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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 13 Minuten 32 Sekunden

Laibungselement vereinfacht Brandschutz

26. Juni 2018 - 7:36

Neben der Version mit einer hochdämmenden XPS-Platte gibt es jetzt auch eine nichtbrennbare Variante des Dämmelements mit Mineralwolle. So können nun auch Objekte effizient gedämmt werden, bei denen Nichtbrennbarkeit gefordert ist.

Zum System gehört auch das Putzabschlussprofil "Pronto S-100/S-300", das für den Übergang zur Flächenarmierung im Sturzbereich mit einer Tropfkante ausgestattet ist. Dadurch ist der Sturz sauber ausgebildet und Regenwasser läuft sicher ab. Mit dem weiteren Zubehör "StoElement Pronto K-100/K-300" entsteht an Brüstungen rationell eine zweite, sichere Dichtebene. Die Keilplatte mit wasserdichter Oberflächenbeschichtung ist mit 2,5 oder 5 Grad Neigung verfügbar. Gelangt Wasser (zum Beispiel durch eine undichte Fensterbank) auf die zweite Dichtebene, wird es so sicher nach außen abgeleitet.

Kommt die Dämmplatte nicht maßgefertigt auf die Baustelle, wird sie dort mit dem Cuttermesser zugeschnitten und anschließend in das Anschlussprofil eingeschoben und verklebt. Eine durchgehende Klebewulst  stellt die Dichtigkeit zwischen Anschlussprofil und Laibungslement her. Quelle: Sto / pgl

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Wohnungsverband will andere Gebäudewende

26. Juni 2018 - 7:00

Weniger dick dämmen, dafür mehr Haustechnik, die mit erneuerbar erzeugtem Strom arbeitet. In einem großen Projekt hat die Wohnungsbaugenossenschaft Märkische Scholle in Berlin-Lichterfelde gezeigt, wie Gebäudesanierungen effizienter als bisher ausfallen könnten. Die Vorteile sind in der Studie "Energiewende. Irrtümer aufbrechen, Wege aufzeigen" beschrieben. Sie wurde vergangene Woche in Berlin vorstellt

Treibende Kraft hinter der Studie ist der Architekt Taco Holthuizen. 450 Wohnungen sind nach seinen Plänen in Lichterfelde saniert worden, noch einmal so viele sollen folgen. Geheizt wird mit Wärmepumpen, die zum großen Teil mit erneuerbarem Strom vom eigenen Dach betrieben werden. Außerdem ziehen sie Wärme aus dem Erdreich. Das liefert 40 Prozent der Energie. Solarthermie auf dem Dach erzeugt ebenfalls Warmwasser und liefert 30 Prozent der Gesamtenergieverbrauchs. Lüftungsanlagen in den Wohnungen entziehen der Luft die Wärme und speisen sie in den Heizkreislauf zurück. Das bringt noch einmal 30 Prozent. Warmwasserspeicher in den Kellern und im Erdreich puffern die Energie.

Energieströme optimal gesteuert

Das Herzstück der Sanierung ist eine Steuerungsanlage, die für die optimale Regelung der Energieströme sorgt. Hier haben die Märkische Scholle und Holthuizen dazugelernt: Während sie anfangs in jeden Block eine Steuerung gebaut haben, versorgt in einem späteren Bauabschnitt eine Anlage fünf Blocks.

An den Verbrauchsdaten der schon fertiggestellten Wohnungen lässt sich zeigen: Ihr Energieverbrauch ist um 96 Prozent gesunken, berichtete Holthuizen bei der Vorstellung der Studie. Die kleine Siedlung erreicht Werte von 25 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Das ist heute schon besser als der Standard, der bis 2050 in jedem Gebäude erreicht werden soll, nämlich 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter, sagt Holthuizen.

Viel hilft nicht viel

Der Architekt ärgert sich besonders über die "Fehlanreize", die mit den Fördervorschriften der KfW gesetzt würden: Um die Förderung zu erhalten, müssten Dämmstärken eingehalten werden, die nur noch einen geringen Grenznutzen hätten. Der BBU kritisiert: "Ab einer Dämmdicke von acht Zentimetern führt jeder weitere Zentimeter Materialaufwand nur noch zu einer exponentiell abnehmenden Einsparung beim Heizwärmebedarf, während der Kosten-, Ressourcen- und Primärenergieaufwand des Materials linear zunimmt. Die Folge sind explodierende Baukosten bei allenfalls noch minimalen Einsparergebnissen",. Trotzdem sei die Dämmdicke nach wie vor die wesentliche Stellgröße innerhalb der deutschen Fördersystematik.

Um in den Genuss einer KfW-Förderung zu kommen, hat auch die Märkische Scholle stärker gedämmt, als sie es selbst für richtig hielt: Zehn Zentimeter hätten für die Behaglichkeit gereicht, 14 Zentimeter wurden aufgebracht, bis zu 24 Zentimeter verlangen KfW-Standards.

Annähernd warmmietenneutral

Die "graue" Energie in den Dämmungen, also der Energieaufwand bei der Herstellung, müsse in die Gesamtbilanz einbezogen werden, fordert BBU auf der Grundlage von Erfahrungen der Märkischen Scholle deshalb. Dem BBU geht es aber nicht nur um eine effiziente, sondern auch um eine bezahlbare Energiewende im Gebäudesektor. Ganz umsonst sind die Maßnahmen aber auch für die Mieter der Märkischen Scholle nicht. Nach der Sanierung – die Wohnungen wurden komplett mit neuen Bädern und Fenstern ausgestattet – zahlen die Mieter 1,90 Euro pro Quadratmeter mehr. Die Betriebskosten für Energie sanken dafür um rund einen Euro, so dass am Ende etwa ein Euro Mietsteigerung pro Quadratmeter übrigbleibt, berichtet Jochen Icken vom Vorstand der Märkischen Scholle. Die Sanierung war also nicht ganz warmmietenneutral.

Auf dem freien Wohnungsmarkt wäre die Umlage allerdings noch höher gewesen. Die Märkische Scholle legte nur ein Drittel der gesetzlich erlaubten elf Prozent um, weil es sich bei den Mietern ja auch um Miteigentümer handelt. Im Koalitionsvertrag ist geregelt, dass Mieten nach Modernisierungen sechs Jahre lang um nicht mehr als drei Euro pro Quadratmeter steigen dürfen.

SPD-Politiker nimmt Anregung auf

Der SPD-Experte für Wohnungspolitik im Bundestag, Klaus Mindrup, will die Ergebnisse der Studie mitnehmen in die Beratungen um das neue Klimaschutzgesetz. Es soll 2019 beschreiben, wie die einzelnen Sektoren ihre Klimaziele für 2030 erreichen. Der Gebäudesektor muss die Emissionen gegenüber 1990 um 66 bis 67 Prozent mindern, steht im Klimaschutzplan 2050. Das entspricht einer absoluten Menge von 209 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Davon waren 2014 rund 119 Millionen Tonnen geschafft. Auch das geplante Gebäudeenergiegesetz – ein erster Vorschlag soll im September herauskommen – müsse stärker auf die Effizienz von Sanierungen eingehen, sagte Mindrup. von Susanne Ehlerding

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Fußbodenheizuungen gewinnen Marktanteile

25. Juni 2018 - 8:32

In den sechs Märkten dominieren die Warmwasser-Heizungssysteme (Nass-, Trockensysteme) mit einem Anteil von 84,5 Prozent. Mit einem Anteil von 69,2 Prozent nehmen dabei die Nasssysteme ganz klar die Pole-Position ein. Nasssysteme finden vor allem im Neubau Einsatz und profitieren in den kommenden Jahren daher besonders von der steigenden Bauaktivität in den untersuchten Ländern. Bis 2020 wird mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 5 Prozent gerechnet.

Trockensysteme werden vor allem im Renovierungsbereich eingesetzt und kommen in den nächsten Jahren auf ein durchschnittliches Wachstum von 2,9 Prozent.

Elektrische Systeme sind mit 14,5 Prozent insgesamt stark in der Unterzahl. Jedoch gibt es dabei Unterschiede in der Durchdringung. Während in Italien, Polen, Spanien die elektrischen Systeme aufgrund der Energiekosten keine Rolle spielen, sind sie in Märkten wie Deutschland und vor allem Frankreich gut etabliert.

