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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 1 Stunde 2 Minuten

Dreizimmerwohnung ist komplett recycelbar

12. Februar 2018 - 7:00

Im Forschungsprojekt "Next Evolution in Sustainable Building Technologies" (NEST) wurde die recycelbare Dreizimmerwohnung jetzt feierlich eröffnet. Fortan wird sie zwei Studierenden ein Zuhause bieten. Gleichzeitig soll sie als belebtes Labor dazu dienen, den Wandel der Bauindustrie in Richtung Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Die Erbauer bezeichnen sie als Einheit für "Urban Mining & Recycling" (Umar).

"Das nach wie vor anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung sowie zur Neige gehende Ressourcen erfordern dringend ein Umdenken im Bauwesen. Wir müssen künftig mit sehr viel weniger Materialien für sehr viel mehr Menschen bauen", sagt Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart und Gründer der gleichnamigen Unternehmensgruppe. Er hat das Konzept mit Dirk Hebel und Felix Heisel vom Fachgebiet Nachhaltiges Bauen am KIT Karlsruhe entwickelt.

In der Wohneinheit werden unter anderem neuartige Dämmplatten aus Pilzmyzel, innovative Recyclingsteine, wiederverwertete Isolationsmaterialien sowie geleaste Teppichböden verwendet. Das Tragwerk und große Teile der Fassade bestehen aus unbehandeltem Holz. "Hier liegt die Innovation in den Verbindungen", erklärt Felix Heisel. "Sämtliche Verbindungen können einfach rückgängig gemacht werden, weil die Materialien beispielsweise nicht verklebt, sondern gesteckt, verschränkt oder verschraubt sind."

Das eingesetzte Holz wird zudem so verwendet, dass eine sonst übliche chemische Behandlung nicht nötig ist und damit die sortenreine Wiederverwertung oder eine rein biologische Kompostierung möglich wird. Zusätzlich zum Holz besteht die Einfassung der Fassade aus wiederverwendeten Kupferplatten, die zuvor das Dach eines Hotels in Österreich deckten, bzw. aus Platten, die aus eingeschmolzenem, wiederverwertetem Kupfer gefertigt wurden.

Die komplette Einheit wurde im Werk vorfabriziert und innerhalb eines Tages ins Forschungsgebäude auf dem Empa-Campus in Dübendorf eingebaut. In Kürze werden zwei Studierende in die Dreizimmerwohnung einziehen und sich mit den Forschern regelmäßig über ihre Alltagserfahrungen austauschen. "Mit der Umsetzung und der Demonstration des konsequenten Kreislaufkonzepts in einem realen und bewohnten Bauprojekt, erhoffen wir uns natürlich, das wir ein Umdenken im Bauwesen anstoßen können", sagt Enrico Marchesi, Innovation Manager im NEST. "In Zukunft sollen Gebäude nicht nur Wohn- und Arbeitsraum bieten, sondern gleichzeitig auch als Materiallager für die nächste Generation dienen."

Im Bau- und Energiebereich sei es schwierig, neue Technologien und Produkte schnell auf den Markt zu bringen, teilt die Empa mit. Es gebe oft eine große Lücke zwischen Technologien, die im Labor funktionieren, und dem Markt, der zuverlässige, ausgereifte Produkte verlangt. NEST beschleunige den Innovationsprozess, indem es eine Plattform biete, auf der Neues unter realen Bedingungen validiert, verbessert und demonstriert werden kann.

Das modulare Forschungs- und Innovationsgebäude von Empa und der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung Eawag besteht aus einem zentralen Rückgrat – dem "Backbone" – und drei offenen Plattformen, auf denen einzelne Forschungs- und Innovationsmodule nach einem "Plug-&-Play"-Prinzip installiert werden. In diesen Units wird gearbeitet und gewohnt – und gleichzeitig sind sie belebte Versuchslabors. Zuletzt hatte die Empa ein solares Fitnessstudio installiert.

Im NEST arbeiten nationale und internationale Forscherteams aus Universitäten und Fachhochschulen, Architekturbüros und innovative Firmen aus der Baubranche zusammen. Quelle: Empa / sue

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DGNB entwickelt Gebäudeenergiegesetz

12. Februar 2018 - 7:00

Zu den Kernforderungen zählt, dass die CO2-Emissionen eines Gebäudes zur Zielgröße werden und die Bewertung nicht wie zurzeit über virtuelle Referenzgebäude, sondern anhand absoluter Grenzwerte erfolgt. Zudem ist bei Nichterfüllung der Zielwerte eine CO2-Abgabe zu leisten.

"Es darf nach der langwierigen Phase der Regierungsbildung nicht noch mehr wertvolle Zeit verloren gehen", sagt DGNB Präsident Alexander Rudolphi. Das würde passieren, wenn der bisherige GEG-Entwurf die Basis weiterer Debatten ist und wir anhand einer umständlichen und unverständlichen EnEV-Novellierung auf 150 Seiten am Ziel vorbei diskutieren." Der 2017 vorgestellte Entwurf eines Gebäudeenergiegesetzes sei kein wirksames Instrument zum Erreichen der Klimaschutzziele.

Nach Auffassung der DGNB braucht es ein Gesetz, das heute die richtigen Ziele und Leitlinien setzt, damit der gesamte Gebäudebestand und alle neuen Gebäude den Klimaschutzzielen gerecht geplant, errichtet, saniert und betrieben werden. Dass dies möglich ist, zeigt der jetzt von der DGNB veröffentlichte Vorschlag eines GEG 2050. Dieser ist bewusst einfach und zielorientiert formuliert und als Diskussionsbeitrag zu verstehen, um deutlich zu machen, dass sich die bestehende Gesetzgebung von den wirklichen Herausforderungen zu weit entfernt hat.

Es ist zudem ein Statement, dass sich ein zukunftsfähiges Gesetz, das unverändert bis 2050 gültig ist, bereits heute formulieren lässt. Dabei bezieht sich das GEG 2050 direkt auf die kritische Umweltbelastung, nämlich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Nur damit lassen sich nach Einschätzung der DGNB die Klimabeschlüsse der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der deutschen Energiewende umsetzen. Die bisherige Steuerungsgröße "Energieverbrauch von Gebäuden" erachtet die DGNB als ungeeignet. Zudem muss die Grundlage aller Bewertungen, Vorgaben und Steuerungsmechanismen auf real gemessenen Verbrauchsdaten basieren.

"Wichtig ist, dass wir anfangen, vom Ziel her zu denken, also vom emissionsfreien Gebäudebestand 2050", sagt Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. "Von dieser absoluten Größe muss für jedes Gebäude ein individueller Klimaschutzfahrplan vorliegen. Dieser definiert die jährlichen CO2-Emissions-Grenzwerte gebäudeweise."

Als hätten es Union und SPD geahnt, haben sie in den Entwurf des Koalitionsvertrags bereits einen Passus zu CO2-Emssionen als Zielgröße geschrieben: "Mögliche Vorteile einer Umstellung künftiger gesetzlicher Anforderungen auf die CO2-Emissionen werden wir prüfen. Die mögliche Umstellung soll spätestens bis zum 1. Januar 2023 eingeführt werden." Quelle: DGNB / sue

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Blowerdoor bringt neues Messgerät auf den Markt

9. Februar 2018 - 7:00

Bei dem Gerät werden neue Anforderungen laufend in die Mess-Software integriert, die aktuellen Software-Updates können die Anwender jederzeit kostenfrei aufspielen. Das DG-1000 wurde mit USB- und Ethernet-Anschluss ausgestattet und verfügt serienmäßig über ein integriertes WLAN-Modul, mit dem die Blowerdoor-Messung am Laptop optional per Funk von einem geeigneten Ort im Gebäude gesteuert werden kann.

Die Blowerdoor-Messung mit Aufnahme und Auswertung einer Messreihe nach ISO 9972 oder DIN EN 13829 erfolgt mit der Software TECTITE Express 5.1. Zur Qualitätssicherung wird die Leckageortung bei konstanter Gebäudedruckdifferenz direkt mit dem DG-1000 oder der App TEC Gauge durchgeführt. Die hohe Genauigkeit des DG-1000 liefert Blowerdoor zufolge verlässliche Messergebnisse bei maximaler Präzision.

Das DG-1000 ist mit allen vorhandenen und neuen Minneapolis Blowerdoor Messsystemen kompatibel und auch als Upgrade erhältlich. Das Kalibrierintervall beträgt nach Herstellerangabe zwei Jahre. Quelle: Blowerdoor / sue

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Zürcher Architekturbüro gewinnt Watt d’Or

9. Februar 2018 - 7:00

Beim Umbau der Siedlung aus dem Jahr 1931 in Zürich habe das Architekturbüro durch unkonventionelle Herangehensweise und innovative Lösungen gezeigt, wie man ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen optimal gerecht wird, heißt es in der Begründung.

Verdichtung, Energieeffizienz, Lärmschutz und Betriebsoptimierung waren die Herausforderungen beim Neu- und Umbauprojekt an der Hohlstrasse 100 in Zürich. Dafür setzte das Planungsteam von Dietrich Schwarz Architekten auf innovative Lösungen. Dazu gehören vorfabrizierte, mit dem Hochleistungsdämmstoff Aerogel gedämmte Holzelemente, die eine sehr dünne Aussenfassade und damit eine Maximierung der nutzbaren Fläche ermöglichten. Außerdem wurden erstmals in der Schweiz Vakuumisolationsgläser als Standardverglasung verwendet.

