimaneutralen Neubaugebiet unternommen. Ein Schritt, der allerdings ohne das Förderungsprogramm Wärmenetze 4.0 so nicht möglich gewesen wäre.

BAFA Wärmenetze 4.0 – Attraktive Förderung auch für Neubaugebiete

Mit dem BAFA-Förderprogramm Wärmenetze 4.0 soll vorrangig die Umstellung von großen konventionellen Fernwärmenetzen auf erneuerbare Energien unterstützt werden. Aber auch Neubaugebiete können von der Förderung profitieren, wenn sie innovativ geplant werden und z.B. kalte Nahwärme nutzen. Besonders vorteilhaft ist dabei, dass mit dem Programm auch PV-Anlagen gefördert werden können. Dadurch ist eine kostengünstige und klimaneutrale Stromversorgung künftig auch ohne EEG-Förderung möglich.

Ein echter Coup ist dem BAFA nun mit dem Update des Förderprogrammes das Anfang 2020 gelungen. „Mit den neuen Förderbedingungen erhalten klimaneutrale Neubauprojekte jetzt zu bis 50 % Förderung für die Planung und für die Investition. Damit ist endlich eine wirklich klimaneutrale und kostengünstige Versorgung für alle erschwinglich geworden.“ erklärt Dr. Harald Schäffler, Geschäftsführer des Ingenieurbüros schäffler sinnogy und Partner der Arbeitsgemeinschaft Klimaneutrale Energiekonzepte. „Ohne die BAFA-Förderung wäre das Votum für die Klimaneutralität möglicherweise nicht zustande gekommen“ gibt Schliers Bürgermeisterin Katja Liebmann offen zu. Und hofft, dass die neuen Förderkonditionen noch viel mehr Gemeinden dazu motivieren, klimaneutrale Energiekonzepte in die Praxis umzusetzen: „Schlier darf erst der Anfang sein, wir brauchen ein echtes Umdenken in den Kommunen!“

20.01.2020 | Quelle: schäffler sinnogy | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Photovoltaik für Pflanzenzüchtung

20. Januar 2020 - 14:05

Q CELLS hat eine 200-kWp-Solaranlage für eine preisgekrönte Pflanzenproduktionsanlage in Deutschland installiert. Die Bock Bio Science GmbH mit Sitz im Bremer Stadtteil Borgfeld wurde mit dem Bremer Umweltpreis 2019 für die beste betriebliche Umweltlösung für ihre vollautomatische Pflanzenzüchtungsanlage ausgezeichnet. Das Unternehmen setzt auf Photovoltaik für Pflanzenzüchtung mit einer Anlage von Q CELLS. Die Planung und Ausführung der Installation erfolgte durch die Prisma Neue Energie mit Sitz in Bremen. Die Installation benötigte vier Tage

Thomas Grüter, Geschäftsführer von Prisma Neue Energie, sagte: „Dieser schnelle Bau wurde durch die klare Planung von Q CELLS und seinem erfahrenen Partner ermöglicht. Von den ersten Schritten bis zur Übergabe der Solaranlage an Bock Bio Science haben alle beteiligten Partner perfekt zusammengearbeitet „.

Die rund 600 installierten monokristallinen Q.PEAK DUO-G5-Solarmodule mit einer Leistung von jeweils 325 Watt erzeugen ca. 170.000 kWh Strom pro Jahr, von denen der größte Teil als Photovoltaik für Pflanzenzüchtung im neuen Pflanzenanbausystem verwendet wird. Durch den Betrieb der Solaranlage reduziert Bock Bio Science die CO2-Emissionen um rund 100 Tonnen pro Jahr. Der Betrieb der Solaranlage wird auch zu erheblichen Kostensenkungen bei der Energieversorgung des Unternehmens führen.