Der stärkste Konsumentenmarkt sind Einfamilienhäuser mit einem Anteil von 46,2 Prozent. Nur in den Ländern Italien und Spanien sind Einfamilienhäuser aufgrund der schwachen Nachfrage privater Haushalte nicht an der Spitze.

Das Nicht-Wohnsegment ist vor allem in Polen von großer Bedeutung für den Fußbodenheizungsmarkt mit einem Anteil von 34,4 Prozent. Auch in den anderen Ländern gewinnt dieses Segment immer mehr an Bedeutung.

Die Marktkonzentration steigt konstant, wie die Studie zeigt. Die Top-Ten-Unternehmen besitzen einen Anteil von 37,3 Prozent. Die Top-Drei-Unternehmen kommen auf einen Anteil von 19,5 Prozent. Quelle: Interconnection Consulting / pgl

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Heizungswasser will gepflegt werden

25. Juni 2018 - 7:00

Über die verschiedenen Möglichkeiten, das Heizungswasser zu optimieren, klärt das Serviceportal www.intelligent-heizen.info auf. Demnach steht das Füll- beziehungsweise Heizungswasser in Wechselwirkung mit wichtigen Bestandteilen der Heizungsanlage. Damit sie optimal arbeitet, muss das Wasser in seiner chemischen Zusammensetzung besondere Eigenschaften besitzen.

Überschreitet das Wasser bestimmte Grenzwerte für Härte, Leitfähigkeit, pH-Wert oder Sauerstoffgehalt, wirkt sich das negativ auf den Heizkreislauf aus. Zu salziges Wasser fördert die Korrosion, während zu hartes die Verkalkung beschleunigt. Ein falscher pH-Wert kann sich ungünstig auf das verbaute Material auswirken und zu einem schnelleren Verschleiß führen.

Die vorgeschriebenen Werte für Heizungswasser sind in der sogenannten VDI-Richtlinie 2035 festgelegt. Wenn es die geforderten Werte nicht erreicht, gibt es verschiedene Methoden, um es aufzubereiten, zum Beispiel mithilfe zwischengeschalteter technischer Geräte wie Enthärtungsanlagen oder durch die Zugabe chemischer Mittel. Es ist dann von der Konditionierung des Heizungswassers die Rede. Inwieweit diese notwendig ist, hängt auch von dem Zustand der Anlage ab und sollte von einem Fachhandwerker geklärt werden.

Stickstoff und Sauerstoff aus der Luft im Heizungswasser können die Leistung der Heizungsanlage erheblich beeinträchtigen, denn Anlagenkomponenten wie Wärme- und Kälteerzeuger oder Pumpen und Regelventile reagieren sehr empfindlich auf Gasbestandteile. Sauerstoff fördert die Korrosion von Metall, und Stickstoff kann sich in der Heizungsanlage anreichern und die Zirkulation des Wassers stören.

Die Gase können durch unterschiedliche Methoden aus dem Wasserkreislauf entfernt werden. Automatische Entlüfter führen überflüssige Gase nach außen ab. Um feine Gasbläschen, die sich im Wasser ansammeln, abzutransportieren, kommen sogenannte Mikroblasenabscheider zum Einsatz. Bei größeren Gasblasen haben sich Druckstufenentgaser bewährt.

Wer sein Heizungswasser entgast, kann die Effizienz des Heizsystems nachhaltig verbessern und in einem Einfamilienhaus eine Steigerung um bis zu 6,5 Prozent erzielen. Für das Optimieren des Heizungswassers und das Entgasen sind staatliche Zuschüsse möglich. Allerdings nur, wenn der Fachhandwerker gleichzeitig eine weitere Optimierungsmaßnahme, zum Beispiel einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage, durchführt. Quelle: Intelligent heizen / sue

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Index zur Gebäudesanierung bricht im Mai deutlich ein

22. Juni 2018 - 8:44

Gegenüber dem Vormonat ging das Interesse in allen drei Segmenten deutlich zurück. Am stabilsten blieb es bei Heizungen mit einem Wert von 145 (April 2018: 182). Bei Dach und Dämmung gab es deutichere Einbrüche mit Werten von 138 (Apri 2018: 247) und 95 für Fenster (April 2018: 206).

Im Vergleich zum Vorjahres-Mai sind die Daten aber nicht so alarmierend. Im Mai 2017 waren es nach einem schwachen Frühjahr bei Heizungen 118, bei Dämmung und Fassade ebenfalls 118, bei Fenstern bei 137.

Der Sanierungsindex DESAX zeigt, wie hoch das Interesse der Online-Community an Sanierungsprojekten ist. Er basiert auf einer Auswertung von Anfragen, die bei der DAA eingehen. Basisjahr ist 2012. Der DESAX wird gemeinsam von EnBauSa.de und Dämmen und Sanieren herausgegeben. pgl

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PV-Umsatz zieht in Deutschland 2018 deutlich an

22. Juni 2018 - 8:00

"Wir haben den Turnaround bei der Nachfrage geschafft", zog Körnig bereits zu Messebeginn eine positive Bilanz. Betrug das Plus 2017 bereits 13 Prozent, sollen es 2018 im Vergleich zum Vorjahr zwischen 30 und 50 Prozent mehr Kapazität werden. Über 67.000 neue Anlagen gingen 2017 in Betrieb. Die Bundesnetzagentur verzeichne ein gutes Wachstum in allen Bereichen, sowohl bei Kraftwerken als auch bei Anlagen auf Einfamilienhäusern, erklärte Körnig. Noch ist die Branche allerdings weit von ihren besten Zeiten entfernt. Aber immerhin es gelungen, nach zwei sehr schwachen Jahren 2015 und 2016 den Trend umzudrehen. Für den globalen PV-Markt gibt es ohnehin nur die Richtung aufwärts, 100 Gigawatt sollen 2018 neu dazukommen.

Die Kosten für Solarstrom bezifferte Körnig für Deutschland auf 10 Cent pro Kilowattstunde bei Aufdachanlagen und 5 Cent bei Solarkraftwerken. Damit sei man nicht nur auf Augenhöhe mit konventionellen Kraftwerken, sondern mittlerweile auch mit Onshore-Windkraft, vermeldete der Branchenchef stolz.

Nicht nur die Preise für die Module sind in den vergangenen Jahren stark gesunken, auch die Batteriepreise haben sich deutlich nach unten bewegt. Jede zweite neue Anlage geht mittlerweile direkt mit einem Speichersystem in Betrieb. 35.000 bis 40.000 Systeme sind für 2018 anvisiert. Insgesamt waren bis Ende 2017 über 80.000 Batteriespeicher installiert, knapp die Hälfte davon KfW-gefördert. Nachrüstpotenzial gibt es vor allem bei denjenigen Anlagen, die keine Vergütung mehr für eingepeisten Strom erhalten. Für diese Haushalte wird der Eigenverbrauch spannend, viele beschäftigen sich mit der Frage, ob sie einen Speicher installieren sollen.

Das gilt auch für die künftigen Nutzer von Elektromobilen. Der BSW hat eine Umfrage unter Autofahrern in Auftrag gegeben. 90 Prozent der Befragten erklärten, dass sie bei gleichen Preisen solar erzeugtem Strom den Vorzug bei der Betankung geben würden. Nur ein Prozent wollte Kohle- oder Atomstrom tanken. Auch die EU setzt mit dem jüngst veröffentlichten Entwurf zur Gebäudeeffizienzrichtlinie Signale in Richtung E-Mobilität und fordert die Verbesserung der Ladeinfrastrukturen im Gebäudebereich.

Solarthermie ist auf der Solarleitmesse nur noch ein Nischenthema. Man bilde damit die Realität ab, so Messeorganisator Markus Elsässer lapidar. Körnig, dessen Verband auch Unternehmen aus der Solarthermie vertritt, räumte ein, dass man eine Leitmesse an den Kundenwünschen ausrichten müsse. Dass die Solarthermie eine so untergeordnete Rolle spiele, liege aber auch daran, dass sie von der Politik steifmütterlich behandelt werde. Eine direkte Nutzung der solaren Wärme sei zur Energiewende notwendig. Er sehe Potential vor allem bei Nah- und Fernwärme, "die Stadtwerke interessieren sich dafür, die Potentiale zu erschließen." 2017 wurden 78.000 neue solarthermische Systeme in Betrieb genommen und 400 Megawatt neue thermische Leistung installiert. Insgesamt beträgt die Kapazität solarthermischer Systeme damit 14,4 Gigawatt.

