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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 1 Stunde 10 Minuten

Bauexperten warnen vor Abstrichen beim Brandschutz

1. Oktober 2018 - 7:29

Das DIvB begrüßt grundsätzlich die Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Die von der Bundesregierung angekündigten Reformen der Bauvorschriften dürften jedoch nicht ausschließlich unter Kostengesichtspunkten angegangen werden. "Die neuen Wohnungen sollten nicht nur bezahlbar, sondern aus Sicht des baulichen Brandschutzes auch sicher sein", sagte DIvB-Geschäftsführer Jörg-Uwe Strauß.

Angesichts des Baubooms der vergangenen Jahre herrscht vor allem in Ballungsräumen ein Mangel an bebaubaren Grundstücken. Hier bietet die Nachverdichtung durch Aufstockung ein großes Potential, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gerade in aufgestockten Gebäuden ist ein hoher baulicher, anlagentechnischer und organisatorischer Brandschutzstandard nach Meinung des DIvB unverzichtbar. Das gelte sowohl für die Verwendung nicht brennbarer Baustoffe als auch für die Planung ausreichender Fluchtwege.

"Guter baulicher Brandschutz verschafft im Notfall Zeit. Diese Zeit kann Leben retten", so Strauß. Positiv bewertet das DIvB, dass das Eckpunktepapier die Musterbauordnung (MBO) und die darauf basierenden Landesbauordnungen weiterhin als Garanten für weitgehend einheitliche Vorschriften des Bauordnungsrechts sieht. In ihnen sind unter anderem Mindeststandards für den Brandschutz festgelegt. Quelle: DIvB / pgl

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Kongress zeigt Marktchancen durch Wohngesundheit

1. Oktober 2018 - 7:10

Mit dem Gesundheitsschutz in Gebäuden in Deutschland und Europa sowie Anforderungen an Bauprodukte, Prüfvorgaben und Zertifizierungen befasst sich im ersten Vortrag Daniel Tigges, Geschäftsführer vom eco-Institut. Das Bauordnungsrecht in Deutschland wurde für die Prüfungen und Kennzeichnungen von Bauprodukten 2016 maßgeblich geändert. Vorausgegangen war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der es für unzulässig erklärte bauaufsichtliche Zulassungen und Ü-Zeichen für Bauprodukte zu verlangen, die bereits eine CE-Kennzeichnung hatten. Das führt nun dazu, dass bestimmte Produkte ein Ü-Zeichen tragen müssen und andere es nicht mehr dürfen.

In der neu veröffentlichten Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen MVVTB werden allgemeine Anforderungen an Gebäude bezüglich des Gesundheitsschutzes beschrieben, die aber wieder Dokumentationen und Prüfungen von Bauprodukten erfordern. Für Gebäudeplaner und Handwerker ist es zunehmend schwierig, Gebäudeanforderungen und die Aussagekraft von Produktkennzeichnungen in Einklang zu bringen. Der Vortrag soll hierfür eine Grundlage schaffen.

Das Thema wohngesunde Putze und Farben behandelt Barbara Wiedemann, Produktmanagerin Putz und Mörtel bei Baumit. Die sicherste Möglichkeit wohngesund zu bauen und zu wohnen ist die, Schadstoffe erst gar nicht in das Gebäude zu bringen. Über 60 eco-Label-zertifizierte Produkte bieten eine große Auswahl an schadstoffgeprüften Produkten. Für nahezu jeden Anwendungsfall im Neubau und in der Sanierung bieten sie eine hohe Sicherheit für einen wohngesunden Innenraum. Diese Vielzahl an geprüften Produkten ermöglicht dem Handwerker auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Bauherren einzugehen und trotzdem bei Effizienz, Verarbeitbarkeit und Gestaltung keine Abstriche machen zu müssen. 

Referent für das Thema Asbest ist Thomas Wagner, Glasermeister und Asbestsachkundiger. In den 1950er- und 1960er-Jahren war Asbest ein beliebter, günstiger und vielseitig verwendbarer Baustoff. Die damit verbundenen Gesundheitsgefahren wurden allgemein unterschätzt, was schwere Erkrankungen und Todesfälle zur Folge hatte. Seit 1979 ist Spritzasbest in Westdeutschland verboten. Es dauerte allerdings bis 1993, ehe ein bundesweites Herstellungs- und Verwendungsverbot durchgesetzt wurde. Bis dahin wurde Asbest auch Baustoffen wie Putzen, Fensterkitt, Klebern und Spachtelmassen zugemischt – was in der Praxis vielfach noch unbekannt ist. Auch wenn Asbest nicht mehr eingesetzt werden darf, kann er im Zuge von Arbeiten an asbestbelasteten Bauteilen freigesetzt werden und ist damit weiterhin eine Gefahr für alle Beteiligten. Es besteht weiterer Aufklärungsbedarf, wann, wo und in welchem Ausmaß Asbest in Deutschland verbaut wurde und wie damit umzugehen ist. Zum Aufklärungsbedarf und Umgang mit Asbest trägt dieser Impulsvortrag bei.

Mit gestalterischen Aspekten des ökologischen Bauens befasst sich Heinrich Walther, Stuckateurmeister, und Wand(kunst)gestalter. In dem Vortrag geht es weniger um die physikalischen und gesundheitlichen Vorteile bei Verarbeitung von ökologischen Produkten, sondern um die Möglichkeiten der Gestaltung mit umweltfreundlichen Materialien.

Über das Thema Umfeldanalyse beim Kunden - sinnvoller Umgang mit Gebäude und Mensch spricht Harry Luik, Architekt, Stuckateurmeister und Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (IFBAU). Der Fachhandwerker, der sich mit gesundem Bauen auseinandersetzt, muss auch die Bewohner und deren Lebensweise bedenken. Das Beraten und Analysieren im privaten Umfeld erfordert Fingerspitzengefühl, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Es gilt, das individuelle Bedürfnis und die Lebensweise der Bewohner zu erfahren. Mit dem Ziel, nicht nur bauliche Schwachstellen, sondern auch nutzungsbedingte Fehler aufzudecken. Darüber hinaus ist das Wissen um gesundheitliche Aspekte wichtig, um zu wissen, wo Baustoffe zur Gesundheit beitragen können und wo die Möglichkeiten der Baupraxis enden. Der Vortrag soll den Fachhandwerker zur gesamtheitlichen Betrachtung sensibilisieren.

Schimmelpilze in Wohnräumen sind nicht selten und stellen eine Gesundheitsgefahr für Bewohner und Nutzer und schließlich auch für den Sanierer dar. Bei der Sanierung kann sich die Belastung erhöhen, abhängig von den befallenen Untergründen und der Wahl des Sanierungsverfahrens und der eingesetzten Sanierungstechnik. Die notwendigen Schutzmaßnahmen und Schutzausrüstung – gerade für die Ausführenden vor Ort – sind unverzichtbar und weitgehend akzeptiert. Doch durch Zeitdruck und Unachtsamkeit entstehen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen Fehler. Praxistipps zum richtigen Umgang mit dem Umgebungsschutz und der persönlichen Schutzausrüstung gibt Robert Kussauer vom  Netzwerk Schimmelpilzberatung. pgl

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Baukindergeld wird möglicherweise erst ab Mitte 2019 ausgezahlt

30. September 2018 - 7:36

Die Verwaltung und die technischen Voraussetzungen stehen noch nicht, aber Anträge können und müssen jetzt schon gestellt werden."Es fällt schwer, nach so langer Diskussion um das Baukindergeld von einem 'Schnellschuss' zu sprechen", merkt Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum, an. "Wenn Politik glaubwürdig sein will, muss die Qualität verbessert werden. Kurz: Mundwerk und Handwerk müssen künftig besser synchronisiert werden."

