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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 1 Minute 19 Sekunden

Eigenverbrauch wird Hauptmotiv bei Photovoltaik

21. November 2017 - 7:00

Zum zweiten Jahr in Folge hat das Marktforschungsunternehmen EuPD Research eine Studie zu Photovoltaik-Gewerbekunden erstellt. Im Rahmen des "Gewerbe-Monitors 2.0" wurden 311 Gewerbekunden, die mindestens eine PV-Anlage über 30 Kilowatt peak betreiben, in die Auswertung einbezogen. Sie wurden zu dem Kaufprozess, dem Nutzungsverhalten und der Inanspruchnahme von Speicherlösungen für Photovoltaik befragt. Ferner lag der Fokus der diesjährigen Untersuchung auf der Renditeerwartung.

Die aktuelle Erhebung zeigt, dass sich die Hauptmotive für den Kauf einer Photovoltaik-Anlage unter den erfassten Installationszeiträumen erheblich unterscheiden. Demzufolge geben knapp die Hälfte der Gewerbekunden, die ihre PV-Anlage vor 2011 installiert haben, Renditeerwartungen als Hauptmotiv an. Demgegenüber benannten gut 60 Prozent der Gewerbekunden, die ihre Anlage zwischen Mitte 2016 und 2017 installierten, Eigenverbrauch als Hauptgrund für die Installation.

Das Hauptmotiv für den Kauf einer PV-Anlage hat sich somit von Rendite- und Investitionsmotiven zum Eigenverbrauch verlagert. "Diese Entwicklung ist im Hinblick steigender Strompreise und gleichzeitig sinkender Investitionskosten für PV-Anlagen klar nachvollziehbar", sagt Martin Ammon, Leiter Energiewirtschaft bei EuPD Research. Quelle: EuPD Research / sue

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Bahnstadt hält, was sie verspricht

20. November 2017 - 20:10

Das Institut hat im Auftrag der Stadt Heidelberg mit einem Energie-Monitoring die Fernwärme- und Stromverbräuche für die Jahre 2014 und 2015 ausgewertet. Dass die Passivhäuser darüber hinaus auch lebenswert sind, hat eine parallel dazu durchgeführte Befragung der Bewohner ergeben. Die nicht repräsentative Umfrage ergab eine hohe Zufriedenheit mit dem Leben im Passivhaus, mit der Raumluftqualität und den Raumtemperaturen im Winter. Der neue Stadtteil Bahnstadt entsteht komplett in Passivhausbauweise. Er ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands und weltweit Vorbild im nachhaltigen und urbanen Bauen.

"Energetisch vorbildliches Stadtquartier"

Das Passivhaus Institut Darmstadt hattze die Ergebnisse in Kooperation mit der Stadt Heidelberg im März in der Bahnstadt vorgestellt. Für Fragen standen neben den Experten der beiden Institutionen Wolfgang Feist, Gründer und Leiter des Passivhaus Instituts, und Bürgermeister Wolfgang Erichson zur Verfügung. Feist resümierte: "Die Bemühungen, mit der Heidelberger Bahnstadt ein energetisch vorbildliches Stadtquartier zu schaffen, sind sehr erfolgreich."

Energie-Monitoring: Ergebnisse im Detail

Das Passivhaus Institut Darmstadt ist in Kooperation mit dem Energieeffizienz EU-Projekt "PAssREg" im Auftrag der Stadt Heidelberg mit dem Energie-Monitoring beauftragt. Untersucht wurden die Wärmeverbrauchs- und Stromdaten von acht Baufeldern mit insgesamt rund 1400 Wohneinheiten. Die Analyse zeigt, dass die Wohngebäude nur etwa ein Drittel der Fernwärme von vergleichbaren bestehenden Gebäuden verbrauchen. Die Wohngebäude mit insgesamt etwa 90.000 Quadratmetern haben im Untersuchungszeitraum im Gesamtdurchschnitt nur 54 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr an Fernwärme für alle Wärmeanwendungen (Heizung, Warmwasser, Verteil- und Speicherverluste) benötigt.

Der reine Heizwärmeverbrauch beträgt nur 15 bis 16 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. In Hinblick auf die Anforderungen an den Passivhausstandard ist das eine Punktlandung: Passivhäuser dürfen nur einen jährlichen Heizenergiebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter haben. Das entspricht rund 1,5 Liter Heizöl pro Jahr. Durch die Bauweise wird eine Reduzierung des Energiebedarfs um 50 bis 80 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch in bestehenden Wohngebäuden möglich.

Gleichzeitig wurde aber auch eine Streuung der Verbrauchswerte zwischen einzelnen Baufeldern festgestellt. Abweichungen der realen Verbräuche von berechneten Bedarfswerten sind unvermeidbar, und die Streuungen liegen im normalen Bereich. Auch die für Passivhäuser übliche Verteilung in rund ein Drittel Heizenergie, ein Drittel Warmwasserbedarf und ein Drittel Verluste zeigt sich bei den Bahnstadtprojekten. Die Auswertung der Stromverbrauchsdaten zeigt, dass die Gebäude in der Bahnstadt im Vergleich zu anderen Projekten sehr wenig Strom verbrauchen – selbst unter Einbeziehung der für Passivhäuser typischen Lüftungsgeräte. "Hier scheint das Stromsparkonzept der Bahnstadt Wirkung zu zeigen", heißt es in der Studie.

Bewohnerbefragung: Ergebnisse im Detail

Parallel zum Energie-Monitoring wurden im ersten Quartal des Jahres 2015 im Auftrag des städtischen Amts für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie im Rahmen einer Bachelorarbeit alle Haushalte in der Bahnstadt befragt – zu diesem Zeitpunkt waren es 1500. Die Rücklaufquote der Fragebogen-Aktion lag bei 16,3 Prozent (245 beantwortete Fragebögen). Die Umfrage ergab eine hohe Zufriedenheit mit dem Leben im Passivhaus, mit der Raumluftqualität und den Raumtemperaturen im Winter. Besonders zufrieden waren diejenigen Bewohner, die vorher über die Besonderheiten der Technik und über die Passivhausaspekte informiert wurden. Dieses Ergebnis zeigt die hohe Bedeutung guter Kauf- und Mietinformationen.

Geringer war die Zufriedenheit mit den Raumtemperaturen im Sommer. Zu diesem Ergebnis trugen die heißen Sommer der letzten Jahre bei, in denen in Heidelberg auch tropische Nächte auftraten. Sie ermöglichten keine wirksame Nachtauskühlung.

Ein weiterer Faktor sind die größeren Fensterflächen heutiger Neubauten – nicht nur bei Passivhäusern. Es ist davon auszugehen, dass auch gestiegene Komfort-Erwartungen durch klimatisierte Arbeitsplätze und Verkehrsmittel einen Einfluss haben. Die Bedienung der für Passivhäuser obligatorischen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung wird von den Befragten als eher einfach eingestuft. Der Nachhaltigkeitsgedanke wurde von vielen Bewohnern als wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für eine Wohnung im Passivhausstandard angegeben.

Hintergrund: Passivhaus-Stadtteil Bahnstadt

In der Bahnstadt wohnen derzeit rund 3400 Bewohner. 5500 Menschen sollen künftig dort leben, weitere 7000 dort arbeiten. Mit dem Beschluss der Umsetzung des Energiekonzepts Bahnstadt im Jahr 2007 hat der Gemeinderat den Themen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien einen ganz besonderen Stellenwert in der Stadtentwicklung eingeräumt. Dies ist in dieser Größenordnung einmalig. Dies zeigt sich immer wieder in vielen Anfragen für Führungen aus anderen Städten, sowohl bundesweit als auch international.

Die Vorgaben der "Energieeffizienzstandards Passivhaus" für alle Neubauten in der Bahnstadt sind in städtebaulichen Verträgen, Kaufverträgen und vorhabenbezogenen Bebauungsplänen fixiert. Neben den "harten" Auflagen werden die Investoren seitens des städtischen Umweltamts und der Klimaschutz- und EnergieeBeratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis beratend unterstützt.

Wohngebäude werden im Rahmen des Förderprogramms "Rationelle Energieverwendung" finanziell gefördert. Um den Erfolg der Bemühungen zur Energieeffizienz durch entsprechende Dämmmaßnahmen, Wärmebrückenreduzierung und den Einbau von Lüftungsanlagen zu überprüfen, wurde gemeinsam mit den Stadtwerken Heidelberg und dem Passivhaus Institut ein Konzept zum Energie-Monitoring konzipiert. Von Jörg Bleyhl

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Solarfolienlösung für leichte Dächer erprobt

20. November 2017 - 7:00

Knapp 400 Folien in drei verschiedenen Längen von zwei, vier und 5,7 Metern wurden auf zwei unterschiedlichen Dachflächen verlegt. "Das Ergebnis ist ein Beleg für die einfache und schnelle Montage der Solarfolien an einem Gebäude", teilt Heliatek mit.

