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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 47 Minuten 8 Sekunden

Forscher ersetzen giftiges Blei durch Zinn

18. Mai 2020 - 7:50

Zwar ist Zinn die beste Alternative und damit hergestellte Halogenidperowskite sollten ausgezeichnete optische Eigenschaften aufweisen, aber in der Praxis sind ihre Wirkungsgrade mittelmäßig und nehmen schnell ab. Diese rasche "Alterung" ist ihr Hauptnachteil: Die Zinnkationen in der Perowskitstruktur reagieren sehr schnell mit Sauerstoff aus der Umgebung, so dass ihre Effizienz abnimmt.

Einen Weg, dennoch Zinn für ungiftige Solarzellen auf Perowskitbasis zu nutzen, haben Antonio Abate vom Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und Zhao-Kui Wang vom Institut für funktionelle Nano- und weiche Materialien (FUNSOM) an der Soochow Universität in China gefunden. Dem verwendeten Zinn werden organische Gruppen eingefügt und so eine zweidimensionale Struktur geschaffen, die zu so genannten 2D-Ruddlesden-Popper-Phasen führt. Dadurch bietet das Material über einen langen Zeitraum eine stabile Leistung.

Morphologie der Perowskitfilme analysiert

"Wir verwenden Phenylethylammoniumchlorid (PEACl) als Zusatz zu den Perowskitschichten. Dann führen wir eine Wärmebehandlung durch, während die PEACl-Moleküle in die Perowskit-Schicht einwandern. Dies führt zu vertikal geordneten Stapeln von zweidimensionalen Perowskit-Kristallen", erklärt Erstautor Meng Li. In der Shanghai Synchrotron Radiation Facility (SSRF) konnten sie die Morphologie und die Kristalleigenschaften der Perowskitfilme nach verschiedenen Glühbehandlungen genau analysieren.

Die besten dieser bleifreien Perowskit-Solarzellen erreichten einen Wirkungsgrad von 9,1 Prozent und hohe Stabilitätswerte, sowohl unter Tagesbedingungen als auch im Dunkeln. Die PEACl-Moleküle reichern sich durch die Wärmebehandlung zwischen den kristallinen Perowskit-Lagen an und bilden eine Barriere, die verhindert, dass die Zinn-Kationen oxidieren. Quelle: HZB / al

 

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Blauer Engel für sortenreine Trennung von Dämmung

17. Mai 2020 - 8:31

Bei diesem vollmineralischen WDVS können alle Bestandteile nach dem Rückbau sortenrein getrennt und in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden. Das ist möglich, da das System mechanisch an der Wand befestigt und auf Kleber verzichtet wird. Stattdessen wird ein Separationsgewebe in den speziell entwickelten Grundputz eingebettet. Bei herkömmlichen Wärmedämm-Systemen gehen die Komponenten einen dauerhaften Verbund ein. Eine spätere Wiederverwertung ist daher fast unmöglich. Die Baustoffe werden gemischt entsorgt und können für eine weitere Nutzung im Hochbau nicht verwendet werden.

Es ist das dritte Wärmedämm-Verbundsystem von Saint-Gobain Weber, das mit einem Blauen Engel ausgezeichnet wurde. Das Umweltzeichen erhalten Produkte und Dienstleistungen, die umweltfreundlicher sind als vergleichbare, konventionelle. Die Produkte bestimmte Kriterien hinsichtlich Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. Damit dies beständig der Fall ist, überprüft das Umweltbundesamt alle drei bis vier Jahre die Kriterien. Quelle: Saint-Gobain Weber / al

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Mieter in die Pflicht nehmen

15. Mai 2020 - 8:44

Ein Mieterstromprojekt zu realisieren, zu betreiben und unter Einhaltung aller Regularien richtig abzurechnen sieht das Netzwerk derzeit als ausgesprochen ambitioniert an. Schon vor der Installation muss der künftige Anlagenbetreiber zeit- und kostenintensiv recherchieren. Das sei bei den geltenden staatlichen Vorgaben ohne Einbindung von Sachverständigen kaum zu bewältigen. Im laufenden Betrieb ist der Verwaltungsaufwand für eine Mieterstromanlage immens. Hinzu kommen wirtschaftliche Unwägbarkeiten, wie zum Beispiel die Strompreisentwicklung des zuzukaufenden Stroms und die Menge des selbst produzierten Stroms, der an die Mieter verkauft werden kann, resümiert das Netzwerk.

Die Praxis zeige, dass auch das aktuelle Mieterstromgesetz, das den Mieterstrombetreibern nach heutigem Stand noch etwa 1,3 Cent je Kilowattstunde an Mieterstromzuschlag beschert, keinen Anreiz für eine Mieterstromanlage schaffe. Dass die Akzeptanz der Eigenstromversorgung durch PV Strom (Eigentümer ist gleichzeitig der Stromnutzer) schon längst gegeben ist, zeigen aber unstrittig die zahlreichen PV-Anlagen auf vom Eigentümer genutzten Gebäuden, heißt es von Seites des DEN.

Kleine Vermieter tragen hohes Risiko

Die durch die Gesetzgebung größtenteils hausgemachte Komplexität des Mieterstroms versperre das große Potenzial, das durch das Mieterstromkonzept als Gewinn für Umwelt, Mieter und Vermieter erschlossen werden könnte und den kleinen Vermieter stärker treffe. Diese würden ein besonders großes Risiko tragen. Für den Mieterstrom besteht eine freie Anbieterwahl für den Mieter und somit für den Anlagenbetreiber eine nicht beeinflussbare Größe in der wirtschaftlichen Kalkulation. Mit jeder Wohneinheit, die den Mieterstrom nicht bezieht, wird die Anlage unrentabler, im Extremfall speist der Betreiber 100 Prozent des erzeugten Stroms ins Netz ein. Spätestens damit wäre die Mieterstromanlage aktuell ein Zuschussgeschäft seitens des Vermieters, skizziert das DEN.

Das Netzwerk fordert daher, den Prozess zu vereinfachen. So müssten die Mieter verpflichtet werden, Mieterstrom abzunehmen, wenn dieser unter dem Preis der örtlichen Energieversorgers liegt. Außerdem müsse eine zentrale Koordinierungsstelle für alle gesetzlichen Meldepflichten rund um die Mieterstromanlage eingerichtet werden. Quelle: DEN / al

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Cloud liefert die richtige Menge Ökostrom

14. Mai 2020 - 14:50

Während im Sommer die Sonne im Überfluss aufs Dach scheint, ist der Ertrag der Anlage im Winter eher gering. Stromclouds können in diesem Fall den Eigenverbrauch sowie den Zukauf von Ökostrom regeln. Inzwischen bieten mehrere Hersteller solche Cloud-Lösungen an. Wer sich dafür entscheidet sollte beachten, dass oftmals die Lösung nur in Verbindung mit dem herstellereigenen Solarstromspeicher funktioniert. Zudem werden die monatlichen Beträge immer individuell ausgehandelt, was die Preisübersicht erschwert.

So bietet Q Cells die Q Home Cloud an und garantiert eine Versorgung mit 100 Prozent Ökostrom aus Deutschland und Österreich. Q Cells stimmt das benötigte Stromkontingent für die Cloud auf die Größe und den Installationsort der Solaranlage, den durchschnittlichen Stromverbrauch des Haushaltes und die Größe des Solarspeichers ab. Gleichzeitig wird damit der monatliche Betrag für den Vertrag ermittelt. Wenn der Speicher vollgeladen ist und die Solaranlage weiter Strom produziert, zum Beispiel an langen Sommertagen, wird der Überschussstrom ins Netz eingespeist und die volle Einspeisevergütung kassiert. Wird kein Solarstrom produziert und der Speicher ist bereits leer wird ökologischer Strom aus der Cloud bezogen.