Robotersystem soll Pestizideinsatz reduzieren

Bock Bio Science hat sich beim diesjährigen Bremer Umweltpreis dank eines Robotersystems für Zier- und Nutzpflanzen durchgesetzt. Der Anbau von Jungpflanzen erfolgt in der Regel in Niedriglohnländern. Die nun installierte vollautomatische Produktionsanlage ermöglicht jedoch eine wettbewerbsfähige wirtschaftliche Produktion in Deutschland. Eine solche technische Innovation verspricht eine positive Auswirkung auf die Umwelt. „Mit der neuen Züchtungsanlage können wir dank der vollautomatisierten Prozessabläufe den CO2-Ausstoß und den Einsatz von Pestiziden deutlich reduzieren“, sagt Stephan von Rundstedt, Geschäftsführer der Bock Bio Science GmbH. „Die Nutzung von Sonnenenergie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Unternehmens, denn in Zeiten des Klimawandels ist es für uns von entscheidender Bedeutung, einen Beitrag zur Minimierung unserer produktionsbedingten CO2-Emissionen zu leisten.“

20.01.2020 | Quelle: Q CELLS | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Photovoltaik: Neuer Speicher für harte Bedingungen

20. Januar 2020 - 13:23

Die GS YUASA Corporation hat die Markteinführung der industriellen Lithium-Ionen-Batteriemodule der LIM50EL-Serie bekanntgegeben. Diese sind mit den bestehenden Modulen der LIM50EN-Serie kompatibel und sollen dank des Fortschritts in der Materialoptimierung über eine deutlich längere Lebensdauer verfügen. Außerdme sind die Speicher für harte Bedingungen optimniert.

Denn hinsichtlich der Lebensdauer ist es laut GS YUASA im Vergleich zu bestehenden Produkten gelungen, den Kapazitätsverlust während des zyklischen Gebrauchs (Laden/Entladen) um ca. 50 Prozent und während des Float-Charge-Gebrauchs zum Beispiel bei Notstromanwendungen um über 50 Prozent zu reduzieren. Dies ermöglicht die Verwendung der neuen Batteriemodule auch über lange Zeiträume hinweg sowie in Anwendungen mit häufigen Lade-/Entladezyklen und in Umgebungen mit relativ hohen Temperaturen. Da prädestiniert den Speicher für harte Bedingungen.

Für großen Betriebstemperaturbereich geeignet

Die zyklische Lebensdauer beträgt 11.000 Lade-/Entladezyklen (DOD 100%). Die kalendarische Lebensdauer unter Erhaltungsladung beträgt 15 Jahre, nach Ablauf dieser Zeit verfügt die Batterie noch über eine Restkapazität von mindestens 90 Prozent. Bei einer Nennkapazität von 48,5 Ah (0,2C) liegt der maximale Ladestrom bei 125 A (2,5C) und der maximale Entladestrom bei 300 A (6C). Der Betriebstemperaturbereich umfasst -20 bis +45°C beim Laden sowie Entladen, wobei der Ladestrom je nach Modultemperatur ggf. angepasst werden muss. Ausgestattet sind die LIM50EL-Module wie ihre Vorgänger mit externen Kommunikationsfunktionen, die auch mit vorhandenen Überwachungssystemen für GS YUASA Speicherbatterien kompatibel sind.

Zudem ermöglicht die Batterieserie aufwärtskompatible Batteriemodule, die eine hohe Ausgangsleistung, eine noch längere Lebensdauer und eine hohe Widerstandsfähigkeit sowie Umweltverträglichkeit kombinieren. Somit fördern die LIM50EL-Module die stärkere Nutzung von Maschinen und Fahrzeugen mit Elektroantrieb und unterstützen die Verbesserung der Katastrophenvorsorge verschiedener Infrastruktur-Einrichtungen. Außerdem sollen sie auch eine Rolle in virtuellen Kraftwerken und bei der Stabilisierung der Stromnetze spielen. 

20.01.2020 | Quelle: GS YUASA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Elektromobilität: Mobile Ladestation reduziert Reichweitenangst

20. Januar 2020 - 12:36

Das Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) wertete in Zusammenarbeit mit der Juice Technology AG, Hersteller von mobilen Ladestationen für Elektroautos, Daten zum Zusammenhang zwischen der individuellen Ladesituation und der Nutzung von E-Fahrzeugen aus.

