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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 5 Minuten 50 Sekunden

Bafa hat 170.000 Heizungspumpen gefördert

3. August 2018 - 8:36

Seit dem Programmstart im August 2016 wurden zirka 170.000 hocheffiziente Pumpen und 90.000 Maßnahmen rund um den hydraulischen Abgleich mit einem Volumen von zirka 50 Millionen Euro gefördert. Für Andreas Obersteller, Präsident des BAFA, ist dies ein gelungener Start. "Die Zahlen belegen, dass das Thema Heizungsoptimierung zunehmend in den Fokus von Heizungsfachunternehmen und Hausbesitzern rückt. Neue Heizungspumpen benötigen bis zu 80 Prozent weniger Strom. Der Austausch lohnt sich nicht nur wirtschaftlich, jeder Einzelne kann so auch zu einer klimaschonenden Wärmeversorgung beitragen."

Das BAFA geht aufgrund zahlreicher Anfragen von gewerblichen Immobilienbesitzern, Wohnungsbaugesellschaften sowie von Heizungsbauern von einer weiteren Steigerung der Nachfrage aus. Schließlich wird das Förderprogramm zunehmend in die Kundenakquise integriert und ist Bestandteil des Geschäftsmodells.

In Deutschland sind noch immer Millionen von alten Heizungsumwälzpumpen im Einsatz. Diese Pumpen haben einen sehr hohen Stromverbrauch. Durch den Austausch gegen hocheffiziente Pumpen können ohne großen Aufwand erhebliche Effizienzgewinne erzielt werden. Darüber hinaus können durch einen sogenannten hydraulischen Abgleich des bestehenden Heizungssystems Energie und Brennstoff eingespart werden. Aus diesem Grund fördert das BAFA den Austausch von Umwälzpumpen und Warmwasserzirkulationspumpen sowie die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs inklusive begleitender Maßnahmen (z.B. Thermostatventile, Einzelraumtemperaturregler, Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Pufferspeicher, Einstellung der Heizkurve). Der Zuschuss beträgt 30 Prozent des Nettorechnungsbetrages. Quelle: Bafa / pgl

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IFT erforscht optimierte Befestigungen in Ziegelwänden

3. August 2018 - 8:28

Um weiterhin monolithisch mit Ziegelmauerwerk bauen zu können und trotzdem die Anforderungen der EnEV zu erfüllen, wurden die Steine in den letzten Jahren wärmetechnisch optimiert. Dies hatte jedoch gleichzeitig eine Reduzierung der mechanischen Festigkeit zur Folge. Die Befestigung von Fenstern wird mit herkömmlichen Methoden deshalb immer schwieriger. Ziel des nun abgeschlossenen Forschungsprojekts "Fenstermontage in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk" war die Erarbeitung von konkreten Handlungsempfehlungen.

Allgemein anerkannte Befestigungslösungen mit Berücksichtigung weiterer Bauteile (zum Beispiel Rollladenkästen) funktionieren mit gedämmten Ziegeln nicht mehr richtig. Ebenso sind absturzsichernde Verglasungen ein Thema; auch hier mangelt es derzeit an allgemeinen Empfehlungen für geeignete Verankerungssysteme.

Dadurch besteht die Gefahr, dass hochwärmedämmendes Mauerwerk von Architekten, Planern und Bauherren weniger genutzt wird. Daher hat das IFT Rosenheim das Forschungsvorhaben "Fenstermontage in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk" durchgeführt. Ziel des Projekts war die Erarbeitung von gesamtheitlichen und praxistauglichen Lösungen. Es sollten nicht nur die Tragfähigkeiten von Befestigungsmitteln in verschiedenen Ziegeln betrachtet, sondern auch handwerkergerechte Vorschläge für die Bauelementebefestigung erarbeitet werden.

EDV-gestützte Hilfswerkzeuge werden zukünftig die Ausführenden bei der Planung und Bemessung der Montage und Befestigung von Fenstern unterstützen. Hierzu hat das ift Rosenheim ein Online-Tool entwickelt, in das auch die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens eingeflossen sind. Unter www.ift-montageplaner.de steht es kostenlos zur Verfügung. Quelle: IFT Rosenheim / pgl

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Boom in Geschosswohnungsbau hält an

2. August 2018 - 8:36

So geht die aktuelle BauInfoConsult Neubauprognose bereits für das Jahr 2018 von einem merklichen Fertigstellungsplus in diesem Segment aus, das sich bis ins Jahr 2019 fortsetzen dürfte. Den Prognoseszenarien nach dürfte der Mehrgeschossbau dabei insbesondere im Norden und Osten Deutschlands weiterhin im Aufwind bleiben.

Durch die zu erwartenden Fertigstellungen der seit 2016 noch unbearbeiteten Projekte ist im Eigenheimsegment bis Ende 2018 mit einem Fertigstellungsplus von 0,6 Prozent auf circa 96.810 Ein- und Zweifamilienhäuser zu rechnen. Auch wenn die bisherige Genehmigungsentwicklung für 2018 wieder geringfügig mehr genehmigte Eigenheime in Aussicht zu stellen scheint, dürfte sich die Schrumpfung der fertiggestellten Projekte 2019 zunächst fortsetzen: um -1,1 Prozent auf rund 95.750 Ein- und Zweifamilienhäuser.

Im Segment der Drei- und Mehrfamilienhäuser ist die Ausgangslage ungleich günstiger – nicht zuletzt durch die angespannte Marktsituation auf zahlreichen Wohnungs- und Mietmärkten. Im Gesamtjahr 2018 ist daher aufgrund der ungebrochenen Genehmigungsnachfrage eine deutliche Steigerung der Fertigstellungen zu erwarten, die sich 2019 in etwas gemäßigteren Ausmaßen (+2,4 Prozent auf etwa 15.410 Geschossbauten) fortsetzen dürfte. Selbst danach dürfte sich der Fertigstellungsanstieg weiter fortsetzen, denn von einer Sättigung der derzeit schon überdeutlichen Bedarfslücke kann im Zeitraum von zwei Jahren nicht annähernd die Rede sein.

Vor allem im gesamten Norden dürfte das Mehrfamilienhaussegment im Aufwind sein. So sollten die Fertigstellungen in 2018 um fast ein Drittel ansteigen und diesen Vorsprung 2019 nochmals ausbauen. Auch für den Osten der Republik sind die Erwartung bis 2020 in diesem Segment ungebrochen aufwärtsgerichtet.

Für die Zeit ab 2020 zeichnet sich jedoch eine gemäßigtere Genehmigungsentwicklung ab, sodass der ostdeutsche Wohnungsneubaumarkt keine weiteren Wachstumssprünge mehr machen dürfte. Für den Westen und Süden Deutschlands deutet die Fertigstellungsprognose schon für 2019 auf eine eher gemütlichere Gangart hin – wobei in einigen Regionen, wie etwa dem Landkreis Heilbronn, Dachau oder Neuwied, auch zukünftig mit einer regen Bautätigkeit zu rechnen ist. Quelle: Bauinfoconsult / pgl

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Energieverbrauch ist im ersten Halbjahr 2018 gesunken

2. August 2018 - 7:54

Laut AG Energiebilanzen erreichte der Energieverbrauch in Deutschland zur Jahresmitte 2018 eine Höhe von 6.771 Petajoule (PJ) beziehungsweise 230,9 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE).  Ohne den Einfluss der Witterung wäre er, über das gesamte Halbjahr gerechnet, um rund 1,5 Prozent angestiegen.

Der Zuwachs beim Erdgas und den Erneuerbaren sowie die Rückgänge bei Öl und Kohle haben nach Abschätzung der AG Energiebilanzen eine Senkung der energiebedingten CO2-Emissionen um etwa 3 Prozent zur Folge. Der Verbrauch von Mineralöl verringerte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt um knapp 3 Prozent. Mit 12 Prozent war der Absatzrückgang beim leichten Heizöl am stärksten. Bei den verschiedenen Kraftstoffen lagen die Rückgänge zwischen1 und 4 Prozent. Hauptursache dieser Entwicklung dürfte der Preisanstieg gewesen sein.