Die Politik will mit dem Baukindergeld junge Familien und Alleinerziehende beim Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum unterstützen. Menschen, die noch wenig Eigenkapital haben, die Familie haben, die ein Mindesteinkommen nicht überschreiten - und die gerade einen Umzug in ihr neugebautes oder saniertes Eigenheim bewältigt haben. Manfred Jost: "Und es müssen offensichtlich Menschen sein, die nicht nur schlichte Online-Formulare ausfüllen können, sondern die mit diversen Antragsfristen oder technischen Identifizierungsmaßnahmen klarkommen und beim zeitlichen Auseinanderklaffen von Antrag, Nachweis, Prüfung und - hoffentlich - Bewilligung nicht den Überblick verlieren. Eine Zumutung."

Baukindergeld kann ausschließlich online im KfW-Zuschussportal beantragt werden. In der ersten Woche haben schon rund 11.000 Menschen die Chance genutzt. Das ist kein Wunder, hält man sich vor Augen, dass Förderung nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Bundesmittel gewährt wird. Andere KfW-Programme litten angesichts hoher Nachfrage schon wiederholt an Unterfinanzierung und wurden zwischenzeitlich ausgesetzt. Außerdem ist der Zuschuss spätestens drei Monate nach Einzug ins selbstgenutzte Wohneigentum zu stellen. Eigentümer, die in diesem Jahr noch vor dem 18.09.2018, dem Tag, an dem das Förderprogramm "freigeschaltet" wurde, eingezogen sind, müssen den Zuschussantrag bis zum 31.12.2018 stellen.

Automatisch geht die Bestätigung über den Antragseingang ein, die innerhalb von sieben Tagen mit dem Nachweis der Identität zu beantworten ist. Andernfalls verfällt der Antrag. Voraussetzung ist, dass innerhalb von drei Monaten nachdem der Antrag bestätigt wurde, die Förderberechtigung nachgewiesen wird. Zu diesem Zweck, so heißt es im KfW-Merkblatt "Baukindergeld" Programm-Nummer 424: "Laden Sie die erforderlichen Nachweise im KfW-Zuschussportal hoch. Die Einhaltung der Förderbedingungen wird von der KfW anhand der im Zuschussportal hochgeladenen Nachweise geprüft."

Offenbar wird noch an den verwaltungstechnischen Voraussetzungen gearbeitet. Versprochen wird, dass die erforderlichen Dokumente "voraussichtlich ab März 2019" verfügbar sind. Immerhin, jeder kann bis dahin seine Unterlagen vorbereiten, damit es dann aber wirklich schnell geht: Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Kalenderjahres vor Antragseingang des Antragstellers, Meldebestätigung der im Wohneigentum lebenden Familienmitglieder und ein Grundbuchauszug oder eine Auflassungsvormerkung sind gefragt.

Den weiteren Zeittakt gibt ebenfalls die KfW vor: Alle Anträge, die bis März 2019 gestellt werden, müssen mit Hilfe der - dann wohl online erreichbaren - Dokumente im Zuschussportal bis zum 30.06.2019 vervollständigt werden. Die erste Auszahlung erfolgt nach Prüfung der Unterlagen und Zugang der entsprechenden Bestätigung. Bereits heute bittet die KfW um Geduld, denn bis Ende März 2019 ist eine Flut von Anträgen zu erwarten. Nach dem anspruchsvollen Einstieg, soll es die weiteren neun Förderjahre ganz einfach sein.

Steht am Anfang der Maßnahme "Baukindergeld" ein "Stop and go", so steht am Ende nur ein "Stop": die letzten Anträge können für selbstgenutztes Wohneigentum gestellt werden, deren Kaufverträge oder Baugenehmigungen bis 31. Dezember 2020 rechtsgültig abgeschlossen werden. Der Verband Wohneigentum fordert eine Verstetigung des Baukindergeldes über 2020 hinaus. Nur Planbarkeit der Investition stärkt den Effekt der Wohneigentumsbildung: familiengerechtes Wohnen und Altersvorsorge.

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Pflegeheime erfolgreich beim Energiesparen

28. September 2018 - 7:31

Im Rahmen eines Modellprojektes des Steinbeis Forschungsinstituts Solites (Stuttgart) konnten im letzten Jahr bis zu 21 Prozent Wärme und je zwölf Prozent Strom und Wasser eingespart werden. Die Ergebnisse wurden heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Mülheim/Ruhr präsentiert. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte das Projekt fachlich und finanziell mit über 182.000 Euro gefördert.

"Man kann den Energieverbrauch in Alten- und Pflegeeinrichtungen auch ohne große Investitionen verringern, wenn alle Beteiligten sich im Alltag energiebewusst verhalten", stellte DBU-Referatsleiterin Verena Exner fest. Und auch Projektleiterin Magdalena Berberich von Solites zog ein positives Fazit: "Wenn das Thema Energie in den Einrichtungen sichtbar wird, sind die Menschen auch bereit, sich dafür zu engagieren."

Mit 12.000 stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland sei das Potential für den Klimaschutz in der Branche sehr groß. Teilweise sei der Energieverbrauch in den Einrichtungen pro Bewohner so hoch wie der einer vier- bis sechsköpfigen Familie, so Berberich weiter.

Die Initiative "Energieeffizienz für Pflegeeinrichtungen" wird seit Juni 2015 unter Führung von Solites zusammen mit der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Beratungsbüro Nowak (Düsseldorf) und den Alten- und Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Gemeinsam wurde ein Umweltkommunikationskonzept entwickelt, das das Bewusstsein für Energie in der Pflege stärken und den Verbrauch über Verhaltensveränderung sowie geringinvestive technische und organisatorische Maßnahmen langfristig senken soll. Berberich: "Der Erfahrungsaustausch in regelmäßigen Arbeitskreisen wurde von den Beteiligten der Einrichtungen wie Geschäftsleitung, Haustechniker und Pflegepersonal sehr begrüßt und führte zu vielen Ideen."

Solites entwickelte eine Internetplattform, auf der die Einrichtungen ihre Energiedaten selbst eintragen und auswerten können. Rund um ein Maskottchen wurden Informationsmaterialien entworfen, die an Lichtschaltern, Fenstern und Wärmewagen zum effizienten Handeln motivieren sollen. Berberich: "Im stressigen Pflegealltag wird meist einfach nicht daran gedacht, etwas anders zu machen als bisher. In der Erprobungsphase des Konzepts in den Piloteinrichtungen wurde aber gezeigt, dass schon mit geringem Aufwand Einsparungen möglich sind."

