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Studie: Vollversorgung mit Windenergie bis 2030 möglich

vor 1 Stunde 1 Minute
Foto: Nordex AGLesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit einem Solarthemen-Abo

Green City AG platziert Anleihe für Solarparks in Rekordzeit

vor 2 Stunden 1 Minute
Foto: Green City AG

Mit der neuen Anleihe „Green City Solarpark2020“ finanziert das Münchner Unternehmen nach eigenem Bekunden die Entwicklung, den Bau und den Betrieb von zwei Solarparks in Sachsen.
 
Über 20 Jahre ist es her, dass Green City mit dem „Solarpark 2000“, der damals weltgrößten Bürgerbeteiligung, einen Grundstein für die Energiewende in Deutschland legte. Seitdem hat die Aktiengesellschaft mit Bürgerenergie-Anspruch rund 500 Millionen Euro in Erneuerbare Energien investiert und mehr als 280 Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 105 Megawatt realisiert. Der „Green City Solarpark2020” knüpft an diese Geschichte an.  Innovationsausschreibung bildet die Basis

Erfolg in Innovationsausschreibung

Im Herbst erhielt Green City bei der ersten EEG-Innovationsausschreibung der Bundesnetzagentur insgesamt fünf Zuschläge im Solarbereich. Zwei der Projekte bilden nun die Grundlage für die Anleihe „Green City Solarpark2020“. Den Solarpark im sächsischen Priestewitz mit einer Leistung von 10 Megawatt will Green City mit einem Speicher ausrüsten. Den kleinere Solarpark Schönfeld mit einer Leistung von 3,2 MW will das Münchener Unternehmen gemeinsam mit einem Kooperationspartner ohne Speicher realisieren.

Bei den Innovationsausschreibungen konnten erstmals Gebote für sogenannte “Anlagenkombinationen” abgegeben werden. Darunter versteht der Gesetzgeber die Kombination eines Wind- oder Solarparks mit einer weiteren Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien oder einem Speicher. Erstmals musste in der Innovationsausschreibung auf sogenannte feste Marktprämien geboten werden. Sie erhöhen das Preisrisiko der Photovoltaikbetreibers bei geringen Börsenstrompreisen gegenüber den heute üblichen flexiblen Marktprämien.

Keine Zeit mehr zu verlieren

Der „Green City Solarpark2020” ist bereits das 20. Kapitalprodukt, bei dem der Herausgeber auf Sonnenenergie setzt. „Wir zeigen mit der Solarpark-Anleihe deutlich, wo unsere Wurzeln liegen und setzen eine erfolgreiche Tradition fort,“ so Green-City-AG-Vorstand Jens Mühlhaus. Dass die Anleihe nach nur kürzester Zeit voll platziert war, bewertet Mühlhaus so: „Der Handlungsdruck könnte größer nicht sein: Unsere Anlegerinnen und Anleger wissen, dass es keine Zeit zu verlieren gilt, um die Klimakrise noch abzuwenden.”

Das Emissionsvolumen des neuen Kapitalproduktes beträgt 2,2 Millionen Euro, der Zinssatz 4,5 Prozent pro Jahr. Die Laufzeit des „Green City Solarpark 2020“ beträgt 10 Jahre, der Zinslauf beginnt ab dem 1. Oktober 2021.

24.11.2020 | Quelle: Green City AG
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Deutschlands größte Prozesswärme-Solarthermieanlage

23. November 2020 - 15:48
Foto: Akotec

Der in Angermünde ansässige Kollektorhersteller Akotec Produktionsgesellschaft sicherte sich den Großauftrag für die größte Prozesswärme-Solarthermieanlage Deutschlands. Für eine Gasdruckregelanlage der Erdgas-Trasse Eugen in Kienbaum wird Akotec nach eigenen Angaben eine solarthermische Großanlage errichten. Akotec liefert die dafür notwendigen 165 Kollektor Segmente, die vor Ort zu einem Großkollektor zusammengebaut werden. Auf 4000 Quadratmetern Aufstellfläche sollen die in Angermünde hergestellten Kollektoren mit einer Kollektorfläche von 2145 Quadratmetern die Gasdruckregelanlage zukünftig mit grüner Energie versorgen.

“Die wartungsfreien Module mit einer Nutzungsdauer um die 40 Jahre sind für Großanlagen konzipiert”, äußerte sich Akotec Geschäftsführerin Katrin Sprenger. Beim MEGA- Kollektor ist die Trassenleitung in den Kollektor integriert. Diese Konstruktion reduziert Abwärmeverluste und spart Montagekosten ein, da die Segmente in Angermünde komplett vorproduziert werden. Für diese neuartige Technologie erhielt Akotec im vergangenen Jahr den Innovationspreis Berlin Brandenburg. Hochleistungsvakuumröhren sorgen für eine optimale Wärmeisolierung und bieten Schutz vor Korrosion, Schwitzwasser oder Verschmutzungen.

Grundstein ist gelegt

Das Genehmigungsverfahren für die Solarthermische Großanlage in Kienbaum, bald die größte Prozesswärme-Solarthermieanlage Deutschlands, ist bereits gestartet. Akotec Geschäftsführerin Katrin Sprenger war denn auch zur Grundsteinlegung vor Ort. Im nächsten Jahr soll die Anlage dann betriebsbereit sein und grüne Wärme CO2-frei in die Gasdruckanlage in Kienbaum einspeisen. Der Bau dieser und anderer Großanlagen zeigt laut Akotec, dass die großflächige Nutzung der Solarthermie europaweit an Bedeutung gewinnt.

Die Akotec Produktionsgesellschaft produziert seit dem Jahr 2008 in Angermünde Vakuumröhrenkollektoren. Seine bislang größte Anlage realisierte Akotec auf der Rothaus-Brauerei in Baden-Württemberg.

23.11.2020 | Quelle: Akotec
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KfW startet Modell-Förderung für Effizienzhaus-Sanierung

23. November 2020 - 15:11
Foto: finecki / www.adobe.stock.com

Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und das auch für Bauen zuständige Innenministerium (BMI) wollen in diesem KfW-Modellvorhaben in 100 Fällen eine Effizienzhaus-Sanierung mit modifizierten Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und an den Wärmeschutz der Gebäudehülle in der Praxis erproben.

Dafür werden nun geeignete Sanierungsvorhaben gesucht. Wer ein Vorhaben in Planung hat, das die Anforderungen erfüllt, kann sich bis zum 31. Januar 2021 beziehungsweise bis zum 30.04.2021 für eine Teilnahme bewerben.

Hoher Zuschuss

Pro Wohnung winkt ein Zuschuss von bis zu 82.500 Euro. Die KfW sucht für das Modellvorhaben Gebäude mit bis zu 8 Wohnungen. Teilnahmeberichtigt sind Privatpersonen, Vermieter, Unternehmen oder Kommunen. Insgesamt geht es um innovative Sanierungs­vorhaben mit stärkerem Fokus auf den Primär­energie­bedarf und flexibilisierten Anforderungen an den Wärmeschutz.

Die ausgewählten Modellvorhaben erhalten von der KfW aus dem KfW-Programm “Energieeffizient Sanieren – Investitions­zuschuss (430)” einen dementsprechend höheren Zuschuss als in der bestehenden Förderung.

Erneuerbare ersetzen Maximal-Dämmung

Mit ihrer Teilnahme sollen Hausbesitzer die künftigen Effizienz­haus­stufen aktiv mitentwickeln. In einem Merkblatt hat die KfW die wichtigsten Informationen zum Effizienzhaus-Projekt in der Sanierung zusammengefasst. Bereits in der Vorbereitung zur neuen Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) wurde überlegt, ob und wie eine Absenkung der Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz bei gleichbleibend hohen Vorgaben für den Primärenergieverbrauch, hohe Gebäudestandards im Bestand kostengünstiger und damit attraktiver machen könnte.

