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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 1 Stunde 14 Minuten

Flachglasbranche hat stabile Umsätze

4. Juni 2020 - 17:02

Neben aktueller Daten des Glasmarkts sprach Hans-Joachim Arnold, Vorsitzender des Bundesverbandes Flachglas, über sein erstes Jahr als Vorsitzender. Trotz Pandemie blickt der Verband auf ein zufriedenstellendes Jahr zurück. Der Bedarf an Glas bleibe gleich. Dennoch, es gäbe auch Herausforderungen. Durch Corona gehen Unternehmen sehr unterschiedlich. Bei Planern gäbe es einen drastischen Einbruch, im Handwerk gehe es so gut wie unverändert weiter. Rund 693.000 Wohnungen wären genehmigt doch noch nicht fertiggestellt, die Baubranche hätte noch genug zu tun. Für 2020 rechnet die Branche mit 5,5 Prozent weniger Fenstern als in einer Prognose ohne den Virus. Es muss davon ausgegangen sein, dass die Bauzulieferindustrie Ende 2020 oder 2021 stärker in Mitleidenschaft gezogen werden wird. Es sei besser mit schlechten Zahlen als mit guten zu rechnen empfehlen die Experten. Damit könnten Unternehmen besser planen, sich die Wirtschaft robuster aufstellen.

Neue Normen für Selbstständigkeit der Branche

Ebenso wurde zu dem Thema „Erfahrungen mit der Gütersicherung für Isolierglas-Komponenten und für ESG-HF“ geredet. Die Abkürzung steht für heißgelagertes Einscheibensicherheitsglas. Denn die Anforderungen an den Heißlagerungsprozess von Einscheibensicherheitsglas wird von der deutschen Bauaufsicht stetig verschärft. Die Heißlagerung soll ein zentrales Mittel sein, um die Reduzierung der Spontanbruchgefahr zu ermöglichen. Heißgelagertes Einscheibensicherheitsglas soll eine längere Haltezeit haben und soll aufgrund von Fremdüberwachung sicherer sein. Denn ob Autoscheiben, Fassadenverglasungen, oder konstruktive Glaselemente, Glas muss in vielen Fällen hohen Belastungen standhalten. Die Bauaufsicht in der Bundesrepublik wollte die Sicherheit steigern. Der gesamte Vorgang soll von einem externen Insitut überwacht sein. Das neue Gütezeichen wurde vom Verband  produziert.

Bauaufsichtlich regelt die DIN 18008 diese Sicherheitsmaßstäbe. Heißgelagertes Einscheibensicherheitsglas mit dem RAL Gütezeichen soll eine besonders hohe Stoß- und Schlagfestigkeit haben. Nach der Herstellung wird es mehrere Stunden bei hohen Temperaturen gelagert, um seine Stabilität und Bruchsicherheit zu testen. Nur Glas, das den sogenannten Heißlagerungstest unbeschadet übersteht, wird verwendet. Zunächst auf hohe Temperaturen erhitzt, werde die Scheiben heruntergekühlt. Dann werden sie erneut auf bis zu 300 Grad erhitzt. Wenn dieser Test geschafft wird, sind die Scheiben besonders stabil. Die Scheiben tragen das RAL Gütezeichen. Eine Herausforderung für den Verband  wird die Branchenlösung werden, nur wenn genügend Unternehmen mitmachen wird es gelingen die Zertifizierung zur Marke werden zu lassen. von Wolfram Hülscher

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Hitze im Haus mit Smart-Home-Lösung reduzieren

4. Juni 2020 - 7:54

Klimaanlagen stehen mit 33 Prozent auf Platz eins der Beliebtheitsliste. Damit sind sie im Vergleich zum vorherigen Jahr um acht Prozentpunkte gestiegen. Auch die Pflege der eigenen Gärten wird immer wichtiger. Laut des Portals wurden 2020 smarte Bewässerungssysteme deutlich häufiger angefragt. Mit einem Anstieg von fünf Prozent in 2019 auf 25 Prozent in 2020 möchten die Deutschen die smarten Systeme installieren, um der Hitzedürre im eigenen Garten zu entgehen. Gefragt im Smart-Home sind zudem schattenspendende elektrische Rollläden (18 Prozent) und programmierbare Thermostate (vier Prozent), um das Zuhause den steigenden Temperaturen anzupassen.

