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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 36 Minuten 59 Sekunden

Neuer Onlinekurs "Heizen mit Holzpellets"

28. Mai 2018 - 7:00

Im Rahmen der Selbstschulung wird in zwei Modulen das Thema "Heizen mit Holzpellets" praxisnah und detailliert unterrichtet. "Solide Weiterbildung ist der Schlüssel zum Erfolg beim Kunden", sagt ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Müller.

Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPI, ergänzt: "Obwohl das Erreichen der Klimaziele nur mit gut ausgebildeten Experten gelingt, kommen erneuerbare Wärmetechniken in der Ausbildung des SHK-Handwerks oft noch zu kurz. Wir freuen uns, dass wir mit dem ZVSHK die 2011 begonnene Kooperation zur Schulung von Heizungsbauern zu Pelletfachbetrieben nun mit zwei umfangreichen Online-Schulungen fortsetzen."

Teil 1 des E-Learnings zum Brennstoff Pellets und zur Lagerplanung steht online exklusiv den Innungsmitgliedern zur Verfügung. Die Bearbeitung des Wissensteils dauert eine bis eineinhalb Stunden. Fachliteratur zur Vertiefung ist direkt in die Plattform eingebunden. Nach dem Wissensteil folgt eine kurze Prüfung, die zum Erwerb einer Teilnahmebestätigung bestanden werden muss.

Teil 2 zur Feuerungstechnik wird gegenwärtig ausgearbeitet. Sind beide Module bestanden, können diese als Neu- oder Nachschulung zum DEPI-Pelletfachbetrieb angerechnet werden. Mit dieser Auszeichnung sehen potentielle Kunden direkt, dass das Unternehmen sich im Bereich moderner Pellet- und Holzheizungen weitergebildet hat.

Über eine Postleitzahl-Suche beim DEPI können die Pelletfachbetriebe auch direkt kontaktiert werden. Quelle: DEPI / sue

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Bund startet Wettbewerb für Energieeffizienz

27. Mai 2018 - 7:00

Ideen für den Wettbewerb können bis zum 31. August eingereicht werden. Er ist mit Preisgeldern von insgesamt 45.000 Euro dotiert.

"Mit dem Wettbewerb suchen wir neue Ansätze, um klimafreundliches Bauen und Sanieren attraktiver zu machen. Ich freue mich auf viele inspirierende Beiträge", sagte Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zum Start des Wettbewerbs. "Wir haben den Wettbewerb zusammen mit Expertinnen und Experten aus Verhaltensforschung, Marketing, Architektur und Sozialforschung entwickelt. Ihr branchenübergreifendes Know-how war für uns wichtig, um neue und innovative Wege in der Kommunikation rund um ein zukunftsorientiertes Wohnen gehen zu können. Von Menschen, die in energieeffizienten Häusern leben, wissen wir, wie begeistert sie von dem Plus an Lebensqualität und Komfort sind. Diese Begeisterung soll auch für andere Menschen erlebbar werden."

Gefragt sind Ideen, um folgende vier Gruppen für klimafreundliches Bauen und Sanieren zu gewinnen: Privateigentümerinnen und -eigentümer von Einfamilienhäusern, Vorstände von Wohnungsbaugenossenschaften, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von kleinen und mittelgroßen Kommunen und Kirchenvorstände. Diese vier Gruppen bilden gleichzeitig die Wettbewerbskategorien. Am Ende zählen für die interdisziplinär besetzte Jury drei Kriterien, anhand derer sie die eingereichten Beiträge bewertet: Strahlkraft der Idee, ihre Umsetzbarkeit und inwiefern die Ideen auf die Zielgruppen zugeschnitten sind.

Umgesetzt wird der Wettbewerb von der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, rückt die Ansprache der Menschen in den Fokus: "Wir wollen spannende Ideen finden, von denen Menschen nicht nur rational angesprochen, sondern auch emotional berührt werden. Eine Vielzahl neuer Akteure, jede Menge Gründer und die sich wandelnden etablierten Unternehmen mischen den Energiemarkt auf. Hierin liegt auch eine Chance, dass die Energiewende partizipativer wird und sich für die Bürgerinnen und Bürger neue Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung bieten."

Der Ideenwettbewerb ist Teil des Aktionsplans Klimaschutz 2020 der Bundesregierung. Dieser beschreibt strategische Maßnahmen, um die energiepolitischen Ziele bis 2020 zu erreichen, und soll dem Gebäudebereich neue klimagerechte Impulse geben. Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 einen energieeffizienten und nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu verwirklichen.

Detaillierte Informationen zum Ideenwettbewerb sind im Internet auf www.reframe-wettbewerb.de zu finden. Quelle: BMI / sue

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Tester für automatische Lüftung gesucht

25. Mai 2018 - 7:00

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung verbessert die Luftqualität, weil durch den Luftfilter weniger Staub und Pollen in die Wohnräume gelangen. Außerdem kann eine Lüftungsanlage Schimmel verhindern. Wer in einem feuchten oder von Schimmel befallenen Haus lebt, hat laut Weltgesundheitsorganisation ein bis zu 75 Prozent höheres Risiko für Atemwegsbeschwerden oder Asthma. Eine der Hauptursachen für Schimmel ist falsches Lüften.

"Viele Verbraucher wissen nicht, worauf sie beim Lüften achten müssen. Oder sie vergessen im Alltag, ausreichend zu lüften", erklärt Praxistestleiter Sebastian Schwarz. "Damit kein Schimmel entsteht, müssen die Fenster mehrmals am Tag komplett geöffnet werden – je nach Jahreszeit zwischen fünf und dreißig Minuten. Schließlich entstehen bei einer durchschnittlichen vierköpfigen Familie jeden Tag etwa zwölf Liter Feuchtigkeit, die nach draußen gelüftet werden müssen."

Der Praxistest Wohnungslüftung untersucht Alternativen zum Lüften per Hand. Dabei werden Komfort und Alltagstauglichkeit von Lüftungsanlagen unter die Lupe genommen. Für den Praxistest können sich Wohnungseigentümer sowie Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern bewerben, die sich für kontrollierte Wohnraumlüftung interessieren, eine Lüftungsanlage einbauen wollen oder diese bereits nutzen. Die Lüftungen können zentral oder dezentral sein. Einzige Bedingung für die Teilnahme ist, dass die Anlage mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet ist.

Die Teilnehmer erhalten je eine Energieberatung im Wert von 1000 Euro, eine Lüftungs-Prämie von 400 Euro und eine Wetterstation mit Raumklimasensoren im Wert von 200 Euro.

Aus den Erfahrungen der Teilnehmer wird co2online eine Anleitung mit Tipps für den Einbau und die Nutzung von Lüftungsanlagen entwickeln. Diese soll voraussichtlich ab Sommer 2019 kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Bewerbungen für den Test sind bis zum 24. Juni auf www.praxistest-kwl.de möglich. Das Vorhaben wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und von den Firmen bluMartin, NIBE und Vaillant unterstützt. Ziel ist, mehr Transparenz und Akzeptanz in das Themenfeld kontrollierte Wohnraumlüftung zu bringen. Zurzeit läuft auch beim Bundesverband der Heizungsindustrie eine Kampagne für die kontrollierte Wohnungslüftung. Sie ist zu finden unter www.wohnungs-lueftung.de. Quelle: co2online / sue

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Bewohner sparen Energie mit dem Tablet

24. Mai 2018 - 7:00

In jeder der 74 Wohnungen hängt ein handelsübliches Tablet (iPad Air) mit diversen Funktionen an der Wand. Mit den kleinen Bildschirmen sollen die Bewohner hauptsächlich über die Möglichkeiten informiert werden, ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Die Architektin Annekatrin Koch war maßgeblich an der Entwicklung einer Benutzeroberfläche für das Tablet beteiligt: "Der Fokus ist bewusst auf Information gerichtet, nicht auf Automation. Wir wollten den Nutzer nicht bevormunden, und wir wollten ihn auch nicht überwältigen mit einem Ballast an Informationen." Technisch ist das System jedoch für eine zukünftige zeitabhängige Steuerung von Beleuchtung, Heizung und Lüftung vorbereitet.

Bei der Gestaltung der Benutzeroberfläche ("Nutzerinterface") hat sich das von der TU Darmstadt aus koordinierte Team an der Wetter-App von Apple orientiert. Es gibt verschiedene Varianten, bei denen das iPad entweder fest an der Wand installiert ist oder – was die Nutzer bevorzugen – abgenommen werden kann. Angezeigt werden aufbereitete Daten zur momentanen Solarstromproduktion an Dach und Fassade im Verhältnis zum Verbrauch im Haus und zum wöchentlichen Strom- und Wärmeverbrauch des jeweiligen Nutzers. Dahinter steht das Konzept eines bestimmten wohnflächenbezogenen Standardverbrauchs.

Strom und Wärme sind in der Miete enthalten

Mit der Zahlung einer Warmmiete erwirbt jeder Nutzer ein Jahreskontingent für Strom und Wärme. Wer mehr als die vorgegebene Strommenge verbraucht, muss dafür extra bezahlen. Die verbrauchte Wärme für Heizung und Warmwasser dagegen wird zwar ebenfalls auf dem Bildschirm angezeigt; Mehrverbrauch muss aber erst ab Ende 2020 bezahlt werden.

In fünf der Wohnungen sind die Wasch- und Geschirrspülmaschinen sogar halbautomatisch über den kleinen Bildschirm steuerbar. Die Hoffnung ist, dass die Nutzer den Betrieb der stromfressenden Maschinen am verfügbaren Solarstromangebot ausrichten, obwohl sie dafür keine finanzielle Belohnung bekommen. Annekatrin Koch: "Also sie können sagen: Spül mir in den nächsten vier Stunden, wenn Sonnenstrom verfügbar ist." Auch ein größeres Zeitfenster bis hin zu 24 Stunden lässt sich einstellen.

Manche Nutzer machen das tatsächlich, berichtet Karoline Dietel, die als Sozialwissenschaftlerin ebenfalls an der Entwicklung der Benutzeroberfläche mitgearbeitet hat; andere eher nicht: "Ich glaube, bei Familien mit kleinen Kindern gibt es mehr Pragmatismus, wann Wäsche gewaschen werden muss." Auch aus diesem Grund steht im Keller ein Lithium-Eisen-Phosphat-Akku mit einer Kapazität von 250 Kilowattstunden. So soll ein großer Teil des Sonnenstroms im Haus verwertet und wenig aus dem öffentlichen Netz bezogen werden. Angestrebt werden 54 Prozent Eigennutzung.