Zumindest in der Theorie gehen zahlreiche Expertinnen und Experten davon aus, dass bei Altbauten möglicherweise durch verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien im Vergleich zu extrem hohen Dämmstandards mehr für den Klimaschutz erreicht werden könnte. Denn die technischen und ökonomischen Hürden ließen sich im Altbau leichter mit verstärktem Einsatz erneuerbarer Energien überwinden.

23.11.2020 | Quelle: KfW
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DUH: EEG-Novelle für Neuausrichtung der Bioenergie nutzen!

23. November 2020 - 14:08
Foto: Konrad Steininger, www.stock.adobe.com

Bisher sei die Förderung einseitig auf die Stromproduktion ausgerichtet. Stattdessen fordert die DUH, den Einsatz von Bioenergie flexibler auszugestalten und Biogas entweder zu speichern oder verstärkt direkt zur Wärmeerzeugung ins Erdgasnetz einzuspeisen. Außerdem müssten naturschutz-, agrar- und regionalwirtschaftliche Aspekte in der Förderung intensiver berücksichtigt werden. Vorrangig sei dabei, bestehende Biogasanlagen zu erhalten, den Anteil von ökologisch nachteiligen Kulturen wie Mais zu reduzieren sowie für die Verwertung von Gülle ein eigenes Förderinstrument außerhalb des EEG zu schaffen.

Keine Umrüstung von Kohlekraftwerken

Die geplante Umrüstung ehemaliger Kohlekraftwerke auf die thermische Nutzung von Holz lehnt die DUH grundsätzlich ab. Der nötige Holzbedarf könne vor dem Hintergrund des globalen Verlusts nicht nachhaltig aus Wältern erfolgen. Die globale Waldfläche müsse für den Klimaschutz wachsen und dürfe sich nicht für die thermische Nutzung verkleinern.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, sagt: „Der Anteil naturverträglicher Bioenergie an der erneuerbaren Stromerzeugung ist für die Energiewende unverzichtbar. Ziel der EEG-Novelle muss es sein, den Weiterbetrieb bestehender Anlagen zu ermöglichen und die Förderung an ökologischen und regionalwirtschaftlichen Kriterien auszurichten. Dafür muss vor allem der Anteil der Anbau-Biomasse wie Zuckerrüben, Mais und Getreide reduziert werden. Substrate aus Wildpflanzen, Reststoffen und aus der Landschaftspflege sind bessere Alternativen. Damit würden Biogasanlagen nicht nur einen Beitrag zur Energiewende leisten, sondern auch zu Artenvielfalt und ökologischer Agrarentwicklung.“

Güllevergärung außerhalb des EEG fördern!

Neben der Neuausrichtung der Förderung in der EEG-Novelle hält die DUH die Schaffung eines eigenen Förderinstruments für die Vergärung von Gülle für notwendig. Auch dies würde nicht alleine der Energieerzeugung dienen, sondern ebenso agrarwirtschaftlichen Zielen.

Dazu Sascha Müller-Kraenner: „Biogasanlagen können doppelt nützen, indem sie Strom und Wärme erzeugen und die Stickstoffüberschüsse aus der Tierhaltung reduzieren. Deshalb fordere ich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, für die Vergärung von Gülle ein eigenständiges Instrument unter dem Dach ihres Ministeriums zu schaffen. Damit kann die Ministerin endlich zeigen, dass sie Verantwortung für Klimaschutz übernimmt.“

Durch die Reduzierung von Anbaubiomasse und eine spürbar gesteigerte Verwertung von Reststoffen, vor allem von Gülle, könnten Biogasanlagen auch die Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft und die Nitratbelastung des Grundwassers reduzieren, argumentiert die DUH. Um Klimagasemissionen zu vermeiden, sei darüber hinaus die Optimierung des Wirtschaftsdüngermanagements vom Stall bis zum Feld notwendig. Die DUH empfiehlt dazu die luftdichte Lagerung von Frischgülle und Gärresten sowie kontinuierlichen Entmistungssystemen.

Zur energetischen Nutzung von Biomasse hat die DUH ein Positionspapier erarbeitet.

23.11.2020 | Quelle: Deutsche Umwelthilfe | © Solarserver
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Umfrage: 4 von 5 Mietern bevorzugen Mieterstrom vom Dach

23. November 2020 - 13:24
Grafik: Solarimo

Die Frage „Würden Sie als Mieter einer Wohnung günstigen und klimafreundlichen Solarstrom vom eigenen Mietshausdach (über eine Photovoltaik-Anlage) beziehen, wenn er Ihnen angeboten würde?“ bejahen 78 Prozent der Mieter. Knapp 5 Prozent würden sich laut der Umfrage gegen Mieterstrom entscheiden, 17 Prozent der befragten Mieter sind sich laut Solarimo unschlüssig.

Ein ähnliches Bild ergibt die Frage, ob man eine mit Solarstrom versorgte Wohnung bevorzugen würde, wenn man die freie Wahl hätte. Hier geben 71 Prozent der Befragten an, dass sie sich für die Solarstrom-Wohnung entscheiden würden. Nur 8 Prozent würden die Wohnung nehmen, die mit herkömmlichem Strom versorgt wird. Für 21 Prozent hat Solarstrom keinen Einfluss auf ihre Wohnungswahl.

Mieterstrom könnte deutlich ausgebaut werden

Nach Berechnungen von Solarimo, einem Berliner Mieterstrom-Anbieter, bergen die Dachflächen von Mietshäusern ein enormes Potenzial für Photovoltaikanlagen. Rund 7980 Hektar Fläche, eine Leistung von 5700 Megawatt und die Versorgung von 3,8 Millionen Haushalten mit Solarstrom wären möglich. Dabei würden rund 2,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Das entspricht laut Solarimo der CO2-Speicherkapazität von rund 180 Millionen Bäumen.

Malte Künzer, Geschäftsführer Solarimo, sagt: „Vermieter werten durch Strom vom Dach die Wohnqualität für die Bewohner auf und leisten dabei selbst einen Beitrag zum Klimaschutz. Nachhaltiger Lebensstil ist längst ein Mainstream-Thema und Mieterstrom ein konkreter Beitrag dazu.“

Methodik

Die repräsentative Umfrage zum Mieterstrom wurde im Sommer 2020 durch das Marktforschungsinstitut Innofact unter 1000 in Deutschland lebenden Menschen durchgeführt. Darunter waren 954 Mieter. Auftraggeber war Solarimo. Obwohl erst im Februar 2018 in Berlin gegründet, beschäftigt das Unternehmen bereits mehr als 50 Mitarbeiterinen und Mitarbeiter.

23.11.2020 | Quelle: Solarimo | © Solarserver
Solarthemen Media GmbH

Kommunen müssen E-Mobilität planen

23. November 2020 - 9:24
Foto: Petair / stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr hat das Bundesverkehrsministerium Kommunen ab 5000 Einwohner zum Thema E-Mobilität befragen las­sen. Koordiniert hat das die NOW GmbH, die im Auftrag des Bundes auch über dieses Thema informiert und als Projektträgerin für Förderprogramme fungiert.

