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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 4 Minuten 38 Sekunden

Wärmepumpen-Hersteller setzen auf leise Modelle

5. Mai 2020 - 9:04

Ein wichtiges Thema dieses Jahr sind leise Luftwärmepumpen. Alpha Innotec (Ait-Deutschland) verweist auf sein Messemodell Alira LWAV+, von dem dank aerodynamischer Luftumlenkhauben in drei Metern Abstand nur 35 dB (A) zu hören seien. Unterboten wird das noch vom österreichischen Hersteller Ochsner: Deutschland-Vertriebsleiter Nico Moldenhauer nennt 28 dB(A) für das bereits im Vorjahr vorgestellte Gerät Air Hawk 208. Dieses zusammen mit der Johannes-Kepler-Universität in Linz entwickelte Modell sei „die leiseste Luft/Wasser-Wärmepumpe, die im schweizerischen Wärmepumpen-Testzentrum Buchs je gemessen wurde.“ Zwei größere Geräte mit der gleichen Technik für Mehrfamilienhäuser seien geplant.

Ebenfalls von mehreren Anbietern angegangen wird der Umstieg auf weniger klimaschädliche und zugleich Ozon-unbedenkliche Kältemittel. Nibe und Glen Dimplex beginnen derzeit mit dem Einsatz von R290 (Propan); Wolf hat mit dem Produkt CHA-Monoblock bereits ein R290-Modell im Angebot. R290 ist laut Deutscher Umwelthilfe unter den Kältemitteln, die in den kommenden zehn Jahren eine Chance im Markt haben, das mit dem geringsten Erderwärmungspotenzial.

Stiebel Eltron: lieber kein R290

Stiebel Eltron setzt stattdessen – wie auch Tecalor – auf R454C.Das Unternehmen begründet dies mit der Brennbarkeit von R290: Auch bei Außenaufstellung könne das Propan „im schlimmsten Fall“ in den Hydraulikkreislauf eindringen. „Durch die höhere Drucklage des Kältemittelkreislaufs kommt es zu einem Überdruck im Wassersystem, das Überdruckventil öffnet sich, das gasförmige Kältemittel entweicht im Haus und kann sich, wenn beispielsweise Propan eingesetzt wurde, bodennah als zündfähiges Gemisch sammeln.“ Auch Ochsner traut Propan nicht und setzt in der Air Hawk 208 als Kältemittel R513A ein. Wolf-Produktmanager Martin Bauer argumentiert dagegen: „Millionen Herde, Grills und Campingausrüstungen in der Hand von Endverbrauchern liefern den Beweis, dass die Brennbarkeit von R290 gut beherrschbar ist.“

Tatsächlich neu auf der IFH vorgestellt hätten die fünf Hersteller elf Produkte – mit einer Ausnahme alles Luftwärmepumpen. Die einzige Erdwärmepumpe, WPE-I Premium, kommt von Stiebel Eltron, wobei Pressefrau Katharina Gröne besonders auf die Vorlauftemperatur von bis zu 75 Grad hinweist, die auch dem Kältemittel R454C zu verdanken sei. Ein Sonderfall ist Ochsners Hochtemperatur-Wärmepumpe Iwwhc P2d: Aus Abwärme verschiedenster Quellen macht sie Warmwasser mit bis zu 82 Grad für Kleingewerbe und Pharmaindustrie.

Nibe: PVT-Kollektoren als Wärmequelle

Abgesehen davon setzen die meisten Hersteller beim Grundkonzept auf den üblichen luftdurchströmten Kasten, in dem sich das Kältemittel erwärmt. Etwas ganz anderes bringt Nibe. Die Schweden haben ein System mit sieben bis 14 PVT-Kollektoren im Angebot: Unter Photovoltaikmodulen sind Rohrwärmetauscher montiert, die nicht nur Umgebungswärme, sondern auch solare Wärme für die Wärmepumpe einsammeln. Sozusagen eine Erdwärmepumpe mit Luft-Wärmetauscher, die dazu noch Strom gewinnt. Sogar aktives Kühlen ist möglich. Da es keinen Ventilator gibt, empfiehlt Marketingmann Jörg Schickedanz das System auch als geräuschlose Alternative für eine Luftwärmepumpe.

Alle Anbieter profitieren von der seit Januar günstigeren MAP-Förderung. Wärmepumpen werden seither mit 35 Prozent gefördert, bei Umstellung von Ölheizung auf Wärmepumpe sogar mit 45 Prozent – und zwar einschließlich von Erdbohrungen. Inga Bollow, die bei Glen Dimplex das Marketing verantwortet, nennt eine Zahl: „Im ersten Quartal 2020 ist der Markt um cirka 16 Prozent zum Vorjahr gewachsen.“ Bollow erwartet, besonders im Sanierungsgeschäft, eine Fortsetzung dieses Wachstums. Und: „Prinzipiell profitieren alle Wärmepumpen von der Förderung, besonders aber diejenigen mit höheren Investitionskosten, zum Beispiel Erdwärmepumpen oder Luft/Wasser-Wärmepumpen mit großen Leistungen.“

Wer profitiert von den neuen Förderbedingungen?

Ähnlich sieht es Katharina Gröne von Stiebel Eltron. Jörg Schickedanz hat zumindest beim Neubau „eine Verschiebung bei den Luft/Wasser-Wärmepumpen hin zu den Premium-Wärmepumpen“ erkannt. Die Kunden bekämen „ein deutlich effizienteres System zum gleichen Preis“. Diese Verschiebung könnte auch daran liegen, dass weniger effiziente Geräte die Förderbedingungen nicht schaffen. Katja Weinhold, Pressesprecherin des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP): „Bei Luftwärmepumen im Neubau sind die technischen Voraussetzungen – Jahresarbeitszahl 4,5 – nicht immer zu erreichen.“

Beim Verhältnis zwischen den Wärmequellen ist die Einschätzung von Ochsner-Vertriebsleiter Nico Moldenhauer anders. Nach seiner Ansicht profitierten von den geänderten Förderbedingungen „Luft/Wasser-Wärmepumpen, da die Förderkonditionen keine Unterschiede in der Wärmequelle und Förderhöhe mehr machen, zum Nachteil der Wärmequellen Erdreich und Wasser.“

Unterstützt wird er darin von Stefanie Ullraum, von Ait-Deutschland: „Im Fokus stehen in den wichtigsten Märkten mehr und mehr die Luft/Wasser-Wärmepumpen.“ Unabhängig davon sieht Ullraum in der Wohnungswirtschaft einen Trend zu dezentralen Luftwärmepumpen, die sich mit einem Platzbedarf von nur 60 mal 70 Zentimetern „selbst in kleinen Küchen oder Abstellräumen unterbringen“ ließen. Damit habe die Hausverwaltung keinen Abrechnungsaufwand, und „jede Wohnpartei kann ihre Wunschtemperatur in der Wohnung und fürs Warmwasser selbst einstellen.“ von Alexander Morhart