Beim Ausbau der PV sei die Politik weiter gefordert, der Zubau-Deckel von 2,5 Gigawatt pro Jahr müsse fallen. Dafür gebe es aber auch positive Anzeichen. Ob die vom Verband geforderten 10 Gigawatt durchsetzbar seien sei aber noch offen. von Pia Grund-Ludwig

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SAP-Gründer baut Klima Arena

22. Juni 2018 - 7:00

In der Klima Arena können sich Besucher über Klimawandel und die Energiewende informieren. Träger des Projekts ist die Klimastiftung für Bürger, die von der Dietmar Hopp Stiftung gegründet wurde. Dietmar Hopp ist einer der Gründer des Softwareunternehmens SAP. Neben der zentralen Ausstellungsfläche in der Klima Arena gibt es einen Natur- und Erholungsbereich in der Außenfläche. Die Eröffnung ist für September 2019 geplant. Eine Verbindung zur Umwelt Arena nahe Zürich besteht trotz des ähnlichen Namens nicht.

Auf dem 2,6 Hektar großen Gelände entsteht die Klima Arena als Plusenergiehaus mit einer Nutzfläche von 4000 Quadratmetern. Die Gesamtkosten einschließlich der Ausstellung betragen 39,7 Millionen Euro. Geheizt wird die Klima Arena mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe in Verbindung mit Luftkollektoren. Eine Solarthermie-Anlagen ist für die Erzeugung von Heizwasser für die Küche gedacht.

Zur Speicherung der Wärme aus den Luftkollektoren gibt es einen unterirdischer Eisspeicher. Das Eis wird auch für Kühlzwecke genutzt. Außerdem ist eine adiabatische Kühlung (Verdunstungskühlung) vorgesehen. Regenwasser wird in zwei Zisternen sowie in einem Retentionsbecken aufgefangen.

Drei Photovoltaikanlagen werden installiert: Auf dem Dach der Klima Arena mit einer Leistung von 120 Kilowatt peak, an der Fassade mit 99 Kilowatt peak und auf dem Parkdeck mit 110 Kilowatt peak. Für den Strom wird eine Speichertechnologie vorbereitet. Als Option sind ein Lithium-Batterien oder ein Redoxspeicher angedacht. Die Entscheidung darüber wird nach dem ersten Betriebsjahr auf der Grundlage der tatsächlichen Verbrauchswerte fallen. Quelle: Klima Arena / sue

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Wohnbauzahlen legen gegenüber 2017 leicht zu

21. Juni 2018 - 8:00

"Der leichte Anstieg der Baugenehmigungszahlen seit Beginn dieses Jahres ist erfreulich. Der rückläufige Trend der letzten Jahre scheint vorüber. Leider ist damit in der aktuellen Lage am Wohnungsmarkt noch nichts gewonnen", sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD und ergänzt: "Angesichts eines jährlichen Bedarfs von fast 400.000 Wohnungen bedeutet die leichte Erholung bei den Baugenehmigungszahlen noch keine Besserung. Insbesondere da Genehmigungen noch lange nicht mit Fertigstellungen gleichgesetzt werden können."

Schick verweist in diesem Zusammenhang auf die Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Bauüberhang. Seit 2008 ist die Differenz zwischen Baugenehmigungen und Fertigstellungen auf derzeit 653.300 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen gestiegen. "Aufgrund verschiedener Bauzeiten, Baukapazitäten und anderer Faktoren lässt sich diese Diskrepanz nur schwer im Detail deuten. Aber es wird deutlich, dass auf dem Weg von Genehmigung zu Fertigstellung deutliche Hürden bestehen. Jetzt gilt es den Wohngipfel gründlich vorzubereiten. Der IVD setzt sich deshalb dafür ein, dass auf dem Wohngipfel im Herbst konkrete Maßnahmen zur Beschleunigung von Baugenehmigungen und Bauverfahren beschlossen werden. Das muss jetzt äußerste Priorität haben, um den angespannten Wohnungsmarkt merklich zu entlasten." Quelle: IVD / pgl

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Kleinstadt bekommt netzneutrale "Neue Mitte"

21. Juni 2018 - 7:00

Das Energiekonzept will mit dem Einsatz unterschiedlicher Technologien Netzneutralität erreichen, also eine möglichst hohe Eigendeckung des Strombedarfs und Eigennutzung des erzeugten Stroms. Um der Entwicklung vom reinen Energieverbraucher zum Energieakteur Rechnung zu tragen, wurde dafür im Rahmen einer Forschungsarbeit an der Hochschule München der Begriff "Energie⊕“ eingeführt.

Bis dato ist etwa ein Fünftel des Projekts geschafft: Nach dem Abriss einer Gebäudezeile aus den 60er-Jahren begannen im Sommer 2017 die Bauarbeiten. Das siebenstöckige Wohn- und Geschäftshaus „Puls G“ ist der erste Meilenstein für den Bau des neuen Stadtzentrums, das innerhalb von fünf Jahren entstehen soll.

Die Energie für das Quartier wird eine Kombination aus Wärmepumpen mit Erdkollektor, Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerk liefern. Für Wärme, Kälte und Strom sind Energiespeicher vorgesehen. Hinzu kommen hybride Trinkwarmwasserbereiter in den Wohnungen. Mit Hilfe der Wärme-, Kälte- und Stromspeicher werden Erzeugung und Verbrauch entkoppelt. Je nach Bedarf und Verfügbarkeit erfolgt die Auswahl des Wärmeerzeugers unter Berücksichtigung saisonaler Schwankungen nach wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien.

Das Energiekonzept bietet auch einen Mehrwert für die Bewohner. Denn durch die Kombination von Fußbodenheizung und kontrollierter Wohnraumlüftung ergibt sich ein hoher Wohnkomfort.

Das Energiekonzept wurde im Rahmen des Forschungsprojekts +EQ-NET erarbeitet. Die Forscher nutzten dabei die Erfahrungen eines Vorläufervorhabens, der Entwicklung einer Plusenergie-Siedlung in Landshut. Dort entstand auf einer Industriebrache der Ludmilla-Wohnpark mit 180 Wohneinheiten. Die Erfahrungen aus dem Monitoring im Wohnpark fließen in das Projekt in Geretsried ein.

Dort soll ein saisonales Regelungskonzept die Komponenten nach Möglichkeit netzverträglich steuern und den Anteil der Hilfsenergie so gering wie möglich halten. Parallel zum Bau wird derzeit ein Monitoring-Konzept entwickelt, das das energetische Verhalten des Quartiers und seiner Bewohner detailliert bewerten wird. Dabei sollen die Messwerte zur Entwicklung eines Online-Tools für die Betriebsdiagnose und Betriebsoptimierung von Gebäuden genutzt und mit dem Tool „O-ViVE“ visualisiert werden.

Planung und Konzeption werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“ (EnEff:Stadt) gefördert. Quelle: Energiewendebauen / sue

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Klimaschutz-Plus hat wieder Mittel

20. Juni 2018 - 9:54

Das aktuelle Förderprogramm enthält einige Neuerungen. So wird es künftig eine Bonusförderung für die besonders effiziente Sanierung von Schulgebäuden geben. Des Weiteren wird die Summe der für Projekte an Schulen und Kindergärten vorgesehenen Mittel um 50 Prozent erhöht. Schließlich werden im neuen 'Klimaschutz-Plus' auch Beratungsangebote zur Abwärmenutzung und zu Blockheizkraftwerken in Wohngebäuden stärker bezuschusst als bisher.

Anträge können ab dem 15. Juni 2018 durchgehend bis 30. November 2019 gestellt werden. Wenn die Mittel in Höhe von 26 Millionen Euro ausgeschöpft sind, wird das Programm geschlossen. Es besteht aus den drei Säulen CO2-Minderungsprogramm, Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm und Schulen.