Für das Neu- und Umbauprojekt gewinnt das Zürcher Architekturbüro den begehrten Energiepreis Watt d’Or 2018 in der Kategorie Gebäude und Raum. "Diese Auszeichnung erfüllt mich und mein Team mit grossem Stolz", freut sich Gründer und Inhaber Dietrich Schwarz von Schwarz Architekten. "Die Siedlung zeigt exemplarisch auf, wie die Nutzfläche einer Gebäudeeinheit maximiert und die Fassade minimiert wird und dadurch bei gleichzeitig sinkendem Energiebedarf mehr Wohnraum zur Verfügung steht", erklärt Schwarz. Ein Monitoring über die nächsten Jahre soll zeigen, ob die berechneten Einsparungen erreicht werden konnten.

Das Bundesamt für Energie vergibt den Watt d'Or, das Gütesiegel für Energieexzellenz, seit 2006. Ziel ist, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt zu machen und so Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit zu motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken. Quelle: Schwarz Architekten / sue

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Historisches Quartier bekommt Radikalkur

8. Februar 2018 - 7:00

Wärme, Strom und Trinkwarmwasser wird eine effiziente Hybridkombination aus Blockheizkraftwerk und Wärmepumpentechnik liefern. Die dadurch entstehenden Einsparpotenziale und die Netzdienlichkeit des Gesamtsystems sollen sicherstellen, dass die Warmmiete für die Bewohner nach der Modernisierung nicht erhöht und so bezahlbares Wohnen garantiert wird.

Im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt erstellt die Stadt Regensburg für das historische Stadtquartier der Baugenossenschaft Margaretenau ein integriertes Quartierskonzept. Es soll unter Beachtung städtebaulicher, denkmalpflegerischer, baukultureller, wohnungswirtschaftlicher, demographischer und sozialer Aspekte die technischen und wirtschaftlichen Energieeinsparpotentiale aufzeigen. Die Ergebnisse stehen als Informationsbasis für ein Forschungsvorhaben zur Verfügung, das im Rahmen der Förderinitiative Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt von Wirtschafts- und Forschungsministerium unterstützt wird.

Das Projekt soll Musterlösungen für energieoptimiertes Wohnen mit innovativen Wandaufbauten aus solaraktiven Baustoffen und einer vorhersagebasierten Versorgungstechnologie aufzeigen. Dazu wird ein bestehendes Wohngebäude als Demonstrations- und Versuchsobjekt genutzt.

Für die denkmalgerechte Modernisierung der historischen Fassaden wird ein solaraktives und solaradaptives Außenputzsystem entwickelt. Es kann nach dem bionischen Prinzip des Eisbärenfells die Sonneneinstrahlung optimal ausnutzen und wird anstelle eines Wärmedämmverbundsystems eingesetzt. Der erhöhte Ausnutzungsgrad der solaren Gewinne trägt in Verbindung mit einer verbesserten thermischen Behaglichkeit im Gebäudeinneren durch innovative Innenputz-/Innenfarbsysteme maßgeblich zur Einsparung von Heizwärme bei.

Die Absicherung der bauphysikalischen und wärmetechnischen Eigenschaften erfolgt durch Versuche an einem Wandprüfstand sowie bauphysikalische Modelle und Simulationen. Die Ergebnisse gehen auch in die dynamisch-perspektivische Anlagensteuerung ein. Zu diesem Zweck wird ein Tool zur multifunktionalen Planung, Optimierung und Steuerung entwickelt. Die innovative Technik wird mit den Wärmespeichereigenschaften der Bestandsgebäude verknüpft.

Als Heizsystem wird ein besonders effizientes Hybridsystem aus Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerk, BHKW) und Wärmepumpen-Technologie entwickelt. Dieses wird hinsichtlich Baugröße und Herstellungskosten sowie Effizienz im thermischen Management, sowohl hydraulisch als auch steuerungstechnisch, optimiert.

Warmmiete steigt nicht

Die technischen Entwicklungen werden an einem Mehrparteienwohnhaus umgesetzt. Das Gebäude umfasst 24 Wohneinheiten und befindet sich innerhalb eines Ensembles aus den 1930er Jahren. Die Sanierung der Außenflächen des Demonstrationsobjekts soll circa 2019 abgeschlossen sein. Gleichzeitig wird ein Teil des Gebäudes entmietet, so dass von innen vollständig mit den innovativen Putzen und Innenfarben saniert werden kann.

Für die Bereitstellung der Raumwärme scheiden Niedertemperatursysteme (Flächenheizungen) aus wirtschaftlichen Gründen und wegen der niedrigen Heizleistungsdichte und des begrenzten Fußbodenaufbaus aus. Das zu entwickelnde skalierbare Versorgungssystem durch Kombination von Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW) mit einer sehr effizienten Wärmepumpen-Technologie soll neben einer hohen Eigenstromnutzung auch netzdienliche Schwarmfunktionalität aufweisen. Die Skalierbarkeit des Systems erlaubt es, das gesamte Ensemble abschnittsweise über mehrere Jahre zu modernisieren.

Ein neu zu entwickelndes Planungs-, Optimierungs- und Steuerungstool regelt den Betrieb. Es greift während des Betriebs auf reale Monitoringdaten zu, so dass das System direkt optimiert werden kann. Die Einbindung von Nutzerbedarfsprofilen, Strombörse und Wetterdaten in die Steuerung gestattet einen dynamischen und perspektivischen Anlagenbetrieb und kann so die Anteile der Solar- und Umweltwärme an der Energieversorgung steigern.

Die Wärme- und Brauchwasserverteilung soll optimiert und verbessert werden, um die damit verbundenen Zirkulationsverluste zu senken. Verschiedene Trinkwasserverteilungskonzepte werden validiert und über die Erfassung des Nutzerverhaltens optimiert. So können die hygienisch zulässigen Abschaltzeiten der Zirkulation durch ein selbstlernendes System ohne Komforteinbußen ausgenutzt werden.

Nach Abschluss der Sanierung erfolgt ein Monitoring des Gebäudebetriebs. Erfasst werden alle Betriebsparameter und Verbrauchsdaten. Geplant ist eine Optimierung des Gebäudes im laufenden Betrieb. Untersucht wird auch die Nutzerzufriedenheit. Quelle: Energiewendebauen / sue

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Fossile Heizungen werden weiter gefördert

8. Februar 2018 - 7:00

Die Große Koalition will die Modernisierungsumlage von aktuell elf Prozent auf acht Prozent senken und zusätzlich eine Kappungsgrenze einführen. Wie hoch sie sein wird und wie viele Jahre sie gelten soll, steht aber nicht im Entwurf des Koalitionsvertrags. Die Arbeitsgruppe Wohnungsbau, Mieten, Stadtentwicklung hatte aufgeschrieben, dass die Miete nach einer Modernisierung innerhalb von sechs Jahren um nicht mehr als drei Euro pro Quadratmeter steigen dürfe. Diese Formulierung fehlt nun. Auch im Koalitionsvertrag von 2013 war die Absenkung der Modernisierungsumlage enthalten. Das Vorhaben wurde aber nie umgesetzt.

Zwei Milliarden für Sanierung und Eigentumsbildung

"Wir starten eine Wohnraumoffensive", heißt es im Vertrag weiter. 1,5 Millionen neue Wohnungen und Eigenheime will die Koalition schaffen. Zwei Milliarden Euro will sie für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen. Weitere zwei Milliarden Euro sollen für Steuererleichterungen bei der energetischen Sanierung, eine Sonderabschreibung (AfA) für die Errichtung von Wohnungen und die Eigentumsförderung für Familien zur Verfügung stehen. Das sind 500 Millionen Euro pro Jahr. "Mein Gefühl sagt mir: Das wird nicht reichen", hatte der Chef der Deutschen Energieagentur, Andreas Kuhlmann, die Zahl kommentiert.

Die Sonderabschreibung für steuerliche Anreize im freifinanzierten Wohnungsneubau soll bis Ende des Jahres 2021 gelten. "Sie beträgt zusätzlich zur linearen Abschreibung über vier Jahre fünf Prozent pro Jahr", heißt es. Konkret wird es auch beim Baukindergeld: 1200 Euro je Kind pro Jahr soll es für einen Zeitraum von zehn Jahren geben.

Einführen wollen die Koalitionäre ein Bürgschaftsprogramm der KfW, mit dem ein Anteil des Kaufpreises beziehungsweise der Baukosten selbstgenutzten Wohneigentums abgesichert wird. Dadurch kann das beim Erwerb notwendige Eigenkapital gesenkt werden. Die Bürgschaft soll für 20 Jahre gelten.

Fossile Heizungen werden weiter gefördert

Entgegen den Regelungen im Klimaschutzplan 2050 soll es es weiter eine Förderung von fossilen Heizungen geben: "Der Austausch von alten, ineffizienten Heizungsanlagen gegen moderne, hocheffiziente Heizungen (auch Brennwertkessel) wird weiterhin zur Erreichung unserer Klimaziele gefördert", heißt es.