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Forscher entwickeln Öko-Alternative zu Polystyrol-Dämmung

4. Mai 2020 - 7:38

Biobasierte Alternativen gab es bisher kaum, Abstriche in Handhabbarkeit oder Anwendbarkeit sowie im Preis mussten hingenommen werden. Bei dem biobasierten Fassandendämmstoff handelt es sich um Rest- und Abfallstoffe wie Kork- oder Maiskolbenschrot, wasserabweisende Harze auf Basis von Lignin und mineralische Füllstoffe als Flammschutzmittel. Zur Herstellung der Platten werden die porösen Partikel aus nachwachsenden Rohstoffen mit einem biobasierten Duromer inklusive mineralischem Flammschutzmittel beschichtet und verpresst. Dies geschieht nach einem bestehenden, marktgängigen Prinzip, das ohne viel Aufwand genutzt werden kann, heißt es von Seiten des Projektträgers, der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Die so entstandenen Platten verhalten sich im Brandfall analog zur neuesten Generation von Polystyrolschaum-Hybridmaterialien. Bauteildichten von 120 Kilogramm pro Kubikmeter und eine Wärmeleitfähigkeit von 40 mW/m K wurden erreicht. Der offenporige Aufbau ermöglicht die Regulierung des Dampfdurchtritts. Anwendungsorientierte Tests zeigten, dass sich der Dämmstoff "OrganoPor" in Wärmedämmverbundsystemen anwenden lässt.

Biodämmstoff lässt sich wirtschaftlich herstellen

Aufgrund seiner strukturellen und verarbeitungstechnischen Parallelen zu Polystyrolschaum-Hybridmaterialien lässt sich der Fassadendämmstoff wirtschaftlich herstellen. Aufgrund der zudem günstigen Verfügbarkeit der Ausgangsmaterialien könnte sich dieser als ökologischer Dämmstoff am Markt etablieren, hofft die FNR.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft förderte das Vorhaben "Isolationsmaterialien zur Gebäudedämmung aus biogenen Reststoffen mit kugelförmig-poröser Struktur und brandhemmender Bioharz-Matrix" über den Projektträger FNR. Quelle: FNR / al

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Größtes Mieterstromprojekt Brandenburgs ist gestartet

4. Mai 2020 - 7:13

Es ist das größte Mieterstromprojekt in Brandenburg und konnte trotz Corona-Krise Mitte März pünktlich starten. Auf insgesamt neun Gebäuden lässt die Wohnungsgesellschaft aktuell Solaranlagen installieren, die 350 Wohnungen mit Solarstrom versorgen werden. Die mehr als 1500 Solarmodule produzieren im ersten Jahr voraussichtlich Energie von mehr als 450 Megawatt pro Stunde. Der Solarstrom soll mehr als 60 Prozent des Energiebedarfs der Gebäude abdecken und 230 Tonnen CO2 im Jahr sparen. Das entspricht in etwa dem Effekt von fast 20.000 Bäumen, die CO2 aus der Atmosphäre einlagern. Finanzierung, Bau und Installation der Solaranlage übernimmt der Mieterstromanbieter Solarimo.

„Durch das Mieterstromprojekt mit Solarimo können wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wir senken die CO2 Emissionen unserer Gebäude und somit unserer gesamten Kommune. Gleichzeitig können wir unseren Bewohner einen günstigeren Strompreis anbieten, was unser Ziel des bezahlbaren Wohnens unterstreicht“, sagt Stephan Greiner-Petter, Geschäftsführer der REWOGE. Der Solarstrom soll direkt vom Dach zu den Mietern gelangen. Dadurch entfallen Netzentgelte und Stromsteuer. Aus diesem Grund ist der Strom mindestens zehn Prozent günstiger als der des lokalen Grundversorgers – gesetzlich garantiert durch das Mieterstromgesetz.

In Rheinsberg wird eine Preisminderung von aktuell 15 Prozent im Gegensatz zum Grundversorger erreicht. Wenn die Sonne nicht scheint, liefert der Mieterstromanbieter Ökostrom aus Wasserkraft, da er auch den Stromverkauf an die Mieter übernimmt. Das Konzept verfolgt Stephan Greiner-Petter weiter und hat für das kommende Jahr weitere Projekte geplant. Beispielsweise sollen nach einer Dachsanierung zirka 250 Kilowatt peak Solaranlagen auf weiteren Dächern errichtet werden. „Das Mieterstromprojekt Rheinsberg ist ein Paradebeispiel dafür, wie Kommunen nachhaltig agieren können, damit auf das Erfordernis von mehr Klimaschutz einzahlen und gleichzeitig ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, günstigen und lebenswerten Wohnraum anzubieten“, sagt Daniel Fürstenwerth, Geschäftsführer von Solarimo.

Die Kommune Rheinsberg hat sich seit 1990 den Klimaschutzzielen der UNO verpflichtet. Die REWOGE setzt diese Strategie seit Jahren durch energetische Sanierung ihrer Gebäude, nachhaltige Wärmeversorgung in Kooperation mit den Rheinsberger Stadtwerken sowie Umwelt- und Naturschutzprojekte um. Dabei verfolgt sie einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz, der deutlich macht, dass Klimaschutz beim Wohnen durchaus bezahlbar sein kann. Im März dieses Jahres wurde die REWOGE für ihr Engagement mit dem zweiten Platz des BBU ZukunftsAwards 2020 prämiert. Quelle: Solarimo / al

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Energieberater sehen sich ausgelastet

3. Mai 2020 - 7:31

38 Prozent der Befragten des DEN erklärten, ihre Aufträge innerhalb der kommenden drei Monate abgeschlossen zu haben. Mehr als 52 Prozent gaben an, für die nächsten drei bis sechs Monate oder gar bis zum Jahresende Arbeit zu haben. Dieses Ergebnis steht dem einer Blitzumfrage des Branchenverbands GIH Ende März deutlich entgegen. Zu dem Zeitpunkt bewerteten dessen Mitglieder die Lage zwar noch relativ ausgeglichen. Allerdings befürchteten vier von fünf Energieberatern, dass das Auftragsaufkommen im April einbrechen werde, fasste damals der Bundesvorsitzende Jürgen Leppig zusammen. Insgesamt blickten rund 78 Prozent der Befragten mindestens skeptisch in die Zukunft. Davon rechneten mehr als elf Prozent sogar mit einer existenzbedrohenden Situation.

Dahingegen holt ein Drittel der Befragten des Energieberater-Netzwerks Aufträge wie bisher ein, ein weiteres Drittel sieht einen leichten und nur das restliche Drittel einen drastischen Rückgang. Diejenigen, die für öffentliche Auftraggeber tätig sind, sehen dort Zurückhaltung bis deutliche Zurückhaltung bei Auftragsvergaben.