Preis hängt von Verbrauch und Speicher ab

Einem ähnlichen Prinzip folgt der Anbieter Senec. Um dessen Cloud zu nutzen, wird das passende Basispaket ausgesucht, das zum Stromspeicher, zur Solaranlage und dem Stromverbrauch passt. Dieser monatliche Beitrag lässt den Nutzer ein entsprechendes Stromkontingent abrufen. Strom, der eingespeist, aber nicht benötigt wird, soll vergütet werden. Zusätzlich können weitere Pakete dazu gebucht werden, etwa um die Wärmepumpe einzubinden, das E-Fahrzeug aufzuladen oder an bis zu zwei weiteren Abnahmestellen in Deutschland den Strom aus der Cloud zu nutzen.

Sonnen wiederum bietet eine Flat an, von der die Community des Unternehmens profitiert. Der Nutzer wird Mitglied und kann unabhängig vom Stromversorger in der Energiegemeinschaft den selbst erzeugten Strom teilen. In dem so entstehenden virtuellen Kraftwerk stellen die Mitglieder ihren Strom, den sie gerade nicht selbst benötigen, einander voll automatisch zur Verfügung. Der virtuelle Speicher setzt sich dabei aus den einzelnen Batteriespeichern zusammen. Für diese Leistung bekommt der Nutzer einen Zugang zur sonnenFlat X mit Null Euro Stromkosten innerhalb des individuellen sonnenFlat X-Tarifs. Dabei handelt es sich um eine individuelle Freistrommenge. Wird diese nicht ausgeschöpft gibt es laut Anbieter eine Rückvergütung pro ungenutzter Kilowattstunde. Quelle: Q Cells / Sonnen / Senec/ Enerix / al

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Forscher misst Ladezustand von Batterien berührungslos

14. Mai 2020 - 11:32

Der Erfolg vieler neuer Entwicklungen wird davon abhängen, ob die Herstellung und Verwendung von Akkus mit einer ausreichenden Kapazität und einer langen Lebensdauer einhergehen. "Die Qualitätssicherung von wiederaufladbaren Batterien ist eine wichtige Herausforderung. Berührungslose Methoden können hier potenziell neue Impulse setzen", erklärt Arne Wickenbrock aus der Arbeitsgruppe von Professor Dmitry Budker am Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und dem Helmholtz-Institut Mainz (HIM). Die Arbeitsgruppe hat hier einen Durchbruch erzielt, indem Atommagnetometer für die Messung zum Einsatz kamen. Gemeinsam mit Professor Alexej Jerschow von der New York University haben sie ein Konzept entwickelt und die Experimente in Mainz vorgenommen.

"Unsere Methode macht im Prinzip dasselbe wie die Magnetresonanztomografie, aber sie ist einfacher, weil wir Atommagnetometer benutzen", so Wickenbrock, der die Untersuchungen leitete. Atommagnetometer sind optisch gepumpte Magnetometer, die gasförmige Atome als Sonden für ein Magnetfeld verwenden. Sie sind kommerziell erhältlich und kommen in der industriellen Anwendung und in der Grundlagenforschung zum Einsatz. In der Arbeitsgruppe von Budker dienen Atommagnetometer für Grundlagenforschungen in der Physik, beispielsweise bei der Suche nach Dunkler Materie oder dem Rätsel, weshalb sich Materie und Antimaterie nach dem Urknall nicht sofort gegenseitig ausgelöscht haben.

Im Falle der Batterie-Messungen werden die Akkus in ein Hintergrundmagnetfeld gelegt. Die Akkus verändern dieses Hintergrundmagnetfeld und die Veränderung wird mit Atommagnetometern gemessen. "Die Veränderung gibt uns Aufschluss über den Ladungszustand des Akkus, also wie stark die Batterie noch geladen ist, und über eventuelle Beschädigungen", so Wickenbrock. "Das Verfahren ist schnell und kann nach unserer Einschätzung auch gut in Produktionsabläufe integriert werden." Dass ein Bedarf für die Feststellung von Defekten an Batteriezellen besteht, zeigen unter anderem immer wiederkehrende Berichte über schwere Verletzungen bei der Explosion von E-Zigaretten oder die Beschränkungen bei der Mitnahme bestimmter Handytypen in Flugzeugen. Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz /al

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Baden-Württemberg muss beim Klimasachutz nachlegen

13. Mai 2020 - 9:01

Um die Ziele zu erreichen, ist vor allem ein beschleunigter Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie anderen erneuerbaren Energien erforderlich. Die Untersuchung "Ausbau der erneuerbaren Energien für eine wirksame Klimapolitik in Baden-Württemberg" von Joachim Nitsch empfiehlt im Ausbauszenario "BW PLUS" einen Zubau von 13 Gigawatt installierter Ökostromleistung auf insgesamt 22 Gigawatt bis 2030. Damit könnte der Anteil erneuerbaren Stroms auf 70 Prozent steigen. Im Wärmesektor soll der Anteil Erneuerbarer von 17 auf 27 Prozent zulegen.

Möglich ist ein solcher Umbau der Energieversorgung für Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen durchaus, heißt es von Seiten der Plattform EE BW. Sie erwartet dadurch auch positive Konjunktureffekte in der Corona-Krise. Erforderlich dafür seien jedoch angepasste Rahmenbedingungen auf allen politischen Ebenen. So brauche es etwa eine Photovoltaikpflicht zumindest im Neubau sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Vier Szenarien werden aufgezeigt

Auf vier Szenarien, die aufeinander aufbauen geht Nitsch in der Studie ein. Der Fokus liegt dabei auf der Strom- und Wärmeerzeugung, mit einem kurzen Exkurs zum Mobilitätsbereich. Das erste Szenario entspricht dem Ziel der Landesregierung, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 42 Prozent zu senken. Das zweite ergänzt es um den auf Bundesebene beschlossenen Kohleausstieg. Das dritte setzt auf verstärkten EE-Ausbau und geht von einem auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg aus. Das letzte baut erhöhte Effizienzmaßnahmen und Verbrauchssenkungen in allen Sektoren ein.

"Das in der Studie beschriebene Ausbauszenario BW PLUS zeigt den notwendigen Handlungsbedarf für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren als Mindestmaß für echten Klimaschutz", sagt Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform EE BW. Es entspreche einer Halbierung der Treibhausgasemissionen Baden-Württembergs von 1990 bis 2030. In Baden-Württemberg sind bislang nur 42 Prozent Reduktion vorgesehen. Das Ziel des Landes ist laut der Plattform kein ausreichender Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen. "Baden-Württemberg muss den Ausstoß von Treibhausgasen schneller reduzieren als bislang, eine Versechsfachung der jährlichen Reduktionsrate ist das Mindestmaß für wirksamen Klimaschutz. Ein ambitionierter Ausbau erneuerbarer Energien ist dafür unabdingbar", fordert Dürr-Pucher.

Das Szenario BW PLUS zeigt für Plattform-EE-Geschäftsführer Franz Pöter, dass durchschnittliche Zubauraten für Photovoltaik von 870 Megawatt installierte Leistung pro Jahr beziehungsweise für Windenergie von 325 Megawatt pro Jahr bis 2030 notwendig seien, um beim Klimaschutz voranzukommen. Auch bei den anteilig kleineren Erneuerbaren gelte es noch Potenziale zu heben, zum Beispiel bei der Wasserkraft.

Wärmesektor umgestalten

Auch die Umgestaltung des Wärmesektors sei für einen erfolgreichen Klimaschutz essenziell. Als Grundlage sieht die Studie den Ausbau von Wärmenetzen, deren Anteil an der Wärmebereitstellung sich im Ausbauszenario BW PLUS von jetzt 15 auf 30 Prozent im Jahr 2030 verdoppelt. Der Neubau von bis zu zehn neuen Geothermieanlagen ist darin ebenso vorgesehen wie eine leichte Steigerung der Wärmeerzeugung durch Biomasse. Zusammen mit einer sinkenden Gesamtnachfrage nach Wärme (minus 20 Prozent bis 2030) durch Effizienzmaßnahmen könnte der Südwesten den Anteil erneuerbarer Energien auf 27 Prozent des Wärmeverbrauchs steigern.