„Es sollte herausgefunden werden, ob sich ein gutes Angebot an mobilen Lademöglichkeiten neben der klassischen Ladeinfrastruktur ebenfalls positiv auf die Nutzung und das Fahrverhalten auf Elektrofahrzeuge auswirkt und ob sich hieraus auch eine Verringerung an CO2-Emissionen ergibt“, so Andreas Heinzelmann von der ZHAW. Die Studie hat ergeben, dass die Verfügbarkeit von mobilen Ladestationen zu mehr Elektrofahrzeugen führt und somit auch CO2-Einsparungen bewirkt.

Insgesamt wurden 5000 Personen (mit einem Rücklauf von 11 Prozent) unabhängig von soziodemografischen Merkmalen, online, mittels quantitativem Fragebogen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, die eine mobile Ladestation (Juice Booster 2) der Juice Technology AG in Verwendung haben.

Mobile Ladestation führt zu Verzicht von Verbrennerfahrzeug

85 Prozent der Juice-Booster-2-Nutzer bestätigten, dass sich der Besitz der mobilen Ladestation positiv auf die Entscheidung auswirkt, auf Verbrennerfahrzeuge zu verzichten. Denn für BEV-Nutzer ist besonders die zeit-, orts- und anschlussunabhängige Lademöglichkeit von ausschlaggebender Bedeutung. 53 Prozent der Befragten bestätigten, dass sie auf die Nutzung von Verbrennerfahrzeugen vollständig verzichten, wenn die mobile Ladestation zur Verfügung steht. Auch die restlichen 47 Prozent reduzieren, die Hälfte davon sogar erheblich, die Nutzung. Gemäß der Befragung sinkt durch die Verfügbarkeit des Juice Booster 2 zudem die Reichweitenangst bei 90 Prozent der Elektroautofahrer.

„Es ist großartig zu sehen, dass wir als Hersteller von Ladestationen, unter anderem des mobilen Juice Booster 2, nachweislich und erheblich zu einem Umstieg auf Elektrofahrzeuge beitragen können“, so Christoph Erni, Gründer und CEO der Juice Technology AG. „Damit umgehen wir die Diskussion um das Henne-Ei-Problem, ob nun erst mehr Elektrofahrzeuge genutzt werden müssen, damit es sinnvoll ist, die Ladeinfrastruktur auszubauen oder ob zuerst eine vernünftige Ladeinfrastruktur vorhanden sein muss, um die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu fördern. Uns ist klar, dass die Ladeinfrastruktur ausschlaggebend ist – wie diese Studie ebenfalls bestätigt. Mit unserem Juice Booster 2 schaffen wir genügend Lademöglichkeiten und Flexibilität für den Nutzer und ermöglichen dadurch einen sorgenfreien und problemlosen Umstieg auf Battery Electric Vehicles.“

20.01.2020 | Quelle: Juice Technology AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Mehr Windstrom durch witterungsabhängigen Freileitungsbetrieb

20. Januar 2020 - 11:48

Freileitungen haben je nach Wetterlage eine unterschiedliche maximale Belastbarkeit. An einem kühlen, windigen Tag kann erheblich mehr Strom durch die Leitung transportiert werden, als an einem heißen, windstillen Tag. Um diesen Effekt optimal zu nutzen, implementiert TransnetBW derzeit ein System, das die notwendigen Detailinformationen über die Leitungen für die verbesserte Netzbetriebsführung liefert: witterungsabhängigen Freileitungsbetrieb 3.0 (WAFB 3.0).

Alexander Hofmann, Projektleiter WAFB 3.0 bei TransnetBW: „Für unseren Netzbetrieb haben wir bislang nur die Temperatur auf regionaler Ebene berücksichtigt. Mit WAFB 3.0 erfassen wir Temperatur und auch Wind kleinräumig, was uns im täglichen Netzbetrieb deutlich mehr Spielraum gibt. Das System hilft uns zunächst, die verwendeten Prognose-Werte zu prüfen und bei Bedarf anzupassen. Ab 2023 wird dann für jede Leitung individuell und in Echtzeit ermittelt, welche Übertragungskapazitäten im Bedarfsfall zur Verfügung stehen.“

Repräsentative Standorte ausgewählt

TransnetBW hat den erfahrenen Dienstleister energy & meteo systems damit beauftragt, für die Freileitungen im Übertragungsnetz der TransnetBW die besten Standorte für repräsentative Messungen der Strombelastbarkeit zu ermitteln. Nach einer detaillierten Analyse auf der Basis von mehrjährigen historischen Wetterdaten sowie von GIS-Daten über den genauen Verlauf der Leitungen durch das Gelände, hat der Dienstleister geeignete Standorte mit präziser Bewertung ihrer Eignung vorgelegt.