Wie die Befragung ergab, war bis zum letzten Jahr rund die Hälfte der Kommunen mit zumindest einem geplanten Projekt im Bereich E-Mobilität aktiv geworden. Rund 90 Prozent dieser bereits aktiven Kommunen haben laut NOW das Thema Ladeinfrastruktur aufgegriffen. Dieses stelle damit das prominenteste Handlungsfeld dar. „Bedenk­lich ist dabei allerdings, dass 59 Prozent dieser Kommunen die Ladeinfrastruktur ohne Konzept errichten”, so die Expe­r­t*innen für E-Mobilität. Es sei also davon auszugehen, dass Aspekte wie eine flächendeckende Versorgung, der Bedarf zur Dimensionierung, und die Frage, welche Ladeleistung an eventuellen Stand­orten benötigt wird, nicht adres­siert würden. „Mit einer solchen Vorgehensweise kann kaum vermieden werden, dass Mittel ineffektiv und ineffi­zient eingesetzt werden, was sich letztlich negativ auf die Wahrnehmung der Elektromobilität in der Kommune auswirkt und bestehende Vorurteile zementiert”, bilanziert NOW.

E-Mobilität im Spannungsfeld

Für Kommunen ist es jedoch auch nicht so leicht, diesen Anforderungen ge­recht zu werden. Denn die E-Mobilität bewegt sich in einem gewis­sen Spannungsfeld. Einerseits ist es im Interesse der Stadtplanerinnen, die Installation von Ladesäulen im kommunalen Raum – möglicherweise auch unter stadtästhetischen Gesichtspunkten – zu ko­ordinieren. Andererseits unterliegt deren Aufbau auch einer Reihe wirt­schaft­li­cher und technischer Faktoren. Lange warten können sie nicht mehr. Gerade in den vergangenen zwei Jah­ren ist ein deutlich wachsendes Interes­se an Elektrofahrzeugen zu verzeich­nen.

Beim Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wur­den seit Jahresbeginn bis ein­schließ­lich Juli 69.606 Anträge für eine E-Auto-Prämie gestellt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies, so das BAFA, eine Stei­ge­rung um 78,6 Prozent. Und dies verwundert nicht. Denn aufgrund der Prämie sind vergleichbare E-Autos schon in der Anschaffung günstiger als das fossile Pendant. So kostet Kundin­nen zum Beispiel ein VW Up als Benziner schon in der Basis­variante mehr als die besser ausgestat­tete E-Variante dieses Modells. Abhän­gig auch von der Verfügbarkeit der Fahr­zeuge ist ein deutliches Wachstum daher wahrscheinlich.

Dies hängt aber auch von den Ladeoptionen ab. Die NOW GmbH geht zwar davon aus, dass E-Mobilfahrerinnen im privaten Umfeld, also zuhause oder am Arbeitsplatz, ihre Fahrzeuge la­den. Insofern könnte die öffentliche Ladein­fra­struk­tur quan­ti­tativ eine nur sekundäre Rolle spielen. Dabei beruft sich NOW jedoch auf einen Status­be­richt der Nationalen Plattform Elektromobilität aus dem Jahr 2015. Und seit jenem Jahr ist die Entwicklung von Fahrzeugen tatsächlich deutlich vorangeschritten. Insbesondere sind die Fahrzeuge – u.a. durch entsprechende Angebote der Unternehmen – für viele Käuferinnengruppen erschwinglicher geworden. Da­von haben aber längst nicht alle ein Eigenheim und sind daher auf öffent­liche Ladestellen angewiesen.

Kommerzielle Angebote

Bei wachsendem Bedarf ist mit einem kommerziellen Angebot zu rechnen – auch ohne ak­ti­ves Mitwirken von Kommunen. So bauen beispielsweise Le­bens­­mittel-Discounter eigene Ladestationen. Allein Aldi Süd plant 1500 neue Ladestationen auf den Park­plät­zen sei­ner Supermärkte. Dabei will Aldi an Filialen in der Nähe von Autobahnen oder in größeren Städten vorrangig Schnell­ladesäulen errichten.

Da Discount-Einzelhändler aber in den meisten Kommunen nicht an jeder Straßenecke zu finden sind, werden Kommunen um eine steuernde Planung von Ladepunkten für E-Mobilität nicht herum­kom­men. Dies betrifft die zentralen Stellen in den Gemeinden, aber auch eine Reihe von Ortsteilen. Dieser Aufgabe haben sich einzelne Städte bereits angenommen. So hat die Stadt Essen das gesamte Stadtgebiet in ein Raster von 200 mal 200 Meter eingeteilt. In jeder dieser Flächen räumt die Stadt maximal einem Betreiber von Ladesäulen ein auf zehn Jahre befristetes Sondernutzungsrecht für den öffentlichen Raum ein.

Die Stadt Hannover hat ein gänzlich anderes Modell gewählt und eine Konzession für das gesamte Stadtgebiet ausgeschrieben. Dieses ging an die ener­city AG, ein kommunales Energieversorgungs- und Dienstleistungsunternehmen, an dem auch die Stadt Hannover beteiligt ist. Das Unternehmen hatte sich in einem Ausschreibungsverfahren durchgesetzt – dabei war es offenbar das einzige, das auf eine Kostenbeteiligung der Stadt verzichtete. enercity muss nun bis Ende 2020 in Hannover 480 Ladepunkte errichten, die an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden zugänglich sind.

Dabei sollen die Ladepunkte für E-Mobilität bevorzugt auf halb-öffent­li­chem Gelände stehen. Falls dies im näheren Umfeld nicht möglich ist, hat die Stadt zugesagt, ein Sondernut­zungs­recht für den öffentlichen Raum zu erteilen. In jedem Stadtbezirk sollen zwei und mög­lichst in jedem Stadtteil eine Ladestation stehen. Im Vertrag mit der Kommune sind auch bereits die anfänglichen Preise für das Laden geregelt.

Eingriff in Märkte

Jedoch kann eine Stadt den Markt nicht im Sinne eines Betreibers abschotten – dies wäre wohl auch nicht im Interesse der Kunden. Im halb-öffentlichen Raum, also zum Beispiel auf Parkplätzen von Unternehmen oder Wohnungsbaugesellschaften, kann der Betrieb von Ladestellen kaum verwehrt werden. Hier wird die Installation von Ladein­frastruk­tur sogar inzwischen teils ge­setzlich vorgeschrieben. Aber zum Beispiel kann einem besonders groß angelegten Be­trieb von Schnellladestationen in einem reinen Wohngebiet durchaus das Bau­recht entgegenstehen.

Kein Weg geht an den Kommunen vorbei, wenn es darum geht, im öffentlichen Raum – auf Straßen und Plätzen – Ladeinfrastruktur für E-Mobilität aufzubauen. Da Flächen generell knapp sind, sollten auch Ladestellen in eine integrierte Stadtplanung miteinbezogen werden. So konkurrieren die Park- bzw. Lade­plätze, die für E-Autos vorgesehen sind, beispielsweise mit verbesserten Abstellflächen für Fahrräder.

Systematisch planen

Städte und Gemeinden, die Ladeinfrastruktur systematisch planen wollen, sollten zunächst eine Bedarfsplanung für ihre jeweiligen Quartiere vorneh­men. In diese können das Wissen um die Struktur in einem Quartier und Annahmen zum Zuwachs an E-Fahrzeugen einfließen. Sehr wichtig ist aber auch die im Stromnetz verfügbare Leistung. Es bringt nichts, wenn ein auf den ersten Blick optimaler Standort für sogar mehrere Ladestellen entwickelt wird, aber mit sehr hohem Auf­wand eine neue Stromleitung verlegt werden müsste. Der Netzbetreiber sollte daher von Beginn an in die Planungen miteinbe­zo­gen werden.

Empfehlenswert ist es auch, die Bürgerinnen frühzeitig an einem Konzept für die Ladeinfrastruktur zu beteiligen. So hören die Stadtplanerinnen und Netzbetreiber nicht nur, wo ein Bedarf formuliert wird. Sie erfahren auf diesem Weg auch eher, wo unabhängig von ihnen Ladestellen im nicht- oder halb-öffentlichen Bereich installiert werden sollen.