Um die Ausbaupfade zu erreichen, fordert die Plattform EE BW auf landes- wie bundespolitischer Ebene eine Reihe von Änderungen. "Wir müssen Genehmigungsverfahren beschleunigen und vereinheitlichen, um Realisierungszeiträume für EE-Projekte wieder zu verkürzen. Außerdem müssen bestehende Ausbaugrenzen und Degressionsmechanismen im Rahmen der anstehenden EEG-Novelle beseitigt werden", fordert Pöter. Auch eine Solardachpflicht lohne sich für das Klima und die Hauseigentümer. Darüber hinaus müssten vorhandene Potenziale insbesondere in der Biomasse und Wasserkraft ausgeschöpft und durch die Politik unterstützt werden.

Das bereits angekündigte Instrument der Wärmeleitplanung sollte für die EE BW für alle Kommunen verpflichtend sein. Eine echte Sektorkopplung zwischen Strom, Wärme und Mobilität und ein angemessener CO2-Preis zu bilden, gehört für die Plattform ebenso zum ambitionierten Ausbau erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg. Quelle: EE BW / al

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Corona-Krise wird Digitalisierung beschleunigen

13. Mai 2020 - 7:44

"Viele Unternehmen sind plötzlich zur Digitalisierung gezwungen: Sie probieren Homeoffice und virtuelle Zusammenarbeit aus, etablieren in Zeiten geschlossener Läden und Gaststätten einen digitalen Vertrieb oder ersetzen papierbehaftete Arbeitsprozesse durch digitale. Vieles davon wird nach der Krise bleiben – und sich verstärken", sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Der Anteil der 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande, der in den Jahren 2016 bis 2018 erfolgreich Digitalisierungsprojekte abgeschlossen hat, steigt demnach weiter und liegt nun bei 40 Prozent. Die Anzahl der mittelständischen Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben nimmt damit im Vergleich zur Vorperiode von 2015 bis 2017 um zehn Prozentpunkte oder 380.000 auf gut 1,5 Millionen Unternehmen zu.

Allerdings sind die durchschnittlichen Ausgaben für die Digitalisierung pro Unternehmen in den zurückliegenden drei Jahren nicht gestiegen. Sie liegen weiter bei 17.000 Euro. Im Jahr 2018 gab der gesamte deutsche Mittelstand insgesamt gut 19 Milliarden Euro für die Digitalisierung aus. Das ist weiterhin nur ein Bruchteil der Ausgaben für traditionelle Innovationen oder Investitionen in Gebäude, Maschinen, Einrichtungen.

Je größer ein Unternehmen ist, umso häufiger setzt es Digitalisierungsprojekte um und umso höher fallen die Investitionen hierfür aus. Spitzenreiter beim Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben sind große Mittelständler mit mehr als 50 Mitarbeitern (67 Prozent), die ganz kleinen Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten kommen nur auf einen Anteil von 45 Prozent. Jedoch kommt es auf die Branche an. Während bei den wissensbasierten Dienstleistern und im Forschungs- und Entwicklungsintensiven Verarbeitenden Gewerbes nahezu jeder zweite Mittelständler ein Digitalisierungsprojekt umsetzt, ist es im Baugewerbe nur knapp jedes dritte Unternehmen.

"Die Digitalisierung kommt zwar immer mehr in der Breite des deutschen Mittelstands an. Die Masse der mittelständischen Unternehmen vollzieht sie bisher allerdings in kleinen Schritten", resümiert Köhler-Geib. "Die aktuelle Corona-Krise wird hier eine Zäsur setzen und als Beschleuniger der digitalen Transformation im Mittelstand wirken. Gerade jetzt zeigt sich besonders, welche Wettbewerbsvorteile sich durch digitalisierte Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse ergeben." Sie ermöglichten in vielen Fällen den Geschäftsbetrieb fortzuführen, der aufgrund der Corona-Beschränkungen sonst zu vollständigem Erliegen gekommen wäre. Quelle: KfW /al

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Geschäftslageindex Solarwärme steigt auf Zehnjahreshoch

12. Mai 2020 - 8:24

Im ersten Quartal des Jahres 2020 ist das Verbraucher-Interesse an Solarheizungen deutlich gestiegen, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit. Der Absatz von Solarkollektoren zog jüngst spürbar an. Gleichzeitig verzeichnete das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein deutlich wachsendes Interesse an den zum Jahreswechsel deutlich verbesserten Förderangeboten für Ökoheizungen. Zuletzt stieg der vom BSW erhobene Geschäftslageindex in nur drei Monaten um 70 Punkte auf ein Zehnjahreshoch von 134 Punkten.

Auch wenn sich durch Corona bedingte Unsicherheiten die Geschäftserwartung für die kommenden Monate eintrübte, zeigt sich der BSW zuversichtlich: „Einer kurzfristigen Corona-Delle dürfte eine Investitionswelle folgen. Die verstärkte Klimadebatte der letzten Jahre, deutlich verbesserte Fördersätze und die Einführung eines jährlich steigenden CO2-Preises ab dem kommenden Jahr zeigen Wirkung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW.

Beim Neubau ist der Einsatz Erneuerbarer Energien seit einigen Jahren Pflicht. Bei der Installation einer Solarwärmeanlage in Bestandsgebäuden, die zuvor mit Öl oder Gas geheizt wurden, übernimmt der Staat bis zu 45 Prozent der Investitionskosten. Anträge müssen vor Auftragserteilung beim zuständigen Bundesamt BAFA gestellt werden.

Alternativ kann man eine steuerliche Förderung in Anspruch nehmen, bei der die Steuerschuld entsprechend gekürzt wird. Ohne vorherigen Antrag oder eine Energieberatung erhält man so 20 Prozent der Investitionssumme für die neue Solarwärmeanlage vom Staat zurück. Der Fachbetrieb, der die Anlage installiert, stellt dafür eine Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt aus. Quelle: BSW / al

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Fensterbranche setzt auf Reduzierung des Gewichts und mehr Sicherheit

12. Mai 2020 - 8:04

Effizientere Lüftung war bei Regel-Air Becks ein Schwerpunkt. Ein Holzfensterlüfter unter dem Namen FFLHmax wurde speziell für optimierten Luftaustausch konzipiert. Er ist für alle gängigen Holzfenster geeignet. Die Prüfungen der Schallschutzklasse vier belegen, dass der FFLHmax weniger Schallgeräusche passieren lässt als es Normen erfordern. Bei den Messdaten zum Volumenstrom bietet er statt der üblichen fünf Kubikmeter in der Stunde unter optimalen Bedingungen bis zu 7,9 Kubikmeter in der Stunde, beim Einsatz von zwei Fensterlüftern können 15 Kubikmeter erreicht sein. Gleichzeitig wird das Fenster durch die Fräsung leichter.

Sicherheit wird wichtiger

Leichter werden sollen auch die Fenster von Kneer, sowie sicherer. Weil Einbrüche bei Einfamilienhäusern fast immer über ebenerdige Terrassen-  oder Balkontüren und Fenster erfolgen, wurden Sicherheitsfragen überprüft. Bei Fenstern und Terrassentüren empfiehlt sich allgemein die Widerstandsklasse RC2. Dennoch bedarf es jedoch nach Angaben des Herstellers bei Fenstern und Terrassentüren der einbruchhemmenden Widerstandsklasse RC3. Die Sicherheitsfenster aus Kunststoff- und Aluminium-Kunststoff werden von Kneer-Südfenster mit den Profilsystemen „Synego“ und „Geneo“ von Rehau aus dem vollarmierten Faserverbundwerkstoff Rau-Fipro gefertigt. Die stabilisierenden Glasfaseranteile in den Flügelprofilen sorgen dafür, dass schwere Sicherheitsverglasungen problemlos integriert werden können.