Matthias Lange, Geschäftsführer von energy & meteo systems: „Wir haben uns sehr gerne beim witterungsabhängigen Freileitungsbetrieb eingebracht, denn gerade bei hoher Windeinspeisung sorgt der Wind für die Kühlung der Leitungen, so dass sie mehr Strom transportieren können. Dieser geniale Effekt kann jetzt online erfasst und im nächsten Schritt auch vorhergesagt werden.“

TransnetBW hat aus dieser Liste nun 250 Trassenabschnitte ausgewählt, an denen ab 2021 Wettersensoren zur Bestimmung der Strombelastbarkeit der Leitungsbündel installiert werden. Zusätzlich werden Wetterdaten an 48 Umspannwerken erhoben, um das Netzwerk aus meteorologischen Informationen an den Strommasten zu ergänzen. Die Daten fließen in der Hauptschaltleitung von TransnetBW in Wendlingen zusammen.

20.01.2020 | Quelle: TransnetBW, energy & meteo systems | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Batterien gleichen Schwankungen aus

17. Januar 2020 - 13:30

Der Batteriespezialist Sonnen aus Wildpoldsried hat in Großbritannien als erster Hersteller von intelligenten Batteriespeichern mit einem Netzwerk aus Heimspeichern die Präqualifikation von National Grid ESO erhalten. Batterien gleichen Schwankungen aus: Als Teil des virtuellen Kraftwerks des Energieversorgers Centrica helfen ab sofort über 100 sonnenBatterien dabei, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

Als Teil des virtuellen Kraftwerks von Centrica hat damit erstmals ein dezentrales Netzwerk aus intelligenten Batteriespeichern diese höchste Zertifizierung für das britische Stromnetz bekommen. Das Projekt mit Centrica hatte zuvor unter anderem aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung der Europäischen Union Finanzhilfen erhalten.

Das Virtuelle Kraftwerk dort ist ein Netzwerk aus Erzeugern und Verbrauchern wie Privathaushalten mit einer sonnenBatterie und über 125 lokalen Unternehmen in Cornwall. Diese können bei Bedarf Strom aufnehmen oder abgeben und so das Stromnetz entlasten.

Privathaushalte Teil des Energiesystems

„Die digitale Energiewende hin zu einem sauberen Energiesystem findet überall auf der Welt statt und unsere Technologie ist ein wichtiger Schlüssel für ihr Gelingen“, sagt Jean-Baptiste Cornefert, Geschäftsführer der Sonnen eServices.

Auch Pieter-Jan Mermans, Global Optimisation Director bei Centrica, zeigt sich zufrieden: „In der Vergangenheit war das automatisierte Lastenmanagement die Aufgabe von großen industriellen und gewerblichen Energieverbrauchern. Bereits 2019 haben wir gezeigt, dass auch Netzwerke aus einfachen Haushaltsgeräten wie Heim- und Warmwasserspeichern diese Leistung erbringen können. Dadurch können auch erstmals Privathaushalte Teil dieses Energiesystems werden und dabei gleichzeitig ihre Energiekosten senken.“

Weitere Batterien kommen dazu

Zu den bereits über 100 teilnehmenden sonnenBatterien werden künftig noch mehr Speicher für die Netzstabilisierung integriert. Die Haushalte profitieren somit über die Einbindung in das virtuelle Kraftwerk von einer Reduzierung ihrer Energiekosten.

2018 hatte Sonnen in Deutschland von dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT die Präqualifikation für sein virtuelles Kraftwerk erhalten. Erst im Sommer hatte Sonnen in den USA ein VPP in Utah bekannt gegeben. Darüber hinaus sind bereits weitere virtuelle Kraftwerke von Sonnen in Australien und Italien aktiv.