Ein knappes Fünftel der befragten DEN-Mitglieder gab an, Corona-Soforthilfen des jeweiligen Bundeslandes beantragt zu haben. Sieben Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Büros sind in Kurzarbeit, weitere 8,5 Prozent erwägen diesen Schritt. 84,5 Prozent hingegen wollen keine Kurzarbeit einführen.

Allerdings wirken sich auch bei den im DEN organisierten Energieberatern die Corona-Einschränkungen direkt auf den Arbeitsalltag aus. Mehr als die Hälfte der Büros gaben an, Veranstaltungen oder Reisen abgesagt zu haben. Ein Drittel der Energieberater beziehungsweise ihrer Mitarbeiter sei im Home Office tätig.

Digitale Konferenzen und Beratungen bieten bereits 54 Prozent der befragten Büros an. 70 Prozent können sich sogar vorstellen, die Möglichkeiten der digitalen Energieberatung auch nach der Corona-Krise beizubehalten.

Als hilfreich werten die Büros laut DEN die zinsfreie Stundung von Steuerzahlungen, Verbesserungen der Abschreibungsbedingungen sowie ein Vorziehen der für 2021 geplanten Abschaffung des Solidaritätszuschlags und Ausweitung auf alle Steuerzahler. Weniger hilfreich sei in dieser Situation die Bereitstellung ausreichender Mittel in Form von Kredithilfen und Bürgschaften. Quelle: DEN / al

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Broschüre erklärt Steuerförderung für Modernisierung

30. April 2020 - 7:14

Seit dem 01.01.2020 können Besitzer von selbstgenutztem Wohneigentum - Haus oder Eigentumswohnung - die Kosten einer energetischen Modernisierung ihrer Immobilie teilweise von der Steuer abziehen. Abziehbar sind 20 Prozent der Kosten verteilt auf drei Jahre. Die Randbedingungen wurden vom Gesetzgeber bewusst „einfach“ gestaltet. So muss die Maßnahme weder vor Beginn „angemeldet“, noch muss ein externer Gutachter oder Energieberater eingeschaltet werden. Dennoch gibt es natürlich Vorgaben, die einzuhalten sind, um die steuerliche Förderung in Anspruch nehmen zu können.

Eigentümer, die Näheres zu der Förderung wissen wollen, wenden sich in der Regel an ihren Steuerberater. Um einen ersten Überblick über die einzuhaltenden Kriterien zu gewinnen, kann im Beratungsgespräch auf eine neue Broschüre des Verbandes für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) verwiesen werden, die sich speziell an Eigentümer wendet. Dort sind neben den formalen auch die bautechnischen Anforderungen zusammengestellt. Das bloße Einhalten der ohnehin geltenden gesetzlichen Bestimmungen reicht nämlich nicht. Gefördert werden nur Maßnahmen, die über das gesetzliche Maß hinausgehen. Dies ist jedoch in den meisten Fällen durchaus sinnvoll und auch wirtschaftlich. Die moderaten Mehrkosten werden nach Auskunft des VDPM durch die Förderung und die Energieeinsparung kompensiert. Dort, wo es Gründe gibt, von den bautechnischen Anforderungen abzuweichen, ist auch dies möglich. Das alles ist in der Broschüre des VDPM kompakt und verständlich zusammengefasst.

Ergänzende Kriterien

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat ergänzend dazu folgendes Kriterium benannt: Gemäß § 35c Absatz 1 Satz 7 EStG kann die Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nur in Anspruch genommen werden, wenn durch eine nach amtlichem Muster erstellte Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens nachgewiesen wird, dass die Voraussetzungen des § 35c Absatz 1 Sätze 1 bis 3 EStG sowie die Anforderungen nach der Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung – ESanMV) erfüllt sind.

Für diese Bescheinigung hat das BMF ein Muster veröffentlicht. Der VDPM hat daraus ein ausfüllbares Dokument gemacht und stellt dieses allen Interessierten zur Verfügung.

Die VDPM-Broschüre „Steuern sparen“ ist ebenso wie das Muster der Erklärung des Fachunternehmens als PDF abrufbar unter www.vdpm.info. Gedruckte Exemplare der Broschüre werden auf Anfrage ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Quelle: VDPM/wh

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Finalisten für dena-Modellvorhaben ausgewählt

29. April 2020 - 7:27

Energiespar-Contracting sei ein wichtiger Beitrag für die Energiewende im Gebäudebereich. Die öffentliche Hand könne so die CO2-Emmissionen und Energiekosten ihrer Gebäude nachhaltig und garantiert zu senken, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Gerade jetzt, wo es angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit stabilisierende Wirtschaftsmaßnahmen braucht, ist das Modell sinnvoll: Es bietet für Auftraggeber hohes Einsparpotential bei geringem Aufwand, davon profitieren beide Vertragspartner – und die Umwelt."

Beim Energiespar-Contracting planen und finanzieren externe Dienstleister, sogenannte Contractoren, energetische Sanierungsmaßnahmen und setzen diese mit einer Garantie auf Einsparung für die Bauherren um. Sie kümmern sich, wenn gewünscht, um die Instandhaltung der Technik und eine optimierte Betriebsführung. Für die Dienstleistung und getätigte Investitionen erhalten sie einen Teil der Kosteneinsparung. Das finanzielle Risiko sowie die Organisation und Umsetzung der Einsparmöglichkeiten liegen laut dena allein beim Energiedienstleister.

Finalisten werden zwei Jahre lang begleitet

Die Finalisten sind die Städte Pinneberg (Schleswig-Holstein), Ratingen (Nordrhein-Westfalen), Weil der Stadt und Konstanz (beide Baden-Württemberg), die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte (Mecklenburg-Vorpommern), Nordsachsen (Sachsen), Oder-Spree (Brandenburg) und Unstrut-Hainich (Thüringen) sowie die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Liegenschaften umfassen mehr als 160 Gebäude, darunter Schulen, Berufsschulzentren, Verwaltungsgebäude, Produktionsgebäude, Sportstätten, Gebäude von Polizei und Justizvollzugsanstalten und ein Schloss. Sie profitieren von der kostenfreien Begleitung durch ESC-Projektentwickler für zwei Jahre.

Die Energiespar-Contracting-Modellprojekte sollen anderen Kommunen und Ländern Vorbild für eigene Modernisierungspläne sein. Außerdem trage der zweijährige Prozess dazu bei, ESC-Wissen bei der öffentlichen Hand sowie regionalen Akteuren aufzubauen und Impulse für die Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen zu geben. Die Modellprojekte sind in ein Netzwerk aus regionalen Contracting-Experten mit regelmäßigem fachlichem Austausch eingebunden. Quelle: dena / al

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Sanierungsfahrplan könnte Alternative zum Energieausweis sein

28. April 2020 - 11:24

Lothar Fehn Krestas, Leiter der Unterabteilung Bauwesen im Bundesinnenministerium, Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik im Bundeswirtschaftsministerium, Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender des GIH, Rolf Möhlenbrock, Leiter der Steuerabteilung im Bundesfinanzministerium, Linus Steinmetz, Sprecher von Fridays for Future, Kai Warnecke, Präsident des Hausbesitzerverbands Haus und Grund kamen bei der virtuellen Podiumsdiskussion zu Wort.