Der Erdgasverbrauch erhöhte sich um knapp 3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres. Aufgrund der kühleren Temperaturen war es in den Monaten Februar und März zu einem starken Vebrauchsanstieg gekommen, im zweiten Quartal lag das Verbrauchsniveau dagegen deutlich unter dem des Vorjahres. Der Verbrauch an Steinkohle lag erneut deutlich im Minus und verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 14 Prozent, da erneut weniger Steinkohle in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt wurde. Der Verbrauch von Braunkohle lag in den ersten sechs Monaten ebenfalls im Minus und verringerte sich um rund 3 Prozent, da weniger Strom aus Braunkohle erzeugt wurde.

Bei der Kernenergie kam es im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr zu einer Zunahme der Stromproduktion um rund 9 Prozent. 2017 hatte eine Häufung von Revisionen zu einer deutlichen Einschränkung der Stromproduktion geführt.

Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2018 um mehr als 4 Prozent. Zu dieser Entwicklung trugen alle Formen der Erneuerbaren bei: Bei der Windkraft gab es ein Plus von 15 Prozent und bei der Biomasse von 1 Prozent. Die Solarenergie verzeichnete ein Plus von 8 Prozent und die Wasserkraft steigerte ihren Beitrag um 9 Prozent. Quelle: AG Energiebilanzen / sth

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Verbundanlagenlabel kommt nicht an

1. August 2018 - 7:54

Seit dem 15. September 2015 müssen neue Einzelgeräte und Verbundanlagen zum Heizen und zur Warmwassererzeugung mit einem Energieeffizienzlabel versehen werden. Doch das Verbundanlagenlabel komme nur langsam im Markt an, so das Konsortium mit Mitgliedern aus sechs europäischen Ländern. "Als Label, das erstmalig auch Verbundanlagen in ihrer Energieeffizienz bewertet, ist das EU-Label deutlich komplexer als die vorherigen, bekannten Effizienzlabels aus anderen Segmenten", sagt Pedro Dias, Generalsekretär des europäischen Verbands Solar Heat Europe/ESTIF. "Die Komplexität spiegelt sich leider auch bei der Akzeptanz des Labels beim Handwerker und Endkunden wider. Es wird bisher noch nicht in dem Maße nachgefragt, wie wir ursprünglich erwartet hatten."

Der Gebäudetechnikverband VdZ, der 2015 eine Plattform zur Labelerstellung online gestellt hat, bestätigt die Beobachtung. Es würden zwar regelmäßig Datenbankabrufe erfolgen, aber viel zu wenig angesichts der unzähligen Verbundanlagen im Markt. Tatsächlich dürften die Mehrzahl der jährlich installierten Heizungsanlagen das Verbundanlagenlabel brauchen, da schon das Hinzufügen von Regelungstechnik aus einer Wärmepumpe oder einem Heizkessel eine Verbundanlage macht.

Wegen der zurückhaltenden Akzeptanz lag ein Schwerpunkt des Projekts "LabelPack A+" auf der Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für das Label und seinen Einsatz. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft, zum Projektabschluss: "Es ist sicher so, dass ein neues Label Zeit benötigt, sich am Markt zu etablieren. Bisher überwiegt für Industrie und Handwerk aber eindeutig der Aufwand, während Endkunden sich mit den vielen verschiedenen Informationen der Labels schwertun."

Der BSW hofft nun auf eine Novellierung des Labels, das die Defizite ausräumt. "Wir haben dazu beigetragen, dass die Erfahrungen von Herstellern sowie Vertretern der Handwerkerschaft, öffentlichen Institutionen in Deutschland und Verbraucherschützern an die EU-Kommission zurückgespiegelt wurden und hoffen auf eine Berücksichtigung dieser Vorschläge bei künftigen Novellierungen", so Körnig. Bis es soweit ist, arbeiteten viele Firmen der Solarwärmebranche an einem eigenen Label, da ihre Interessen bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Im Projekt wurden zahlreiche Informationsveranstaltungen und Handwerkerschulungen organisiert, Onlinetools erarbeitet und Materialien für das Fachpublikum erstellt. In den letzten Projektmonaten wurde – neben einer umfassenden Evaluierung des Labels und der Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen – nochmals umfassend per Social Media über das Label informiert, um Endkunden und Handwerker zu erreichen. Ebenfalls wurde das in fünf Sprachen verfügbare Label-Berechnungstool aktualisiert und dessen Anwendung verbessert. Es wird weiterhin zur Verfügung stehen und in Kooperation mit dem Solar-Keymark-Network weitergepflegt. Quelle: BSW / sth

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DGNB macht Nachhaltigkeitszertifizierung flexibler

1. August 2018 - 7:35

Um den spezifischen Eigenschaften einer bestimmten Gebäudenutzung gerecht zu werden, gibt es bei der Zertifizierung der DGNB sogenannte Nutzungsprofile. Dies sind jeweils eigene Varianten des Kriterienkatalogs, die auf die individuellen Anforderungen eines Gebäudetyps abgestimmt sind.Diese bestehenden, praxiserprobten Nutzungsprofile des DGNB Systems mit den darin formulierten Grundsätzen, Kriterien und Bewertungsmaßstäben bilden die Basis des neuen Verfahrens.

Darauf aufbauend hat der Auditor, der die Zertifizierung auf Projektseite begleitet, die Möglichkeit, einen individuellen Anforderungskatalog für die spezifische Nutzung vorzuschlagen. In diesem müssen die Zertifizierungsinhalte, die Bedeutungsfaktoren der einzelnen Kriterien sowie die generelle Bewertungssystematik definiert sein. Soll ein Kriterium entfallen oder nutzungsspezifisch ein neues ergänzt werden, ist eine ausführliche Begründung notwendig. Von Seiten der DGNB wird anschließend geprüft, ob beziehungsweise mit welchen Änderungen der vorgelegte Auditoren-Entwurf tatsächlich als Zertifizierungsgrundlage verwendet werden kann.

"Unser Anspruch ist es, dass jeder, der sein Gebäude oder Quartier unter den vielfältigen Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit planen, bauen und betreiben möchte, die Inhalte der DGNB nutzen kann, um dies systematisch umzusetzen und sich in Form eines Zertifikats bestätigen zu lassen", sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB. Aus diesem Grund sei die Einführung von DGNB Flex ein konsequenter Entwicklungsschritt.

Von dem Verfahren ausgeschlossen sind Projekte, die beispielsweise aufgrund von ethischen Gründen im Widerspruch zu den Vereinszielen der DGNB stehen. Erste Projekte, bei denen DGNB Flex zum Einsatz kommt, sind bereits angemeldet. Ein über das neue Verfahren erreichtes DGNB Zertifikat in Platin, Gold oder Silber besitzt dieselbe Wertigkeit wie eine Auszeichnung in den bestehenden Nutzungsprofilen. Quelle: DGNB / sth

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FU Berlin will CO2-Ausstoß in Gebäuden senken

31. Juli 2018 - 8:25

Bis Ende 2027 will die FU Berlin ihren Ausstoß des Klimagases CO2 durch den Energieverbrauch ihrer Gebäude um mindestens 4.250 Tonnen reduzieren. Das entspricht einem Minus von zehn Prozent gegenüber 2016.

Darauf hat sich die Hochschule mit dem Land Berlin im April verständigt und dies in der nunmehr schon zweiten gemeinsamen Klimaschutzvereinbarung festgehalten. Damit soll die Universität als öffentliche Einrichtung dazu beitragen, dass Berlin die Ziele seines Energiewende-Gesetzes erreicht. Bis 2050 will das Land demnach klimaneutral sein, seine Emissionen also auf netto Null bringen. Bis 2020 soll eine Reduktion von mindestens 40 Prozent geschafft sein, bis 2030 von mindestens 60 Prozent.

Mit ihrer aktuellen Vereinbarung knüpfen FU und das Land Berlin an ihre erste Klimaschutzvereinbarung von 2011 an. Damals war die FU die erste Universität Berlins, die sich zu einem solchen Schritt entschloss. Die Vereinbarung galt bis 2015. Angepeilt war auch dort eine Reduzierung um zehn Prozent. Allerdings wurde dies nur zu einem Drittel erreicht.