Die umfangreichen Tests wurden von Experten des ift Rosenheim über mehrere Prüfungstage hinweg begleitet. Untersucht wurden ein- und zweiflügelige Dreh- und Drehkippfenster sowie Rollladenanbindungen für viele Öffnungsarten. Dabei dürfen die Fenster nicht zu schwer sein. Dennoch  erfordert ein zweiflügeliges Stulpfenster mit Anbindung an den vorhandenen Rollladenkasten eine besondere Stabilität. Da es in diesem Fall nicht möglich ist, das Fenster an allen vier Seiten zu befestigen, muss die Konstruktion des Fensters auch mit nur zwei- bis dreiseitiger Befestigung sicher sein und darf keine Angriffsfläche bieten. Auch Fenster mit seitlichen Verbreiterungsprofilen mussten den Einbruchsversuchen standhalten.

Leichter werden durch Aluminium sollen auch die Fenster des Systems Heroal W 77. Heroal W 77 PH ist die Systemvariante speziell für den Einsatz in Passivhäusern. Diese erfüllt schon bei einer Bautiefe von nur 77 mm und einer Ansichtsbreite von 180 mm den Passivhausstandard, da bereits mit diesen Maßen ein Uf-Wert von 0,8 W/m²K erzielt wird. Der Isothermenverlauf wird dabei durch die zentrale Lage des Glases optimiert, denn so sind sowohl der Temperaturverlauf in der Konstruktion wie auch die Gewichteinteilung nahezu parallel und mittig zur Fensterebene. Das System arbeitet mit Isolierstegen, die hohe Belastbarkeit mit geringen Wärmeverlusten vereint. Die Geometrien der Isolierstege sorgen für eine Reduzierung des Energiestroms und tragen somit gleichzeitig zu einer Verringerung der Wärmeleitung bei.

Smarte und umweltschonende Produkte

Der Hersteller Rehau setzte auf smarte Lösungen und ein wachsendes Umweltbewusstsein. Die Sicherheitslösung „Smart Guard“ soll es den Komponenten ermöglichen interaktiv zu agieren. Ein Beispiel sind smarte Griffe welche den Einbruchsschutz durch automatische Verriegelungen verbessern. Nachhaltigkeit kommt dazu. Die Ecopuls Fenster sollen in der Produktion im Vergleich zu herkömmlichen Profilen große Mengen an CO2 einsparen, bei der Herstellung von Rezyklat sollen rund 90 Prozent weniger Emissionen freigesetzt werden.

Fenster sollen ganzheitlich gedacht werden

Besonders enttäuscht von der Absage der Fensterbau Frontale dürfte ift Rosenheim gewesen sein. Geplant war unter dem Slogan „Fenestration Digital – Digitale Prozesse, Produkte, Prüfungen und Services“ Lösungen für eine digitale Zukunft zu präsentieren. Gemeinsam mit den 15 Mitausstellern sollten die Chancen einer Digitalisierung für den Fensterbau präsentiert werden. Visionen sollten vor allem mit virtueller Präsentation und individueller Konfiguration der Produkte, BIM, 3D-Druckverfahren und Robotik, Smart Home und automatisierten Wartungs- und Serviceangeboten präsentiert werden.

Auf Digitalisierung setzte auch Fensterbauspezialist Hanno. Im Fokus stehen der Hanno-PU-Injektionsklotz und neue digitale Serviceangebote für Planer und Verarbeiter. Mit dem Hanno-PU-Injektionsklotz lassen sich nach Unternehmensangaben einfach und zeitsparend druckfeste Bereiche zur Lastabtragung von Eigengewicht oder bei Anforderungen an die Einbruchhemmung innerhalb bestehender Fugenabdichtungen erstellen. Als Option zu herkömmlichen mechanischen Klötzen wird das Harz direkt nach der Montage in Dichtungsbänder von Fenstern, Türen und Fassaden injiziert. Mit dem Hanno-PU-Injektionsklotz werden diese innerhalb kurzer Zeit mechanisch belastungsfähig. Doch auch hier wird die Digitalisierung wichtiger, der Hersteller stellt in Zukunft für eine große Anzahl seiner Produkte zudem BIM-Daten zur Verfügung. Eine Online-Plattform unterstützt die Nutzer schon während der Planung von Baukörperanschlüssen indem sie gezielt nur Produkte bewertet, die mit den angegebenen Parametern übereinstimmen. So sollen die vorgeschlagenen Fugenabdichtungssysteme Bauherren, Bauleitung, Verarbeitern und Planern mehr Sicherheit geben. Und so zeigt sich, dass es bei Fenstern auch ohne die Fensterbau Frontale Neues gibt. von Wolfram Hülscher

 

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Solarenergie als Schlüsseltechnologie anerkennen

11. Mai 2020 - 8:37

Beim derzeitigen Green Deal wird der Photovoltaiksektor aus Sicht des Bündnisses zu wenig berücksichtigt. Es konstatiert einen Mangel an Unterstützung in finanzieller Hinsicht sowie für Forschung und Entwicklung. Dies würde die weitere Entwicklung des Sektors behindern und die industrielle Souveränität der EU bei strategischen Technologien zum Stillstand bringen. Zudem könnte es eine erfolgreiche Umsetzung der Dekarbonisierung auf dem gesamten europäischen Kontinent einschränken.

Nach Ansicht des Bündnisses wird Solarenergie weltweit als entscheidender Faktor für den Aufbau eines sicheren und nachhaltigen Energiesystems gesehen. Alle von der EU im Kontext der Klimaziele für 2050 entwickelten Energieszenarien würden für die Photovoltaiktechnologie eine Schlüsselrolle sehen. In der Kommunikation der europäischen Kommission zum Green Deal, dem Fahrplan für die EU-Behörden zur Förderung der Energiewende, werde zwar den erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle beim Ausstieg aus der Kohleverstromung und der Dekarbonisierung Europas zuerkannt. Die Solarenergie hingegen bleibe unerwähnt, ganz im Gegensatz zur Offshore-Windenergie, die als ein wichtiger Motor erachtet werde.

Solarindustrie birgt immenses Potenzial

Das Bündnis legt Zahlen vor, denen zu Folge die Entwicklung einer starken Solarindustrie in Europa ein immenses Potenzial berge. Die Photovoltaik deckt derzeit nur drei Prozent des gesamten Strombedarfs der EU, bei einem geschätzten Potenzial von 15 Prozent bis 2030. Europäische Forschungszentren entwickeln Spitzentechnologien für die industrielle Fertigung entlang der gesamten photovoltaischen Wertschöpfungskette. Diese neuen Spitzenlösungen bilden die Grundlage für eine Renaissance einer weltweit wettbewerbsfähigen industriellen PV-Produktion in Europa. Der globale Gesamtjahresumsatz der europäischen PV-Industrie wird derzeit auf fünf Milliarden Euro geschätzt, doch ist Potenzial für mehr vorhanden. Die Branche verfügt über eine hohes Potenzial für Wirtschaftswachstum und für die Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Roch Drozdowski-Streh ist CEO des Institut Photovoltaïque de l’Île de France (IPVF) und Gründer von "Solar Europe Now". Das Marktpotenzial könnte laut ihm freigesetzt werden, wenn Investitionen in die Forschung und Innovationen für diesen Sektor investiert würden. Dies wäre eine Initialzündung für die industrielle Entwicklung der strategischen Schlüsseltechnologie und -industrie. "Gemeinsam mit den hier ansässigen weltweit führenden Forschungszentren kann Europa den Markt für hochwertige Photovoltaikzellen und -module anführen", sagt Drozdowski-Strehl. In Europa hätten sich die großen Institute im Wettbewerb um neue Technologien stark positioniert. Dies sollten die europäischen Institutionen mit allen Mitteln unterstützen. Zumal es auch um Arbeitsplätze geht: "Der europäische Green Deal eröffnet die Möglichkeit, nachhaltige und arbeitsplatzschaffende Aktivitäten in den Bereichen emissionsarmer Technologien auszuweiten und so den Beschäftigungsrückgang im Sektor der fossilen Brennstoffe sowie in CO₂-intensiven Prozessen auszugleichen."