Gefördert werden zur CO2-Minderung Maßnahmen wie Investitionen in die energetische Sanierung der Gebäudehülle, der technischen Gebäudeausstattung und in die Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien. Förderfähig sind unter anderen die Erneuerung von Heizungsanlagen und der Ersatz von Elektroheizungen. Für die interne Nutzung von Abwärme, Sanierung von Beleuchtungsanlagen und die Sanierung von Lüftungsanlagen gibt es Geld nur in Kombination mit der Erneuerung von Heizungsanlagen oder bei der Verbesserung des Wärmeschutzes.

Gefördert wird außerdem die Installation von Holzpelletheizungen, Holzhackschnitzelheizungen, Wärmepumpenanlagen und solarthermischen Anlagen.

Im Bereich Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm ist das Ziel die Förderung von Klimaschutz-Aktivitäten, Qualifizierungsmaßnahmen sowie Bildung und Information. Gefördert wird unter anderem die Teilnahme am European Energy Award, die Bilanzierung von Energieeinsatz und CO2-Emissionen sowie die Einführung eines systematischen Energiemanagements mit den Elementen Beratung, Messtechnik, Software und Zertifizierung. Auch Qualitätsnetzwerke Bauen, die mindestens kreisweit aktiv sind, sind förderfänig.

Einen Sonderblock gibt es für Schulen, die durch die Sanierung die Standards KfW 70 oder KfW 55 erfüllen. Dabei handelt es sich um eine Rucksackförderung zu den Schulsanierungsprogrammen des Kultus- beziehungsweise Finanzministeriums, sie kann zusätzlich beantragt werden. Ziel ist es, dass Sanierungen so durchgeführt werden, dass sie dem Zielniveau eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands im Jahr 2050 Rechnung tragen. Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg / pgl

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Gebäudeeffizienzrichtlinie tritt bald in Kraft

20. Juni 2018 - 7:00

Die überarbeitete Gebäudeeffizienzrichtlinie wird eine Reihe von Neuerungen für das Bauen, Sanieren und Betreiben von Gebäuden bringen. Oberziel ist ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050.

Die finanzielle Förderung von Energieeffizienz soll von den angestrebten oder erzielten Energieeinsparungen abhängig sein. Insgesamt soll die die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen verbessert werden.

Neue und stark sanierte Nichtwohngebäude müssen, wenn sie mehr als zehn Parkplätze haben, mindestens einen Ladepunkt für Elektroautos besitzen. Für mindestens jeden fünften Stellplatz muss die Leitungsinfrastruktur in Form von Schutzrohren für Elektrokabel vorgehalten werden. Bis 2025 müssen die Anforderungen für den Einbau einer Mindestzahl von Ladepunkten für alle Nichtwohngebäude mit mehr als zwanzig Stellplätzen festgelegt werden.

Bei Wohngebäuden muss für jeden Parkplatz die Ladeinfrastruktur verlegt werden. Einen Zwang, auch Ladepunkte zu bauen, gibt es nicht.

Heizungen, Klimaanlagen und Lüftungen ab einer Leistung von 70 Kilowatt müssen regelmäßig inspiziert werden. Es gibt allerdings Ausnahmen. Ab 2025 müssen alle Nichtwohngebäude, die eine Heizung, Klimatisierung oder kombinierte Lüftung mit einer Leistung von mehr als 290 Kilowatt haben, mit einer Gebäudeautomation ausgestattet sein.

Ein Intelligenzfaktor soll künftig zeigen, wie netzdienlich ein Gebäude ist. Dazu werden aber noch Berechnungen angestellt.

Die EPBD ist Teil des Gesetzespakets "Clean Energy for all Europeans" aus dem Jahr 2016, mit dem die EU-Kommission Energieeffizienz und erneuerbare Energien voranbringen will. Sie ist das erste Gesetz von insgesamt acht Richtlinien und Verordnungen, das in Kraft tritt.

Zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie und die Energieeffizienzrichtlinie gab es in den vergangenen Tagen wichtige Einigungen im sogenannten Trilog zwischen EU-Parlament, Ministerrat und Kommission. Bis zur endgültigen Abstimmung wird aber noch einige Zeit vergehen. von Susanne Ehlerding

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Modellregion macht Wärme aus Wind

19. Juni 2018 - 7:00

Das Projekt haben die ARGE Netz, eine der größten deutschen Unternehmensgruppen für die erneuerbare Energieerzeugung, der Bürgerwindpark Lübke-Koog Infrastruktur, die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog und das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) ins Leben gerufen wurde.

Südlich der Bahnstrecke von Niebüll nach Sylt liegt die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Die Stromgewinnung ist hier ein wichtiger Wirtschaftszweig: Zahlreiche Windräder prägen die Landschaft. Doch auch der Bürger-Windpark ist von gelegentlichen Abregelungen betroffen. Dadurch kann ein Teil der Windenergie nicht genutzt werden.

Um künftig eine sinnvolle Verwendung dieser regenerativen Energie zu ermöglichen, ist die Verknüpfung des Stromsektors mit anderen Energiesektoren sinnvoll. Im Rahmen des Modellprojekts mit 14 Teilnehmern soll ansonsten ungenutzte Windenergie gleich vor Ort zum Heizen von Häusern genutzt werden.

Möglich wird dies durch den Einsatz von Hybridheizsystemen, die die benötigte Wärme wahlweise mit Heizöl oder Windstrom erzeugen können. Angefangen bei einfachen Elektroheizstäben, die in den Wärmespeicher der Heizungsanlage eingebaut werden, bis hin zu effizienteren, aber auch teureren Kombinationen aus Strom-Wärmepumpe und Öl-Brennwertgerät können verschiedene Lösungen realisiert werden. "Die intelligente, angebotsabhängige Windstrom-Nutzung wird automatisiert über das Erneuerbare-Energien-Kraftwerk der ARGE Netz erfolgen", so Hauke Großer, Leiter Energiewirtschaft bei ARGE Netz.

Christian Halper, Projektleiter Modellvorhaben beim IWO, erklärt: "Mit dem Wind-und-Wärme-Modellvorhaben sollen die Möglichkeiten der Sektorenkopplung zur Erhöhung des erneuerbaren Anteils im Wärmesektor sowie die Machbarkeit und die Einsparpotenziale von Power-to-Heat-fähigen Hybridheizungen in Privathaushalten demonstriert, analysiert und mit Messdaten dokumentiert werden."

„Der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog bietet sich aufgrund seiner Nähe zum örtlichen Windpark ideal an", sagt Bürgermeister Christian Nissen. Ölheizungen sind hier, wie auch in anderen ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins, weit verbreitet. Rund ein Viertel aller Haushalte im nördlichsten Bundesland nutzt diesen Energieträger. Durch die großen Entfernungen zwischen den Höfen und Häusern untereinander stellt hier ein Fernwärmenetz keine Alternative dar.

"Ziel unserer Maßnahmen ist es, mehr erneuerbare Energie aus der Region in der Region zu nutzen, CO2-Emissionen zu senken und Flexibilitätspotenziale zu heben", sagt Hans-Detlef Feddersen vom Bürger-Windpark Lübke-Koog Infrastruktur. Nach Umbau und Inbetriebnahme der Heizungsanlagen zum Herbst 2018 wird in einer jeweils einjährigen Messphase ermittelt, wie viel erneuerbar erzeugter Strom in den Gebäuden zum Heizen eingesetzt werden kann. Weitere Infos gibt es unter www.wind-und-waerme.de. Quelle: IWO / sue

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Contracting wartet auf neue Geschäftsmodelle

19. Juni 2018 - 7:00

Beim Energie-Contracting übernimmt ein Energiedienstleister sowohl Planung, Bau und Betrieb als auch das finanzielle Risiko einer Sanierung. Unterschieden wird zwischen Energieliefer-Contracting und Energiespar-Contracting. Seine Vergütung erhält der Contractor beim Energieliefer-Contracting über einen Grund- und Arbeitspreis, beim Energiespar-Contracting über die Energieeinsparung des Gebäudeeigentümers.