Die energetische Gebäudesanierung soll nun auch steuerlich gefördert werden. "Dabei werden wir für die Antragsteller ein Wahlrecht zwischen einer Zuschussförderung und einer Reduzierung des zu versteuernden Einkommens vorsehen", heißt es. Genau davon hatte der Leiter der Abteilung "Energiepolitik – Wärme und Effizienz" im Bundeswirtschaftsministerium, Thorsten Herdan, kürzlich abgeraten. Er empfahl die Steuerförderung "on top" auf staatliche Förderprogramme.

Neuer Anlauf für Gebäudeenergiegesetz

"Wir werden das Ordnungsrecht entbürokratisieren und vereinfachen und die Vorschriften der EnEV, des EnergieeinsparG und des EEWärmeG in einem modernen Gebäudeenergiegesetz zusammenführen", verspricht die Koalition. Die Anforderungen des EU-Rechts zum 1. Januar 2019 für öffentliche Gebäude und zum 1. Januar 2021 für alle Gebäude sollen umgesetzt werden. Zu der noch offenen Farge, für welchen Niedrigstenergiestandard sich die Regierung entscheidet, macht der Entwurf des Koalitionsvertrags keine Aussage.

Die Energieeinsparverordnung soll offenbar nicht weiter verschärft werden. "Dabei gelten die aktuellen energetischen Anforderungen für Bestand und Neubau fort. Wir wollen dadurch insbesondere den weiteren Kostenauftrieb für die Mietpreise vermeiden. Zusätzlich werden wir den Quartiersansatz einführen." Gesamteinsparungen innerhalb eines Quartiers sollen also auch zur Erfüllung von Energieeinsparvorschriften genügen.

Ein lang gehegter Wunsch von Planern und Architekten soll auch in Erfüllung gehen: "Mögliche Vorteile einer Umstellung künftiger gesetzlicher Anforderungen auf die CO2-Emissionen werden wir prüfen. Die mögliche Umstellung soll spätestens bis zum 1. Januar 2023 eingeführt werden." Das bedeutet, dass es weniger detaillierte Vorschriften etwa zu Dämmstandards geben könnte und CO2-Einsparungen stattdessen mit Erneuerbare-Energien-Anlagen am Haus erreicht werden dürfen.

Vereinfachung für Mieterstrom

Beim Mieterstrom macht die Koalition ein Versprechen der alten Bundesregierung wahr: "Wir werden die bestehende Mieterstromregelung optimieren, indem der Verlust der tradierten gewerbesteuerlichen Behandlung von Wohnungsbaugenossenschaften vermieden wird, um nachhaltige Mieterstrommodelle zu ermöglichen."

Hintergrund ist, dass Wohnungsunternehmen grundsätzlich von der Gewerbesteuer befreit sind. Haben sie über die Mieten hinaus andere Einnahmen, "infiziert" dies auch ihre Gewerbesteuerbefreiung, die dann wegfällt. Bisher müssen sich Wohnungsunternehmen deshalb Partner für ihre Mieterstromprojekte suchen. "Wenn die Gewerbesteuerbefreiung trotz Einnahmen aus Mietstromprojekten bestehen bleiben könnte, gäbe es eine Schnittstelle weniger und die Projekte wären einfacher zu realisieren", sagte Naturstrom-Vorstand Tim Meyer vergangenes Jahr bei der Vorstellung eines Mieterstromprojekts in Berlin.

Weiterentwicklung von Kraft-Wärme-Kopplung

Die Koalition will die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) weiterentwickeln und umfassend modernisieren, so dass sie im Rahmen der Energiewende eine Zukunft hat. "Wir werden die Kraft-Wärme-Kopplung CO2-ärmer ausgestalten und flexibilisieren. Wir wollen KWK-Anlagen und die Fernwärmeinfrastruktur ausbauen und effizienter machen", heißt es.

Bestehende Gas- und Wärmeinfrastruktur soll für die Sektorkopplung so reformiert werden, dass die verschiedenen Infrastrukturen koordiniert energiewendetauglich und kosteneffizient weiterentwickelt werden.

Vorrang für Energieeffizienz

Unter breiter Beteiligung soll eine ambitionierte und sektorübergreifende Energieeffizienzstrategie des Bundes erarbeiten werden, in der das Leitprinzip "Efficiency First" verankern ist. Damit soll der Energieverbrauch bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent sinken. Dieses Ziel ist allerdings nicht neu. Den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) will die Koalition basierend auf den Ergebnissen des Grünbuchs Energieeffizienz weiterentwickeln und schnellstmöglich umsetzen. Fördermittel dafür sollen aber nicht steigen, sondern auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert werden.

Unterstützung für Genossenschaften

Genossenschaften, kommunale und kirchliche Wohnungsunternehmen, nicht gewinnorientierte Initiativen und Stiftungen will die Koalition beim Neubau und einer sozialverträglichen Sanierung unterstützen. Sie will dazu langfristige Finanzierungen und Bürgschaften über 20 Jahre durch die KfW zur Verfügung stellen.

Beim Wohngeld soll nach Vorlage eines mit den Ländern abgestimmten Modells eine Klimakomponente eingeführt werden.

Regelungen des Wohnungseigentumsrechts sollen so reformiert werden, dass Beschlüsse von Wohnungseigentümern über bauliche Maßnahmen insbesondere in den Bereichen Barrierefreiheit, energetische Sanierung, Förderung von Elektromobilität und Einbruchsschutz erleichtert werden.

Neue Grundsteuer

Kommunen sollen Bauland durch die Einführung einer Grundsteuer C schneller mobilisieren können. Durch eine Erhöhung der Steuer sollen sie das spekulative Liegenlassen von Grundstücken zumindest verteuern können.

Positive und negative Reaktionen

Der Verband der Kommunalen Unternehmen begrüßt, dass die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und die damit verbundenen Wärmeinfrastrukturen eine zentrale Rolle im zukünftigen Energiesystem bekommen. wird. Die Klimaschutztechnologie KWK könne neben der effizienten Erzeugung von Wärme und Strom eine wesentliche Rolle beim Umbau des Kraftwerksparks einnehmen. Der VKU begrüßt auch, dass die Energieeffizienz durch die Entwicklung einer ambitionierten und sektorübergreifenden Energieeffizienzstrategie stärker in den Fokus rücken soll.

Dagegen erklärt Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen Bundestagsfraktion: "Union und SPD setzen ihre folgenlose Ankündigungspolitik der vergangenen Jahre fort. Eine wirksame CO2-Bepreisung wird es mit der neuen GroKo genauso wenig geben wie den schnellen Ausstieg aus der Kohle. Stattdessen sollen Steuergelder weiter in fossile Technologien wie klimaschädliche Öl- und Gasheizungen fließen. Somit opfern SPD und Union ihrer Mutlosigkeit nicht nur die Klimaziele für das Jahr 2020. Sie riskieren auch die Klimaziele für 2030 und Vertragsverletzungsverfahren der EU."

Ähnlich äußert sich der Bundesverband Gebäudehülle: "Die Klimapläne der Koalition aus CDU, CSU und SPD sind dürftig und inkonsequent. Es ist ein schwerer Fehler, die energetische Sanierung der Gebäude in Deutschland derartig zu vernachlässigen. Energiepolitisch wird Deutschland damit um Jahre zurückgeworfen. Die geplanten Investitionen von 500 Millionen Euro pro Jahr für Sonderabschreibungen, energetische Sanierung und Familienbaugeld werden keine Impulse setzen können." von Susanne Ehlerding

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Europaweite Koalition definiert Baukultur

7. Februar 2018 - 7:00

"Die Davos Declaration zeigt, dass die Verbesserung der gebauten Umwelt inzwischen ein europaweites, politisches Anliegen ist", sagt Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, nach der Verabschiedung. Alle Teilnehmer seien sich einig, dass mit dem deutschen Begriff "Baukultur", der erstmalig in offiziellen internationalen Dokumenten verwendet wird, neues Terrain für eine integrierte Betrachtung von Erbe, Bestand und Neubau betreten werde. Die Davos Declaration "Towards a high-quality Baukultur for Europe" wurde im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar beschlossen.

Mit der Zustimmung zur Deklaration folgen die europäischen Kulturminister dem Baukulturverständnis der Bundesstiftung. Das Konzept umfasst demnach den kompletten Gebäudebestand, öffentliche Plätze und Infrastrukturen, aber auch Prozesse der Bauplanung und -realisierung sowie handwerkliche Techniken.

Kritiker von energetischer Sanierung führen Baukultur immer wieder als Gegenkonzept zu ihr an. Vor allem die Überformung historischer Fassaden mit Wärmedämmung wird als problematisch thematisiert. Eine Lösung für denkmalgeschützte Gebäude kann eine Innendämmung sein. Bei einem Renaissance-Gebäude in Wismar ist der Berliner Architekt Eike Roswag mit nachwachsenden Dämmstoffen neue Wege gegangen.Befürworter von Wärmedämmung weisen darauf hin, dass Fassaden durch energetische Sanierung auch aufgewertet werden können.

Die Davoser Erklärung anerkennt den großen Einfluss, den Klimawandel und Umweltschäden auf das Wohnumfeld haben. Gleichzeitig sei es höchste Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, damit Trends im Umwelt- und Klimabereich nicht zur Minderung der Qualität von Baukultur führen.