Andreas Bett, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Deutschland ergänzt: "Einige der weltweit fortschrittlichsten Technologien, wie Tandem-Solarzellen, die die Wirkungsgrade von Siliciumsolarzellen übertreffen, sowie nachhaltige Produktionstechnologien unter Berücksichtigung von Kreislaufwirtschaft und Recycling, werden derzeit in europäischen Forschungszentren entwickelt." Die Förderung von Forschung und Entwicklung in diesem Sektor würde nicht nur die industrielle Souveränität der EU gegenüber China und Asien stärken, das immer noch 97% der weltweiten produzierten Solarmodule herstellt, sondern auch die europäische Führungsrolle in strategischen Schlüsseltechnologien ausbauen und wäre nicht zuletzt ein positives Signal für die Hersteller. Quelle: Solar Europe Now / al

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Baubeschreibungen passen oft nicht zum Grundstück

10. Mai 2020 - 10:17

Seit der Einführung des neuen Bauvertragsrechts Anfang 2018 haben private Bauherren, die ein schlüsselfertiges Haus auf ihrem eigenen Grundstück ohne eigenen planenden Architekten bauen, das Recht auf eine detaillierte Baubeschreibung. Viele dieser Baubeschreibungen passen aber nicht zum Grundstück der Bauherren, beobachtet Marc Ellinger, Sachverständiger und Leiter des Freiburger Büros im Verband Privater Bauherren (VPB). „Die meisten Baufirmen setzen bei ihren Angeboten Idealbedingungen voraus, die nicht den Gegebenheiten vor Ort entsprechen – obwohl die Anbieter den zukünftigen Standort des Hauses kennen“, kritisiert der Experte. „Nach Vertragsabschluss kommen dann scheibchenweise die daraus resultierenden Mehrkosten auf den Tisch.“

Baufirmen gehen in den Baubeschreibungen beispielsweise von einem ebenen, gut anfahrbaren Grundstück aus, mit wenig Schnee, geringen Windstärken und ohne seismischen Erschütterungen. Auch bei der Bodenfeuchte werden ideale Bedingungen angenommen, die keine besondere Abdichtung gegen Feuchtigkeit erforderlich machen. Die Zonen variieren jedoch in einer Region zum Teil erheblich. Fast nirgends gelten tatsächlich in allen Bereichen die niedrigsten Einstufungen. Mal ist die Erdbebengefahr höher, mal weht der Wind stärker, mal fällt mehr Schnee. Je nach Bedingung müssen die Dächer und die gesamte Hauskonstruktion konstruiert sein. Je höher beispielsweise die Schneelastzone, umso stabiler muss die Bauweise sein.

Ähnlich verhält es sich bei den Erdbebenzonen: Bei einer höheren Stufe wird eine aufwändigere Bauweise vorausgesetzt. „Folglich sind die mit den Idealwerten angebotenen Häuser so gut wie nirgendwo realisierbar“, sagt Ellinger. Lediglich im Bereich zwischen Bamberg und Erlangen träfen die Angebote zu. Andernorts müssten Häuser technisch aufwändiger konstruiert und ausgeführt werden. „So kommen dann in schöner Salamitaktik scheibchenweise Mehrkosten auf die Bauherren zu“, erklärt Ellinger.

Extrakosten drohen bei falsch angesetzten Bedingungen

Wenn beispielsweise ein Haus am Hang gebaut werde, müsse zumindest zur Hangseite hin gegen drückendes Wasser mit Eintauchtiefen unter drei Meter abgedichtet werden, führt Ellinger aus. „Die in der Baubeschreibung standardmäßig angenommene und eingepreiste einfache Abdichtung reicht da nicht aus.“ So wird eine falsch angesetzte Bodenfeuchte in der Baubeschreibung teuer. „Allein der Unterschied zwischen einem normalen Keller, mit einfacher Abdichtung, wie er standardmäßig angeboten wird, und einem tatsächlich wasserdichten Keller, wie er am Hang oder bei entsprechendem Baugrund nötig ist, schlägt mit 8.000 bis 12.000 Euro Extrakosten zu Buche“, erklärt Marc Ellinger.

VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag kritisiert: „So etwas sollte nicht mehr passieren, denn die im Bauvertragsrecht vorgesehenen Baubeschreibungen sollen nicht nur schon vor Vertragsschluss einen verlässlichen Vergleich mehrerer Angebote in Bezug auf Preis und Leistung ermöglichen, sondern auch die für den Bauunternehmer erkennbaren Kostensteigerungsrisiken bei den angebotenen Leistungen erwähnen.“ Für die Beschaffenheiten des Baugrunds stehe das ausdrücklich in der Begründung des Regierungsentwurfes des Gesetzes. Immer wieder setzten sich Baufirmen aber darüber hinweg oder machten Angaben, die Laien nicht verstehen.

Laut VPB passiere es immer noch, dass in den Baubeschreibungen die Lastzonen genau benannt seien, die Bauherren nur nicht wüssten, dass für ihr Haus andere Vorgaben relevant wären. Im schlimmsten Fall zeigt sich das erst nach der Vertragsunterzeichnung: Wenn für den Bauantrag die Statik erstellt wird, müssen die für den Bauort geltenden Anforderungen angesetzt werden. Dann zeigt sich, was die vor Ort erforderliche Bauweise zusätzlich kostet. Im Idealfall sollten die Bauherren die Baubeschreibung vor der Unterschrift von ihrem unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen. Freitag: „Die technisch höheren Anforderungen müssen zwar in jedem Fall erfüllt werden, aber die Bauherren wissen dann zumindest, warum und welche Mehrkosten auf sie zukommen.“ Quelle: VPB / al

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Ein neues Dach lohnt sich doppelt

8. Mai 2020 - 9:04

Durch Dämmmaßnahmen bei Dächern und der Fassade lässt sich viel Energie einsparen: 30 Prozent des CO2-Ausstoßes und 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs sind allein auf diese Gebäudebereiche zurückzuführen. „Wer eine energetische Sanierung plant, sollte bestenfalls beim Dach anfangen, denn Wärme steigt bekanntlich nach oben“, weiß Gerald Laumans vom gleichnamigen Dachziegelhersteller. Der Geschäftsführer schiebt nach: „Seit es das Klimapaket gibt, steigt die Nachfrage bei uns stetig.“

Mindestanforderungen müssen erfüllt werden

Die Steuerförderung für energetische Dacharbeiten, welche die Mindestanforderungen der neuen „Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung“ (EsanMV) beinhalten, sieht vor, dass 20 Prozent der Investitionskosten über drei Jahre auf die Steuer angerechnet werden können. In den ersten beiden Kalenderjahren werden Aufwendungen des Steuerpflichtigen um je sieben Prozent, höchstens jedoch um je 14.000 Euro, angerechnet. Im dritten Kalenderjahr können weitere sechs Prozent geltend gemacht werden, maximal 12.000 Euro. Zu den Aufwendungen für energetische Maßnahmen gehören auch die Kosten für einen qualifizierten Energieberater, die mit bis zu 50 Prozent angesetzt werden können.

Zehn Jahre Laufzeit

Der Steuerabzug bis zum Höchstbetrag von 40.000 Euro ist ein wichtiger Anreiz für Eigentümer aller Einkommensgruppen, die notwendigen energetischen Sanierungen in den kommenden Jahren vorzunehmen. „Die geplante Laufzeit des Klimapakets von zehn Jahren ist für unsere gesamte Branche eine verlässliche Basis, genügend Kapazitäten aufzubauen, um die gesteigerte Nachfrage bedarfsgerecht decken zu können“, berichtet Laumans.