Energieausweise bleiben umstritten

Dabei zeigte sich, das Thema Energieausweise nach wie vor in heißes Eisen ist. Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis ist ein Punkt, an dem sich Energieberater und Wohnungswirtschaft uneins sind. „Der Bedarfsausweis erlaubt die Vergleichbarkeit“ argumentierte Jürgen Leppig. Warnecke widersprach vehement. Durch die unterschiedlichen möglichen Berechnungsverfahren gebe es eben keine Vergleichbarkeit, und zudem bilde der Bedarfsausweis nicht die Realität ab. Wichtiger als eine Kenngröße, die wenig Bezug zur gelebten Realität habe sei für Hausbesitzer doch eine Ansage, was für ihr Gebäude ein Pfad sein kann, der dazu führt, dass dieses mit den Klimazielen 2050 kompatibel ist. Er plädierte in einem überraschenden Vorstoß dafür, den gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplan als Alternative zum Energieausweis zu entwickeln. Er stieß damit in der Runde auf Erstaunen, aber auch auf offene Ohren.

Thorsten Herdan sprach sich ebenfalls für eine klare Anleitung für den Gebäudebesitzer aus, „dieser muss dann entscheiden, was er tun will.“ Sowohl Bedarfsausweis als Verbrauchsausweis führten ins Nirwana. Die Frage sei, ob man sie in Richtung Sanierungsfahrplan entwickeln könne ohne dass eine Hürde geschaffen werde die dazu führe, dass gar nichts passiere. Derzeit wird die Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplan für Ein- und Zweifamilienhäuser mit 1300 Euro, in Mehrfamilienhäusern mit bis zu 1700 Euro bezuschusst. Förderfähig sind 80 Prozent der Kosten. Linus Steinmetz sprach sich dafür aus, die verpflichtende Beratung auszuweiten. Die für Wohngebäude benötigte Energie sei beim Klimaschutz ein zentrales Thema, so der Aktivist.

Wiederaufbau nach Corona für Klimaschutz nützen

Debattiert wurde auch die Frage, wie sich die derzeit hohen Kosten der Bewältigung der Corona-Krise auf Maßnahmen zum Klimaschutz im Gebäudebereich auswirken. „Wir müssen mittel- und langfristig Signale an die Bauwirtschaft senden, dass sie sich traut, Kapazitäten aufzubauen“, mahnte Fehn Krestas. Sonst könne es zu Kapazitätsengpässen und Preisdruck kommen. Derzeit, so Thorsten Herdan, gebe es noch eine ungebrochene Nachfrage, die Zahl der Energieberatungen sei so hoch wie noch nie. Es gebe derzeit viele Anfragen, so Jürgen Leppig aus dem GIH. Dabei ist das Bild aber nicht eindeutig, in einer Umfrage des GIH sprachen 11 Prozent der Befragten Energieberater von Existenzsorgen durch Corona. Das sind aber derzeit nur Momentaufnahmen, eine Befragung des DEN kam zum Ergebnis dass die Berater gut zu tun haben.

Derzeit, so Herdan aber auch, stehe die energetische Sanierung sicher nicht im Mittelpunkt, unter anderem auch deshalb, weil die Preise für Öl und Gas auf einem Tiefststand seien. Bei vermieteten Objekten rechnet Warnecke mit Zurückhaltung bei Sanierungsmaßnahmen. Vermieter müssten damit rechnen, dass Mieter Miete und Nebenkosten nicht oder nur verspätet bezahlen. Deshalb würden im Moment nur unbedingt notwendige Reparaturen ausgeführt und umfangreiche Sanierungen eher zurückgestellt.

Steuerbonus für energetische Sanierung

Ein Diskussionspunkt war auch die steuerliche Förderung für Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung die es seit Anfang des Jahres gibt. „Wir sollten damit ein Instrument schaffen, das einfach und schlank ist“, betonte Rolf Möhlenbrock vom Bundesfinanzministerium. Eine verpflichtende Einbeziehung eines Energieberaters habe man in Erwägung gezogen, sich aber in der Debatte darauf geeinigt, die Hürden möglichst niedrig zu halten.

Jürgen Leppig sieht aus Sicht der Verbraucher klare Vorteile der KfW-Förderung: Das Geld fließt sofort und nicht in drei Tranchen mit den jeweiligen Steuererklärungen. Auch sei bei KfW-Maßnahmen die Qualitätssicherung durch die Bestätigung der Korrektheit der Maßnahme nach Durchführung gegeben, bei einer Prüfung durch die Finanzämter sei das nicht der Fall. Zudem warnte er vor einer Doppelförderung. Die sei durch die Zusicherung des Steuerpflichtigen, dass er keine andere Mittel in Anspruch nehme ausgeschlossen, so Möhlenbrock.

Thorsten Herdan mahnte zur Geduld. Man müsse erst einmal Erfahrungen sammeln mit dem Instrument, dann könne man gegebenenfalls nachsteuern. Vor allem bei einfachen Maßnahmen wie einer Dämmung der obersten Geschossdecke oder dem Tausch von Fenstern oder Türen können er sich vorstellen, dass das gut funktioniere. Im übrigen könne ja jeder einen Energieberater einschalten der möchte. von Pia Grund-Ludwig

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Green Deal für Konjunkturprogramme am Bau geeignet

28. April 2020 - 7:00

"European Green Deal: Geeignete Grundlage für Konjunkturprogramme im Kontext der Corona-Krise?" heißt das Papier, das eine Übersicht der bisher gesteckten Ziele zeigt und sie wissenschaftlich einschätzt. Der Green Deal, ein Wegweiser für eine nachhaltige EU-Wirtschaft, kann als zentrales Innovations- und Transformationsprogramm Europas für die erste Hälfte dieses Jahrhunderts angesehen werden, heißt es von Seiten des Instituts. Der Umbau der bestehenden Systeme ist allerdings mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden. "Daher ist es entscheidend, dass sich die Post-Corona-Konjunkturprogramme an den Zielen des European Green Deal ausrichten", sagt Professor Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts. Es müsse sichergestellt werden, dass die teilweise noch wenig konkreten Vorgaben präzisiert würden, um hinreichend ambitionierte Ziele erreichen zu können.

Das Autorenteam kam zu dem Ergebnis, dass die EU-Kommission sich explizit zum Pariser Klimaschutzabkommen bekennt und damit eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf "well below 2 Grad and to pursue efforts to limit it to 1,5 Grad" anstrebt. Allerdings: "Sie grenzt das Temperaturintervall selbst aber nicht weiter ein, sondern fokussiert stattdessen auf die Vorgabe 'Netto-Null-Emissionen bis 2050' erreichen zu wollen", sagt Johannes Thema, Projektleiter im Forschungsbereich Energiepolitik in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut.

