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Energetisch Bauen und Sanieren

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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 18 Minuten 20 Sekunden

Baubereich bekommt eigenen Bundestagsausschuss

30. April 2018 - 7:00

Damit hat der Bundestag auf Antrag aller Fraktionen außer der FDP einen ständigen Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen mit 24 Mitgliedern eingesetzt. Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurde in Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit umbenannt.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. "Damit werden die gesellschaftlich so wichtigen Themen rund ums Bauen und Wohnen sinnvoll mit den Bereichen Stadt- und Regionalentwicklung verknüpft", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

"Es gibt viel zu tun auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Neben der Wohnungsknappheit in den Ballungsräumen müssen auch die ländlichen Regionen stärker in den Fokus rücken. Wir begrüßen es sehr, dass nicht nur mit Gunther Adler ein bekannter und bewährter Wohnungspolitiker das Thema im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat übernimmt, sondern auch mit dem neuen Bundestagsausschuss die Grundlage für zügiges und effektives Handeln gelegt werden soll", so der GdW-Chef weiter. Die Wohnungswirtschaft erhoffe sich dadurch starke Impulse für einen funktionierenden Wohnungsmarkt in Stadt und Land und stehe als Partner für die Politik bereit.

Auch der Verband Wohneigentum begrüßt den Beschluss des Bundestages und erwartet damit eine ambitionierte politische Gestaltung des weiten Themas Wohnen. "Nachdem der Bereich Bauen und Wohnen in das Bundesministerium des Innern eingegliedert und kein eigenes Ministerium für dieses wichtige Thema eingerichtet wurde, freuen wir uns, dass jetzt immerhin ein spezieller Bundestagsausschuss dieses Politikfeld abdeckt", sagte Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum.

Die Koppelung von Bau und Wohnen mit Stadtentwicklung und Kommunen versteht der Verband Wohneigentum als eine dringend notwendige Verknüpfung mit dem Thema Entwicklung ländlicher Räume. Das Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, muss immer wieder neu angepackt werden.

 

"Um zielführend zu arbeiten, ist jedoch aufgrund des inhaltlichen Zuschnitts eine enge Zusammenarbeit mit anderen Ausschüssen notwendig", gab Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbund zu bedenken. Für Querschnittsthemen, wie das energieeffiziente Bauen, müssten künftig die Zuständigkeiten klar geregelt werden. Denn Klima- und Umweltthemen, zu denen auch die Energieeffizienz von Gebäuden zählte, wurden bisher im Umweltausschuss behandelt. Quelle: Bundestag / GdW / Verband Wohneigentum / sue

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Anwendertag zeigt Trends von BIM

29. April 2018 - 7:00

Christoph Gröner, dessen CG Gruppe jährlich mehr als 1000 Wohnungen in Deutschland baut, ermunterte die Teilnehmer zu Beginn des Anwendertages, die enormen Chancen digitaler Techniken und Methoden für die Bauwirtschaft zu nutzen. "Wenn wir es nicht tun, und zwar jetzt, tun es andere."

Er warnte die Bau- und Immobilienbranche davor, sich in Sicherheit zu wähnen und zu glauben, Bauwerke würden nicht per Schiff nach Deutschland und Europa kommen. „Die Schiffe sind schon unterwegs", sagte Gröner und verwies auf ganz neue Techniken, etwa modularer und vorgefertigter Bauteile oder auch der Übernahme heimischer Unternehmen durch ausländische Investoren. Gröner zeichnete ein durchaus optimistisches Zukunftsbild für die Bauwirtschaft, wenn diese bereit sei, die technologischen Chancen und die Digitalisierung konsequent und angstfrei zu nutzen. "Es geht auch darum, wieder Begeisterung bei den jungen Menschen für unsere Branche zu wecken."

In seiner Eröffnungsrede konnte der Vorstandsvorsitzende von Buildingsmart-Deutschland, Professor Rasso Steinmann, den Roll-out des Buildingsmart-Weiterbildungszertifikats "BIM Basis" verkünden, das auf der Richtlinie VDI/Buildingsmart 2552-8.1 basiert. Fort- und Weiterbildungsinstitutionen können sich somit in Kürze listen lassen und noch in diesem Sommer können erste Kurse und Absolventen erwartet werden.

Steinmann erläuterte zudem die Möglichkeiten des herstellerneutralen und offenen Buildingsmart-Datenformats IFC sowie weiterer Buildingsmart-Standards, die zum Gelingen der Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft unabdingbar seien. Er machte deutlich, dass die Erwartungen des Marktes an Buildingsmart stark gewachsen seien und die Aufgaben, die es zu meistern gelte, vielfältig und umfangreich seien. Diese gelte es nun anzupacken.

Genau dies geschah bereits am Tag vor dem Anwendertag, an dem sich die verschiedenen Buildingsmart-Arbeits- und Fachgruppen trafen. Auch hier war die Beteiligung mit über 180 Teilnehmern groß. Zu gleich drei neuen Themen – Brandschutz, Nachhaltigkeit sowie Verkehrswegebau – bildeten sich Round-Tables, die einen ersten Schritt zur Etablierung neuer Fach- und Arbeitsgruppen waren.

Ganz neu im Programm des Vortags war der "Buildingsmart-Branchendialog" mit einer Podiumsdiskussion zum Thema modulares Bauen als Chance für den Wohnungsbau, an der Ralf Schekira von der Wohnungsbaugenossenschaft Nürnberg, Günther Jösch vom Bundesverband Bausysteme, Marcus Schreyer von Max Bögl sowie Rasso Steinmann teilnahmen.

Seit mehr als 22 Jahren ist Buildingsmart Deutschland das Kompetenznetzwerk für die Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft. 350 Unternehmen, Forschungs- und Hochschuleinrichtungen, Vertreter der öffentlichen Hand und Privatpersonen sind Mitglied. Sie engagieren sich ehrenamtlich bei der Ausarbeitung von offenen und herstellerneutralen Standards für digitale Methoden und Werkzeuge und bringen die Ergebnisse über Buildingsmart International auch im weltweit ein. Quelle: Buildingsmart / sue

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Handwerkermangel könnte Energiewende bremsen

27. April 2018 - 7:00

Damit braucht es ab sofort zusätzlich rund 100.000 Handwerkerinnen und Handwerker im Fensterbau und für die Heizungsinstallation sowie für Maler- und Stukkateurarbeiten. In einer Umfrage des Öko-Instituts unter Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern wurde zugleich deutlich, dass der Personalmangel im Handwerk bereits heute die Umsetzung energetischer Sanierungen erschwert. So gaben mehr als 40 Prozent der Befragten an, dass es schwierig war, geeignete Handwerksbetriebe für die geplanten Sanierungsmaßnahmen zu finden. Jeder Zwölfte konnte kein geeignetes Angebot erhalten, etwa jeder Dritte hat weniger Angebote bekommen als angefragt.

Das Öko-Institut führt in seiner Analyse Daten zu Investitionen in die energetische Gebäudesanierung mit Beschäftigungszahlen im Handwerk zusammen. Danach werden jährlich etwa 40 bis 50 Milliarden Euro benötigt, um Altbauten so zu sanieren, dass sie nur noch 80 Prozent der Treibhausgase verursachen wie im Jahr 1990. Die Statistiken im Handwerk zeigen zugleich, dass die Beschäftigungszahlen bei den genannten Gewerken nicht nennenswert steigen, seit die Bundesregierung im Herbst 2010 ihr Energiekonzept und damit ihr Klimaziel für den Gebäudebestand verabschiedet hat.

„Mehr Fachkräfte für die Energiewende im Gebäudebereich zu gewinnen, muss Hauptaufgabe der Politik in den nächsten Jahren sein. Andernfalls werden die Klimaziele für den Gebäudebestand nicht erreicht und Förderprograme laufen ins Leere“, betont Tanja Kenkmann, Senior Researcher mit Schwerpunkt Klimaschutz im Gebäudebereich am Öko-Institut. „Das Thema wird, obwohl es bekannt ist, stark vernachlässigt.“ Die Politik müsse das Thema gemeinsam mit den Handwerksverbänden angehen und wirksame Lösungsansätze erarbeiten.

Ein Policy Paper fasst die Empfehlungen der Wissenschaftlerinnen zusammen. Es entstand im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojekts „Perspektiven der Bürgerbeteiligung an der Energiewende“. Wesentlicher Punkt sind verlässliche politische Vorgaben, damit Unternehmen des Ausbaugewerbes eigene Investitionen langfristig besser planen können. Zudem brauche es ein gezieltes und konsequentes Nachwuchsprogramm. Nicht zuletzt müssen Handwerksberufe insgesamt attraktiver werden, um ausgebildete Gesellen nicht an andere Branchen oder die Industrie zu verlieren. Dazu gehören auch Diskussionen über eine angemessene Bezahlung. Quelle: Öko-Institut / sue

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Sanierungsgalerie von Zukunft Altbau ist online

27. April 2018 - 7:00

Mit Vorher-Nachher-Bildern und verständlich aufbereiteten Informationen soll die Galerie veranschaulichen, dass sich der Kraftakt einer Altbausanierung lohnt. Mit der Standortsuche haben Interessierte die Möglichkeit, sanierte Gebäude in ihrer Nähe zu finden. Die Detailsuche erlaubt die Sortierung nach Bau- und Sanierungsjahr, Objekttyp – etwa Wohnhäuser oder öffentliche Gebäude – sowie Besonderheiten wie natürliche Baustoffe. So können sich Hauseigentümer die passenden Beispiele herausfiltern.