Bei der Dachinstallation kam zum ersten Mal die einsatzfertige Folienlösung Heliasol zum Einsatz. Mit einer selbstklebenden Rückseite und vorkonfigurierter Verkabelung ausgestattet, wird Heliasol direkt auf die vorhandene Dachfläche aufgeklebt und muss nur noch angeschlossen werden. Die Installation erfolgte in Rekordzeit. Zieht man die Vorbereitungszeit ab, benötigte ein Team von sechs Personen nur acht Stunden, um 500 Quadratmeter Heliasol zu verlegen. Das bedeutet im Schnitt rund zwei Minuten pro Folie. Mit einer Leistung von ca. 22,5 Kilowatt peak sollen jährlich rund 23,8 Megatwattstunden generiert werden. Das entspricht einem jährlichen Strombedarf von fünf Haushalten und entspricht in etwa 15 Prozent des jährlichen Strombedarfes des Gymnasiums.

Mit Heliasol erweitert das Dresdner Unternehmen seine Produktsparte. Die gebäudeintegrierte organische Photovoltaik (BIOPV) steht bei Heliatek bereits seit einigen Jahren im Mittelpunkt. Heliasol bedient als quasi schlüsselfertige, eigenständige Solarproduktlösung den Retrofit-Markt von Dachflächen und Fassaden bestehender Industrie- und Gewerbebauten. Dabei eignet sich Heliasol für energetische Sanierungsprojekte, bei denen Restriktionen seitens Gewicht, Statik, Zugang, Isolierung, Garantie oder Durchdringung des Daches eine Rolle spielen. Die Installation in Frankreich dient als erster Schritt im Rahmen der Vorbereitung für den Markteintritt.

Heliatek sieht die aktuelle Marktentwicklung und den gestiegenen Bedarf, bestehende Gebäudeflächen in das Energiesystem eines Gebäudes mit einzubeziehen. "Leichte Dachkonstruktionen, die normalerweise keine PV-Technologie erlauben, können mit Heliasol jetzt grünen Strom produzieren. Diese Schule reduziert ihren CO2-Fußabdruck und leistet damit einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Energieproduktion. Dank unseres starken Partners und Investors Engie konnten wir dieses überaus spannende Projekt in Frankreich innerhalb kürzester Zeit realisieren", sagt Thibaud Le Séguillon, CEO von Heliatek.

"Der Gebäudesektor ist für mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauches verantwortlich. Neue und vor allem bestehende Bauten müssen zukünftig Ihren Energieverbrauch senken und die Energienutzung deutlich effizienter gestalten. Fassaden- und Dachflächen von Gebäuden, die bisher nicht für die Energiegewinnung in Frage kamen, können mit dieser Technologie dazu beitragen, einen Teil des Strombedarfes selbst abzudecken", sagt Isabelle Kocher, CEO von Engie.

Gebäudeintegrierte Photovoltaik - ob mit organischer oder siliziumbasierten Materialien - gilt als wichtiger Beitrag für ein erneuerbares Energiesystem der Zukunft. Quelle: Heliatek / sue

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Wissenschaftsakademien fordern Umdenken

20. November 2017 - 7:00

Nur durch einen klaren Kurswechsel zu mehr Sektorkopplung ließen sich die deutschen Klimaziele langfristig erreichen, stellt das Akademienprojekt ESYS fest. "Obwohl Windkraft und Photovoltaik in den vergangenen Jahren stark ausgebaut wurden, basiert die Energieversorgung in Deutschland noch zu etwa 80 Prozent auf fossilen Energieträgern", teilen die Forscher mit. Vor allem im Gebäude- und Verkehrssektor dominierten fossile Brennstoffe.

Basierend auf Expertendiskussionen, einem Vergleich relevanter Energieszenarien und eigenen Modellrechnungen haben die Wissenschaftler des Akademienprojekts Trends der künftigen Energieversorgung ermittelt und daraus Optionen für Deutschland abgeleitet. Die Stellungnahme zeigt: Strom aus regenerativen Quellen wird zum dominierenden Energieträger – auch im Verkehr und in der Wärmeversorgung.

"Technologien wie Elektroautos und Wärmepumpen, die Strom direkt und effizient nutzen, werden in Zukunft immer wichtiger. Wir müssen jetzt damit beginnen, sie stärker in den Markt zu bringen. Damit das System langfristig versorgungssicher bleibt, sollten sie durch Wasserstoff und synthetische Brenn- und Kraftstoffe ergänzt werden", sagt Hans-Martin Henning. Der Chef des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hat die ESYS-Arbeitsgruppe gemeinsam mit Acatech Präsidiumsmitglied Eberhard Umbach geleitet.

Durch neue Anwendungen im Wärme- und Verkehrssektor könnte sich der Stromverbrauch bis 2050 fast verdoppeln. Dadurch steigen die Anforderungen an das Energiesystem: Die Kapazitäten der Windkraft- und Photovoltaikanlagen müssten gegenüber heute auf ein Fünf- bis Siebenfaches anwachsen. Maßnahmen zur effizienten Nutzung von Energie können helfen, diesen Ausbau zu begrenzen und die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende zu sichern.

Thermische Speicher für Wärmenetze und Einzelgebäude seien wichtig, um die schwankende Stromeinspeisung aus Wind und Sonne im Stunden- oder Tagebereich abzufedern. "Sie bilden eine Schnittstelle zwischen Wärme- und Stromsektor", heißt es in der Analyse.

Im Gebäudesektor gebe es neben dem baulichen Wärmeschutz zur Reduzierung des Raumwärmebedarfs ein erhebliches Potenzial durch den Austausch alter Heizkessel, die eine wesentlich geringere Energieeffizienz aufwiesen als moderne Heizgeräte. "Da der Wärmebedarf im Gebäudebestand stark vom Baualter abhängt, kommt der Sanierungsrate von Bestandsgebäuden und der Aufrüstung auf aktuelle Energiestandards eine große Bedeutung zu", heißt es in der Analyse. Eine Auswertung verschiedener Szenarien komme zu dem Ergebnis, dass bis 2050 eine Reduktion des Raumwärme- und Warmwasserbedarfs um 40 bis 60 Prozent (gegenüber 2008) technisch machbar sei und volkswirtschaftlich sinnvoll sein könne.

Die ESYS-Fachleute schätzen, dass die Mehrkosten für die Energiewende im Mittel der kommenden drei Jahrzehnte zwischen 30 und 60 Milliarden Euro pro Jahr liegen werden – bei ungünstigen Bedingungen auch darüber. Das entspricht ein bis zwei Prozent des heutigen deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Durch klug gesetzte Rahmenbedingungen können unnötige Mehrkosten jedoch vermieden werden. "Wir brauchen einen einheitlichen, wirksamen CO2-Preis für alle Emissionen", erklärt Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und erschöpfbare Ressourcen und Mitglied der ESYS-Arbeitsgruppe. "Nur dann kann sich regenerativ erzeugter Strom auch am Markt gegen fossile Energieträger durchsetzen, und klimaschonende Technologien können sich etablieren."

Zur Sektorkopplung hat der Hersteller von Stromspeichern E3/DC eine Befragung bei EuPD Research in Auftrag gegeben. Demnach wird der Wechsel in der Wärmeversorgung von lediglich 16 Prozent der Hausbesitzer als schwierig umsetzbar betrachtet. Der Wert liegt damit weit unter dem Bereich Verkehr. Über die Hälfte der Befragten hält die Sektorkoppplung hier für schwierig. Quelle: ESYS / E3/DC / sue

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DGNB zieht positives Fazit der Klimakonferenz

19. November 2017 - 7:00

Städte und Regionen zeigen auf dem Gebiet des nachhaltigen Bauens viel Gestaltungswillen, hat die DGNB beobachtet. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass aus dem Wissen um den Handlungsdruck in puncto Klimaschutz noch viel zu selten eine praktische Umsetzung erfolge.

 „Es waren zwei intensive Wochen, die gezeigt haben, an welchen Stellschrauben es klemmt“, sagte Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Vieles von dem, was in den Köpfen angekommen ist, findet noch nicht den Weg in die Hände. Es gibt Leuchtturmprojekte, etwa im Bereich der Nullenergiegebäude, die zeigen, dass es geht. Doch auf dem Weg in die breite Planungs- und Baupraxis sowie im Hinblick auf die gesellschaftliche und damit politische Relevanz des Themas stehen wir noch am Anfang“, sagte Lemaitre.

 Bei der Weltklimakonferenz war die DGNB bei sechs Veranstaltungen aktiv eingebunden. Hierzu zählten u.a. das Building Action Symposium vom United Nations Environment Programme (UNEP) und der Global Alliance for Building and Construction (GABC) sowie ein eigenes Side Event im Deutschen Pavillon. Auch im Chinesischen Pavillon war die DGNB vertreten – als einziger nicht-chinesischer Mitorganisator bei der Veranstaltung „Entrepreneurship and Innovation in the Age of Emission Reduction“.