Weiter heißt es in der Erklärung, Baukultur könne nur im interdisziplinären Austausch gelingen. Der Begriff geht weit über bauliche Themen hinaus, schließt Nachhaltigkeit und sozialen Zusammenhalt ein. Für gute Baukultur sei der Schulterschluss von Gesetzgebern, Institutionen, Bau- und Planungsbranche sowie der Zivilgesellschaft nötig. Die Unterzeichner wollen Maßnahmen zur Umsetzung von Baukultur unterstützen und darauf hinwirken, dass sie noch stärker zu einem Thema politischer Zukunftsgestaltung wird. Quelle: Bundesstiftung Baukultur / sue

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Bremer Smart-Home-Anbieter startet Relaunch

6. Februar 2018 - 7:00

Mehr als 3000 Fachhandwerker setzen nach Angaben des Unternehmens bereits auf die Smart-Home-Lösung aus Bremen. Am 28. Februar liefert Coqon einen umfassenden Relaunch der Software. Rund ums Thema Heizen gibt es mehrere Verbesserungen wie das vereinfachte Erstellen von kompletten Wochenprogrammen. Neu ist auch das Anlegen von Heizprofilen. Damit lassen sich den entsprechenden Heizkreisen Zeiten und Temperaturen zuordnen, ob für Heizkörper oder Fußbodenheizungen.

"Das neue Coqon ist Resultat der Anforderungen des Marktes. Der Software-Relaunch basiert auf dem Feedback vieler Erfahrungen seit unserem Start – damit ist er zu einem großen Teil gewissermaßen auch vom Fachhandwerk fürs Fachhandwerk realisiert worden", sagt Andreas Kadler, Geschäftsführer von Coqon.

Zum neuen Coqon gehört auch die Integration von Sprachassistenten wie Alexa oder Google Home, die über den IFTTT-Channel ("If this than that") eingebunden werden können. Mit dem neuen Coqon lassen sich auch Funktionen im System über Geolocation auslösen – durch automatische Ermittlung der Standortposition des Smartphones also lassen sich unter anderem Heizung und Rollläden intelligent steuern.

Auch beim LED-Licht gibt es neue Akzente: Farbiges oder weißes Licht, leichter oder hoher Kontrast – durch die Integration von Philips Hue kann Beleuchtung inszeniert werden.

Der Umstieg auf die neue Software ist selbsterklärend aufgebaut, verspricht das Unternehmen. Wer bislang schon Coqon nutzt, dem werde garantiert: Sämtliche bislang angelernten Geräte von Lampen bis Rollläden bleiben erhalten – auch Szenen und Programme werden beim Update automatisch übernommen.

Bei Coqon kann der Neuling "Basic" wählen und damit auch Do-it-yourself-Produkte. Bei "Professional"“ kommt der Fachhandwerker ins Spiel, wenn es etwa um den Einbau von Unterputzkomponenten geht. Quelle: Coqon / sue

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Gas bleibt Nummer 1 beim Heizen

5. Februar 2018 - 22:00

Knapp fünf Prozent mehr Gas-Heizwertkessel mit Niedertemperaturtechnik als im Vorjahr wurden verkauft. Gas-Brennwertkessel, effizienter und in der Anschaffung teurer, legten mit 1,5 Prozent leicht zu, ähnlich der Gesamtmarkt (1,9 Prozent).

Diese Daten lassen sich aus der Marktschätzung des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) errechnen, die Verbandspräsident Manfred Greis bei der Deutschen Wärmekonferenz in Berlin offenlegte. Die Daten gelten genau genommen nur für die größeren deutschen Heizungsanbieter, bieten aber wegen der Marktabdeckung der BDH-Betriebe von rund 90 Prozent eine gute Orientierung, auch wenn die Zahlen leicht von denen des Bundesverbands Wärmepumpe abweichen.

BDH-Marktschätzung für 2017

Zahl der in Deutschland von BDH-Mitgliedsunternehmen verkauften Wärmeerzeugungsgeräte / Veränderungen gegenüber 2016 (errechnet aus BDH-Angaben; Differenzen durch Rundung)

  • Gas-Brennwertkessel: 463.000 Stück / +1,5 Prozent
  • Gas-Heizwertkessel: 74.000 Stück / + 4,9 Prozent
  • Öl-Kessel: 64.500 Stück / -9,9 Prozent
  • Wärmepumpen (Heizung): 80.000 Stück / +20 Prozent
  • Biomasse-Kessel (Pellets, Scheitholz, Hackschnitzel): 25.500 Stück / -10,2 Prozent

Insgesamt wurde also 707.000 Stück oder 1,9 Prozent mehr Heizungen verkauft.

Die ineffizienten Heizwertkessel sind BDH-Chef Greis ein Dorn im Auge. Im Gebäudebestand seien es 13 Millionen. "Also 13 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind schlechter als Brennwerttechnik und gehören dringendst ausgetauscht." Im Neubau fasst die Wärmepumpe Fuß, doch im Bestand, der rund zwei Drittel der jährlichen Heizungsanschaffungen ausmacht, werde die Heizung meist eins zu eins getauscht – im Zweifel ein alter Heizwertkessel gegen einen neuen.

Greis erklärt das unter anderem damit, dass viele nicht wüssten, was sie tun sollten: "Also tun sie vorsichtshalber erst mal gar nichts." Es werde saniert, wenn die alte Anlage drohe, den Winter nicht mehr zu überstehen oder gar ausfalle. So könne man nicht mehr planen: "Dann hat man kaum noch eine Möglichkeit, sich für neue Systeme zu entscheiden."

Stattdessen sollten diese 13 Millionen Anlagen saniert werden – "und das ist bis 2030 durchaus zu schaffen, wenn man sich anstrengt". Damit seien 40 Prozent Treibhausgas-Reduzierung gegenüber 2014 zu erreichen. Später schob Greis allerdings nach, dass nur zwei Drittel dieser Reduzierung den Heizungen selbst zuzuschreiben wäre; den Rest müssten Dämmung und Fenster beisteuern.

"Eine Technik wird diskriminiert"

Die zwei Drittel aber will Greis unter anderem mit Brennwerttechnik bewerkstelligt sehen. Es genüge nicht, solche Öl- und Gasheizungen lediglich nicht zu verbieten, wie von manchen Umweltschützern gefordert. "Denn zu sagen: Wird ja nicht verboten, wird ja nur nicht mehr gefördert, heißt natürlich, eine Technik zu diskriminieren; sie ist dann politisch nicht mehr korrekt." Anders als bei zurückliegenden Wärmekonferenzen war ein großer Teil von Greis’ Rede von der Abwehr solcher Forderungen geprägt.

Es waren von ihm jedoch auch überraschend pragmatische Überlegungen zu hören: "Die Industrie könnte sich sicherlich mit dem Gedanken anfreunden: Ok, statt Brennwertgeräten liefern wir Wärmepumpen; das gibt höhere Umsätze und eine bessere Wertschöpfung. Aber es muss dann auch so sein, dass sich das im Markt abbilden und verwirklichen lässt."

Manfred Greis und seinen Mitstreitern – unter anderem flankierten ihn Barbara Wiedemann vom Deutschen Großhandelsverband Haustechnik und Friedrich Budde, Präsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) – schwebt außer einem Gebäudeenergiegesetz eine "Förderlandschaft" vor, die zusätzlich zu den bestehenden KfW-Programmen und dem (auszubauenden) Marktanreizprogramm eine energetische Sanierung mit einer Steuersenkung belohnt: 30 Prozent der Investitionssumme soll im privat genutzten Wohneigentum absetzbar sein, und zwar über drei Jahre als Abzug von der Steuerschuld.

"Breiterer Technologiemix ist deutlich besser"

Wichtig ist dem BDH auch die Technologieoffenheit der Förderung, und hier bekam er Unterstützung von Dena-Chef Andreas Kuhlmann, der als Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (Geea) auftrat. In der "Leitstudie integrierte Energiewende" habe man gezeigt, "dass ein breiterer Technologiemix nachweisbar deutlich besser für die Erreichung unserer Energiewende- und klimapolitischen Ziele sein wird als einer, der vor allem auf einen Pfad setzt". Die Endfassung der Studie kündigte er für "Mai/Juni" an.

Kuhlmann beteuerte, nicht gegen Wärmepumpen zu sein. Sie seien "aber nur ein Teil von alledem, was da zur Verfügung steht". Hintergrund ist die starke Betonung von elektrischer Energie im Wärmemarkt zum Beispiel in der vor kurzem vorgestellten "Klimapfade"-Studie im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Sieben Millionen Wärmepumpen für das Jahr 2030 könne man zwar annehmen, "man muss sich am Ende aber nicht wundern, warum das dann nicht klappt" (Kuhlmann). Der Dena-Chef kritisierte auch den Umgang mit dem deutschen 40-Prozent-Klimaziel bis 2020: "Dass wir so einfach immer bei solchen Sachen zur Tagesordnung übergehen – das gefällt mir nicht."