Bei einer folgenden Ausschreibung von Konzessionen bzw. Sondernut­zungs­­rechten kann eine Kommune so auch leichter Anforderungen formu­lie­ren, die im Interesse ihrer Bür­ger*in­nen sind. Diese können Sicherheitsas­pekte und auch bestimmte Gestal­tungs­vor­gaben für Ladestellen im öf­f­ent­lichen Raum umfassen.

24.11.2020 | Autor: Andreas Witt
© Solarthemen Media GmbH

Dieser Artikel ist original in der Ausgabe 10/2020 der Zeitschrift Energiekommune erschienen. Energiekommune ist der Infodienst für die lokale Energiewende. Er erscheint monatlich. Bestellen Sie jetzt ein kostenloses Probeabonnement mit drei aktuellen Ausgaben!

Weniger Einkommensteuer für Photovoltaikanlagen und Vorteile bei Renten

21. November 2020 - 10:00
Foto: Kzenon / stock.adobe.comLesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit einem Solarthemen-Abo

Sektorenkopplung für Kommunen im Donau-Raum

20. November 2020 - 14:31
Foto: Caldoa

Die Sektorenkopplung für Kommunen im Donau-Raum voranzubringen, das hat sich das EU-Projekt CSSC Lab auf die Fahnen geschrieben. Das Akronym steht für City Storage Sector Couplin. Ziel ist, Gemeinden und kleinere Städte im Donauraum mit innovativen Lösungen im Bereich Sektorkopplung und deren Bedeutung vertraut zu machen. Sie setzt sich zugleich aus 17 Partner*innen in 11 Ländern zusammen. Dazu zählen auf deutscher Seite die Energieagentur Regio Freiburg, außerdem die Bodensee-Stiftung und die Gemeinde Gutach.

Wie die Energieagentur zudem mitteilte, gebe es viele Beispiele für den gekoppelten Einsatz von erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Dazu zählen etwa elektrische Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, mit Sonnenstrom betriebene Ladesäulen oder PV-unterstützte Wärmenetze. Die Sektorkopplungen biete dabei gerade auf kommunaler Ebene eine große Chance für die Energiewende.

Eisspeicher und Photovoltaik

Lea Unterreiner, die bei der Energieagentur für das Projekt zuständig ist, freut sich nach dem Kick-off Anfang November auf weiteren fruchtbaren Austausch mit den Projektbeteiligten anderer Länder. „Wir können viel voneinander lernen und so die Sache an sich voranbringen”, sagt sie. Denn gerade Österreich habe viele praktische Erfahrungen einzubringen. Auch die Energieagentur Regio Freiburg habe über viele Jahre verschiedenste Projekte in der Region begleitet. Dazu zählt die Kampagne EnergieRegion. Zwischen 2016 und 2019 habe sie gezielt die Verbreitung von Wärmenetzen im ländlichen Raum befördert. In diesem Zusammenhang entstand in der Gemeinde Gutach/Bleibach ein Kalt-Wärme-Netz mit Eisspeicher und Photovoltaik.

Nico Storz von der Energieagentur, der die Wärmenetze-Kampagne leitete, ist die Begeisterung anzumerken, als er vom Kalt-Wärme-Netz in Gutach spricht. Es könne im Sommer den Überschuss an Sonnenenergie in den Eisspeicher einspeisen und ihn im Winter für die Wärmeversorgung weiterverwenden. „Damit hat Gutach genau das geschafft, was Sektorkopplung erreichen soll.“ Das sei nämlich saisonale Unabhängigkeit bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien. Damit das im ganzen Donauraum so gut wie schon jetzt in den Partnerregionen Österreich, Slowenien, Kroatien und Bulgarien funktioniert, errichte das Projektkonsortium dort Demo-Zentren.

Diese sollen dann die verschiedene Anwendungen von Sektorkopplung veranschaulichen und für regionale Interessen*innen zugänglich machen. Daneben sollen sie das Know-how mittels einer Online-Plattform interessierten Kommunen über die Projektregion hinaus zur Verfügung stellen. Insgesamt dauert das Projekt drei Jahre und erfährt eine Unterstützung vom Interreg-Donau-Programm.

20.11.2020 | Quelle: Energieagentur Regio Freiburg | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Attraktive Förderung für Solarspeicher in Niedersachsen

20. November 2020 - 13:07
Foto: BSW

Mit einer neuen Förderung für Solarspeicher wartet das Land Niedersachsen auf. Wie auf der Internetpräsenz der NBank ersichtlich ist, können natürliche Personen einen Zuschuss bis zu 40 % der Speicherkosten erhalten. Die Förderung betrifft einen Photovoltaik-Batteriespeicher in Verbindung mit dem Neubau einer an das Verteilnetz angeschlossenen Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von mindestens 4 kWp. Außerdem steht sie für die Erweiterung einer bestehenden Photovoltaik-Anlage um mindestens 4 kWp zur Verfügung. Ferner stehen weitere Boni zur Verfügung.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) begrüßte das Vorhaben. „Dieses innovative Angebot hilft, die Energiewende im Norden zu beschleunigen. Ich bin zuversichtlich, dass es auf ein breites Verbraucherinteresse stoßen wird“. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des BSW, Carsten Körnig.

Die Förderhöhe sei attraktiv. Besonders zukunftsweisend seien aber die zusätzlich gewährten Anreize zur Installation einer Solartankstelle für das Laden von E-Autos oder Module über PKW Stellplätzen. „Das ist eine Traumkombination für den Klimaschutz“, so Körnig. “Die Solaranlage auf dem Dach oder Carport, der Batteriespeicher im Keller und die Solartankstelle für das E-Auto vor der Haustür“. 

Von der Bundesregierung forderte der BSW in diesem Zusammenhang Nachbesserungen am vorliegenden Entwurf des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG 2021). Anstatt den Ausbau von Solardächern und Speichern im klimapolitisch notwendigen Umfang zu beschleunigen, sehe der Gesetzesentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium teils gravierende Investitionsbarrieren vor. Nach Einschätzung von Marktforschern muss die derzeit installierte Photovoltaikleistung bis 2030 mindestens verdreifacht, die Speicherkapazität sogar verzehnfacht werden. Andernfalls seien die Klimaziele nicht erreichbar.

EEG-Umlage verstößt gegen EU-Recht

Ein klarer Verstoß gegen geltendes EU-Recht sei die Erhebung einer EEG-Umlage in Höhe von rd. 2,5 Cent je Kilowattstunde auf selbst genutzten Solarstrom. Diese „Sonnensteuer“ konterkariere nicht zuletzt das neue Förderangebot Niedersachsens, aber auch das begrüßenswerte neue Angebot aus dem Bundesverkehrsministerium zur Förderung von Ladeinfrastruktur im Falle einer Ökostromnutzung. Zahlreiche andere Verbände teilen ebenso die BSW-Kritik an einem geplanten Systemwechsel bei der Förderung neuer größerer Gewerbedächer hin zu Ausschreibungen. „Wir hoffen sehr, dass diese Energiewende-Hürden fallen. Andernfalls kann sich die Nachfrage nach neuen Solardächern noch vor der Bundestagswahl halbieren“, so Körnig.

Nach BSW-Angaben drohe in den kommenden zehn Jahren zudem das vorzeitige Aus von nahezu einer halben Million älterer, aber noch funktionsfähiger Solarstromanlagen, die aus der Förderung fallen. Grund dafür sei neben der „Sonnensteuer“ auf selbst genutzten Solarstrom gänzlich unverhältnismäßige Anforderungen zum Einbau teurer Messeinrichtungen. „Mit der Rückendeckung aus Niedersachsen und anderen Bundesländern werden wir diese Klimaschutzbremsen in den nächsten Wochen hoffentlich lösen können“, so Körnig.