Carsharing-Elektroautos im Erdgeschoss

In sehr geringem Maß tragen dazu auch drei vorzugsweise mit Photovoltaikstrom von Dach und Fassade geladene Carsharing-Elektroautos bei, die in der Garage des Gebäudes bereitstehen, und die man über die Benutzeroberfläche buchen kann. Auch einen anonymen Vergleich innerhalb des Gebäudes als "spielerisches" Element enthält die Oberfläche: Jeder Nutzer kann sehen, welchen Rangplatz er beim Erfüllen des Standardverbrauchs erreicht. Doch das interessiert die Bewohner kaum.

Die Forscherinnen haben die Nutzer nach der Gebrauchstauglichkeit der Oberfläche gefragt und konnten sich zum großen Teil über eine gute Beurteilung freuen. Es gab aber auch Kritik. So empfanden knapp 23 Prozent die Bedienung als "sehr umständlich", und 36 Prozent verstanden die Grafiken nicht so recht. Das muss angesichts der Zusammensetzung der Nutzer zu denken geben: "Wir haben eine Bewohnerschaft, die von der Sozialstruktur her so 25 bis 40 ist, formal hoch gebildet, die also mit Computer, Internet und Touchscreens vertraut ist", sagt Karoline Dietel.

Mit einem anderen Problem müssen sich Dietel und ihre Kollegen nicht herumschlagen: Dass nämlich das Frankfurter Haus – wie einige andere der Gebäude im "Effizienzhaus Plus"-Programm – das Plus nicht in jedem Jahr schafft. Der offizielle Bericht zur Energiebilanz kommt erst in einigen Tagen heraus, aber im sogenannten Steckbrief des Hauses vom Januar dieses Jahres ist zwar für 2016 ein Endenergieüberschuss übers Jahr von 2732 Kilowattstunden ausgewiesen; 2017 dagegen trat ein Defizit von 5046 Kilowattstunden auf. Geplant war eigentlich ein jährlicher Überschuss von 43.622 Kilowattstunden. Und der Verbrauch des Gewerbes im Erdgeschoss ist da noch gar nicht eingerechnet.

Trotz sieben Stockwerken manchmal ein Energie-Plus

Immerhin: In manchen Jahren schafft es ein solches Haus, vor Ort übers Jahr mehr Energie abzugeben als aufzunehmen. Dabei hatte einer der Väter dieses Konzepts, der Braunschweiger Professor für Bauphysik Norbert Fisch, in seinem 2012 herausgegebenen Standardwerk "Energieplus – Gebäude und Quartiere als erneuerbare Energiequellen" noch geschrieben, in Deutschland sei ein solches Energie-Plus nur bei bis zu vier Geschossen zu erreichen. Das Frankfurter Haus hat zusätzlich zum gewerblich genutzten Erdgeschoss sage und schreibe sieben Stockwerke mit Mietwohnungen.

Der Trick, um die relativ kleine verfügbare Dachfläche mit ihren 250 Kilowatt maximaler Solarleistung zu ergänzen, sind die Photovoltaikmodule an der Fassade, die für weitere 120 Kilowatt Spitzenleistung ausgelegt sind. Eine andere günstige Voraussetzung ist weniger offensichtlich. Als Wärmequelle für die Wärmepumpe kann ein nahegelegener Abwasserkanal herangezogen werden. Auf einer Länge von etwas über 50 Metern steht hier ganzjährig Wärme auf relativ hohem Temperaturniveau zur Verfügung. Die Stadtverwaltung verlangt für die laufende Nutzung des Abwassers keine Gebühr – anders als das zum Beispiel in Berlin der Fall wäre. von Alexander Morhart

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Leitfaden unterstützt Kommunen beim Contracting

24. Mai 2018 - 7:00

Der Leitfaden erklärt unter anderem die Funktionsweise, Ziele, Vorteile, Finanzierung von Energiespar-Contracting und die verschiedenen Contracting-Modelle. Darüber hinaus informiert er zur Genehmigungspraxis und haushaltsrechtlichen Handhabung. In einer Übersicht werden die wichtigsten Fragen zur Einführung eines Energiespar-Contractings kurz beantwortet.

Beim Contracting plant, realisiert und finanziert ein externer Dienstleister, der Contractor, technische, bauliche und organisatorische Maßnahmen, um den Energieverbrauch eines Gebäudes und damit die Energiekosten zu senken. Die Energiekosteneinsparung und Reduzierung der CO2-Emissionen garantiert der Contractor vertraglich. Für seine Dienstleistungen und Investitionen erhält er als Vergütung einen Teil der Kosteneinsparung.

Wesentlicher Vorteil des Energiespar-Contractings für Kommunen: Durch die externe Vergabe des Betriebs, Monitorings und der Wartung der Anlagentechnik ist das kommunale Personal über einen festgelegten Zeitraum mehrere Jahre entlastet. Entscheiden sich Kommunen für Contracting, sparen sie Geld für Personal und Energie. Gleichzeitig dient es dem Klimaschutz und damit dem Image der Kommune. Quelle: Dena / sue

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Tagung stellt nachhaltige Quartiere vor

23. Mai 2018 - 7:00

Quartiere können Teil einer ganzheitlichen Lösung für die Stadtentwicklung sein, indem sie Ökonomie, Ökologie, soziale sowie kulturelle Aspekte zusammenführen und dabei Konzepte für eine nachhaltige, städtische Entwicklung vereinen. Sie bieten Möglichkeiten für zukunftsfähiges Wohnen, Energieversorgung und Mobilität als auch Aspekte zur Anpassung an den Klimawandel auf Quartiersebene und können dementsprechend der Lebensqualität der Bewohner zugutekommen. Auch in Hamburg gibt es einige zukunftsweisende Entwicklungsgebiete auf Quartiersebene wie den Baakenhafen in der HafenCity oder das Gebiet "Mitte Altona".

Die Fachveranstaltung findet am Montag, 18. Juni, statt. Zielgruppe sind Architekten, Stadtplaner, Projektentwickler, Akteure aus Wissenschaft und Industrie, Vertreter aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Verbänden, der Wohnungswirtschaft und von Bauunternehmen sowie die Öffentlichkeit. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe zum diesjährigen Schwerpunktthema "nachhaltige Quartiersentwicklung" der RENN.nord. Die Abschlussveranstaltung findet am 6. September in Hannover statt. Den Abschluss des Veranstaltungstages in Hamburg bildet eine Führung durch den Tagungsort, das Wälderhaus, zum Thema nachhaltiges Bauen.

Informationen zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Website des Zebau. Quelle: Zebau / sue

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KfW zeichnet Schwarzwaldhof aus

22. Mai 2018 - 8:00

Jeweils drei Nominierte in den Kategorien Bestands- und Neubau gab es. Außerdem wurde zum zweiten Mal in der Geschichte des Preises ein internationales Projekt ausgezeichnet. Auch die Jury unter der Leitung des Architekten Hans Kollhoff vergab einen eigenen Preis.

Zunächst aber schilderte der Staatssekretär im Innenministerium, Stephan Mayer, die Ziele der Wohnungspolitik der neuen Bundesregierung. Breit ging er auf das Baukindergeld ein und kündigte einen Wohngipfel für den Frühherbst an. Kein Wort jedoch zur steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung, die im aktuellen Haushaltsentwurf für 2018 nicht zu finden ist. Mit Sicherheit soll laut Mayer aber eine andere Vereinbarung des Koalitionsvertrags umgesetzt werden: Die Modernisierungsumlage soll auf acht Prozent der anrechenbaren Baukosten beschränkt werden. Aktuell sind es elf Prozent. Außerdem soll die Umlage nur sechs Jahren lang erhoben werden und auf drei Euro pro Quadratmeter gedeckelt sein.

Ein Landhaus mitten in München

Dann gehörte die Bühne den Preisträgern. Den ersten Preis in der Kategorie Neubau erhielt das Erzbistum Köln. Das Architektenbüro LK Architekten verwandelte einen Rückzugsort von Nonnen in Köln-Kalk zum Ensemble aus Alt- und Neubauten. 43 preisgünstige Wohnungen entstanden, dazu Büros und ein Bildungs- und Begegnungszentrum für Einheimische, Flüchtlinge, Familien und Singles.

Den zweiten Preis erhielt ein ländlich anmutendes Holzhaus, das in einen Münchner Hinterhof in der Zieblandstraße gestellt wurde. Drei Seiten des Gebäudes fallen mit den Grundstückgrenzen überein. Deshalb entschied sich das Büro Heim Kuntscher Architekten mit den Bauherren Sabine und Jürgen Krieger, drei Außenmauern aus Stein herzustellen. Diese sollten möglichst wenig Pflege brauchen, weil sie eventuell von den anderen Grundstücken aus nicht mehr zugänglich gewesen wären. In diese Hülle wurde eine dreistöckige Innenkonstruktion ganz aus Holz gestellt. Der Bau ist nicht nur unkonventionell, sondern auch energetisch hocheffizient: Er erfüllt den KfW-40-Standard.

Der dritte Neubaupreis ging an eine Wohnstätte der Lebenshilfe in Berlin. Das Gebäude vom Büro Urbane Prozesse bietet 40 Behinderten ein Zuhause.

Bach treibt Wärmepumpe an

Den ersten Preis in der Kategorie Bestandsbau erhielt ein Mittelreihenhaus im fränkischen Pappenheim. In einer Altstadtgasse setzte der Bauherr und Architekt Michael Aurel Pichler ein nur vier Meter schmales Haus instand. Da der Baugrund zur Nässe neigte, wurde das Erdgeschoss im Baujahr 1740 aus Kalksteinen gefügt, die keine Feuchte aufsteigen lassen. Das platzsparende Fachwerk folgt erst darüber und schmiegt sich eng an die Nachbarhäuser. Das Haus lässt sich so ziemlich mühelos heizen. Historische Bauteile wie die Dielenböden, die originalen Hoffenster und die Steinlamellen aus Pappenheimer Jura in den Fensterlaibungen wurden abgeschliffen und restauriert. Verwendet wurden haltbare, denkmalgerechte Materialien wie Kalkputz, Standöl und Hanfdichtung. Allein die Fenster zur Straße, die original nicht mehr auffindbar waren, ersetzte Pichler durch sprossenlose, den Rahmen nicht zeigende moderne Dreifachfenster.

Den zweiten Preis erhielten Iris und Christian Müller für die Sanierung eines Altstadthauses aus dem 16. Jahrhundert in Weiden. Dank der Arbeit des Architekten Karl-Heinz Beer ist es jetzt hell und vielfältig nutzbar.