Die Webseite ist unter www.sanierungsgalerie.de zu finden. Sie wird auch künftig ständig mit neuen Sanierungsbeispielen bestückt und soll um den Bereich Nichtwohngebäude erweitert werden.

Mit Klick auf die einzelnen Beispiele erhalten die Besucher Informationen zum Projekt, zu Plänen und ergriffenen Maßnahmen, Energieeinsparungen und detaillierten Projektdaten. "Die Informationen sind übersichtlich zusammengefasst. Wir wollen damit vor allem Eigentümerinnen und Eigentümer, aber auch Journalisten ansprechen", sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. "Die Sanierungsgalerie zeigt, wie aus alten Bauten moderne Häuser werden, die Energie und Kosten sparen. Sie dienen als Vorbildprojekte und ermutigen zur Sanierung." Quelle: Zukunft Altbau / sue

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Energetische Sanierung könnte Jobmotor sein

26. April 2018 - 7:00

Öffentliche und private Gebäude in Deutschland stehen für 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. "Hier Energie und damit CO2 einzusparen ist deshalb möglich und notwendig", erklärt der Buveg. Dabei ist es das erklärte Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen.

Bei einer dazu erforderlichen Erhöhung der Sanierungsquote auf rund 1,6 Prozent jährlich, was einer Verdoppelung der aktuellen Quote entspricht, würden rund 215.000 Arbeitsplätze im Bereich der energetischen Sanierung und weitere 67.000 Arbeitsplätze im Neubau von energiesparsamen Gebäuden entstehen. Damit können insgesamt zur Erreichung der Klimaziele bis 2050 über 280.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, heißt es in der Studie.

Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Buveg: "Längst ist klar, dass durch Automation und Digitalisierung viele Arbeits- und Ausbildungsplätze in klassischen Berufen verschwinden. Mit der Umsetzung der energetischen Sanierung hat Deutschland jedoch langfristig ein großes, zukunftssicheres Beschäftigungsreservoir in der Bauwirtschaft. Dieses Potential durch eine inkonsequente Politik brach liegen zu lassen, wäre ein arbeitsmarktpolitischer und volkswirtschaftlicher Fehler."

Der Ausbau werde ganz überwiegend von kleinen und mittleren Betrieben gestemmt. Besonders diese Betriebe stellen aber nur dann zusätzliche Mitarbeiter ein, wenn die wirtschaftliche Entwicklung planbar ist. Deshalb sei es wichtig, dass die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

"Seit Jahren vernachlässigt die Bundesregierung die Förderung der energetischen Sanierung. Zudem verhindert eine Vielzahl von unterschiedlichen und sich überschneidenden Kompetenzen eine planvolle und konsequente Politik", kritisiert der Verband. "Um einen starken Impuls für die energetische Sanierung zu setzen, muss die Bundesregierung nun zügig die steuerliche Förderung verbessern und Fördermaßnahmen vereinfachen", fordert er. Quelle: BuVEG / sue

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Neuartige Füllung macht Ziegel hochdämmend

26. April 2018 - 7:00

Dank der AirPor-Füllung des Allgäuer Herstellers erreichen die Ziegel der ZMK X-Serie gute Schallschutzwerte und setzen auch bei der Wärmeleitfähigkeit mit einem Lambda-Wert von bis zu 0,060 W/(mK) in ihrer Klasse neue Maßstäbe.

"Mit den patentierten Ziegeln ist es uns gelungen, die Vorteile des Massivbaus zu bewahren und gleichzeitig die Energiewerte enorm zu verbessern. Möglich machen das die EPS-Perlen von JOMA, die für eine erstklassige Wärmedämmung sorgen", sagt Michael Kellerer, Geschäftsführer des Unternehmens.

Der ZMK X6 für Einfamilien- und Reihenhäuser, der ZMK X6,5 für Einfamilien-, Mehrfamilien- und Reihenhäuser sowie Objektbauten und der ZMK TX8 für Mehrfamilien- und Geschäftshäuser sind diffusionsoffen und sorgen für ein angenehmes Raumklima. Ein ZMK X6,5-Mauerwerk mit einer Dicke von 36,5 cm bietet einen Schallschutzwert von 49,5 dB. Und auch mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,065 W/(mK) und einem U-Wert von 0,17 (W/mK) setzt der Ziegel in seiner Klasse neue Maßstäbe.

Die Füllung der rein keramischen Ziegel besteht aus dem Dämmstoff AirPor der JOMA Dämmstoffwerk GmbH. AirPor ist eine Weiterentwicklung des Dämmklassikers Styropor, besteht aber aus 98 Prozent Luft, ist HBCD-frei und damit zu 100 Prozent recyclingfähig. Für die Ziegelsysteme Michael Kellerer GmbH bringt das neue Material einen entscheidenden Vorteil: Bei der Verfüllung in die Ziegel kann völlig auf chemische Bindemittel verzichtet werden. Allein mit heißem Wasserdampf weiten sich die AirPor-Perlen aus und verzahnen sich zu Keilen.

Darüber hinaus brenne AirPor in Ziegeln nicht, weil die Sauerstoffzufuhr in dem geschlossenen System unterbunden wird. Es sei dauerhaft wasserabweisend und trockne schnell wieder aus. "Die Ziegel der ZMK X-Serie bieten deshalb selbst Überschwemmungen und Wasserrohrbrüchen Paroli und können sogar bei Regen verarbeitet werden. Auf der Baustelle spart das viel Zeit", betont Kellerer.

Andere Hersteller bieten neuerdings Ziegel mit einer dämmenden Füllung aus Holzfasern an. Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt haben einen mit Aerolgel gefüllten Ziegelstein entwickelt. Quelle: Joma / sue

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Modernisierungsverband adressiert lokale Akteure

26. April 2018 - 6:23

Neben den Themen Energieeffizienz und Klimaschutz widmet sich der BVGeM auch dem altersgerechten Wohnen. "Bauherren und Eigentümer allein mit dem Thema Energieeffizienz zum Handeln zu bewegen, erweist sich vielerorts als sehr schwierig", berichtet Ronald Meyer, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des BVGeM. Meyer hält seit Jahren Bauphysik-Schulungen und ist mit einer Energiespar-Show unterwegs, weiß also wovon er spricht. "Das Thema 'Altersgerecht umbauen' dagegen betrifft früher oder später fast jeden. Das ist unser Türöffner", erklärt er. Der Themendreiklang Energieeffizienz, Klimaschutz und altergerechtes Wohnen unterscheide den BVGeM von den meisten Energie- und Klimaschutzagenturen im Land.

Ziel des Verbandes ist es, zusammen mit relevanten Initiativen und Institutionen einen "Masterplan für Klimaschutz und altersgerechtes Leben" zu entwickeln und umzusetzen. In einem ersten Schritt werden Städten und Kommunen kostenfreie Dienstleistungen wie ein Fördermitteltool für die eigene Webseite oder die Vorbereitung und Moderation eines Runden Tisches angeboten, an dem alle kompetenten Akteure und Netzwerke einer Kommune versammelt werden. "Die wichtigen Aufgaben Klimaschutz, Energieeffizienz und vor allem auch das altersgerechte Wohnen können wir nur umsetzen, wenn wir gemeinsam anpacken und sich die Bauszene geschlossen aufstellt", so Meyer dazu.

Bei der Modernisierung von Bestandsimmobilien fehle bis auf wenige Ausnahmen immer der ganzheitliche Ansatz, der die Immobilie für die nächsten Jahrzehnte zukunftstauglich macht, berichtet Frank Leonhardt, zweiter Vorstand des neuen Verbandes und Immobilienmakler aus Stein bei Nürnberg aus seiner Praxis. "Hierfür bieten wir mit dem BVGeM ab sofort Konzepte und Weiterbildungen an, wie das Seminar zum Modernisierungsmakler und einheitliche Energieberaterunterlagen auf der Grundlage des individuellen Sanierungsfahrplans der Bundesregierung." Diese Unterlagen werden zurzeit vom Beirat "Energieeffizienz und Klimaschutz", den die Gründungsmitglieder Markus Andelfinger, Dietmar Bernhardi und Thomas Fischer – allesamt Energieberater – leiten, unter der Mitarbeit ausgesuchter Energieagenturen entwickelt.

Neben der Vernetzung bestehender Strukturen ist dem Verband auch die Vernetzung mit anderen Kommunen wichtig, um Synergieeffekte zu erzeugen, Bürokratie abzubauen und praktikable Projekte öffentlichkeitswirksam durchzuführen. "Der zweite Schritt ist dann die Vernetzung regionaler Handwerker und Baudienstleister, die sich über die regionalen Medien und mit Veranstaltungen an die Bürgerinnen und Bürger wenden, um mit ihnen in Dialog zu treten", erläutert Energieberater Bernhardi. Das Ergebnis sollen praktikable Lösungen zur Gebäudemodernisierung sein.