Quartierslösungen gelten als wesentlicher Baustein zum Gelingen der Energiewende und waren deshalb Thema des VfW-Jahreskongresses. Der Verband bündelt die Interessen von mehr als 250 Mitgliedsunternehmen. Im Energiecontracting arbeiten in Deutschland rund 10.000 Menschen. Es erzielt laut VfW CO2-Einsparungen von 2,7 Millionen Tonnen pro Jahr.

Modelle für effiziente Quartiere

Carsten Müller, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz, lobte das Contracting in seinem Grußwort als maßgeschneiderte Lösung für Energieversorgung und -einsparung. "Bei der Entwicklung von grünen Stadtquartieren schaffen innovative Contractingmodelle die Voraussetzungen für nachhaltige energetische Lösungen sowie für eine unabhängige, dezentrale Energieerzeugung", sagte Müller.

Ein Beispiel: Das zurzeit größte genossenschaftliche Bauprojekt Deutschlands, der "Möckernkiez" in Berlin-Kreuzberg, lagerte die Wärmelieferung als Contracting-Dienstleistung in seinem Quartier mit knapp 500 Wohnungen aus. Die Bewohner bekommen Trinkwarmwasser und Heizenergie nun aus einem Gas-Blockheizkraftwerk und zwei teillastfähigen Gas-Spitzenlastkesseln. Vier Wärmespeicher mit je 3000 Liter Wasser puffern die Erzeugung, verteilt wird das warme Wasser über ein Nahwärmenetz und Übergabestationen in den Kellern. Die Solarpaneele auf dem Dach liefern außerdem Mieterstrom.

Contractoren bewältigen Komplexität

Das Beispiel zeigt: "Ein Contractor kann ganz andere Konzepte entwickeln, als es bei Einzelheizungen in jedem Gebäude möglich wäre", sagt Christian Tögel, Contracting-Experte bei der Energieagentur NRW. "Die Versorgungskonzepte werden immer komplexer und da lohnt es sich, jemand ins Boot zu holen, der einem die Recherche und die Planungsarbeit abnimmt", sagt Tögel. Der energieeffiziente Betrieb über die Lebensdauer der Energieerzeugungsanlage mache dann den wirklichen Unterschied aus. "Hier wird durch den professionellen Betrieb durch den Contractor im Vergleich zum Eigenbetrieb ein dauerhaft höherer Wirkungsgrad bei der Energieumwandlung erzielt", weiß der Experte.

Contracting macht Sanierungen einfacher finanzierbar

Auch für den hohen Kapitalbedarf bei der Umsetzung von Energieeinspar-Maßnahmen kann Contracting eine Lösung sein, wurde beim Kongress der KEA in Stuttgart deutlich. In ihrem Contracting-Leitfaden weist die KEA darauf hin, dass das Einsparcontracting besonders für größere Liegenschaften mit Energiekosten von mehr als 30.000 Euro im Jahr geeignet ist. "Für das Energie-Einspar-Contracting sind kleinere Gebäude eher nicht geeignet", heißt es dort. Es gebe aber die Möglichkeit, kleinere mit größeren Liegenschaften zu einem Gebäudepool zusammen zu fassen. Beim Anlagen-Contracting gebe es aber keine Begrenzung der Energiekosten nach unten.

Auch einen Contracting-Preis vergibt die KEA zusammen mit der Wohnungswirtschaft in Baden-Württemberg. Beim 2017 gekürten Siegerprojekt traten die Stadtwerke Ulm als Contractor für eine kleine Neubausiedlung auf. Die KEA weist außerdem darauf hin, dass man sich die Planungs- und Projektierungskosten eines Contractings vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördern lassen kann.

Neue Geschäftsmodelle wären umfassender

"Das Contracting hat in den vergangenen 20 Jahren eine starke Entwicklung genommen", blickt Steffen Haller vom Arbeitskreis Einspar-Contracting auf seine lange Erfahrung in dem Bereich zurück. Der Niederlassungsleiter Energiemanagement bei Engie Deutschland arbeitet im Arbeitskreis Einspar-Contracting im VfW daran, mehr Wissen über das Instrument zu verbreiten und die regulatorische Hemmnisse abzubauen.

Eines davon ist, dass sich Contracting von der Denke von Formen der Vergabe bei öffentlichen Aufträgen unterscheidet. "Bei Ausschreibungen werden diese oder jene Eigenschaften eines Baustoffs oder einer Anlage gefordert. Beim Contracting dagegen gibt es ein übergeordnetes Ziel, etwa das Raumklima zu verbessern oder Energie einzusparen", sagt Haller.

In der Gebäudestruktur und den unterschiedlichen Gewerken am Bau liegt ein anderes Problem beim Contracting: Wenn ein Gebäude umfassend über Contracting saniert werden soll, hängt beispielsweise der Verbrauch der Heizungsanlage auch von der Güte der Fassade ab. Das heißt: "Die Fassade wird darüber bezahlt, was später im Keller weniger läuft", sagt Haller. Ob die Fassade dann aber hält, was im Konzept der Energieeinsparung berechnet wurde, hat nicht der Contractor im Griff, sondern derjenige, der die Fassade baut.

Im Sinne der Energiewende sei es aber wünschenswert, wenn sich das Geschäftsmodell des Contractings weiterentwickeln könnte, meint Haller. Es sollte dabei nicht nur wie heute oft üblich, um die Heizung gehen, sondern um das ganze Gebäude. von Susanne Ehlerding

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Perowskit-Solarzelle erreicht Rekordwert

18. Juni 2018 - 7:00

Perowskit-basierte Tandem-Solarzellen können das Licht besonders effizient nutzen", erklärt Rutger Schlatmann, Direktor des Kompetenzzentrums Dünnschicht- und Nanotechnologie für Photovoltaik Berlin am HZB. In der Zusammenarbeit mit Oxford PV gehe es darum, die Perowskit-Silizium-Tandemzellen weiter zu optimieren, ihre Skalierbarkeit zu demonstrieren und die Integration in großflächige Solarmodule zu erleichtern. Die Rekordzelle hat dagegen nur eine Fläche von einem Quadratzentimeter.

Eine weitere Zelle mit einem Wirkungsgrad von 25,2 Prozent stellte die Ecole Polytechnique Federale de Lausanne bei der Konferenz vor. Auf immer 25,0 Prozent Wirkungsgrad kommt eine dritte Zelle von einem HZB-Team um Steve Albrecht.

Tandemzellen bestehen wie Dünnschichtzellen aus mehreren Lagen von Materialien, die unterschiedliche Wellenlängen des Sonnenlichts absorbieren. Nicht alle zurzeit erforschten Tandemzellen arbeiten mit Perowskiten - aber sehr vele.

Perowskit besteht aus Calziumtitanat (CaTiO3). Das Mineral wurde bei seiner Entdeckung nach einem russischen Mineralogen benannt. Heute bezeichnet man alle Stoffe mit der gleichen würfelförmigen Kristallstruktur wie Calziumtitanat als Perowskite.

Bisher kann man serienmäßig noch keine Solarmodule mit Perowskit-Beschichtung kaufen. Der Vorreiter Oxford PV, eine Ausgründung der Universität Oxford, will aber noch in diesem Jahr eine Pilotlinie aufbauen. Sie soll in Brandenburg an der Havel in einem Gebäude der geschlossenen Photovoltaiksparte von Bosch entstehen. Danach sollen Maschinenbauer die Fertigungstechnologie übernehmen können.

Bis Solarzellen mit Perowskiten nennenswerte Markanteile erreichen, dürften aber noch einige Jahre vergehen. Die regelmäßig aktualisierte International Technology Roadmap for Photovoltaics sieht Tandemzellen im Jahr 2027 bei fünf Prozent Marktanteil. Bis dahin werde zunächst der Anteil der PERC-Zellen von heute gut 20 auf knapp 60 Prozent steigen. Künftig wären sogar Zellen aus reinem Perowskit denkbar. Auch daran wird geforscht. Quelle: HZB / sue

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Stromtarife für Speicher verglichen

18. Juni 2018 - 7:00

Wer sich heute für den Kauf eines Solarspeichers interessiert, dem werden neben der Hardware auch eine Reihe zusätzlicher Stromverträge geboten. Die Produktnamen sind dabei so vielfältig wie die Werbebotschaften der Stromprodukte. Mit Cloud- und Community-Lösungen werden dem potentiellen Käufer neben Freistromkontingenten auch sinkende Stromkosten oder sogar 100 Prozent Eigenverbrauch des eigenen Photovoltaik-Stroms versprochen.