17.1.2020 | Quelle: Sonnen GmbH | solarserver.de
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Photovoltaik: Netzbetreiber erwarten bis zu 128 Gigawatt

17. Januar 2020 - 12:47

Sie rechnen mit einem kräftigen Zuwachs der Photovoltaik: Netzbetreiber erwarten bis zu 128 Gigawatt. Das ist der oberste Wert ihrer Prognose für den Zeitraum bis 2035. Zu finden ist dieser im Entwurf des Szenariorahmens zum Netzentwicklungsplan Strom 2035. Diesen hat die Bundesnetzagentur am Freitag vorgelegt.

Der mittlere Wert für die Photovoltaik liegt darin bis 2035 bei 119 Gigawatt, der niedrigste Wert bei 112 Gigawatt. 2040 werden die Kapazitäten laut dem Entwurf 138 Gigawatt erreichen. Für die Windenergie offshore erwarten die Netzbetreiber eine Leistung zwischen 27 und 35 Gigawatt, bei der Windkraft an Land zwischen 84 und 98 Gigawatt.

Die Übertragungsnetzbetreiber erstellen alle zwei Jahre einen Szenariorahmen. Dieser beschreibt mit Hilfe von vier Szenarien die wahrscheinliche Entwicklung des Stromsektors. Der aktuelle Szenariorahmen reicht bis zu den Jahren 2035 und 2040.

Netzszenarien berücksichtigen neuen Klimaschutzplan

Die Übertragungsnetzbetreiber schlagen aktuell verschiedene Szenarien vor. Diese bewerten den Fortschritt der Energiewende unterschiedlich. Das betrifft die Sektorenkopplung und eine unterschiedliche Netzorientierung von Erzeuger- und Verbraucherverhalten. Die Szenarien orientieren sich dabei an den aktuell geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und energiepolitischen Zielen der Bundesregierung. Dazu zählen die Ausbauziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes und die CO2-Reduktionsziele des Klimaschutzprogramms 2030.

Im Vergleich zum letzten Szenariorahmen hat sich das Zieljahr fünf Jahre in die Zukunft verschoben. Daher sind die angenommenen installierten Kapazitäten der erneuerbaren Energien merklich angestiegen. Die Pläne berücksichtigen bereits den Kohleausstieg.

Sektorenkopplung lässt Stromverbrauch steigen

Angesichts zunehmender Sektorenkopplung gehen die Übertragungsnetzbetreiber insgesamt von einer Zunahme des Stromverbrauchs aus. Denn trotz umfassender Energieeffizienzmaßnahmen steigt der Verbrauch durch neue Stromanwendungen in allen Sektoren. Damit können CO2-Minderungen im privaten Bereich, im Verkehr sowie im gewerblichen und industriellen Sektor erreicht werden.

Bei der Erstellung des Szenariorahmens 2021-2035 haben die Netzbetreiber neue Entwicklungen bei der Flexibilisierung von Stromanwendungen und neue Speichertechniken berücksichtigt. Hierzu zählen die Steuerung des Verbrauchsverhaltens, die Flexibilisierung des Betriebs von KWK-Anlagen und Batteriespeicher unterschiedlichster Leistungsklassen.

Öffentliche Konsultation

Nächster Schritt in der Weiterentwicklung des Szenariorahmens ist die öffentliche Konsultation.“ Der Szenariorahmen ist die Planungsgrundlage, um zu ermitteln, wieviel Netzausbau notwendig ist. Er berücksichtigt die jüngst beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung.“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Bürger, Verbände, Unternehmen und Behörden können sich an der Konsultation in den nächsten vier Wochen beteiligen. Damit kann die Öffentlichkeit schon zu einem frühen Zeitpunkt Einfluss auf die Netzentwicklungsplanung nehmen„,

Während des Konsultationszeitraums veranstaltet die Bundesnetzagentur am 05. Februar 2020 in Berlin und am 06. Februar 2020 in Nürnberg Dialogveranstaltungen, um mit der Öffentlichkeit den Entwurf des Szenariorahmens zu diskutieren.