Der Verband fängt nicht bei Null an. Viele Bausteine der Arbeit sind in den vergangenen Jahren bereits unter dem Dach der von Ronald Meyer gegründeten Modernisierungsoffensive entstanden, die nun mit dem Bundesverband Gebäudemodernisierung einen neuen Überbau erhält. "Wir wollen nicht alles neu erfinden", sagt Meyer und zeigt sich offen für weitere Bausteine anderer Akteure. Gleichzeitig will der Verband jedoch selbst auch praktisch aktiv werden. "Wir begleiten ab Mai 2018 mehrere Sanierungsvorhaben, um Optimierungspotenziale im Planungs- und Bauablauf herauszuarbeiten", berichtet Architekt und Energieberater Andelfinger. "Wir möchten die drei Säulen unserer Verbandsarbeit Klimaschutz, Energieeffizienz und altersgerechte Wohnkonzepte praxisnah durchführen und zeigen, dass es längst Lösungen für die großen Aufgaben der Zukunft gibt", ergänzt Sebastian Kraatz, der sich das Thema "Ruhestandskonzepte" auf die Fahne geschrieben hat.

Um dem Schulterschluss der Baubranche keine wirtschaftliche Hürde in den Weg zu legen, finanziert sich der BVGeM über bewusst gering gehaltene Mitgliedsbeiträge. "Bereits mit einer kleinen Anzahl von Mitgliedern konnten wir die ersten Tools und Workshops finanzieren", sagt dazu Schatzmeister und Bankkaufmann Alexander Meyer aus Hamburg. Nun freue sich der Verband auf eine rasch steigende Mitgliederzahl und die Umsetzung der Projekte vor Ort mit Gemeinden, Städten und Kommunen. Meyer zufolge ist das Interesse an der Mitgliedschaft groß.

Neben zahlreichen Kommunen und Organisationen wie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und dem Programm "Zukunft Altbau" der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, die bereits mit der Modernisierungsoffensive verbunden waren, konnte der BVGeM das Deutsche Energieberater Netzwerk, Effizienzhaus-online.de, MeinDach.de und die Bausparkasse Schwäbisch Hall als Partner gewinnen. EnBauSa.de ist Medienpartner. von Silke Thole

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Modulbeschichtung erhält Greentec Award

25. April 2018 - 7:00

Das Produkt halte die Oberfläche der Module aktiv sauber und spare Reinigungsaufwand, teilt das Unternehmen MWK Bionik mit, das den Greentec Award schon zweimal gewonnen hat. Die Effizienz der PV-Module bleibe mit BioSol langfristig hoch, der Mehrertrag liege bei bis zu 20 Prozent. Die Auftragung erfolgt zum Beispiel nach der Montage und dann alle zwei Jahre mit Hilfe einfacher Maschinen. BioSol sei sehr gut umweltverträglich und unschädlich. Dies erlaube den Einsatz auf Gebäuden und auf Freiflächen.

Jurymitglied Georg Rosenfeld vom Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft bewertet BioSol als kostengünstige Maßnahme zur Effizienzsteigerung von Photovoltaikmodulen: "Die organische Beschichtung reduziert nachhaltig den Reinigungsbedarf von PV-Modulen und steigert damit den effizienten Einsatz", sagte er.

Zu den drei Finalisten gehörte außerdem das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Es hat eine effiziente Mehrfachsolarzelle entwickelt. "Wir fügen ein Zehntel der Dicke eines Haares zu einer Silicium Solarzelle hinzu und erreichen damit einen neuen Wirkungsgradrekord von 31,3 Prozent, das sind 17 Prozent mehr Leistung pro Fläche im Vergleich zu allen Silicium Solarzellen zuvor. Dies erreichen wir durch III-V Halbleiterschichten, welche das sichtbare und nahe Infrarotlicht effizienter umwandeln", teilt das ISE mit. Mit der neuen Solarzelle brauche man 17 Prozent weniger Modulfläche, weniger Material, weniger Produktionsvolumen und erziele somit mehr Nachhaltigkeit. Inzwischen hat das Institut schon wieder einen neuen Rekord aufgestellt.

Ebenfalls unter die letzten drei kam die Stromsharing-Plattform von Sonnen. Es ist nach Angaben des Unternehmens Deutschlands größte Plattform dieser Art. „Sie verbindet Menschen miteinander, die ihren eigenen Strom erzeugen, speichern und untereinander teilen“, so das Unternehmen. Die Mitglieder der Sonnen-Community könnten sich somit zu 100 Prozent mit sauberer und dezentral erzeugter Energie versorgen. Sie seien nicht mehr von konventionellen Versorgern abhängig.

"Strom ist für Community-Mitglieder kostenlos, so dass sie 100 Prozent ihrer bisherigen Stromkosten sparen. Jeder Mensch in Deutschland, ob auf dem Land oder in der Stadt, kann bereits heute teilnehmen und so Teil einer neuen, sauberen und bezahlbaren Energiewelt werden", wirbt Sonnen. Allerdings muss zuvor einen Sonnen-Batterie erworben werden. Quelle: Greentec Awards / sue

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Smart Home muss nutzerfreundlicher werden

24. April 2018 - 7:00

Hohe Einsparungen durch Smart Home-Systeme gelingen nämlich nur, wenn sich die Nutzer intensiv mit der Steuerung beschäftigen, fanden die Forscher in einer Studie heraus, für die in der Stadt Rösrath 120 Haushalte mit einer zentralen Gasheizung ausgewählt wurden. Mitarbeiter der RheinEnergie installierten dort im Frühjahr 2016 ein marktübliches Smart Home-System. "Die von uns in die Studie aufgenommenen Einfamilienhäuser ähneln vom Alter und vom energetischen Standard her dem Gebäudebestand in vielen deutschen Städten. Daher lassen sich unsere Ergebnisse sehr gut auf den deutschen Smart Home-Markt übertragen", sagt Projektleiterin Gülten Aydin-Multari von der RheinEnergie.

Um die Benutzerfreundlichkeit der Systeme zu testen, wurden den Teilnehmern zunächst nur die standardmäßigen Anleitungen als Hilfen an die Hand gegeben. Auch die individuelle Anpassung der Systeme sollten sie selbst durchführen. "In unseren monatlichen Befragungen zeigte sich sehr schnell, dass nur technisch versierte Nutzer mit einer hohen Eigenmotivation mit den Systemen gut zurechtkamen. Viele andere waren mit der Komplexität schnell überfordert", erläutert Projektleiter Tobias Rehm vom CIRE der TH Köln. Daher entschied sich das Projektteam nach einem halben Jahr, die Teilnehmer durch Workshops und eigens erstellte Anleitungen bei der Nutzung der Systeme zu unterstützen.

Fast zwei Jahre nutzten die 120 Haushalte ihre Smart Home-Systeme. Rund 14 Prozent von ihnen erzielten hohe Einsparungen von mehr als 20 bis hin zu über 30 Prozent beim Gasverbrauch für Warmwasser und Heizung. Insgesamt verbrauchten 57 Prozent im Testzeitraum weniger Energie als zuvor. Bei 43 Prozent hingegen stieg der Energiebedarf. "Die Detailanalyse hat gezeigt: Die Top-Sparer hatten sich intensiv mit dem System beschäftigt und viele Automatisierungen programmiert. In den Haushalten, die mehr Energie verbrauchten, hatten sich häufig die Zahl der Bewohner beziehungsweise die Anwesenheitsdauer erhöht", sagt Rehm.

"Mit unserem Forschungsprojekt haben wir viele neue Erkenntnisse über Smart Home-Systeme aus der Kundenperspektive gewonnen und unsere Messergebnisse mit intensiven Befragungen und Einzelinterviews validiert. Jetzt ist klar: Die Nutzer wünschen sich ein einfacher und intuitiv zu nutzendes Smart Home, das sie ohne technische Vorkenntnisse auf ihre eigenen Bedürfnisse für Energieeinsparung, Komfort und mehr einstellen können. Hier sind die Hersteller gefordert. Wenn eine Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit gelingt, könnte ein Großteil der Haushalte ihre Energiekosten deutlich senken", sagt Professor Thorsten Schneiders, der am CIRE das Smart Energy-Team führt. "Smart Home bietet immer mehr Möglichkeiten und noch großes Potenzial in Privathaushalten und Unternehmen."

Die im Projekt gewonnen Erkenntnisse werden in Folgeprojekte einfließen, die sich mit der Nutzung smarter Technologien in Privathaushalten, aber auch in mittelständischen Unternehmen befassen. Diese Projekte sind angesiedelt im von der TH Köln und der Universität Münster gegründeten Virtuellen Institut Smart Energy (VISE), dessen technischer Leiter Schneiders ist.

Das Forschungsprojekt "SmartHome Rösrath" wurde im Forschungsprogramm Horizon 2020 der EU gefördert und ist Teil des Projektes "CELSIUS - Combined Efficient Large Scale Integrated Urban Systems". Quelle: TH Köln / sue

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KfW ändert Konditionen für Effizienzbauten

24. April 2018 - 7:00

Bauherren können ihre Zinsen nun nur noch für zehn statt bisher 20 Jahre festschreiben lassen. Der Zeitraum, in dem keine Bereitstellungszinsen in Höhe von 0,25 Prozent anfallen, wird von zwölf auf sechs Monate verkürzt. Dritte Änderung: Kostenfreie Sondertilgungen sind bei neuen Verträgen gar nicht mehr möglich. Insgesamt verteuern die neuen Konditionen also das Bauen mit KfW-Krediten.