Um die Kosten möglichst gering zu halten und die Kosten für die Pflegebedürftigen nicht zu erhöhen, seien die Maßnahmen bewusst auf das Nutzerverhalten und geringinvestive Maßnahmen begrenzt worden. Gezeigt habe sich, dass es dennoch viele Möglichkeiten gebe, den Energieverbrauch zu verringern. Exner: "Neben dem energiebewussten Verhalten liefern einfache technische und organisatorische Maßnahmen ein unerwartet großes Einsparpotenzial."  Quelle: DBU / pgl

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Länder sichern Kontrolle der Energieausweise nicht

27. September 2018 - 9:00

Die Energieeinsparverordnung sieht ein dreistufiges Verfahren zur Kontrolle vor. Die erste Kontrollstufe erfolgt elektronisch durch das Deutsche Institut für Bautechnik. Sie umfasst nur die Plausibilität der Angaben. Für die weiteren Schritte sind Behörden auf Landesebene zuständig. Schritt zwei beinhaltet die Prüfung der Eingabe-Gebäudedaten und Überprüfung der im Energieausweis angegebenen Ergebnisse einschließlich der abgegebenen Modernisierungsempfehlungen. Schritt 3 sieht eine vollständige Prüfung der Eingabe-Gebäudedaten, die zur Ausstellung des Energieausweises verwendet wurden, eine Überprüfung der im Energieausweis angegebenen Ergebnisse einschließlich der abgegebenen Modernisierungsempfehlungen und eine Inaugenscheinnahme des Gebäudes vor.

Wie oft geprüft werden soll legt die EnEV nicht fest, gefordert wird lediglich unspezifisch die Überprüfung eines "statistisch signifikanten Prozensatzes". Das legen die Länder häufig so aus, dass es wenig Personal bindet und wenig kostet. Ändern könnte es möglicherweise der Bund, indem er einen konkreten zu prüfenden Prozentsatz vorschreibt. Selbst in Baden-Württemberg, einem Bundesland, dem die Analyse ein gutes Zeugnis ausstellt, sind die Zahlen gering. 2016 wurden dort knapp 53.000 Ausweise ausgestellt, geprüft wurden 300 in Stufe 2 und 50 in Prüfstufe 3.

So kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass die Kontrollverfahren bundesweit unzureichend sind - in manchen Ländern gibt es keine entsprechenden Kontrollstellen, in anderen mangelt es bereits an einer Durchführungsverordnung zur Energieeinsparverordnung (EnEV). Die fehle nach wie vor in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen, so die Arbeit. In Rheinland-Pfalz ist sogar die Kontrollstelle selbst erst im Aufbau.

Außerdem bewertet die Arbeit die Aussagekraft vor allem von Verbrauchsausweisen häufig als zu niedrig. Das unterstreicht die Position des GIH: "Aus unserer Sicht gehören Verbrauchsausweise ganz aus dem Verkehr gezogen. Im Idealfall sollte im Gebäudeenergiegesetz auf Bedarfsausweisen bestanden werden, die zudem einen verpflichtenden Besuch vor Ort durch einen Energieberater voraussetzen", so der GIH-Bundesvorsitzende Jürgen Leppig. Nur so könnten der Status Quo erfasst und Modernisierungsmaßnahmen vorgeschlagen werden.

Verbrauchsausweise erstellen Bauherren in der Regel online selbst über Online-Portale. Ob die Bauherren die Fragen richtig verstehen und beantworten ist ihnen selbst überlassen. Es gibt wenig Unterstützung beim Ausfüllen der Formulare. Da keine Kontrollen erfolgen, bleiben Fehler oder absichtliche Falschangaben meist folgenlos.

Auch Experten aus den Landesenergieagenturen sehen den Vollzug als kritisches Thema. Dazu trägt auch die derzeitige Baukonjunktur bei. Die Baubehörden sind ohnehin am Limit mit ihren Kapazitäten, finden nicht genügend Personal und können die Aufgabe der EnEV-Kontrolle kaum stemmen. "Hier muss unbedingt etwas getan werden. Es geht nicht an, dass die EnEV-Kontrollstelle in Mecklenburg-Vorpommern nur mit einer fünftel Personalstelle ausgestattet ist", so Leppig weiter.

Eine weitere Forderung des Verbands ist, dass bei Beantragung einer Baugenehmigung über die Bauvorlagenverordnung bundesweit sichergestellt wird, dass für das fragliche Gebäude ein sachlich korrekter Energieausweis besteht.

Die Bachelorarbeit zeigt auch auf, dass kein Bundesland offizielle Zahlen der Kontrollen von Energieausweisen und Inspektionsberichten über Klimaanlagen veröffentlicht. Nur teilweise haben sie im Rahmen der Bachlor-Arbeit Auskunft erteilt. Teilweise wüssten Hausbesitzer und Unternehmen auch immer noch zu wenig über ihre Anforderungen, so der Mitarbeiter einer Beratungsstelle. Dazu komme, dass sie sich nicht überwacht fühlen und sie in der Regel niemand auf Verstöße hinweise. Der GIH schlägt vor, bei der Neuausstellung von Energieausweisen, die nach zehn Jahren erfolgen muss, auch eine Beratung etwa zu einem Sanierungsfahrplan verpflichtend zu machen. Das können wirksame Anstöße für Sanierung geben. von Pia Grund-Ludwig

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Markt für Glas im Nichtwohnbau wächst 2018 um 2,8 Prozent

27. September 2018 - 7:35

Großbritannien war bis zum vergangenen Jahr der größte Markt für Glas in Fenstern und Fassaden im Nicht-Wohnbau, wurde aber durch die Folgen des Brexits 2017 von Deutschland als Nummer Eins abgelöst. Großbritannien musste als einziger großer europäischer Markt 2017 einen Absatzrückgang von 3,5 Prozent hinnehmen. Auf der anderen Seite stieg in Deutschland der Absatz um 4,9 Prozent, vor allem aufgrund des Aufschwungs des Nicht-Wohnbaus, der sich aufgrund der guten Konjunktur und der noch immer niedrigen Zinsen stark entwickelt hat.

Polen ist der Markt, der zwischen 2015 und 2021 das stärkste Wachstum aufweisen wird. Das durchschnittliche Wachstum pro Jahr liegt während dieser Zeitperiode bei 5,7 Prozent. Spaniens Durchschnittswachstum beträgt 5,5 Prozent. Die nordischen Länder kommen auf 3,7 Prozent, Frankreich auf 4,0 und Italien auf 3,1Prozent.

Die Weiterentwicklung am Glassektor, die große Verbesserungen im Vergleich zu den alten Produkten mit sich bringt, sorgt für starke zusätzliche Nachfrage. "Verstärkt wird der Absatz auch dadurch, dass die neueren, High-Tec-Glastechnologien mit 2-fach und 3-fach-Verglasung einfaches Glas ersetzen und damit auch die zwei- bzw. dreifache Menge an Glas verarbeiten", erklärt Ernst Rumpeltes, Autor der Studie.