 „Gerade in Ländern wie China braucht es Vorreiter aus Politik und Wirtschaft, die sich klar zum Thema Klimaschutz bekennen und dieses federführend voranbringen“, sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB GmbH, der an dem Side Event im chinesischen Pavillon teilnahm. „Wir freuen uns, dass die Expertise der DGNB im Bereich des nachhaltigen Bauens bei führenden Vertretern des chinesischen Bau- und Immobiliensektors so gefragt ist und wir damit unseren Beitrag leisten können, auf globaler Ebene mehr zu bewegen in Sachen Nachhaltigkeit.“

Auch die Relevanz der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN für den Klimaschutz im Ganzen und den Bausektor im Speziellen wurde bei der COP23 deutlich, etwa beim Human Settlements Day, bei dem die DGNB ebenfalls beteiligt war. „Wichtig ist, die SDGs auf konkrete Handlungsfelder herunterzubrechen, damit sie nicht als leere Worthülsen auf der Metaebene verbleiben. Man muss dabei auch nicht immer das Rad neu erfinden, sondern sollte auf die Expertise und Tools zurückgreifen, die es schon gibt“, sagt Lemaitre.

Passend zur Klimakonferenz hat die DGNB in der neuesten Version ihres Zertifizierungssystems bei sämtlichen 37 Kriterien geprüft, welchen Beitrag sie zur Erfüllung der globalen Nachhaltigkeitsziele haben, und diesen für Bauherren damit ausweisbar gemacht.

Für die DGNB geht der Blick nun nach vorne, mindestens bis zur 24. Weltklimakonferenz, die im kommenden Jahr im polnischen Kattowitz stattfinden wird. „Entscheidend ist, was von den Gesprächen und Vorhaben der letzten zwei Wochen nun in tatsächliche Handlungen überführt wird“, so Lemaitre. „Die jüngst veröffentlichten Zahlen, nach denen der globale CO2-Ausstoß trotz aller Bemühungen 2017 weiter gestiegen ist, sollten Warnsignal genug sein. Abwarten und Pläneschmieden allein bringt uns beim Klimaschutz nicht weiter.“ Quelle: DGNB / sue

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Zolar sammelt Kapital ein

17. November 2017 - 7:00

"Wir haben ZOLAR mit dem Versprechen gegründet, den Kauf eines Solarsystems für jeden Eigenheimbesitzer so einfach und transparent wie möglich zu machen", sagt Alex Melzer, Gründer von Zolar. "Mit dem Kapital werden wir unsere Vision weiterverfolgen, jedes Haus mit einem dezentralen erneuerbaren Energiesystem auszustatten, um so die Menschen unabhängiger vom Stromnetz zu machen", fügt Gregor Loukidis, zweiter Gründer von Zolar, hinzu.

Derzeit erlebt der Solaranlagen-Markt für Eigenheime nach Beobachtung der beiden Unternehmer ein signifikantes Wachstum. Aufgrund der sinkenden Komponentenpreise für Solarmodule und Stromspeicher sei es für Eigenheimbesitzer mittlerweile günstiger, eigenen Strom zu produzieren, als ihn aus dem Netz zu beziehen. Zolar bietet Eigenheimbesitzern dabei einen Weg, Solar- und Batteriesysteme individuell zu konfigurieren, auszuwählen und online zu kaufen.

Auf der Unternehmens-Webseite können sich Eigenheimbesitzer für einen Online-Konfigurator registrieren, der automatisch die optimale Systemkonfiguration für das Haus zum Festpreis erstellt. Der Nutzer kann dann individuelle Anpassungen vornehmen und dabei aus einer Palette von Solarmodulherstellern wie LG, Solarwatt oder Trina sowie Stromspeichern von Mercedes-Benz, Varta oder LG Chem wählen, ohne Vorwissen zu benötigen. Zolar übernimmt im Anschluss die Installation durch eigene Solarexperten sowie ein deutschlandweites Netzwerk von Partnerbetrieben. Quelle: Zolar / sue

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Koalitionsvertrag setzt auf "Efficiency First"

17. November 2017 - 7:00

Mit einer Energieeffizienzstrategie unter dem Grundsatz "Efficiency First" will die große Koalition alle Verbrauchssektoren gemeinsam betrachten. "Wirtschaftliche Effizienzmaßnahmen haben dabei Vorrang vor dem Ausbau einer neuen Infrastruktur", beschreiben die beiden Regierungspartner ihre Position im Koalitionsvertrag.

"Energieeffizienz zuerst“ ist auch für die EU ein wichtiger Grundsatz, den sie im sogenannten Winterpaket mit insgesamt acht Richtlinien und Verordnungen formuliert hat. Das Konzept geht über die reine Energieeinsparung hinaus. "Es bedeutet, die Potenziale der Energieeffizienz bei allen politischen Entscheidungen und bei allen Investitionen in das Energiesystem mitzudenken", sagt Edith Bayer vom Regulatory Assistance Project, das die Energiemärkte in China, Indien, Europa und den USA beobachtet. Bisher sei "Energieeffizienz zuerst" im Winterpaket allerdings noch kein wirklich lebendiges Konzept.

Auch im niedersächsischen Koalitionsvertrag finden sich keine weiteren Erläuterungen dazu, wie "Energieeffizienz zuerst" umgesetzt werden soll. SPD und CDU wollen sich aber zusätzlich für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung einsetzen. Außerdem wollen sie dafür eintreten, dass die europäische Energieinfrastruktur modernisiert, erneuerbare Energien weiter gefördert und die Energieeffizienzrichtlinie umgesetzt wird. sue

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Wohnerei Kusel versorgt sich selbst mit Strom

16. November 2017 - 7:00

In Kusel, im Nordpfälzer Bergland, hat eine junge Genossenschaft die Wohnerei Kusel gebaut, ein Projekt für neun Parteien plus intensiv genutztem Gemeinschaftsraum. Planer ist Heiko Anken, Energieberater, studierter Bauingenieur und Baubiologe mit Abschluss beim Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit. Für ihn sind eine nachhaltige Konstruktion, wohngesunde Materialien und eine vorsorgliche Gestaltung der Elektrobiologie selbstverständlich. So hat er in Kusel eine soziale Planung mit autarker Energieversorgung und Grauwassernutzung umgesetzt. Die dabei verwendeten Materialien sind überwiegend baubiologisch.

Natürliche Baustoffe dominieren

"Wo möglich und finanziell vertretbar haben wir natürliche Baustoffe verwendet", betont der Planer. Zwischendecke und Dach des dreigeschossigen Holzrahmenbaus sind aus Brettsperrholz. Gedämmt sind die Außenwände mit eingeblasenen Holzfasern, die Bodenplatte mit Schaumglas. Der Beton der Platte ist nur mit einem Prozent Stahl armiert, um das natürliche Erdmagnetfeld möglichst wenig zu verändern. Das extensiv begrünte Dach ist aus Preisgründen mit Styropor gedämmt. Dabei weiß Anken was er tut: "Vom Raumklima tut es uns nicht weh und es ist recyclingfähig." Die Polystyrol-Dämmplatten sind auf das Dach nur aufgelegt, daher ist das Recycling leichter als bei einem Wärmedämmverbundsystem.

Dafür ist auch der Fahrstuhlschacht überwiegend aus Brettsperrholz. "Das ist nicht nur ökologischer, sondern auch günstiger, weil es einfacher zu erstellen ist", weiß Anken. Nur der erdberührende Teil ist aus Beton. Die Innenwände der Wohnungen sind mit Holzfaserplatten gedämmt. Für die Wohnungstrennwände musste allerdings künstliche Mineralfaser verwendet werden, weil es während der dreiwöchigen Rohbauzeit dauernd regnete. Innenwände und Decken sind mit weißer Lehmfarbe oder -streichputz gestrichen, die Bäder mit Sumpfkalk. Die Böden sind aus geöltem Massivholzparkett.

Elektrosmog wird durch abgeschirmte Leitungen reduziert, Auslagern der Haustechnik in den unterirdischen Anbau sowie durch eine konsequente Netzwerkverkabelung (Glasfaser-Highspeed-Internet). Mit viel Einsatz gelang es auch, sämtliche Überwachungs- und Fernzugriffsfunktionen (Heizung, Eigenstromversorgung, Stromzähler und Notrufanlage vom Aufzug) schnurgebunden auszuführen. "Es ist eine sehr angenehme Wohnatmosphäre", bestätigt Michael Hoffers, der mit zwei weiteren Familien als Kerngruppe alle Planungsprozesse intensiv begleitete. "Auch die Handwerker haben das gespürt."