Der dritte Preis ging an ein barockes Amtshaus in Bayern. Besitzer Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach und der Architekt Josef Anglhuber von Aris Architekten sehen es als Startprojekt für die Neubelebung des Ortes Jettenbach. Nach einer denkmalgerechten Sanierung bietet das Haus vier Wohnungen, darunter ein 200 Quadratmeter-Loft im früheren Getreidespeicher sowie Platz für Gewerbe. Der Clou der Sanierung: Das Wasser des nahen Baches wird zur Stromerzeugung für die Wärmepumpe genutzt. Architekt Anglhuber sieht die Erhaltung eines alten Gebäudes auch unter dem Gesichtspunkt, dass graue Energie weiter genutzt wird: "Das ist im Endeffekt sehr wirtschaftlich."

Energieautark dank Geothermie

Den Sonderpreis der Jury bekamen die Architekten Anja Kluge und Ingolf Gössel. Sie bauten mit viel Liebe den mehr als 400 Jahre alten Kienzlerhansenhof im Schwarzwald mit dem typischen, weit herab gezogenen Vollwalmdach aus. Die Gemeinde hatte sich eine Bewirtschaftung von den Käufern gewünscht, was die beiden Architekten mit ihrem Büro in Stuttgart dank der Mithilfe ihrer Familie leisten können. Heute ist der Hof ein modernes Effizienzhaus und dank einer 130 Meter tiefen Erdsondenbohrung weitgehend energieautark. Dabei hatten die Bauherren Glück: Aufgrund von geologischen Karten schätzten sie, dass sie in der Tiefe 12 bis 15 Grad heißes Wasser finden würden. Gestoßen sind sie auf 21 Grad heißes Wasser. Die daran angeschlossene Wärmepumpe kommt so auf eine Jahresarbeitszahl von 5 bis 6, berichtet Ingolf Gössel.

Das Wärmekonzept arbeitet außerdem mit den schweren Speichermassen des Hauses, die durch die Dämmung aus Holzfaserplatten noch verstärkt wurden. Statt einer Dreifachverglasung gibt es Kastenfenster mit einer 14 Zentimeter breit stehenden Luftschicht.

Ein Haus aus dem 3D-Drucker

Den Preis für ein internationales Projekt gewann das Gebäude "Alizari" für soziales Wohnen im Passivhaus-Standard in der Normandie, finanziert von der französischen Förderbank Caisse des Dépôts. Das Gebäude ist nach dem französischen Standard zur Energieeinsparung und Minderung der CO2-Emissionen (E+C) klassifiziert.

Bauherr ist Habitat 76, mit 38.000 Wohneinheiten die größte Sozialwohnungsgesellschaft in der Normandie. Die Mieter teilen sich Waschküche und Trockenraum, Lese- und Spielzimmer, Fahrradgarage, Bastelraum und ein Elektromobil. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert doppelt so viel Strom wie für den Betrieb der Gemeinschaftseinrichtungen benötigt wird. Die Isolierung des Gebäudes mit 30 Zentimeter Polystyrol, die Dreifachverglasung und ein aufwändiges Lüftungssystem, über das die Wohnungen auch beheizt werden, tragen zur Erfüllung des Passivhausstandards bei. Im Keller steht eine Pelletheizung für sehr kalte Tage. Temperatur und Licht lassen sich per Fernbedienung einstellen, denn Alizari ist auch ein Smart Home.

66 Prozent der Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro stellte die Caisse des Dépôts, Frankreichs Hauptfinanzierer des sozialen Wohnungsbaus, als Langfristdarlehen zur Verfügung. 25 Prozent investierte die Wohnungsbaugesellschaft, die restlichen neun Prozent kamen in Form von staatlichen Zuschüssen und Darlehen privater Geber zustande.

Die Mehrkosten von rund 30 Prozent für den Passivstandard kann der Bauherr wegen der gedeckelten Sozialmieten nicht wieder hereinholen. Doch Habitat 76 sei schon immer "so etwas wie die Spitze der Bewegung" unter den Sozialbauträgern gewesen und wolle diese Stellung auch halten, sagte Habitat 76-Direktor Sébastien Métayer. Zum Beispiel mit einem der ersten kleinen Häuser, das in Frankreich auf einem 3D-Drucker hergestellt wird und das Habitat 76 im Juni der Öffentlichkeit vorstellen will. von Susanne Ehlerding

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Alle Gebäude des Solar Decathlons archiviert

21. Mai 2018 - 7:00

In jedem Solar Decathlon entwerfen und bauen etwa 20 Studententeams aus aller Welt Häuser, die sie dann  zwei Wochen lang an einem zentralen Wettbewerbsstandort präsentieren und betreiben. Alle Häuser müssen die gleichen Anforderungen hinsichtlich Größe und Funktion erfüllen. Während der Präsentation werden Energieverbrauch und solare Energiebereitstellung gemessen und weitere Parameter bewertet. Das schafft eine Vergleichbarkeit, die weltweit einzigartig und ein bedeutendes Potenzial des Solar Decathlon ist.

Um dieses Potenzial nutzbar zu machen, wurde an der Bergischen Universität Wuppertal im Rahmen eines Forschungsprojekts die "Building Energy Competition & Living Lab Knowledge Platform" (www.building-competition.org) entwickelt. Die englischsprachige Online-Datenbank macht die große Menge an Informationen zu den vergangenen und kommenden Wettbewerben zugänglich und bringt sie in eine einheitliche Struktur. So ist nicht nur eine zentrale Archivierung gesichert, sondern auch eine zusammenfassende Auswertung und ein Vergleich möglich.

In der Datenbank wird jeder bisherige und auch jeder zukünftige Solar Decathlon nach demselben Schema strukturiert erfasst. Neben den umfangreichen Daten, Dokumenten und Fotos der Teams und Häuser ist auch der jeweilige Wettbewerbsrahmen dokumentiert. Die wesentlichen Informationen der einzelnen Gebäude sind in Stammdatenblättern gespeichert, sogenannten Fact Sheets. Informationen aus den Fact Sheets lassen sich übergreifend für einen Wettbewerb exportieren. Die Vergabe von Tags ermöglicht Analysen im Hinblick auf verwendete Technologien, Gebäudeperformance und Materialen.

Die Datenbank ist im Internet frei zugänglich. Für nicht eingeloggte Nutzer sind nur ausgewählte Inhalte sichtbar. Neben dem Administrator können sich Teams, Organisatoren und Wissenschaftler registrieren, denen sich damit weitere, jeweils unterschiedliche Möglichkeiten der Einsichtnahme und Bearbeitung eröffnen.

Auch für den 2018 gestarteten EBC Annex 74 der Internationalen Energieagentur IEA kann die Datenbank hilfreich sein. Unter deutscher Leitung entwickeln dort Bauwissenschaftler aus aller Welt die vorhandenen Wettbewerbsformate und Living Labs weiter und diskutieren auch neue Konzepte, um eine möglichst große öffentliche Wirkung im Bereich nachhaltiger Gebäude zu erzielen.

Der Studentenwettbewerb Solar Decathlon wurde erstmals 2002 in den USA ausgetragen und soll die breite Öffentlichkeit für das Thema energieeffizientes, solares Bauen begeistern. Drei Wettbewerbe wurden bisher in Europa ausgerichtet. 2019 findet der nächste Solar Decathlon Europe in Ungarn statt. Mittlerweile gibt es den Solar Decathlon auch in China, Zentralamerika, im Nahen Osten und in Afrika. Die Wettbewerbsserien sind unabhängig voneinander organisiert. Grundlagen und Ziele stimmen überein, die konkreten Anforderungen unterscheiden sich in Details. Quelle: Energiewendebauen / sue

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Industriegebiet für effizienten Ausbau gesucht

20. Mai 2018 - 7:00

Ressourcen bestmöglich verwerten und Abfall sowie Emissionen weitgehend vermeiden, stellt für Unternehmen und Gemeinden einen immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor dar, schreiben die drei Institute. Ziel der Ultraeffizienzfabrik ist es, Wertschöpfungsprozesse zu schaffen, die Material, Energie, Personal und Kapital in einer Fabrik so einsetzen, dass weder Abfall noch Abwasser und Abluft entstehen.

Im Rahmen eines vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekts soll ein ganzheitliches Konzept für den Aufbau stadtnaher ultraeffizienter Industriestandorte entwickelt werden. Dieses wird von den drei beteiligten Fraunhofer-Instituten für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB gemeinsam mit den ansässigen Unternehmen, der Gemeinde unter Beteiligung von Fabrik- und Stadtplanern erstellt.

Städte, Gemeinden und Unternehmen in Baden-Württemberg, die Effizienz- und Effektivitätsmaßnahmen in einem Industriegebiet planen oder bereits umsetzen, sind aufgefordert, sich zu bewerben.

Der Gewinner des Wettbewerbs erhält kostenneutral ein standortspezifisch entwickeltes Konzept. Enthalten sind neben Handlungsempfehlungen auch eine detaillierte, ganzheitliche Analyse von Symbiose-Effekten zum urbanen Umfeld, beispielsweise durch Stoffstrombewertungen sowie ein Geschäftsmodell für eine Standortbetreibergesellschaft nach der Vision der Ultraeffizienzfabrik.

Die bis zum 15. Juni unter www.ipa.fraunhofer.de/ultraeffizienzfabrik eingegangenen Bewerbungen werden von den Fraunhofer-Instituten geprüft und bewertet. Drei davon kommen in die engere Auswahl. Für die drei Industriegebiete wird im Anschluss jeweils eine Round-Table-Veranstaltung mit Vertretern der jeweiligen Kommune, der beteiligten Unternehmen, mit Stadt- und Fabrikplanern sowie Fraunhofer-Experten durchgeführt. Daraus wählt Fraunhofer aufgrund der Ultraeffizienz-Kriterien ein Industriegebiet aus. Kosten entstehen für die Teilnehmer keine, da die Entwicklung des Konzepts im Rahmen des Forschungsprojekts "Ultraeffizienzfabrik" stattfindet. Quelle: Fraunhofer / sue

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Perto packt Kunden bei ihrer Bequemlichkeit

18. Mai 2018 - 7:00

Der promovierte Volkswirtschaftler beantwortet die Frage, warum so viele veraltete, stromfressende Heizungs-Umwälzpumpen und andere Geräte laufen und laufen und laufen, mit der Bequemlichkeit der meisten Verbraucher. Und als Konsequenz daraus fordert er nicht eine höhere Förderung oder "Aufklärung" für ein "Umdenken". Sondern Schröers Konzept arbeitet mit genau dieser Bequemlichkeit und bringt so bereits 30.000 Euro Umsatz pro Monat – allerdings bisher keinen Gewinn, wie es sich für ein echtes Start-up gehört.