EU-Kommission Sonderbefugnisse einräumen

Vorliegende Analysen zeigen, dass die Zielsetzung "well below 2 Grad" unter dieser Voraussetzung sowie etwa bei einer zeitnahen und schnellen Reduktion der Emissionen und negativen Emissionen nach 2050 eingehalten werden kann. Für das 1,5-Grad-Ziel scheint dies allerdings nur unter deutlich weitergehenden Bedingungen möglich. "Von zentraler Bedeutung sind dabei konkrete kurzfristige Maßnahmen zur Emissionsreduktion, also eine deutliche Ambitionssteigerung bis 2030", erklärt Johannes Thema. Das bisher nur angekündigte Vorhaben, das bestehende Zwischenziel der EU für 2030 von 40 Prozent Reduktion gegenüber 1990 auf 50 bis 55 Prozent anzuheben sei unbedingt notwendig. Anpassungen seien vermutlich auch für den Zeitraum nach 2030 notwendig. Dafür sollten Sonderbefugnisse für die EU-Kommission zur Definition weiterer Zwischenziele nach 2030 und der Erarbeitung von Richtlinien zur Zielerreichung eingeräumt werden.

Um das Ambitionsniveau der Europäischen Union (EU) einzuordnen, sollten laut den Autoren die europäischen Klimaziele durch europäische Emissionsminderungen und nicht durch Kompensationsmechanismen außerhalb der EU erreicht werden sollten. Dafür fehlten bisher explizite Vorgaben in den bekannten Veröffentlichungen der EU, kritisiert Manfred Fischedick: "Die entsprechenden Spezifikationen für den European Green Deal müssen durch das von der EU-Kommission angekündigte umfangreiche Paket mit über 40 Gesetzen, Initiativen und Strategien in den nächsten Jahren erfolgen." Quelle: Wuppertal Institut / al

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Corona und Bau

27. April 2020 - 7:56

„Unsere Umsatzprognose für 2020 von Ende 2019 ist angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht mehr haltbar - trotz der vergleichsweise guten Umsatzzahlen in den ersten zwei Monaten 2020. Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass unsere Branche im Gesamtjahr 2020 lediglich das nominale Umsatzniveau von 2019 erreichen wird. Im Dezember 2019 waren wir noch von einem nominalen Umsatzplus von 5,5 % ausgegangen. Angesicht der zunehmenden Meldungen über Auftragsstornierungen, ausbleibende Ausschreibungen und Behinderung der Bautätigkeit wird ein Umsatzplus zunehmend unrealistisch.“ Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die in der neuesten Ausgabe des Aktuellen Zahlenbildes veröffentlichten Konjunkturindikatoren für die Bauwirtschaft. Demnach sei der Umsatz* im Februar um 11,3 % (real: + 7,9 %) gestiegen, für die ersten zwei Monate ergebe sich damit ein Plus von nominal 12,6 % (real: + 8,9 %). Die Bedeutung der ersten zwei Monate sei aber vergleichsweise gering, diese würden noch nicht einmal 10 % der gesamten Jahresbauleistung ausmachen.

Babiel: „Hinzu kommt, dass die Bauunternehmen vermehrt über eine Behinderung ihrer Bautätigkeit berichten. Fast 60 % der von uns befragten Mitglieder sind von Corona-bedingten Einschränkungen betroffen. Neben Baustellenschließungen, einem hohen Krankenstand, zunehmender Kosten aufgrund eines höheren Organisationsaufwandes sowie fehlender Materiallieferungen machen ihnen auch ausbleibende Nachunternehmer aufgrund von Grenzschließungen zu schaffen. Aus diesem Grund rechnen wir damit, dass sich die Umsätze spätestens ab April schlechter entwickeln werden.“

„Die Baubetriebe sind zwar mit einem sehr hohen Auftragsbestand* in das neue Jahr gestartet, wir befürchten aber, dass dieser zunehmend abschmilzt. Schließlich berichtet nahezu jedes vierte Bauunternehmen von Stornierungen, 45 % von sinkender Nachfrage bzw. fehlender Ausschreibungen, vor allem im kommunalen Bereich“, führt Babiel weiter aus. Da helfe auch das Orderplus* in den ersten zwei Monaten dieses Jahres nicht viel (nominal: + 4,4 % %, real: + 1,0 %). Für Februar hätten die Baubetriebe auch lediglich eine nominale Stagnation (real: - 2,8 %) im Vergleich zum Vorjahresmonat gemeldet, im Vormonatsvergleich hat das Statistische Bundesamt sogar einen (preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigten) Rückgang von 7,7 % berechnet.

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Corona-Krise macht Klima-Wohngeld um so notwendiger

26. April 2020 - 7:55

Mit Beginn der CO2-Bepreisung soll ab 1. Januar 2021 eine Entlastung der Wohngeldhaushalte erfolgen, indem das Wohngeld um durchschnittlich 15 Euro pro Monat erhöht werden soll. „Dem stehen aber durch die geplante CO2-Bepreisung entsprechend höhere Heizkosten gegenüber“, kritisiert die Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz. „Bei einem CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne ab dem Jahr 2021 sollte das Wohngeld entsprechend um 25 Prozent erhöht werden. Angesichts des schrittweisen Anstiegs des CO2-Preises auf 55 Euro pro Tonne bis zum Jahr 2025 muss der Wohngeldaufschlag außerdem dynamisiert werden“.

Zumindest Teile der Heizkosten werden bei der Berechnung der zu berücksichtigenden Miete beim Wohngeld mit angerechnet. „Das kann aber nur ein erster Schritt sein. Vielmehr müssen die Wohnkosten insgesamt Grundlage für die Wohngeldberechnung werden. Die Heizkosten müssen bei der Festlegung der zu berücksichtigenden Miete bzw. der Höchstbeträge angerechnet werden, zum Beispiel über eine Heizkostenkomponente in einer Größenordnung von 1 Euro/qm, ggf. differenziert nach Energieträgern“, kommentiert Weber-Moritz. „Von einer solchen Regelung würden insbesondere auch Wohngeldempfänger-Haushalte profitieren, die in einfachen und preiswerten Wohnungen leben, aufgrund des energetischen Zustandes des Hauses aber überdurchschnittlich hohe Heizkosten zahlen“.

Mieter haben keinen Einfluss auf einen Austausch der Heizungsanlage oder bauliche Effizienzmaßnahmen. Entsprechende energetische Sanierungsmaßnahmen, die durch die CO2-Bepreisung angestoßen werden sollen, kann allein der Vermieter veranlassen. Der aber wird nach der jetzigen Rechtslage von einer CO2-Bepreisung überhaupt nicht betroffen.