Das Gebäude wölbt seine Fassade ganz leicht nach Süden zum abfallenden Hang. Die Wohnungen werden auf der Nordseite über Laubengänge zu den beiden Obergeschossen erschlossen. "Unser Konzept bei den Wohnungen war Reduzierung", erzählt der Hausherr. Bei allen Familien waren die erwachsenen Kinder schon aus dem Haus. "Wir haben uns hier von 240 auf 80 Quadratmeter reduziert", fügt er hinzu. Dafür gibt es einen großen Gemeinschaftsraum mit Balkon.

Das ökologische Konzept wird durch eine Regen- und Grauwassernutzung abgerundet. Die Regenwasserzisterne fasst 18 Kubikmeter. Grauwasser aus Dusche, Badewanne und Handwaschbecken wird aufbereitet und ein zweites Mal genutzt. Die Anlage für die Aufbereitung hat eine Kapazität von einem Kubikmeter. Innovativ war die gemeinsame Steuerung mit der Regenwasseranlage. Es dauerte einige Zeit, bis die Anlagen stabil und zu aller Zufriedenheit liefen.

Die Wohnerei nutzt seit Anfang 2016 komplett selbst erzeugten Strom und hat dafür eine Eigenstrom-GbR gegründet. Die Komponenten sind Solarzellen auf dem Dach, ein Stromspeicher sowie ein Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller. Seine Heizwärme wird in einem Pufferspeicher vorgehalten. Zur Spitzenlastabdeckung springt eine Gasbrennwerttherme ein. Der 22-Kilowattstunden-Stromspeicher wird vom BHKW und den Solarzellen versorgt. Dabei wird für die Grundlast zuerst der relativ günstige BHKW-Strom genutzt und dann der PV-Strom. Die Auswertung des vergangenen Jahres ergab eine reale Eigenstromversorgung von 99 Prozent. Diese gute Quote war allerdings nur möglich, weil im Winter 2016 kein Schnee lag.

PV nach Ost und West

Um den Solarstrom möglichst bedarfsgerecht zu produzieren, sind die Module auf dem fünf Grad nach Norden geneigten Flachdach je zur Hälfte nach Osten und Westen ausgerichtet. Das schmälert zwar die Ertragsmenge, maximiert allerdings die Ertragsdauer. Im Juli wird von morgens um sechs Uhr bis abends um zehn Uhr Strom gewonnen, im Winter entsprechend kürzer. Die Module stehen inmitten der Dachbegrünung. Wächst das Gras zu hoch, muss es zurückgeschnitten werden. Insgesamt gibt es nur minimale Leistungseinbußen, denn der Bewuchs und verdunstendes Wasser kühlen die Module und verbessern ihre Effizienz.

Das BHKW hat eine elektrische Leistung von bis zu drei Kilowatt – die Grundlast im Winter – und liefert acht Kilowatt Wärme. Es wird momentan gänzlich mit Biogas betrieben. Da dieses jedoch sehr teuer geworden ist, will die Eigenstrom-GbR zukünftig eventuell auch konventionelles Gas verwenden. http://www.bau-satz.net

Daten und Fakten

"Die Wohnerei Kusel eG"
Wohnfläche: 880 m² (neun Wohnungen 60 bis 125 m², Gemeinschaftsraum 91 m²)
Baujahr: 2015
Bauweise: Holzrahmenbau, Gründach und Geschossdecke aus Brettsperrholz, Dämmung: Holzfaser, Schaumglas, wenig Mineralfaser, Polystyrol
Energiekonzept Wärme: Mini-BHKW (Vaillant Ecopower 3.0), 4-8 kW thermische Leistung und 1,3-3 kW elektrische Leistung; Pufferspeicher 1000 Liter; Vaillant Gasbrennwerttherme; Oventrop Wohnungsübergabestationen mit Frischwasserstation für Warmwasserbereitung im Durchflussprinzip; Röhrenheizkörper mit optimiertem Strahlungsanteil
Energiekonzept Strom: PV-Anlage 20 kWp, 25 Grad aufgeständert; AKASOL Lithium-Ionen-Batterie dreiphasig 22 kWh, erweiterbar auf 27,5 kWh; Eigenstromversorgung im Inselbetrieb bei Stromausfall möglich
Energiestandard: KfW 40
Primärenergiebedarf: 13,5 kWh/m²a (EnEV 2009)
Endergiebedarf: 51,9 kWh/m²a (EnEV 2009)
Planung, Bauleitung: Heiko Anken, Gossau, Schweiz

von Achim Pilz

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"Klimaschutz sichert den Wohlstand"

16. November 2017 - 7:00

"Der Klimawandel ist für unsere Welt eine Schicksalsfrage", sagt Merkel vor den versammelten Delegierten der Konferenz. „Sie entscheidet über das Wohlergehen von uns allen.“ Den Klimaschutzplan bis 2050 umzusetzen, sei auch in Deutschland nicht ganz einfach, räumte Merkel ein. Jedoch: "Nur, wenn wir die umfangreichen Investitionen klimafreundlich ausrichten, können wir in Zukunft unseren Wohlstand sichern."

Das alles geschehe ja auch in der Überzeugung, dass die Transformation hin zu einer emissionsarmen wirtschaftsweise, richtig angelegt, auch großen Wachstumschancen biete. "Erneuerbare Energien, kostensparende Effizienztechnologien, klimaschonende Neuerungen im Gebäudebereich und im Verkehr – das und anderes mehr wird auf den Märkten weltweit an Bedeutung gewinnen", sagte Merkel.

Deutschlands Industrie muss Merkel zufolge Vorbild für die Entwicklung der Weltwirtschaft sein, hatte die Kanzlerin bereits am vergangenen Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft gesagt. Die hochentwickelten Industrieländer hätten die Aufgabe, technische Innovationen zu finden und Umwelttechnologien nach vorne zu bringen. sue

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Energieberaterkreis wird erweitert

15. November 2017 - 7:00

Wenn es nach der Zahl der Verbändestimmen geht, war es richtig, den Beraterkreis zu öffnen. So teilt der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (SHK) mit: "Im Gebäudebestand liegt die Sanierungsrate auf niedrigem Niveau. Starre Regelungen für die Zulassung von Gebäudeenergieberatern haben bislang verhindert, dass qualifizierte SHK-Unternehmer für eine vom Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa) geförderte Beratung anerkannt wurden. Die Neuregelung ermöglicht die Beratung und Sanierung aus einer Hand. Das kann dem weitestgehend unerschlossenen Sanierungsmarkt von rund 14 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern zugutekommen."

Der Gesetzgeber hatte bisher ausgeschlossen, dass ein SHK-Unternehmer mit Meisterqualifikation und entsprechender Weiterbildung zum Energieberater auf die Zulassungsliste des Bafa kam – dies war Ingenieuren, Architekten oder ausschließlich beratenden Handwerksunternehmern vorbehalten. Auch sollte die Tätigkeit der Energieberatung strikt getrennt sein von der Umsetzung durch die entsprechenden Handwerksunternehmen – nur dann galt das Engagement der Fachleute als förderungswürdig. "Die Politik greift jetzt die seit langem vom Handwerk geführte Argumentation auf, dass das wirtschaftliche Interesse an der Sanierung als wichtiger Antrieb für Beratung und Ausführung gewertet werden kann." Unverändert bleibe die Verpflichtung zur neutralen Beratung, die der Fachunternehmer in jedem Förderantrag unterzeichnet.

Für alle Fachleute offen  

Der Verband der Energiewirtschaft BDEW begrüßt die Neuregelung ebenfalls: "Künftig können branchenübergreifend alle Fachleute tätig werden, solange diese die hohen Qualifikationsanforderungen erfüllen. Die Erweiterung gelte für die Förderprogramme "Energieberatung für Wohngebäude" (bislang: Vor-Ort-Beratung) und für die "Energieberatung im Mittelstand", informiert der BDEW.

"Beratungen attraktiver gestalten"

Auch das Bafa, das die Mittel ausreicht, steht hinter der Entscheidung – für eine Bundesbehörde allerdings nicht verwunderlich: "Durch die Öffnung wollen wir Energieberatungen für die Verbraucher attraktiver gestalten. Eine qualifizierte Beratung ist schließlich der Schlüssel für wirksame Energieeffizienzmaßnahmen. Die Beratung identifiziert die Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht und wo der Einzelne noch effizienter mit Energie umgehen kann", sagte Andreas Obersteller, Präsident des Bafa.

Hauseigentümer und mittelständische Unternehmen können somit aus einem deutlich größeren Angebot an Beratern wählen sowie auch an bestehende Kontakte etwa zu Handwerkern anzuknüpfen. Wie bisher sei jedoch eine unabhängig durchgeführte Beratung mit einer unverändert hohen Qualitätsanforderung erforderlich.

Im Förderprogramm "Energieberatung für Wohngebäude" wird die Nutzung des individuellen Sanierungsfahrplans zur Dokumentation der Beratungsleistungen weiterhin freiwillig bleiben, teilt das Bafa mit. Neu ist, dass die Frist für die Ausführung der Energieberatung nach der Bewilligung durch das Bafa auf neun Monate ausgeweitet wird. Die Förderung der Energieberatung im Mittelstand ist künftig bis zu zwölf Monate nach Bewilligung der Energieberatung durch das BAFA möglich. Zudem sind neben der Bafa-Förderung auch Förderungen von Kommunen und Bundesländern zulässig, soweit das Unternehmen einen Eigenanteil von zehn der Beratungsausgaben leistet.