Wärmeschutzglas ist mit 81,1 Prozent Marktanteil noch immer die klare Nummer Eins unter den Glastypen, jedoch sinkt der Anteil aufgrund der immer größer werdenden Popularität von Kombinationsglas. Der größte Anwendungsbereich sind Fenster mit einem Anteil von 37,4 Proeznt vor Vorhangfassaden mit 29,9 Prozent. Vorhangfassaden werden auf Kosten von Fenstern in Zukunft stärker an Marktanteilen gewinnen. Der Markt für Fenster- und Fassadenglas ist sehr kompetitiv. Der Markt wird grundsätzlich zwischen einigen wenigen Top-Unternehmen aufgeteilt wie AGC, Saint Gobin, Guardian, Pilkington und Euroglass. Quelle: Interconnection Consulting / pgl

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Thermographie macht nur bei guter Auswertung Sinn

26. September 2018 - 7:57

"Entdecken Sie die Sparpotenziale Ihres Hauses!" So und ähnlich werben jetzt im Herbst wieder Firmen. Sie offerieren billige Thermografieaufnahmen und erhoffen sich damit Aufträge für die Fassadensanierung, warnt der VPB.

In der Tat können Thermografieaufnahmen Energielecks am Haus gut sichtbar machen und die richtige Planung der energetischen Sanierung erleichtern – allerdings nicht Aufnahmen für hundert Euro, wie es zahlreiche Hauswurfsendungen suggerieren. Eine fachlich korrekte Thermografie kostet Zeit und damit Geld. Mit mehreren hundert Euro müssen Hausbesitzer dabei rechnen.

Die Thermografie-Untersuchung besteht nämlich nicht nur aus vier Hausansichten, sondern wird je nach Gebäude individuell geplant. Je komplexer die Hausform, umso sorgfältiger muss der Thermograf das Gebäude aufnehmen, um sich ein Bild vom gesamten Objekt und damit auch von allen möglichen Wärmebrücken zu machen. Dazu gehören auch zwingend Thermografien von innen.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal für seriöse Thermografie-Angebote ist die Beratung, erläutert der VPB. Eine Thermografie nutzt dem Hausbesitzer wenig, wenn er nur vier Farbausdrucke und keine fachliche Erklärung dazu bekommt. Der Hinweis "Ihr Haus muss gedämmt werden!" reicht nicht aus. Solche Angebote kommen meist von Fassadenbaufirmen, die Dämmstoffe verkaufen wollen. Ein seriöser Thermograf erläutert die Ergebnisse seiner Thermografie schriftlich und mündlich - und er überlässt die Konsequenzen aus der Untersuchung immer dem qualifizierten Energieberater. Quelle: VPB / pgl

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3000 Wohnungen erhalten Smart-Home-System MiA

26. September 2018 - 7:24

Ab Herbst 2018 werden Berliner Mieter aus dem Krankenhausviertel in Pankow und den beiden UNESCO-Welterbesiedlungen Wohnstadt Carl Legien und Weiße Stadt ihre Heizung mit einem Tablet zentral steuern können. Die Bewohner können damit ihre Heizung über ein einfach zu bedienendes Touchdisplay oder von unterwegs per App steuern. In der Menüführung soll es zukünftig auch eine Funktion geben, mit der sich das System mit anderen smarten Geräten verbinden lässt. Diese Erweiterung wird dann durch ein Update möglich, erklärt die Pressesprecherin des Unternehmens gegenüber EnBauSa.de. Angedacht sind Spracheingabe und Lichtsteuerung.

Die Deutsche Wohnen hat bereits Erfahrungen Smart-Home-Anwendungen und setzt das schlüssellose Zugangssystem KIWI ein. Seit 2017 werden sukzessive alle Hauseingangstüren im Bestand der Deutsche Wohnen damit ausgestattet. Ziel sei es, die Effizienz im Bestandsmanagement zu erhöhen und den Mieterkomfort zu verbessern, so das Unternehmen. Das verspreche man sich auch von dem Smart-Hom-System MiA. An KIWI ist das Unternehmen auch finanziell beteiligt. Außerdem testen derzeit Studentinnen des Master-Studiengangs Online-Kommunikation im Rahmen des Projekts B-Colab ein Smart-Home-System im Alltag. Das Wohnungsunternehmen beteiligt sich daran.

Die Deutsche Wohnen hat 161.468 Wohneinheiten und 2.474 Gewerbeeinheiten in ihrem Betand. pgl

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"Digitale Techniken sollen ins Gebäudeenergiegesetz"

25. September 2018 - 7:54

Die Technik gebe Nutzern mehr Einfluss auf ihren Energieverbrauch und mache sie zu aktiven Teilnehmern der Energiewende, heißt es im Papier, das die beteiligten Unternehmen in Berlin vorgestellt haben.

Laut Manfred Riedel, Gründer und Geschäftsführer der Dr. Riedel Automatisierungstechnik GmbH und Mitglied von Connected Living, seien aktuell jedoch nicht einmal 1 Prozent der rund 19 Millionen Wohngebäude in Deutschland erschlossen. Bei Neubauprojekten und Quartierssanierungen fände Smart-Building-Technik zwar schon Anwendung, um die Energiewende im Gebäudesektor zu beschleunigen, müsse jedoch auch die digitale Infrastruktur in Bestandsgebäuden ausgebaut werden.

Für die flächendeckende Umsetzung solcher Systeme in Deutschland sei die Schaffung von gesetzgeberischen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. Als eine mögliche politische Unterstützungsmaßnahme sieht das Innovationszentrum die Aufnahme digitaler Techniken in das geplante Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches die energetischen Anforderungen an Gebäude vereinheitlicht und einen Standard für Niedrigstenergiegebäude setzt.

Die Gewährung eines Energiebonus für die Umsetzung von digitalen Systemen in Gebäuden könne zu mehr Nutzerakzeptanz gegenüber Smart-Building-Techniken und so zu einer erhöhten Verbreitung führen. Auch die umlagefähige Aufnahme digitalisierter Systeme in die Betriebskostenverordnung wird im Positionspapier als mögliche politische Maßnahme aufgeführt. Hauptziel sei es dabei, das "Investor-Nutzer-Dilemma", bei dem der Gebäudeeigentümer alleiniger Träger der Umsetzungskosten für Smart-Building-Lösungen ist und der Nutzer ohne Kostenbeteiligung von den Energieeinsparpotenzialen profitiert, zu vermeiden.

Durch die Erfassung digitaler Techniken in der Betriebskostenverordnung könne hingegen die Finanzierung der Lösungen erfolgen, ohne den Eigentümer oder Mieter finanziell zu belasten, da sich die zusätzlichen Kosten für Smart-Building-Techniken durch geringere Heizkosten für die Bewohner ausgleichen würden, so Oliver Weinmann, Vorstandsmitglied von Connected Living und Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH.

Darüber hinaus sieht das Innovationszentrum die Einführung einer staatlichen Investitionszulage für digitale Lösungen als eine wirksame politische Maßnahme, die insbesondere bei Gebäudeeigentürmern die Bereitschaft für den Einsatz derartiger Systeme erhöhen könne und sowohl für den Selbstnutzer (Mieter) als auch den Wohnungseigentümer eine gerechte Lösung böte. Quelle: Connected Living / pgl

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Regierung will nun doch eine Gebäude-Kommission

25. September 2018 - 7:10

Die Gebäude-Kommission soll rund 20 Mitglieder umfassen. Sie werden laut Heidrich aus Wissenschaft und Gesellschaft, Immobilienwirtschaft und Industrie kommen. Die Kommission solle im Oktober oder November erstmals tagen, so der Beamte.