Die maximale Darlehenshöhe im Programm "153 Energieeffizient Bauen" von 100.000 sowie von 50.000 Euro im Programm "151/152 Energieeffizient Sanieren" bleibt aber bestehen. Auch der Tilgungszuschuss in Höhe von fünf, zehn oder 15 Prozent der Darlehenssumme bleibt gleich, je machdem, ob man ein KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus baut.

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des baupolitischen Sprechers der Grünen im Bundestag, Chris Kühn, begründet die Bundesregierung die Änderungen: "Mit dem Fokus auf eine 10-jährige Zinsbindung, einer Neuordnung der außerplanmäßigen Tilgung und der Anpassung der bereitstellungsprovisionsfreien Zeit wird die Planbarkeit des Mittelverbrauchs aus dem Bundeshaushalt erhöht, zugleich wird mehr Einheitlichkeit im Förderportfolio geschaffen. Ferner erfolgt eine stärkere Orientierung an marktüblichen Kreditkonditionen in einem langanhaltenden Niedrigzinsumfeld. Dies dient auch der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit der Förderangebote." Quelle: KfW / sue

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Gebäudeeffizienz im EU-Parlament verabschiedet

24. April 2018 - 7:00

Mit der Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) gibt sich die EU ein Regelwerk, das die Art des Bauen in der Union in den kommenden Jahren bestimmen wird. Bisher liegt der mit Spannung erwartete Text nur in einer Zwei-Spalten-Fassung vor. Sie zeigt übersichtlich, wo die im Trilog verhandelte Fassung vom ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission abweicht.

Interessant ist, dass in Artikel 1 der Hinweis auf das Klimaziele der Union bis 2030 fehlt. Die konkreten Prozentzahlen (40 Prozent weniger Emissionen, 27 Prozent bis 30 Prozent mehr Energieeffizienz und ein Anteil von Erneuerbaren von 27 Prozent am Gesamtenergieverbrauch) sind gestrichen. Stattdessen nennt die Richtlinie jetzt eine Emissionsminderung von 80 bis 95 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990. Es gibt nämlich starke Kräfte in der EU, die die Klimaziele bis 2030 verschärfen möchten. In der EPBD sollten offenbar keine Tatsachen geschaffen werden.

Präzisiert wurde die Formulierung in Artikel 6, laut dem die EU-Mitgliedsstaaten genau festgelegte nationale Meilensteine und Maßnahmen für Energieeffizienz festlegen müssen, um die kurzfristigen (2030), mittelfristigen (2040) und langfristigen (2050) Ziele zu verwirklichen. Die Mitgliedsstaaten müssen außerdem regelmäßig ausführliche Strategien nach Brüssel melden, wie sie mit welchen konkreten Maßnahmen die umfassende Sanierung des Gebäudebestands auf ein annähernd klimaneutrales Niveau bis 2050 erreichen wollen. Gebäude mit der schlechtesten Energiebilanz sollen bevorzugt angefasst werden. Um die nationalen Renovierungsstrategien umzusetzen, soll es "angemessenen Initiativen zur Förderung des Aufbaus von Kompetenzen und der Ausbildung in den Bereichen Bau und Energieeffizienz" geben.

Intelligenzindikator für die Netzdienlichkeit

Verstärkt wurde das Anliegen der Kommission in Artikel 8, die Digitalisierung auch im Gebäudesektor zu fördern. In der aktuellen Fassung wird noch mehr Wert darauf gelegt, dass Gebäude netzdienlich sein sollten. Leicht überarbeitet wurden die Formulierungen zum sogenannten Intelligenzindikator in Artikel 9. "Der Intelligenzindikator sollte … verwendet werden, um die Fähigkeit eines Gebäudes zu messen, IKT- und elektronische Systeme zur Optimierung seines Betriebs, seiner Leistung und der Behaglichkeit in Innenräumen sowie zur Kommunikation mit dem Netz zu nutzen", heißt es dort.

Ganz neu ist die Erwähnung des Holzbaus in Artikel 10b. Er lautet: "Eine klare Vision für einen Gebäudebestand mit niedrigen CO2-Emissionen bis 2050 erfordert großen Ehrgeiz. Je stärker der Energieverbrauch gegen Null geht, desto entscheidender wird der Anteil der grauen Energie im Gesamtlebenszyklus eines Gebäudes. Bei der zukünftigen Vision eines Gebäudebestands mit niedrigen CO2-Emissionen sollte die graue Energie in Gebäuden berücksichtigt werden. Daher ist Bauen mit Holz klimaschonend."

Ebenfalls neu ist Artikel 10f für die Begrünung von Gebäuden: "Natürliche Lösungen wie eine gut konzipierte Straßenbepflanzung oder grüne Dächer und Außenwände, die Gebäude isolieren und beschatten, senken den Heiz- oder Kühlbedarf und damit den Energieverbrauch und verbessern auf diese Weise die Energieeffizienz eines Gebäudes."

Erfolgreich hat die Lüftungsindustrie für Artikel 11b lobbyiert, der die Bedeutung von gesunder Innenluft herausstellt. Dort wird aber auch die "vollständige und homogene Isolierung von Gebäuden" als wichtig zur Vermeidung von Kondenswasserbildung herausgestellt.

Verwässert wurde der Vorschlag der Kommission im Hinblick auf die Gebäudeautomation. "Die Installation einer solchen Ausrüstung sollte als die kostengünstigste Alternative zu Inspektionen in großen Nichtwohngebäuden und Mehrfamilienhäusern von einer Größe betrachtet werden. Aus diesem Grund wird die gegenwärtige Möglichkeit, sich stattdessen für alternative Maßnahmen zu entscheiden, gestrichen", hieß es ursprünglich. Nun sollen Ausnahmen doch erlaubt sein.

Erleichterungen für die Finanzierung

Auch das ist neu: Die Finanzierung von Sanierungen soll aktiv gefördert werden, indem Hypotheken zertifizierte energieeffiziente Gebäuderenovierungen erleichtern. Für Verbraucher sollen zugängliche und transparente Beratungsinstrumente bereitgestellt werden, um sie über Finanzierungsmöglichkeiten für energieeffiziente Renovierungen zu informieren.

Streit hatte es um die Forderung gegeben, dass alle öffentlichen Gebäude mit einer Nutzfläche von mehr als 250 Quadratmetern ihren Energieverbrauch ausweisen sollen. Das ist nun weiterhin in der Richtlinie enthalten.

Besonders kontrovers wurde die Frage diskutiert, wie viele Ladepunkte für Elektroautos auf Parkplätzen an Nicht-Wohngebäuden geschaffen werden müssen. Nun steht in der Richtlinie: "Die Mitgliedstaaten schreiben vor, dass in allen neuen Nichtwohngebäuden und in allen bestehenden Nichtwohngebäuden mit mehr als zehn Parkplätzen, die einer größeren Renovierung unterzogen werden ... mindestens ein Parkplatz mit einem Ladepunkt und jeder zehnte Parkplatz mit angemessener Vorverkabelung oder -verrohrung ausgerüstet wird." Der feine Unterschied zum Vorschlag der Kommission: Sie wollte, dass jeder zehnte Parkplatz einen Ladepunkt bekommen sollte. Ausnahmen für kleine und mittlere Unternehmen werden aber auch laut der aktuellen Fassung möglich sein.

Zustimmung von Branchenverband

Henning Ellermann, Leiter Energieeffizienz in Gebäuden bei der Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz, ist trotzdem zufrieden mit der EPBD: "Sie eröffnet neue Chancen für mehr Digitalisierung und den Einsatz intelligenter Gebäudetechnik zur Verbrauchsreduzierung. Wir begrüßen, dass gemäß dem Grundsatz Efficiency First weiterhin Anforderungen an die Gesamteffizienz und einen optimalen baulichen Mindestwärmeschutz zu stellen sind."

Damit spielt Ellermann auf jüngst erhobene Forderungen an, einzig und allein die CO2-Einsparungen als Maßstab für die Klimafreundlichkeit eines Gebäudes anzusetzen. Mit der jetzt verabschiedeten Fassung der EPBD sei klar: "Eine ausschließliche CO2-Anforderung wäre nicht konform mit EU-Recht", sagte Ellermann.

Idealerweise könnte die Richtlinie im Zuge des geplanten neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) umgesetzt werden, so Ellermann weiter. Das Gesetz ist im Koalitionsvertrag vereinbart, war aber schon einmal gescheitert.

Bereits die alte Fassung der EPBD von 2010 verlangte von den Mitgliedsstaaten die Definition eines Niedrigstenergiestandards für Neubauten, der ab 2019 für öffentliche, ab 2021 für alle Neubauten gelten soll. Auch dies müsste nun endlich im GEG geregelt werden. von Susanne Ehlerding

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Wärmepumpe erobert Platz eins

23. April 2018 - 23:37

Wärmepumpen, die Erdwärme nutzen, machen bei den genehmigten Wohngebäuden acht Prozent der Heizsysteme aus. Rund 35 Prozent werden mit Umweltwärme aus Luft oder Grundwasser betrieben. Die Wärme aus der Umgebung wird unter Einsatz von Strom auf ein höheres Temperaturniveau gebracht, mit dem dann geheizt oder Warmwasser bereitet werden kann. Um eine Förderung zu erhalten, müssen Luftwärmepumpen unter Berücksichtigung der Warmwasserbereitung mindestens eine Jahresarbeitszahl (JAZ = Verhältnis der abgegebenen Wärmemenge zur aufgenommenen elektrischen Energie) von 3,3 erreichen, alle anderen Wärmepumpenarten eine JAZ von 3,8. Erstmals liegen die  Wärmepumpen nun knapp vor den Gas-Heizungen, die 42 Prozent der Bauherren in ihrem neuen Wohngebäude einsetzen.