"Alles aus einer Hand mag verlockend klingen"

"Mit Sorge" sieht dagegen der Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker (GIH) die Neuregelung (EnBauSa berichtete): "Etwas gegen seit Jahren stagnierende Zahlen bei Wohngebäuden und im Mittelstand zu unternehmen ist aller Ehren wert, die angekündigte Marktöffnung schießt jedoch übers Ziel hinaus und wirft Fragen hinsichtlich der Beratungsneutralität auf", sagt der Bundesvorsitzende des Energieberaterverbands, Jürgen Leppig. Positiv sei aber, dass an einem einheitlichen Berufsbild "Energieberater" gearbeitet werde.

"Dass mehr Energieberatungen für das Gelingen der Energiewende unerlässlich sind steht außer Frage – allerdings funktioniert dies nur mit neutralen Experten", sagte Leppig. Der Bundesvorsitzende bezweifelt, dass sich Neutralität durch eine simple Selbsterklärung, wie jetzt gefordert, aufrecht erhalten lässt: "Kontrollierbare Unabhängigkeitskriterien über Bord zu werfen halte ich für genauso gefährlich wie die Öffnung des Beratungsmarkts für Energieversorger."

"Sanierung und Beratung aus einer Hand mag für Verbraucher einfach und verlockend klingen. Eine unabhängige Beratung mit sachgerechten Umsetzungsvorschlägen kann sie allerdings nicht garantieren", so Leppig. Besonders kritisch sei dies im Fall von Energieversorgungsunternehmen zu sehen, die zudem über Querfinanzierungen den Beratungsmarkt zerstören könnten. Quellen: SHK / BDEW / Bafa / GIH / sue

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Forscher entwickeln Baukasten für Stadtplaner

15. November 2017 - 7:00

Der Baukasten soll Entscheidungsträger von Städten und Gemeinden individuell bei der Auswahl von lokalen und regionalen Anpassungsmaßnahmen unterstützen. Im gerade erschienenen Gerics-Report "Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der Stadtplanung und Stadtentwicklung" wird das Konzept von der Idee über die Grundkonfiguration bis hin zur Beschreibung einzelner Module vorgestellt.

Flexibilität, Übertragbarkeit und die Kombination von regionalen Klimainformationen aus der Wissenschaft mit lokalen Informationen sind die wichtigsten Eigenschaften des Baukastens. Dazu gehören beispielsweise die Lage von Hochwasserrisikogebieten oder geplanten Bauvorhaben.

"Bislang werden ganze Ensembles von Simulationen des sich ändernden Klimas in der Praxis kaum berücksichtigt", sagt Steffen Bender, Hydrogeologe am Gerics. Oft sei deshalb falschen Trends vertraut worden. Die abgeleiteten Maßnahmen würden dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum gewünschten Ziel führen.

Im Gegensatz dazu verwende der Gerics-Stadtbaukastens ein möglichst großes Ensemble von Klimasimulationen, um so die gesamte Bandbreite möglicher Entwicklungen abbilden zu können. Außerdem werde darauf geachtet, dass Maßnahmen, die den Klimaschutz und die Anpassung gleichermaßen begünstigen, die höchste Priorität haben. Quelle: Gerics  / sue

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Anlage zum Polystyrol-Recycling geht 2018 in Betrieb

14. November 2017 - 11:57

 

Sie setzt auf das Creasolv-Verfahren, welches durch das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising sowie die Creacycle GmbH entwickelt wurde. Dabei werden den Bauabfällen Chemikalien zugesetzt, die das EPS oder XPS auflösen und die Separierung des den Abfällen anhaftenden mineralischen Bauschutts erlauben. Der Polymer-Lösung können dann in mehreren weiteren Schritten und nach Bedarf Flammschutzmittel, Altadditive und niedermolekulare Abbauprodukte entzogen werden, sodass ein hochwertiges Rezyklat entsteht. Nach Trennung vom Lösungsmittel liegt ein gereinigtes und marktfähiges Polystyrol-Granulat vor.

Die PSLoop-Initiative realisiert das Projekt der Kreislaufwirtschaft als Lizenznehmer mit finanzieller Förderung durch die EU-Kommission. Sie hat dafür eigens eine Genossenschaft nach niederländischem Recht gegründet. Die Anlage in Terneuzen soll über eine Kapazität von 3.000 Tonnen pro Jahr verfügen.

 

Geschäftsführer der PS-Loop-Initiative ist Jan Noordegraaf. Er ist zudem Leiter des Entwicklungsbereichs der Synbra-Gruppe, der Muttergesellschaft des schwäbischen Dämmstoffherstellers Isobouw.

Erst vor kurzem hatte Kestutis Sadaukas, Direktor der Europäischen Kommission für Nachhaltige Wirtschaft, die Pilotanlage als "Bulls Eye"-Projekt, charakterisiert, "also einen wichtigen Baustein in der Kreislaufwirtschaft und beispielgebend für die Kunststoff-Industrie", so Noordegraaf. Das Projekt wird mit rund 2,7 Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert.

Aktuell erarbeitet die mit 9 Millionen Euro finanzierte PSLoop-Initiative ein Logistik-Konzept zur Rücknahme von EPS- und XPS-Abfall vorzugsweise aus dem Baubereich. So sollen die zum Start erforderlichen circa 500 Tonnen Material der Pilotanlage aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden gesammelt werden. Quelle: Isobouw / sth

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Zementindustrie arbeitet am Klimaschutz

14. November 2017 - 10:00

Die Unterzeichner des Bonn-Fiji-Commitment verpflichten sich, die Ziele des Klimaabkommens von Paris in ihrem Zuständigkeitsbereich umzusetzen. Sie werden dem Carbonn Climate Registry, der führenden Berichtsplattform für Städte und Gemeinden, über ihre Emissionen berichten. Schon jetzt machen die Selbstverpflichtungen der Städte zur Emissionsreduzierung weltweit 5,6 Gigatonnen CO2-Äquivalente bis 2020 aus. Zum Vergleich: die Emissionen aus menschlichen Aktivitäten betragen jährlich 41 Gigatonnen CO2.

Städte können also sehr viel zum Klimaschutz beitragen. Das wurde besonders deutlich beim Tag der Städte und Regionen am vergangenen Sonntag. "Es war das erste Mal, dass Städte und Regionen bei einer Klimakonferenz zusammengesessen haben. Das ist ein starkes Signal für Regierungsarbeit auf vielen Ebenen", sagte der Oberbürgermeister von Bonn, Ashok Sridharan.

Zu den 19 Initiativen des Gipfels von Städten und Gemeinden zählen unter anderem ein Trainingsprogramm für Stadtplaner, eine Datenbank für die Selbstverpflichtungen von Städten und Gemeinden zum Klimaschutz, die europäische Connect-Platforma zur Stärkung der technischen Expertise für den Klimaschutz, die Frontline-Initiative der Küstenstädte, die Initiative Regions Adapt – nrg4sd, die Initiative zu Nachhaltigkeitszielen DST, die Transforming Urban Mobility Initiative des deutschen Entwicklungshilfeministeriums und die Urban Transition Alliance.

Unter heroischer Musik zog am Ende des Tages Arnold Schwarzenegger in den Saal ein, begleitet von Patricia Espinosa, der Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention und dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. In einer humorvollen Rede warf Schwarzenegger einen Blick zurück auf seine Zeit als Gouverneur von Kalifornien, in der er die damals schärfsten Emissionsvorschriften der Welt einführte, wie er sagte. Das sei nicht einfach gewesen.  "Aber wenn ich immer auf die Neinsager gehört hätte, würde ich heute noch in den Alpen sitzen und jodeln", sagte er.

Schwarzenegger stellte sein Digital Environmental Legislative Handbook vor, in dem gute Gesetze für den Klimaschutz auf subnationaler Ebene gesammelt werden, damit nicht jeder das Rad neu erfinden muss, sondern auf gute Beispiele zurückgreifen kann. Außerdem werde seine Initiative R20, ein Bündnis für Regionen, für die Finanzierung von Projekten mit sauberen Energien aufkommen.

Die Nische der Null-Emissionshäuser wächst

Um Null-Emissionshäuser ging es bei einer Veranstaltung zu den UN-Nachhaltigkeitszielen 7, 11, 13, die alle mit dem Gebäudesektor zu tun haben. Unter der Moderation von Christine Lemaitre von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen berichteten Fachleute aus neun Ländern über die Fortschritte beim energieeffizienten Bauen. Noch sind Null-Emissionshäuser überall eine Nische, aber sie wird größer.