17.1.2020 | Quelle: Bundesnetzagentur | solarserver.de
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Audi investiert 100 Millionen Euro in Ladeinfrastruktur

17. Januar 2020 - 11:32

Audi investiert 100 Millionen Euro in Ladeinfrastruktur. Bis Mitte 2022 stattet der Autobauer jeden zehnten Parkplatz mit einer Lademöglichkeit für Elektroautos aus. Die meisten davon sollen öffentlich zugänglich sein. Dieses Konzept ist nach Audi-Auskunft das größte Ladeinfrastruktur-Projekt eines deutschen Arbeitgebers. Die Investition bringe der Firma zugleich einen Know-how-Vorsprung bei Aufbau und Betrieb solcher Ladekonzepte. Audi hatte in der Vergangenheit angekündigt, auch eine Vernetzung mit dem Eigenheim zu ermöglichen.

Insgesamt will Audi mehr als 4.500 Ladepunkte für batteriebetriebene Fahrzeuge errichten. „Eine derart umfangreiche Ladeinfrastruktur aufzubauen ist eine vollkommen neue Herausforderung”, umschreibt Maximilian Huber seine Aufgabe. Der Projektleiter Standortladen ist Energiemanager und Softwareanbieter für die umfassende Ladelösung an den Standorten des Automobilherstellers.

3500 Ladepunkte für Ingolstadt

Allein im Stammwerk Ingolstadt werden im finalen Ausbau 3.500 Ladepunkte zur Verfügung stehen. In Neckarsulm werden es 1.000 sein, in Brüssel und Győr knapp 100. Ebenso entsteht im mexikanischen Werk in San José Chiapa eine Ladeinfrastruktur. Dazu kommen Ladekapazitäten an den Trainingszentren am Münchener Flughafen. Für das Gesamtprojekt stehen insgesamt bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Ein Ladekonzept in dieser Größenordnung sei in Deutschland bisher einzigartig. Ein eigenes Projektteam habe deshalb seit Mitte 2017 die Umsetzung konzipiert. Es verantwortet die gesamte Strategie und steuert Aufbau sowie Betrieb von Ladeinfrastruktur. Dabei werden Die Ladepunkte sollen bedarfsgerecht für Mitarbeiter und andere Parkende erweitert werden. Dazu zähle die Einrichtung von Hotlines und Support. Wichtig sei auch die eichrechtskonforme Erfassung und Abrechnung der Ladevorgänge.

Kein Ausbau der Stromanbindung nötig

An den Standorten Brüssel, Ingolstadt und Neckarsulm stehe bereits eine Ladeinfrastruktur mit einer Anschlussleistung von 21 Megawatt zur Verfügung. Darunter sind 600 Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt und 60 Gleichstrom-Ladepunkte mit einer Leistung zwischen 50 und bis zu 350 Kilowatt.

Bis Mitte 2022 werden es allein an den Werksstandorten 4.500 Ladepunkte mit je bis zu 22 Kilowatt Leistung und ca. 50 weitere mit je bis zu 350 Kilowatt sein. Die gesamte Anschlussleistung erfolgt standortübergreifend durch ein dynamisches und intelligentes Lastmanagement. Der Ausbau der Stromanbindung sei nicht erforderlich.

Solarstrom für Ladepark in München

Dazu komme die Ausstattung der drei Standorte des Audi Training Centers am Flughafen München. Dort sei der größte Einzel-Ladepark von Audi mit einer Anschlussleistung von 2,1 Megawatt am Netz. Dafür kommt Solarstrom in Kombination mit einem Batteriepufferspeicher zum Einsatz.

Das Projektteam habe auch eine eigene Navigations-Karte auf den Weg gebracht. Mitarbeiter könnten so in Echtzeit sehen, wo Ladesäulen frei sind. Eine weitere wichtige Dienstleistung sei die Abrechnung über Online-Systeme sowie die Integration in ein internes Verrechnungssystem.

Das aufgebaute Know-How könnte Audi mittelfristig auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. Das wäre ein nächster Schritt vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsdienstleister.