Bisher hatte sich das federführende Innen- und Bauministerium nicht festgelegt, ob es überhaupt eine Gebäude-Kommission geben wird. Ein Sprecher hatte mehrfach auf die noch andauernde Ressortabstimmung mit dem Wirtschaftsministerium verwiesen. Dem Vernehmen nach war das Wirtschaftsministerium bisher gegen die Kommission. Seinen Widerstand hat es nun offenbar aufgegeben.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass "zeitlich parallel" zur Kohle-Kommission im Gebäudebereich ähnlich vorgegangen werden soll, ohne sich explizit auf eine Kommission festzulegen. Ziel war auf jeden Fall der Beschluss eines Aktionsprogramms, das die Klimaschutzlücke bis 2020 im Gebäudebereich schließt und Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaziele bis 2030 erarbeitet. Auf dieser Grundlage will die Koalition 2019 ein Gesetz verabschieden.

"Wir haben ein Umsetzungsproblem"

Befürchtet wird in der Branche nun, dass der Teilnehmerkreis der Gebäude-Kommission ähnlich begrenzt sein wird, wie der beim Wohngipfel am vergangenen Freitag. Darüber hinaus sind die Erwartungen an die Gebäude-Kommission gering. Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbandes Energieeffiziente Gebäudehülle, sieht sie als weitere "Warteschleife" und zusammen mit Gremien wie dem Aktionsbündnis Klimaschutz als "relativ große Blase". Grundsätzlich brauche man keine neue Kommission, sondern endlich Umsetzung. "Welche zusätzlichen Maßnahmen sollen da kommen, wenn man schon die steuerliche Förderung nicht hinkriegt?", fragte Hinrichs.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD beschlossen, dass sie die energetische Gebäudesanierung fördern "wollen" - es gibt also keine Garantie für die Umsetzung. Ohnehin ist im Koalitionsvertrag zu wenig Geld für den Gebäudebereich vorgesehen. Zwei Milliarden Euro für das Baukindergeld, eine Sonderabschreibung für den Wohnungsbau und für die Steuerförderung der energetischen Sanierung reichen hinten und vorne nicht. Eine Einstellung der erforderlichen Mittel in den Haushalt für 2019 scheitert aktuell am Finanzminister, heißt es. Das größte Problem dabei: Eine Verschiebung der Steuerförderung führe seit vielen Jahren zu Attentismus im Bereich Gebäudesanierung, meinen Fachleute.

Zur geplanten Gebäude-Kommission sagte Christian Noll, Vorstand der Unternehmensinitiative Energieeffizienz: "Das muss ein konsequent lösungsorientierter Dialog werden. Das ewige Lamento in Sachen Gebäudeenergiewende muss endlich aufgelöst werden und die Politik vom Reden ins Handeln kommen", sagte er. Die Effizienzbranche stehe bereit. Wesentlich sei nun der politische Wille.

Das Klimaschutzgesetz, auf das alle drei Kommissionen hinarbeiten, muss schon vor Ostern ins Kabinett kommen, um bis Ende 2019 verabschiedet werden zu können, informierte der Leiter der Unterabteilung Klimaschutzpolitik im Umweltministerium, Berthold Goeke. Sein Ministerium werde "den Druck im Kessel aufrecht erhalten", dass die Kommissionen ihre Ergebnisse rechtzeitig abliefern.

Noch kein Termin für Gebäudeenergiegesetz

Zum geplanten Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist derweil noch immer keine Beratung im Kabinett angesetzt. Ursprünglich hieß es, das GEG werde dort im September behandelt. Nun enthält auch die Kabinettsplanung für Oktober bisher keinen Hinweis darauf. Das GEG soll das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, das Energieeinsparungsgesetz und die Energieeinsparverordnung zu einem konsistenten Gesetz vereinen. Ein erster Anlauf war Ende der vergangenen Legislaturperiode gescheitert.

Mehrere Verbände der Gebäudebranche appellierten anlässlich des Wohngipfels an die Bundesregierung, dass das GEG, wie im Koalitionsvertrag formuliert, am Prinzip "efficiency first" ausgerichtet werden müsse. Dazu noch einmal Christian Noll: "Energieeffizienz senkt die Heizkosten, entlastet die Bürger damit dauerhaft und ist somit ein Schlüssel für bezahlbares Wohnen. Und nicht nur das: Wenn die Bundesregierung beim Bauen und Sanieren die Energieeffizienz nicht endlich voranbringt, sind sämtliche Energie- und Klimaziele 2030 Makulatur." Energieeffizienz habe aber in der aktuellen Diskussion um die Wohnungsbaupolitik im Bauministerium nur geringen Stellenwert, meinen die Verbände. Sie befürchten, dass die energetischen Standards im Neubau im GEG weiter vernachlässigt werden. von Susanne Ehlerding / pgl

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Gunther Adler bleibt Baustaatsminister

24. September 2018 - 10:26

Mitte vergangener Woche verkündeten die Spitzen der Großen Koalition, dass Baustaatssekretär Gunther Adler frühzeitig in den Ruhestand soll. Nun gab es nach harschen Protesten eine Kehrtwende.

Der drohende Abgang Adlers galt als Niederlage der SPD, aber auch als mangelnde Wertschätzung für das Thema Bauen im Seehofer-Ministerium. Bevor Adler sich mit dem einstweiligen Ruhestand anfreunden konnte, wurde er zurück auf seinen Posten beordert.

 

Die Zuständigkeit für Bauen und Wohnen ist erst seit dieser Legislaturperiode beim Innenministerium angesiedelt. Ein eigenes Bauministerium gibt es schon seit geraumer Zeit nicht mehr, die Verantwortung wurde mehrfach im Postenschacher von Ressort zu Ressort verschoben. Vor Innenminister Horst Seehofer lag sie bei der damaligen Umweltministerin Barbara Hendricks, davor bei Verkehrsminister Peter Ramsauer. pgl

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"Wohnraumgipfel klammert Energieeffizienz aus"

24. September 2018 - 7:15

Die einseitige Besetzung der Gipfelteilnehmer spreche dafür, dass die Energieeffizienz in der aktuellen Diskussion um die Wohnungsbaupolitik im Ministerium nur geringen Stellenwert hat. Die Verbände appellieren, dass das Gebäudeenergiegesetz (GEG), wie im Koalitionsvertrag formuliert, am Prinzip "efficiency first" ausgerichtet werden müsse.

Im Fokus des Wohngipfels standen die Wohnraumoffensive und die Sicherstellung von bezahlbarem Wohnraum stehen. Geplant ist der Neubau von 1,5 Millionen Wohnungen. Die Verbände betonen, dass bei der Schaffung von Wohnraum zukunftssicher gebaut werden muss. Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH kritisiert: "Es ist zu befürchten, dass Herr Seehofer auf Kosten einer nachhaltigen Wohnungspolitik Wahlkampf betreibt - das ist zu kurz gedacht und fällt letztendlich wieder denjenigen auf die Füße, die aus Kostengründen in nicht ausreichend energetisch ertüchtigten Wohnungen leben, dafür aber perspektivisch viel Geld für Heizkosten einplanen müssen." Doch stattdessen heißt es im aktuellen Entwurf des Mietrechtsanpassungsgesetzes, dass eine geringere energetische Sanierungsquote im Namen der Sozialverträglichkeit "hinzunehmen" sei.