Bei dieser Frage hatte Manfred Greis einen anderen Akzent gesetzt. Das 2020-Ziel sei "nicht zu schaffen", und indem man sich im Sondierungspapier für eine große Koalition davon verabschiedet habe, habe man sich hier "zur Ehrlichkeit bekannt". von Alexander Morhart

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Jeder Achte steuert seine Heizung über das Internet

5. Februar 2018 - 7:00

Beim Thema Heizung biete die smarte Vernetzung viele Möglichkeiten, schreibt das Unternehmen: Morgens das vorgeheizte Badezimmer betreten und abends auf dem Heimweg schon einmal die Heizung per Smartphone aufdrehen. "Das ist nicht nur praktisch, sondern spart auch noch Kosten. Denn in weniger energieintensiven Phasen kann die Temperatur ganz einfach heruntergeregelt werden", erklärt Katja Steger, Geschäftsführerin von E wie einfach.

Vergleicht man die Häufigkeit, mit der Männer und Frauen eine intelligente Heizungssteuerung benutzen, liegen die Männer knapp vorn: Dreizehn Prozent von ihnen benutzen vernetzte Thermostate, Heizungen oder Klimaanlagen. Bei den Frauen sind es elf Prozent.

Noch mehr Anwender als bei den Heizungen gibt es bei der Steuerung von Licht über das Internet. Hier gab schon jeder sechste Befragte an, solche Lösungen zu benutzen. Für die repräsentative Studie wurden 986 Personen ab 18 Jahren befragt.

Der Trend wird sich nach Angaben der Marktforscher von Bauiinfoconsult noch verstärken. Bei einer Umfrage unter 285 Architekten und Experten für Sanitär, Heizung und Klima gingen drei von vier Bauprofis gehen davon aus, dass Smart Home als Wohnungsbautrend in den kommenden drei Jahren noch stärker zulegen wird. Quelle: E wie einfach / Bauinfoconsult / sue 

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Finalisten für Perpetuum-Preis stehen fest

5. Februar 2018 - 7:00

Unter dem Wettbewerbsthema "weniger + MEHR – die vielen Vorteile der Energieeffizienz" hat die Jury des Preises Lösungen ausgewählt, die neben der Einsparung von Energiekosten noch mehr Vorteile haben, etwa die Steigerung von Komfort, Versorgungssicherheit und Produktivität oder geringere Instandhaltungskosten.

Carsten Müller, MdB, Vorstandsvorsitzender der Deneff erklärt: "Wer in Energieeffizienzmaßnahmen investiert, profitiert am Ende nicht nur von einer kleineren Strom- und Heizkostenrechnung, sondern oft auch von geringeren Ausfallzeiten, besserem Raumklima, mehr Flexibilität und hochmotivierten Mitarbeitern." Die Energieeffizienz sei deshalb das Multitalent im energetischen Werkzeugkasten.

"weniger + MEHR – die vielen Vorteile der Energieeffizienz" lautet auch das Thema der Jahresauftaktkonferenz der Deneff am 20. Februar in Berlin. Auf der Veranstaltung werben die Finalisten in einem sogenannten "Elevator Pitch" um die Gunst von Jury und Publikum. Mit dem Perpetuum Nachwuchspreis wird die Deneff mit Unterstützung des Ablesedienstleisters Ista Projekte von Schülern, Studierenden oder Azubis würdigen.

Die Finalisten des Perpetuum Energieeffizienzpreises aus dem Gebäudebereich sind:

Duschkraft: Das Produkt ist ein innovativer Luftentfeuchter für den Einbau in Duschkabinen mit sehr hohem Duschvolumen. Das Gerät nutzt das der Dusche zulaufende kalte Wasser als Kühlmittel für einen Kondensator, an dem der beim Duschen entstehende Wasserdampf entfeuchtet wird. Dabei erwärmt sich das kalte Wasser um fünf bis zehn Grad. In der Folge wird weniger Heißwasser zum Duschen benötigt.

RadiCal: Für Wohnungslüftungsgeräte wurde ein Gebläse mit einem neuartigen Flügelradanemometer entwickelt, das den Volumenstrom erfasst. Integrierte Sensoren erlauben ein Monitoring von Temperatur und Feuchte. Der Wirkungsgrad ist im Vergleich zu EC-Trommelläufern (EC steht für „electronically commutated“ und bezieht sich auf die Antriebsweise) bis zu 34 Prozent höher, das Geräusch wird um 3,5 Dezibel reduziert.

Fresh Energy: Der nach eigenen Angaben erste digitale Stromanbieter hilft seinen Kunden, ihren Verbrauch mit Methoden des maschinellen Lernens zu senken und damit die Umwelt zu schonen. Er bietet 100 Prozent Ökostrom, einen kostenlosen Smart Meter und eine intuitive App.

Horn Group Aps.: Das Produkt Living Better besteht aus Fenstern mit eingebauter Lüftung, kombiniert mit einer Abluftwärmepumpe, die gleichzeitig für Wärme und Warmwasser sorgt. Die Abluftwärmepumpe nutzt die vorgewärmte Luft aus den Räumen und den Wärmeeffekt des Gebäudes. Sie saugt die verbrauchte feuchte Luft aus dem Innenraum an und nutzt die Energie der Abluft als neue Energie für Warmwasser.

Howatherm Klimatechnik: Das Produkt EcoFin ist ein Wärmeübertrager zur Wärmerückgewinnung. Er hat eine wellenförmige Lamelle, die eine rund 27 Prozent bessere Wärmeübertragerkennzahl gewährleistet. Mit der Verwendung von Ovalrohren wird der luftseitige Druckabfall um 45 Prozent reduziert.

Interpanel: Das Deckensystem ist für Unternehmen gedacht, die ihren Mitarbeitern ein gesundes Raumklima bieten wollen. Es handelt sich um eine Kühl-, Heiz-, Akustik- und Lichtlösung. Anders als Luftklimaanlagen kühlt und heizt das System ohne Zugluft und Geräusche. Ein integriertes bioadaptives LED-Flächenlicht hat einen minimalem Energieverbrauch. 

Winterface: Das Unternehmen verlegt mit seiner patentierten Innovation die Fertigung von Dämmfassaden von der Baustelle in die Fabrik. Aufgrund der durchgehend digital hinterlegten Prozesskette von der 3D-Aufnahme der Gebäude, über das Planungstool, die verschnittfreien Produktion passgenauer Module bis zur schnellen und abfallfreien Montage am Gebäude werden in allen Stadien Zeit, Energie und Ressourcen gespart. Quelle: deneff / sue

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Erneuerbare Wärme wächst nur langsam

4. Februar 2018 - 7:00

"Trotz des gestiegenen Interesses an der Förderung ist eine Trendwende am Wärmemarkt zugunsten erneuerbarer Wärme nicht erkennbar", sagt Peter Röttgen, Geschäftsführer des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). "Der leichte Anstieg der Förderanträge kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Marktanteil Erneuerbarer Energien am Wärmemarkt seit Jahren kaum steigt."

Der Zuwachs fiel je nach Technologie unterschiedlich aus: "Während es bei Wärmepumpen einen deutlichen und bei Holzheizungen einen leichten Anstieg gab, bleibt die Solarthermie weit hinter ihrem Potenzial zurück", teilt der BEE mit. Bezogen auf den gesamten Wärme- und Kältebedarf in Deutschland stagniert der Anteil erneuerbarer Energien insgesamt auch 2017 im dritten Jahr in Folge auf einem niedrigen Niveau von rund 13 Prozent. "Damit konnten die erneuerbaren Energien im Wärmesektor wiederholt keine signifikanten Marktanteile trotz guter Förderbedingungen hinzugewinnen. Dabei muss sich das Ausbautempo erneuerbarer Wärme versiebenfachen, um die Energie- und Klimaziele zu erreichen", erklärt Röttgen.

Der BEE sieht einen Grund für das schwache Vorankommen in der nach wie vor bestehenden Förderung von rein fossil befeuerten Wärmeerzeugern. Daher müsse an den Beschlüssen zum Ausstieg aus dieser Förderung bis Ende 2019 festgehalten werden, wie es auch im Klimaschutzplan 2050 verankert ist. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten müssten sich allein auf den Ausbau erneuerbarer Wärme und Energieeffizienz fokussieren. "Die weitere Fortsetzung der Förderung rein fossil befeuerter Heizungen mittels Steueranreizen widerspricht ganz grundsätzlich den Prinzipien der Energiewende", so Röttgen.

Bislang seien laut BEE die fehlenden politischen Weichenstellungen die Ursache für den schwachen Ausbau der Erneuerbaren im Wärmemarkt. "Die Energie- und Klimaziele im Gebäude- und Wärmesektor sind mit der bestehenden Förderphilosophie und besserer Energieberatung allein nicht zu erreichen", kritisiert Röttgen. Um verstärkt wirtschaftliche Anreize für den Einsatz klimafreundlicher Energieträger zu setzen bedürfe es eines CO2-Preissignals im bisher nicht in den europäischen Emissionshandel eingebundenen Wärmemarkt. Nur wenn Klimaschutz auch einen ökonomischen Wert habe, lohne sich die Investition in innovative und emissionsfreie Technologien.

