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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 12 Minuten 14 Sekunden

Strengere Regeln für mehr Effizienz

6. Oktober 2017 - 7:00

Drei verschiedene Arten von Warmwasserspeichern mit unterschiedlichen Funktionen gibt es: Trinkwarmwasserspeicher halten das Wasser zum Duschen, Baden oder Kochen warm. Sie sorgen dafür, dass man unter der Dusche nicht lange warten muss, bis das Wasser die gewünschte Temperatur hat. Sogenannte Pufferspeicher dienen dazu, das Heizwasser warmzuhalten und bei Bedarf an den Heizkreislauf abzugeben. Darüber hinaus gibt es Kombispeicher, die beide Funktionen vereinen. Sie bieten sich beispielsweise an, wenn eine Solarthermieanlage sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Heizung unterstützen soll.

Für alle drei Varianten gelten jetzt neue Anforderungen an die Energieeffizienz: Die Ökodesign-Richtlinie der EU sieht vor, dass Speichersysteme mit einem Inhalt von bis zu 2000 Litern nicht mehr so viel Wärme verlieren dürfen wie bisher. Das heißt, Hersteller sind in der Pflicht, ihre Geräte künftig noch besser zu dämmen. Wer bereits einen Warmwasserspeicher besitzt, muss diesen allerdings nicht nachrüsten. Auch Händler dürfen Modelle aus ihrem Lager noch verkaufen, selbst wenn diese nicht den neuen Anforderungen entsprechen.

Energielabel hilft bei Kaufentscheidung

Die Neuregelung wirkt sich auch auf das Energielabel aus, das Verbraucher EU-weit über die Effizienz verschiedenster Geräte im Haushalt informiert. Durch die verschärften Vorgaben fällt beim Label für Warmwasserspeicher nun die schlechteste Klasse (G) weg, dafür kommt die Top-Klasse A+ hinzu. Modelle, die bislang die Klassen D und niedriger erreicht haben, dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Sie weisen zu hohe Wärmeverluste auf. Wie hoch genau der Wärmeverlustwert eines Modells ist, kann man ebenfalls auf dem Energielabel ablesen.

Bei der Anschaffung eines neuen Warmwasserspeichers sollte man neben dem Energielabel unbedingt einen Profi zurate ziehen, empfiehlt das Verbraucherportal "Intelligent heizen". Die Energieeffizienz sei nur eines von vielen wichtigen Kriterien, um ein passendes Modell zu finden. Übrigens: Wer den Einbau eines Pufferspeichers mit einem hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage kombiniert, erhält 30 Prozent der Nettokosten vom Staat zurück. Quelle: Intelligent heizen / sue

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Bundesgerichtshof stärkt Energieausweis

6. Oktober 2017 - 7:00

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt vor, dass in kommerziellen Anzeigen Angaben zur energetischen Qualität der Immobilie aus dem vorliegenden Energieausweis gemacht werden müssen. Strittig war die Frage, ob diese Informationspflicht auch Immobilienmakler trifft. Nach dem Urteil müssen sie nun Angaben zur energetischen Qualität von Immobilien machen. Zuvor hatten mehrere Makler Revision gegen die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erstrittenen oberlandesgerichtlichen Urteile eingelegt.

Die DUH argumentierte, dass Verbraucher durch Energieausweisdaten in der Werbung in die Lage versetzt werden, Folgekosten und energetische Kriterien von Gebäuden zu bewerten. Der Energieausweis wurde eingeführt, um eine fundierte Kauf- oder Mietentscheidung zu ermöglichen und die Nachfrage nach energetisch saniertem Wohnraum zu steigern. Er trägt damit sowohl zu Kosteneinsparungen in Verbraucherhaushalten als auch zum Klimaschutz bei.

Die Daten aus dem Energieausweis sind deshalb „wesentliche Informationen“, die dem Verbraucher nicht vorenthalten werden dürfen. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verbietet es, vom Gesetzgeber als wesentlich eingestufte Informationen in der Werbung zurückzuhalten.

Mit seinem Urteil folgte der BGH nun der Auffassung der DUH und der Oberlandesgerichte Hamm, München, Bamberg, Köln und Oldenburg. Das Gericht verurteilte die betroffenen Makler, es künftig zu unterlassen, nicht alle erforderlichen Angaben aus Energieausweisen in Anzeigen anzugeben, soweit ein Ausweis zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltung vorliegt. Verbrauchern ist es damit möglich, bereits bei der Durchsicht von Zeitungsanzeigen oder dem Webauftritt eines Maklers den Energieverbrauch von Immobilien zu vergleichen.

„Die haltlose Behauptung der Immobilienlobby, Makler seien nicht zu Energieausweisangaben in der Werbung verpflichtet, hat der BGH letztinstanzlich zurückgewiesen", sagte Jürgen Resch, DUH-Bundesgeschäftsführer.

Damit Verbraucher Folgekosten konkret abschätzen können, sind Vermieter, Verkäufer und Makler seit 2014 verpflichtet, sobald ein Energieausweis vorliegt, in der Anzeige das Baujahr des Hauses, die Heizungsart, den Energieverbrauch beziehungsweise den Bedarf pro Jahr, die Art des Ausweises und die Effizienzklasse anzugeben. Wie der Energieausweis seine Funktion als Klimaschutzinstrument noch besser ausspielen könnte, hat die DUH in einem Positionspapier dargelegt. Quelle: DUH / sue

Aktenzeichen I ZR 4/17, I ZR 229/16 und I ZR 232/16.

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Energiefassade mit Solarfolie erweitert

5. Oktober 2017 - 7:00

Mit dem Projekt will die Lechwerke AG auch die energetische und optische Aufwertung von bestehenden Gebäuden durch gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV) veranschaulichen. Denn Gebäudehüllen übernehmen künftig immer mehr Funktionen und die energetische Optimierung rückt in den Vordergrund.

Strom an der eigenen Fassade zu generieren, dadurch Kosten zu sparen und gleichzeitig einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten, ist eine Option, die Energieversorger wie Innogy ihren Kunden verstärkt anbieten möchten. Als regionales Energieversorgungsunternehmen bietet die Lechwerke AG, die zu Innogy gehört, dafür eine erste Grundlage und evaluiert verschiedene Solartechnologien.