"Der positive Effekt der neuen Energieeinsparverordnung trägt sicher zu dieser Entwicklung bei, auch die Förderung von KfW und Bafa hilft natürlich", sagte Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe, und ergänzt: "Die Wärmepumpe wird von Bauherren, Planern und Fachhandwerkern mehr und mehr als das Standardheizsystem für den Neubau anerkannt. Die großen Fortschritte bei Geräteeffizienz, Nutzerfreundlichkeit und Design führen zu wachsender Nachfrage. Wir erwarten, dass der Anteil weiter deutlich steigen wird. Das ist im Sinne des Klimaschutzes auch dringend erforderlich, wie aktuelle wissenschaftliche Studien übereinstimmend belegen."

Im Jahr 2015, dem letzten Jahr, in dem alle Gebäude noch nach EnEV 2014 genehmigt wurden, lag der Wärmepumpen-Anteil bei 31 Prozent und damit deutlich hinter Gas (53 Prozent). 2016 hingegen wurden sowohl Gebäude nach alter als auch nach neuer EnEV genehmigt. Um den Effekt der EnEV 2016 zu bewerten, sei der Vergleich der Zahlen aus 2017 mit dem Vorjahr daher ungeeignet.

Auch der Anteil bei Nichtwohngebäuden wächst

Bei der Gesamtbetrachtung des Neubaumarktes für 2017 haben Wärmepumpen den ersten Platz hingegen knapp verpasst und liegen mit einem Anteil von 41 Prozent hinter Gas (42 Prozent). "Dass die Wärmepumpe bei der Betrachtung aller Baugenehmigungen nicht führt, liegt an den Nichtwohngebäuden. Hier haben Wärmepumpen einen relativ schwachen Anteil", erklärt Sabel. Allerdings wuchs der Anteil der Wärmepumpen bei Nichtwohngebäuden besonders stark, im Vergleich zu 2015 um sechs Prozentpunkte auf 20 Prozent.

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten warnt Sabel davor, den Vormarsch der Wärmepumpe mit steigenden Baukosten in Verbindung zu bringen: "Die energetischen Vorgaben sind mitnichten der Baukostentreiber – schon gar nicht im Geschosswohnungsbau der Ballungsgebiete. Die steigenden Preise haben andere Ursachen, zum Beispiel rasant gestiegene Grundstückskosten und hohe Baunebenkosten. Durch kluge Planung lassen sich hohe und höhere Standards sogar mit einem Minimum an Zusatzkosten realisieren. Das hat jüngst ein Gutachten im Auftrag des BEE gezeigt," erläutert der BWP-Geschäftsführer.

Im Hinblick auf den im Koalitionsvertrag vorgesehenen neuen Anlauf für ein Gebäudeenergiegesetz ermuntert der BWP die Bundesregierung zu ambitionierten Vorgaben im Sinne des Klimaschutzes: "Höhere Energiestandards sind gut und nötig für das Klima. Man sollte aber den Bauherren mehr Freiheiten lassen, diese umzusetzen, und unnötige Vorgaben streichen. Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch, sondern gehen Hand in Hand." Quelle: BWP / sue

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Klimaneutral schwitzen

23. April 2018 - 22:17

In der Sauna entspannen und die Abwehrkräfte stärken – für viele ein besonders verlockendes Wellnessangebot. Doch Saunen haben einen hohen Energiebedarf: Ein üblicher Saunagang in einer Heimsauna schlägt mit rund 15 Kilowattstunden zu Buche. "Die Null-Energie-Sauna zeigt jedoch, dass Nachhaltigkeit und Lebensfreude nicht im Widerspruch stehen müssen", sagte Professor Thess.

Während die Wärme in einer herkömmliche Sauna mit Strom aus dem Netz erzeugt wird, generiert und speichert die "Null-Energie-Sauna" ihre gesamte Wärme lokal und CO2-neutral aus erneuerbaren Energien. Sie stellt also, ähnlich wie das Nullenergiehaus, ein energieautarkes System dar.

Damit die "Null-Energie-Sauna" aber tatsächlich umweltfreundlich ist, sollte sie besonders langlebig sein. Da elektrische Energiespeicher wie Batterien diese Anforderung mit ihrem derzeitigen technischen Stand nicht erfüllen, steht ein ausgeklügeltes Energiespeicher- und Wandlersystem im Zentrum des Konzepts von Uni Stuttgart und DLR.

Varianten für verschiedene Saunatypen und Klimazonen

Sauna ist nicht gleich Sauna: Während Europäer es überwiegend heiß und trocken mögen (Finnische Sauna), wird im Orient das Dampfbad (Hamam) bevorzugt, in dem eine höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen herrschen. Gleichzeitig gibt es in Europa viel Windenergie, während im orientalischen Raum Sonnenenergie nahezu unbegrenzt verfügbar ist. Für beide Saunavarianten und Standorte hat das Institut für Energiespeicherung der Universität Stuttgart in Kooperation mit dem Institut für Technische Thermodynamik des DLR mögliche Konzepte erarbeitet.

Das Konzept für die finnische Sauna baut auf einer klassischen Windmühle auf. Es beinhaltet die Ankopplung an eine Kleinwindanlage und die Integration eines innovativen Energiespeicher- und Wandlersystems. Es umfasst einen mechanischen und thermischen Energiespeicher sowie einen elektrischen Generator und eine Wärmekraftmaschine.

Das Konzept für den Hamam sieht eine Versorgung mit Sonnenenergie vor. Die Innovation besteht in der direkten Erzeugung von Dampf. Die Energiespeicherung erfolgt mittels sogenannter Latentwärmespeicher (PCM-Speicher), deren Material bei der Aufnahme der Wärme schmilzt und sich bei der Abgabe wieder verfestigt (ähnlich den bekannten Taschenwärmern). Da traditionelle Hamams bisher meist mit Holz befeuert werden – alleine in Marokko werden dafür alljährlich rund 5.000 Hektar Wald gefällt – erhoffen sich die Wissenschaftler neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen auch einen nachhaltigen Schutz der Umwelt.

"Schwaben-Modell" für Privatnutzer

Beide Modelle werden durch ein drittes Konzept abgerundet, das speziell auf die klimatischen Bedingungen Süddeutschlands zugeschnitten ist und nach der Marktreife auch für private Nutzer erschwinglich sein soll. Dieses Modell kombiniert Photovoltaik-Module für die Stromversorgung von Pumpen oder Beleuchtung mit Solarthermie-Kollektoren für die Wärmeerzeugung und -speicherung. Kernstück ist ein hybrider Dampf- und Wärmespeicher. Das System soll einmal einen flexiblen Saunabetrieb im heimischen Garten ermöglichen.

Die Forscher haben ihre Erfindungen bereits zum Patent angemeldet. Als nächsten Schritt träumen sie von einem Prototypen, in dem man auf dem Campus der Universität Stuttgart in Vaihingen ins Schwitzen kommen kann. Hierzu möchte das Institut für Energiespeicherung eine studentische Arbeitsgruppe initiieren, die an der Demonstration und Kommerzialisierung der "Null-Energie-Sauna" mitwirkt. Quelle: Universität Stuttgart / sue

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Residenz in Chile nach deutschem Standard saniert

23. April 2018 - 7:00

Die deutsche Botschaft befindet sich im Stadtteil Vitacura, die Residenz des Botschafters liegt im nahegelegenen Villenviertel von Las Condes. Das Haupthaus (Baujahr 1944) und der Personalanbau (von 1959) stehen wegen ihrer neoklassizistischen Fassade zusammen mit einem Großteil der Nachbargebäude unter Ensembleschutz. Eine Untersuchung zeigte jedoch, dass das Gebäude akut erdbebengefährdet sei. Vor einigen Jahren wurde es aus Sicherheitsgründen vorsorglich geräumt.

„Zur Erdbebenertüchtigung haben wir das Primärtragwerk nun verstärkt“, erklärt Oliver Heckel, Projektleiter für Auslandsobjekte beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). „Um die Eingriffe so gering wie möglich zu halten, wurde dazu das Innere des Gebäudes über alle Geschosse mit einem Stahlbetonkern versteift. Im Zuge dieser Maßnahme wurden auch sämtliche technischen Anlagen, der Innenausbau, die Fassaden und Fenster sowie die Außenanlagen denkmalgerecht modernisiert.“

Seit 1955 gehört das Objekt der Bundesrepublik Deutschland. Dies führte bei der Sanierung zu besonderen Herausforderungen: Einerseits wollte man bei der Bauausführung aus Kosten- und Effizienzgründen sowie zur Sicherstellung der Wartung auf örtliche Standards und Partner setzen. Andererseits mussten auch einige deutsche Normen erfüllt werden. Das betraf das vorgeschaltete EU-Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge sowie die Anforderungen an die Sicherheit und die Energieeffizienz des Gebäudes.