Klimaschutz- und Mieterschutz dürfen jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dazu Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deneff: "Energieeffizienz senkt die Heizkosten, entlastet die Bürger damit dauerhaft und ist somit ein Schlüssel für bezahlbares Wohnen. Und nicht nur das: wenn die Bundesregierung beim Bauen und Sanieren die Energieeffizienz nicht endlich voranbringt, sind sämtliche Energie- und Klimaziele 2030 Makulatur. Deshalb müssen lange versprochene Maßnahmen wie die Steuerförderung für Eigenheimsanierer endlich kommen." Nur auf den Neubau zu schauen sei nicht zielführend. "Um 1,5 Millionen Wohnungen zu schaffen, und dabei gleichzeitig die Klimaschutzziele der Bundesregierung im Blick zu behalten, ist das Augenmerk auf die Sanierung des Bestands und die Nachverdichtung zu richten. Derzeit ist die Sanierung von Bestandsgebäuden die größte Baustelle", ergänzt Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG. Der Gebäudesektor ist entscheidend, um die nationalen und internationalen Klimaschutzvereinbarungen zu erfüllen.

35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der Treibhausgasemissionen fallen im Gebäudebereich an. Bis 2050 muss der Gebäudesektor weitestgehend klimaneutral sein. Um diese Ziele zu erreichen, dürfen die geltenden Standards aus der Energieeinsparverordnung im Gebäudeenergiegesetz auf keinen Fall aufgeweicht werden.

In der Kritik stehen vor allem die verantwortlichen Minister Horst Seehofer, Peter Altmaier und Olaf Scholz. Die steuerliche Absetzbarkeit energetischer Sanierung ist trotz Vereinbarung im Koalitionsvertrag erneut gescheitert. Darüber hinaus wurde beschlossen, die aktuellen Effizienzanforderungen an Gebäude nicht weiter anzuheben. Auch in der EU tritt Deutschland als Bremser auf, zuletzt bei den Verhandlungen zur Energieeffizienzrichtlinie, der Erneuerbare-Energien-Richtlinie und der Governance-Verordnung.

Die Verbände befürchten daher, dass die energetischen Standards im Neubau im neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) weiter vernachlässigt und möglicherweise sogar aufgeweicht werden. Als fadenscheinigen Grund führen daran interessierte Kreise an, dass Energieeffizienzanforderungen die größten Kostentreiber im Wohnungsbau seien. Studien zeigten jedoch, dass nur ein kleiner Anteil der Gestehungskosten auf Energieeffizienzanforderungen fallen. Ausschlaggebend seien viel mehr die stark gestiegenen Grundstückspreise sowie die Planungskosten.

Dazu Martin Sabel, Geschäftsführer des BWP: "Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit von Wohnraum sind kein Widerspruch, sondern gehen Hand in Hand. Wir dürfen die energetischen Standards nicht aufweichen und heute die Sanierungsfälle von morgen bauen." Werden im Gebäudesektor nicht die in der EU vereinbarten CO2-Emissionen eingespart, wird der Kauf von Emissionsrechten teuer. Eine aktuelle Studie der Denkfabrik Agora Energiewende beziffert die Kosten auf 30 bis 60 Milliarden Euro bis 2030.

Die Verbände fordern, dass in der angekündigten Gebäudekommission alle beteiligten Akteure am Tisch sitzen und Klimaschutz und Energieeinsparziele im Blick behalten werden. Quelle: BWP / pgl

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Architekten sehen Trend zu Öko-Dämmstoffen

24. September 2018 - 7:09

Laut einer Untersuchung unter 1.600 europäischen Planern dürfte die Verwendung von Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen in sieben von acht Ländern zunehmen. Günstig sind hierzulande auch die Zukunftschancen für den Marktplatzhirsch Mineralwolle. Andere Dämm-Materialien werden laut Prognose der Architekten einen deutlich schwereren Stand haben.

Den Dämmstoffen wird in Deutschland und den meisten Ländern starkes Wachstum zugetraut – was sicher mit dem Trend zum nachhaltigen Bauen zusammenhängt, das von den Architekten in derselben Studie ebenfalls als starke Entwicklung hervorgehoben wurde. Auch Mineralwolle gilt in Deutschland und den meisten Ländern als Dämmstoff mit Zukunft – das hängt sicher auch mit der Marktpostition der großen Mineralwolle-Hersteller in Europa zusammen.

PUR/PIR-Systeme stehen dagegen etwas schwächer da – in Deutschland rechnen die Planer sogar mit einem leichten Nachfragerückgang. Dem Dämmen mit EPS/XPs wird in den meisten Ländern von den befragten Architekten aktuell kein starkes Wachstumspotenzial attestiert – trotz der verhältnismäßig langen Lebensdauer einer polystyrolbasierten Dämmung. Ausnahmen bilden hier aber Polen und die Niederlande, wo diese Materialien nach wie vor populär sind. Quelle: Bauinfoconsult / pgl

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Versicherer sehen Sicherheitsmängel bei Smart Homes

23. September 2018 - 8:47

Unter einer Smart-Home-Anwendung versteht der Verband alles, was intelligente Geräte vernetzt und durch eine zentrale Steuereinheit verbunden wird. Das Ziel der Systeme ist es, auf Ereignisse so reagieren zu können, wie dies bei einzelnen Geräten nicht möglich ist und beispielsweise Temperatur, Licht, Zugangssysteme oder Brandschutz zu kombinieren. Häufig gehe es darum, sich das Leben einfacher zu machen, aber auch Energiesparen spiele eine Rolle, so der Verband.

Für die Versicherer ist es ein Problem, dass die Akteure nicht aus dem klassischen Feld der Anbieter von Sicherheitssystemen kommen, sondern aus dem Umfeld des Internet of Things. "Diese Unternehmen sind gut darin, Produkte zu entwickeln, die trendy sind, aber ihre Stärken liegen nicht im Bereich der Sicherheit", bemängelt der Verband. In Deutschland hat der Elektrotechnikverband VDE bereits auf dieses Manko reagiert und ein Zertifikat für sicherheitsgeprüfte Smart Homes entwickelt. Es wurde Ende 2017 auf der IFA vorgestellt.

Insgesamt sehen die Versicherer aber noch Handlungsbedarf beim Schutz von Privatheit im Smart-Home-Umfeld. Ein Problem sehen sie auch bei fehlenden Standards bis hin zur Einbeziehung von Netzwerkstandards für kurze Reichweiten wie Bluetooth. Für sicherheitskritisch halten sie insbesondere die Ein-Faktor-Identifikation, den einfachen Zugriff auf Bewegtbilder durch das Hacken eines Wifi-Netzes, die fehlenden Limits bei Fehlversuchen bei der Passworteingabe, fehlende Verschlüsselung und unsichere Mobilschnittstellen.