„Eine CO2-Bepreisung, die lediglich die Heizkosten verteuert, führt im Mietwohnungsbereich nicht zu den gewünschten energetischen Sanierungen. Nur wenn derjenige, der die Möglichkeit der energetischen Ertüchtigung in der Hand hat, also der Vermieter, den CO2-Preis zahlen muss, kann eine Lenkungswirkung eintreten“, so Weber-Moritz.

"In Zeiten zusätzlicher Herausforderungen durch die Corona-Krise ist die Einführung einer CO2-Komponente im Wohngeld eine wirksame Teilmaßnahme für ein Abfedern sozialer Härten. Sie muss allerdings um eine echte Klimakomponente ergänzt werden. Denn durch den zusätzlichen Bedarf an energetischen Modernisierungsmaßnahmen, um die Klimaziele zu erreichen, ist eine weitere Entlastung der Mieterinnen und Mieter angesichts steigender Wohnkosten erforderlich", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Der jetzt diskutierte Gesetzentwurf sieht eine nach Haushaltsgröße gestaffelte CO2-Bepreisung vor. Die Entlastung durch eine CO2-Komponente wird mit 0,30 Euro je Quadratmeter Richtfläche pro Monat angesetzt. Für einen Zweifamilienhaushalt führt das voraussichtlich zu einer durchschnittlichen Erhöhung des Wohngeldes um rund 12 Euro im Monat, das sind 144 Euro pro Jahr. Insgesamt soll das Wohngeldvolumen damit um 10 Prozent erhöht werden.

Die Finanzierung und die Refinanzierung der notwendigen Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung bleiben dabei aber weiterhin völlig ungeklärt. Viele Mieter haben bereits jetzt eine Wohnkostenbelastung von über 30 oder gar 40 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens. Und zusätzliche energetische Modernisierungsmaßnahmen werden auch bei einer CO2-Bepreisung dazu führen, dass die zur Refinanzierung nötige Mieterhöhung größer ist als die mögliche Energiekosteneinsparung bei den Mietern. Die Warmmieten steigen also weiter. Hier würde eine Klimakomponente im Wohngeld ansetzen. Sie ermöglicht die energetische Modernisierung von Gebäuden, in denen Haushalte mit niedrigen Einkommen wohnen, ohne diese zu überlasten.

Angesichts anhaltender Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wies GdW-Chef Gedaschko erneut auf die hohe Bedeutung des Wohngeldes als sozial- und wohnungspolitisches Instrument hin. Mieterinnen und Mieter in Zahlungsschwierigkeiten sollten ihren möglichen Anspruch auf Wohngeld unbedingt bei der an ihrem Wohnort zuständigen Behörde klären. Der Bund hat hier kürzlich einen deutlich erleichterten Zugang zum Wohngeld auf den Weg gebracht.

Auch Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke verwies auf die Bedeutung des Wohngeldes für Personen mit niedrigem Einkommen. „Gerade jetzt in Krisenzeiten zeigt sich, wie wertvoll dieses Instrument ist, um beispielsweise von Kurzarbeit Betroffene bei den Wohnkosten zu entlasten.“ Der Verbandspräsident ergänzte, dass das Wohngeld insgesamt besser bekannt gemacht werden sollte, gerade mit Blick auf die Corona-Krise. Vielen Mietern und selbstnutzenden Eigentümern sei das Wohngeld gar nicht bekannt, obwohl sie möglicherweise berechtigt wären. pgl

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Studie zeigt wie Smart Homes CO2-Fußabdruck vermindern

26. April 2020 - 7:50

Diese zeichnet ein differenziertes Bild vom Stromverbrauch der intelligenten Haustechnik. So erhöht smarte Technik zwar den Stromverbrauch, doch der so entstehende CO2-Effekt kann durch Einsparungen beim Heizen überwogen werden. Das gilt laut Studie selbst dann, wenn neben Technik, die Heizenergie spart, auch Geräte aus dem Komfort- und Sicherheitsbereich im Einsatz sind. "Unterm Strich kann auch ein voll vernetztes Smart-Home beim Energieverbrauch ein Plus fürs Klima bringen", erklärt David Schick, Referent für die digitale Energiewende bei der Verbraucherzentrale NRW. Entscheidend sei, welche Geräte zum Einsatz kämen.

Zur Energieeinsparung trägt eine intelligente Steuerung vor allem von Heizung, Rollläden und Beleuchtung bei. Im Beispielfall eines von zwei Personen bewohnten Einfamilienhauses mit Ölheizung lassen sich so trotz erhöhten Stromverbrauchs rund zehn Prozent der CO2-Emissionen vermeiden. Kommen zusätzlich Komfortanwendungen wie smarte Lautsprecher und Saugroboter sowie Sicherheitstechnik wie Kameras hinzu, steigt der Strombedarf. Der positive Effekt fürs Klima wird kleiner. Auch in diesem Beispiel sinkt der energiebezogene CO2-Ausstoß des Haushalts im Saldo aber noch um sieben Prozent. Der Beispielhaushalt der Studie spart beim alleinigen Einsatz der Energiespartechnik 142 Euro pro Jahr. Läuft aber die Vollausstattung mit Kameras, Saugroboter und weiterer smarter Technik, schrumpft dieser Wert durch den zusätzlichen Stromverbrauch auf weniger als zwei Euro. Noch gar nicht eingepreist sind dabei die Kosten für die 59 Batterien, die das umfassende Szenario benötigt.

Studie liefert belastbare Richtwerte

Die konkreten Einsparpotenziale im einzelnen Haushalt würden von vielen Annahmen und Bedingungen abhängen, ordnet Schick die Beispielrechnungen ein. Die Studie lege aber Durchschnittswerte aus wissenschaftlichen Untersuchungen zugrunde und liefere so belastbare Richtwerte. Zudem seien für diese Studie erstmals überhaupt die genauen Werte für den Stromverbrauch der smarten Technik ermittelt worden. "Bei der aufwändigsten Ausstattung in unseren Szenarien müssen Haushalte mit einem zusätzlichen Verbrauch von gut 560 Kilowattstunden pro Jahr rechnen – das dürfte den wenigsten bewusst sein“, sagt Schick. Eine übersichtliche Kennzeichnung des Stromverbrauchs einzelner Smart-Home-Geräte gebe es bislang nämlich nicht, wie das Ökoinstitut in der Studie hervorhebt. Hier bestehe Verbesserungsbedarf.