Im Rahmen des seit drei Jahren bestehenden Projektes "Energiefassade" wurden in diesem Jahr zwei Flächen der Südfassade in Augsburg mit Faserzementplatten von SVK und integriertem Heliafilm ausgestattet. 56 Quadratmeter mit einer installierten Leistung von 2,43 Kilowatt peak sollen einen geschätzten Ertrag von rund 2000 Kilowattstunden pro Jahr liefern.

Bereits in vorangegangenen Projekten konnte Heliatek zeigen, dass Bestandsgebäude mit weit weniger Aufwand energetisch aufgewertet werden, als dies mit herkömmlichen PV-Modulen möglich ist. Im Gegensatz zu diesen werden die Solarfolien von Heliatek bereits beim Fassaden- und Dachelemente-Hersteller SVK maschinell aufgebracht und auf der Baustelle nur noch miteinander verkabelt.

Das geringe Gewicht der Solarfolien  von einem Kilogramm pro Quadratmeter erlaube eine einfache und kostengünstige Integration sowohl bei neuen als auch bei bereits bestehenden Gebäudefassaden, teilt das Unternehmen mit. Für die Fassadengestaltung bei den Lechwerken Augsburg spielten auch ästhetische Kriterien eine Rolle. Neben der optischen Aufwertung bringt der Einsatz der Solarfolie auch eine Verbesserung der CO2-Bilanz von Gebäuden, denn das Material steht für nur 20 Gramm CO2 pro erzeugter Kilowattstunde. 

"Um in den kommenden Jahren gemeinsam mit Heliatek ein vertriebsfähiges Produkt platzieren zu können, gehen wir jetzt in die nächste Phase mit Kundenpiloten. Konkret arbeiten wir an einfachen Konzepten für die Montage und elektrische Installation, was neben einem höheren Ertrag und ressourcenschonender Herstellung ein weiterer Vorteil gegenüber konventioneller Photovoltaiktechnik werden kann", sagt Carl-Ernst Giesting, Leiter des B2B-Geschäfts bei Innogy. Quelle: Heliatek / sue

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Holz-Beton-Bauweise erklimmt Geschosse

5. Oktober 2017 - 7:00

Bei mehreren anderen Gebäuden hatte der zertifizierte Passivhausplaner Deimel, der seit 18 Jahren mit einer Partnerin und derzeit sieben Mitarbeitern ein Büro in Berlin betreibt, eine ähnliche Mischbauweise schon erprobt: ein Treppenhaus als massiver Kern, ergänzt um Holzelemente.

Zunächst waren bei diesen kleinen Mehrfamilienhäusern aber nur die vorgehängten Tafelbaufassaden aus Holz. Bei einem im vergangenen Jahr fertiggestellten dreigeschossigen Einfamilienhaus mit 280 Quadratmeter Wohnfläche ließ Deimel zum ersten Mal auch die Geschossdecken aus sichtbarem Holz fertigen. Dieses Konzept will er nun auf größere Bauten anwenden, nämlich auf fünf Gebäudequader, die ab 2019 das "Quartier wir" bilden sollen.

Auf einem 7000-Quadratmeter-Grundstück an der Piesporter Straße neben dem jüdischen Friedhof in Weißensee werden insgesamt 112 Wohnungen entstehen; dazu diverse Gemeinschaftseinrichtungen, ein Café und ein Restaurant. Vier der Gebäude wird eine eigens gegründete Genossenschaft vermieten, einen Teil davon als Sozialwohnungen.

Kosten ähnlich wie im Ziegelbau oder bei Fertighäusern

Das fünfte und mit 3740 Quadratmeter Wohnfläche größte Haus des Projekts birgt 38 Eigentumswohnungen. Im Vergleich mit dem erwähnten Einfamilienhaus sind hier die Anforderungen an Brandschutz und Schallschutz höher. Doch obwohl außerdem zusätzlich Aufzüge und eine Tiefgarage vorgesehen sind, bleiben die Kosten auf ähnlichem Niveau: Der mit der Unternehmensgruppe Thomas Bestgen vereinbarte Preis entspricht 2400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für die Kostengruppen 300 (Baukonstruktionen) und 400 (technische Anlagen).

Ungefähr fünf bis sieben Prozent teurer als ein konventioneller Bau sei das Bauen mit Holz, sagte Christoph Deimel bei der Vorstellung seines Projekts beim Berliner Aktionskreis Energie. Er rechtfertigte das unter anderem mit einem Ausgleich durch niedrige Energiekosten. Damit stellte er das Licht seiner Konzeption schon fast ein bisschen unter den Scheffel, vergleicht man diese Holzbaukosten zum Beispiel mit den ähnlich hohen des KfW-40-Ziegelbaus "Lavidaverde" oder auch mit den mitunter fast doppelt so hohen Kosten von energieeffizienten Fertighäusern aus Fachwerk, über die EnBauSa bereits berichtet hat.

Um den KfW-40-Standard zu erreichen hilft es beispielsweise, dass beim Warmwasser zum Schutz vor Legionellen nicht die Temperatur angehoben, sondern pro Wohnung eine Frischwasserstation eingebaut wird. Die Station enthält einen Wärmetauscher, der die benötigte Wärme aus dem Heizungswasser zieht. Dieses kommt von einem Pufferspeicher im Keller, und die Energie für dessen Wärme stammt wiederum aus dem Fernwärmesystem.

Doch abgesehen davon sind es vor allem die bauphysikalischen Eigenschaften von Deimels Bauweise selbst, die zum Erreichen von KfW 40 beitragen – was auch Not tut, da ein recht ungünstiger Primärenergiefaktor der Fernwärme an diesem Standort auszugleichen ist.

Holztafeln mit geringer Wärmeleitfähigkeit

Die Fassade besteht hauptsächlich aus Holztafelelementen, 24 Zentimeter tief und mit Zellulosefüllung, die an sich schon eine viel geringere Wärmeleitfähigkeit haben als zum Beispiel Beton. Außerdem sind die Tafelelemente, wenn sie an der Baustelle vom Autokran abgeseilt werden, bereits mit einer zu verputzenden sechs Zentimeter dicken Holzweichfaserplatte als Außendämmung und mit sechs Zentimeter Mineralwolle als Innendämmung versehen.