Bequeme Verbraucher bilden also Sebastian Schröers Zielgruppe, zum Beispiel als private Hausbesitzer oder als Entscheider im Handel und in kleineren Industrieunternehmen. "Die großen Firmen haben meistens eine Energieabteilung, aber bei den kleineren fehlt die Transparenz." Transparenz im Sinne von Wissen, wieviel Energie ein vorhandenes Gerät verbraucht; wieviel stattdessen ein neues Gerät verbrauchen würde; in welcher Höhe Kosten bei einem Austausch anfallen, aber auch voraussichtlich eingespart würden.

Und auch, welcher Handwerker überhaupt bereit ist, zum Beispiel eine Heizungs-Umwälzpumpe oder Trinkwasserzirkulationspumpe auszutauschen. Schröer: "Sogar wenn man schon weiß, wie man was einbauen muss, muss man trotzdem noch jemand finden, der das macht. Das ist momentan ein Problem, weil die meisten Handwerker kein Interesse an so einem Pumpentausch haben – schon gar nicht in der Heizsaison." Die Themen "Förderdschungel" und "Papierkram" sind da noch nicht einmal angesprochen.

Die meisten Leute sind bequem

Bei den meisten Leuten sei "eine Bequemlichkeit da". Und die hat ihren Preis: "Meistens haben die Leute eine hohe Zahlungsbereitschaft für einen Komplettservice." Eine hohe, aber auch nicht unbegrenzte, könnte man entgegnen. Doch hier kommt Schröers kostenbewusstes Geschäftsmodell ins Spiel, das man mit den Stichwörtern "schlank" und "Mengenvorteile" charakterisieren kann.

Schlank ist der Ablauf bei Perto, weil die Erstanfahrt entfällt, und weil eine Datenbank das Identifizieren des vorhandenen Pumpenmodells erleichtert. Falls der Handwerker nicht sowieso im Haus ist, etwa wegen der regelmäßigen Wartung der Heizungsanlage, müsste er zum Herausfinden des Fabrikats und der Einbausituation extra anfahren. Stattdessen läuft es nach Schröers Konzept so ab:

Der Hausbesitzer geht in den Heizungsraum, fotografiert die Pumpe mit den Rohren drumherum und deren Typenschild. Die beiden Fotos schickt er übers Internet an Perto. Ein Mitarbeiter des Unternehmens identifiziert die Pumpe mit Hilfe einer Datenbank, in der zurzeit knapp 6000 Modelle und deren technische Daten gespeichert sind. Am nächsten Werktag bekommt der Hausbesitzer einen kostenlosen "Effizienzbericht". Darin findet er für seine alte Pumpe die Produktbezeichnung, den Jahres-Stromverbrauch und die jährlichen Kosten unter standardisierten Annahmen für Jahresbetriebsstunden, Lastgang und Strompreis (29 Cent pro Kilowattstunde, pro Jahr drei Prozent mehr).

Bei effizienter Pumpe: Austausch nicht empfohlen

Falls die vorhandene Pumpe bereits so effizient ist, dass sich eine Neuanschaffung nicht lohnt, erhält der Hausbesitzer den Hinweis "Austausch nicht empfohlen". Im anderen Fall empfiehlt ihm Perto ein passendes Modell, nennt die zu investierenden und jährlich einsparbaren Kosten sowie die voraussichtliche Amortisationszeit ohne Anrechnung von Zinsen, aber mit eingerechneter Förderung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Er erhält zugleich ein Angebot für einen durch das Unternehmen organisierten Austausch – mit dem Beschaffen der neuen Pumpe sowie dem Finden und Organisieren des Handwerkers – zu einem Festpreis.

Ähnlich bequem geht es, falls der Hausbesitzer den Auftrag erteilt, laut Sebastian Schröer weiter: "Innerhalb von zwei bis drei Wochen, nachdem sie einen Auftrag ausgelöst haben, bekommen sie einen Montagetermin zur gewünschten Tageszeit. Dann erhalten sie die Rechnung und den vorausgefüllten Förderantrag." Der Förderantrag müsse lediglich unterschrieben und ans Bafa geschickt werden; sogar den Briefumschlag dafür sendet Perto ins Haus. "Dann dauert es erfahrungsgemäß zwei bis drei Wochen, bis das Geld auf dem Konto ist."

Amortisationszeit beträgt 2,5 bis 3,5 Jahre

Aus der Forschung ist bekannt, dass das fachgerechte Ersetzen ineffizienter Pumpen sich schnell bezahlt macht, und das bei relativ kleinem Investitionsbedarf. Das sagt auch Schröer nach Auswertung der bisherigen Geschäftsabschlüsse. "Beim Einfamilienhaus – Förderung schon abgerechnet – sind Sie bei 300 bis 400 Euro bei einer Amortisationszeit von zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren im Mittel." Für typische Firmenkunden, also zum Beispiel Besitzer von Mietshäusern oder kleine und mittlere Unternehmen (KMU), gibt er eine ähnlich kurze Amortisationsdauer an – naturgemäß bei einer viel größeren Spanne des Investitionsumfangs: Von 500 Euro bis zu 15.000 oder 20.000 Euro reiche der.

Das heißt aus der Sicht des jeweiligen Hausbesitzers: Auch wenn der zeitliche Aufwand, den er in das Projekt "Pumpenaustausch" stecken muss, durch das Perto-Verfahren in allen Fällen recht klein gehalten wird, ist der finanzielle Erfolg bei einem größeren Gebäude meist ungleich höher. Und so ist auch der Erfolg, den Schröer bisher bei Besitzern großer Gebäude erreichen konnte, höher. Konkrete Zahlen nennt er nicht, räumt jedoch ein: "Wir haben gemerkt, dass bei Privatkunden das Thema doch ziemlich sperrig ist, und konzentrieren uns zunächst auf die Firmenkunden."

Trittbrettfahrer sind die große Ausnahme

Könnte es sein, dass eine nennenswerte Anzahl privater Hausbesitzer zwar gern die kostenlose Beratung durch Perto in Anspruch nimmt, später die Pumpe auch austauschen lässt – aber nicht wie erhofft über Schröers Start-up? "Das kann passieren, aber meistens haben die Leute eine hohe Zahlungsbereitschaft für einen Komplettservice." Er habe es zweimal erlebt, dass er ein Angebot gestellt habe, "und die Leute dann zu ihrem lokalen Handwerker gegangen sind – und der das unterboten hat vom Preis her und das gemacht hat."

Dass ein solcher Verlauf die große Ausnahme ist, liegt laut Sebastian Schröer schon an den meist desinteressierten Handwerkern. "Wenn man ein Versicherungsangebot vergleichen will, geht man zu Check24; das ist nur ein Klick. Aber bei einem Pumpentausch Alternativen zu kriegen, ist ein Riesenproblem." Doch sogar wer es auf sich nimmt, bei vielen Handwerkern anzuklopfen, um schließlich einem davon ein Alternativangebot abzuringen, bekommt das Ganze selten woanders billiger, folgt man Schröer:

"Wir haben gemerkt, dass wir selbst beim Einfamilienhaus nicht nur Qualitäts-, sondern auch Kostenführer sind. Wir unterbieten meistens die normalen Handwerksbetriebe." Das liege neben der eingesparten Erstanfahrt auch daran, "dass wir den Papierkram standardisiert haben, was die Handwerker nicht haben und deswegen mehr Zeit investieren müssen und natürlich dann auch kalkulieren." Diesen Gesichtspunkt der "schlanken" Abläufe hofft Schröer ab 2019 zu forcieren: Er will eine Computeranwendung bis zu dem Punkt bringen, an dem sie ohne Zutun eines Mitarbeiters aus den Kundenfotos die alte Pumpe identifiziert.

Kostenvorteil lebt von Masse

Schon jetzt gibt es aber auch den Mengenvorteil beim Einkauf der neuen Pumpe. Schröer nennt erwartungsgemäß seine Konditionen nicht, bezeichnet aber den Unterschied beim Einkaufspreis zum Handwerker von nebenan "substanziell". Perto tausche bereits jetzt pro Tag ungefähr eine Pumpe aus. Ein durchschnittlicher Handwerksbetrieb in Deutschland kaufe 30 bis 50 Pumpen pro Jahr – wenn er überhaupt Heizungen im Programm habe. "Es gibt ja ganz viele SHK-Betriebe, die bauen Bäder und machen ansonsten nur Notfalldienste, installieren also gar keine Heizungen. Sie können sich ausrechnen, wie niedrig deren Rabatt ist."

Sowohl dieser Vorteil beim Einkaufspreis als auch das Verteilen der Grundinvestitionen, um schlanke und auf eine große Zahl von Kunden übertragbare Abläufe auszutüfteln, auf möglichst viele Geschäftsvorfälle lebt also von der Masse. Um diese Masse zu erreichen, arbeitet Schröer unter anderem mit Wärmeversorgern zusammen, die ihren Kunden den Pumpentausch unter eigenem Namen als zusätzliche Leistung anbieten können. Er nennt als Beispiele in Berlin die Innogy-Tochter BTB, Vattenfall oder die Stadtwerke Lübeck. Im Dezember 2017 warb er beim HEA-Kongress für sein Konzept. Fremdkapital, um schnell groß werden zu können, erhofft er sich von einem Wagniskapitalgeber. Und wie bei vielen Gründern ist sein Arbeitstag manchmal um Mitternacht noch nicht zu Ende, wie die Absendezeit seiner E-Mails zeigt.

Kesselaustausch geht auch später noch

Zu einem umgehenden Austausch des Heizsystems, wie vom BDH gefordert, sieht Schröer "keine Konkurrenz". "Nehmen sie eine junge Familie Anfang, Mitte dreißig, die sich ein gebrauchtes Haus gekauft hat, hoch verschuldet und einfach nicht mehr liquide ist, um sämtliche Maßnahmen voll durchführen zu können." Wenn die jetzt noch kein Geld habe, um den Kessel auszutauschen, könne sie immerhin die Pumpe tauschen – und den Kessel dann, wenn sie dieses Geld zusammenhabe.