Doch was kostet den Kunden letztlich die Kilowattstunde aus der Cloud oder der Community? Eine aktuelle Untersuchung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research verfolgt das Ziel, Community- und Cloud-Angebote einheitlich anhand ihres tatsächlichen Nutzens zu analysieren und sie so vergleichbar zu machen.

Im wichtigen Vergleichskriterium der Wirtschaftlichkeit legt die aktuelle Analyse deutliche Unterschiede offen. Für Stromtarife mit einem Speicher ergibt sich zwischen dem günstigstem und teuerstem dem Anbieter in einer Beispielrechnung für einen Vier-Personenhaushalt mit 4500 Kilowattstunden Jahresverbrauch eine Differenz von 512 Euro pro Jahr. Einen echten Mehrwert für das Gelingen der Energiewende durch Anwendungen zur Netzentlastung bieten bislang nur die wenigsten Anbieter an.

Ein weiteres Kriterium war die Transparenz der Angebote. Bei vielen Cloudlösungen wird die Einspeisevergütung des Kunden mit dem aus der Cloud bezogenen Strom verrechnet, was die tatsächlichen Kosten verdecken kann. Dazu kommt, dass solche reinen Stromtarife oder Verrechnungsmodelle keinen Nutzen für das Energiesystem haben, was ebenfalls eines der Vergleichskriterien war.

In der Gesamtbewertung der aktuell in Deutschland verfügbaren Community- und Cloud-Angebote kann sich die sonnenCommunity klar an erster Stelle positionieren. Mit ihren flexiblen Flat-Tarifen garantiert die sonnenCommunity bei dem Vergleich der Stromtarife mit Speicher das kostengünstigste Angebot. Weiterhin kommt die sonnenCommunity durch die Vernetzung ihrer Speicher auch dem Energienetz zugute, da durch Netzdienstleistungen die Stromnetze tatsächlich entlastet werden können.

Auf Platz 2 folgt das Angebot von Caterva, auf Platz 3 das von E3/DC. Die folgenden Plätze belegen Polarstern und Senec.

"Die sonnenFlat ist ein Stromtarif der auf einem virtuellen Kraftwerk basiert, über das unsere Speicher zusätzliche Einnahmen am Energiemarkt erzielen können. Die Studie zeigt klar, dass sich nur mit so einer echten Wertschöpfung auch der beste Stromtarif anbieten lässt. Wer das nicht kann, muss seine Angebote entweder vom Kunden finanzieren lassen oder Strom verschenken, was auf Dauer nicht haltbar ist", sagt Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen, das Studienergebnis zusammen. Quelle: EuPD Research / sue

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Digitalisierung hebt Energieeffizienz in Gebäuden

17. Juni 2018 - 7:00

Energieeffizientes und klimafreundliches Bauen wird mit der Digitalisierung einfacher werden. Diese Auffassung vertrat Lothar Fehn Krestas vom Bundesbauministerium bei einer Tagung des Bundesverbandes Altbauerneuerung diese Woche in Berlin. "Das Bauen heute leidet an der Komplexität. Die vielen ökologischen und energetischen Aspekte können mit Building Information Modeling in Simulationen zusammengebracht werden", sagte Krestas.

Auch die Energiewende im Gebäudebereich sei ohne Digitalisierung nicht vorstellbar, sekundierte Alexander Renner vom Wirtschaftsministerium. Noch immer verbrauche der Gebäudebereich 35 Prozent der Endenergie in Deutschland. Mit digitaler Steuerung und Sensorik ließe sich der Energieverbrauch nachhaltig reduzieren. "Auch für die Netzdienlichkeit von Gebäuden brauchen wir smarte digitale Lösungen", sagte Renner. Im Bereich Bestandssanierung arbeite das Ministerium an seriellen digitalen Lösungen mit der Deutschen Energie-Agentur und dem niederländischen Unternehmen Energiesprong zusammen.

Die Digitalisierung kann also für das Baugeschehen, speziell für die energetischen Ziele bis 2050, durchaus wichtig werden, meinte BAKA-Vorstandsvorsitzender Ulrich Zink. "Was dabei in jedem Fall hilft, ist die enorme Verbesserung der Information zu baulichen und umwelttechnischen Daten, die sowohl die Bauherren und Eigentümer als auch die Planer und Handwerker gezielt und schneller zu vernünftigen Entscheidungen hinführt." Auch Innovationen könnten schneller eingesetzt werden, was sich auf die energetische Umsetzung auswirken könne. Wichtig seien schließlich die realen Messdaten, die das Ergebnis einer energetischen Maßnahme sicher dokumentieren würde, sagte Zink. sue

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Projekt fördert energieffiziente Hypotheken

15. Juni 2018 - 7:00

Für das Pilotprogramm haben sich 37 europäische Banken verpflichtet, die Eingliederung des ebenfalls am Donnerstag vorgelegten Regelwerks für energieeffiziente Hypotheken in bestehende Produktlinien und Prozesse zu testen, bevor sie ein energieeffizientes Hypothekenprodukt einführen.

Das Regelwerk für energieeffiziente Hypotheken ist das Ergebnis einer umfassenden Konsultation von Interessengruppen und enthält Feedback, das während einer Reihe von nationalen Roundtable-Veranstaltungen mit Banken, Experten für Energieeffizienz, Immobiliengutachtern und Versorgungsunternehmen gesammelt wurde.

Darüber hinaus werden die Kreditgeber während des Pilotprojekts ermutigt, Daten zu energieeffizienten Hypotheken zu melden, um die Auswirkungen der Energieeffizienz auf das Kreditrisiko zu analysieren. Damit reagiert das Pilotprogramm auf den kürzlich veröffentlichten Aktionsplan für nachhaltige Finanzierungen, in dem sich die Europäische Kommission verpflichtet, Nachhaltigkeitsaspekte im aufsichtsrechtlichen Rahmen zu untersuchen. Die Datenerhebung und -analyse wird durch eine Dateninfrastruktur unterstützt, die ebenfalls zur Initiative für energieeffiziente Hypotheken gehört.

Das Pilotprogramm wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Die während des Pilotprogramms gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in die endgültige Fassung des Regelwerk für energieeffiziente Hypotheken einfließen, um die Relevanz und damit die Umsetzung zu optimieren und letztlich die Entstehung eines energieeffizienten Hypothekenprodukts zu unterstützen.

Luca Bertalot, Generalsekretär der European Mortgage Federation, begrüßte den Start. Er sagte: "Die Organisationen, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, halten derzeit 45 Prozent der ausstehenden Hypotheken in Europa, was 21 Prozent des europäischen Bruttoinlandsproduktes entspricht. Diese beträchtliche kritische Masse kann potenziell eine bahnbrechende Rolle bei der Unterstützung des Aktionsplans der Europäischen Kommission für nachhaltige Finanzierungen spielen.“

Die Energy Efficient Mortgages Initiative (EEM) besteht aus der Initiative für energieeffiziente Hypotheken (EeMAP) und dem Energy Efficiency Data Portal & Protocol (EeDaPP).

In der EeDaPP-Initiative arbeiten die European Mortgage Federation, die Ca'Foscari Universität von Venedig, der Informationsdienst CRIF, European Data Warehouse, Hypoport, das Zentrum für Sustainable Architecture for Finance in Europe der Goethe-Universität Frankfurt und der Spezialist für Spezialist für IT-Lösungen im Finanzbereich TXS zusammen. Sie wollen ein Protokoll entwerfen, das die großflächige Erfassung von Daten zu energieeffizienten Hypothekenanlagen über eine standardisierte Meldevorlage ermöglicht. Der Zugriff auf die Daten erfolgt über ein gemeinsames, zentralisiertes Portal, wodurch auch die Emission energieeffizienter Anleihen erleichtert werden soll.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt gibt es unter: http://eemap.energyefficientmortgages.eu. Quelle: European Mortgage Federation - European Covered Bond Council / sue

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EU einigt sich auf höheres Ziel für Erneuerbare

15. Juni 2018 - 7:00

Der für Klimaschutz und Energie zuständige Kommissar Miguel Arias Cañete sagte: "Dieses neue Ziel wird uns helfen, unsere Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und wird sich in mehr Arbeitsplätzen, niedrigeren Energiekosten für die Verbraucher und weniger Energieimporten niederschlagen."