20.11.2020 | Quelle: BSW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik: Münch Energie mit Crowdfunding für Freifläche

20. November 2020 - 12:38
Foto: Münch Energie

Die Münch Energie sucht für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage nach Crowdfunding. Wie die Münch IET GmbH & Co. KG mitteilte, geht es um die „Freilandanlage Gumpersdorf“ nahe der bayrischen Stadt Kulmbach. Die Emittentin sei eine Tochtergesellschaft der Firma. Die 6,5 MWp große Photovoltaikanlage ist bereits fertiggestellt und werde im Frühjahr 2021 in Betrieb genommen. Münch will mit dem Crowdfunding das eingebrachte Eigenkapital refinanzieren.

Die Anlage flankieren ferner weitere ökologische Maßnahmen. So werte Münch Energie die Landfläche durch den Einsatz eigens entwickelter Saatmischungen sowie durch Bienenhotels und Nistkästen auf, die gefährdeten Populationen als Rückzugsort dienten. Die Firma setze ferner pro Jahr mehr als 75 MW an neuer Photovoltaikleistung um. Die auf 345.800 Euro limitierte Schwarmfinanzierung steht auf der Plattform LeihDeinerUmweltGeld.de zur Verfügung.

Anlegerinnen und Anleger können sich dort ab 100 Euro beteiligen. Dafür bietet Münch den Schwarminvestoren einen Zins von 4,00 % per annum bei einer Laufzeit von 5 Jahren. Die Zinszahlungen erfolgten laut Unternehmen jährlich und die Tilgung der Darlehen sei endfällig.

20.11.2020 | Quelle: Münch Energie | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Förderung von Ladepunkten mit Ökostrom in Wohngebäuden

20. November 2020 - 11:27
Foto: RioPatuca Images / stock.adobe.com

Für die Förderung von Ladepunkten mit Ökostrom in Wohngebäuden gibt es eine staatliche Förderung. Darüber informiert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). So starten das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und die KfW zum 24.11. das Förderprodukt. Dabei geht es um die Errichtung neuer Ladestationen für Elektroautos im nicht öffentlich zugänglichen Bereich von Wohngebäuden.

Investoren erhalten für den Erwerb und die Errichtung neuer Ladestationen einschließlich des Anschlusses an das Stromnetz somit einen Zuschuss von 900 Euro pro Ladepunkt. Ziel der Förderung von Ladepunkten in Wohngebäuden sei es, damit Privatpersonen zu motivieren, auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umzusteigen und hierfür eine ausreichende Ladeinfrastruktur im privaten Bereich zu schaffen. Voraussetzung für die Förderung ist aber, dass der für den Ladevorgang genutzte Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Nutzer können das über einen entsprechenden Stromliefervertrag nachweisen und/oder über Eigenerzeugung vor Ort etwa aus eine Photovoltaik-Anlage erfüllen.

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Wohneigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger. Interessentinnen und Interessenten müssen den Zuschuss vor Beginn des Vorhabens im KfW-Zuschussportal beantragen. Maßgeblich für den Vorhabensbeginn sei ferner die verbindliche Bestellung der Ladestation bzw. der Abschluss eines entsprechenden Lieferungs- und Leistungsvertrags.

Die Auszahlung erfolge dann nach Abschluss der Maßnahme gegen Vorlage der von den durchführenden Fachunternehmen erstellten Rechnungen. Nähere Informationen zum Förderprodukt einschließlich einer Liste der förderfähigen Ladestationen sind bei der KfW abrufbar.

20.11.2020 | Quelle: KfW| solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik: größte Anlage in Westafrika in Betrieb

20. November 2020 - 10:35
Foto: Akuo

Rund 180 Kilometer westlich der Hauptstadt Bamoko entfernt ist in Mali die größte Photovoltaik-Anlage in Westafrika in Betrieb gegangen. Das teilte der französische Projektentwickler Akuo. Das Solarkraftwerk hat eine Spitzenleistung von 50 Megawatt (MW). Schon im März habe es die ersten Kilowattstunden in den malische Stromnetz eingespeist.

Das Kraftwerk decke den Strombedarf von 120.000 Haushalten in Mali und werde die CO2-Emissionen um mehr als 52.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Das Kita-Solarkrafterk trägt damit zur Erhöhung der Elektrifizierungsrate des Landes bei. Dies sei ferner ein wichtiger Parameter für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Dieses wichtige Projekt stärkt zudem das Engagement von Mali zur Bekämpfung des Klimawandels. Es ermögliche dem Unterzeichner des Kyoto-Protokolls zudem, seinen nationalen Zielen für erneuerbare Energien bis 2030 näher zu kommen.

Abhängigkeit von Wasserkraft sinkt

Darüber hinaus trage es dazu bei, die Abhängigkeit des Landes von der Wasserkraft – die gegenwärtig durch den Klimawandel gefährdet ist – und von importierten fossilen Brennstoffen sowie von der Nutzung von Holzbrennstoffen aus den Naturwäldern des Landes zu verringern. Die Akuo-Gruppe will damit zugleich positive Auswirkungen für die lokale Bevölkerung zu fördern. Auf rund 5 Hektar am Rande des Kraftwerks stehe Fläche für den Anbau von Nutzpflanzen für die Menschen zur Verfügung, die in der Nähe der Anlage leben. Zudem biete die Akuo-Stiftung die Ausbildung in Techniken zur Verbesserung des ökologischen Landbaus an.

Nach der Schaffung von bis zu 350 lokalen Arbeitsplätzen während der Bauphase des Projekts, sorge das Agrarprojekt für fast 200 Langzeitarbeitsplätze für Frauen. Die Finanzierung erfolgte durch die Westafrikanische Entwicklungsbank, die Landwirtschaftsbank BNDA, die niederländische Finanzierungsorganisation FMO und den Emerging Africa Infrastructure Fund EAIF. Trotz des instabilen Umfelds des Landes haben die Akteure das Projekt erfolgreich abschließen können. Dafür kam vor allem afrikanisches Baupersonal zum Einsatz. Nun sei ein Team ausschließlich aus Mali für die Betriebsführung verantwortlich. Das erhöhe Akzeptanz und Nutzen für die Menschen in der Region.

20.11.2020 | Quelle: Akuo | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Solar plus Wasserstoff mit dem Green-Flamingo-Projekt in Portugal

20. November 2020 - 8:00
Foto: Oliver RistauLesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit einem Solarthemen-Abo

Sunfarming wirbt sechs Mio. Euro mit Anleihe ein

19. November 2020 - 14:48
Foto: Sunfarming

Sunfarming hat mit der Platzierung einer Anleihe bisher 5,75 Millionen Euro eingenommen. Das teilte das Unternehmen mit, das auf die Projektierung, schlüsselfertige Realisierung sowie technische und kaufmännische Betriebsführung von Photovoltaik-Anlagen im In- und Ausland spezialisiert ist. Die Anleihe hat ein Volumen von insgesamt zehn Millionen Euro und bietet einen Zins von 5,5 Prozent per annum. Die Einnahmen aus der Platzierung will die Firma für zusätzliche Projektentwicklung und Vorfinanzierung ausschließlich deutscher Solarprojekte einsetzen.