Im Vergabeverfahren setzte sich schließlich ein Architektenteam als Generalplaner durch, das sowohl in Deutschland als auch in Chile beheimatet ist. 12.523 km Luftlinie trennen die Gründer von Frohn and Rojas (FAR), die seit dem Studium an der RWTH Aachen zusammenarbeiten. Marc Frohn lebt in Berlin, Mario Rojas in Santiago de Chile. Die Architekten planten die Altbausanierung in Chile nach deutschen Energieeffizienz-Kriterien.

Denkmalschutz und Energieeffizienz vereint

„Die Bedeutung der Energieeffizienz wurde in Chile längst erkannt. Seit 2011 gibt es beispielsweise ein Klassifizierungssystem für energieeffiziente Gebäude, wenngleich noch auf freiwilliger Basis“, erklärt Mario Rojas. „Dass die Anforderungen strenger werden, ist klar, unklar ist: wann und wie.“ Um eine eindeutige Orientierung zu erhalten, ließ das BBR die Residenz des Botschafters in Anlehnung an die Anforderungen der deutschen Energieeinsparverordnung (EnEV) Anfang 2014 untersuchen.

Die Gebäudesimulation zeigte, dass die Energiebilanz durch den Einbau neuer Fenster nachhaltig zu verbessern war. Aufgrund der vom BBR geforderten Zertifizierungen, die in Chile unüblich sind, kontaktierte FAR die LIP-GmbH in Bad Salzuflen, ein Spezialist für Sicherheitsisolierfenster und -türen. Dieser entschied sich für Zweifach-Isolierglasscheiben von Nowak Glas aus Bochum mit Thermix Abstandhaltern von Ensinger, teils mit Thermix Wiener Sprossen, um die Sprossenfenster zu ersetzen.

Thermix Abstandhalter bestehen aus hoch wärmedämmendem Kunststoff mit einer Diffusionssperre aus Edelstahl. Sie optimieren die thermische Trennung der Isolierglasscheiben, minimieren die Kondenswasserbildung am Glasrand und ermöglichen Fenster mit sehr gutem UW-Wert. „Zudem ist Thermix starr und stabiler als weiche Abstandhalter“, erklärt Andreas Mertens, Vertriebsleiter bei Nowak Glas. „Das bringt bei großen Glasformaten und Verbund-Sicherheitsglas Vorteile“.

Um das Aufmaß für die 55 Fenster mit einer Gesamtfläche von rund 235 Quadratmetern zu nehmen, wurde Wolfgang Olschewsky, Geschäftsführer der LIP-GmbH extra eingeflogen. „Bei diesem Projekt waren extrem geringe Einbautoleranzen einzuhalten, besonders im Badezimmer musste die Fensterposition exakt mit dem Raster der handgefertigten Wandfliesen übereinstimmen“. Als die in Deutschland maßgefertigten Fensterelemente in Chile eintrafen, war Olschewsky erneut vor Ort, um die präzise Montage zu begleiten und zu gewährleisten.

Nun sorgen neue eichengerahmte Sicherheitsfenster und -türen mit einem UW von 1,3 W/m2K für konstante Temperaturen in der Residenz. Das Klima in Santiago ist zwar im Allgemeinen mild, allerdings gibt es oft schroffe Temperaturwechsel. Und auch die Erde bebt immer wieder – wie etwa zwei Wochen nach der Übergabe des Gebäudes mit der Stärke 8,2. Doch das ertüchtigte Gebäude steckt Turbulenzen gelassen weg, ein Sinnbild für die Nachhaltigkeit weitsichtig gepflegter Außenbeziehungen. Quelle: Thermix / sue

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CDU-Frau spricht sich für CO2-Preis aus

23. April 2018 - 7:00

Die Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött (CDU), Timon Gremmels (SPD) und Julia Verlinden (Grüne) folgten der Einladung des Bundesindustrieverbands Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), des Fachverbands Gebäude-Klima (FGK) und des Herstellerverbands Raumlufttechnische Geräte (RLT-Herstellerverband) in die Vertretung des Landes Baden-Württemberg. Als Experten standen Repräsentanten der drei TGA-Verbände Rede und Antwort: Hermann Sperber, Präsident des BTGA, Christoph Kaup, Vorsitzender des FGK und Alexander von Thun, RLT-Herstellerverband. Moderiert wurde der Energy Talk von Günther Mertz, dem Geschäftsführer der drei Verbände.

Die Abgeordneten erkundigten sich nach den neuesten Entwicklungen im Bereich der TGA und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Parteiübergreifend gaben die fragenden Abgeordneten zu erkennen, dass der Gesetzgeber schnellstmöglich das Energieeinsparrecht zusammenführen und den Niedrigstenergiehaus-Standard definieren sollte.

Die umwelt- und baupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött, sprach sich dafür aus, in Deutschland einen CO2-Preis einzuführen - wenn er "ordentlich gemacht ist". Dieser müsste mit dem marktwirtschaftlichen Instrument des europäischen Emissionshandels abgestimmt werden; Industrieunternehmen dürften nicht doppelt belastet werden.

Auf Dötts Frage, ob die Wirtschaft für die Methode "Building Information Modeling (BIM)" bereit sei, antwortete Alexander von Thun: "Die Unternehmen und die Verbände gehen bei BIM voran." Er äußerte den Wunsch der Industrie, dass die öffentliche Hand auch bei der Digitalisierung der Bauprozesse eine Vorreiterrolle einnehmen sollte.

Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen Bundestragsfraktion, forderte die Vertreter der Regierungskoalition auf, in einem zukünftigen Gebäudeenergiegesetz Anforderungen festzulegen, mit denen die Klimaschutzziele auch wirklich zu erreichen wären. Dies könne aus ihrer Sicht nur mit einem Instrumentenmix gelingen: "Wenn wir mit einem Gebäudeenergiegesetz Vereinfachung und Verschlankung erreichen wollen, dann müssen wir auch die Ausnahmeregelungen abschaffen."

In den Antworten der Fachleute wies Hermann Sperber darauf hin, dass die TGA-Branche den Entwurf eines Gebäudeenergiegesetzes im Januar 2017 grundsätzlich begrüßt und unterstützt habe: "Wir wollen ein Gebäudeenergiegesetz, das die rechtlichen Regelungen zusammenführt und vereinfacht."

Timon Gremmels, Berichterstatter für die Themen Energieeffizienz und Wärme der SPD-Bundestagsfraktion, wollte wissen, was die Politik tun kann, um die Wirtschaft bei ihren Anstrengungen für mehr Gebäudeenergieeffizienz zu unterstützen. Kaup sagte: "Wir wollen effizient bauen und qualitativ hochwertige Produkte auf den Markt bringen." Dazu sei ein ordnungspolitischer Rahmen notwendig, in dem auch die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle spielt. Außerdem forderte er die Politik und die Fachleute aus den Bundesministerien auf, sich in den Normungsausschüssen fachlich stärker einzubringen.

Zahlreiche Repräsentanten der Mitgliedsunternehmen und der Verbände verfolgten sehr aufmerksam den Dialog von Politik und Wirtschaft. Zum Schluss fasste Moderator Günther Mertz zusammen: "Der heutige Energy Talk hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig das Gespräch zwischen der Politik und den Fachverbänden der Technischen Gebäudeausrüstung ist. Nur durch vertrauensvolles Miteinander und wenn sich Politik und Wirtschaft regelmäßig abstimmen, kann die TGA-Branche ihrer tragenden Rolle in der Gebäudewende gerecht werden." Quelle: BTGA / sue

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Auch ein Verwaltungsbau kann Plusenergie

20. April 2018 - 7:00

840 Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben ihren neuen Arbeitsplatz in dem Neubau. Im Erdgeschoss befindet sich das Bürgerservicezentrum mit Konferenzräumen und das Mitarbeiterrestaurant. Die Ämter der Stadtverwaltung nutzen die darüber liegenden Geschosse. Ein Plusenergiegebäude dieser Größe sucht in Europa seinesgleichen, teilt das Forschungsprojekt Energiewendebauen mit.

Das Gebäude ist hochwärmegedämmt und erlaubt durch die deckenhohe Dreifachverglasung in Kombination mit einem außenliegenden Sonnenschutz eine optimale Tageslichtnutzung. Optisch prägend sind hervorstehende Elemente aus Lärchen, die aus der Region stammen. Darin sind PV-Module integriert.

Grundwasser als Wärmequelle dient über Wärmepumpen zum Heizen und über einen Wärmeübertrager zur direkten Kühlung, ergänzt durch Rückkühler auf dem Dach. Ein mit Biogas befeuerter Kessel deckt die Spitzenlast und sichert in Kombination mit Solarthermie die Trinkwassererwärmung, die in erster Linie für die Kantine benötigt wird. Die Räume erhalten Frischluft über eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung.

Die Wärme beziehungsweise Kälteübergabe in den Büroräumen erfolgt über Betonkernaktivierung und Heizkühlsegel. Die öffentlichen Bereiche sind größtenteils mit einer Fußbodenheizung sowie einer Teilklimaanlage ausgestattet.

Ein Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie über regenerative Quellen als es für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchten benötigt. So deckt es rechnerisch seinen Energiebedarf selber. Neben einer gut gedämmten Gebäudehülle erfordert dies in der Regel große solaraktive Flächen. Für große, kompakte Gebäude ist das eine Herausforderung, denn die Nutzfläche als Maßstab für die absolute Höhe des Energiebedarfs steigt mit zunehmender Größe des Gebäudes schneller als die Hüllfläche. Einem höheren Bedarf steht also immer weniger zusätzliche Fläche zur Energiegewinnung am Gebäude gegenüber. Außerdem entsteht eine Flächenkonkurrenz zwischen Solarthermie und Photovoltaik.