Hier "geht keine Energie raus", vereinfachte Christoph Deimel die Physik ein bisschen, und zeigte eine Wärmebildaufnahme, auf der ein Messpunkt an der Oberfläche der ungestörten Fassade die gleiche Temperatur wie die Außenluft (minus 4,8 Grad) hat. "Die Verluste liegen in den Fenstern in den bekannten Schwachpunkten Rollokasten und so weiter." Zumindest ein Dauerkippen der Fenster und ein damit verbundener Wärmeverlust sind in Weißensee kaum zu befürchten, denn der Architekt hat eine Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung vorgesehen.

Für die Konfiguration der Lüftung im Detail hat er seine Erfahrung aus Projekten mit wohnungsweise zentraler Belüftung genutzt und die Lüfteraggregate nicht in der jeweiligen Wohnung platziert, sondern immer für mehrere Wohneinheiten zusammen im Treppenflur. Dass so sämtliche Wartung aus dem Treppenhaus gemacht werden kann, verringert beim Filterwechsel zweimal im Jahr den organisatorischen Aufwand. Das fällt bei diesem Objekt ins Gewicht, weil es viele kleine Wohnungen bis herunter zu 60 Quadratmetern gibt.

Die Lüftungsleitungen sollen auf der Oberseite der Massivholzdecken verlegt werden, genauer gesagt: in einer gebundenen Perlitschüttung zwischen Holzdecke und Zementestrich. Die Holzdecken selber bestehen aus kreuzweise verleimten Elementen, je sechs oder sieben Meter lang und 2,50 oder 3,50 Meter breit. Im Berliner Raum gibt es mittlerweile fünf Firmen, die aus Deimels 2-D-Ausführungszeichnungen im Maßstab 1:50 "Werkstattzeichnungen" machen können, also 3-D-Modelle, aus denen die Stücklisten fürs Sägewerk hervorgehen, das dann auch die Decken- und Tafelelemente zusammenbaut.

Sicherheitstreppenhaus als neue Brandschutzmöglichkeit

Anders als die raumseitige Oberfläche der Wände, die mit Ausnahme der Stützen einen Putz bekommen soll, wird die Unterseite der Massivholzdecken in allen Räumen sichtbar sein. Das setzt jedoch einen umfangreichen Brandschutz voraus – konstruktiv-vorbeugend und was die Rettungswege angeht.

Zum Teil steht freilich kein geeigneter Platz als Aufstellfläche für Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung. Deimel nutzt daher eine neuerdings zulässige Möglichkeit aus der Berliner Bauordnung, die ein Betontreppenhaus zum "Sicherheitstreppenhaus" macht: "Wenn ein Brand ist, wird da Luft eingeblasen, um das rauchfrei zu halten." Die dafür notwendige Technik lässt ein solches Treppenhaus 30.000 Euro mehr kosten – im Vergleich zu vielleicht 20.000 Euro Mehrkosten für eine Außentreppe aus Stahl, die sonst verlangt würde.

Neben der Fülle solcher fachlicher Details brachte Christoph Deimels auch die Veränderungen der vergangenen zehn Jahre beim Holzbau auf den Punkt: "Dass wir das Holz sichtbar verbauen können; dass wir in hohe Geschosse reinkommen; und dass kommunale, gemeinnützige Gesellschaften auf diese Bauweise einschwenken". Von Alexander Morhart

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Power-to-Gas-System soll Hotels heizen

4. Oktober 2017 - 7:00

SmartEnergyTechnology nennt Exytron sein Verfahren, das durch die vielen Teilschritte relativ erklärungsbedürftig ist: Zunächst wird Wasser in einem Elektrolyseur gespalten. Wenn dies allein mit regenerativ erzeugtem Strom geschieht, kann die gesamte folgende Kette eine CO2-freie Strom- und Wärmeerzeugung leisten.

Es folgt die Erzeugung von Methan aus Wasserstoff und Kohlendioxid mit Hilfe der Sabatier-Reaktion. Diese bereits seit längerem bekannte Reaktion hat Exytron durch einen neuen, an der Uni Rostock entwickelten Reaktor optimiert. Die bei der stark exothermen Reaktion von Wasserstoff und Kohlendioxid zu Methan entstehende Wärme wird abgeleitet und im System gespeichert.

Im nächsten Schritt wird das erzeugte Methan in einem Blockheizkraftwerk verbrannt – und zwar in reinem Sauerstoff. Dadurch ist das bei der Verbrennung entstehende Kohlendioxid besonders rein. Dieses wird dann an dem Punkt der Verfahrenskette zurückgeführt, wo das Methan erzeugt wird. Das Blockheizkraftwerk kann ein Haus oder Quartier gleichzeitig mit Strom und Wärme versorgen.

Über ein Nahwärmenetz sowie ein eigenes Stromnetz können auch die Hotelgebäude mit Energie beliefert werden, so der Plan. In weiteren Schritten soll in den kommenden Jahren das gesamte Areal über erneuerbare Energien versorgt und ein sauberes und nachhaltiges Natur- und Freizeitgebiet entstehen. Durch direkten Eigenverbrauch der selbst erzeugten Energie sowie Nutzung der entstehenden Wärme erreiche das System von Exytron einen Nutzungsgrad von bis zu 90 Prozent, teilt das Unternehmen mit.

In einem Pilotprojekt in Augsburg soll demnächst ein Mehrfamilienhaus mit der Technologie von Exytron geheizt werden. Dadurch ist gegenüber der jetzigen Heizung die Reduktion von CO2-Emissionen und Stickoxiden um mehr als 70 Prozent geplant, teilt der Bundesverband Energiespeicher mit. Mit der Exytron-Technologie werde gleichzeitig eine teure Komplettsanierung mit umfangreichen Dämmmaßnahmen vermieden. Die Vorgaben der Energieeinsparverordnung werden durch die innovative Energieversorgung auch so erreicht. Quelle: Exytron / BVES / sue

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Schweiz könnte beim Holzbau Vorbild sein

4. Oktober 2017 - 7:00

In der Schweiz gab es von Anfang an viel Unterstützung von Bundesseite bei Programmen zur Förderung innovativer Projekte. Zusätzlich konnte der Bund gesetzlich verpflichtet werden, vermehrt mit Holz zu bauen und dadurch als Vorbild für andere Bauherren zu wirken, berichtete Christoph Starck von Lignum.