Für den Steuerbonus werden die Kosten für den fachgerechten Einbau, für notwendige Umfeldmaßnahmen sowie die Materialkosten berücksichtigt. Die Einhaltung der Mindestanforderungen, die den KfW- und BAFA-Förderungen unterliegen, ist durch ein Fachunternehmen zu bestätigen. Folgende Voraussetzungen sind zudem notwendig: Haus oder Wohnung müssen bei der Sanierung älter als zehn Jahre sein. Der Steuerpflichtige selbst wohnt in dem Objekt und die Aufwendungen für die energetische Sanierung dürfen nicht schon anderweitig durch öffentliche Mittel (z.B. KfW-Kredit) gefördert werden –es sei denn, diese Mittel sind unabhängig von einer energetischen Sanierung. Quelle: Laumans/wh

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Photovoltaik-Anlagen haben die positivsten Effekte

7. Mai 2020 - 13:59

Eine Befragung zur Energiewende durch den Bonner Markt- und Wirtschaftsforscher EUPD Research im Auftrag des Unternehmens E3/DC ergab, dass der Einsatz fossiler Energieträger von den 2.000 Besitzern von Ein- und Zweifamilienhäusern mehrheitlich negativ bewertet wird. "Die Ergebnisse unserer Analyse zeigen eindeutig, dass die Bürgerinnen und Bürger ganz genau verstanden haben, dass das konventionelle Energiesystem keine Vorteile mehr zu bieten hat: weder für Umwelt und Gesellschaft, noch in wirtschaftlicher Dimension", sagte Martin Ammon, Geschäftsführer von EUPD Research. Daraus folgert Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer von E3/DC: "Die Politik muss nun schnell und verbindlich Rahmenbedingungen festlegen, wozu insbesondere die Abschaffung des 52 GW Solardeckels zählt."

Die Befragung zeigt, dass vier von fünf Eigentümer mit Photovoltaik "sehr positive" oder "eher positive" Effekte verbinden. Im Detail bewerten die Befragten dezentral installierte Photovoltaik-Aufdachanlagen am positivsten für Umwelt und Gesellschaft. Nach den erneuerbaren Energien Photovoltaik und Wind positioniert sich Erdgas mit noch überwiegend positiver Wertung. Die Notwendigkeit, Erdgaskraftwerke als Übergangstechnologie in der Energiewende verstärkt einzusetzen, erkennen die Befragten.

50 Prozent sehen negative Umweltfolgen durch Kohlekraftwerke

Negative Effekte werden insbesondere den Energieträgern Braunkohle, Steinkohle und Atomkraft zugeschrieben. Die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft werden hierbei deutlich negativer wahrgenommen als auf die Wirtschaft. Insgesamt sieht jede zweite befragte Person negative Folgen für Umwelt und Gesellschaft durch den Betrieb von Atom- und Kohlekraftwerken. Das ergibt für das Unternehmen den Schluss, dass ein engagierter und schneller Ausstieg aus der Kohle im Sinne der Bürger wäre.

Obwohl der Zubau an Solaranlagen mit Ende des ersten Quartals 50 Gigawatt überschritten worden sei, bestehe der 52-Gigawatt-Deckel, weiterhin. Das bedeute, dass die Vergütung für neu installierte Photovoltaik-Anlagen auf null sinkt. Wenn die Politik weiterhin Fristen zur Abschaffung des Deckels verstreichen lasse, drohe in Kürze der Zusammenbruch des deutschen Photovoltaikmarktes und somit eine Blockade der Energiewende, befürchtet das Unternehmen. Dies stehe dem Willen und den Bestrebungen der Befragten entgegen. Eine endgültige und vollständige Fokussierung auf den Umstieg zu erneuerbaren Energien sei die einzig vertretbare Schlussfolgerung. Quelle: E3/DC / al

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Corona-Krise erleichtert das Erreichen der Klimaziele

7. Mai 2020 - 9:02

Seit Jahren bemüht sich die globale Klimapolitik darum, die Kohlenstoffemissionen deutlich zu reduzieren, um den Klimawandel zu verlangsamen. Doch diese stiegen fast kontinuierlich an, vor allem bedingt durch die Auswirkungen der Energiewirtschaft. Durch die aktuelle Corona-Pandemie ändert sich dieses Bild deutlich. Strikte Maßnahmen wie die Wahrung sozialer Distanz, Kurzarbeit und die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen führten weltweit zu einer deutlichen Verbesserung der Emissionswerte. Wie sich dieser Zusammenhang auf dem europäischen Markt genau darstellte, haben nun Mario Liebensteiner von der TU Kaiserslautern und  Adhurim Haxhimusa von der Fachhochschule Graubünden untersucht. 

Daten aus 16 europäischen Ländern standen im Mittelpunkt ihrer Analyse im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 23. März 2020, anhand derer sie die Entwicklung der Stromnachfrage im Zusammenhang mit dem Einfluss von Covid-19-Infektionen untersuchten und damit den Rückgang der CO2-Emissionen aus dem Stromsektor erklärten. Abhängig von der Struktur des Stromangebots und der Intensität des Nachfragerückgangs sind die Emissionseffekte in manchen Ländern stärker ausgeprägt, vor allem in Ländern wie Frankreich und Italien, in denen die Infektionsschutzmaßnahmen sehr streng waren.

„Meldungen aus den Tagesmedien über drastische Emissionsrückgänge in China, den USA und europäischen Ländern, von teilweise bis zu 50 Prozent, haben uns neugierig gemacht, wie sich dies mit dem Zuwachs der Infektionsraten in Zusammenhang bringen ließe“, erklärt Liebensteiner. Sein Team ist das erste, welches sich wissenschaftlich mit dem Rückgang der Emissionen aus dem Energiesektor durch die COVID-19-Pandemie auseinandersetzt.

„Aus den Ergebnissen kann man schließlich ableiten, dass Länder wie beispielsweise Deutschland, welche ihre Klimaziele für 2020 höchstwahrscheinlich verfehlt hätten, diese nun doch erreichen könnten, sollten sich die Einschränkungen auf einen längeren Zeitraum ausweiten. Dies würde uns wichtige Zeit beim Kampf gegen den Klimawandel einräumen. Jedoch ist es naheliegend, dass die Emissionen wieder steigen werden, sobald sich die Wirtschaft von den Auswirkungen der COVID-19-Krise erholt hat. Regierungen sollten sich also keinesfalls auf einem scheinbaren Erfolg in der Klimapolitik ausruhen, der letztendlich einer unerwarteten Virus-Pandemie geschuldet ist“, schließt er ab. Quelle: Uni Kaiserslautern / pgl

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CO2-Bilanz mit Niedertemperaturnetz verbessern

7. Mai 2020 - 8:56

Städte und Gemeinden in Deutschland können ihre Klimaschutzziele erreichen, wenn Stadtquartiere mit CO2-armer Wärme und Kälte versorgt werden. Gleichzeitig muss eine Perspektive für Strukturwandelregionen aufgezeigt werden, deren Fernwärmeversorgung vom Kohleausstieg betroffen ist, ist E.on überzeugt. Das Projekt des Reallabor „TransUrban.NRW“ ist ein Sieger des Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und startet jetzt als Modellvorhaben in Quartieren in Nordrhein-Westfalen.

„Unser Ziel ist es, die CO2-Bilanz von Städten wesentlich zu verbessern“, sagt E.ON Vorstandsmitglied Karsten Wildberge. Während klassische Fernwärmenetze häufig mit Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius betrieben werden, genügen den so genannten LowEx-Netzen zehn bis 40 Grad Celsius. Das verringert die Energieverluste und ermöglicht die Einbindung von erneuerbaren Energien wie Geothermie oder die Nutzung von Abwärme, die in großem Umfang auf niedrigem Temperaturniveau zur Verfügung stehen. Im Zusammenspiel mit Wärmepumpen werden bei Bedarf höhere Temperaturen oder Kühlenergie erzeugt.