Deshalb wird beim neuen Freiburger Verwaltungszentrum sowohl das Dach als auch die Fassade zur photovoltaischen Stromerzeugung genutzt. In Teilbereichen produzieren photovoltaisch-thermische Hybridkollektoren (PVT) gleichzeitig elektrischen Strom sowie Warmwasser für die Trinkwassererwärmung.

Während sich der Verbrauch bei Null- beziehungsweise Plusenergiegebäuden zwar in der Jahresbilanz rechnerisch regenerativ decken lässt, zeigt eine genauere Betrachtung vor allem bei der Solarenergie ein saisonales, wetter- und tageszeitabhängiges Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Einem hohen Bedarf im Winter steht ein geringes Strahlungsangebot gegenüber, während im Sommer aufgrund eines geringeren Bedarfs bei hohem Angebot Überschüsse erzeugt werden. Ein Beispiel: Bei der Beleuchtung verläuft der Kunstlichtbedarf entgegengesetzt zur Verfügbarkeit von Tageslicht und damit solarer Einstrahlung. Diese Diskrepanz muss das Stromnetz ausgleichen.

Der steigende Anteil der fluktuierenden erneuerbaren Energien stellt eine Herausforderung für den Netzbetrieb dar. Deshalb ist es das Ziel der Planung, den Eigenverbrauch zu maximieren und gleichzeitig Lastspitzen sowohl beim Bezug als auch bei der Einspeisung von Strom in das Versorgungsnetz vermeiden. Intelligente Regelungstechnik soll einen netzdienlichen Betrieb unterstützen.

Betrachtet man den Gesamtverbrauch, ermöglicht der Nutzungstyp Verwaltungsgebäude aufgrund seiner Ausstattung mit EDV-Arbeitsplätzen, die tagsüber Strom benötigen, eine hohe Eigennutzung des am Gebäude erzeugten PV-Stroms. Bei dem Freiburger Neubau fließt er in die Kälte- und Wärmeversorgung, zum Großteil aber in Arbeitsmittel wie EDV. Um genauere Daten hierzu zu erhalten, wird im Forschungsprojekt auch dieser Nutzerstrom erfasst. In die Plusenergiebilanz eingerechnet ist er nicht.

Die Stadt Freiburg, das Planungsbüro DS-Plan und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE begleiten Bau und Betrieb des Gebäudes mit einem Forschungsprojekt. Eine zentrale Frage ist, wie sich die Ziele der Planung in den Betrieb überführen lassen und wie ihre Umsetzung überprüft werden kann. Im Rahmen des Projekts wird daraus ein Handbuch "energetischen Inbetriebnahme" erarbeitet.

Das Monitoring des Fraunhofer ISE liefert Daten zur Betriebsanalyse und Qualitätssicherung. Mithilfe einer modellbasierten Analyse untersuchen die Wissenschaftler geeignete Versorgungs- und Regelungsszenarien für einen netzdienlichen Betrieb. Diese sollen künftigen Gebäuden als Vorbild dienen. Quelle: Energiewendebauen / sue

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Grundstein für größten Holzbau Berlins gelegt

20. April 2018 - 7:00

Hohlraumgedämmte Platten aus verleimten Hölzern bilden die Außenhülle und werden mit Holzbeton-Verbunddecken kombiniert. Zur Landsberger Allee hin ist die hölzerne Fassade zweischichtig und absorbiert Straßenlärm bis auf ein Minimum. Hier wird das Gebäude mit Schiefer europäischer Herkunft verkleidet, während hofseitig Holzsichtigkeit herrscht.

Die Wohnungen mit 13 Metern Tiefe sind als Schotten angelegt, die sich mit 7,20 Metern konstruktiver Spannweite von der Nord- bis zur Südfassade erstrecken. Realisiert werden sie ohne Stützen oder tragende Wände, um den Bauherren einen größtmöglichen Gestaltungsspielraum zu bieten. So werden loftartige Wohnungen ebenso möglich wie kleinteilige Grundrisse.

Holzarchitektur in besonderer Lage

Ein Gebäude der Größenordnung von „Walden 48“ mit 60 Metern Länge und sechs Geschossen, wurde in Holzbauweise bisher in Berlin nicht errichtet. Allerdings hat hier das Büro Kaden und Partner seinen Sitz, das bereits viele Mehrgeschosser in Holzbauweise errichtet hat - auch höhere als den jetzt im Bau befindlichen. Die Arbeiten an "Walden 48" werden voraussichtlich ein halbes Jahr dauern. Quelle: ARGE Scharabi Raupach / sue

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Fortum baut größtes Solarstromsystem im Norden

19. April 2018 - 7:00

Durch den Bau werde sich die Produktionskapazität für Solarenergie in Finnland fast verdoppeln, teilt Fortum mit. Sie betrug im Jahr 2017 rund 35 Megawatt. Zum Vergleich: In Deutschland sind rund 43 Gigawatt installiert. Auftraggeber ist die S-Gruppe, ein Einzelhandelsunternehmen. Fortum ist verantwortlich für die Projektplanung, das Projektmanagement und die Beschaffung der Ausrüstung. Die Installation wird im Frühjahr beginnen und – mit Ausnahme einiger Standorte – im Herbst 2018 abgeschlossen sein.

"Unsere Vision einer sauberen Energieversorgung kann nicht über Nacht erreicht werden. Glücklicherweise ist dies ein Ziel, das von vielen anderen Unternehmen und Gemeinden geteilt wird, und dieses Projekt der S-Gruppe zur Nutzung der Solarenergie in ihren Geschäftsgebäuden ist ein Paradebeispiel dafür ", sagte Tatu Kulla, Leiter Business Development bei Fortum.

"Die S-Gruppe verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2025 rund 80 Prozent ihres Stromverbrauchs aus eigener erneuerbarer Energie zu erzeugen. Der Stromverbrauch unserer Standorte erreicht seinen Höhepunkt im Sommer, wenn das Sonnenlicht länger und intensiver ist. Im besten Fall können wir im Sommer genügend Solarenergie produzieren, um 100 Prozent des Strombedarfs eines Gebäudes zu decken ", sagte Mikko Halonen, Geschäftsführer von S-Voima.

"Wir haben uns für Fortum entschieden, weil deren Produkte und Prozesse zuverlässig und auditiert sind. Der Lebenszyklus eines Solarstromsystems ist Jahrzehnte lang. Wir vertrauen darauf, dass Fortum in der Lage ist, seine Verpflichtungen in den kommenden Jahren zu erfüllen", so Halonen weiter. Die Erfahrung von Fortum bei der Umsetzung großer Solarprojekte erstreckt sich auch auf Indien, wo die Gesamtleistung der Solarkraftwerke von Fortum 185 Megawatt beträgt.

Fortum ist aber auch noch in fossile Energien engagiert. In Deutschland gehört dem Unternehmen knapp die Hälfte von Uniper, der ehemaligen Kohle- und Gassparte von Eon. Fortum selbst gehört zu gut der Hälfte dem finnischen Staat. Quelle: Fortum / sue

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Nachhaltiges Energieziel ist in Gefahr

19. April 2018 - 7:00

In den Dossiers werden auch die engen Verflechtungen zwischen Energie und anderen Entwicklungszielen dargestellt. Sie zeigen, was getan werden muss, um Politik, Innovation, Finanzen und Kapazitätsaufbau bis 2030 zu beschleunigen.

Erschwingliche, zuverlässige, nachhaltige und moderne Energie für alle Menschen zu schaffen sind die vier Unterziele des Sustainable Development Goals (SDG) Nummer 7 der Vereinten Nationen. Insgesamt sind es 17 Ziele, die 2015 von der Völkergemeinschaft beschlossen wurden. Sie sollen 2030 erreicht sein. Jüngste Daten zeigen jedoch, dass der globale Fortschritt bei allen vier Unterzielen des SDG Nummer 7 nicht schnell genug ist.

Noch immer gibt es rund eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu Elektrizität (SDG 7.1.1). In vielen Ländern, insbesondere in Asien, gab es erhebliche Fortschritte, aber die Fortschritte waren unterschiedlich: In Afrika südlich der Sahara gibt es mehr Menschen ohne Stromzugang als im Jahr 2000, und bei den derzeitigen Trends wären es immer noch mehr als 670 Millionen ohne Zugang im Jahr 2030.

Beim Zugang zu sauberen und modernen Kocheinrichtungen ist das Bild noch schlechter (SDG 7.1.2). Ungefähr 2,8 Milliarden Menschen verlassen sich auf Brennstoffe mit hohen Emissionen, um ihre täglichen Mahlzeiten zu kochen, eine Zahl, die sich seit 2000 nicht geändert hat. Ohne größere Ambition werden im Jahr 2030 immer noch 2,3 Milliarden ohne saubere Kochstellen bleiben – mit schwerwiegenden gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Zwängen.