In Bezug auf die laufenden Koalitionsverhandlungen und den Wärmemarkt hofft der BEE auf eine ambitioniertere Zielsetzung. Konkret empfiehlt Röttgen neben einem CO2-Preissignal, einer konsequenten Umsetzung des Klimaschutzplans 2050, sowie steuerlicher Anreize für erneuerbare Wärme und Effizienz insbesondere das Gebäudeenergiegesetz voranzubringen. Hier seien die Erneuerbaren Mindeststandards im Neubaubereich und auch die Heizungsmodernisierung im Gebäudebestand zu regeln. Quelle: BEE

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ESE 2018: alle Speichertechnologien unter einem Dach

4. Februar 2018 - 7:00

Parallel zur Messe können Besucher vom 13. bis 15. März über 200 Keynote-Präsentationen internationaler Speicherexpertinnen und -experten aus mehr als 15 Ländern hören. Die Vorträge sind Teil der 12. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von Eurosolar und der 7. Energy Storage Europe Conference (ESE), die ebenfalls auf dem Messegelände stattfinden. Bis zum 12. Februar gibt es noch Konferenztickets zum vergünstigten Early-Bird-Tarif.

Flexible Sektorenkopplung im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Konferenzprogramms der Energy Storage Conference steht das Thema "Flexible Sektorenkopplung" in Gebäuden, der Energiewirtschaft und im Verkehr: "Die Branche ist den Kinderschuhen entwachsen. Nun geht es um den Ausbau der Kapazitäten und die umfassende Integration der verschiedenen Speichertechnologien in komplexe Energiesysteme. Eine besonders dynamische Entwicklung entsteht gerade bei der flexiblen Sektorenkopplung. Die Verbindung der Bereiche Strom und Mobilität wird nur über eine speichergestützte Lade-Infrastruktur funktionieren", meint Urban Windelen, Geschäftsführer des Bundesverbandes Energiespeicher, der zu den Partnern der Energy Storage Europe gehört.

Mehr Informationen zur Messe, zum Konferenzprogramm und zu Tickets: https://www.energy-storage-online.de/. Quelle: Messe Düsseldorf

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Sto-Werkzeuge beschleunigen das Dämmen

1. Februar 2018 - 7:24

Laut Sto sinkt die Verarbeitungszeit durch das neue Verfahren um bis zu 60 Prozent gegenüber herkömmlichen Methoden, weil der Kleberauftrag auf der Platte und das händische Einschwimmen der Dämmplatte entfallen. Technische Voraussetzung für das Sto-Vibra-Klebeverfahren sind zwei patentgeschützte Werkzeuge: die Zahntraufel Vibra und das Vibraboard.

Wer die speziell für die Verklebung der Sto-Innendämmung entwickelte Traufel einsetzt, braucht den Kleber nur auf die Wand aufzuzahnen. Der Kleberauftrag auf der Dämmplatte entfällt. Denn mit der neuen Technologie sind die geforderten Kleberschichtdicken von fünf bis zehn Millimetern – abhängig vom System und der Dämmstoffdicke – in einem Arbeitsschritt erledigt. Das bedeute eine große Zeitersparnis für den Handwerker, so der Hersteller. Das vollflächige und luftporenfreie Kleberbett verhindere Konvektion und sorge für eine dauerhafte und sichere bauphysikalische Funktionalität.

Beim Einschwimmen der Platte kommt das ebenfalls patentierte Sto-Vibraboard zum Einsatz. Mit Hilfe eines Profi-Akkuschlagbohrers versetzt es die Dämmplatte in Vibrationen, so dass diese mühelos einschwimmt. Das Resultat: Eine vollflächige und luftporenfreie Verklebung der Dämmplatte mit dem Untergrund. Quelle: Sto / sth

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Sanierungsbedarf bei Flachdächern ist riesig

1. Februar 2018 - 5:00

"Richtig ausgeführt und mit einem Gefälle hält ein zweilagig mit Bitumenbahnen abgedichtetes Flachdach an die 30 bis 35 Jahre", berichtet Holger Krüger, Leiter Anwendungstechnik beim Stuttgarter Spezialisten für Dachsysteme Bauder. Gerade bei älteren Flachdächern dominiert Bitumen, bei neueren Gebäuden finden sich zunehmend auch Kunststoffabdichtungen. Die werden im Gegensatz zu Bitumen lediglich einlagig verlegt, sind billiger und halten – richtig ausgeführt – länger. Allerdings hapert es in der überwiegenden Zahl der Fälle an der richtigen Ausführung, berichtet Wolfgang Ernst, Sachverständiger und Präsident der Europäischen Vereinigung dauerhaft dichtes Dach.

In seiner langjährigen Praxis hat Ernst festgestellt, dass bei Dächern mit Kunststoffabdichtungen die meisten Schäden auftreten. "Bei 68 Prozent der mit Kunststoffbahnen abgedichteten Dachflächen finden sich Ausführungsfehler – vor allem Verarbeitungsfehler bei der Nahtfügung, die die Lebensdauer eines Daches deutlich verringern", lautet sein Fazit. "Bahnen, die nur verklebt oder mangelhaft verschweißt sind, öffnen sich im Laufe der Jahre."

Der Experte empfiehlt daher, nach Fertigstellung der Dachfläche und vor Aufbringung von Schutzschichten wie einer extensiven Dachbegrünung die Fügenähte zu kontrollieren– im Idealfall durch einen unabhängigen Experten. Sachverständige ließen sich im Internet ausfindig machen. Qualitativ hochwertige, richtig verlegte Kunststoffabdichtungen können Ernst zufolge durchaus eine Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren erreichen.

Doch auch wenn Kunststoffabdichtungen zulegen – 2017 wurden 1,5 Prozent mehr Kunststoffdachbahnen abgesetzt als im Jahr zuvor – ist ihr Anteil am Gesamtmarkt gering. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Interconnection Consulting aus dem Jahr 2016 beträgt der Marktanteil von Bitumenabdichtungen in Deutschland fast 80 Prozent. Kein Wunder also, dass Anwendungstechniker Krüger und seine Kollegen in der Telefonberatung bei Bauder vor allem Fragen zum Thema Flachdach und Bitumenabdichtung beantworten müssen. Viele Dächer kommen in die Jahre, Undichtigkeiten führen zu Problemen.

Wartung ist für Bauherren kein Thema

Christian Jochum, Technischer Direktor des Abdichtungs- und Dämmspezialisten Soprema, macht sogar einen massiven Sanierungsstau aus – vor allem im Bereich öffentlicher Gebäude wie Schulen. "Ein Grund dafür ist sicherlich, dass regelmäßige Kontrollen von Dachflächen vernachlässigt werden. Oft denken Eigentümer erst dann an ihr Dach, wenn es bereits undicht ist", so Jochum.

Die defekten Dächer sind den Experten zufolge nicht selten Totalschäden. "Der Klassiker ist ein Flachdach, bei dem auf die Bitumenschicht Kies aufgebracht wurde, der inzwischen völlig mit dem Bitumen verklebt ist. Meist finden wir darunter eine ziemlich dünne Dämmung vor, die durchnässt ist", berichtet Bauder-Experte Krüger. Da bleibe dann nur noch der Komplettrückbau. Ein durchnässter Dämmstoff verliert seine Dämmwirkung. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Wasser auch in den Dachaufbau eindringt.

Ist das Zusammenbacken von Kies und Bitumen durch eine Trennschicht verhindert worden und die Dämmschicht trocken geblieben, bietet sich als Alternative zum kompletten Rückbau eine Aufdopplung der Dämmschicht und eine Erneuerung der in die Jahre gekommenen Abdichtung an. Kann die alte, wenig beschädigte Dichtungsebene in Stand gesetzt werden, können beispielsweise direkt darauf Dämmplatten verlegt werden. In diesem Fall sprechen die Experten von einem Umkehrdach, denn die Dichtungsebene verläuft anders als sonst üblich unter der Dämmung. Also liegt die Dämmung bei diesem Aufbau im Wasser, weshalb als Dämmstoff ausschließlich extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS) in Frage kommt. Dieser nimmt im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen nur sehr wenig Wasser auf.

Bei Erneuerung der Abdichtung greift die EnEV

Nötig wird die zusätzliche Dämmung durch die Energieeinsparverordnung (EnEV), deren Bestimmungen eingehalten werden müssen, sobald Flachdächer über beheizten Räumen ersetzt, erstmalig eingebaut oder die Abdichtung erneuert wird. Laut EnEV darf der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von Flachdächern im Neubau nicht höher sein als 0,16 W/m²K, im Altbau nicht höher als 0,20 W/m²K.

Neben einer ausreichenden Dämmung wird heute auch mehr auf eine dem Stand der Technik entsprechende Entwässerung geachtet. Früher wurden Flächdächer ohne Gefälle errichtet, in den 60er Jahren zum Teil sogar als Wannen mit einem Überlauf. "Damals hat man dem Thema Entwässerung nicht so große Bedeutung beigemessen", sagt Holger Krüger. Heute dagegen fordert der Zentralverband des Dachdeckerhandwerks in den von ihm herausgegebenen Flachdachrichtlinien ein Gefälle von mindestens zwei Prozent, besser fünf, um sicherzustellen, dass Regenwasser ablaufen kann. "Die Fachregeln zur Entwässerung werden laufend strenger, was auch mit der Veränderung des Klimas zusammenhängt", berichtet Experte Ernst.