Sie Sunfarming-Anleihe ist zudem seit dem 16. November 2020 im Open Market der Deutsche Börse AG handelbar. Interessierte private und institutionelle Anleger könnten die Wertpapiere aber weiterhin bis zur Vollplatzierung im Volumen von 10 Mio. Euro auch über die Umweltfinanz Wertpapierhandelshaus GmbH zeichnen. Die Emission begleite die Lewisfield Deutschland GmbH als Financial Advisor

„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das die Anleger uns entgegenbringen“, sagt Martin Tauschke, geschäftsführender Gesellschafter der Sunfarming GmbH. „Vor allem in Anbetracht des aktuellen Kapitalmarktumfelds sind wir äußerst zufrieden damit, dass wir in den ersten zwei Monaten des Angebotszeitraums bereits rund 60 % des Gesamtvolumens erfolgreich platzieren konnten. Dieses Auftaktergebnis spricht ganz klar für unser Unternehmen, unsere Strategie und den unbestrittenen Wachstumsmarkt Erneuerbare Energien.“

Trotz der anhaltenden Auswirkungen der Coronakrise erwartet das Unternehmen ein erfolgreiches Jahr 2020 mit ca. 40 MWp realisierter Projekte im In- und Ausland. Für das 1. Halbjahr 2021 umfasst die Projektpipeline bereits mehr als 30 MW. „Wir sehen uns gut aufgestellt für unser weiteres Wachstum.“, so Tauschke weiter. Besonders stolz sind wir auf die Gebotszuschläge für über 13 MW im Rahmen der Ausschreibung der Bundesnetzagentur. Dies zeigt, dass wir auch im Markt der größeren Freiflächenprojekte erfolgreich sind. Viele weitere Projekte befinden sich bereits in der intensiven Projektentwicklung.“

19.11.2020 | Quelle: Sunfarming| solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

BSW stärkt Speicherbranche und Industrie

19. November 2020 - 14:12

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) stärkt die Speicherbranche im Präsidium. So hat die BSW-Mitgliederversammlung am gestrigen Mittwoch die Themen Speicherung und Energiemanagement weiter aufgewertet. Mit Jörg Ebel, Vice President Public Affairs bei der IBC SOLAR AG, hat sie ihr nun einen Sitz im Präsidium verschafft. Wie der BSW mitteilte, sei das eine Folge der Entwicklung der vergangenen sieben Jahre. Denn in diesem Zeitraum haben die BSW-Mitglieder den Speicherabsatz vervielfacht. Die Batteriespeicherpreise hätten sich zugleich mehr als halbiert.

Ebel verstärke nun das Führungsteam um Joachim Goldbeck (Photovoltaik) und Moritz Ritter (Solarthermie), die die Versammlung für weitere zwei Jahre im Amt bestätigte. Er werde sich ferner im Vorstand eng mit Michael Entrup (HOPPECKE Batterien GmbH) und Oliver Koch abstimmen. Letzterer rückte als neuer CEO der Sonnen GmbH außerdem in den BSW-Vorstand auf.

Erfurt und Haddung neu im Vorstand

Der Anspruch des Verbandes, führendes Sprachrohr der in Deutschland wiedererstarkenden Solarindustrie zu bleiben, unterstrich sie ferner durch weitere Personalwahlen. So rückten Dr. Gunter Erfurt, CEO bei der Meyer Burger Technology AG und von Ulrich Haddung, CSO bei der SMA Solar Technology AG neu in den Vorstand auf. 

Die Mitglieder bestätigten ferner in ihren Ämtern für weitere zwei Jahre Dr. Dierk Paskert (CEO Encavis AG), Alexander Schütt (GF BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH), Oliver Beckel (Hanwha Q-Cells) und Helmut Jäger (SOLVIS GmbH). 

Die Mitgliedschaft zeigte sich hoch zufrieden mit der Arbeit ihres Verbandes. Dieser verfüge neben der rund 20-köpfigen Geschäftsstelle auch über rund 200 in Arbeitsgruppen aktive Unternehmen. Ferner wurden der Vorstand und die aus Carsten Körnig und David Wedepohl bestehende Geschäftsführung bei nur wenigen Enthaltungen und keinen Gegenstimmen für ihre Arbeit entlastet.

Größte Erfolge im laufenden Jahr war die Beseitigung des 52 GW-Deckels im EEG und die erhebliche Verbesserung des Förderrahmens für die Solarthermie. Beide Solarsparten wie auch der Speicherabsatz steuern 2020 auf zweistellige Wachstumszahlen hin. Nach der Photovoltaik schaffte auch die Solarthermie den Turnaround.

Verbandsziel für die 20er Jahre sei es zudem, die in Deutschland installierte Photovoltaik-, Solarthermie- und Speicherkapazität zu vervielfachen. Die Branche will so zum Erreichen der Klimaziele beitragen und die Versorgungssicherheit auch nach einem Atom- und Kohleausstieg aufrechterhalten. 

Der BSW-Vorstand umfasst insgesamt dreizehn Mitglieder aus allen Bereichen der Solarenergie von Industrieunternehmen bis zu Installateuren und führt den Spitzenverband der Branchen Photovoltaik, Solarthermie und Solarspeicher.

19.11.2020 | Quelle: BSW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Photovoltaik-PPA zwischen Deutsche Bahn und Enerparc

19. November 2020 - 12:40
Foto: Enerparc

Die Deutsche Bahn und Enerparc vereinbaren einen weiteren PPA für Strom aus Photovoltaik (PV). Wie Enerparc mitteilte, habe das Hamburger Unternehmen bereits zum zweiten Mal einen Stromliefervertrag (PPA – Power Purchase Agreement) mit der DB Energie GmbH geschlossen. Die Direktvermarktung des in den nächsten 30 Jahren erzeugten Ökostroms werde dabei die Tochter Sunnic Lighthouse übernehmen. Die Deutsche Kreditbank AG finanziere ferner das Projekt.

Enerparc habe die betroffene Photovoltaik-Anlage in Gaarz bei Plau am See mit einer Leistung von 90 Megawatt auf einer Fläche von rund 91 ha gebaut. Zugleich sei das Unternehmen bei der im Eigenbestand befindlichen Anlage auch für Service und Wartung zuständig. Voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2021 werde das bereits bauseitig abgeschlossene Solarkraftwerk ans Netz gehen. Jährlich werde es rund 80 Gigawattstunden an die Deutsche Bahn liefern. Die Sunnic werde dabei für die vertragsgerechte Lieferung des grünen Stroms an die Deutsche Bahn verantwortlich sein. „Mit solch langfristigen PPAs ist es großen Unternehmen nun möglich, einen hohen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.“ So äußerte sich Christoph Koeppen, CEO und Vorstand der Enerparc. „Und wir sind stolz darauf, zum mittlerweile zweiten Mal die Realisierung und Umsetzung eines solchen PPA-Projektes für die Deutsche Bahn durchzuführen.“

„Als langjährige Finanzierungspartnerin der Enerparc freuen wir uns, an der Realisierung dieses Solarparks beteiligt zu sein.” Das sagte Tilo Hacke, Mitglied des Vorstands bei der DKB. Für die DKB sei es zudem das bislang größte Photovoltaik-Projekt ohne EEG-Vergütung. In der Vermarktung von Strom aus Erneuerbaren Energien durch PPAs sehe das Unternehmen ein vielversprechendes Geschäftsmodell. Insbesondere für große Photovoltaikanlagen sei dies attraktiv.

Weitere PPA der Bahn mit Wind- und Wasserkraft

Die Deutsche Bahn hat neben dem PV-PPA weitere Stromabnahmeverträge für Ökostrom geschlossen. Einer betrifft das Wasserkraftwerk Egglfing-Obernberg im Inn an der Grenze zwischen Niederbayern und Österreich. Von dort flössen ab 2023 fast 440 Gigawattstunden in das Netz der DB Energie. Der Vertrag mit der Verbund AG laufe über fünf Jahre.