Schick rät den Verbrauchern daher: „Wer viele Anwendungen nutzen will, sollte so wenige verschiedene Systeme wie möglich einsetzen.“ Jedes System habe eine eigene Steuereinheit. Diese Komponenten sind nach den Erkenntnissen der Studie wesentlich für den Stromverbrauch verantwortlich. Ratsam sei deshalb eine vorausschauende Planung für möglichst nur ein System, das sich auch nachträglich ausbauen und umrüsten lasse, erklärt Schick. Quelle: Verbraucherzentrale NRW / al

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Intelligente Gebäudetechnologie schützt Klima

24. April 2020 - 7:58

Die energetische Sanierung von Gebäuden nimmt bisher hauptsächlich Maßnahmen zur Wärmedämmung der Gebäudehülle, der Erneuerung der Heizungstechnik sowie der Umstellung auf regenerative Brennstoffe in den Blick, stellen die Autoren fest. Dabei eröffnet die Digitalisierung mit der Gebäudeautomation neue Optionen, um die Emission von Treibhausgasen durch Gebäude kostengünstig zu reduzieren, fasst das Bordersetp Institut in seiner Kurzstudie "CO2-Minderungspotentiale im Wohngebäudesektor durch Gebäudeautomation" zusammen.

So empfehlen die Autoren die Gebäudeautomation im Gebäudeenergiegesetz (GEG) aufzunehmen. Eine weitere Forderung ist die Zuschussförderung von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung für vermietete Wohnungen in Anlehnung an die klaren Regelungen für selbstgenutztes Wohneigentum. Die Betriebskosten-Verordnung sollte bezüglich der Umlagefähigkeit der Kosten für die Miete und anderer Arten der Gebrauchsüberlassung einer Ausstattung mit Gebäudeautomationssystemen ergänzt werden. Schließlich sollte sich im GEG eine bessere Anrechenbarkeit der Gebäudeautomation niederschlagen.

Potential liegt im mehrgeschossigen Wohnungsbau

Zwischen 2,1 und 7,5 Miollionen Tonnen CO2-Äquivalente könnten je nach Ausstattungsgrad eingespart werden, rechneten die Autoren aus. Die Chancen der Gebäudeautomation beginnen dem Papier nach dort, wo bei baulichen Sanierungsmaßnahmen die vorab ermittelte Energieminderungen aufgrund von mangelhafter Ausführung oder ungünstigem Nutzerverhalten nicht erreicht wurden. "Betrachtet man die CO2-Minderung im Sektor der Bestandwohngebäude vor dem Hintergrund der CO2-Vermeidungskosten, so wird deutlich, dass das Potential im mehrgeschossigen Wohnungsbau volkswirtschaftlich am günstigsten mobilisiert werden kann", heißt es in der Studie. Die Autoren halten fest, dass bezogen auf die Kosten dort die größten Minderungen an CO2-Emissionen realisiert werden könnten.

Zudem werde deutlich, dass bei einer Ausstattung von vier Prozent des Bestands an Ein- und Zweifamilienhäuser und sechs Prozent des Bestands an Mehrfamilienhäusern Minderungen von 7,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2030 erreicht werden können. "Damit würde die Gebäudeautomation die nach dem Klimaschutzprogramm verbleibend Lücke von 18 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten um rund 40 Prozent verringern." Quelle: Smart Living / Borderstep Institut / al

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System versorgt Gebäude ausschließlich mit regenerativer Energie

23. April 2020 - 8:15

Das geplante Versorgungssystem setzt auf erneuerbare Energien. Zentraler Bestandteil ist ein photovoltaisch-thermischer Kollektor (PVT), der auf Dächern und an Fassaden von Häusern installiert werden kann. Mittels Solarstrom, solarer Wärme und Umweltkälte kann der PVT-Kollektor sowohl Strom und Wärme als auch Kälte erzeugen. „Tagsüber wandelt das System Sonnenenergie in Strom und Wärme um und nachts nutzt es Umweltkälte – im Wesentlichen durch Strahlungsaustausch mit dem kalten Nachthimmel“, erläutert Gerrit Sonnenrein, Geschäftsführer des „Kompetenzzentrums für Nachhaltige Energietechnik“ (KET) der Universität Paderborn. Eine ebenfalls im System integrierte Wärmepumpe sorgt dafür, dass die im Gebäude erreichten Temperaturen bei Bedarf angehoben oder abgesenkt werden können. Wärme- und Kältespeicher überbrücken die Fehlzeiten zwischen Energieerzeugung und -bedarf. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört ebenfalls zum System.

Regenerative Lücke verkleinern

Da es sich ausschließlich aus regenerativen Energien speist, könnte laut den Forschern diesem Gesamtsystem künftig eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung zukommen. Während der Strom in Deutschland bereits zu einem großen Teil aus erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft erzeugt werde, steckten hinter Heizungen und Warmwasserversorgung noch immer Anlagen, die überwiegend mit Erdgas und -öl betrieben würden, bei denen Treibhausgasemissionen entstehen. Diese „regenerative Lücke“ bei der Wärmeversorgung könnte das neue System verkleinern, hoffen die Wissenschaftler.

Das neue Versorgungssystem soll hochenergieeffizient sein. „Bei möglichst geringem Energieverbrauch wird das System die selbsterzeugte regenerative Energie optimal nutzen und den Eigenbedarf des Nutzers – etwa an Strom und Wärme – umfänglich decken“, beschreibt der wissenschaftliche Mitarbeiter Matti Grabo. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen könnten mit dem Versorgungssystem Geld sparen, da es beispielsweise in den Bereichen Heizen und Kühlen den Energieverbrauch senke. „Die intelligente Steuerung und der Einsatz innovativer Speicher in unserem System könnten außerdem die Versorgungsnetze entlasten. Je nach Energiebedarf eines Gebäudes sorgen sie dafür, dass beispielsweise überschüssiger Strom aus öffentlichen Netzen genutzt wird“, sagt Sonnenrein.

System über Steuereinheit bedienen

Das Versorgungssystem mit PVT-Kollektor und Wärmepumpe soll über eine zentrale Steuereinheit bedienbar sein. Diese soll laut Grabo Bedienung, Regelung, Monitoring, Visualisierung und Energiemanagement enthalten. Außerdem sollen Wettervorhersagemodelle integriert werden.

Im Forschungsprojekt wird mit Experten aus dem Baugewerbe, Architekten, Heizungs-, Klima-, Regelungs- und Solartechnikern sowie mit Fachleuten für thermische Energiespeicherung zusammen gearbeitet. In einer ersten Praxisphase werde es an Testgebäuden erprobt. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund drei Millionen Euro gefördert. Quelle: Universität Paderborn / al

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Vollzug der Energieeinsparverordnung bleibt ein Flickenteppich

22. April 2020 - 13:11

Die Regelwerke aus Energieeinspar- und Erneuerbare-Wärme-Gesetzen verschmelzen im neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG). Das soll das Energierecht vereinfachen und einfacher handhabbar machen. Der Vollzug liegt bei den Ländern. Ziel des Projekts war es, die Möglichkeiten zur Ausgestaltung von Rechtsvorschriften für den Vollzug des gebäudebezogenen Energierechts herauszuarbeiten und Vorschläge für die Länder abzuleiten. Im Mittelpunkt standen dabei die Vorgaben für den Vollzug der Anforderungen an Neubauten.