So müssen heute zusätzliche Notabläufe eingeplant werden. Eine Verpflichtung, im Zuge der Sanierung auch alte Dächer mit einem Gefälle zu versehen, gibt es aber nicht. Möglich wäre das etwa durch Aufbringen einer Gefälledämmung aus PU-Hartschaum oder EPS, auch unter der Bezeichnung Styropor bekannt. Allerdings ist die Verlegung solcher Gefalledämmplatten aufwändig, da sie zueinander passend verlegt werden müssen. In der Regel erstellt der Hersteller einen Verlegeplan und liefert die einzelnen Platten numeriert an. Das führt natürlich zu höheren Kosten. "Wir beraten konsequent Gefälle, setzen auf Wunsch der Bauherren aber auch Dächer ohne um", berichtet Krüger aus der Praxis.

Welcher Dämmstoff zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von der Nutzung und den Rahmenbedingungen ab. "Bei der Entscheidung für den Dämmstoff müssen baurechtliche und spezifische brandschutztechnische Vorgaben beachtet werden", berichtet Technik Direktor Jochum von Soprema. Bei der Großzahl der Sanierungen seien die Bauherren mit Polyurethan-Dämmstoffen gut beraten. Diese böten beste Dämmwerte bei geringen Aufbauhöhen und seien im Vergleich zu anderen Dämmstoffen Leichtgewichte.

Auf der Fachmesse Dach & Holz 2018 stellt Soprema in dieser Gruppe seine neue Produktreihe EFYOS blue vor, die Flach- und Gefälleplatten in verschiedenen Ausführungen umfasst. Der österreichische Hersteller Austrotherm, der auch ein Werk in Deutschland betreibt, empfiehlt seinenn neuen XPS-Dämmstoff XPS Premium, der mit einem Wärmeleitwert von nur 0,027 W/(m²K) deutlich besser dämmt als vergleichbare Dämmstoffe in dieser Produktgruppe. Wie EPS besteht XPS aus Polystyrol, allerdings wird bei XPS aus dem Kunststoffgranulat eine Hartschaumplatte gebildet, die deutlich druckfester ist. Gängige XPS-Dämmstoffe liegen im Bereich von 0,035 W/(m²K). Als Polystyrol-Dämmstoff kann XPS Premium auch auf Umkehrdächern eingesetzt werden. von Silke Thole

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15 Prozent mehr neue Photovoltaikanlagen

31. Januar 2018 - 20:01

Die 67.200 neuen Anlagen haben zusammen eine Leistung von 1,75 Gigawatt. 2016 wurden  bei der Bundesnetzagentur 52.000 Anlagen mit 1,53 Gigawatt Gesamtleistung angemeldet. Der BSW-Solar führt die Belebung der Nachfrage vor allem auf stark gesunkene Photovoltaik-Preise zurück, mahnt aber gleichzeitig, sie bleibe weiterhin hinter dem klimapolitisch Notwendigen zurück. Die Bundesregierung müsse deshalb bestehende Marktbarrieren und Photovoltaik-Ausbaudeckel beseitigen und die Ausbauziele deutlich heraufsetzen. Die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen bis 2020 geplanten Photovoltaik-Sonderausschreibungen von insgesamt vier Gigawatt seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber zu kurz gesprungen.

Aufgrund des Preisverfalls haben die im EEG gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer Solaranlagen keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis. Mit Erzeugungskosten von rund fünf Cent ist neu errichtete Solartechnik im Kraftwerksmaßstab inzwischen auch in Deutschland eine der günstigsten Arten der Energieerzeugung geworden, so der BSW-Solar. Zum positiven Nutzen der Solarenergie tragen dem Verband zufolge zunehmend auch Solarstromspeicher bei, deren Preise sich innerhalb der letzten vier Jahre halbiert haben.

Die wichtigsten Maßnahmen für eine Solarisierung der Energieversorgung hat der BSW-Solar der Politik in einem Zehn-Punkte-Programm vorgelegt. Es wurde vom Branchenverband aus einer Befragung von mehr als 300 Solar- und Speicherunternehmern abgeleitet. Um eine Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus zu erreichen, empfiehlt Verband unter anderem, das Auktionsvolumen ebenerdig errichteter Solarparks von derzeit 600 Megawatt im Jahr auf mindestens 3.000 Megawatt zu verfünffachen. Zudem fordert er eine Abschaffung bestehender Ausbaudeckel für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, die sich zunehmend als Investitionshindernisse erweisen. Überfällig sei auch der Abbau bürokratischer Barrieren und finanzieller Belastungen für die verbrauchsnahe Eigen- oder Direktversorgung gewerblicher und privater Verbraucher mit Solarstrom. Insgesamt sei ein jährlicher Photovoltaik-Zuwachs in der Größenordnung von 10 Gigawatt notwendig, um die Klimaziele zu erreichen und den wachsenden Ökoenergiebedarf im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor zu decken. Quelle: BSW-Solar / sth

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Gebäudeautomation bleibt freiwillig

30. Januar 2018 - 7:00

Der Trilog aus Kommission, Parlament und Ministerrat der Mitgliedsstaaten hatte im Dezember einen Kompromiss zur Endfassung der Richtlinie ausgehandelt. Jetzt hat die Kommission das Ergebnis veröffentlicht. Erstmals bekannt wurde der genaue Wortlaut zur Berechnung des Primärenergiefaktors bei der energetischen Bilanzierung von Gebäuden. Er steht in Annex I der Richtlinie. Deutschland hatte sich dafür stark gemacht, dass ein hoher Anteil von Grünstrom im Netz nicht dafür genutzt werden kann, die Energiebilanz eines Gebäudes schönzurechnen. Diese Position wurde in die Richtlinie aufgenommen. Grundsätzlich ist es zwar Ziel der Dekarbonisierung, die Wärmeversorgung zu elektrifizieren. Der Strom sollte nach Ansicht von Experten aber gebäudenah erzeugt werden.

Reden statt messen

Aufgeweicht werden gegenüber dem Kommissionsvorschlag die Regeln für die regelmäßige Überprüfung von Heizungssystemen. Es wird weiterhin erlaubt sein, Automatisierungssysteme durch Alternativen wie Beratungen zu ersetzen. Die Kommission wollte dies streichen. Allerdings müssen die Mitgliedsstaaten nun nachweisen, dass eine Beratung gleichwertige Effekte hat. Kurz vor dem Trilog hatten elf Verbände der technischen Gebäudeausrüstung noch versucht, Gebäudeautomation in großen Nicht-Wohngebäuden verpflichtend zu machen. Dafür hatten sie in einem offenen Brief an die Verhandlungsparteien appelliert. Vergeblich.

In den kommenden Jahren sollen die Mitgliedsstaaten langfristige nationale Renovierungsstrategien entwickeln, um bis 2050 einen hocheffizienten, dekarbonisierten Gebäudebestand zu schaffen. Nach Angaben der Kommission sind heute 75 Prozent der Gebäude nicht energieeffizient. Streitpunkt waren die zeitlichen Abstände und die Detailliertheit der Renovierungsstrategien. Etappenziele sind jetzt für 2030, 2040 und 2050 vorgesehen.

Einer von zehn Parkplätzen mit Lademöglichkeit

In neuen oder umfassend renovierten Nicht-Wohngebäuden mit mehr als zehn Parkplätzen soll mindestens eine Lademöglichkeit für Elektroautos geschaffen werden. Zum Vergleich: Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hatte in seiner Stellungnahme Lademöglichkeiten für drei von zehn Parkplätzen gefordert. Für mindestens einen von fünf Parkplätzen soll eine Vorverkabelung gezogen werden. Kleine und mittlere Unternehmen können davon ausgenommen werden. Weitere Ausnahmen können etwa dann gewährt werden, wenn die Kosten der Installation sieben Prozent bei Renovierungen überschreiten. Neue oder grundlegend renovierte Wohngebäude sollen mit gewissen Einschränkungen Vorverkabelungen an allen Parkplätzen erhalten.

Die Kommission wird aufgefordert, bis Ende 2019 einen sogenannten Intelligenzindikator zu entwickeln. Er soll anzeigen, wie stark ein Gebäude seinen Betrieb an die Erfordernisse der Bewohner und des Stromnetzes anpassen kann.

Als nächstes wird sich der Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten mit der Richtlinie befassen. Normalerweise ist hier kein Widerspruch zu erwarten. Es hat aber auch schon Ausnahmen gegeben, etwa als 2013 neue Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Pkw festzustehen schienen und dann vom Ausschuss gekippt wurden.