Grund waren laut FU die kräftig gestiegenen Studierendenzahlen in dem Zeitraum sowie eine deutliche Ausweitung der Drittmittelausgaben. Berücksichtige man diese Faktoren, so die Hochschule, könne von einem "hohen Erfüllungsgrad" der Ziele gesprochen werden. Deshalb wurden den Hochschule nun zehn Jahre eingeräumt, um das neuerliche Minus von zehn Prozent zu schaffen.

Low hanging fruits sind schon geerntet

Ob dies gelingen wird, ist dennoch ungewiss. Denn "das Spektrum der am wirtschaftlichsten erschließbaren Einsparpotenziale ist bereits zu einem relevanten Anteil ausgeschöpft", wie es in der Klimaschutzvereinbarung unumwunden heißt. "Bislang haben wir uns vor allem im Bereich der Low Hanging Fruits bewegt", sagt auch Andreas Wanke von der federführenden Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie, die von der FU 2015 eingerichtet wurde. "Vieles ist schon ausgereizt." Nun seien zusätzliche und gezielte Anstrengungen nötig, jede weitere Einsparung beim Energieverbrauch sei mit höherem Aufwand verbunden.

Die Klimaschutzvereinbarung sieht ein ganzes Bündel an Maßnahmen vor. Diese reichen von der energetischen Sanierung weiterer Gebäude über die Errichtung neuer PV-Anlagen (derzeit hat die FU neun) bis zur Fortführung von Effizienzmaßnahmen, die bereits vor mehreren Jahren angeschoben wurden und gute Erfolge gebracht haben.

Für die Sanierung sind knapp 20 Standorte vorgesehen, darunter die Chemie-Gebäude der Universität, die einen besonders hohen Energieverbrauch aufweisen. Hier soll die Gebäudehülle saniert und eine modernere Lüftungs- und Regelungstechnik eingebaut werden. Ziel ist, den Wärmeverbrauch dort um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Bei weiteren Gebäuden ist die Dämmung der Dächer und obersten Geschossdecken geplant, sowie die Sanierung von Fenstern. Teilweise soll auch die Decken- und Außenbeleuchtung erneuert werden.

Zähler werden monatlich ausgelesen 

Um identifizieren zu können, bei welchem der 220 Gebäude der Hochschule eine Sanierung notwendig und lohnend wäre, wurden bereits in den Jahren 2000 und 2001 fast alle Gebäude mit Strom- und Wärmezählern ausgestattet.

2002 wurde ein Energiecontrolling eingeführt, mit einem systematischen monatlichen Zählerablesen. Mittlerweile wurde das Controlling durch ein webbasiertes Online-Monitoring-System komplettiert. Sämtliche Messdaten für die Bereiche Energie, Wasser und Abfall laufen bei der von Wanke geleiteten Stabsstelle zusammen. "Das ist ein großer Vorteil", sagt Wanke. "Wir haben alle Daten, die wir brauchen, und müssen niemanden extra darum bitten. Sonst wäre die Datensammelei eine sehr mühselige Angelegenheit."

Anhand der Daten kann Wankes Team bestimmen, in welchen Gebäuden Handlungsbedarf besteht. Zwischen 2003 und 2011 wurden jährliche Energieeffizienzprogramme aufgelegt, die auf die energieeffiziente Modernisierung von Heizungs-, Kälte- und Lüftungsanlagen sowie deren Steuerung fokussiert waren. Pro Jahr investierte die FU dabei 1,5 bis 2,5 Millionen Euro. Teilweise konnte die Hochschule Fördermittel in Anspruch nehmen. Die Ausgaben amortisierten sich in der Regel schon in weniger als fünf Jahren. Der Wärmebedarf der Gebäude ging um durchschnittlich 33 Prozent zurück, also in etwa so viel, wie auch die Sanierung der Chemie-Gebäude nun bringen soll.

Zusätzlich zu den Sanierungen wurden auch kleinere Einsparmaßnahmen umgesetzt, die nun fortgeführt werden sollen, etwa die Schließung der Heißwasserversorgung überall dort, wo sie nicht unbedingt gebraucht wird. "Damit haben wir uns anfangs sehr unbeliebt gemacht", erzählt Wanke. "Da gab es Proteste." Viele Leute wollten nicht darauf verzichten, sich die Hände mit warmem Wasser waschen zu können. "Doch das hat sich mit der Zeit gelegt, die Leute haben sich daran gewöhnt."

Prämienmodell belohnt energiesparsame Fachbereiche

Ebenfalls fortgeführt werden soll das sogenannte Prämienmodell, das den Fachbereichen der Universität seit 2007 einen handfesten Anreiz zum Energiesparen gibt. Dabei wird den 16 Fachbereichen der FU jedes Jahr eine Prämie gewährt, wenn sie den Energieverbrauch ihrer Gebäude unter eine zuvor festgelegte Größe, die sogenannte Baseline, drücken. Von der Kostenersparnis erhalten die Fachbereiche 50 Prozent. Diese Summe können sie so verwenden, wie sie es für richtig halten. Wird die Baseline hingegen überschritten, muss der Fachbereich dies zu 100 Prozent aus seinem Budget zahlen. Obwohl die Baseline zwischen 2012 und 2015 sogar noch um jeweils zwei Prozent pro Jahr gesenkt wurde, schaffen es nahezu alle Fachbereiche, sich die Prämie zu sichern. "Seitdem kommen auch Anrufe, hier ist ein Fenster kaputt, hier zieht es", erzählt Wanke. "Die Leute sind jetzt motiviert, sie wollen Energie sparen." Die Prämie des besonders energieintensiven Fachbereichs Biologie, Chemie, Pharmazie etwa beläuft sich auf jährlich bis zu 270.000 Euro.

Weitergehen soll es auch mit einer weiteren ungewöhnlichen Maßnahme, die von der Stabsstelle ersonnen wurde: Seit 2012/13 schließt die FU in der Ferienzeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Innentemperatur wird in dieser Zeit auf 12 bis 14 Grad abgesenkt. Die Reinigungsdienste regeln manuell die Thermostate herunter, die Hausmeister kontrollieren dies. Lüftungsanlagen sowie Labor- und IT-Geräte werden soweit wie möglich abgeschaltet. Dadurch erzielt die FU Einsparungen beim Energieverbrauch von 150.000 bis 250.000 Euro jährlich. Zudem kontrolliert die Stabsstelle, wie stark der Energieverbrauch in den einzelnen Gebäuden während der Schließung zurückgeht und kann so Mängel und weiteren Handlungsbedarf identifizieren.

Neu ist hingegen das Mobilitätskonzept, das die FU bis Ende 2020 erarbeiten und dann schrittweise umsetzen will. Als Baustein vorgesehen ist die Optimierung des universitätseigenen Fuhrparks, ein Reduzieren von Dienstreisen und die Förderung des Fahrradverkehrs. Zudem soll auf dem Hauptcampus in Dahlem ein Fahrradverleihsystem etabliert werden. Verena Kern

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Wärmepumpe arbeitet mit umweltfreundlicherem Kältemittel

31. Juli 2018 - 7:40

Wie alle R-32 Produkte der Daikin-Gruppe trägt auch die HPSU compact Ultra das Bluevolution Siegel. In Verbindung mit dem neuen Hocheffizienz-Kompressor der Außengeräte erreicht die neue Luft-Wasser-Wärmepumpe gute Effizienzwerte. Durch den Kompressor und die Verwendung des Kältemittels R-32 wird eine bis zu 40 Prozent höhere Warmwasserleistung erreicht.

Die Möglichkeit Vorlauftemperaturen von bis zu 65 °C zu erreichen, erweitert den Anwendungsbereich auf Neubauten oder für die Modernisierung. In Kombination mit einer Fußbodenheizung liefert die Anlage durch die Funktionen Heizen und Kühlen ganzjährig gutes Wohnklima. Sie steht in den Leistungsgrößen 4, 6 und 8 kW zur Verfügung.