Dass es in Deutschland noch an vielen Stellen beim mehrgeschossigen Holzbau hakt, würden die Forschungsergebnisse der Verbundprojekte "Leanwood" und "THG-Holzbau" zeigen, teilte die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe nach dem Treffen der AG mit. Ob bei der Ausbildung von Holzbau-Ingenieuren, bei Bauvorschriften und Vergaberichtlinien oder bei der mangelnden Standardisierungen im Holzbau: Die Hemmnisse seien oft stark miteinander verwoben und erforderten die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Akteure.

Einen Einblick in die Praxis gab Heiko Seen von der Holzunion, einem Verbund fünf mittelständischer Holzbau-Unternehmer. Seen kritisierte, dass selbst erfahrene und fähige Betriebe im Tagesgeschäft immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen, wenn es um den mehrgeschossigen Holzbau geht – schlicht, weil zeitgemäße Holzbaurichtlinien fehlen.

Um den Holzbau in Deutschland voranzubringen, hat die AG fünf Thementeams zu folgenden Schwerpunkten gebildet: Planungsprozesse, Standardisierungen, Bauvorschriften, Klima und Ressourcen sowie Fachinformation. Der AG-Vorsitzende Denny Ohnesorge ist zuversichtlich, bis zum Jahresende erste Maßnahmen zur Ausweitung des mehrgeschossigen Bauens mit Holz vorstellen zu können, sagte er zum Abschluss des Treffens. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte unter anderem mit diesem Ziel die Charta für Holz 2.0 herausgebracht. Quelle: FNR / sue

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Alte Balken bekommen neues Leben

3. Oktober 2017 - 7:00

Holz lässt sich nicht nur vielfältig einsetzen, sondern in Kaskaden auch mehrfach nutzen. Bisher geschieht diese allerdings erst ansatzweise, auch wenn es in neuen Konzepten wie der "Charta für Holz" angedacht ist. In einigen EU-Ländern wie Frankreich landet Holz sogar immer noch auf der Deponie, berichtet das Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI. In Deutschland sei dies verboten. Hier wird gebrauchtes Holz meist für die Energieerzeugung verwendet, ohne es vorher als Baumaterial oder für andere Zwecke einzusetzen.

Upcycling statt Downcycling

Sinnvoller wäre es, Gebrauchtholz mehrfach wiederzuverwerten. Diesen Ansatz verfolgen die Partner des EU-Projekts CaReWood (Cascading Recovered Wood). 15 Projektpartner aus fünf Ländern wollen den Rohstoff in einer Kaskadennutzung als Massivholz werterhaltend aufarbeiten und so zu einer besseren Ressourceneffizienz beitragen.

Beim Gebäuderückbau fallen große Mengen Bauholz in hervorragender Qualität an, die sich prinzipiell recyceln lassen. "Dies trifft auch auf Althölzer zu, die oberflächlich mit Holzschutzmitteln behandelt wurden, wie wir bei unseren Tests feststellen konnten", sagt Peter Meinlschmidt, Wissenschaftler am WKI. Es gelte aber, Techniken zur Wiederverwertung von Gebrauchtholz zu entwickeln.

Aufgabe des Physikers und seiner Kollegen war es, Messtechniken für das Erkennen von Kontaminationen im Holz zu finden und Verfahren zur Oberflächenreinigung zu schaffen. Denn viele Hölzer gelten nach der Altholzverordnung als potenziell belastet. Sie enthalten entweder Kunststoffe wie PVC oder schwermetallhaltige Farben wie Bleiweiß auf der Oberfläche oder Holzschutzmittel wie DDT und PCB im Inneren und müssen daher verbrannt werden. "Selbst in diesem oberflächlich kontaminierten Material befindet sich aber eine nicht unbeträchtliche Menge verwertbaren Holzes, das es durch adäquate Trenn- und Sortierverfahren zurückzugewinnen gilt", sagt Meinlschmidt.

Wenige Millimeter abhobeln reicht

Per Röntgenfluoreszenz, LIBS (Laser Induced Breakdown Spectroscopy), der GC-Faims-Technik (Gas Chromatography-Field Asymmetric Ion Mobility Spectrometry) und der Nahinfrarotspektroskopie stellen die Wissenschaftler fest, ob Hölzer kontaminiert sind, wie tief die Verunreinigungen sitzen und wieviele der Deckschichten abgetragen werden müssen. Die beiden erstgenannten Verfahren eignen sich zum Detektieren von Schwermetallen. Mithilfe der beiden letztgenannten Methoden wiederum werden organische Holzschutzmittel aufgespürt.

Das Ergebnis der Untersuchungen: "Wenn man die Deckschichten wenige Millimeter tief abtrennt, so ist das ausreichend. Unabhängig von der Holzart und unabhängig davon, ob Holzschutzmittel, Kunststoffe oder Lacke eingesetzt wurden, ist das Holz dann frei von unerwünschten Stoffen", sagt der Forscher. Auch die Querzug- sowie die Biegefestigkeit prüften die Wissenschaftler, um die mechanische Stabilität des unter den Deckschichten liegenden Rohstoffs zu ermitteln.

Zum Reinigen der Oberflächen wandten die Forscher unterschiedliche Verfahren an: Neben dem Abbürsten mit rotierenden Bürsten und dem Sandstrahlen mit diversen Strahlenmitteln wurde das Absägen und Abhobeln eingesetzt.

Für die Tests nutzten die Forscher am Fraunhofer WKI Paletten sowie Altfensterrahmen. "Für den Upcycling-Gedanken spricht auch, dass Altholz qualitativ oftmals von besserer Qualität mit besseren mechanischen Stabilitäten ist, da Baumbestände früher langsamer gewachsen sind als in den letzten Jahrzehnten angepflanzte Wälder", sagt der Physiker.