Vor allem das Versprechen, aus der Ferne die Sicherheit des Hauses zu überwachen sei eine Illusion, wenn dies nicht nur für den Besitzer, sondern auch für Kriminelle möglich sei. Doch nicht nur die Sicherheitssysteme selbst böten potentiellen Einbrechern Hinweise. Auch der Zugriff auf Thermostate, die eine Absenkung der Temperaturen anzeigen, könne ein Hinweis darauf sein, dass die Bewohner eines Hauses in Urlaub sind. Dazu komme, dass vielen Benutzern die Konfiguration der Anlagen mit neuen Passwörtern zu aufwändig sein. Das erleichtere Angriffe. Der Versicherungsverband empfiehlt deshalb, die Systeme von Fachfirmen installieren zu lassen. pgl

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19 Klimaschutzkommunen erhalten Auszeichnung

21. September 2018 - 8:12

Mit der "Masterplan-Richtlinie" fördert das Bundesumweltministerium seit 2012 Klimaschutz in Kommunen. Die sogenannten "Masterplankommunen" wollen bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber 1990 senken und den Endenergieverbrauch im gleichen Zeitraum halbieren. Ganz konkret geschieht dies zum Beispiel über die Umstellung der kommunalen Energieversorgung, klimafreundliche Konzepte für den öffentlichen Nahverkehr oder die Einführung einer klimaneutralen Stadtverwaltung.

Ausgezeichnet wurden Stadt Neumarkt i.d.OPf., Stadt Bensheim, Landkreis Osnabrück, Kreis Steinfurt, Stadt Frankfurt am Main, Stadt Kempten (Allgäu), Stadt Herten, Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, Region Hannover, Landeshauptstadt Hannover, Stadt Göttingen, Stadt Rheine, Hansestadt Rostock, Gemeinde Burbach, Stadt Heidelberg, Stadt Osnabrück, Stadt Flensburg, Kommunaler Zusammenschluss St. Ingbert und der Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Die erste Runde der Förderung der "Masterplankommunen" läuft dieses Jahr aus. Bürgermeister, Landräte und Vertreter von Kommunen tauschen sich aus diesem Anlass im Bundesumweltministerium zu den Lösungen und Erfolgen im kommunalen Klimaschutz aus. Die Kommunen und das BMU wollen weiter im Dialog bleiben. Im Jahr 2016 haben sich zudem weitere 22 Kommunen für eine Förderung qualifiziert, die noch bis Mitte 2020 läuft. Quelle: BMU / pgl

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Baustoffhändler müssen auf korrekte Deklaration achten

21. September 2018 - 7:59

Es gibt unterschiedliche Dämmstoffe für grundverschiedene Anwendungen. Oft aber werde alles in einen Topf geworfen, so Buddendick. Auch wisse der Anwender oft nicht mehr, welche Angaben für was stehen. Das wird im Fall der Dämmung einer lastabtragenden Gründungsplatte, also einer Bodenplatte, über die jedes Gebäude verfügt, besonders deutlich.

Welche Materialkennwerte können als Berechnungsbasis für die Statik, für Ausschreibung, Vergabe und vom Baustoffhandel tatsächlich herangezogen werden, ohne teure Gewährleistungsansprüche zu riskieren? Dämmplatten aus Extruderschaum dürfen bis zu sieben Meter Wassertiefe in langanhaltendem oder ständig drückendem Wasser (Grundwasser) eingebaut werden.

Baurechtlich sind die Verfahren klar geregelt. Eine zulässige Dämmung einer gebäudetragenden Gründungsplatte im drückenden Wasser muss über eine Bauartgenehmigung vom DIBt verfügen. Wolfgang Albrecht, Leiter der Abteilung Zertifizierung im Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. (FIW), München kommentiert: "Neben den Normwerten für verschiedene Bauanwendungen, zum Beispiel bei der Kellerwanddämmung, besteht im Baurecht für den Hersteller die Möglichkeit, höhere Leistungswerte für spezielle Anwendungen zu deklarieren, zum Beispiel die Dämmung einer gebäudetragenden Gründungsplatte im drückenden Wasser." Dazu müsse der Hersteller umfangreiche Produkttests durchführen lassen. Erst danach bekomme er eine Bauartgenehmigung durch das Deutsche Institut für Bautechnik, Berlin (DIBt). Erst dann können Bauplaner und Prüfstatiker die erhöhten Werte für die Berechnung des Gebäudes heranziehen, so Albrecht weiter.

Grundsätzlich gilt, dass nur vom DIBt geprüfte und genehmigte XPS-Typen hierfür zulässig sind – darauf müssen alle Beteiligten achten.

Das DIBt dokumentiert Langzeitdruckfestigkeit durch eine Anwendungszulassung oder Bauartgenehmigung mit Angabe von "Bemessungswert der Dauerdruckspannung unter Gründungsplatten", dem fcd-Wert; oder auch "Langzeitdruckfestigkeit". Der Bemessungswert der Langzeitdruckfestigkeit fcd ist die Basis für Berechnungen der Statiker. Alle FPX-Mitglieder haben Produkte mit der entsprechenden Anerkennung im Angebot. Die fcd-Werte der FPX Mitglieder, die der Baustatiker verwenden darf, liegen zwischen 175-185 kPa. Der fcd Wert für die "Langzeitdruckfestigkeit" kann nicht mit dem CC-Wert für das "Langzeit-Kriechverhalten" verglichen werden.

Auch andere Hersteller haben Anerkennungsdokumente, liegen aber oftmals mit dem fcd Wert unter den Werten der FPX-Mitglieder. Da kann es vorkommen, dass der fcd -Wert der FPX Mitgliedermit dem CC-Wert (Compressive Creep) für das "Langzeit-Kriechverhalten" aus der Produktnorm verglichen wird. Da der CC-Wert vom Hersteller selbst deklariert werden kann, liegt er natürlich höher. Den fcd-Wert mit dem CC-Wert aus der eigen Produktnorm zu vergleichen kann jedoch folgenschwer sein. Denn nur der vom DIBt angegebene fcd Wert ist für den Statiker in Deutschland die Berechnungsbasis – nicht der vom Produzenten deklarierte CC- Wert.

Die Verwendung der richtigen Werte hat in Fragen der Statik eine besondere Bedeutung. Was damit an Gewährleistungsansprüchen geltend gemacht werden kann, wird oft unterschätzt. Für den Baustoffhandel bedeutet dies, dass nur Angaben aus den Anerkennungsdokumenten (Anwendungszulassung, Bauartgenehmigung), also mit fcd-Wert, vergleichbar sind. Quelle: Fachvereinigung Extruderschaum / pgl

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Nutzung von Quartiersstrom ist in der EU schwer

20. September 2018 - 7:39

Der Bericht unterscheidet drei Prosumenten-Konzepte und untersucht die jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen: Individueller Eigenverbrauch, gemeinsame Nutzung einer Photovoltaik-Anlage innerhalb eines Gebäudes und Solarstromversorgung auf Quartiersebene.

Individueller Eigenverbrauch - wenn also Anlagenbetreiber (Produzent) und Stromverbraucher (Konsument) identisch sind - ist demnach in allen untersuchten Ländern rechtlich möglich. Immerhin fünf der acht Länder erlauben die gemeinsame Nutzung einer Photovoltaik-Anlage innerhalb eines Gebäudes - in Belgien, Italien und Spanien ist sie explizit verboten. Die Solarstromversorgung auf Quartiersebene mit Nutzung des öffentlichen Stromnetzes ist bislang nur in zwei der untersuchten Länder - in Frankreich und den Niederlanden - rechtlich möglich und wirtschaftlich umsetzbar.