Für seine Zukunftsvision sind die Pumpen sowieso nur der Anfang – "weil es ein großer Markt ist und die mögliche Einsparung sehr hoch ist." Sind die Abläufe erst einmal eingespielt und die Kundenbeziehungen hergestellt, will er sich Durchlauferhitzer und Kühlgeräte vornehmen. "Die Endversion ist, dass sie mit ihrem Smartphone einmal durchs Gebäude gehen – egal, ob das eine Wohnung ist oder eine Fabrik." Mit einer solchen Fototour könne dann jedes beliebige energieverbrauchende Gerät transparent gemacht werden, um es auf einfache Weise auszutauschen. von Alexander Morhart

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Gemeinsam die Gebäudeeffizienz stärken

18. Mai 2018 - 7:00

Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Buveg: "Die energetische Sanierung im Bestand kommt nicht voran, obwohl hier die größten CO2-Einsparpotentiale schlummern. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind sich einig, dass alle notwendigen Technologien und Instrumente vorhanden sind, um die Energieeinsparung zu heben. Trotzdem passiert zu wenig bei der Förderung gerade bei der Sanierung des Gebäudebestands. Noch stärker als in der Vergangenheit wollen wir deshalb gemeinsam vorgehen, um die Bundesregierung zu notwenigen Impulsen anzuregen."

Buveg und Deneff werden sich insbesondere dafür einsetzen, dass die steuerliche Förderung für Eigenheimsanierer und ein ambitioniertes Gebäudeenergiegesetz (GEG) schnell umgesetzt werden. Die Steuerförderung war im jüngsten Haushaltsentwurf der Bundesregierung nicht enthalten, obwohl der Koalitionsvertrag sie vorsieht. Das GEG soll noch in diesem Jahr kommen.

Darüber hinaus sieht die Kooperationsvereinbarung sowohl den regelmäßigen Austausch über Best Practices und die zentralen Themen im Bereich der Energieeffizienz als auch das Bemühen vor, das öffentliche Bewusstsein für den effizienten Umgang mit Energie durch Zusammenarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit zu kräftigen.

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deneff: "Ohne eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudesektor sind die Klima- und Energiewendeziele Makulatur. Deshalb müssen jetzt die richtigen Weichen für die kommenden Jahre gestellt werden – und zwar im Bestand und im Neubau. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Buveg. Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass aus dem Slogan "Efficiency First" ein Handlungsgrundsatz für den Gebäudebereich wird."

Der Buveg – Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle repräsentiert alle an der Gebäudehülle beteiligten Gewerke. Die Deneff tritt als unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk von Vorreiterunternehmen und -organisationen für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik ein. Quelle: Buveg / sue

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Energiewende im Gebäudebereich stagniert

16. Mai 2018 - 8:00

"Die derzeitigen Anstrengungen im Bereich Energieeffizienz sind nicht ausreichend, um die Klimaschutzziele und damit die anvisierte Treibhausgasreduzierung im Gebäudebereich zu erreichen", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. "Für eine umfassende Wärmewende ist sowohl der Einsatz energieeffizienter Heizungsanlagen, Fassaden und Fenster als auch die Anwendung innovativer Techniken und Geschäftsmodelle wie das serielle Sanieren notwendig. Darüber hinaus ist die Energiewende ein gesellschaftspolitisches Projekt, bei dem es darum geht, die Menschen für klimafreundliches Bauen und Sanieren zu begeistern. Mit unserem Gebäudereport wollen wir eine solide Datenbasis schaffen und zu mutigen Entscheidungen anregen."

Neben aktuellen Trends zur Energieeffizienz im Gebäudebereich präsentiert der Dena-Gebäudereport eine Auswahl von Zahlen, Daten und Analysen zum Gebäudebestand, Energieverbrauch und klimapolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Dabei wird deutlich, dass auch bei anderen Messwerten wie zum Beispiel den Treibhausgasemissionen eine Stagnation zu beobachten ist: Zwar sind diese erst über mehr als 20 Jahren konstant gesunken, verharren jedoch seit 2014 bei etwa minus 28 Prozent im Vergleich zu 1990.

Damit zeichnet sich ab, dass das für 2020 anvisierte Klimaschutzziel der Bundesregierung, eine Reduktion um 40 Prozent, nicht erreicht wird. Auch die Ziele für die Jahre 2030 und 2050 sind nach Einschätzung der Dena in Gefahr.

Wärme und Strom in Gebäuden sind mit 36 Prozent für mehr als ein Drittel des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Effizienztechnologien bieten viele Einsparpotenziale, insbesondere auch in Nichtwohngebäuden. Die Wärmewende ist dabei immer stärker als Teil einer integrierten Energiewende zu verstehen, bei der die Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen den Sektoren Strom, Gebäude, Verkehr und Industrie mitgedacht werden.

Wie der Gebäudereport zeigt, spielen schon jetzt Querverbindungen wie die Erzeugung von Strom durch Wärme beziehungsweise von Wärme durch Strom eine wichtige Rolle. Gleichzeitig nehmen Gebäude eine zentrale Position in einem integrierten Energiesystem ein: Sie fungieren als Ort, an dem Energie produziert, gespeichert und abgegeben werden kann.

Der Dena-Gebäudereport erscheint seit diesem Jahr in einem neuen, kompakten Format und präsentiert, übersichtlich und grafisch aufbereitet, eine Auswahl wichtiger Zahlen, Daten und Analysen zum Thema "Energieeffizienz im Gebäudebestand". Er bietet damit eine solide Grundlage für eine faktenbasierte Kommunikation und verlässliche Prognosen, um die Energiewende im Gebäudebereich vorausschauend gestalten zu können. Quelle: Dena

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EU lässt Innendämmung erforschen

15. Mai 2018 - 8:00

Gebäude, die vor 1945 gebaut wurden, verbrauchen überdurchschnittlich viel Energie. Gleichzeitig sind sie oft schwierig zu dämmen, weil historische Fassaden nicht beeinträchtigt werden sollen. RIBuild versucht im Zeitraum von 2015 bis 2019 Richtlinien für eine energieeffiziente Innenisolierung der Außenwände zu entwickeln, ohne dabei den hohen architektonischen und kulturellen Wert der Gebäude zu beeinträchtigen. Möglicherweise können durch die Innenisolierung 15 bis 20 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden.

Beteiligt an dem Projekt sind Forschungsinstitute und Unternehmen aus sechs EU-Ländern und der Schweiz. Geleitet wird RIBuild von der Aalborg Universität Kopenhagen (AAU). "Das Projekt wird von zwei Seiten angegangen", sagt die Wissenschaftlerin Eva B. Møller vom AAU, "aus Sicht der Wissenschaftler und aus Sicht der Anwender. Wir versuchen einerseits Materialien genau zu bestimmen, sie zu gruppieren und Simulationen durchzuführen. Andererseits ist es auch ein Ziel, die Ergebnisse für die Anwender praxisfreundlich zugänglich zu machen", sagt sie.

Online-Plattform für Architekten und Ingenieure

Für die Nutzerseite entwickelt das Projekt eine Online-Plattform, über die Architekten und Ingenieure Forschungsergebnisse abrufen können. Es soll möglich sein, je nach Klimazone und Lage, mehr über das Material der Bestandsgebäude zu erfahren und gleichzeitig Empfehlungen zum bestgeeigneten Dämmmaterial und zur Dämmstärke zu erhalten. Außerdem wird eingeschätzt, wie viel Energie durch die Innendämmung eingespart werden kann.

Die Technische Universität Dresden trägt mit Fallstudien, Simulationen und Labormessungen zum RIBuild-Projekt bei. Testgebäude der Universität sind zum Beispiel die Villen im Zöllnerviertel in Weimar, die mit verschiedenen Innendämmsystemen saniert wurden. "Mit Hilfe von Monitoringsystemen und Sensoren werden alle zehn Minuten Messwerte erhoben", erklärt Professor John Grunewald, der an der TU Dresden das Institut für Bauklimatik leitet. Mithilfe dieser Messungen können Rückschlüsse auf die verschiedenen Belastungen gezogen werden, denen das Dämmmaterial ausgesetzt ist. "Wie bei einer Wettervorhersage können wir mit der Simulation vorausberechnen, wie sich ein Material in der Anwendung verhalten wird", sagt Grunewald. Das EU-Projekt ermöglicht die zeitintensive Auswertung der Daten und die Aktualisierung der Datenbanken, die an die neuesten Entwicklungen am Markt angepasst werden müssen.

Feuchtemanagement verbessern

Das Kritische an der Innendämmung ist das Feuchtemanagement. In kalten Klimazonen wird durch die Innendämmung die Außenkonstruktion kälter, da weniger Wärme von Innen nach Außen gelangen kann. Dies kann dazu führen, dass die Bestandskonstruktion mehr Feuchte aufnimmt und Schimmel- oder Frostschäden entstehen. "Um der Feuchteproblematik entgegenzuwirken, braucht es Lösungen, die diffusionsoffen und kapillaraktiv sind", meint Professor Grunewald. Durch die kapillare Rückleitfähigkeit kann Feuchtigkeit von der kalten Seite der Dämmung zurück in den Innenraum transportiert werden, wo sie unschädlich ist.

"Historische Häuser haben schon immer 'geatmet'", sagt Grunewald. Die Wände sind diffusionsoffen und können Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und bei trockenem Raumklima wieder abgeben. Das führt zu einem besseren Wohnklima. "Diese Eigenschaften sollen auch weiterhin erhalten bleiben und nicht durch Dampfsperren zerstört werden", so Grunewald. Deshalb empfiehlt er Dämmplatten, die aus mineralischen Baustoffen, wie Kalk und Sand bestehen. Auch die Calciumsilikatplatte mit zusätzlichen Celluloseanteilen, sieht er als geeignetes Dämmmaterial. Materialien, die auf fossilen Stoffen basieren wie Polystyrolerzeugnisse werden laut Grunewald "absolut nicht empfohlen".

Die kapillaren Eigenschaften von Dämmmaterialien zu nutzen, steht auch bei dem Berliner Architekten- und Ingenieurbüro Ziegert, Roswag, Seiler (ZSR) im Vordergrund. Das Büro setzt insbesondere auf Naturbausysteme und ist seit mehreren Jahren in der Lehmbau-Forschung aktiv. "Mit einer klimaaktiven Innendämmung durch Holzfaser und Lehm, kann ohne Dampfsperren dicker, sicherer und kostengünstiger gedämmt werden", so Eike Roswag.

Naturdämmstoffe mit großen Potenzialen

Der Umgang mit organischen Isoliermaterialien wird beim RIBuild-Projekt stark diskutiert. Laut Møller möchte ein Teil der Forschungsinstitute organische Materialien wie Holzfasern überhaupt nicht berücksichtigen, da das Risiko der Schimmelbildung zu hoch sei.

Laut Eike Roswag liegen in Naturdämmstoffen jedoch große Potenziale, um ambitionierte, energetische Ziele zu erreichen. In Wismar wurde zum Beispiel das Bürgerhaus, ein UNESCO Welterbe Denkmal, vom ZRS Architektenbüro saniert. Mit der Innendämmung durch Holzfaser- und Silicatplatten, sowie Zellulose und Lehmputz konnte ein KfW-Effizienzhaus 85-Standard erreicht werden, ohne eine Lüftungsanlage einzubauen.