Mit CaReWood leisten die Projektpartner darüber hinaus einen Beitrag zum Umweltschutz. "Wälder werden europaweit wieder vermehrt abgeholzt, Primärholz ist in Europa im Rückgang begriffen. Deutschland ist hier allerdings eine Ausnahme. In früheren Jahrzehnten gepflanzte Nadelholzwälder werden wieder sich selbst überlassen – in der Hoffnung, dass sich die ursprünglich hierzulande heimische Buche wieder ausbreitet, die besser an Klimaschwankungen angepasst ist", weiß Meinlschmidt.

Altholzverordnung wird derzeit überarbeitet

Den Umweltschutzgedanken umsetzen konnten der Physiker und seine Kollegen bereits in Myanmar: Dort unterstützten die Forscher Restauratoren beim Recyceln der weltweit längsten Teakholz-Brücke, der U-Bein-Brücke, deren tragende Balken derzeit sukzessive ersetzt werden. Die über 1000 Pfähle wurden schon einmal recycelt – sie stammen aus einem ehemaligen Königspalast. Jetzt bleiben die alten, teils zehn Meter langen Stämme, im Ganzen erhalten und werden als Handgeländer oder zu Sitzbänken für den 1,2 Kilometer langen Fußgängerübergang genutzt.

Meinlschmidt ist zuversichtlich, dass Gebrauchtholz künftig auch in Deutschland verstärkt wiederverwertet wird und nicht auf kürzestem Weg in die Verbrennung wandert. Der Grund: Die Altholzverordnung wird derzeit überarbeitet und voraussichtlich 2018 in Kraft treten. Das Update sieht einen Vorrang der stofflichen vor einer energetischen Verwertung vor – ganz im Sinne der CaReWood-Projektpartner. WKI / sue

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Politik soll Holzenergie fördern

2. Oktober 2017 - 7:01

Mit mehr als 36 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten wurden 2014 mehr als zehn Prozent der Einsparungen von Treibhausgasen in Deutschlands mit der energetischen Nutzung von Holz erzielt, teilt der Fachverband Holzenergie (FVH) mit. Wenn die Ziele des Paris-Abkommens erreicht werden sollten, müsse auch im Wärmemarkt eine echte Energiewende stattfinden – ohne den Energieträger Holz werde das nicht gelingen, heißt es in der Würzburger Erklärung. Kein anderer erneuerbarer Energieträger könne, gerade in den Sektoren Gewerbe und Industrie, die enormen Mengen an Prozessenergie dauerhaft, kostengünstig und klimaneutral bereitstellen.

Um dieses Potenzial für Wirtschaftswachstum, Klimaschutz und ländliche Entwicklung zu heben, müsse aber an zahlreichen Stellschrauben gedreht werden, fordert der Verband. Das habe nicht zuletzt die erste Ausschreibung für Biomasse gezeigt.

Die Ausschreibung war im September mit geringer Beteiligung und relativ niedrigen Zuschlägen zu Ende gegangen, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energie. Die Bundesnetzagentur hatte 27,6 Megawatt Leistung zugeschlagen, die sich auf 24 Bieter verteilen. Ausgeschrieben waren 122 Megawatt. Damit blieb ein Großteil des Ausschreibungsvolumens ungenutzt. "Gerade hier ist der Bedarf nach grundsätzlichen Verbesserungen des Marktumfeldes für Holzenergieanlagen offenkundig geworden", stellte Artur Auernhammer (CSU), frisch wiedergewähltes Mitglied des Bundestages und Vorstandsvorsitzender des BBE, während des Kongresses fest.

Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie für mittelgroße Feuerungsanlagen werden auch die Emissionsvorschriften in Deutschland überarbeitet, teilt der Verband weiter mit. Hier müsse die Branche voranschreiten und ihre Emissionen nach dem Stand der Technik reduzieren. Gleichzeitig appellierte der FVH aber erneut an den Gesetzgeber, die neuen Grenzwerte mit Augenmaß an das technisch und wirtschaftlich Machbare auszurichten.

Grundsätzlich begrüßten die Teilnehmer die bevorstehende Einführung verbindlicher Nachhaltigkeitskriterien für die Strom- und Wärmeerzeugung in der EU. Nach Meinung des FVH besteht kein Zweifel an dem niedrigen Nachhaltigkeitsrisiko des deutschen Holzenergiemarktes. Mit objektiven und EU-einheitlichen Standards müssten sich dann jedoch auch andere Mitgliedsstaaten, die auf Importe von Holzbrennstoffen zum Beispiel aus Übersee setzten, an klaren Leitplanken messen lassen. Wichtig sei ein zügiger und rationaler Konsens in den Verhandlungen der EU, um Planungssicherheit für künftige Investitionen zu schaffen.

Leider werde aber versucht, Waldholz über die Erneuerbare-Energien-Richtlinie pauschal von der energetischen Nutzung auszuschließen. Dadurch werde aber der Wald kein bisschen nachhaltiger bewirtschaftet, sondern über Verdrängungseffekte der Druck auf Umwelt und Natur in anderen Regionen – oder auf andere Holzqualitäten – nur verstärkt. Ob das im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes sei, bezweifelt Auernhammer. Eingriffe in die gut funktionierende nachhaltige Waldbewirtschaftung in Europa lehnt der FVH daher strikt ab. Quelle: FVH / sue

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EU-Kommission lanciert Level(s)

2. Oktober 2017 - 7:00

Kommissar Karmenu Vella, zuständig für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, erklärte: "Level(s) kann zur Entwicklung einer nachhaltig bebauten Umwelt in ganz Europa beitragen und den Übergang zur Kreislaufwirtschaft fördern. Dies ist ein bedeutender Schritt hin zu einem ressourceneffizienteren und wettbewerbsfähigeren Bausektor in Europa."

Level(s) ist das Ergebnis einer Konsultation mit der Branche und dem öffentlichen Sektor. Es stellt Indikatoren für Bereiche wie Treibhausgasemissionen, Ressourcen- und Wassereffizienz sowie Gesundheit und Wohlbefinden in den Mittelpunkt. Ziel sei die Schaffung einer gemeinsamen Sprache zum nachhaltigen Bauen, erklärt die EU-Kommission.