„ Die Gesamtsituation der Vollzugsbestimmungen für die EnEV-Anforderungen an neu zu errichtende Gebäude (…) ist außerordentlich unübersichtlich, weil die Länder sehr uneinheitlich vorgehen und sich vieles selbst dort im Detail unterscheidet, wo es die eine oder andere Gemeinsamkeit gibt“, beschreibt das Projekt den Ist-Zustand in den Ländern. Eine der Grundlagen der Vollzugsbestimmungen ist, wie die Vorlagepflicht zur Einhaltung der EnEV-Vorgaben gestaltet ist. Ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist, wem die Unterlagen vorzulegen sind,  Behörde oder einem bestimmten Sachverständigen. Außerdem ist wichtig,was vor Baubeginn zu prüfen ist und wie die Bauausführung selbst überwacht wird.

Regeln der Länder unterscheiden sich stark

Aufbauend auf diesen Fragen konnten die Experten vier Ländergruppen identifizieren. Zur Gruppe 1 gehören Länder, „in denen Nachweise in bauordnungsrechtlichen Verfahren als/wie bautechnische Nachweise behandelt werden.“ Dazu gehören Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein. Kennzeichnend für diese Länder ist, dass der Nachweis für die Einhaltung der EnEV-Neubauanforderungen entweder als oder wie ein bautechnischer Nachweis in Baugenehmigungsverfahren bei der unteren Baubehörde einzureichen ist – so dass der Nachweis vor Baubeginn in der Planungsphase erstellt werden muss. Die Unterlagen müssen vorliegen, es erfolgt aber  keine Prüfung.

Bei einer zweiten Gruppe besteht die Pflicht zur Erstellung von Nachweisen und Vorlage auf Verlangen bei der Baubehörde. Das ist in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt der Fall. Dort sind die Bauherren verpflichtet, von einer bestimmten Anforderungen unterliegenden fachkundigen Person Nachweise zur Einhaltung der EnEV-Neubauanforderungen erstellen zu lassen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. Zuständig ist in beiden Ländern die untere Baubehörde. Eine Verknüpfung mit bauordnungsrechtlichen Verfahren ist nicht vorgesehen. In Baden-Württemberg ist dieser Nachweis bei etwaigen Änderungen in der Bauausführung anzupassen ist und spätestens nach Fertigstellung dem Bauherren zu übergeben. In Sachsen-Anhalt ist der Nachweis ist auf Verlangen der zuständigen Baubehörde vorzulegen.

Nur teilweise gilt das 4-Augen-Prinzip bei der Kontrolle

Eine dritte Gruppe aus den Ländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen delegiert den EnEV-Vollzug hinsichtlich der Neubauanforderungen für einen mehr oder weniger großen Teil der Bauvorhaben an anerkannte Sachverständige. Teilweise gilt dabei das Vier-Augen-Prinzip, aber nicht überall. In Nordrhein-Westfalen dürfen Personen, die „staatlich anerkannte Sachverständige“ sind, beim gleichen Projekt Entwurfsverfasser und Sachverständige sein. Die Prüfung erstreckt sich normalerweise auf die gesamte Planungs- und Bauphase, indem zunächst die Planungsdokumente auf Plausibilität geprüft, sodann einzelne Bauarbeiten während der Ausführung stichprobenartig gesichtet und bei Abschluss des Bauvorhabens und der Änderungen bescheinigt werden.

Schließlich gibt  es noch eine vierte Ländergruppe, deren Rechtsvorschriften zur Durchführung der EnEV keine spezifischen Regelungen über die Nachweispflichten zu den §§ 3 und 4 EnEV enthalten. Dies sind Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen. Das bedeute aber nicht, dass die EnEV-Anforderungen in der behördlichen Praxis ignoriert würden, betonen die Autoren der Studie.  Die Einhaltung der Anforderungen könne auch als Teil des bauordnungsrechtlichen Wärmeschutznachweises behandelt werden, ohne dass die betreffenden Vorschriften dies ausdrücklich so regeln.

Energieausweis taugt nicht als EnEV-Nachweis

Schließlich haben sich die Autoren damit befasst, wie die Einhaltung der entsprechenden Anforderungen der EnEV nachgewiesen werden kann. Der Energieausweise tauge dafür jedenfalls nicht, denn es müsse von einer „berechtigten Person“ ein rechnerisch nachvollziehbarer Nachweis geführt werden. Hier könnten die Länder geringere Anforderungen stellen und auch einen Energieausweis zulassen, dies ist jedoch derzeit nicht der Fall. Entsprechendes auch für das EEWärme-Recht vorsehen, so dass es zu einem aufeinander abgestimmten Vollzug kommen kann. Die Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden: In den meisten Bundesländern ist es für die EnEV bei der Zuständigkeit der Bei der Kontrolle des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes wird die Zuständigkeit für die Vollzugskontrolle in fünf Ländern ebenfalls ausdrücklich den unteren Baubehörden zugewiesen. In weiteren fünf Ländern ist dieselbe Körperschaft zuständig, die auch für die Aufgaben der unteren Baubehörde zuständig ist, in einem Bundesland gibt es eine andere gemeinsame Zuständigkeit für beide Rechtsbereiche. In fünf Bundesländern fehle es an einer Zuständigkeitsregelung für das EEWärmeG. „Formal fällt die Zuständigkeit für die Rechtsanwendung im Einzelfall damit dem für das Fachgebiet zuständigen Landesministerium zu“, so die Autoren.

Die Untersuchung hat sich ausschließlich damit befasst, die bestehenden Strukturen zu beschreiben. Wie viel Personal für eine Vollzugskontrolle zur Verfügung steht, wie häufig kontrolliert werden konnte und wie oft es dabei zu Beanstandungen kam war nicht Gegenstand der Analyse. Für Energieausweise, die ja deutlich weniger ko0mplex sind als EnEV-Nachweise kam eine Bachelor-Arbeit, die mit Unterstützung des GIH 2018 entstanden war zu sehr ernüchternden Ergebnissen. Die einzelnen Bundesländer seien fachlich und personell in diesem Bereich schlecht aufgestellt. "Es geht nicht an, dass die EnEV-Kontrollstelle in Mecklenburg-Vorpommern nur mit einer fünftel Personalstelle ausgestattet ist oder in einem großen Bundesland wie Baden-Württemberg nur 300 von 52.000 Energieausweisen überprüft werden", betonte GIH-Chef Jürgen Leppig. Ebenso wichtig sei es jedoch, einen einheitlichen Bußgeldtatbestand für Energieausweise und Erfüllungsnachweise zu schaffen –entweder über das Gebäudeenergiegesetz oder aber auf Länderebene. Ein weiterer Schritt wäre, dass bei Beantragung einer Baugenehmigung über die Bauvorlagenverordnung bundesweit sichergestellt wird, dass für das fragliche Gebäude ein sachlich korrekter Energieausweis besteht. Das ist nach wie vor nicht der Fall. von Pia Grund-Ludwig

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