Feuchteschäden nach der Dämmung mit Lehmputz können auch durch die falsche Anwendung der Materialien entstehen. Bei der Renovierung der denkmalgeschützten Backsteinbauten des Urban-Krankenhauses in Berlin-Kreuzberg trat laut Andrea Klinge von den ZRS Architekten nach kurzer Zeit Schimmel im Gebäude auf. Grund dafür war, dass Lehmputz in Kombination mit Styropor verwendet wurde, was die natürliche Feuchteregulierung des Lehms beeinträchtigte.

Nach Auslaufen der Projektphase 2019 muss, laut Grunewald, auf jeden Fall weitergeforscht werden. "Die Bewertungsverfahren müssen weiterentwickelt und praxisfreundlicher gemacht werden", meint Grunewald. Bisher dauern die Materialtests pro Material ein halbes Jahr. "Es müssen einfache Materialtests entwickelt werden, die für den Anwender verlässlich sind." Bei der Frostschädigung im Mauerwerk sieht er vor allem noch Forschungsbedarf, um in Zukunft sichere Vorhersagen machen zu können. von Nastasja Metz

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Interesse an Dämmungen steigt

15. Mai 2018 - 7:00

Stark zurück ging das Interesse an neuen Heizungen, wie es der DESAX anhand der Anfragen bei der Deutschen Auftragsagengtur ermittelt. Der Index sank in diesem Bereich von 266 Punkten im März auf 182 im April. Nicht ganz so stark, aber doch deutlich, sank die Kurve im Segment Fenster. Hier fiel der Index von 237 Punkten im Vormonat auf 206 im April.

Stark steigend ist aktuell aber das Interesse an Dach und Dämmung. Hier stieg der Index von 184 Punkten im März auf 247 im April.

Basis des DESAX sind die Werte aus dem Jahr 2012. Ein Indexwert von 100 bedeutet, dass genauso viele Anfragen eingegangen sind wie durchschnittlich 2012. Die Auswertung und Veröffentlichung erfolgt monatlich. Ermittelt wird der Index von EnBauSa.de und dem Portal Dämmen und Sanieren.

Ab Juni gibt es mit dem "Immo-Energiewende-Index" einen neuen Gebäudeindex auf dem Markt. Herausgegeben wird er vom Immobiliendienstleister Ista zusammen mit dem Medium Energate. Der "Immo-Energiewende-Index" wird halbjährlich überprüfen, wie die Wirtschaft den Fortschritt bei der Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen im Gebäudesektor einschätzt. Dazu wollen die beiden Unternehmen künftig regelmäßig rund 100 Top-Entscheider aus der Energie-, Immobilien- und IT-Wirtschaft zu ihrem jeweils aktuellen Stimmungsbild befragen.

Die Energiewende im Gebäudesektor könne zum Massenmarkt für neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle werden, hieß es in der Ankündigung zum neuen Index. Dafür müssten jedoch schnellstmöglich die richtigen Weichen gestellt werden, sagte Ista-CEO Thomas Zinnöcker. "Wir sind überzeugt, dass Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit dringend mehr Transparenz über den tatsächlichen Stand der Energiewende im Gebäude benötigen. Nur so können wir die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen."

Der "Immo-Energiewende-Index" soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wie zuversichtlich die Entscheider mit den der Umsetzung der Klimaschutzziele der Bundesregierung sind und welchen Einfluss die Energiewende im Gebäude auf ihr Geschäft ausübt. "Neben Industrie und Verkehr spielt der Gebäudesektor die wichtigste Rolle bei der Erreichung der Klimaziele", sagt Energate-Geschäftsführer Dirk Lindgens. Daher sei es besonders spannend, die Entwicklung in diesem Bereich intensiv zu beobachten. Quelle: Deutsche Auftragsagentur / Ista / Energate / sue

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Bimssteine isolieren KfW-55-Gebäude

15. Mai 2018 - 7:00

"Alle Mauerwerkskonstruktionen wurden außen wie innen ausschließlich mit Produkten von Bisotherm ausgeführt, um einen homogenen und monolithischen Rohbau mit all seinen Vorzügen für die Käufer, die Maurer und auch für die Folgegewerke zu gewährleisten", sagt Jens Kühl von Titanum-Bau. Bereits im Basisgeschoss mit der Tiefgarage, den Technikräumen und den Abstellräumen wurden die Trennwände als Mauerwerkskonstruktionen mit BisoBims Vollsteinen in der Wanddicke 11,5 cm ausgeführt.

Ab dem Erdgeschoss kamen zahlreiche weitere Bisotherm-Produkte zum Einsatz. Beginnend bei dem Außenmauerwerk aus dem hochwärmedämmenden Stein Bisomark mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,08 W/mK. Damit reichte die Wanddicke von 30 cm aus, um bei den Gebäuden den KfW 55-Standard sicher zu erfüllen.

Damit die Außenwände thermisch optimal ausgeführt sind und ein durchgängiger, einheitlicher Putzgrund entsteht, wurden in den Deckenbereichen die Biso-Deckenrandelemente zur wirkungsvollen Wärmebrückenreduktion eingesetzt.

Zur wärmetechnischen Trennung und Optimierung wurde die erste Steinschicht des Außenmauerwerks auf der Stahlbetondecke über dem Kellergeschoss mit Kimmsteinen in 10 DF ausgeführt.

Für die thermische Optimierung der Innenwände kamen die speziellen, druckfesten Kimmsteine für Innenwände zum Einsatz und sorgen für die bauphysikalische und baukonstruktiv korrekte Fußpunktausbildung. Besonders bei den Innenwänden müssen diese Kimmsteine hoch druckfest sein und gleichzeitig eine niedrige Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Bautechnisch zwei gegensätzliche Anforderungen, weshalb Bisotherm spezielle monolithische Kimmsteine in der Druckfestigkeitsklasse 12 entwickelt hat.

Aufgrund ihrer Zusammensetzung und Struktur weisen diese Kimmsteine nur einen geringen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von = 0,31 W/mK auf. Da diese Steine homogen aufgebaut sind, ist diese Wärmeleitfähigkeit in allen drei Raumrichtungen gleich. Der Wärmestrom wird sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung effektiv unterbrochen.

Im Rahmen der ganzheitlichen Rohbaubetrachtung hat Bisotherm für seine Wandbaustoffprogramme auch einen speziellen wärmedämmenden Kimmmörtel im Programm, um die gesamte Gebäudeenergetik wie auch den Bauablauf zu optimieren. Zum exakten Anlegen der ersten Steinschicht auf der Betondecke kommt ein hochfester Normalmörtel M10 zum Einsatz. Zum Ausgleichen von Toleranzen ist diese Mörtelschicht bis zu 3 cm dick und somit unter energetischen Gesichtspunkten nicht vernachlässigbar.

Um Wärmebrücken in diesem Bereich zu minimieren, wurde der thermisch optimierte Kimm-Mörtel M10 (LM 21) für die beiden KfW 55-Häuser von der Titanum-Bau GmbH eingesetzt. Der Bisotherm Kimm-Mörtel entspricht der Mörtelklasse M10 nach DIN EN 998-2. Aufgrund seiner hohen Belastbarkeit ist er somit auch unter Vollblöcken der Steinfestigkeitsklasse 12 und 20 einsetzbar. Bestandteil der Mauerwerkssysteme von Bisotherm ist immer ein speziell abgestimmter Dünnbettmörtel. Quelle: Bisotherm / sue

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Software organisiert HLS-Anlagenbau und Wartung

14. Mai 2018 - 7:00

Jeder kennt das Problem: Baustellen beginnen später als ursprünglich geplant, die Vorleistungen sind nicht gegeben, teilweise passen die Pläne nicht und die Monteure müssen viele Themen vor Ort selbst lösen. Die besonderen Umstände und Änderungen müssen detailliert erfasst und dokumentiert sein. Zum Beispiel, um begründen zu können, warum die auf der Baustelle aufgelaufenen Kosten (Material und Lohn) von den kalkulierten Kosten abweichen. Zum Beispiel, um dem nachfolgenden Kundendienst für Service und Wartung eine ortsbezogene Darstellung aller Bauteile inklusive deren Einstellwerte zu überreichen. Zum Beispiel, um zur Kundenpflege und Kundenbindung den Auftraggeber mit einer digitalisierten lückenlosen Bestandsaufnahme von Leistungsfähigkeit und Seriosität des Betriebs zu überzeugen.

Nach umfangreichen Praxistests präsentiert jetzt das Münchener Unternehmen myTGA GmbH mit der gleichnamigen Software "myTGA" ein EDV-System, das den Auftragnehmer dabei qualifiziert unter die Arme greift. Das Programm hilft detailliert bei der Erstellung von Dokumenten zum Bauablauf, bei der Anfertigung einer transparenten und aktualisierbaren Bestandsdokumentation sowie bei der Kalkulation und Koordination von Wartungsverträgen gemäß AMEV, VDMA und anderer.

Die Software hat sich die Betriebsoptimierung zum Ziel gesetzt. Sie assistiert deshalb nicht nur dem Techniker, sie liefert auch den kaufmännischen Mitarbeitern einen kompletten Überblick über die Anlage und die Historie, berichtet der Hersteller. Als HLS-Firma mit etwa 350 Mitarbeitern kommt das Unternehmen myTGA selbst aus der Praxis und ging mit den Monteuren auf die Baustelle, um das System auf die gelebten/geforderten Prozesse der Handwerker auszurichten. So bietet ein weiteres praktisches Tool die Möglichkeit, direkt auf der Baustelle Bestellungen über das iPad aus einem Preisspiegel oder einem Datanormkatalog beim Großhändler aufzugeben.

Die analoge Erfassung auf der Baustelle von Bauteilen, Dokumenten, Adressen und Informationen gehört damit der Vergangenheit an. Über eine Schnittstelle werden sämtliche Daten mit dem Portal synchronisiert und können sofort im Büro weiter verarbeitet werden. Die myTGA-App ermöglicht zudem das Archivieren von Daten anderer Programme. Der myTGA-Partner im Bereich Rechenzentrum ist die KeyWeb AG. Ein deutsches Unternehmen, das seit 1997 im Webhostinggeschäft tätig ist und über sehr viel Erfahrung verfügt. Die Daten werden also ausschließlich in deutschen Rechenzentren auf einem dedizierten Server gehostet. Quelle: myTGA / sth

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DEPI-Tool erleichtert Heizkostenabrechnung

14. Mai 2018 - 7:00

Das Berechnungstool "Heizkostenabrechnung für Pelletheizungen" richtet sich speziell an Eigentümer kleiner Wohngebäude mit wenigen Wohnungen, die Heizkostenabrechnungen nicht von Abrechnungsdienstleistern erstellen lassen. Gemäß der Verordnung über die verbrauchsabhängige Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten (HeizkostenV) müssen Gebäudeeigentümer und Verwalter jährlich Heizkostenabrechnungen für Wohnungsnutzer erstellen. Auch bei mit Pellets beheizten Wohnungen gilt dabei: Der Abrechnung bei Mietwohnungen/Eigentumswohnungen muss der tatsächliche Brennstoffverbrauch (also der Pelletverbrauch und die dafür aufgewendeten Kosten) im Abrechnungszeitraum zugrunde gelegt werden.