Die Richtlinie muss dann noch vom Parlament verabschiedet werden. Die Neufassung wäre die erste gültige aus dem Paket "Clean Energy for all Europeans" mit acht Verordnungen und Richtlinien. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU haben die Mitgliedsstaaten 20 Monate Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Noch immer kein Standard für Niedrigstenergiegebäude

Die erste Gebäudeeffizienzrichtlinie stammt aus dem Jahr 2002. Sie wurde 2010 novelliert. Der Energieausweis für Gebäude und das Leitbild des Nearly zero-energy Buildings stammen aus dieser Fassung. Vorgaben für Niedrigstenergiegebäude hat Deutschland bisher nicht gemacht. In der Diskussion ist ein Standard, der einem KfW-55- oder einem KfW-40-Gebäude entspricht. Sie verbrauchen 55 beziehungsweise 40 Prozent eines nach Energieeinsparverordnung errichteten Gebäudes. Die Entscheidung darüber muss demnächst fallen, denn schon ab 2019 sollen Neubauten der öffentlichen Hand dem Standard entsprechen. 2021 soll er dann für alle Neubauten gelten. Von Susanne Ehlerding

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Broschüre zu erdberührten Bauteilen erschienen

30. Januar 2018 - 7:00

Häufig werden Kellerräume für Wohn- oder Arbeitszwecke genutzt und deshalb beheizt. Dabei gilt es, Energieverluste über die erdberührten Außenbauteile Kellerwand und Kellerfußboden zu minimieren und somit die Heizkosten zu senken. Wird die Wärmedämmmaßnahme von außen, und zwar außerhalb der Bauwerksabdichtung ausgeführt, spricht man von einer Perimeterdämmung. Für diese Anwendungen, ob gegen Erdfeuchte oder drückendes Wasser, oder sogar im Einsatz unter lastabtragenden Gründungsplatten, sind  Extruderschaumplatten geeignet.

Die Broschüre ist in gedruckter Form erhältlich und steht auf der Ursa-Website zum Download bereit. Seit 2017 gehört Ursa zur Xella Gruppe, einem international tätigen Lösungsanbieter für nachhaltige Baustoffe. Mit 13 Produktionsstandorten in Deutschland und Europa zählt Ursa zu den großen europäischen Herstellern von Dämmstoffen. Zu den Produkten des Unternehmens gehören Mineralwolle, extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten (XPS) und abgestimmte Systemkomponenten. Quelle: Ursa / sue

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"Photovoltaik fünfmal schneller ausbauen"

29. Januar 2018 - 7:00

"Ziele ohne eine entsprechende Unterfütterung mit adäquaten Maßnahmen hatten wir schon genug", sagt Jann Binder, kommissarischer Geschäftsführer des Solar Clusters. Nach Vorstellungen des Branchenverbandes, der 45 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus allen Teilen der solaren Wertschöpfungskette in Baden-Württemberg vertritt, sollten das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vereinfacht werden, der Förderdeckel von 52 Gigawatt installierter Leistung wegfallen und der Zielkorridor für den Photovoltaikausbau auf zehn Gigawatt pro Jahr steigen. Das alles sei ohne eine Erhöhung der EEG-Umlage machbar, sagt Binder.

In den vergangenen fünf Jahren haben die Deutschen im Schnitt rund zwei Gigawatt Photovoltaikleistung pro Jahr installiert. Das ist nur noch ein Viertel des Zubaus von 2012. Als Grund sieht Binder Verunsicherung durch die gesunkene Einspeisevergütung und öffentliche Kritik an der Solarstromerzeugung. Einen triftiger Grund sei das aber nicht. Solarstromanlagen würden weiterhin einen guten Gewinn erzielen und kontinuierlich günstiger werden.

Jetzt könnte wieder Schwung in die festgefahrene Situation kommen. "Um das neu vereinbarte 65-Prozent-Ziel zu erreichen, benötigen wir ab sofort bis 2030 jedes Jahr rund fünfmal so viel neu errichtete Solaranlagen", erklärt Jann Binder. Der Branchenverband leitet die notwendigen jährlichen Ausbauzahlen für die Photovoltaik aus der aktuellen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und den Energiewendezielen für 2030 ab.

Wind und Solar müssten Leistung verdoppeln

Im Jahr 2017 wurden 36 Prozent des Stromverbrauchs mit erneuerbaren Energien gedeckt. Wind und Photovoltaik kamen zusammen auf 24 Prozentpunkte, Biomasse und Wasserkraft auf zwölf Prozentpunkte. "Da Biomasse- und Wasserkraftnutzung über kein Wachstumspotenzial mehr verfügen, muss der Stromanteil aus Wind und Photovoltaik bis 2030 um 29 auf 53 Prozent steigen", rechnet Binder. "Das ist mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zu heute – auf jeweils rund 120 Gigawatt installierter Leistung für Windkraft und Photovoltaik."

Ende 2017 waren rund 43 Gigawatt Photovoltaik und 56 Gigawatt Windenergie installiert. Der voraussichtlich mit der Wärmewende und dem Ausbau der Elektromobilität steigende Strombedarf ist bei diesem Szenario berücksichtigt. "Angesichts der hohen Akzeptanz von Photovoltaikanlagen sowie dezentraler Bereitstellung von Strom kann die Photovoltaik einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag zur Energiewende leisten, der zudem für die überregionalen Netze unkritisch ist", wirbt Binder für den Ausbau der Solarenergie.

Kontinuierliche Förderstrategie nötig

Im Koalitionspapier sollte festgehalten werden, dass die Bundespolitik künftig stetig positive Signale für mehr Photovoltaik und Windkraft setzen soll, fordert der Solar Cluster. Es ist deutlich mehr nötig als einzelne, kurzfristige Sonderausschreibungen: Investoren benötigen eine kontinuierliche Förderstrategie, vor allem die Errichtung großer Solaranlagen benötigt eine lange Vorlaufzeit und viele Genehmigungsverfahren.

Für die Photovoltaik schlägt der Branchenverband daher vor: Der 52-Gigawatt-Deckel für die Förderung von Photovoltaikanlagen muss wegfallen. Auch der politisch unterstützte jährliche Zubau von Photovoltaikanlagen in Höhe von rund 2,5 Gigawatt installierter Leistung sollte auf zehn Gigawatt erhöht werden, davon drei Gigawatt über Ausschreibungen für PV-Freiflächenanlagen.

Darüber hinaus müsse das EEG vereinfacht werden, insbesondere die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch wegfallen und die Direktlieferung als Eigenverbrauch eingestuft werden. So könnte die Politik neue Geschäftsmodelle für die nachhaltige lokale Stromversorgung im Quartier anregen.

EEG-Umlage muss nicht steigen

Eine Verdopplung der Photovoltaikanlagen in Deutschland müsste nach Abschätzung des Solar Clusters Baden-Württemberg keine Erhöhung der EEG-Umlage zur Folge haben. Grund seien die aktuell nur noch geringen Kosten für Photovoltaikanlagen. Für jedes zusätzliche Gigawatt Photovoltaik erhöhe sich die EEG-Umlage nur noch um weniger als 0,013 Cent pro Kilowattstunde. Das wären bei zusätzlichen 50 Gigawatt Leistung rein rechnerisch insgesamt 0,6 Cent.

Daher sollte die Politik die Finanzierung der Energiewende überprüfen und auf mehr Schultern als denen der Stromverbraucher umlegen. Das Solar Cluster begrüßt aus diesem Grund ausdrücklich die ursprünglich im Ergebnispapier der Sondierungen enthaltene Formulierung, dass die EEG-Umlage stabilisiert werden muss und der Staatsanteil an den variablen Stromkosten sinken soll. Die Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD über eine Regierungsbildung sollen bis Februar dauern. Quelle: Solarcluster / sue

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Klimaschutz braucht Sektorkopplung

29. Januar 2018 - 7:00

Die Auswirkungen einer CO2-Einsparung von 80 Prozent auf das Bruttoinlandsprodukt wären neutral – die Autoren der Studie "Klimapfade für Deutschland" sprechen von einer "schwarzen Null" – bis positiv. Einerseits würden diverse Industriezweige von den Maßnahmen profitieren, andererseits sinken Ausgaben beispielsweise für den Import von Öl, Gas oder Kohle.

Alle Szenarien setzen allerdings eine stärkere Verbindung der Sektoren Strom und Wärme sowie Strom und Verkehr voraus (Sektorkopplung). So beschreibt die Studie eine signifikante Emissionsreduktion durch rund 26 Millionen Elektroautos und etwa 14 Millionen Wärmepumpen bis 2050.

"Damit bestätigt die Studie die einhellige Meinung aller Experten, dass die Wärmepumpe eine Schlüsseltechnologie für den Klimaschutz ist", kommentiert Kai Schiefelbein, Geschäftsführer des Wärme- und Lüftungsherstellers Stiebel Eltron. "Allerdings zeigt die umfangreiche Untersuchung auch, dass im Gebäudebereich die Sanierungsquote deutlich erhöht werden muss." Zugleich müssten die zu substituierenden Energieträger wie Öl und Gas endlich ihren Teil zur Energiewende beitragen: "Abgaben und Steuern auf den Strom sind aktuell unverhältnismäßig hoch. Der Strom sollte entlastet und gleichzeitig müssen fossile Brennstoffe teurer werden – beispielsweise über eine CO2-Steuer."

Laut der BDI-Studie ist auch ein starker Zubau von Wärmepumpen im Gebäudebestand notwendig. Zu ähnlichen Ergebnissen war 2017 eine Studie der Denkfabrik Agora Energiewende gekommen. In diesem Bereich müssten bereits in den Jahren zwischen 2020 und 2030 deutliche Anstrengungen unternommen werden, schreibt Stiebel Eltron. Hier sei die Politik gefordert, mit der richtigen Ausgestaltung des Ordnungsrahmens langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in klimafreundliche Technologien zu schaffen.  Quelle: Stiebel Eltron

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