Der Ökostrom-Ambieter Greenpeace Energy erklärte: "Erneuerbare-Energien-Gemeinschaften werden erstmals als Akteure auf dem europäischen Energiemarkt anerkannt. Die Mitgliedstaaten verpflichten sich, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diese Bürgerenergie-Gesellschaften nicht von großen Konzernen kontrolliert oder übernommen werden. Der Textentwurf sieht weiterhin vor, dass sich grundsätzlich jeder EU-Bürger – alleine oder im Rahmen einer Gemeinschaft – mit selbst produziertem Ökostrom versorgen darf, ohne dabei durch unverhältnismäßig hohe Abgaben oder diskriminierende Bedingungen eingeschränkt zu werden."

Als "Prosument" dürfe man demnach selbst produzierte Energie nicht nur verbrauchen, sondern auch speichern und weiterverkaufen – "mindestens zum Marktpreis", wie es in der Einigung heißt. Dieser Eigenverbrauch soll zudem ab 2026 in der EU von Entgelten befreit werden, solange die Leistung der genutzten Solaranlage kleiner als 25 Kilowatt ist. Bisher galten in Deutschland zehn Kilowatt als Grenze für eine Befreiung, so Greenpeace Energy.

Zu der Einigung erklärt Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen im Bundestag: "Die deutsche Regierung hatte mit ihrem Bremserkurs für die Bürgerenergie keinen Erfolg." Damit bezieht sie sich auf Äußerungen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag im EU-Ministerrat. Die jetzige Einigung sei eine gute Nachricht aus Brüssel für die dezentrale Energiewende und für die Beteiligung der Menschen am Umbau ihrer Energieversorgung. "Weit hinter den Erfordernissen zurück bleibt dagegen das Ausbauziel für erneuerbare Energien in Europa", teilte Verlinden mit.

Tatsächlich gehen Experten davon aus, dass die EU im Jahr 2030 mindestens einen Anteil von 35 Prozent erneuerbare Energien am Gesamtenergieverbrauch haben müsste, um den Zielen von Paris gerecht zu werden, weshalb das EU-Parlament ja auch genau dieses Ziel gesetzt hatte.

Auf Regelungen zu Kennzeichnung von Stromtarifen in der Richtlinie weist der Ökostromerzeuger Lichtblick hin. "Die Europäische Union schreibt nun vor, dass in allen EU-Ländern sogenannte Herkunftsnachweise für den Strom aus Windrädern oder Solaranlagen genutzt werden müssen. Diese Regelung hätte auch Auswirkungen auf die Stromkennzeichnung in Deutschland. Es bleibt allerdings den Mitgliedsstaaten selbst überlassen, ob sie diese Vorgabe aus Brüssel auch umsetzen", informiert Lichtblick.

Bei der Trilog-Verhandlung am 19. Juni zur Energieffizienzrichtlinie müsse eine Entscheidung für ein ambitioniertes Energie-Effizienzziel von mindestens 35 Prozent fallen, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH). "Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, wären sogar 40 Prozent nötig", teilt die DUH mit.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) appelliert an Bundesminister Peter Altmaier, sich endlich klar für ein verbindliches Energieeffizienzziel von 35 Prozent auszusprechen. Die Bereitschaft unter den EU-Mitgliedstaaten für ambitionierte Effizienzziele sei gewachsen. Daher sei es höchste Zeit, dass auch Deutschland Farbe bekenne und sich als Vorreiter statt als Bremser positioniere, so der Verband.

Dazu sagte der geschäftsführende Vorstand der Deneff, Christian Noll: "Das Hochtechnologieland Deutschland muss sich für ein verbindliches Energieeffizienzziel von 35 Prozent stark machen. Anstatt die rote Laterne als Effizienz-Schlusslicht vor sich herzutragen, sollte die Bundesregierung sich wieder auf ihre Vorreiterrolle besinnen. Nach dem Fehlstart für die Steuerförderung der Gebäudesanierung und der andauernden Hängepartie um das 100-Tage-Gesetz, wäre ein Scheitern der Verhandlungen der nächste Schlag ins Gesicht aller Unternehmen, die im Vertrauen auf eine ernsthafte Klimapolitik in energieeffiziente Lösungen investiert haben."

Die Deneff weist darauf hin, Deutschland müsse sich entsprechend seines eigenen Energiekonzepts für ein Energieeffizienzziel von mindestens 35 Prozent einsetzen. Alles darunter widerspräche dem Zielpfad der dem Energiekonzept zu Grunde liegenden Szenarien, so der Verband. Alles andere sei de facto eine Absage an die deutschen Klima- und Energiewendeziele.

Nach der politischen Einigung muss der Text der Erneuerbare-Energien-Richtlinie noch vom Europäischen Parlament und vom Rat angenommen werden. Nach der Billigung durch beide Mitgesetzgeber wird die Richtlinie im Amtsblatt der Union veröffentlicht und tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie dann 18 Monate nach ihrem Inkrafttreten in nationales Recht umsetzen. Quellen: EU-Kommission / Greenpeace Energy / Grüne / DUH / Deneff / sue

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Fenstertechniker tüfteln an Kühlkonzepten

14. Juni 2018 - 7:00

Der sommerlichen Überhitzung begegnet man zurzeit üblicherweise mit Sonnenschutzlamellen oder -rollos. Zum Schutz vor Wind braucht es allerdings eine weitere, vorgelagerte Glasscheibe. Gängig sind zum Abführen der Wärme Lüftungsschlitze, durch die aber auch Schmutz eindringt. Im Winter zieht durch solche Schlitze außerdem die kalte Umgebungsluft in den Zwischenraum, was im Gebäude durch Heizen ausgeglichen werden muss. Regelbare Lüftungsschlitze, die man mit Hilfe von Sensorik und vieler kleiner Elektromotoren bei Kälte schließen kann, sind aufwendig und haben sich kaum durchgesetzt.

Ein Trend, der laut Ulrich Sieberath, dem Leiter des Instituts für Fenstertechnik (ift Rosenheim), derzeit erkennbar ist, ist eine abgedichtete Variante: "Closed Cavity Fassades" (CCF). Der Raum zwischen den Glasfronten ist hier versiegelt und damit gegen Verschmutzung gefeit – muss aber, damit die äußere Scheibe nicht beschlägt, über ein aufwendiges Röhrensystem ständig mit entfeuchteter Luft versorgt werden. Der Luftraum zwischen den Scheiben heizt sich zudem im Sommer stark auf und gibt dann doch erheblich Wärme nach innen ab. Außerdem haben CCF den Nachteil, dass alle Fassadenelemente mit einem Zentralrechner verbunden sein müssen, der die Luftzufuhr regelt; und die Technik ist wartungsaufwendig.

Lüften wie im Gewächshaus

Eine Forschungsgruppe an der TU München um den Architekten Philipp Molter hat deshalb eine andere Konstruktion entwickelt: ein "autoreaktives" Lüftungssystem. Das Prinzip ist von Gewächshäusern her bekannt, bei denen sogenannte Thermozylinder Lüftungsschlitze öffen und schließen. Diese Zylinder sind mit einem Wachs-Öl-Gemisch gefüllt, das sich ab einer festgelegten Temperatur – zum Beispiel 23 Grad Celsius – ausdehnt. An ihnen ist bei Molters Konstruktion die vorgelagerte Glasscheibe befestigt, die selbsttätig bei Überschreiten der 23-Grad-Grenze von den Zylindern um fünf Zentimeter nach außen gedrückt wird.

So muss im Sommer weniger gekühlt, im Winter weniger geheizt werden. Simulationen der Münchner Forscher zufolge soll ein solches System gegenüber den anderen Varianten "bis zu 50 Prozent" der Kühlungs- und Heizenergie einsparen. Es ist, sagt Philipp Molter, sowohl bei Festverglasungen als auch bei Fenstern mit beweglichem Flügel anwendbar. Die Installationskosten lägen um 15 bis 20 Prozent niedriger als bei CCF.