Der Wärmespeicher gehört zur ECH2O-Produktgruppe. Dabei erfolgt die Warmwasserbereitung mit dem HybridCube-Wärmespeicher ─ einer Kombination aus Warmwasserspeicher und Durchlauf-Wassererhitzer. Das benötigte Trinkwasser wird durch einen Hochleistungs-Wärmetauscher aus Edelstahl geführt und erwärmt. Dabei wird die eigentliche Wärme nicht im Trinkwasser selbst gespeichert, sondern im davon getrennten Speicherwasser. Aufgrund der kurzen Verweildauer des Wassers im Trinkwasserwärmetauscher nach dem First-in-first-out-Prinzip bietet dieses System Schutz vor Legionellen, Kalk und Sedimentablagerungen. Der Wärmespeicher ermöglicht die zusätzliche, nachträgliche Einbindung von Solarsystemen oder wassergeführten Kaminöfen.

Die Wärmepumpe ist mit der Regelung Rotex eye ausgestattet, die eine schnelle Inbetriebnahme ermöglicht sowie immer den aktuellen Betriebsmodus anzeigt. Optional kann das System per App mit dem Smartphone gesteuert werden. Die Regelung übernimmt neben Steuerfunktionen des Geräts auch die Überwachung der Anlage. Das Produkt hat das SG Ready Label für Smart-Grid-fähige Wärmepumpen.

Das Außengerät hat einen Schalldruckpegel von 35 dB(A) in drei Metern Abstand und eignet sich für die Aufstellung in reinen Wohngebieten mit dichter Bebauung. Für zusätzlichen Komfort wird eine Schallschutz-Verkleidung für Wärmepumpen angeboten, die den Schallpegel nochmals um bis zu drei dB(A) reduziert. Das Außengerät ist neben der Serienlackierung in Elfenbein auch in den vier Sonderlackierungen Anthrazitgrau, Weißaluminium, Verkehrsweiß und Rubinrot erhältlich. Quelle: Rotex / pgl

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Hausbesitzerverband fordert Stromkostenverordnung

30. Juli 2018 - 8:00

"Die Hürden für private Vermieter, ihre Mieter mit selbst erzeugter erneuerbarer Energie zu versorgen, sind noch immer sehr hoch", erklärte Gerold Happ, Bundesgeschäftsführer von Haus & Grund Deutschland. Zusätzlich ließen sich die bürokratischen Hemmnisse laut Haus & Grund mit einer Stromkostenverordnung beseitigen. Vermieter könnten dann die Stromkosten – vergleichbar der Wärme über die Heizkostenverordnung – mit den jährlichen Betriebskosten abrechnen.

"Investitionen in eine lokale grüne Stromversorgung bestehender Mehrfamilienhäuser müssen sich endlich lohnen und die Mieter müssen langfristig von stabilen und günstigen Strompreisen profitieren", forderte Happ. "Damit würde ein großer Beitrag für die Energiewende im vermieteten Gebäudebestand geleistet, ohne die Mieter schlechter zu stellen", fasste Happ die Vorteile einer Stromkostenverordnung zusammen.

Die Einschätzung, dass das Mieterstromgesetz nur wenig bewegt, wird auch von anderen Verbänden geteilt. Der Verband der Wohnungsgesellschaften GdW und der Solarverband BSW hatten Ende Juni erklärt, dass es notwendig sei, Hürden beim Mieterstrom zu beseitigen. Im ersten Jahr sei nicht einmal ein Prozent des Potentials gehoben worden, das die Bundesregierung in einer Studie ermittelt habe. Die Universitätsstadt Tübingen geht einen anderen Weg und macht PV auf dem Dach in allen Neubauten zur Pflicht. pgl

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Besitzer von Öltanks müsse diese gegen Hochwasser sichern

30. Juli 2018 - 7:37

Betreiber einer Heizöltankanlage in einer von Hochwasser gefährdeten Region sind nach dem Gesetz verpflichtet, diese zu überprüfen und gegebenenfalls nachrüsten zu lassen. In welchem Zeitrahmen die Überprüfung stattfinden muss, hängt davon ab, ob die Anlage in einem sogenannten Überschwemmungsgebiet oder einem Risikogebiet liegt. Beide Gebiete werden von den Kreisverwaltungsbehörden ausgewiesen.

Zu den Überschwemmungsgebieten zählen beispielsweise Flächen zwischen einem Gewässer und einer Hochwasserschutzanlage, etwa einem Deich. Mit Risikogebieten sind Flächen gemeint, die bei Hochwasser überflutet werden könnten. Heizöltankanlagen, die in einem der beiden Gebiete angesiedelt sind, müssen künftig hochwassersicher sein. Die Frist für die Prüfpflicht der Betreiber in Überschwemmungsgebieten endet am 5. Januar 2023, in Risikogebieten am 5. Januar 2033.

Die neue Regelung gilt für alle unterirdischen Heizöltankanlagen und alle oberirdischen Tanks mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1.000 Litern.

Beim richtigen Lagern von Heizöl in Überschwemmungs- und Risikogebieten ist der Hochwasserstand (HQ100-Marke) des Gebäudes entscheidend. Die sicherste Variante besteht darin, die Heizöltankanlage in einem Raum aufzustellen, der sich oberhalb der HQ100-Marke befindet. Ansonsten bieten sich für den Hochwasserschutz zwei Möglichkeiten an: zusätzliches Abdichten des Aufstellraums oder die Verankerung der Tanks.

Beim Abdichten werden alle Raumöffnungen für den anstehenden Wasserdruck und Rückstau mit speziellen Vorrichtungen versehen. Verbindungsleitungen, Armaturen und Messgeräte müssen so konstruiert sein, dass im Überschwemmungsfall kein Wasser in den Tank gelangen kann. Außerdem muss der Behälter einem bestimmten Wasserdruck standhalten und die Entlüftungsleitungen müssen sich oberhalb der HQ100- Marke befinden.

Beim Verankern geht es darum zu verhindern, dass sich der Tank beim Eindringen des Wassers aus seiner Halterung löst und aufschwimmt. Durch spezielle Vorrichtungen wird der Tank am Boden, der Decke oder an den Wänden befestigt. Installationsarbeiten zum Nachrüsten dürfen nur von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Quelle: IWO / pgl

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Holzbau rechnet 2018 mit Umsatzplus von 3,5 Prozent

29. Juli 2018 - 9:44

Als Treiber des Erfolgs wird die Leistungsfähigkeit und die universelle Anwendbarkeit des Holzbaus gesehen. Hinzu kommt, dass sich das Informationsangebot der Branche in Qualität und Umfang gesteigert hat. Dadurch wird der Holzbau zu einer interessanten Alternative für Bauherren und Planer.

Dabei gibt es ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Baden-Württemberg ist im Wohnungsneubau Spitzenreiter beim Holzbau mit einer Holzbauquote von 30 Prozent. In Niedersachsen sind es nur 9,5 Prozent, das ist der geringste Anteil bei den Flächenländern.

Die Auftragsbücher der Unternehmer sind auch weiterhin gut gefüllt. Für das Jahr 2018 rechnet Holzbau Deutschland daher mit einem Umsatzplus von 3,5 Prozent. Die gute Auftragslage führt zu einer höheren Nachfrage nach Arbeitskräften.

Jedoch ist es für die Unternehmen nicht leicht geeignete Bewerber zu finden. Erfreulicherweise sind die Ausbildungszahlen im Holzbau weiter angestiegen. Das liegt auch an der unverändert hohen Ausbildungsbereitschaft der Zimmerer- und Holzbauunternehmen. Sie ist nach Einschätzung der Unternehmer auch weiterhin eine der wichtigsten Maßnahmen, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Erfreulich ist auch der zunehmende Anteil an weiblichen Auszubildenden. Trotz positiver wirtschaftlicher Aussichten zeigen sich die Unternehmen besorgt über zunehmende Verordnungen und Vorschriften, die das Bauen komplizierter und teurer machen.