Neben den eher komfortablen Services der Smart-Home-Leistungen möchten sich Menschen sicher und geschützt in den eigenen vier Wänden fühlen. Daher sind weiterhin smarte Lösungen gefragt, um sich vor Einbrüchen und Diebstählen zu schützen. Mit acht Prozent sind besonders Videoüberwachungssysteme gefragt, neun Prozent wünschen sich automatische Tore, um ihr Grundstück abzusichern und vier Prozent haben Interesse, generelle Automatisierungssysteme im Haus zu installieren. Quelle: Pronto Pro / al

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Gebäude sind wichtige Rohstofflager der Zukunft

3. Juni 2020 - 12:32

Der Begriff „Recycling“ ist altbekannt, doch hat sich seine Bedeutung erweitert: Er steht heute im Baubereich nicht mehr nur für einfache Verfahren wie die Aufbereitung von Bauschutt, um diesen als Schüttgut im Straßenbau einzusetzen. Auch die Verwendung von Ziegelsplit als Vegetationssubstrat im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau ist eher ein „Downcycling“, also ein Recyling mit Qualitätsverlust.

Wird die Materialqualität dagegen erhalten oder gar verbessert, wird das Recycling zum „Upcycling“ und die Gebäude von heute zum Rohstofflager von morgen. Bestandsbauten werden nicht mehr als Abbruchmasse, sondern als Wertstoffdepot gesehen. Darum sprechen Stadtplaner inzwischen vom „Urban Mining“. Wie das aussehen kann, ist besonders eindrucksvoll in Dübendorf bei Zürich zu besichtigen. Alle Baumaterialien, die für die Wohneinheit UMAR (Urban Mining and Recycling Unit) von Werner Sobek, Dirk E. Hebel und Felix Heisel verwendet wurden, sind zu 100 Prozent wiederverwendbar, viele Teile stammen aus Altbauten. Besonders wichtig für die Wiederverwertbarkeit ist, dass die Materialien nicht fest miteinander verbunden, sondern verschraubt, gesteckt oder geklemmt sind. Erst dadurch wird die spätere sortenreine Trennung und Wiederverwertung überhaupt möglich.

Wiederverwertung – beim „Bauen im Bestand“ und bei Neubauprojekten

Auch beim Bauen im Bestand können Baumaterialien dem Nutzungskreislauf wieder zugeführt werden, wie es der britische Architekt David Chipperfield beim Wiederaufbau des Neuen Museums in Berlin praktizierte. 350.000 Mauerziegel ließen die Planer aufbereiten. Das historische Baumaterial wurde als eindrucksvolles Sichtmauerwerk in einer der Ausstellungshallen einer neuen Nutzung zugeführt. Mauerziegel und Dachziegel eignen sich in der Regel bestens für die Wiederverwertung. Beim Bauen im Bestand schlagen sie mit ihrer Patina und besonderen Ästhetik eine Brücke zwischen „Alt“ und „Neu“. Inzwischen wurde die erste Europäische Technische Zulassung (ETA) für gebrauchte Mauerziegel erteilt.

Dass Beton auf wirtschaftliche Weise wiederverwendet und damit ebenfalls Teil der „Circular Economy“ sein kann, wird durch viele bereits realisierte Bauprojekte deutlich, bei denen Recycling- oder RC-Beton den herkömmlichen Beton gemäß der bisherigen Richtlinien bis zu 45 Prozent ersetzt. Forschungsprojekte sehen hier noch weiteres Potential – bis hin zum hundertprozentigen Einsatz von Recycling-Beton. So oder so werden wertvolle Baustoffe gespart, Transporte vermieden und Deponiekapaziäten geschont.

Zwei Beispiele für den Einsatz von RC-Beton: Im hessischen Korbach hat das Planungsbüro agn eine Rathauserweiterung aus den 1970er Jahren selektiv bis auf den Rohbau zurückgebaut. Direkt auf der Baustelle erfolgte die sortenreine Trennung von Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik. In einem regionalen Recycling-Betrieb wurde der Betonbruch weiter zerkleinert und gesiebt, so dass er schließlich im Betonwerk mit Zement und Wasser zu neuem Beton für den Neubau der Rathauserweiterung verarbeitet werden konnte.

Einen Schritt weiter geht ein Modellprojekt der Hochschule München: Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne soll aus insgesamt 300.000 Tonnen Beton-, Ziegel- und Mörtelresten an Ort und Stelle Recycling-Beton für den Neubau eines Wohnquartiers gewonnen werden. Das Novum: Der RC-Beton soll den klassischen Beton zu 100 Prozent ersetzen – „Kreislaufwirtschaft“ vom Feinsten!

Stichwort „Fein“: Eine große Herausforderung bei der kreislaufgerechten Verwertung von Bauschutt stellen sogenannte „Kleinstpartikel“ dar. Teilchen von weniger als zwei Millimeter Größe, z. B. aus Kalksandstein, Beton, Ziegel oder Gips, wie sie typischerweise beim Abbruch von Gebäuden anfallen. Aber auch dafür gibt es Lösungen: Wissenschaftler verschiedener Fraunhofer-Institute haben im Projekt „BauCycle“ neue Verwertungsmethoden für feinste mineralische Abbruchmaterialien erforscht und ein optisch-pneumatisches Sortierverfahren entwickelt. So konnten feinteilige Sekundärrohstoffe für die qualitativ hochwertige Weiterverwendung gewonnen werden.