Ein Innovationsschritt ist zudem die Auslegung des Niedertemperatur-Netzes als ein Tauschplatz für Energie. Möglich macht das eine intelligente Vernetzung, die den Wärme- und Kältebedarf der Gebäude ausbalancieren kann und so die Effizienz im Netz erhöht. Hierbei wird die bei der Kälteerzeugung anfallende Abwärme wieder in den Energiekreislauf zurückgeführt und steht zur Deckung des Wärmebedarfs an anderer Stelle zur Verfügung. Das funktioniert, als ob ein Kühlschrank die auf der Rückseite abgegebene Wärme auffangen und in einen Heizkreislauf einspeisen würde. Dadurch werden aus den Verbrauchern so genannte Prosumer, die sowohl Energie nutzen als auch bereitstellen. Quelle: E.on / al

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EU-Sanierungsfonds soll Wiederaufbau nach Corona fördern

7. Mai 2020 - 8:35

„Es ist jetzt wichtig, Maßnahmen für eine wirtschaftliche Erholung mit einer wirkungsvollen Klimaschutzpolitik zu verbinden. Gleichzeitig muss man bei dieser Gelegenheit ein starkes Signal an alle EU-Mitgliedstaaten senden, dass die Klimakrise nur gemeinsam beantwortet werden kann“, so Dannecker. So richtet sich das Schreiben der Kampagne nicht nur an die Kommissionspräsidentin, sondern auch an Vizepräsident Frans Timmermans, der gleichzeitig Kommissar für Klimaschutz ist, an Energiekommissarin Kadri Simson, an den Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Thierry Breton, sowie an den Kommissar für Haushalt und Verwaltung, Johannes Hahn.

In ihrem Brief begrüßen die Unterzeichner die im sogenannten Green Deal formulierten Pläne, die Gebäudesanierungsraten in Europa von derzeit 1 Prozent im Jahr mindestens zu verdoppeln. Hilfreich dabei könnte die Schaffung eines Sanierungsfonds für alle Europäer sein, um die nötigen Finanzmittel bereitzustellen.  Die unterzeichnenden Institutionen und Unternehmen weisen darauf hin, dass die Bauindustrie mit ihren angeschlossenen Gewerken in EU-Europa rund 9% der Wirtschaftsleistung repräsentiere und über 16 Millionen Arbeitnehmer beschäftige. Insofern habe eine Unterstützung dieser Industrie immer auch eine große soziale Dimension.

Um bis zum Jahre 2050 die angestrebte Klimaneutralität in der EU zu erreichen, seien Sanierungsraten von mindestens 3% pro Jahr nötig, heißt es weiter. Immerhin verbrauchten die rund 210 Millionen Gebäude in der EU zusammen mehr Energie als jeder andere Sektor. Damit einher gehe auch der höchste CO2-Ausstoß. Ein Fonds, der 100 Mrd. Euro pro Jahr freisetzt, könnte helfen, das Ziel von 3% jährlicher Sanierungen zu erreichen. In einem ersten Schritt sollten dabei öffentliche Gebäude wie Schulen, Krankenhäuser oder Altenheime im Mittelpunkt stehen, dann aber auch Förderungen für Haushalte mit geringem Einkommen zur Verfügung gestellt werden.

Der Fonds sollte möglichst allen mit der Finanzierung und Sanierung von Gebäuden betrauten Organisationen zur Verfügung stehen. Es sei wichtig, schnell und effizient die entsprechenden Genehmigungen zu erteilen und Entscheidungen zu treffen. Die Unterzeichner befürworten ferner die Einführung von Minimalstandards bei der Sanierung von Gebäuden mit Blick auf die Klimaziele des Jahres 2050. Diese Standards sollten nach oben angepasst werden können. 

Für den DEN-Vorsitzenden Dannecker ist das ein richtiger Weg, nicht nur auf europäischer Ebene Klimaziele zu formulieren und zu beschließen, sondern sie auch praktisch umzusetzen: „Insofern bekommen wir vielleicht durch die Corona-Krise eine  Gelegenheit, neue Wege zu gehen und einen neuen Schwung in die Klimaschutzdebatte zu bringen.“ Quelle: DEN / pgl

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Klimaschutz könnte Konjunkturschub am Bau bringen

6. Mai 2020 - 15:10

„Trotz der Corona-Restriktionen dürfen wir die klimapolitischen Ziele nicht aus den Augen verlieren. Ganz im Gegenteil sogar. Die entsprechenden Maßnahmen könnten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in zahlreichen Bereichen unserer Wirtschaft führen“, erklärt Maria Hill, Vorsitzende des ZIA-Ausschusses Energie und Gebäudetechnik. „Die Klimapolitik sollte ein wichtiger Bestandteil der Exit-Strategien von Bund und Ländern sein. Dadurch treiben wir einerseits die Konjunktur an, andererseits senken wir den CO2-Ausstoß. Das ist ein Gewinngeschäft für alle Beteiligten.“

Für den Gebäudesektor fordert der ZIA deshalb die Stärkung der steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für die energetische Gebäudesanierung und die gleichzeitige Ausweitung auf alle Immobilienklassen. Analog dazu sollten die Förderkulissen erhöht werden. „Diese Maßnahmen stellen gleichzeitig eine Erleichterung für Mieter dar, da sie einen Teil der energetischen Sanierungskosten mittragen müssen“, meint Hill. Zudem müssten die steuerlichen und weiteren Hemmnisse bei der erneuerbaren Energieerzeugung an Gebäuden und in Quartieren abgebaut werden. „Wir haben ein enormes Potenzial, um gebäudenah regenerative Energien zu erzeugen.

Bislang kann dieses Potenzial aber aufgrund von möglichen Gewerbesteuerinfektionen der Mieterträge und weiteren Komplikationen nicht ausgeschöpft werden“, sagt Hill. Hier müsse auch die Sektorkopplung vorangebracht werden. Auf europäischer Ebene könnte der Green Deal intelligent mit Konjunktur- und Investitionsimpulsen verzahnt und so als Wachstumsstrategie für ganz Europa genutzt werden. Quelle: ZIA / pgl

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Phasenwechselmaterialien bringen Effizienz und Erneuerbare zusammen

6. Mai 2020 - 14:09

Im Klimaschutzplan der Bundesregierung soll bis 2050 ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand umgesetzt werden. Die Verwendung sogenannter Phasenwechselmaterialien (PCM) kann helfen, Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien zu vereinen. Wärme und Kälte kann effizient bereitgestellt werden, wenn Wärme- und Kältespeicher mit PCM intelligent in Heiz- und Kühlsysteme integriert, werden. Energieüberschüsse aus regenerativen Energiequellen können kurzzeitig gespeichert werden und sind so flexibler einsetzbar. Ein intelligenter Netzbetrieb durch Power-to-Heat/Cold ist möglich.

Zwar werden PCM-Systeme seit mehreren Jahrzehnten erforscht, entsprechende Produkte setzen sich am Markt nur sehr langsam durch. Gründe hierfür sind neben noch relativ hohen Investitionskosten auch fehlende Referenzobjekte für erfolgreiche PCM-Installationen. Im Projekt wurden sieben PCM-Systeme in unterschiedlichen Entwicklungsstadien untersucht und im realen Einsatz evaluiert. Es zeigte sich unter anderem bei einem Energiespeicherhaus mit PCM-haltigem Estrich, dass eine Power-to-Heat-Anwendung netzdienlich war. Passive und aktive Flächenkühlsysteme in Kindergarten und Schulungsräumen verbesserten die thermische Behaglichkeit. Ein neuentwickelter PCM-Wärmespeicher erlaubte eine verlustarme Speicherung durch gezielte Unterkühlung. Lüftungssysteme zur Kühlung von Büroräumen zeigten eine hohe energetische Effizienz.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

PCM-Systeme können äußerst energieeffizient arbeiten, sofern sie fachkompetent umgesetzt und betrieben werden. Unter bestimmten Rahmenbedingungen können sie zudem wirtschaftlich sein. Damit beide Punkte erreicht werden können, müssen entsprechend optimierte Regelstrategien sowie eine vernünftige Inbetriebnahme der PCM-Systeme idealerweise mit einer angeschlossenen Monitoringphase umgesetzt werden. Die Beteiligten konnten im Projekt PCM-Systeme der Industriepartner weiterentwickeln und Pilotobjekte als Referenzanlage umsetzen.