Julia Panzer von Danfoss berichtete über die guten Umsatzsteigerungen, die ihr Unternehmen mit sauberen Technologie mache. "Wir können nicht weiter einen Tesla mit Dieselmotor verlangen", beschrieb sie die Baupraxis in einem Bild. Gemeint waren schöne Gebäude mit glitzernden Fassaden, die im Inneren die ältesten und billigsten Heizungssysteme haben.

Auch die Zementindustrie stellt sich auf neue Zeiten ein, in denen Emissionen reduziert werden müssen. Das ist in dieser Branche besonders schwierig: Selbst wenn die Zementindustrie mit 100 Prozent erneuerbarem Strom arbeiten würde, entstünde beim Prozess der Zementherstellung immer noch sehr viel Kohlendioxid. Also bleibt künftig nichts Anderes übrig, als es abzuscheiden, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt.

Martin Schneider vom Verein Deutscher Zementwerke stellte ein Projekt dazu vor, das allerdings noch nicht ausfinanziert ist: In Retznei in der Steiermark und in Colleferro in Italien sollen zwei Werke gebaut werden, in denen Kohlendioxid während des Produktionsprozesses abgeschieden wird. Erprobt werden soll das technisch aufwändige Oxyfuelverfahren. Die Kosten betragen insgesamt 55 Millionen. Ohne einen Preis auf CO2 würden sich die technischen Lösungen aber nicht rechnen, forderte Schneider die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Zur Verwendung des abgeschiedenen CO2 hat Heidelberg Cement Ideen entwickelt. In einem Pilotprojekt in Marokko will das Unternehmen Kohlendioxid sinnvoll nutzen: In einer Farm in der Wüste werden Algen damit gefüttert, um danach als Futter für die lokale Fischzucht zu dienen. Der Bau der Farm beginnt gerade. Noch 20 andere Projekte dieser Art hat Heidelberg Zement in der Pipeline, berichtete Rob van der Meer von Heidelberg Cement bei einer Veranstaltung im Deutschen Pavillon.

Dort ging es bei einer weiteren Veranstaltung um den energieeffizienten Umbau von Quartieren. Gregor Langenbrinck vom Büro Urbanizers berichtete über Erfahrungen aus einem Projekt in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Man sollte sich nicht zu sehr in technische Lösungen verlieben, sondern immer auch auf die Praktikabilität achten", sagte er. Wichtiger als alles andere sei ein gutes Konzept und ein konkreter Umsetzungsplan mit Festlegungen, wer wann was macht. Gute Kommunikationsarbeit ist bereits als wichtiges Element von Quartierssanierungen bekannt. "Das Team dafür muss finanziell gut ausgestattet sein", sagte Langenbrinck.

Sei Tipp: Ein, zwei Maßnahmen identifizieren, die schnell umzusetzen sind. „Das gibt einem Projekt Schwung.“ Von Susanne Ehlerding

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Heizkosten könnten 2017 steigen

14. November 2017 - 7:54

Diese Ergebnisse stehen im Heizspiegel für Deutschland 2017, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online im Auftrag des Bundesumweltministeriums und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mieterbund veröffentlicht hat. Verbraucher können den Heizspiegel-Flyer mit neuen Vergleichswerten kostenlos auf www.heizspiegel.de und www.mieterbund.de herunterladen. Außerdem ist er bundesweit bei vielen Mietervereinen und Bürgerämtern erhältlich.

"Wenn es um Heizkosten geht, schauen alle auf die Entwicklung der Energiepreise. Der Sanierungsstand eines Hauses wird oft vergessen – er ist der meistunterschätzte Faktor für Heizkosten", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online.

Dementsprechend sind auch die CO2-Emissionen in besser sanierten Gebäuden deutlich geringer. "In der Vergleichswohnung beträgt der Unterschied zwischen einem energetisch besseren und einem energetisch schlechteren Haus fast drei Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht rund 18.000 Kilometern Fahrstrecke in einem Mittelklassewagen."

Trotz eines leichten Verbrauchsanstiegs sind die Heizkosten im vergangenen Jahr in Deutschland noch einmal gesunken. Hauptgrund sind die niedrigeren Energiepreise. In der Vergleichswohnung sparten die Bewohner im Abrechnungsjahr 2016 im Unterschid zum Vorjahr im Schnitt 25 Euro (Erdgas), 90 Euro (Heizöl) oder 35 Euro (Fernwärme).

Aber: Schon für dieses Jahr deutet sich eine Trendwende an. Vor allem Bewohner von ölbeheizten Häusern müssen aufgrund der steigenden Preise mit voraussichtlich 10 Prozent Mehrkosten rechnen. In Häusern mit Erdgas- und Fernwärmeheizung dürften die Kosten moderat steigen.

Dennoch können sie in vielen Fällen ihre Heizkosten senken sagt Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten: "Der Heizspiegel ist für Mieter genauso wie für Eigentümer ein erster wichtiger Schritt, einen Überblick über die Verbräuche und Heizkosten des eigenen Wohngebäudes zu bekommen. Denn nur wer seine Sparpotenziale kennt, kann sie auch nutzen. Durch ein anderes Nutzerverhalten können Mieter ihre Heizkosten häufig deutlich senken – ohne auf Komfort zu verzichten." Quelle: co2online / sue

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Erstes Winterpaket kommt vor Weihnachten

13. November 2017 - 7:00

Schon am 5. Dezember könnte die Richtlinie beim Treffen des sogenannten Trilogs mit Vertretern von Europäischem Rat, Parlament und EU-Kommission zu Ende ausgehandelt werden. Beim ersten Treffen Anfang November lagen die Positionen allerdings noch weit auseinander, wie eine Synopse zeigt. Die Richtlinie, die in Brüssel unter dem Kürzel EBPD (Energy Performance of Buildings Directive) läuft, ist die Überarbeitung einer Fassung aus dem Jahr 2010. 

Die deutsche Position ist an einer Stelle ambitioniert: Ein hoher Anteil von Grünstrom im Netz soll nicht dafür genutzt werden können, die Energiebilanz eines Gebäudes schönzurechnen. Andererseits sperrt sich Deutschland gegen eine genaue Ausformulierung der Langfriststrategie für die Gebäudesanierung bis 2050 und ein detailliertes Inspektionsregime für Heizungen.

Begrüßt hatten der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung, der Fachverband Gebäude-Klima und der Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte, dass der maßgebliche Ausschuss für Industrie im Europäischen Parlament sich in seinem Kompromisstext darauf geeinigt hatte, die Themen Luftqualität und Lüftung stärker in den Fokus der Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz zu rücken. Die Verbände sprachen sich für eine rasche Fortführung des Entscheidungsprozesses im Trilog aus. Nun laufen gerade die Gespräche auf Arbeitsebene über die endgültige Fassung. Danach muss noch das EU-Parlament zustimmen. sue

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Neue Impulse für den Gebäudesektor gesucht

13. November 2017 - 7:00

Das Bündnis besteht aus Verbraucherzentrale Bundesverband, Deutschem Mieterbund, der Deutschen Umwelthilfe, dem Bund der Energieverbraucher, Naturschutzbund Deutschland, co2online und dem Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Bundesverband. Sie fordern:

Neubaustandard erhöhen  

Die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden sind keine maßgeblichen Kostentreiber beim Neubau bzw. für die hohen Kauf- und Mietpreise. Die Verbände sprechen sich daher für eine Erhöhung der Mindestanforderungen im Neubau aus. Entschieden lehnen sie dagegen ab, Gebäude ausschließlich über die Menge an CO2-Emissionen zu definieren.

Steuerliche Förderung

Die Verbände fordern eine Absetzbarkeit der energetischen Sanierungskosten von der Steuerschuld, um Eigenheimbesitzer zu unterstützen. Diese sollte die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ergänzen, sodass Hausbesitzer für ambitionierte Sanierungsmaßnahmen gewonnen werden.

Mehr Transparenz für Verbraucher

In Zukunft sollten ausschließlich aussagekräftige, am tatsächlichen Energiebedarf orientierte Energieausweise für alle Gebäude verpflichtend ausgestellt werden. Außerdem ist es aus Verbraucher- und Mietersicht inakzeptabel, dass die Kommunen zur Schaffung eines Anschluss- und Benutzungszwangs zur Fernwärmeabnahme befugt sind. Dieser sollte gestrichen werden.