Auch die Konkurrenz durch handwerksnahe Dienstleister wird als Erfolgshindernis gesehen. Aufgrund derer geringeren Lohn- und Geschäftskosten können diese billiger kalkulieren. Hierbei wird jedoch übersehen, dass dies zumeist auf Kosten von Arbeitssicherheitsmaßnahmen und einer minderwertigen Bauqualität geht. Quelle: ZDB / pgl

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HDG zeigt Hackschnitzelheizung mit Feinstaubabscheider

27. Juli 2018 - 7:53

Alle Hackgut-Qualitäten bis einschließlich der Qualität "B" können genutzt werden. Damit kann der ganze Baum genutzt werden, das senkt Brennstoffkosten. Durch die vollständige Integration im Kessel wird für den Filter nur minimal mehr Platz benötigt - im Falle der HDG Compact 40-80 nur rund fünf Zentimeter. Die elektrostatische Abscheidertechnik garantiere dauerhaft niedrige Feinstaubwerte über den gesamten Betriebszyklus - vom Anheizen bis zum Ausbrand, sagt der Hersteller.

Alle anfallenden Feinstaubpartikel werden vollautomatisch abgereinigt, gesammelt und wie die anderen Verbrennungsrückstände in den zentralen Aschenbehälter gefördert. Der neue HDG Feinstaub-Abscheider wird sowohl im Neubau als auch im Bestand durch das Förderprogramm des BAFA bezuschusst und ist damit in der Anschaffung nahezu kostenneutral. Auch die Folgekosten sind gering, denn Verschleißteile gibt es nicht und der Stromverbrauch ist minimal.

Während die Abscheidertechnik den Einsatz von schwierigen Brennstoffen ermöglicht, sorgt die ebenfalls neu entwickelte HDG Vario-Beschickung und -Austragung dafür, dass auch übergroße Hackschnitzel zuverlässig zum Kessel transportiert werden. Möglich wird dies durch die sogenannte "Cut-Connection" mit einer besonders großen, rechteckigen Öffnung im Übergang der Austragungsschnecke zur Zellenradschleuse. Überlanges Material wird hier von auswechselbaren Gegenschneiden gekürzt. Durch den gekürzten Brennstoff werden Materialverstopfungen verhindert und ein zuverlässiger Betrieb bleibt dauerhaft gewährleistet. Quelle: HDG / pgl

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Offene Standards vereinfachen Datenaustausch in BIM

27. Juli 2018 - 7:49

Building Information Modelling war in den letzten Jahren die bahnbrechende Entwicklung für die Baubranche und ist mittlerweile im Alltag von Architekten, Bauingenieuren und Projektmanagern angekommen. Was allerdings in vielen Büros immer noch fehlt, ist ein durchgängiger BIM-Prozess. Oftmals wird zwar mit einem digitalen Gebäudemodell gearbeitet, wenn es um den Entwurf und die Bauphasen geht, aber um auch die AVA-Prozesse mit dem selben Gebäudemodell zu verknüpfen, fehlte bisher die passende Softwarelösung.

Die Zusammenarbeit von Graphisoft und der Nova Building IT GmbH soll nun diese Lücke schließen: Archicad ist ein BIM Authoring-Tool, das eine flexible Modellierung von Gebäuden ermöglicht. Nova AVA BIM ist ein cloudbasierter Dienst für AVA und Baukostenmanagement. Durch die "tiefe" BIM Integration steht das 3D-Modell in allen Komponenten zur Verfügung, bis in die Abrechnung mit Aufmaß- und Nachtragsmanagement und die projektbezogene Kostenanalyse. Beide Systeme sind voll kompatibel miteinander und machen nun einen durchgängigen BIM-Prozess vom Entwurf bis zur Abrechnung möglich.

Am Anfang der Zusammenarbeit stand das von Graphisoft initiierte Projekt "BIM basierte Mengen- und Kostenermittlungen", das die Nova Building IT zum Anlass genommen hat, den Open BIM-Workflow der eigenen Software zu optimieren, um so einen durchgängigen BIM-Prozess zu ermöglichen.

Um den Bedarf von Architekten, Ingenieuren und Planern an durchgängigen BIM-Prozessen zu bedienen, spielt der Open BIM-Standard die entscheidende Rolle. Mithilfe der herstellerneutralen IFC-Dateien und Schnittstellen können die 3D-Gebäudemodelle auch für AVA-Prozesse genutzt werden. In Aarchicad 22 modellierte Gebäude können mit Nova AVA BIM um alle relevanten AVA-Daten und -Funktionen ergänzt werden. Der Zeitaufwand für Bearbeitung und Controlling wird reduziert, die Genauigkeit erhöht und damit die Fehleranfälligkeit minimiert.

Gebäudemodelle können durch die Kooperation per IFC-Import direkt online im Browser visualisiert und ausgewertet werden. Flexible Anzeigenbereiche dienen der Darstellung der Gebäudestruktur und informieren über die Eigenschaften selektierter Bauteile. Alle Gewerke der Planung werden zuverlässig weiterverarbeitet. Alle Bauteile können direkt mit Kostenelementen bemustert werden. Quelle: Nova Building IT / pgl

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Wettbewerb prämiert Bauten mit Nachwachsenden

26. Juli 2018 - 7:45

So werden explizit Gebäude prämiert, die biobasierte Materialien in Konstruktion, Dämmung und Ausbau einsetzen. In allen Wettbewerbskategorien sind neben Neubauten vor allem Sanierungen von Altbauten gewünscht.

Für eingereichte Projekte gelten folgende Anforderungen: Beim Neubau sollten maßgebliche Gebäudeteile wie die Baukonstruktion oder vorgefertigte Bauelemente aus Holz bestehen. In der Sanierung sind auch Massivbauten zulässig. Daneben müssen bei allen Gebäuden zwingend weitere nachwachsende Baustoffe in größerem Umfang vorkommen, etwa Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und biobasierte beziehungsweise natürliche Baustoffe beim Innenausbau. Zudem bewertet die Jury auch das energetische Gebäudekonzept einschließlich des Einsatzes erneuerbarer Energien.

Prämiert werden herausragende Neubauten und Sanierungsmaßnahmen in folgenden Kategorien:

  • Wohnungsbau
  • Öffentliches Bauen
  • Gewerbliches Bauen

An die zu prämierenden Bauherren werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 50.000 Euro vergeben. Über die Auswahl der Gewinner entscheidet eine unabhängige Wettbewerbsjury unter dem Vorsitz des Augsburger Architekten Frank Lattke. Zur Teilnahme eingeladen sind private, gewerbliche oder öffentliche Bauherren, die im Zeitraum vom 1. August 2013 bis 31. August 2018 innovative Gebäude fertig gestellt oder Bestandsbauten saniert haben. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 1. September 2018. Quelle: FNR /pgl

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Künstliche Intelligenz optimiert Holzprodukte

26. Juli 2018 - 7:39

Schubert ist Spezialist für die biochemische Modifikation von Holz. Er arbeitet mit dem Enzym Laccase, das die chemische Struktur der Holz­ober­fläche verändern kann und so zusätzliche Funktionalisierungen von Holz ermöglicht, ohne die Struktur des Werkstoffs zu verändern. Durch das Anbinden funktioneller Moleküle an die Holzstruktur entwickeln die Empa-Forscher etwa wasserfeste oder antimikrobielle Holzoberflächen. Auch das Selbstverkleben von Holzfasern ohne chemische Bindemittel wird auf diese Weise machbar – so entstehen bereits heute lösemittelfreie Faserplatten für die Dämmung.

Das Problem dabei: Es gibt viele Varianten des Enzyms Laccase, die sich in der Architektur des chemisch aktiven Zentrums unterscheiden, und nicht alle reagieren mit dem gewünschten Substrat. Es ist schwierig vorherzusagen, ob eine bestimmte Laccase mit einem spezifischen Zielsubstrat reagiert; daher erfordert das Identifizieren geeigneter Laccase-Substrat-Paare kostenintensive und zeitaufwändige Versuchsreihen.

Molekulare Simulationen könnten das Problem lösen: Man bräuchte nur eine genaue Strukturanalyse der Laccase und könnte dann den chemischen Reaktionsmechanismus für jede gewünschte Kombination im Computer durchspielen. Doch das erfordert eine hohe Rechenkapazität und wäre selbst dann noch äusserst langwierig und teuer.

Es gibt allerdings eine Abkürzung, sie heisst "Deep learning". Ein Computerprogramm wird mit Daten aus der Fachliteratur und eigenen Experimenten dazu trainiert, Muster zu erkennen: Welche Laccase oxidiert welches Substrat? Unter welchen Bedingungen könnte der erwünschte chemische Prozess am besten stattfinden? Das Beste daran: Die Suche funktioniert selbst, wenn nicht alle Details über den chemischen Mechanismus bekannt sind.