17.1.2020 | Quelle: Audi AG | solarserver.de
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Stadtwerke Haßfurt Vorbild der Energiewende

17. Januar 2020 - 10:55

Für die IRENA sind die Stadtwerke Haßfurt Vorbild der Energiewende. Das geht aus einem Weißbuch der Organisation hervor, dass sie auf ihrer diesjährigen Generalversammlung in Abu Dhabi präsentiert hat. Dieses Papier betont die Bedeutung der Energieversorger beim weltweiten Fortschritt hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien.

In diesem Papier findet sich neben Energieversorgern aus den USA, Dänemark, Uruguay auch eine Fallstudie zu den Stadtwerken Haßfurt. Der fränkische Energiedienstleister setze seit Jahren auf klima- und umweltfreundliche ganzheitliche Lösungen auf dem Weg zu einer möglichst dezentralen und emissionsfreien Energieversorgung.

Die Fallstudie beleuchtet die Entwicklung des Unternehmens seit der Entscheidung im Jahr 2012, auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Das geschaf zuerst im Stromsektor und anschließend in den Bereichen Wärme und Industrie. Dazu haben sich die Haßfurter für die Errichtung von Ladestationen für E-Autos entschieden. Zusätzlich kamen, eine umfassenden Sektorenkopplung, der Ausbau der Speicherkapazitäten und von Wasserstoffkapazitäten dazu.

Fell: Auch Bürgernähe in Haßfurt vorbidlich

Die Arbeitsgruppe „Towards 100%RE“ hat das Papier herausgegeben. Sie setzt sich aus verschiedenen Nichtregierungsorganisationen (NGO), Verbänden und anderen Akteuren zusammen. Das Forschungsnetzwerk Energy Watch Group (EWG) hat die Stadtwerk Haßfurt als Vorbild der Energiewende ausgewählt. „Hier wurde frühzeitig erkannt, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien die Zukunft ist und unternehmerisch sinnvoll noch dazu. Darüber hinaus sticht das Unternehmen besonders durch seine Bürgernähe und sektorübergreifende Strategie auf dem Weg zu Null Emissionen heraus“, sagt EWG-Präsident Hans-Josef Fell.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass auch kommunale Projekte international Beachtung finden. Denn nur so, mit Engagement und Bürgernähe, kann der Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben werden, um die Klimaziele zu erreichen“, sagte Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH. Der Bürgermeister der Stadt Haßfurt, Günther Werner, fügte hinzu: „Ich bin stolz darauf, dass wir hier in Haßfurt mit gutem Beispiel vorangehen. Auch wenn wir noch lange nicht dort sind, wo wir hinwollen.“

17.1.2020 | Quelle: Energy Watch Group | solarserver.de
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Photovoltaik für Pepsi

16. Januar 2020 - 14:33

Photovoltaik für Pepsi: der Getränkeriese aus den USA will noch im laufenden Jahr seinen Stromverbrauch komplett auf regenerative Energien umstellen. Das kündigte Pepsi-Chef Ramon Laguarta an. „PepsiCo strebt in den USA 100 Prozent erneuerbaren Strom an, weil die ernste Bedrohung, die der Klimawandel für die Welt darstellt, von uns allen ein schnelleres und mutigeres Handeln erfordert“, sagte er am Hauptsitz des Unternehmen in Purchase/New York.

Um 100 Prozent erneuerbaren Strom zu erreichen, plant PepsiCo einen Mix an Maßnahmen. Dazu gehören zum einen Stromabnahmeverträge mit Solar- und Windkraftwerken. Dabei handelt es sich laut Pepsi zum einen um klassische Beschaffung mit Power Purchase Agreements (PPAs). Zum anderen setzt der Cola-Produzent auf so genannte virtuelle PPAs. Dabei geht es um eine Konstruktion, bei der Solar- oder Windkraftwerke einen fixen Abnahmepreis garantiert bekommen. Der Abnehmer des Stroms erhält dann im Falle eines höheren Marktpreises die Differenz ausbezahlt. Ist der Marktpreis geringer, zahlt der Abnehmer im Rahmen des VPPAs die Differenz. Betreiber von Solar- oder Windkraftwerken können so mit einem stabilen Verkaufspreis kalkulieren.