Schon vor Jahren wurde eine Technik entwickelt, die sogar ganz ohne bewegliche Teile auskommt: "schaltbare" Verglasungen. Dabei kann die Tönung einer Scheibe zum Beispiel durch das Anlegen einer elektrischen Spannung (Elektrochromie) verändert werden, was ebenfalls große Fensterflächen ohne sommerliche Überhitzung möglich machen würde. Wolfgang Graf, der beim Fraunhofer ISE in Freiburg eine Forschungsgruppe für funktionelle Beschichtungen von Glas und Folien in Gebäuden leitet, hält schaltbare Fenster für eine "energetisch und ästhetisch wünschenswerte Entwicklung". Es gebe "mehrere Hersteller, die die Produkte aber nicht so richtig in den Markt bekommen."

Der Hauptgrund ist das Gewährleistungsrisiko: branchenübliche Lieferverträge sehen in der Regel vor, dass der Lieferant zehn Jahre lang für Ersatz sorgen muss, wenn Elemente ausfallen. Entweder müsste der Hersteller so lange alles für ein Nachproduzieren bereithalten – auch wenn das Ganze am Markt nicht den erhofften Erfolg hätte –, oder eine großzügig bemessene Menge im Lager vorhalten.

Einen Temperaturbereich leasen

Eine Lösung für dieses Problem sieht Philipp Molter in einem neuen Vertragsmodell, das an der TU Delft in den Niederlanden entwickelt wird: die Leasingfassade. Der Bauherr kauft oder least nicht eine Bauart oder Funktionsweise, sondern, dass es nicht zu warm und nicht zu kalt wird. Die technischen Mittel dafür könnten dann jeweils dem Stand der Technik angepasst werden. Zudem sei international absehbar, dass in einigen Jahren der Sonnenschutz bei Gebäuden vorgeschrieben werde. Spätestens dann werde sowohl das autoreaktive Lüftungssystem als auch die schaltbare Verglasung in den Markt kommen.

Im Zwischenraum zwischen der äußeren Scheibe und der eigentlichen inneren Verglasung lassen sich auch Flächen unterbringen, auf denen man Reproduktionen, Filme oder Werbung ablaufen lassen kann, zum Beispiel als Projektion auf Jalousien. Schon heute, sagt Wolfgang Graf, sei auf dem Objektmarkt – also wenn man ein Hochhaus oder ein anderes besonderes Objekt ausstattet – "in Städten wie Peking, Schanghai, Hongkong, aber auch hierzulande sehr vieles zu sehen“.

Christina Hildebrandt, Teamleiterin in Grafs Forschungsgruppe: "Die Preise für so etwas sind bisher sehr hoch, auch weil man bei jeder Fassade andere Maße hat." Leichter durchsetzen werde sich LED-Folie, weil Leuchtdioden keine beweglichen Teile mehr enthielten und auch einfach installiert werden könnten. "Da gibt es mittlerweile schöne Sachen mit einer vernünftigen Auflösung von weniger als einem Millimeter, auch von deutschen Firmen."

Trend zu überschweren Fensterflügeln schwer zu brechen

Das andere große Problem sind überschwere Fensterflügel. Anforderungen von Wärmedämmung, Schallschutz und Einbruchsicherung sowie die Vorliebe vieler Architekten und Bauherren für große Glasflächen lassen Fenster immer größer, dicker und schwerer werden. 200 Kilogramm Gewicht pro Flügel und mehr sind inzwischen keine Seltenheit und lassen die Montage zur Tortur werden.

Um diesen Trend zu brechen, plädierte ift-Institutsleiter Ulrich Sieberath vor kurzem unter anderem für die Dünnglastechnologie mit gehärteten dünnen Scheiben. Wolfgang Graf verweist allerdings auf die Bruchgefahr: "Wenn die konstruktiven Probleme gelöst wären, Dünnglas im Scheibenzwischenraum einzusetzen, ohne dass dieses bricht, dann sähe ich darin eine Möglichkeit."

Auch zu Konstruktionen mit Kunststoff-Folien im Scheibenzwischenraum, die Sieberath am Rande einer Tagung in Berlin ins Gespräch gebracht hatte, äußert sich Graf skeptisch. Die mittlere Scheibe durch Folie zu ersetzen, das kenne man seit über 20 Jahren. In den USA sei das ein Produkt der Firma Southwall, bei dem eine preiswerte Folie mit Low-e-Beschichtung versehen (verringert die Wärmeabstrahlung) und im Scheibenzwischenraum montiert werde. "Problematisch dabei ist die Durchsicht durch Folie und Glas, vor allem nach mehreren Jahren im Einsatz. Es gibt Firmen, die das auch auf dem deutschen Markt anbieten, aber eben mit wenig Erfolg", sagt Graf. von Alexander Morhart

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Rosenheimer Fenstertage geben sich visionär

14. Juni 2018 - 7:00

ift-Institutsleiter Professor Ulrich Sieberath erörtert in seinem Vortrag "Grenzenlos – Konstruktionen, Märkte, Technik" Facetten der anspruchsvollen Fragestellung. Die Grenzenlosigkeit in der Architektur ist problematisch, denn Architekten und Bauherren fordern oft das Unmögliche: immer größere, schwerere und kompliziertere Bauteile, was konstruktive Schwierigkeiten verursachen kann. Ein weiterer Punkt sind die offenen Märkte, die den Abbau von Handelshemmnissen und die Harmonisierung technischer Regeln ermöglichen.

In seiner Keynote erörtert Peter Andres (Beratende Ingenieure für Lichtplanung, Hamburg) die Bedeutung des Tageslichts in seinem Beitrag "Planen mit Licht". Um die Tendenz "Weg vom Umweltgift – hin zum gesunden Baumaterial" geht es in der zweiten Keynote von Michael Braungart (EPEA Internationale Umweltforschung, Hamburg).

Zum ersten Mal angeboten wird der Themenblock "Fertigung 4.0", in dem es um Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Produktion geht.

Weitere Vorträge zu spannenden Bauten mit innovativen Technologien:

Textilfassade – Hülle mit vielen Aufgaben. Die Fassade des Thyssen Krupp Testturms, Timo Schmidt (Werner Sobek, Stuttgart und Hochschule Augsburg)

Die Schlange: Freie Geometrien, hybride Aufbauten; Planung und Prüfung eines extravaganten Fassadenprojektes, Lutz Schöne (Leicht Structural Engineering and Specialist Consulting, Rosenheim) und Michael Freinberger (ift Rosenheim)

Das Futurium – Vorhangfassade der Zukunft? Vom Entwurf zur Ausführung, Frank Walter (Arup Ingenieurbüro, Berlin)

Das Fenster neu gedacht; Vakuumglas ermöglicht andere Konstruktionen, Peter Schober (Holzforschung Austria, Wien)

Eine große Anzahl an Praxisvorträgen bietet Inhalte mit direktem Nutzen für die betriebliche Umsetzung:

DIN 18008 und Sicherheitsglas. Nationale Anwendung versus europäische Bemessung, Christian Schuler (Hochschule München)

Achtung Stolperfalle. Empfehlungen zur Barrierefreiheit, Knut Junge (ift Rosenheim)

Die neue Fassung der DIN 1946-6. Fensterlüftung einfach anders! Harald Krause (Hochschule Rosenheim)

Fenster-Sanierungstrends 2018. B+L-Studie zu Zielgruppen, Budgets, Motiven, Informationswegen, Martin Langen (B+L Marktdaten, Bonn)

Vor den beiden Konferenztagen gibt es bereits am Mittwochnachmittag einen ift-Power-Workshop, der Fensterbauern Insider-Tipps zum richtigen Lüften nach DIN 1946-6, zum Fensteraufmaß, zur Montage von großen Fensterelementen und zum einfachen Einstieg in den Smart-Home-Markt bietet.

Programm sowie detaillierte Infos zu Veranstaltung und Anmeldemöglichkeit finden sich unter www.fenstertage.de. Quelle: ift / sue

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