Ab Herbst 2024 bereicherten außerdem 260 Gigawattstunden Windenergie jährlich den Bahnstrommix. Dann liefere der Windpark Amrumbank-West in der Nordsee. Die DB hat sich etwa ein Viertel der Leistung der 33 Quadratkilometer großen Offshore-Anlage nordwestlich von Helgoland gesichert. RWE und DB haben den Vertrag für 15 Jahre geschlossen.

19.11.2020 | Quelle: Enerparc AG | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Geothermie in Baden-Württemberg spürt Aufbruchsstimmung

19. November 2020 - 11:56
Foto: SCG Architekten

Bei der tiefen Geothermie herrscht Aufbruchstimmung in Baden-Württemberg. Darüber berichtet die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW). Insgesamt sei das Potenzial der Geothermie groß. Rund zehn Prozent des deutschen Energiebedarfs könnte die Quelle decken. In Baden-Württemberg seien die Bedingungen mit dem Oberrheingraben und Oberschwaben besonders gut. „Diese Potenziale gilt es zu nutzen, um bei der klimafreundlichen Wärmeversorgung voran zu kommen. Bislang fehlen Konzepte dazu“, sagt Franz Pöter, Geschäftsführer der Plattform EE BW. Am Oberrhein könne die tiefe Geothermie aber der Schlüssel hierfür sein. Auch neu zu planende Wärmenetze könnten geothermale Wärmequellen nutzen.

Mit der im März 2020 beschlossenen „Roadmap Tiefe Geothermie“ strebe die baden-württembergische Landesregierung ferner eine stärkere Nutzung der Potenziale an. Ziel sei Hemmnisse zu identifizieren und abzubauen. Auch Bayern sieht in der Quelle große Potenziale.

Neue Geothermie-Projekte im Land

Es tue sich zudem bereits einiges im Südwesten. Mehrere Unternehmen haben konkrete Maßnahmen für die Realisierung von Erdwärmeprojekten am Oberrhein in die Wege geleitet. Die Deutsche Erdwärme GmbH aus Karlsruhe habe aktuell drei Projekte in Planung. Am Projektstandort in Graben-Neudorf stehe 2021 die erste Bohrung an. Die EnBW habe außerdem in Zusammenarbeit mit der MVV die Aufsuchungslizenz für Erdwärme in einem Erlaubnisfeld im Dreieck Mannheim-Heidelberg-Speyer bei der zuständigen Landesbehörde beantragt. Die EnBW betreibe seit mehr als 10 Jahren eine Geothermieanlage in Bruchsal zusammen mit den dortigen Stadtwerken. Die Anlage dient zur Stromerzeugung und für die Wärmeversorgung einer nahe gelegenen Polizeikaserne.

Im Freiburger Raum trete jetzt auch die Badenova an, um Erdwärmequellen ausfindig zu machen und für die Fernwärmenutzung zu erschließen. Darüber hinaus plane das Karlsruher Institut für Technologie in Zusammenarbeit mit der EnBW den Bau einer eigenen Forschungsanlage am Campus Nord. KIT und EnBW sind hier gemeinsam Inhaber der Geothermielizenz. „Die technologische Entwicklung bei der tiefen Geothermie und die strengen Sicherheitsauflagen sind dazu geeignet, dass die Projekte ohne negative Auswirkungen für Umwelt und Anwohner realisiert werden können.“ Das sagt Lutz Stahl, Vorstandsmitglied der Plattform EE BW.

Die Plattform EE BW begleitet als Dachverband der Erneuerbaren-Branche im Südwesten diese Projekte und informiert interessiertes Fachpublikum und die Öffentlichkeit zu den Chancen der tiefen Geothermie. „Insbesondere die ab dem nächsten Jahr zur Wärmeplanung verpflichteten Kommunen in Baden-Württemberg sollten sich mit den Möglichkeiten der tiefen Geothermie auseinandersetzen, wenn sie am Oberrheingraben oder in Oberschwaben liegen“, empfiehlt Franz Pöter. „Zusammen mit der Solarthermie und der Bioenergie ist die Geothermie die erneuerbare Energie für eine klimafreundliche Wärmeversorgung.“

Webseminar informiert über aktuellen Stand

Am Donnerstag den 26. November ab 11:00 Uhr veranstaltet die Plattform EE BW ein gut einstündiges Webseminar zur erneuerbaren Wärmeversorgung mit tiefer Geothermie. Darin beleuchtet sie die aktuelle Entwicklung am Oberrhein sowie die Erschließungskonzepte hinsichtlich der dort gegebenen geologischen Voraussetzungen und wirft auch einen Blick nach München, wo sich die Technologie bereits seit zwei Jahrzehnten etabliert hat und ein wesentlicher Bestandteil zur Erreichung der Klimaziele geworden ist.

19.11.2020 | Quelle: Plattform EE BW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Norddeutsche Salzkavernen ideal für Wasserstoff

19. November 2020 - 11:16
Foto: Dan Tama/Janos Urai

Die Salzkavernen in Norddeutschland eignen sich sehr gut zur Speicherung von Wasserstoff aus regenerativen Energien. Das teilte die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG mit. Um Schwankungen in der Stromerzeugung auszugleichen und den Energieaustausch zwischen Wirtschaftssektoren zu ermöglichen, könne der Energieträger Wasserstoff in einem zukünftigen Energiesystem eine entscheidende Rolle spielen. Um diesen dann auch über Monate und in großen Mengen zu speichern, gelten unterirdische Salzkavernen als die vielversprechendste Speicheroption. Wie groß ihr Speicherpotenzial in Europa ist, hat ein Team von RWTH Aachen, Forschungszentrum Jülich und Fraunhofer IEG beleuchtet. Ihre Studie haben sie im Fachmagazin „International Journal o f Hydrogen Energy“ veröffentlicht.

„Salzkavernen sind aufgrund der geringen Investitionskosten, der guten Abdichtung und des geringen Schutzgasbedarfs die vielversprechendste Option für große Speicher.“ Das sagte Peter Kukla, Leiter der Abteilung „Georesources“ am Fraunhofer IEG und Professor für Geologie an der RWTH Aachen. Die Studie beziffere die Speicherkapazitäten der einzelnen Kavernen schätzungsweise. Grundlage dafür seien die standortspezifischen geologischen Daten und thermodynamischen Randbedingungen.

Das gesamte Energiespeicherpotenzial in Salzkavernen für Wasserstoff an Land als auch auf See schätzt das interdisziplinäre Team auf 84,8 Petawattstunden. Davon entfielen 23,2 Petawattstunden an Land und 61, 6 Petawattstunden – also mehr als zwei Drittel – auf See. Auf Deutschland alleine entfielen zusammen 35,7 Petawattstunden, davon 9,4 Petawattstunden an Land, zumeist in Norddeutschland. Im Vergleich dazu liegt das Potenzial für Pump-Wasserspeicherkraftwerke in Europa bei etwa 0,123 Petawattstunden. In Deutschland lag der Primärenergieverbrauch im Jahr 2018 bei rund 3,64 PWh.

Um das wirtschaftliche Potenzial der Salzspeicher abzuschätzen, bedürfe es aber weiterführender Energiesystemanalyse. Diese müssten die ökonomische und ökologische Aspekte sowie Energieprofile und Standorte mit hoher Energie-Nachfrage, mit hohem Energie-Angebot und hoher Speicherkapazität korrelieren.

19.11.2020 | Quelle: Fraunhofer IEG | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

EEG2021: Sachverständige üben massive Kritik

19. November 2020 - 10:23
Foto: Jogerken / stock.adobe.com

Im Falle des neuen EEG2021 haben Sachverständige im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages massive Kritik geübt. Wie der Bundestag mitteilte, kritisierten mehrere Sachverständige die Komplexität schon des bestehenden EEG, das selbst von Fachleuten kaum mehr zu überblicken sei. Die geplante Neufassung mache es eher noch schlimmer.