Entscheidend für den Erfolg ist die Bereitstellung der Daten in passender Form und die Architektur des gewählten "deep learning"-Netzwerks. Schubert arbeitet schon seit mehr als sieben Jahren mit neuronalen Netzen. Seine erste Arbeit zu dem Thema stammt aus dem Jahr 2012, die jüngste von 2018. "Früher haben wir mit flachen neuronalen Netzen gearbeitet: mit einem Input-Layer, einem Hidden Layer und einem Output-Layer. Heute arbeiten wir mit deutlich komplexeren Netzen. Sie enthalten mehrere Hidden Layers und leisten deutlich mehr."

Schubert trainiert seine Algorithmen mit bekannten Datensätzen und testet sie mit Datensätzen, die das System noch nie gesehen hat. Und er hat Erstaunliches über die Robustheit der Suchmaschine "Smart Wood" zu berichten: Früher konnte er nur sorgfältig ausgesuchte, aussagekräftige Daten verwenden, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Inzwischen testet er seine Systeme auch mit teils unbrauchbaren Datenhaufen. Die Maschine erkennt selbständig, was sie brauchen kann und was nicht.

Die Robustheit des Systems erlaubt es, die "Deep learning"-Maschine bereits in der Industrie einzusetzen. Bei der Partnerfirma Pavatex, mit der Schubert seit langem zusammenarbeitet, werden mit Hilfe von Laccasen selbstbindende Isolationsplatten produziert. Die Produktion steckt voller Sensoren, es fallen riesige Datenmengen an, die irgendetwas über die Qualität der erzeugten Platten aussagen. Nur was? Schuberts Smart-Wood-Suchmaschine findet den Zusammenhang.

Derzeit ist der Forscher daran, die Produktion auf diese Weise zu optimieren. Falls an einer Stelle der Faserverarbeitung etwas daneben geht, soll die Produktion justiert werden, bevor die Qualität des Produktes zu schlecht wird. Das erspart aufwändige Kontrollen des Endprodukts und kann die Fehlerquote im Produktionsprozess entscheidend vermindern. Quelle: Empa / Rainer Klose / pgl

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Auslastung der Handwerker bremst Wärmewende

25. Juli 2018 - 8:30

Die deutliche Zunahme der Anträge auf Förderung von Holzfeuerungen durch das Marktanreizprogramm (MAP) 2018 sei erst dann ein erfreuliches Signal, wenn sie sich in tatsächlichem Marktwachstum niederschlägt, so der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV). Dies sei bislang nicht der Fall.

Das Bafa weist eine deutliche Zunahme bei Anträgen für Pellet-Heizungen aus. Da seit Anfang 2018 der Förderantrag schon vor der Auftragsvergabe gestellt werden muss – und nicht wie bislang nach Inbetriebnahme – ist die Statistik momentan kein Weiser für tatsächlich eingebaute Feuerungen. "Gegenüber dem Vorjahr ist bisher keine Zunahme beim Einbau von Pellet- und Holzfeuerungen festzustellen. Es gibt für die Politik daher keinerlei Anlass, sich bei der Energiewende am Wärmemarkt zurückzulehnen", betont DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele.

In den monatlich vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlichten Zahlen sind neben den Vorab-Anträgen nach dem neuen Online-Verfahren auch Anträge für im Jahr 2017 installierte Anlagen enthalten, da für sie noch bis September eine Übergangsfrist gilt. "Leider unterscheidet das BAFA nicht nach Neu- und Altfällen", berichtet Verbandsvertreter Bentele. Die monatliche Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) zu den realen Heizungsverkäufen verzeichnet im Pelletbereich bis Mai 2018 gegenüber dem Vorjahr sogar einen zweistelligen Rückgang.

"Die im DEPV organisierten Hersteller arbeiten natürlich mit Hochdruck daran, dass aus den Vorab-Anträgen schnell eingebaute Kessel und Öfen werden. Verunsicherung beim Kunden, wann genau er den Auftrag erteilen darf, um die mehrere Tausend Euro betragende MAP-Förderung zu bekommen, sowie die hohe Auslastung im SHK-Handwerk bremsen die Wärmewende momentan leider stark", so Bentele weiter. Laut BAFA darf der Heizungs-/Ofenbauer sofort nach Erhalt der Eingangsbestätigung beauftragt werden. Keinesfalls muss man bis zur Zustellung des Förderbescheides warten. Quelle: DEPV / pgl

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Berlin stellt Energieatlas vor

25. Juli 2018 - 7:39

Damit wird für die öffentliche Verwaltung auf Landes- und Bezirksebene sowie weitere professionelle Anwender ein Instrument geschaffen, um die Berliner Energiewende weiter voranzubringen und die gesetzlichen Vorgaben besser umzusetzen.

Neben der öffentlichen Hand können auch Unternehmen, Energiedienstleister, Stadtplaner sowie die breite Fachöffentlichkeit auf das umfangreiche Datensatzangebot in vereinfachter Form zurückgreifen. Mit wenigen Klicks lassen sich unter anderem Energieverbräuche oder Potenziale für erneuerbare Energien von Stadtteilen oder Quartieren ablesen oder es wird ersichtlich, wie die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität vor Ort beschaffen ist. Quartierskonzepte können bereits im Anfangsstadium mit Hilfe der verfügbaren Daten besser geplant werden.

Die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop: "Berlin kann durch Digitalisierung, Sektorkopplung und Partizipation einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten. Der Energieatlas unterstützt die Verwaltung, insbesondere die Bezirke, bei der Energiestadtplanung." Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur: "Zukünftig können all diejenigen, die neue Stadtquartiere planen oder bestehende Quartiere energetisch sanieren, sich sehr schnell einen ersten Überblick über die vorhandene Infrastruktur und die Situation vor Ort verschaffen. Das ist bisher zeitaufwändig und umständlich. Somit bietet der Energieatlas einen echten Mehrwert."

Der Energieatlas Berlin soll kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt werden. Bestehende Abwärmequellen möchte man in Zukunft ebenso integrieren wie Informationen zu Strom- und Gaserzeugungsanlagen aus dem Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Quelle: Berliner Energieagentur / pgl

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Deutsche bauen am liebsten mit Ziegeln

24. Juli 2018 - 8:52

Laut der Fertigstellungsstatistik des Statistischen Bundesamts lag der Marktanteil der roten Steine in 2017 quer durch die drei wichtigsten Gebäudearten bei je zirka 30 Prozent. Dass Ziegelsteine für den gesamten Wohnungsbau attraktiv sind, dürfte größtenteils mit den bautechnischen Eigenschaften zusammenhängen. So ermöglicht die geringe Wärmeleitfähigkeit gedämmter Ziegel einen monolithischen Wandaufbau ohne zusätzliche Wärmedämmung unter Einhaltung der Energieeinsparverordnung.

Die Vorabergebnisse der BauInfoConsult Jahresanalyse 2018/2019 zeigen weiter, dass neben dem Ziegel auch der Porenbeton als Wandbaustoff gerade im Ein- und Zweifamilienhausbau beliebt ist. So wurden 2017 fast ein Viertel aller klassischen Eigenheime (24,5 Prozent) mit diesem Wandaufbau fertiggestellt. Ein Grund für die vergleichswese häufige Verwendung von Porenbetonsteinen liegt unter anderem in der geringen Rohdichte: daher sind die Steine sehr leicht und auch einfach zu verarbeiten – ohne dabei die sehr guten Dämmeigenschaften zu verlieren. Zusätzlich bieten viele Porenbetonhersteller komplette Bausysteme an (Steine und Bauelemente für Außen- und Innenwände inklusive Stürzen und Rollladenkästen, Decken, Massivdächer, Treppen und Schornsteine) – was eine schnelle Bauweise fördert und somit Kosten senken kann.