"Die Analyse bestehender Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern stellt eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit von PVP4Grid dar. Ziel des internationalen Projektes ist es, einen Beitrag zur Entwicklung verbesserter Prosumenten-Konzepte und für die Verbreitung verbrauchsnaher Solarstromnutzung zu leisten", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des projektkoordinierenden Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW).

Welches Potenzial die verschiedenen Prosumenten-Konzepte für die Photovoltaik (PV) entfalten können, hängt auch von den vorherrschenden Fördermechanismen ab. So spielt etwa bei älteren PV-Kleinanlagen, bei denen die Vergütung für den eingespeisten Solarstrom noch über dem aktuellen Strompreis für Endkunden liegt, individueller Eigenverbrauch nur eine untergeordnete Rolle.

Untersucht wurden die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Quelle: BSW / pgl

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KfW ändert Konditionen beim Bauen und Sanieren

19. September 2018 - 19:45

Die KfW verlängert zum 16. November 2018 die Frist, innerhalb derer Mittel aus der KfW-Förderung für das Bauen und Sanieren verwendet werden müssen, von sechs auf zwölf Monate. Die Frist für das Einreichen der Belege nach Verwendung wurde von 9 auf 15 Monate gestreckt. Die neuen Merkblätter gehen am 16. November online, im KfW-Partnerportal sind diese schon jetzt verfügbar.

Die Änderungen gelten für die Programme 153, Energieeffizient Bauen und sowie 151 und 152, Energieeffizient Sanieren. Für den Bau oder Kauf eines Niedrigenergiehauses, das den Standard eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 Plus erfüllt, gibt es im Programm KfW Effizienzhaus 153 einen Tilgungszuschuss und ein zinsgünstiges Darlehen.

Das KfW-Programm 151 ist für komplette Sanierungspakete gedacht. Förderfähig sind Wohngebäude, für die der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 1.2.2002 gestellt wurde. Alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierten Wohnraum kaufen, erhalten bis 100.000 Euro je Wohneinheit beim KfW-Effizienzhaus.

Neu gibt es bei der KfW außerdem das Baukindergeld. Anträge sind seit dem 18. September möglich. Das lohnt sich für Familien und Alleinerziehende mit Kindern, die ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Es gibt pro Kind einen Zuschuss von 1.200 Euro pro Jahr für zehn Jahre. Das Haushaltseinkommen darf bei maximal 90.000 Euro bei einem Kind plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind liegen. Der Antrag kann nach Einzug gestellt werden. pgl

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Bauexperte Adler muss Hans-Georg Maaßen weichen

19. September 2018 - 13:28

„Die Wohnungswirtschaft verliert mit Gunther Adler einen wichtigen und kompetenten Fachmann im Bereich des Wohnens und Bauens", monierte Axel Gedaschko, Chef des Verbands der Wohnungswirtschaft GdW.  Die Entscheidung sei nicht im geringsten nachvollziehbar, wird Gedaschko deutlich. Sie sei eine Hiobsbotschaft für die Branche und "ein Unding in einer Zeit, in der es darum geht, mit allen Kräften im Lande für deutlich mehr bezahlbares Bauen zu sorgen." 

Unklar ist, ob es einen Nachfolger für Adler (55) als Baustaatssekretär geben soll. "Wenn es ab sofort nicht einmal mehr einen eigenen Baustaatssekretär geben soll, sondern das Ressort einfach einem anderen Bereich innerhalb des Ministeriums zugeordnet wird, dann ist das ein fatales Zeichen für die Wahrnehmung der Zukunft des bezahlbaren Wohnens und Bauens durch Minister Seehofer."

Adler war Mitarbeiter von Hans-Jochen Vogel und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Ministerpräsidenten Johannes Rau. Von 2008 bis 2012 arbeitete er als Referatsleiter im damaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, danach bis 2014 Staatssekretär im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. 2014 bis 2018 war er beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, zuständig für die Bereiche Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung.

Die Zuständigkeit für Bauen und Wohnen ist erst seit dieser Legislaturperiode beim Innenministerium angesiedelt. Ein eigenes Bauministerium gibt es schon seit geraumer Zeit nicht mehr, die Verantwortung wurde mehrfach im Postenschacher von Ressort zu Ressort verschoben. Vor Innenminister Horst Seehofer lag sie bei der damaligen Umweltministerin Barbara Hendricks, davor bei Verkehrsminister Peter Ramsauer.

Der bislang einzige sichtbare Bauimpuls des neuen Amtsinhabers Seehofer war die Einführung des Baukindergelds. Zum energetischen Bauen und Sanieren oder einem Ankurbeln des Wohnungsneubaus war bislang wenig zu hören. Entsprechend gering sind die Erwartungen an den Wohnraumgipfel. pgl

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Innovative Markise sorgt für Schatten im Denkmalschutz

19. September 2018 - 7:50

Das Besondere an der Rundbogenmarkise: Sie hat ein ausgeklügeltes Seilführungssystem, von dem im eingefahrenen Zustand der Markise nichts zu sehen ist. Schmale Schienen umranden das Fenster, in ihnen laufen Gleitstücke mit Seilen parallel zur Markise - von außen nicht sichtbar.

Angefragt hatte das Kloster Tutzingen in München. Das denkmalgeschützte Gebäude hat jetzt die Markisen bekommen, bei denen im eingefahrenen Zustand keine Zugstrebe und kein Seil quer durch das Fenster verläuft. Aber weil da auch Hubertus Haking als Sondermarkisenhersteller zunächst nicht weiterhelfen konnte, er aber eine Idee hatte, für die er wissenschaftliche Expertise brauchte, wandte er sich an die Handwerkskammer Münster. Hans-Dieter Weniger stellte den Kontakt zu Professor Klaus Baalmann vom Fachbereich Maschinenbau der FH Münster her. "Für mich war das Thema vorher völlig fremd, aber die Idee der intelligenten Seilführung hat etwas. Sieht simpel aus, ist aber lange nicht so - das Anspruchsvolle ist verdeckt."

So starteten Baalmann und Haking mit der Kooperation, sammelten Ideen und entwickelten sie weiter, bauten Modell und Muster. 10.000 Mal fuhr die neue Muster-Markise hoch und runter. "Nur so lassen sich zum Beispiel Verschließteile beurteilen, deren Leistungsfähigkeit man vorher theoretisch mit Berechnungen nicht erfassen kann", erklärt Baalmann. Ebenfalls konnten sie so die Frage klären, wie stark Motor und Federn sein müssen, damit die Seile nicht durchhängen, nicht an Kraft verlieren, nicht aufreißen und gleichzeitig das Markisentuch stramm halten.

Auch bei der Bearbeitung der CE-Kennzeichnung hat Haking auf das Wissen von Baalmann zurückgegriffen, der bei diesem Schritt Studierende mit Abschlussarbeiten mit einbezog. "Wir haben uns zum Beispiel um Berechnungen zum Wärmedurchgang, zur Festigkeit oder zu Extrembelastungen bei hohen Windstärken gekümmert." Für die gelungene Zusammenarbeit und die entstandene Rundbogenmarkise haben Haking und Baalmann den Seifriz-Preis gewonnen, ein bundesweiter Transferpreis für besondere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Handwerksbetrieben. Die erfolgreiche Kooperation soll nun im Bereich der Terrassenüberdachung weitergehen. Quelle: FH Münster / pgl

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