Es wurde auch deutlich, dass PCM-Systeme in der Praxis teilweise nicht optimal betrieben werden. Häufig sind die Regelung oder die Betriebsparameter selbst bei kommerziellen Installationen nicht auf das PCM-System abgestimmt. Dies kann sogar zu einem Mehrverbrauch an Energie führen. So stellten die Nutzer die Thermostate in Schulungsräumen, die mit einem PCM-Kühldeckensystem ausgerüstet waren, fast durchgängig auf Temperaturen von rund 22 Grad und somit unterhalb des Phasenwechselbereichs des verwendeten PCM. Die passive Kühlwirkung des PCM konnte sich somit nicht entfalten, da die aktive Kühlung vorher zuschaltete. Nichtsdestotrotz wurde das ungenutzte PCM jede Nacht aktiv regeneriert.

Die Ergebnisse zeigen, dass Planer, ausführende Gewerke, Gebäudebetreiber und Nutzer einen erheblichen Informations- und Abstimmungsbedarf haben. Dies betrifft vor allem die Auslegung, Installation und den Betrieb von PCM-Systemen. Diese Abstimmung wird besonders bei solchen Systemen schwierig, bei denen die Nutzer mit einbezogen werden müssen. Forschungsbedarf besteht noch bei der Entwicklung geeigneter Regelstrategien. Nur wenn diese beiden Hemmnisse erfolgreich ausgeräumt werden, kann das deutliche Energieeinsparpotenzial der PCM-Systeme genutzt werden. Quelle: Energieoptimiertes Bauen / al

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Baugewerbe will keine Verschärfung bei Energieeffizienz im Neubau

5. Mai 2020 - 13:22

Die neuesten sektorspezifischen Zahlen des Umweltbundesamtes vom März 2020 über die Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit 1990 zeigen, dass der Gebäudebereich bereits 2018 mehr als 40 Prozent Einsparung erzielt hat, was das Ziel für 2020 ist. Ebenso bestätigten neueste Zahlen aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) diese Entwicklung, so der Verband.

„Wir haben immer gefordert, auf höhere Anforderungen zugunsten einer verstärkten Förderung, verbunden mit den nötigen Informationen zu verzichten. Diese Strategie scheint aufgegangen zu sein, was nicht zuletzt auch auf die Förderinstrumente der KfW zurückzuführen ist. Dennoch dürfen wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen,“ erklärte Pakleppa weiter.

Eine gesetzliche Anhebung des Energieeffizienzstandards auf ein KfW-Effizienzhaus 55 würde zu Mehrkosten von ca. 18.000 € bei einem Einfamilienhaus mit 120 m2 Wohnfläche führen, bei einem Energie-Einsparpotenzial von 14 kWh/m² und Jahr. Da die KfW nur fördert, wenn der gesetzliche Standard übertroffen wird, würde das zwangsläufig eine Erhöhung auf ein KfW-Effizienzhaus 40 bedeuten. Dadurch entstünden aber Mehrkosten in Höhe von 13.500 € bei einer Energieeinsparung von 4 kWh/m² und Jahr. „Diese Baukostensteigerung steht aber in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum energetischen Einsparpotenzial,“ erläuterte Pakleppa.

Ab 2023 könnte laut Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz eine Anpassung des Neubaustandards erfolgen. „Insofern begrüßen wir auch das vorgesehenen Monitoring, das die Bundesregierung seinerzeit eingeführt hat, um ggf. nachsteuern zu können, wenn die gesteckten Emissionsziele nicht erreicht werden sollten,“ so Pakleppa weiter. „Denn wir gehen davon aus, dass wir die energetischen Einsparziele auch weiter erreichen.“

Seit Januar haben die Antragszahlen zu den KfW-Förderprogrammen deutlich zugenommen. Das betrifft vor allem auch die energetische Modernisierung des Gebäudebestandes. Mit der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist ein weiteres Instrument dazu gekommen. „Im Gebäudebestand liegt das weitaus größere Einsparpotenzial als im Neubau. Hier gilt es neben den vorhandenen Investitionsanreizen vor allem die Beratung der Hausbesitzer und Investoren von Wohn- und auch von Nichtwohngebäuden über die Vorteile steigender Energieeffizienz auszubauen. Hier leistet unser Verband mit den Energieberatern im Handwerk schon seit längerer Zeit eine hervorragende Arbeit,“ so Pakleppa abschließend. Quelle: ZDB / pgl

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Pflanzenfassade sorgt für bessere Luft in der Großstadt

5. Mai 2020 - 9:25

Zum 200. Jubiläum der Universität Hohenheim stand eine 8,50 Meter lange und 3,50 Meter breite Pflanzenfassade mit drei waagrechten, rotierenden Bäumen auf dem Campus. Nun steht der Umzug vom 4. bis 6. Mai zum Rotebühltreff am Rotebühlplatz an. "Die Stadt wird im Sommer heißer, sodass wir zur Kühlung mehr Grün ausbringen müssen. Mich freut besonders, dass wir für den Fassadengarten eines Stuttgarter Start-Ups einen so prominenten und geeigneten Standort am Rotebühlplatz gefunden haben", sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

Das Startup hat sich die innovative Begrünung von Städten und Mega-Citys zum Ziel gesetzt. Wo der Platz für Parks fehlt, können Gebäudefassaden als Gärten etabliert werden. Diese Pflanzenwände wirken als Lärmdämpfer, binden Kohlenstoffdioxid, verbessern die Luftqualität und haben im Sommer eine kühlende Wirkung. „Das Bedürfnis, Großstädte begrünen zu wollen, wächst stetig. Nicht nur die Stadt Stuttgart, sondern auch Firmen aus anderen Städten und aus dem Ausland kontaktieren uns“, sagt Alina Schick, Gründerin und Geschäftsführerin von Visioverdis.

Rotierende Ligusterbäumchen

Das Besondere des Fassadengartens ist, dass die Ligusterbäumchen rotieren: Durch die Rotation verändert sich für die Pflanzen die Schwerkraft- und Lichtwahrnehmung, sodass diese stets horizontal wachsen. Pro Minute sind es zwischen 0,1 und 1,6 Umdrehungen. Zudem bleiben die Bäume klein, es wachsen dafür mehr grüne Blätter als bei der herkömmlichen Pflanzung.

GraviPlant nennt Visioverdis diese Idee. Seit 2011 forscht Schick an den waagerecht wachsenden Pflanzen und entwickelte ein Technologie-Konzept, bei dem die Fassaden mit LAN, Wasser- und Stromleitung verbunden sind. Auf diese Weise werden die Pflanzen automatisch versorgt. Sensoren steuern Bewässerung, Rotation und LED-Beleuchtung.

Energiesparende Klimaanlage

Im Vordergrund steht die Verbesserung der Luftqualität. Mehr Pflanzen filtern mehr Schadstoff und produzieren zusätzlichen Sauerstoff. Die Fassadengärten könnten deshalb für die Mega-Citys im asiatischen Raum eine Lösung sein. „Das botanische Potential der Pflanzen wird oft vergessen“, sagt Schick. Im Vergleich zu Klimaanlagen würden sie weniger Energiekosten verursachen, als Feinstaubfilter fungieren und einen ästhetischen Anblick bieten. Quelle: Uni Hohenheim / al

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