Mieter bei Modernisierungen stärker entlasten

Bisher kann der Vermieter nach einer energetischen Modernisierung elf Prozent der aufgewendeten Modernisierungskosten ohne Auflagen und zeitliche Befristung auf die Jahresmiete umlegen, sodass die Modernisierungsumlage vielfach zu drastischen Mieterhöhungen führt. Daher fordern die Verbände, die Umlage auf maximal sechs Prozent pro Jahr zu senken. Dem Investor sollten die öffentlichen Fördermittel direkt zufließen, dann könnte die Modernisierungsumlage sogar noch weiter gesenkt werden. Außerdem ist eine auf acht Jahre befristete Höchstgrenze für Mieterhöhungen einzuführen. Quelle: DUH / sue

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Forschung zur Quartieren veröffentlicht

12. November 2017 - 7:00

Die Autoren zeigen, wie Kommunalverwaltungen, Sanierungsträger, kommunale Wohnungsunternehmen und auch Einzelhausbesitzer in Stadtvierteln gebäudeübergreifend Energie einsparen und erneuerbare Energien ausbauen können. Dabei verknüpfen sie Themen wie Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Denkmalschutz. Sie blicken auf die Beziehungen der Akteure vor Ort und bewerten die Wirtschaftlichkeit sowie die Akzeptanz von Vorhaben. Auch Personal, Geld, Know-how und die Frage, wie viel davon die Kommunen zur Umsetzung benötigen, stehen im Fokus.

"Die Beiträge in diesem Heft verdeutlichen, wie umtriebig Kommunen an der energetischen Sanierung ihrer Quartiere arbeiten", sagt BBSR-Experte Wolfgang Neußer, der das KfW-Programm 432 "Energetische Stadtsanierung" wissenschaftlich begleitet. "Damit die Energiewende vor Ort gelingt, müssen wir energetische Fragen konstant in integrierte Quartiersansätze der Stadtentwicklung einbeziehen."

Das Heft mit dem Titel "Energie im Quartier ist im Franz Steiner Verlag erschienen und kann für 19 Euro zuzüglich Versandkosten bestellt werden bei service@steiner-verlag.de. Eine Leseprobe und weitere Informationen zu den Autoren hält das BBSR auf seiner Website unter www.bbsr.bund.de in der Rubrik "Veröffentlichungen" bereit. Quelle: BBSR / sue

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Neue Kälte-Klima-Prüfstände in Essen eröffnet

10. November 2017 - 7:00

Herausragendes Merkmal der Prüfstände sei ihre Flexibilität, erklärt Monika Steimle, Gruppenleiterin Testing bei TÜV Nord. "Durch den variablen Aufbau können wir sie schnell anpassen und somit auf unterschiedlichste Anforderungen reagieren", sagt Steimle. "Im Prinzip bestehen die beiden Prüfstände aus je zwei frei nutzbaren Teilen, in denen die jeweiligen Prüfaufbauten und benötigte Anlagentechnik je nach Auftrag individuell angeordnet werden können", ergänzt Vera Gräff, Technische Leiterin der Prüfstelle.

Die Prüfstände lassen sich somit auf unterschiedliche Prüfobjekte wie raumlufttechnische Zentralgeräte, Rooftops, Geräte zur IT-Kühlung oder Split-Klimageräte anpassen. Die Messdatenerfassungs-Software wurde von der IT-Abteilung von DMT, einem Unternehmen der TÜV Nord GROUP, speziell für die Prüfstände ausgelegt, so dass auch hier maximale Flexibilität und Support sichergestellt sind.

In Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen der TÜV Nord Gruppe können auch Prüfungen in den Bereichen Schallemissionen, Filtertechnik, elektrische Sicherheit und bestimmter Produkteigenschaften wie der hygienischen Eignung raumlufttechnischer Geräte angeboten werden. „Beispielsweise können wir bei Schaltschrankkühlgeräten nicht nur die Klima-Leistungsprüfung übernehmen, sondern die Kühlgeräte auch direkt auf ihre elektrotechnische Sicherheit oder ihre Schallemissionen untersuchen“, erklärt Timo Reisner, stellvertretender Technischer Leiter der Prüfstelle. Quelle: TÜV Nord / sue

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Holzöfen kann man trotz EnEV noch bauen

9. November 2017 - 7:00

"Öko" ist für den Tischler und Architekten kein Schimpfwort, sondern ironisierende Selbstbeschreibung. Seit 25 Jahren plant und saniert er mit seinem Unternehmen "Spreeplan Projekt" Bauten mit dem Anspruch der – auch energetischen – Nachhaltigkeit. Nicht selten haben seine Kunden Wünsche, für die er Schleichwege um Verordnungen herum zu finden versucht; zum Beispiel, um einen Kaminofen in eine Zentralheizung einzubinden.

Schaffarczyk: "Wenn ich nach EnEV arbeite – was wir fast nie machen –, muss ich den Wärmebedarf, den Energieverbrauch und so weiter rechnerisch nachweisen, mit dafür zugelassenen Programmen." Und Kaminöfen seien "für die Berechnungsprogramme nicht existent." In einem konkreten Fall half der Kunstgriff, das zu beheizende Gebäude als Kulturgut zu sehen, denn dafür macht die Energieeinsparverordnung Ausnahmen. Üblicherweise kommt zwar die Denkmalbehörde auf den Eigentümer zu und stellt dessen Haus unter Schutz. Aber es geht auch andersherum, berichtete der Planer in seinem Vortrag beim Aktionskreis Energie:

"Wir haben einfach einen Antrag gestellt, dass das Gebäude in die Denkmalschutzliste aufgenommen wird. Die meisten Denkmalschützer freuen sich darüber! Wir sind damit aus dem ganzen Zeug raus, dann können wir machen, was wir wollen." Und was Schaffarczyk will, sind eher einfache Systeme. Die EnEV führe fast immer zu übertechnisierten Gebäuden. Nach seiner Philosophie dagegen ist "eigentlich ein energieeffizientes Bauen nichts weiter als ein Reduzieren". Eines seiner Projekte in der Uckermark, auf das er mehrmals zu sprechen kam, wird ausschließlich von einem großen Scheitholzofen beheizt. Sinnvoll könnten allenfalls ein Pufferspeicher und zusätzlich Solarkollektoren sein. Schon ein Gaskessel dazu mache das Ganze zu aufwendig.

Strahlungswärme ist besser als Luftzirkulation

Ein geeigneter Ofen zentral im Haus – am besten eingemauert in eine speicherfähige, massive Lehmwand – beheize Räume hauptsächlich durch Strahlungswärme. Darin sieht der Planer einen fundamentalen Qualitätsunterschied zum Heizen mit erwärmter Luft aus einem Konvektionsheizkörper. Dieses führe nämlich zu unangenehmen Temperaturunterschieden von bis zu zehn Grad im Zimmer; damit zu kalten Füßen und heißem Kopf.

Luftzirkulation sei "der falscheste Weg" zu heizen, zumal dadurch der menschliche Körper sogar auskühle, gefühlt wie auch real. Begleiterscheinungen seien eine Staubbelastung, trockene Luft und Atemwegserkrankungen. Wenn ein Raum in einem Altbau schon nicht direkt mit der Strahlungswärme des Ofens beheizbar sei, dann seien für das Übertragen alte, massive Heizkörper ("ich versuche die immer drin zu lassen") mit relativ hohem Strahlungsanteil wenigstens besser als der leichte Konvektionstyp, der zeitweise viel verbaut worden sei.

Für das Wohlbefinden am besten seien jedoch Flächenheizungen: die Fußbodenheizung, vor allem aber das Beheizen über Decke und Wandflächen. Da reiche schon eine viel geringere Vorlauftemperatur. Schaffarczyk berichtete von der Teilsanierung eines Objekts, Baujahr 1911, mit einem großen vorhandenen Heizsystem fürs Gesamtgebäude. Hier hätten die 35 bis 40 Grad im Heizungsrücklauf gereicht, um über drei Plattenwärmetauscher die Decke zu heizen. "Das machen wir ganz häufig, wenn wir in Bestandsimmobilien arbeiten, wo wir einzelne Teile sanieren."

Unter anderem um Gewicht einzusparen habe er bei dieser Decke Strohpaneele verwendet. Die Wärme werde durch destilliertes Wasser in nur 3 Millimeter dicken Kapillarrohren übertragen. Für Wände gebe es Lehmbauplatten als Fertigelemente mit integrierten Rohren: "Lehmputz drüber und fertig; wenn wir mehr Zeit haben, dann wird es einfach von Hand verlegt; das ist fast das Gleiche wie bei einer Fußbodenheizung." Das einzige echte Problem dabei sei, dass man vorher genau überlegen müsse, wo Leuchten und Wandbilder angebracht werden sollen.

BImSchV-Ausnahme soll den individuellen Feuerplatz retten

Für jedes Haus versucht Dag Schaffarczyk zusammen mit einem Ofenbauer den passenden Feuerplatz zu entwerfen. "Der gute Ofenbauer baut immer individuell." Die Novellierung der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) vor etwa einem Jahr habe jedoch "komplett eine jahrhundertealte Berufgruppe zerstört; und zwar die der Ofenbauer und Kaminbauer." Denn jetzt dürften nur noch Brennkammern mit einer Zulassung eingebaut werden; die koste aktuell in Deutschland ungefähr zwischen 30.000 und 40.000 Euro und habe eine Wartezeit von drei Jahren.