Eine weitere Maßnahmen ist der Kauf von erneuerbare Energiezertifikaten (RECs), die von unabhängigen Dritten zertifiziert sind. Im Jahr 2020 werde das PepsiCo-Portfolio überwiegend RECs umfassen und sich dann bis 2025 schrittweise in Richtung PPAs und VPPAs entwickeln.

Parallel zu diesen Maßnahmen zählt auch eigene Photovoltaik für Pepsi. Die Firma will den Bau eigener Kraftwerke vor Ort ausbauen. Das Unternehmen hatte erst kürzlich neue Photovoltaikkapazitäten am Standort der Firmenhauptzentrale installiert. Diese ergänzen weitere Solaranlagen im ganzen Land.

Pepsi ist der zweite große Lebensmittelkonzern, der innerhalb eines Tages einen Ausbau der Solarstromerzeugung ankündigt. Auch der deutsche Discounter Lidl setzt auf die Photovoltaik.

16.1.2020 | Quelle: PepsiCo. | solarserver.de
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Photovoltaik und Windkraft brauchen neue Netze

16. Januar 2020 - 12:43

Photovoltaik und Windkraft brauchen neue Netze, um künftig Kohle und Atomkraft ablösen zu können. Das unterstreicht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in einer aktuellen Stellungnahme. Sie sieht den Netzausbau als zentralen Grundpfeiler der Energiewende. Um Wind- und Solarenergie effizient nutzen zu können, müsse das Stromnetz um- und ausgebaut werden. Ein gut ausgebautes Stromnetz könne aber die schwankende Erzeugung von Wind- und Solarstrom leichter mit dem Verbrauch in Einklang bringen. Der Bedarf an Speicher- und Flexibilitätsoptionen sinke.

Alternativen zum Netzausbau haben die DUH bisher nicht überzeugen können. Die überwiegende Mehrheit der Studien unterstreiche, dass der im Netzentwicklungsplan verankerte Netzausbau für die Energiewende notwendig sei. Eine rein regionale Energieversorgung benötige insgesamt mehr Erzeugungs- und Speicheranlagen. Dies verursache höhere Kosten. Zudem produzierten viele dezentrale Standorte nur geringere Stromerträge. Des Weiteren erhöhe sich der Flächenverbrauch, den eventuelle Einsparungen beim Netzausbau nicht ausgleichen.


Dazu Nadine Bethge, stellvertretende Bereichsleiterin Energie und Klimaschutz der DUH: „Die Stromnetzplanung muss Kosten, Flächenverbrauch und weitere Faktoren abwägen.“ Deshalb sei der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachleuten eine wesentliche Grundlage für einen zügigen Netzausbau. „Nur im Dialog mit den Betroffenen vor Ort kann es gelingen, Planungsentscheidungen nachvollziehbar zu machen“, so Bethge weiter. „Wir fordern Bundes- und Landespolitik auf, den Dialog zu Szenariorahmen und Netzentwicklungsplan zu unterstützen und die Notwendigkeit des Netzausbaus vor Ort zu erläutern.“

Dezentrale Solaranlagen wichtig für Klimaziele

Auch die Akademien der Wissenschaften mahnen einen zügigen Netzausbau an. Die Übertragungs- und Verteilnetze müssen ausgebaut werden – das gelte auch für ein Energiesystem, das stärker auf dezentrale Technologien setzt. „Ohne den Netzausbau wird die Energiewende definitiv scheitern“, stellt Jutta Hanson von der Technische Universität Darmstadt klar. Sie leitet eine Arbeitsgruppe beim von den Akademien initiierten Projekts „Energiesysteme der Zukunft“ .

„Verzögert sich der Ausbau noch weiter, könnten dezentrale Solaranlagen zusammen mit Speichern und Power-to-Gas-Technologien allerdings dazu beitragen, die kurzfristigen Klimaziele trotzdem zu erreichen.“

16.1.2020 | Quelle: DUH / Akademie der Wissenschaften| solarserver.de
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Windkraft-Abstände: Bundesregierung verweigert Auskunft

16. Januar 2020 - 11:50
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