Daher müssen zu Beginn und zum Ende des Abrechnungszeitraums die tatsächliche Pelletmenge im Lager in Tonnen und ihr Wert so genau wie möglich ermittelt werden. Die Angabe der gesamten Liefermenge im Berechnungszeitraum ist nicht ausreichend.

Damit Gebäudeeigentümer die Heizkostenabrechnung für Immobilien mit Pelletfeuerung selbst durchführen können, hat das Deutsche Pelletinstitut das Excel-basierte Berechnungstool entwickelt. Dabei werden die einzelnen Pelletlieferungen im Abrechnungsjahr und der Anfangs- und Endbestand des Lagers berücksichtigt. In einem Infoblatt erklärt das DEPI die Nutzung des Tools und worauf bei der Heizkostenkostenabrechnung bei Pelletheizungen besonders zu achten ist. Das kostenlose Berechnungstool sowie das Infoblatt nur Nutzung finden sich auf der DEPV-Webseite. Dort wird außerdem erläutert, wie der Betreiber der Heizung den Pelletverbrauch beziehungsweise die Pelletmenge im Lager ermitteln kann. Quelle: DEPI / sth

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Smartfox Pro optimiert den Eigenverbrauch

13. Mai 2018 - 7:00

Smartfox Pro verteilt den Strom so, dass so wenig Strom wie möglich ins Netz abgegeben werden muss und zugleich uneingeschränkter Komfort für den Nutzer erhalten bleibt. Bei Stromüberkapazitäten kann die Energie zum Betrieb von Geräten, zum Beispiel Waschmaschine oder Trockner genutzt werden oder im jeweils günstigsten Speichermedium in Form von Strom oder Wärme abgelegt werden.

Als Speichermedien eignen sich zum Beispiel Pufferspeicher, die über Heizstab oder Wärmepumpe aufgeladen werden, Batteriespeicher und Tankstellen für E-Mobilität zur Direktspeicherung von Strom sowie Infrarot-Heizungen zur Erwärmung oder Klimageräte zur Kühlung der Räume.

Zur Strom-Direktspeicherung können alle gängigen Batteriesysteme eingebunden werden. Bei den Akkusystemen von Fronius und Varta ist bereits ein Auslesen der Daten über Smartfox Pro möglich. Um Konflikte zwischen Warmwasserbereitung und Batteriespeicher zu verhindern, wird beim Einschalten von Heizstab oder Wärmepumpe die Stromabgabe aus der Batterie blockiert.

Smartfox Pro besitzt eine größere Rechner- und Speicherkapazität als das Vorgängermodell Smartfox Reg und ist damit für künftige Software-Updates und Erweiterungen gut ausgerüstet. Zusätzlich zum LAN-Anschluss besitzt das System eine WLAN-Schnittstelle. Dadurch kann der Einrichter die Erstinbetriebnahme schnell und einfach per Access Point über das Smartphone direkt auf der Smartfox -Website vornehmen. Die Bedienung erfolgt über ein Display mit fünf Bedientasten.

Für hohen Warmwasserkomfort besitzt das Gerät eine PT1000-Schnittstelle zum Anschluss an Temperaturfühler. So lässt sich zum Beispiel die Temperatur aus dem Warmwasser-Boiler auslesen und eine automatische Nachladung auslösen, wenn nicht genug PV-Strom zur Verfügung stand. In diesem Fall erfolgt vorübergehend ein Strombezug aus dem Netz, um sicherzustellen, dass der Nutzer jederzeit warmes Wasser zum Duschen vorfindet. Eine universelle RS485-Schnittstelle steht für die künftige Einbindung weiterer Komponenten zur Verfügung, zum Beispiel für Wechselrichter, Smart Meter oder Daten aus Batteriespeichern.

Mit dem Online Energie Monitoring auf my.Smartfox.at hat der Nutzer den Energiefluss immer im Blick. Die Daten können über Smartphone, Tablet oder Computer abgerufen werden. So lässt sich jederzeit nachvollziehen, wieviel Strom gerade verbraucht, erzeugt, vom Netz bezogen oder ins Netz eingespeist wird. Auf zahlreichen Graphiken wird der Energieverbrauch der angeschlossenen Elektrogeräte ersichtlich. Dafi zeigt das System vom 20 bis 22. Juni auf der Intersolar in München. Quelle: Dafi / sth

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Möckernkiez auch dank Contracting gerettet

12. Mai 2018 - 13:00

Die Genossenschaft hatte 2014 unter einem branchenfremden Vorstand ohne Kreditzusage einer Bank mit den eingesammelten Beiträgen der Mitglieder angefangen zu bauen. Als das Geld augebraucht war, wollte kein Kreditinstitut, auch keines mit ökologischer Ausrichtung, das Risiko eingehen, den restlichen Investitionsbetrag beizusteuern. Ein neuer Vorstand mit einem erfahrenen Sanierungsprofi rang dann in zähen Verhandlungen einem Konsortium aus zwei Treugebern und zwei Banken unter Führung der Bochumer GLS Gemeinschaftsbank eine Finanzierung ab.

"Ihr müsst die Energieversorgung auslagern"

Eine der Bedingungen für diese Einigung, sagte die Ingenieurin Salomé Klinger von Naturstrom, sei gewesen, dass die Genossenschaft Investitionsvolumen abgebe und so nur einen kleineren Kredit aufnehmen müsse. "Eine Forderung war: Ihr müsst die Energieversorgung auslagern." Das Vergabeverfahren habe sich in vielen Runden über ein Jahr hingezogen. Nach und nach seien viele der zunächst zwölf Contractoren abgesprungen, weil der Planungsaufwand immer höher geworden sei. Am Ende seien noch drei am Ball geblieben, bis schließlich Naturstrom den Zuschlag bekam, berichtete Klinger bei einem Vortrag beim Aktionskreis Energie in Berlin-Zehlendorf.

Als Contractor übernimmt die Aktiengesellschaft das Investitionsvolumen für die gesamte Energieversorgung und kümmert sich darum, dass Wärme und Strom zum großen Teil vor Ort produziert wird. Sie übernimmt alle Rechte und Aufgaben eines Energieversorgungsunternehmens mit Ausnahme des lokalen Stromnetzbetriebs und kann auch Mieterstrom anbieten.

Während eine geplante Kita und eine Tagespflegeeinrichtung dem Rotstift zum Opfer fielen, blieben der Biomarkt, der heute bereits steht, ein Hotel, ein Restaurant und 20 weitere Gewerbeeinheiten – und natürlich die 14 Wohnhäuser. Alle zusammen haben voraussichtlich einen Wärmebedarf von rund 2000 Megawattstunden pro Jahr. Beim Strom geht die Planung von einem Bedarf von etwa 1500 Megawattstunden jährlich aus.

Am Ende ein Konzept mit BHKW und Photovoltaik

In den vielen Planungsrunden kam am Ende folgendes Konzept heraus: Ein Gas-Blockheizkraftwerk (BHKW), zwei teillastfähigen Gas-Spitzenlastkesseln, Photovoltaikanlagen auf fünf der Gebäude, vier Wärmespeicher mit je 3000 Liter Wasser sowie ein Nahwärmenetz aus Polyethylenrohren (PEX) mit Wärmeübergabestationen in den Kellern.

BHKW und Spitzenlastkessel sollen übers Jahr jeweils die Hälfte der Wärmeenergie liefern. Die Spitzenlastkessel geben bis zu 1300 Kilowatt Wärmeleistung ab; das Blockheizkraftwerk kann bis zu 204 Kilowatt thermisch und 139 Kilowatt elektrisch liefern. Physikalisch werden BHKW und Spitzenlastkessel aus der Erdgasleitung versorgt; bilanziell werden dagegen 100 Prozent des Gases fürs Blockheizkraftwerk und zehn Prozent der Einspeisung in die Spitzenlastkessel als Biogas verbucht, wie aus internen Informationen der Genossenschaft hervorgeht, die EnBauSa vorliegen "Den Platz für eine Biogasanlage hatten wir leider hier nicht; wir haben direkte Verträge für Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen", sagte Salomé Klinger dazu.

In einem Gebäude ist die komplette Heizzentrale untergebracht, und auf fünf Dächern sind Photovoltaikanlagen mit zusammen 135 Kilowatt Spitzenleistung installiert. Nur sieben Gebäude beziehen physikalisch Mieterstrom, der dort über Photovoltaik (PV) beziehungsweise mit dem BHKW erzeugt werde. Es gebe dennoch einen solidarischen Mieterstromtarif für alle Bewohner.

So sieht also das Energiekonzept aus, das es ähnlich in anderen Projekten auch gibt, wenngleich meist in kleinerem Maßstab als bei diesem derzeit größten genossenschaftlichen Neubau in Deutschland. Salomé Klinger fächerte dann die im Rahmen der genossenschaftlichen Vorgaben und des regulatorischen Rahmens machbaren Lösungen auf.

"Fernwärme konnte nicht angezapft werden"

"Es gibt Fernwärme in der Straße; die konnte aber nicht angezapft werden, weil der Primärenergiefaktor hier bei 0,45 liegt, und es wurde von Möckernkiez 0,25 vorgegeben, damit sie den niedrigen KfW-40-Standard einhalten und die bessere KfW-Förderung bekommen."

Naturstrom sei wiederum der einzige Contractor gewesen, der die PV-Anlage mit angeboten habe, denn die sei ein "Schwarze-Null-Spiel". Wenn man sie in Mieterstrom integrieren könne, dann könne sie eine leichte Rendite bringen. "Aber die größeren Contractoren bemühen sich dafür nicht – und es können auch nicht alle wegen des anspruchsvollen Messstellenkonzepts", sagte Klinger.