Von einer “Komplexitätsfalle”, in die der Gesetzgeber geraten sei, sprach Sebastian Bolay vom Deutschen Industrie-und Handelskammertag (DIHK). Dies mache erneuerbare Energien teurer als nötig und bremse ihren notwendigen Ausbau. Als Beispiel nannte er den Bau von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern. Die Bagatellgrenze, oberhalb derer eine Ausschreibung vorgeschrieben ist, werde im Gesetzentwurf gesenkt. Dies werde viele vom Bau abhalten oder dafür sorgen, dass die Anlage kleiner dimensioniert wird als möglich. Zudem erschwere die Novelle gemischte Geschäftsmodelle, die Eigenversorgung und Stromverkauf kombinieren.

In dieselbe Kerbe hieb Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. Auf Anfrage seines Verbandes habe der Handelsverband Deutschland, dessen Mitglieder rund 400.000 Betriebsstätten hätten, mitgeteilt: “Unter den neuen Umständen werden wir größtenteils die Hände davon lassen.” Neben der Ausschreibungsregelung seien auch die neuen Regelungen für den Eigenverbrauch ein Grund dafür. Mit ihnen würde die Nutzung von auf dem eigenen Dach erzeugtem Solarstrom teurer. Der bisherige Wachstumstreiber, nämlich die Solarstromerzeugung auf dem Dach, werde damit ausgebremst.

Ingbert Liebing vom Verband kommunaler Unternehmen plädierte dafür, das Repowering für die Windenergie zu erleichtern. Bisher ist dafür eine aufwändige Neugenehmigung erforderlich. Stattdessen solle künftig eine Änderungsgenehmigung ausreichend sein. Dies würde Ausbauhindernisse beseitigen. Liebing lobte die im Gesetzentwurf vorgesehene Möglichkeit, dass Kommunen eine Abgabe von den Betreibern verlangen können, wenn sie auf ihrem Gebiet Windkraftanlagen genehmigen. Dies könne die Akzeptanz solcher Anlagen in der Bevölkerung erhöhen.

Gefahr für Kommunen

Allerdings warnte Patrick Graichen, Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende, vor einer Gefahr in der vorgesehenen Regelung. Kommunalpolitiker könnten beim Aushandeln einer solchen Vergütung in den strafrechtlichen Verdacht der Vorteilsnahme geraten. Er plädierte deshalb für eine Formulierung, die diese Gefahr ausschließt. Am besten sei, eine Windenergieabgabe verpflichtend zu machen. Wie auch mehrere andere Sachverständige plädierte Graichen für wesentlich höhere Ausbauziele der erneuerbaren Stromerzeugung als im Gesetzentwurf. Die Klimawende laufe zum großen Teil über die Elektrifizierung, etwa im Straßenverkehr. Deshalb werde man 2030 mehr Strom brauchen. Durch die angestrebten höheren Klimaziele der EU werde zudem ein beschleunigter Ausbau noch dringlicher.

Peter Reitz von der europäischen Strombörse European Energy Exchange AG verwies darauf, dass es eine große Nachfrage nach Grünstrom in Deutschland gebe. Unternehmen, die aus grundsätzlichen oder Image-Erwägungen klimaneutral produzieren wollten, kauften sich heute beispielsweise Zertifikate für norwegische Wasserkraft, weil das Angebot in Deutschland nicht ausreiche.

Ein Grund sei das Doppelvermarktungsverbot im EEG, das auch in der Novelle beibehalten werde. Der Markt für Herkunftsnachweise müsse aber gestärkt werden, ebenso wie die Möglichkeit langfristiger Lieferverträge. Schon heute seien viele Erzeuger erneuerbarer Energie am Markt konkurrenzfähig, sie würden aber behindert, monierte Reitz. Die Ansätze für mehr Marktintegration im EEG begrüße er, sie gingen aber nicht weit genug.

“EEG behindert Güllevergärung”

Sandra Rostek vom Hauptstadtbüro Bioenergie begrüßte zwar, dass die Bundesregierung die Systemrelevanz der Biomasse erkenne. Ihr Entwurf bleibe aber weit hinter den notwendigen Änderungen zurück. So könne Bioenergie den ihr im Klimaschutzprogramm 2030 zugedachten Beitrag nicht leisten. Strom aus Biomasse sei “gesicherte, steuerbare und speicherbare Energie” und daher besonders geeignet, Schwankungen bei Wind- und Sonnenstrom auszugleichen. Die in der Novelle vorgesehenen Bedingungen für Ausschreibungen bedrohten aber ihren Ausbau. Vorschriften zur Bemessungsleistung behinderten zudem die Nutzung der Güllevergärung, die aber besonders klimafreundlich sei, da mit ihr die Methanemission auf Feldern vermieden werde.

Konflikt mit EU-Richtlinie

Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht bemängelte insbesondere die Unvereinbarkeit mehrerer Regelungen im Gesetzentwurf mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, die am 30. Juni 2021 wirksam werde. So schaffe diese Richtlinie ein grundsätzliches Recht auf Eigenversorgung, während sie in der Novelle mit zahlreichen Klauseln versehen sei. Auch bei den Ausschreibungsmengen habe die EU ganz andere Ziele. Für Investoren sei aber Planungssicherheit zentral. Deshalb plädierte Müller für eine umfassende Angleichung des Gesetzentwurfs an das europäische Recht.

“Meßanlagen für kleine Photovoltaik zu teuer”

Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verwies darauf, dass alle Fachverbände von einem wesentlich höheren Strombedarf in der Zukunft ausgingen als die Bundesregierung. Potential sieht sie vor allem in der Photovoltaik, die in der Bevölkerung anders als Windkraftwerke viel Zustimmung fände. Unter anderem kritisierte sie, dass bereits ab einer Leistung von einem Kilowatt teure, intelligente Messanlagen vorgeschrieben werden sollen. Sie plädierte dafür, die ohnehin im Messstellen-Betriebsgesetz vorgesehene Grenze von sieben Kilowatt in das EEG zu übernehmen. Zudem fordere sie, Stromüberschüsse, die zur Erzeugung von grünem Wasserstoff eingesetzt werden, von der EEG-Umlage zu befreien.

Die Bundesvereinigung der Kommunalen Spitzenverbände, die in der Anhörung durch Timm Fuchs vertreten war, forderte eine bessere finanzielle Beteiligung der Gemeinden an der Windstromerzeugung an Land. Zudem bemängelte sie viel zu enge Regelungen für die Eigennutzung von Solarstrom. Diese werde beispielsweise durch die Pflicht zur Abführung einer anteiligen EEG-Umlage und durch zu enge räumliche Begrenzung, was als Eigennutzung gilt, erschwert.

Eine gänzlich andere Position als die anderen Sachverständigen vertrat Horst-Joachim Lüdecke, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Erneuerbare Energien seien ineffizient und teuer, ihr Ausbau schade damit dem Standort Deutschland und sei zudem für das Weltklima irrelevant, da Länder wie China und Indien gleichzeitig immer mehr Kohle verfeuerten. Lüdecke forderte eine völlige Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Anlagen, die wettbewerbsfähig seien, würden sich auch ohne Förderung durchsetzen. Ansonsten plädierte Lüdecke für den Weiterbetrieb moderner Kohlekraftwerke mit hochwertigen Filteranlagen sowie für die Erforschung und Erprobung neuer Techniken der Kernenergie, die keinen nuklearen Abfall mehr erzeugten.

19.11.2020 | Quelle: Deutscher Bundestag | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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