Der Anteil der modernen erneuerbaren Energien am globalen Endenergieverbrauch (SDG 7,2) ist in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen und erreichte 2015 fast zehn Prozent. Um jedoch ein wirklich nachhaltiges Energiesystem zu erreichen, muss dieser Anteil mehr als doppelt so hoch sein wie 21 Prozent bis zum Jahr 2030. Doch während sich der Wind- und Solareinsatz beschleunigt hat, ist dieses Ziel in der derzeitigen Politik noch immer umgesetzt.

Schließlich war 2015 ein beeindruckendes Jahr für Energieeffizienz (SDG 7,3). Die globale Energieintensität sank um 2,8 Prozent. Die IEA-Daten zeigen aber, dass sich die Fortschritte in den Jahren 2016 und 2017 deutlich verlangsamt haben und im Durchschnitt immer noch unter dem 2,7- Prozent-Ziel liegen um das SDG-Ziel zu erreichen.

Die Vereinten Nationen werden das SDG 7 bei einem hochrangigen politischen Forum für nachhaltige Entwicklung im Juli dieses Jahres eingehend prüfen. „Dies ist ein wichtiger Termin, um zu beurteilen, wo wir mit unseren globalen Energiezielen stehen, wo die bestehenden nationalen Politiken uns hinführen und wie wir das globale Energiesystem auf einen nachhaltigeren Weg lenken können“, teilt die IEA mit. Um diesen kritischen Prozess zu unterstützen, hat sie beschlossen, eine neue Online-Ressource zu erstellen, um alle unsere Daten und Szenario-Projektionen zur Unterstützung der Agenda 2030 zusammenzuführen. Quelle: IEA / sue

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Kita hat dreifach niedrigen Energieverbrauch

19. April 2018 - 0:00

Möglich wird das zuallererst durch die Baustoffe: Die Trägerkonstruktion besteht aus Holz, die Wände sind aus Stroh und Lehmsteinen. Hinzu kommen eine aktive und passive Sonnenenergienutzung, eine Anlage für Raumlufttechnik (RLT) mit Wärmerückgewinnung, Erdwärmetauscher und ausgeklügelte Details. Insgesamt reduziert die Kita den Primärenergiebedarf gegenüber dem bisher genutzten Gebäude um 89 Prozent und die CO2-Emissionen um 85 Prozent.

Gebäudeform, Lüftungs-, Energie-, Material-, Abfall- und Wasserkonzept der Kita sind so optimiert, dass erneuerbare Energien ausgiebig genutzt werden können. Entwickelt hat das Objekt Professor Martin Wollensak mit dem Institut für Gebäude-, Energie und Lichtplanung, einem An-Institut der Hochschule Wismar. Die Hochschule begleitete das Projekt unter der Leitung von Wollensak und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Lucia Oberfrancová. Es wurde aus Mitteln der EU, des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des Bundesfamilienministeriums gefördert.

Solarkamin nutzt die Wintersonne

Die ovale Form des Gebäudes sorgt für ein minimales Verhältnis von Oberfläche zum Volumen (A/V-Verhältnis). Eine geringer Außenfläche spart Energie, weil weniger Wärme nach außen übertragen wird. Im Inneren befindet sich ein ebenfalls ovaler, überdachter Innenhof, der sogenannte Klimahof. Dieser klimatisch abgetrennte Bereich wird nur solar geheizt. Hier wird die Zuluft vorkonditioniert, die dann in die übrigen Räume gelangt.

Über einen nach Süden zu öffnenden Solarkamin nutzt der Klimahof die Wintersonne. Der Kamin besteht aus einer Stahlkonstruktion mit einem Zweikammer-Folienkissen. Wird es aufgeblasen, lässt seine Bedruckung Sonnenstrahlen passieren. Liegen die zwei Lagen eng aufeinander, so verschattet die Bedruckung. Im Sommer zieht zudem über die mittige Öffnung des Kamins warme Luft ab.

Die über einen Erdwärmetauscher konditionierte Außenluft versorgt den Klimahof mit Frischluft. Eine RLT-Anlage mit Rotationswärmetauscher reduziert die Lüftungswärmeverluste. In jedem Gruppen- und Aufenthaltsraum gibt es Lüftungsampeln mit einer kurzen Anleitung für die Nutzer. Sie erklärt nutzer- und kinderfreundlich die Bedienung von Lüftung und Heizung im Sommer wie im Winter. Auf dem Dach ernten Photovoltaikelemente und Röhrenkollektoren aktiv Sonnenenergie. Die übrige Heizwärme erzeugt eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Über eine Niedertemperatur Fußbodenheizung wärmt sie die Räume.

Nutzeraufklärung mit Ampel

Bei so viel Technikeinsatz spielen das richtige Abstimmen und Ansteuern der Komponenten sowie das Verhalten der Nutzer eine erhebliche Rolle. Zu Anfang hatten die Nutzer noch Probleme mit der richtigen Bedienung der Elemente (Öffnen des Fensters, CO2-Ampel, Lichtabschalten). "Wir haben uns mehrmals mit Nutzern getroffen und alles erklärt", berichtet Lucia Oberfrancová. "Wir haben ein Handbuch erstellt, ein Kinderhandbuch, sowie eine kurze Anleitung, die in jedem Raum hängt. Das hat sich gelohnt. Die Nutzer sind jetzt für das spezielle Gebäudekonzept sensibilisiert und kommen damit sehr gut zurecht. Die Lüftungsampel ist eine sehr gute Maßnahme und wird gut angenommen."

Messtechnische Begleitung

Zur Bewertung des Nutzerkomforts und des Nutzerverhaltens wurden in einem Gruppenraum im Süden, im Kinderrestaurant im Norden und im Klimahof in der Mitte Klimadaten gemessen. Insgesamt wurden im Gebäude neun Zähler und 47 Messfühler eingebaut. Gemessen wurden unter anderem die Temperaturen vor und nach dem Erdwärmetauscher, Zuluft- und Ablufttemperatur in den Räumen, die Temperatur in der Luftschicht im Dach vor und nach dem Abluftfenster sowie vor und nach dem Solarkamin, die Öffnungszeiten der Türen, Fenster und Abluftklappen, die Luftgeschwindigkeit, die Luftströmung durch das Dach, den Solarkamin und die Fensteröffnungen, die Lüftungsenergieverluste sowie der Energieverbrauch.

Ausführliches Monitoring

In einem Monitoring wurden die Daten vom 1. März 2015 bis zum 29. Februar 2016 ausgewertet. Die realen Verbräuche wurden mit den Betriebswerten eines Bestandsgebäudes, eines Referenzgebäudes Neubau nach EnEV 2009 sowie der Planung der Kita (ebenfalls nach EnEV 2009) verglichen.

Das Monitoring zeigt, dass die gesetzten Ziele erreicht wurden. Im Vergleich zum Referenzgebäude nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) benötigt die Kita während ihres ganzen Lebenszyklus nahezu null Primärenergie und erzeugt nahezu null Emissionen sowie nahezu null Abfall. Laut Monitoring verbraucht die Kita Wildblume weniger als 25 Kilowattstunden Primärenergie pro Quadratmeter im Jahr. Ein Referenzgebäude nach EnEV 2009 braucht mehr als 110 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, das Bestandsgebäude verbrauchte mehr als 215 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Beim Monitoring zeigt sich auch, dass die Innenraumluftqualität sehr gut ist. Im Durchschnitt lag die CO2-Konzentration unter 800 ppm. Die realen Energieverbräuche lagen im Vergleich zur Planung etwas höher, allerdings auch die Gewinne aus der Sonnenenergie und der Wärmerückgewinnung der RLT-Anlage. Zudem wurde festgestellt, dass die Nachtabkühlung im Sommer nicht ausreichend genutzt wurde. Denn die Lüftungsklappe im Klimahof wurde ab Windstärke 4 Meter pro Sekunde aus Sicherheitsgründen automatisch geschlossen. "Leider ist das auf Rügen sehr oft der Fall", erklärt Lucia Oberfrancová.

Sturmsichere Lüftungsklappe

Im Mai 2017 trafen sich die Architekten deshalb mit Nutzern und den Fachplanern, um die Hauptprobleme zu besprechen und Lösungen zu finden. Die Lüftungsklappe etwa sollte durch eine sturmsichere ersetzt werden, um die freie Nachtkühlung zu verbessern. Für eine bessere Versorgung mit Frischluft wurden Fensterflügel in der Festverglasung des Eingangsbereichs eingebaut. Zudem waren Reserven des Erdwärmetauschers bei der Vorkühlung der Zuluft im Sommerbetrieb entdeckt worden. Zuglufterscheinungen im Winter im Bereich der Eingangstür des Klimahofs wurden durch den Einbau eines Windschutzes verbessert. Auch die Lösungen für die Verbesserung der ineffizienten Warmwasserbereitung wurden gefunden.

Für ihr Dreifach-Null-Konzept wurde die Kita auch schon ausgezeichnet. 2017 erhielt sie das BNB-Gütesiegel in Gold. Im Februar 2018 wurden das Planungsteam sowie der Bauherr, das Deutsche Rote Kreuz, mit dem Fritz-Bender-Baupreis ausgezeichnet. Die Fritz-Bender-Stiftung würdigt dabei "besondere Leistungen auf dem Gebiet des ökologischen Bauens unter Verwendung regionaler, baubiologischer und nachhaltiger Baustoffe im Hinblick auf die Harmonisierung zwischen Mensch und bebauter Umwelt" mit 20.000 Euro. von Achim Pilz

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