Der Kalksandstein ist eher im Mehrfamilienhausbau beheimatet. Mit einem Marktanteil von 33 Prozent sind die grau-weißen Mauersteine der Vorreiter im Mehrfamilienhausbau – wenn auch nur knapp vor den Ziegeln. Kalksandsteine sind massive und schwere Steine, die für tragendes und nicht tragendes Mauerwerk von Außen- und Innenwänden geeignet sind. Dies ist natürlich ein Vorteil bei mehrgeschossigen Bauwerken, die viel größere Lasten tragen müssen. Zusätzlich sorgt die hohe Masse der Steine bei Innenwänden für guten Schallschutz.

Ein weiterer Baustoff ist im Mehrfamilienhausbau von Bedeutung: Stahlbeton. Fast jedes fünfte der in 2017 in diesem Segment errichteten Gebäude (18,5 Prozent) besaß eine Stahlbetonkonstruktion. Dabei dürfte es sich oftmals um Wohngebäude  mit vielen Stockwerken handeln. Ein zentraler Aspekt, warum sich Stahlbeton für diese Art von (hohen) Wohngebäuden besonders gut eignet ist die Druckfestigkeit des Materials.

Holz sichert sich seine Anteile im Ein- und Zweifamilienhausbau. Fast jedes fünfte Gebäude in diesem Segment wurde 2017 aus Holz errichtet, meist sind das Fertighäuser. Dass Holz der Wandbaustoff Nr. 1 im Fertigteilhausbau ist, liegt vor allem an der Bauweise. So werden die einzelnen Bauteile der Fertighäuser (Wände, Dach und Decken) industriell vorgefertigt und nach dem Baukastenprinzip auf der Baustelle zusammengesetzt. Die verwendeten Materialien für den Rohbau des Hauses beschränken sich meistens auf Holz und der Ausbau erfolgt in Holzrahmenbauweise. Quelle: Bauinfoconsult / pgl

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Tübingen macht bei Neubauten KfW 55 und PV zur Pflicht

24. Juli 2018 - 7:28

Herr Oberbürgermeister, wie war die Resonanz Ihrer Kollegen auf den Beschluss? Rechnen Sie mit Nachahmern?

Ich habe bisher keine Anfragen bekommen, aber ich nehme an, dass die vielen Presseberichte aufmerksam gelesen werden in den zuständigen Abteilungen.

Haben Sie denn vor dem Beschluss mit anderen OBs gesprochen?

Nein, ich habe das die letzten vier Jahre sehr konsequent in der Stadt vorbereitet und verfolgt, aber ich habe nicht mit anderen darüber gesprochen. Mir schienen die Tübinger Verhältnisse dafür besonders günstig zu sein. Wir haben einen ökologisch sehr offenen Gemeinderat, wir haben die notwendigen Mehrheiten für solche Beschlüsse, wir haben innovative Stadtwerke, die ein eigenes Angebot für PV-Dachanlagen zur Verfügung stellen, wir haben ein anspruchsvolles CO2-Klimaschutzziel. In Tübingen sind die Voraussetzungen für Pionierleistungen gut, und ich wollte deswegen vor allem zum Ziel kommen und habe mich da nicht bei anderen erkundigt.

Welchen messbaren Effekt versprechen Sie sich von dem Beschluss?

Das werden wir an der PV-Zubaurate in Tübingen sehen. Ich bin mir sicher, dass sie im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich nach oben gehen wird.

Welcher Anteil der neu gebauten Wohnungen ist von dem Beschluss betroffen?

Das lässt sich nicht ganz präzise sagen, weil wir unterschieden müssen zwischen Wohnungen die auf bestehendem Baurecht gebaut werden und Wohnungen, für die neues Baurecht gilt. Nachträglich ist eine solche Auflage kaum möglich, Wir gehen aber davon aus, dass die Masse der Neubauten neues Baurecht braucht, und dass wir einen Großteil der Neubauten erfasst haben.

Warum kommt der Beschluss erst jetzt, nachdem die großen Lücken in der Innenstadt gerade fertig zugebaut sind?

Das stimmt nicht ganz, die große Lücke die Sie vielleicht im Auge haben ist der Güterbahnhof. Dort haben wir in den letzten drei Jahren die entsprechenden Klauseln in den Grundstückskaufverträgen getestet und das Stadtwerkemodell etabliert, so dass auf diesem größten Areal alle Dächer eine Solaranlage bekommen werden. Als sich gezeigt hat, dass es dort in der Praxis problemlos funktioniert, haben wir den nächsten Schritt getan und hatten auch die Argumente für den Gemeinderat für einen Grundsatzbeschluss, um das jetzt generell zu machen.

Warum gibt es diesen Beschluss nur für den Neubau und nicht für die Sanierung zum Beispiel dann, wenn eine Baugenehmigung notwendig ist?

Die Baugenehmigung ist ein Rechtsanspruch, da darf die Kommune keine zusätzlichen Auflagen machen, das geht nur bei neuem Planrecht.

In der Sanierung haben Sie keine Möglichkeiten einzugreifen?

Nein. Das war der Versuch, den die Kollegen in Marburg gemacht haben, durch eine Satzung für das gesamte Stadtgebiet Solarpflicht auch bei Sanierungen festzulegen. Es wurde gerichtlich entschieden, dass das nicht rechtlich zulässig ist.

Auf welchen Standard saniert die Stadt bei eigenen Bauprojekten, zum Beispiel beim Technischen Rathaus?

Das Technische Rathaus hat Passivhaus-Standard. Wir haben einen Passivhaus-Grundsatzbeschluss. Wenn es technisch möglich ist, ist Passivhaus das Ziel, bei Neubauten ohnehin. Das ist aber ein kleiner Teil des Bauvolumens, da geht es eher um die Vorbildfunktion.

Hat das Technische Rathaus eine PV-Anlage?

Ja, die ist auch nach dem Eigenverbrauchsmodell konzipiert.

Gibt es Ansätze für Quartierlösungen, die von der Stadt gefördert werden?

Das gibt es bisher nicht. Bei Quartierslösungen hat man rechtliche Probleme, da ist der Eigenstromverbrauch in der Regel nicht mehr gegeben und man verliert die Wirtschaftlichkeit. Da sind die Rahmenbedingungen nicht gut. Quartierslösungen setzen immer auch Speicherlösungen voraus, die sind ebenfalls noch schwierig. Das kann ein Schritt sein, der später kommt. Für uns waren die Voraussetzungen für den Grundsatzbeschluss, dass wir mit guten Gründen sagen konnten, dass diese Pflicht für niemand ein Nachteil ist. Wer diese Pflicht erfüllt, hat davon sogar wirtschaftliche Vorteile, Strom vom eigenen Dach ist günstiger als alles, was man kaufen kann.

Geht das dann einher mit einem Ausstieg aus der Anschlusspflicht an Nah- und Fernwärme?

Nein, denn es geht nur um die Stromseite und hat für die Wärmeversorgung so lange keine Bedeutung, wie man nicht mit Stromheizungen arbeitet. Das ist eine Ausnahme, der Strom wird überwiegend für die Zwecke eingesetzt, die wir schon kennen und vielleicht noch stärker in die Mobilität gehen. Heizen mit Strom sehe ich nicht als reale Option, da sind Nah- und Fernwärmekonzepte das richtige.

Und Wärmepumpen mit Strom vom Dach?

Das ist eine Option, über die man sprechen kann. Das ist nicht ausgeschlossen, aber eine entsprechende Vorschrift machen wir nicht. Meine Erfahrung ist, dass solche Pionierleistungen eher von ganz wenigen realisiert werden. Wir sehen deshalb bei den aktuellen Bauvorhaben immer auch netzgebundene Wärme vor.

Welche weiteren Hebel sehen Sie für Städte, um im Gebäudebereich voranzukommen?

Im Gebäudebereich ist die entscheidende Frage, wie kann man die Sanierungsquote nach oben bringen. Da hat man die eigenen Gebäude in der Hand, wir haben da eine Quote von 4 Prozent in den letzten Jahren erreicht. Man kann private Eigentümer motivieren zur Sanierung. Wir haben aber eine Situation, in der der Wohnungsmarkt so eng ist, dass schon sanierungsbedingter Leerstand zum Problem wird und wo Sanierungen sicherlich auch in der Kritik stehen und reduziert werden, weil darin vor allem Mieterhöhungspolitik gesehen wird. Wir sind leider in einer Situation, wo es einen Zielkonflikt gibt zwischen sozialen und ökologischen Zielen, den man nicht ohne Weiteres ausräumen kann. Wir müssen uns im Moment tatsächlich darauf konzentrieren, ausreichend bezahlbaren Wohnraum herzustellen. So lange das nicht gelingt, werden die ökologischen Ziele etwas unter die Räder kommen, so schade ich das finde.