Das Werkzeug enthält gemeinsame Maßeinheiten und Grundberechnungsmethoden, die von Baufachleuten oder in Gebäudebewertungsprogrammen, Berichtsinstrumenten für Investoren und Initiativen der öffentlichen Hand verwendet werden können. Öffentlich zugänglich wird es erst in zwei Jahren sein, Interessenten können sich auf der Website aber als Tester anmelden. Die Europäische Kommission wird technische Unterstützung für diejenigen anbieten, die alle sechs oder einzelne Teile von Level(s) anwenden.

Die sechs Bereiche sind:

 

  • Treibhausgasemissionen während des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes
  • ressourceneffiziente Stoffkreisläufe
  • effiziente Nutzung der Wasserressourcen,
  • gesunde und das Wohlbefinden fördernde Räume,
  • Anpassung an den Klimawandel und Klimaresilienz,
  • Lebenszykluskosten und -wert eines Gebäudes

Jeder Indikator von Level(s) verknüpft die Auswirkungen eines Gebäudes mit den EU-Prioritäten für die Kreislaufwirtschaft. Das Werkzeug soll die Baubranche darauf ausrichten, mehr UN-Nachhaltigkeitsziele zu verwirklichen.

Level(s) ist geeignet für:

  • Bauträger und Investoren
  • Planungsteams (Architekten, Ingenieure, Massenberechner)
  • Bauunternehmen und -auftragnehmer
  • Anlagenverwalter
  • Vermögensverwalter
  • Gebäudenutzer (Haushalte oder Organisationen)

Ihnen soll das Programm helfen, Schlüsselbereiche für eine bessere Umweltleistung von Gebäuden zu ermitteln. Die Indikatoren können auf verschiedenen Stufen eines Bauprojekts (Planung, Fertigstellung, Inbetriebnahme und nach dem Bezug) angewendet werden. Das Programm kann auch für einen Vergleich von Gebäudeleistungen zwischen verschiedenen Portfolios und Standorten eingesetzt werden.

Den quelloffene Bewertungsrahmen hat die Europäischen Kommission in enger Zusammenarbeit mit wichtigen Akteuren wie Skanska, Saint-Gobain, Sustainable Building Alliance und Green Building Council entwickelt.

Zur Unterstützung der Pilotphase wurden zwei technische Orientierungsberichte veröffentlicht. Der erste enthält eine Einführung in Level(s) und erläutert, wie es funktioniert. Der zweite enthält detaillierte Anleitungen für Leistungsbewertungen. Für Organisationen, die Level(s) testen wollen, veranstaltet die Kommission am 4. Dezember 2017 in Brüssel einen Pilotworkshop, für den man sich per E-Mail anmelden kann. Quelle: EU-Kommission / sue

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Wärmepumpen können Quartiere heizen

1. Oktober 2017 - 7:00

So können beispielsweise eng bebaute Siedlungen regenerative Wärme nutzen, ohne auf jedem einzelnen Grundstück eine Wärmequelle erschließen zu müssen. Auf der diesjährigen internationalen Wärmetagung mit dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) aus Deutschland, dem Verband Wärmepumpe Austria und der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz fachsimpelten mehr als 80 Experten aus Politik, Industrie, Verwaltung und Handwerk über die Großwärmepumpen und Nahwärmenetzen sowie über realisierte Projekte.

"Gerade Kommunen, Projektentwickler, Stadtwerke und andere Energieversorger haben bei der Errichtung oder Modernisierung von Quartieren und Siedlungen die Chance, den Klimaschutz massiv voranzutreiben – und ganz nebenbei zukunftsfähige Geschäftsmodelle mit langfristigen Kundenbeziehungen zu etablieren", sagte Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP auf der Veranstaltung.

Klassische oder kalte Nahwärme

Für Wärmepumpenlösungen in Siedlungen und Quartieren gibt vor allem zwei Möglichkeiten: Bei der klassischen Nahwärme wird die gewonnene Wärme mittels Großwärmepumpe zentral auf das benötigte Temperaturniveau gehoben und dann per Übergabestationen in die Heizsysteme der Häuser eingespeist. Die Temperaturen im Nahwärmenetz sind daher entsprechend hoch. Bei dieser Lösung steht im Gebäude selbst keine Wärmepumpe.

Eine Alternative ist die sogenannte kalte Nahwärme. Dabei wird Wärme aus den verschiedensten Quellen in ein Netz gespeist und erst im Gebäude von einer Wärmepumpe auf das benötigte Temperaturniveau gebracht. Die Wärmepumpe ersetzt bei diesem Konzept die Übergabestation. So können die Systemtemperaturen des Netzes niedrig gehalten werden. Das vermeidet Wärmeverluste und stellt eine hohe Systemeffizienz sicher. In einigen Stadtbezirken werden auf diese Weise auch Neubaugebiete mit Bestandsquartieren verknüpft.

Die Zahl möglicher Wärmequellen für so eine Lösung ist groß: Erdwärme, gewonnen durch Sonden oder Kollektoren, Grundwasser, das über Brunnen nutzbar gemacht wird, Abwärme von Kühlanlagen, Industriebetrieben oder Rechenzentren, Abwasser, das mit konstant hohen Temperaturen durch die Kanalisation fließt, Solarthermie, etwa große Freiflächenanlagen und Bioenergie- oder KWK-Anlagen.

Zahlreiche Referenzprojekte zeigen, dass der Kombination unterschiedlicher Wärmequellen (Erdwärme, Grundwasser, Abwärme) und der Einbindung weiterer Energie- und Wärmeerzeuger (KWK, PV, Solarthermie) kaum Grenzen gesetzt sind.