Das sei ein Paradebeispiel für eine exzellente Lobbyarbeit von Herstellern, die massenweise ihre Brennkammern an Baumärkte oder in ihren eigenen Ketten verkauften: "Denen ist das egal, ob das 30.000 Euro kostet", denn ihnen reiche eine einmalige Bauartzulassung pro Typ – "und der Ofenbauer wird degradiert zum Verkäufer und zum Maurer."

Doch auch für dieses Problem habe man nach langem Nachdenken eine Lösung gefunden. "In der BImSchV steht nämlich eine Ausnahme drin: dass alle Brennkammern zugelassen wären, mit denen man Lebensmittel erzeugen kann. Dafür reichen zwei Nuten am Rand der Brennkammer, in die ich ein Blech einschieben kann!" Verblüffend einfach, jedenfalls wenn der Schornsteinfeger mitspielt. Aber kann man damit rechnen?

Das hat EnBauSa Mario Schürner gefragt, seit fast 30 Jahren in Thüringen als Schornsteinfeger tätig und aktiv im "Verband der Ofenbauer, Schornsteinfeger, Schornsteinbauer" (VOSS). Er bestätigt zwar, es gebe gemäß § 1 der 1. BImSchV, Absatz 2b eine Ausnahme für "Feuerungsanlagen, die dazu bestimmt sind, Speisen durch unmittelbare Berührung mit heißen Abgasen zu backen oder in ähnlicher Weise zuzubereiten".

Ob eine solche Anlage dann aber wirklich abgenommen wird, hänge vom Schornsteinfeger ab. Schürner: "Wenn das einer ist, der die Vorschriften gut kennt und korrekt anwendet, will dieser die Nachweise haben. Ein Schornsteinfeger als Bevollmächtigter hat Behördenstatus und müsste sich zeigen lassen, dass dieser Ofen zur Lebensmittelherstellung bestimmt und daher nicht zum Beheizen von Wohnräumen geeignet ist." Eine weitere Frage sei, ob der Ofenbauer überhaupt die Berechtigung habe, solche Öfen zu bauen.

Auch werde dem Ofenbauer nicht vorgeschrieben, fertige Brennräume einzubauen: "Wenn er eine Feinstaubreduktionsanlage oder eine andere Filtertechnik einbaut, so dass die Grenzwerte nachweislich der BImSchV über die Feststellung einer Messung eines Schornsteinfegers eingehalten werden, kann er auch den Brennraum individuell bauen. Er geht dann eben ins finanzielle Risiko, falls die Messung nicht zum erwünschten Ergebnis führt." Aus seiner persönlichen Meinung zur Umgehungstaktik mit dem Backofen-Kniff macht Schürner kein Geheimnis: "Wenn jeder machen würde, was er will, bräuchten wir keine Normen."

Holzvergaserofen senkt den Holzbedarf auf ein Drittel

Auch auf die Verbrennungs- und die Schornsteintechnik ging der Planer ausführlich ein. Es gebe mittlerweile in Europa fünf Hersteller, deren Öfen ohne zusätzliche Ventilatoren, nur mit einer bestimmten Sekundärluftregelung, auch das austretende Holzgas verbrennen könnten. In diesem Gas, das normalerweise unverbrannt durch den Schornstein gehe, steckten etwa zwei Drittel der Energie. Statt 300 bis 400 Grad komme ein solcher Holzvergaserofen auf Temperaturen von 1100 bis 1200 Grad und auf einen Wirkungsgrad von echten 80 oder 90 Prozent.

Solche effizienten Öfen habe der italienische Hersteller Wallnöfer schon seit fast 20 Jahren im Angebot; weitere Anbieter hätten ihren Sitz in Südtirol, der Schweiz und Finnland. Auch einen deutschen gebe es inzwischen. "Ich brauche ein Drittel des Holzes, um die gleiche Energieausbeute zu haben", begeisterte sich der Planer. Für eine voll genutzte 120-Quadratmeter-Wohnung könne ein Raummeter Holz im Jahr reichen, nannte er als Anhaltswert.

Aber was ist mit dem Problem Schadstoffe – und bringt die Vergasertechnik auch hier eine Verbesserung? Volker Lenz vom Deutschen Biomasseforschungszentrum Leipzig gibt eine Einschätzung: "Holzfeuerungen sind grundsätzlich immer mit dem Risiko erhöhter Feinstaubemissionen verbunden", sagt der Experte. "Sie haben eine Emissionsspitze während der Anzündphase. Da sind der Ofen und die Luft kalt." In der mittleren Haupt-Abbrandphase seien die Emissionen niedrig – "aber nur, wenn der Nutzer keine Fehler bei der Luftzufuhr oder vorher schon beim übertriebenen Vollpacken mit Holz oder gar mit unzulässigen Brennstoffen macht."

Der Vorteil beim Holzvergaserofen sei nun, dass er gegenüber zu starkem Vollpacken und zu feuchtem Holz toleranter sei, also weniger Schadstoffe emittiere. "Auch bestimmte Zersetzungsstoffe wie zum Beispiel Teer werden sauberer verbrannt, und es gibt weniger mineralische Feinstaubprodukte." Die richtige Technik kann also durchaus auch die Luftbelastung verringern.

Schornstein mit Zuluft

Auch für das Problem der mangelnden Zuluft in den absolut dichten Häusern von heute (Stichwort Blower-Door-Test) hat Schaffarczyk eine Lösung gefunden, freilich eine teure. Den Schornstein als Eingang für die Verbrennungsluft. Unter der Vorgabe der Dichtigkeit sei ein System sinnvoll, wo die Zuluft durch den Schornstein hereinkommt und die Abluft durch den Schornstein herausgeht. Allerdings: "Eine Schornsteinanlage, wo ich mindestens zwei Feuerstellen anschließen kann, kostet mittlerweile 4000 bis 6000 Euro." Ein gemauerter Schornstein koste ein Viertel.

Alle drei Fachleute sind sich aber über den Nutzen eines Schornstein mit eigener Zuluft im luftdichten Haus einig, wo er keine Zuluft aus dem Wohnraum bekommen kann. Biomasseforscher Lenz: "Wenn sie einen Kaminofen in ein Haus mit kontrollierter Lüftung einbauen, wo sie bei abluftgesteuerten Systemen einen gewissen Unterdruck im Raum haben, würde ein Ofen ohne eigene Zuluft unter Umständen gefährliche Schadgase, zum Beispiel Kohlenstoffmonoxid, in den Innenraum entlassen." Von Alexander Morhart 

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Ostseeanrainer forschen zu Energieeffizienz

9. November 2017 - 7:00

Der Fokus von Area 21 liegt auf der kooperativen Energieplanung. Betroffene wirken an den Planungs- und Umsetzungsprozessen mit. Dabei werden Kooperationsmodelle und Governanceansätze für die Zusammenarbeit von öffentlicher Verwaltung und Energieversorgern analysiert. Außerdem sollen innovative Instrumente und Formate für die Mitwirkung von Gebäudeeigentümern und Bevölkerung in der Energieplanung und Umsetzung erprobt werden.

Dazu tragen unter anderem neue Informations- und Kommunikationstechnologien bei. Der Einsatz dieser „Smart Technologies“ bietet die Chance, eine aktivere und effizientere Beteiligung und Mitwirkung von Stakeholdern und Bevölkerung zu erreichen, teilt die HafenCity Universität Hamburg (HCU) mit, die das Projekt leitet.

Projektpartner von Area 21 sind Städte, Regionen, Forschungseinrichtungen und Energieunternehmen aus sechs Ostseestaaten: Die Fachhochschule Tampere (Finnland), die St. Petersburger Staatsuniversität „Peter the Great“ (Russland), die Stadt Kohtla-Järve (Estland), die Regionale Energieagentur Tartu (Estland), die Stadt Tampere (Finnland), die Region Skåne (Schweden), der Energieversorger Öresundkraft AB (Schweden), die Freie und Hansestadt Hamburg mit dem Bezirk Wandsbek (Deutschland) und die Stadt Lublin (Polen). Alle Partner haben bereits Erfahrungen in den Bereichen Energieplanung, Bürgerbeteiligung und Strategieentwicklung gemacht.

Area 21 startet mit einer Auftaktveranstaltung am 15. und 16. November an der HCU Hamburg. Die Vertreterinnen und Vertreter aus der Partnerinstitutionen und von assoziierten Organisationen werden sich über den Stand der Energiewende in den einzelnen Ländern und die damit verbundenen Herausforderungen für Strategien zur Energieeffizienz austauschen.

Area 21 wird im Rahmen von Interreg Baltic Sea Region gefördert, dem Programm der Europäischen Union zur Stärkung der europäischen territorialen Zusammenarbeit im Ostseeraum. Das Projekt Area 21 läuft über drei Jahre bis 2020. Das Budget beträgt 2,5 Millionen Euro. Area 21 erhält Kofinanzierungen durch das finnische Umweltministerium und durch das Programm Territoriale Zusammenarbeit des deutschen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Quelle: HCU / sue

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