Sehen Sie diesen Zielkonflikt nur in der Sanierung oder auch im Neubau?

Im Neubau sehe ich ihn nicht, die Berechnungen die wir machen zeigen, dass sowohl Energiestandards als auch PV jedenfalls auf die Lebensdauer des Gebäudes gerechnet wirtschaftlich vorteilhaft sind. Das sind eher politische Scheingefechte wo man das Problem, der Verteuerung von Neubauten, das es tatsächlich gibt, der Ökologie in Schuhe schiebt. Da wird das Soziale genutzt, um Ökologie plattzumachen. Ich halte es für notwendig, dagegenzuhalten.

Ihr Baubürgermeister sagte in der Diskussion, dass die Mehrkosten für den Standard KfW 55 keine große Rolle spielen. Von welcher Größenordnung gehen Sie dabei aus?

Wir gehen von 5 bis 8 Prozent Mehrkosten aus. Man muss das aber konkretisieren: Cord Soehlke sagte, wenn man die KfW-Förderung einrechnet, spielen die Mehrkosten keine Rolle. Die sind schon relevant, aber es steht eine relevante Förderung dagegen.

Das heißt Sie gehen nicht davon aus, dass die Mehrkosten in dieser Höhe über die Mieten weitergegeben werden?

Wir gehen davon aus, dass die Mehrkosten durch die Förderung kompensiert werden und deswegen kein Grund für höhere Mieten besteht.

Auch nicht bei einem Tübinger Mietspiegel der für energetisch hochwertige Wohnungen einen höheren Satz zulässt?

Das tut er, dabei ist aber kaum an Neubauten zu denken die ohnehin einen guten Energiestandard haben. Es geht um den Unterschied zwischen saniert und nicht saniert. Dort zeigt der Mietspiegel einen Preisunterschied in der Kaltmiete, und das zurecht, weil die Nebenkosten so deutlich sinken, dass eine höhere Kaltmiete für ein saniertes Gebäude verlangen kann.

Haben Sie daran gedacht, in den Neubauten auch ein Energiemonitoring verpflichtend zu machen?

Ich bin was so viel Datenerhebung angeht skeptisch, wenn nichts daraus folgt und man nur einen Datenfriedhof hat. Damit vergrault man die Leute eher, als dass man etwas voranbringt.

Manche Effizienzhäuser funktionieren aber nicht so wie man sich das vorstellt, da könnte Monitoring helfen....

Das würde nicht durch Monitoring besser, sondern man müsste sich mit Eigentümern und Mietern zusammensetzen um zu schauen, was los ist. Wenn nur Daten angelegt werden, passiert wenig. Wir schicken allen Stadtwerkekunden eine schöne grafische Darstellung wo sie im Vergleich zu anderen liegen. Ich habe noch nicht wahrgenommen dass daraus irgend etwas folgt. Das ist schade, aber so einfach sind die Leute nicht, dass sie sich Zahlen anschauen und sofort handeln.

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Strom und Wärme fürs Quartier im Aufwind

23. Juli 2018 - 7:50

Im Fokus der Studie steht die Analyse der Marktentwicklungen von Quartierskonzepten und Mieterstromprojekten bis 2025 - differenziert in drei Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen. Es ist damit zu rechnen, dass die Anzahl und Bedeutung von Quartierskonzepten deutlich steigt, während es im Mieterstrommarkt zwar zu einer wachsenden Anzahl von Projekten kommt, dieses Marktmodell aber weiterhin ein Nischenprodukt bleibt.

Aufgrund der sehr weiten Definition und der vielen unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten gibt es eine sehr hohe Anzahl von Komponenten und Dienstleistungen, die Teil eines Quartierskonzeptes sein können. Grundsätzlich lassen sich die Teile eines Quartierskonzeptes in drei Teilbereiche unterteilen: Energieversorgung (Strom und Wärme), weitere Infrastruktur  und sonstige Dienstleistungen für die Bewohner.

Die Energieversorgung steht dabei bei den meisten Projekten im Mittelpunkt. Deshalb sind Energieversorger häufig die Akteursgruppe, die die entscheidende Rolle bei der Umsetzung eines Quartierskonzeptes spielt.

Im Mittelpunkt der Geschäftsmodelle von Quartierskonzepten steht häufig die energetische Sanierung von bestehenden Quartieren. Diese Geschäftsmodelle werden dann teilweise um neue ergänzende Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung oder andere Anlagen zur Stromerzeugung ergänzt.

Bei der Umsetzung von Mieterstrommodellen werden in der Regel Photovoltaikanlagen oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Stromerzeugung eingesetzt, die den Strom lokal erzeugen und über eine Durchleitung durch öffentliche Netze den Mietern zur Verfügung stellen. Bei den Geschäftsmodellen können die beteiligten Akteure (Wohnungsgesellschaft, Mieter, Energieversorger, Energiedienstleister, Netzbetreiber) unterschiedliche Rollen einnehmen. Insbesondere für die Wohnungsunternehmen bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligung an den Projekten wie der Betrieb der Erzeugungsanlage über eine Tochtergesellschaft, die dann auch Energieversorger ist.

Bei diesem Modell hat das Wohnungsunternehmen weiterhin einen großen Einfluss auf das Projekt und eine hohe Transparenz. Der bürokratische Aufwand wird aufgeteilt, es entsteht jedoch eine neue Schnittstelle zwischen Wohnungsunternehmen und Netzbetreibern, die einen Mehraufwand bedeutet. Für Energieversorger bieten sich insbesondere Potenziale bei der Integration von dezentralen Speichern und von E-Mobilitätskonzepten.

Insgesamt bieten die Märkte für Quartierskonzepte und Mieterstrom in den kommenden Jahren interessante Wachstumsperspektiven für Energieversorger und Energiedienstleister. Die Potenziale für die Umsetzung von Projekten sind sehr hoch, da einerseits ein großer Sanierungsbedarf bei den Gebäuden besteht und andererseits die Nachfrage nach neuen Gebäuden in den kommenden Jahren hoch sein wird. Das Potenzial kann aber aufgrund unterschiedlicher Hemmnisse nur zu geringen Anteilen in Projekte umgesetzt werden.

Ausgehend von einem Bestand von ca. 1.400 bestehenden Quartierskonzepten in Deutschland wird die Anzahl im Referenzszenario auf ca. 2.800 Quartierskonzepte bis 2025 steigen. Es sind vielfältige Hindernisse zu beachten und die Förderung von Effizienzmaßnahmen ist nur bedingt sinnvoll, so dass von den erforderlichen Sanierungsprojekten nur ein Teil umgesetzt wird. Zudem müssen die Projekte individuell umgesetzt werden, so dass der Aufwand für die Energieversorger hoch ist. Darüber hinaus ist zu beachten, dass auf dem Wärmemarkt unterschiedliche Technologien zur Verfügung stehen, die auch eine effiziente Versorgung von einzelnen Gebäuden ermöglichen und die somit eher in Konkurrenz mit Quartierskonzepten stehen.

Die Entwicklung der Mieterstromprojekte ist noch stärker von den rechtlichen Rahmen- und Förderbedingungen geprägt. Im Referenzszenario, in dem die rechtlichen Rahmenbedingungen im Wesentlichen unverändert bleiben, steigt die Anzahl der Mieterstromprojekte bis 2025 auf knapp 4.000 Projekte. Die Anforderungen, die an die Projekte gestellt werden, schränken die Ausschöpfung des theoretischen Marktvolumens stark ein und führen nur zu einer geringen Realisierungsquote bei den Projekten. Trotzdem werden die Anzahl der Projekte und das Marktvolumen in den kommenden Jahren steigen. Quelle: Trend Research / pgl

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