Förderung für nachhaltige Wärmenetze

Mit der Förderung von "Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0" gibt es seit dem Juli 2017 erstmals eine systemische Förderung im Bereich der Wärmeinfrastruktur. Damit sollen zukunftsfähige Wärmenetzsysteme gefördert werden, die den langfristigen Zielen der Energiewende besonders entsprechen. Gefördert werden sowohl Machbarkeitsstudien als auch die Realisierung konkreter Projekte, informiert der Bundesverband. Dabei kann es sich sowohl um den Neubau eines Netzes als auch um die Transformation bestehender (Teil-)Netze handeln. Die zuständige Behörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Die aktuelle BWP-Broschüre mit Referenzprojekten für Siedlungs- und Quartierslösungen gibt es auf Anfrage mit einer Mail an presse@waermepumpe.de. Quelle: BWP / sue

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Kone gewinnt Ökovision-Award

29. September 2017 - 7:00

Ein Beispiel für die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz der Produkte von Kone ist der Aufzugtyp Monospace, der sich nach Angaben des Unternehmens sowohl für Neubau- als auch für Modernisierungsprojekte eignet: Vergleicht man einen aktuellen Monospace mit seinem Pendant aus dem Jahr 2008, ist der Strombedarf um rund 70 Prozent gesunken. Dabei kommt der Einsatz von LED-Beleuchtung sowie moderner Antriebs- und Steuerungstechnik zum Tragen.

Der Ökovision Sustainability Leadership Award wurde in diesem Jahr anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Investmentfonds Ökovision der Ökoworld AG verliehen, zum zweiten Mal seit 2012. Dabei wurden neun Unternehmen aus der ganzen Welt ausgezeichnet, zu denen neben Kone unter anderem auch der schwedische Haushaltsgerätespezialist Electrolux, die japanische Eisenbahngesellschaft JR East und der Elektronikkonzern Philips gehören.

Dem Ökovision-Anlageausschuss zufolge dienen die ausgezeichneten Unternehmen als Vorbilder für umwelt- und sozialverträgliche Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle und setzen sich spürbar für die Schaffung einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft ein. "Tatsächlich denken auch viele Investoren mittlerweile um", teilt Ökovion mit: Vor allem fossile Energieträger würden mehr und mehr aus Portfolios verbannt. Stattdessen würden Investoren auf klimafreundliche Anlagen umschwenken. Quelle: Kone / sue

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Dämmung dämpft die Baupreise

29. September 2017 - 7:00

Demnach ist Anteil der Dämmkosten an den Gesamtkosten für energetische Maßnahmen zwischen 2000 und 2016 stetig gesunken ist: Von 20,8 Prozent für die Effizienzstandards der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 auf 13,7 Prozent für den Standard der heutigen EnEV 2016. Sie hat im Vergleich zur Wärmeschutzverordnung von 1995 zu zusätzlichen Baukosten von 182 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche geführt. Davon entfallen nur 25 Euro (13,7 Prozent) auf Dämmarbeiten.

Gleichzeitg sank der Energiebedarf stark: "Er ist heute gut 80 Prozent geringer als noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung beziehungsweise Energieeinsparverordnung im Jahr 1977", sagt Thomas Tenzler, Geschäftsführer des FMI.

Laut den Berechungen der Arge werden heute 54 Prozent der Gesamtkosten eines Bauwerks von den Ausbaukosten bestimmt. Diese Tendenz werde sich bei weiter steigenden energetischen Anforderungen fortsetzen. Besonders die Anlagentechnik nehme einen immer höheren Stellenwert ein.

Der Anteil der Rohbauarbeiten an den Baukosten ist dagegen gesunken: Von 53,7 Prozent im Jahr 2000 auf heute 45,4 Prozent. Zu den Rohbauarbeiten gehören neben Erd-, Maurer- und Zimmerarbeiten auch die Dämmmaßnahmen. Quelle: FMI / sue

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Richtlinie für Gebäudeeffizienz ist auf dem Weg

28. September 2017 - 7:00

Bei der ITRE-Sitzung am 11.Oktober soll der Kompromiss vorgestellt werden, den der zuständige Berichterstatter Bendt Bendtsen aus Dänemark mit den Schattenberichterstattern, den Vertretern der Parlamentsfraktionen, ausgehandelt haben soll. Offiziell bestätigt ist das aber noch nicht. Einige Passagen der Urfassung der EU-Kommission sollen jedoch noch etwas verstärkt worden sein.

Folgende Maßnahmen stehen im bekannten Entwurf der Richtlinie:

  • Die Mitgliedsstaaten werden die Finanzierung von Gebäudesanierungen mit intelligenten Finanzierungsinstrumenten unterstützen.
  • Es werden langfristige Strategien für die Sanierung des Gebäudestandes aufgestellt, die inhaltlich eng mit den nationalen Energie und Klimaplänen zusammenhängen, die laut der neuen Governance-Richtlinie aufgestellt werden müssen. Diese befindet sich ebenfalls gerade im parlamentarischen Prozess. Diese Strategien sollen auch die Energiearmut reduzieren.
  • Neubauten müssen gewisse Standards für den Energieverbrauch erfüllen und es soll klare Anforderungen für die Machbarkeitsstudien geben, die vor der Auftragserteilung für einen Neubau erstellt werden.
  • Eine Ladeinfrastruktur für Elektromobile muss in neuen Nicht-Wohngebäuden und in Betandsbauten installiert werden, die grungelegend saniert werden, wenn sie mehr als zehn Parkplätze haben. Jeder zehnte Parkplatz muss dann eine Ladeeinrichtung haben. Ab 2025 gilt das dann auch für alle Nicht-Wohngebäude. Die Mitgliedsstaaten dürfen aber Ausnahmen für kleine und mittlere Unternehmen machen.
  • Es wird ein Intelligenzindikator geschaffen, der anzeigt, wie weit ein Gebäude Energie speichern, seinen Verbrauch an das Dargebot von Energie anpassen kann und in Quartiere sinnvoll eingebunden ist. Dieser Indikator wird neuen Mietern zusammen mit dem Energieverbrauch mitgeteil.
  • Die Mitgliedsstaaten sollen neue finanzielle Instrumente entwickeln, mit denen Energieeffizienz belohnt wird.
  • Für öffentliche Gebäude soll es mehr Transparenz beim Energieverbrauch geben, indem eine Datenbank für alle Stockwerke angelegt wird, die regelmäßig frequentiert werden und die größer als 250 Quadratmeter sind.
  • Es soll genauere Vorschriften für die regelmäßige Kontrolle von Heizungen und Klimaanlagen geben.
  • Nichtwohngebäude mit einem jährlichen Primärenergieverbrauch von mehr als 250 Megawattstunden sollen mit Systemen für die Gebäudeautomatisierung und -steuerung ausgerüstet werden.
  • Die Initiative "Intelligente Finanzierung für intelligente Gebäude" soll zur Mobilisierung privater und öffentlicher Investitionen beitragen. Die Mittel sollen aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen und dem Europäischen Struktur- und Investitionsfonds kommen.
  • Über allem steht das Leitmotiv des ganzen Winterpakets: Energieeffizienz an erster Stelle.