Sie habe gerechnet, ob ein Stromspeicher einsetzbar sei – was auch den Hintergrund gehabt habe, dass es den "KfW-40-Plus-Standard" gebe; da müsse man einen Stromspeicher einbauen. "Wir hätten den aber nur eingebaut, um diese Förderung zu bekommen, und hätten ihn aber eigentlich gar nicht gebraucht. Die Faustregel ist: Ab drei Stockwerken schaffen wir es nicht, vor Ort so viel Strom zu erzeugen, dass er nicht vor Ort direkt verbraucht werden kann. Selbst wenn nur alle Stand-by-Geräte an sind, werden wir nur wenige Stunden im Jahr ins Stromnetz einspeisen." Das deckt sich mit anderen Untersuchungen, wobei eine technisch mögliche Ergänzung mit teuren Fassaden-Photovoltaikmodulen außer Betracht bleibt.

Unsicherheitsfaktor Hotel

"Da Kälte noch ein Luxus ist – die kostet sehr, sehr viel –, und nur bei Hotel- oder Büronutzung zur Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes benötigt wird, wurde die Kälteversorgung erst mal eingestampft", sagte Klinger. Ein anderer Aspekt: Das Hotel habe ganzjährig einen sehr hohen Trinkwarmwasserbedarf. "Wir haben deshalb überlegt, ob wir das BHKW stromgeführt laufen lassen können." Aber das Hotel werde gerade erst gebaut und sei bis heute noch nicht hundertprozentig durchgeplant. Somit sei das BHKW wärmegeführt, laufe also nur, wenn Wärme abgenommen werde. Andererseits werde die Trinkwarmwasserversorgung über das BHKW bereitgestellt, es werde also auch im Sommer laufen.

Eine lange gehegte Hoffnung, die Abwasserwärmenutzung über eine Wärmepumpe, hat sich offenbar mit einer schlichten Auskunft von den Wasserbetrieben erledigt. Klinger: "Die wäre zu teuer gewesen, weil die Berliner Wasserbetriebe dafür Geld haben wollten, dass wir Wärme aus dem Abwasser entnehmen".

Eigenes Stromnetz nur bis 140 Wohneinheiten

Die Photovoltaikanlage und das BHKW seien vollkommen entkoppelt voneinander, weil sie in verschiedenen Gebäuden untergebracht seien und man diesen Strom physikalisch nicht im gesamten Quartier nutzen könne. Warum ist das so? Salomé Klinger sagte dazu mit hörbar kritischem Unterton, ein eigenes Stromnetz als sogenannte "Kundenanlage" zu bauen, gehe nur bis etwa 140 Wohneinheiten. "Ist es größer, sagt die Bundesnetzagentur: Nein, das ist ein öffentliches Netz. Es gibt kein Gesetz, das das klar definiert." Jedesmal, wenn man ein solches Projekt umsetze, habe man das Risiko, dass der Verteilnetzbetreiber einen anklage. "Es gibt unterschiedliche Entscheidungen von Landesgerichten."

Das Stromnetz sei deshalb ausgeschrieben und schließlich von Stromnetz Berlin gebaut worden. Nach der ursprünglichen Planung hätte man 30 bis 40 Prozent des vor Ort benötigten Stroms physikalisch auf dem Gelände erzeugen können. "Da wir den selbst erzeugten Strom aber nun ohne eigenes Stromnetz nicht an alle Gebäude liefern können, ist der Anteil geringer", sagte Klinger, konnte jedoch die Frage nach dem aktuellen Wert nicht beantworten.

Bereits 43 Prozent aller zukünftigen Möckernkiez-Bewohner hätten sich für den Mieterstrom angemeldet. Der Wärmepreis des Vertrags, der über zehn Jahre laufe, sei jedoch unabhängig von der Quote der Mieter, die den Mieterstrom beziehen. Er liege netto bei um die elf Cent pro Kilowattstunde. "Der erneuerbare Anteil liegt ungefähr bei 67 Prozent des gesamten Wärmebedarfs", versicherte Klinger.

Ein Genosse kritisiert den Einsatz von Erdgas

Im Februar sind nun die ersten Mieter eingezogen, im Juni sollen die letzten kommen. Auch Dieter Wettig ist einer der Genossen, die im Juni einziehen werden. Er saß bei Klingers Vortrag im Publikum und fragte, ob es stimme, dass in der Summe für die Wärmelieferung 45 Prozent Erdgas eingesetzt würden. Denn das würde einen Verstoß gegen das erklärte Ziel der Genossenschaft darstellen, ausschließlich oder doch mit möglichst hoher Deckungsrate regenerative Energien zu verwenden, wie das auch die eigene Darstellung von Naturstrom suggeriere. Klinger zog daraufhin einen Wert von 45 Prozent Erdgasanteil in Zweifel, nannte allerdings nicht selbst eine Zahl.

"In den Kesseln gibt es anteilig Erdgas, was aber darauf beruht, dass Biogas ungefähr dreimal so viel kostet wie Erdgas. Wir würden gern 100 Prozent Biogas einsetzen, aber das wollte Möckernkiez nicht, beziehungsweise hätten wir kein konkurrenzfähiges Angebot erstellen können", verteidigte Klinger das Konzept. Die gesamte Wärmeversorgung erfolge dennoch CO2-frei. "Wir setzen zwar Erdgas ein, aber neutralisieren dieses CO2, was freigesetzt wird, durch eine Zertifizierung", sagte sie, nannte jedoch keine konkreten Fakten zu dieser "Neutralisierung".

Dieter Wettig verwies auf eine Mitteilung des Genossenschaftsvorstands, die Mehrkosten durch 100 Prozent Biomethan für die Gaskessel lägen bei lediglich cirka 54.000 Euro brutto pro Jahr. Klinger empfahl ihm, dafür bei den Genossen zu werben: "Das Erdgas und das Biogas kaufen wir jährlich neu ein. Wenn der Vorstand das beschließt, kaufen wir 100 Prozent Biogas."

"Lieber zertifizierter Ökostrom aus dem Netz"

Wettig argumentierte daraufhin, Mehrkosten in dieser Größenordnung hätten eingespart werden können, wenn preiswerter zertifizierter Ökostrom aus dem öffentlichen Netz bezogen würde, anstatt ihn auf dem Gelände selbst zu erzeugen. Schließlich sei der "Möckernstrom" ja gerade kein zertifizierter Ökostrom, sondern letztlich "Graustrom". Das BHKW sei auf die Spitzenlastkessel angewiesen, und dort werde zu 90 Prozent Erdgas eingesetzt.

Klinger widersprach. Naturstrom sei einer der wenigen echten Ökostrom-Anbieter. "Eine Zertifizierung als Ökostrom haben wir wegen der zusätzlichen Kosten für solche kleinen Anlagen nicht. Wir könnten das machen, aber dann lohnt sich der Mieterstrom nicht mehr." Sie wiederholte, der vor Ort angebotene Strom werde bilanziell CO2-frei erzeugt – "aber die Mieter können ja im Endeffekt selber entscheiden, welchen Stromanbieter sie wählen." von Alexander Morhart

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Pluggit und Uponor bündeln Kompetenzen

11. Mai 2018 - 7:05

Bei Uponor Comfort Air handele es sich um ein System, das Heizung, Komforttemperierung und Lüftung in sich vereint. Anwendungsbereiche sind neben Neubauten im Ein- bis Mehrfamilienhaus auch Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben im Wohnbau.

Das Kombisystem ermöglicht den Anbietern zufolge ein zugfreies sowie geräuschloses Heizen, Kühlen und Lüften mit sehr hoher Behaglichkeit. Kern des Systems sind die neuartigen Uponor Comfort Air Bodenpaneele als Schnittstelle zwischen Flächentemperierung und Wohnungslüftung. Die Module dienen als Nachheizregister, indem sie die Luft entlang der warmen oder kühlen Estrichfläche führen und deren Temperatur so auf das Raumniveau heben oder senken. Die Folge ist eine erhebliche Behaglichkeitssteigerung, weil die Zuluft bereits richtig temperiert eingebracht wird und es so nicht zu unangenehmen Zugerscheinungen kommt. Weiterhin weist das System sehr kurze Reaktionszeiten auf, da sich die durch das Bodenpaneel strömende Luft viel schneller aufheizt oder abkühlt als der die Fußbodenheizung umgebende Estrich. Über die Anzahl der eingesetzten Module lässt sich zudem die Leistung an den jeweiligen Raum anpassen. So kann ein höherer Heiz- oder Kühlbedarf über mehrere in Reihe geschaltete Bodenpaneele abgedeckt werden, während für einen größeren Luftbedarf eine Parallelschaltung erfolgt.

Vor diesem Hintergrund wurden die Bodenpaneele so konstruiert, dass sie die verschiedenen Anforderungen an Wärmeübertragung, Luftführung und Hygiene optimal erfüllen. Im Inneren lenken ein großer S-Bogen sowie genau positionierte Leitnoppen den Luftstrom präzise durch das Modul und verhindern so das Entstehen von Toträumen, in denen sich Ablagerungen bilden könnten. Gleichzeitig sorgen die Einbauten flächendeckend für eine turbulente Strömung, was wiederum die Wärmeübertragung begünstigt. Das Bodenpaneel besteht aus hygienisch unbedenklichem Kunststoff und kann von beiden Seiten mit einem Standard -Reinigungsschlauch gesäubert werden. Als stabile Abdeckung sowie als Leitfläche für die Wärmeübertragung dient eine beschichtete Metallplatte, die mit einem Klettvlies bespannt ist. So kann das Bodenpaneel bei Abmessungen von 1200 x 800 x 30 mm nahtlos in die Klett Fußbodenheizung integriert werden.

Auf der Lüftungsseite erfolgt die Einbindung der Module einfach über spezielle Steckadapter, die für den Übergang zu den tiefer liegenden Pluggflex Kanälen sorgen. Bei diesen handelt es sich um ein steckbares Vollkunststoffrohrsystem, das einen korrosionsfreien und hygienischen Betrieb sicherstellt. Die Lüftungskanäle werden in einer Zusatzdämmebene unterhalb der Klettplatten verlegt, wodurch deren integrierter Trittschallschutz vollständig erhalten bleibt. Insgesamt erreicht das Uponor Comfort Air System so inklusive Estrich und Bodenbelag eine im Neubau übliche Gesamtaufbauhöhe ab etwa 14 cm. Die Montage erfolgt dank bewährter und einfacher Lösungen auf der Heizungs- und Lüftungsseite komplett werkzeugfrei über Steck- und Klettverbindungen. Dabei werden für die Kombination von Flächentemperierung und Wohnungslüftung nur drei zusätzliche Komponenten (Bodenpaneel, Modulverbinder und Kanalübergang) benötigt. Quelle: Pluggit / Uponor / sth

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