Der Umweltausschuss hatte in seiner Stellungnahme vom 19. September besonderen Wert gelegt auf eine gesunde Wohnumgebung und den Ausbau der Elektromobilität: Nicht jeder zehnte, sondern jeder dritte Parkplatz in neuen Gebäuden soll nach Ansicht des Ausschusses einen Ladepunkt haben. Außerdem wurde ein Paragraph zum hydraulischen Abgleich ergänzt.

Nach der Abstimmung im ITRE muss das Parlament dann dessen Version zustimmen. Danach werden weitere Verhandlungen zwischen dem Parlament, dem Energieministerrat und der Kommission über die Richtlinie folgen. Die Verhandlungen werden voraussichtlich im November oder Dezember beginnen.

Die erste Gebäudeenergierichtlinie stammt aus dem Jahr 2002 und wurde 2010 novelliert. Der Energieausweis für Gebäude und das Leitbild des nearly Zero-Energy Building (nZEB) stammt aus dieser zweiten Fassung.

Die Neuauflage der Richtlinie ist Teil eines Pakets von insgesamt acht Verordnungen und Richtlinien, das bis 2018 verabschiedet sein soll. Denn 2019 finden wieder Wahlen zum Europaparlament statt. Alle Gesetzesvorhaben, die bis dahin nicht beschlossen sind, verfallen. Nach Inkrafttreten der Richtlinie hätten die Mitgliedsstaaten ein Jahr Zeit zur Umsetzung in nationales Recht

Dabei gibt es gewisse Spielräume. In Deutschland wird bereits seit längerem darüber gestritten, was unter einem "nearly Zero Energy Building" zu verstehen ist. Es ist das Leitbild für die Bestimmungen in der Richtlinie. Die Grünen und die Linke verstehen darunter ein KfW-40-Gebäude (40 Prozent des Energieverbrauchs der aktuellen Energieeinsparverordnung). Die SPD hat sich in einer Antwort auf die Wahlprüfsteine des TGA-Repräsentanz Berlin für die nicht so weitgehende Variante eines KfW-55-Gebäudes ausgeprochen.

Die Deutsche ‎ Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) schaut genau auf die Entwicklung in Brüssel. Auf Anfrage sagte Henning Ellermann, Experte für Energieeffizienz in Gebäuden bei der Deneff: "Die Unternehmen der Energieeffizienzbranche würden es begrüßen, wenn es bald Planungssicherheit gibt und sich die EU-Gebäudepolitik auch weiterhin am Leitbild eines Gebäudes mit einem Energiebedarf nahe Null ausrichtet."

Es gibt aber auch Befürchtungen, von den Anfordernissen der Richtlinie überfordert zu werden: "Eine kontinuierliche Verschärfung der Standards verursacht hohe finanzielle Aufwendungen, trägt allerdings nur noch in geringem Maße zusätzlich zu Energieeinsparung bei", sagte der Geschäfstführer des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, Chriszian Lieberknecht, anlässlich eines parlamentarischen Frühstücks in Brüssel.

Die laufende Novelle der Gebäuderichtlinie biete jedoch auch Chancen, den Beitrag des Gebäudesektors zum Klimaschutz zu stärken, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. "Dabei darf es aber nicht mehr nur um die Anforderungen an die Gebäudehülle gehen – auch die Versorgung der Gebäude mit erneuerbaren Energien ist ein wichtiges Element." von Susanne Ehlerding

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EU prüft Ökodesign für Solarpanele

28. September 2017 - 7:00

"Die Untersuchungen werden sehr bald beginnen und etwa 18 bis 24 Monate dauern", sagte Robert Nuij, Teamleiter für Ökodesign bei der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission. Dass diese Produktgruppe untersucht wird, ist Teil des Arbeitsplans der EU für die Ökodesign-Richtlinie. Am Ende könne die Entscheidung stehen, dass die Aufnahme von Solarpanelen und Wechselrichtern in die Richtlinie keinen Sinn macht, sagt Nuij. Etwa weil die mögliche Energieersparnis zu gering ist.

Fällt die Entscheidung positiv aus, würden Konsultationen mit den Interessengruppen aus der Solarindustrie folgen, bei denen die Anforderungen an die Geräte entworfen werden, beschreibt Nuij das Prozedere. Danach stünden Konsultationen mit der Welthandelsorganisation an, denn die Ökodesign-Richtlinie gilt auch für alle Produkte, die in die EU importiert werden.

Danach können die Hersteller auch noch freiwillige Vereinbarungen treffen. Oder die EU beschließt formal die Anwendung der Ökodesign-Richtlinie.

Erst kürzlich hatte die EU die Neuordnung des Energieeffizienzlabels beschlossen. Grund war, dass die derzeitige Kennzeichnung mit der besten Energieeffizienzklasse A+++ an ihre Grenzen stieß. Künftig sollen die besten Produkte ihrer Klasse bei B beginnen. Bei Produktgruppen, in denen mit einem schnellen technischen Fortschritt zu rechnen ist, soll es sogar die Klasse C sein.

Mit der Neuetikettierung ist aber erst 2019 und nur für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Fernseher sowie Leuchtmittel zu rechnen, schätzt Nuij. So lange wird der Abschluss des gesetzgeberischen Verfahrens in der EU noch dauern. Nach Inkrafttreten haben die Händler dann aber nur zwei Wochen Zeit, die neuen Label aufzukleben.

Für Heizungen gilt die Neuregelung erst 2026. sue

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