Recycling erfordert ein Umdenken aller Beteiligten

Mit Blick auf die knapper werdenden Ressourcen (Beispiel: Sand) und die begrenzten Kapazitäten von Bauschuttdeponien wird klar, dass die Kreislaufwirtschaft am Bau auch wirtschaftlich vorteilhaft ist. Neue Denkansätze wie der „Material Passport“, mit dem die verbauten Materialien dokumentiert und ihr Wert für die Wiederverwendung beziffert wird, ermöglichen in Zukunft sogar für die Finanzierung von Bauprojekten neue Möglichkeiten. Darüber hinaus trägt die im Idealfall lokale bzw. regionale Wiederverwertung von Baustoffen dazu bei, dass der hohe Energieverbrauch für Förderung und Produktion sowie für den Transport zur Baustelle erheblich reduziert werden kann.

Umdenken und neue, ressourcenschonende Lösungen finden müssen Hersteller, Architekten und Ingenieure ebenso wie die Verarbeiter aus Handwerk und Baugewerbe. Es mag nicht immer leicht fallen, doch die ersten Recycling-Projekte zeigen: Hier bieten sich für alle am Bau Beteiligten auch große Chancen und Wettbewerbsvorteile. Quelle: Bau München / pgl

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Sanierungsnavi bringt Energieberater und Hauseigentümer zusammen

3. Juni 2020 - 8:12

Mit der App dokumentieren die Hauseigentümer zunächst den energetischen Zustand ihrer Immobilie. Die Energieberater in der Nähe können anschließend über ein Portal mit den Eigentümern in Kontakt treten, falls diese das wünschen. Entwickelt hat das digitale Angebot das Informationsprogramm Zukunft Altbau. "Bereits vor Beginn der eigentlichen Beratung stehen den Energieberatern die wichtigsten Daten zu dem jeweiligen Sanierungsanliegen zur Verfügung. So können sie schnell abschätzen, ob sie die Kundenbetreuung übernehmen möchten", sagt Frank Hettler, Geschäftsführer von Zukunft Altbau.

Zu den erfassten Informationen gehören relevante Gebäude- und Verbrauchsdaten wie Fläche und Baujahr genauso wie Heizungstyp und der Verbrauch. Zudem haben die Hauseigentümer ihre konkreten Sanierungswünsche dokumentiert: Soll das Gebäude komplett saniert werden oder sind Einzelmaßnahmen wie ein Heizungstausch oder eine Wärmedämmung gewünscht? Welche Art von erneuerbaren Energien soll in der Nutzung vorgesehen werden? Auch Fotos der Immobilie insgesamt und der relevanten Details werden in Kombination mit Projektdaten zum genauen Standort des Hauses abgefragt.

Sanierungsanliegen direkt einsehen

Registrierte Energieberater aus Baden-Württemberg erhalten über die Webseite "Sanierungsnavi-Portal" Zugriff auf die eingegebenen Daten der Kunden. Die Berater werden benachrichtigt, sobald ein neues Projekt in ihrer Nähe freigeschaltet wird. Die Berater können sich dann ins Portal einloggen und das Sanierungsanliegen einsehen. Die ersten zehn Experten, die die Beratung übernehmen wollen, erhalten die Möglichkeit, die Hauseigentümer direkt über die Chat-Funktion der App anzusprechen und ihre Dienste anzubieten.

Im Portal registrierte Energieberater treten über das Sanierungsnavi aber nicht nur mit potenziellen Neukunden in Kontakt. Bestehende Kunden der Berater können die App ebenfalls nutzen und die Ersterfassung und Sanierungsanliegen ihm direkt zuschicken lassen. Die Beratersuche entfällt hier.

In beiden Fällen ist das erfasste Sanierungsanliegen detailliert und übersichtlich dargestellt und bietet Energieberatern gute Ansatzpunkte für eine passgenaue Beratung. Gleichzeitig wissen Kunden besser, auf welche Punkte es bei der Sanierung ankommt und wie man diese fachlich korrekt beschreibt. "Die umfassenden Sanierungsprofile können erste Vor-Ort-Termine – zumindest teilweise – ersetzen. Die kontaktlose Erstberatung ist gerade während der aktuellen Risiken aufgrund von Infektionsgefahren eine interessante Alternative", erklärt Frank Hettler.

Kostenlose Nutzung

Die Anmeldung und Nutzung des Sanierungsnavis ist sowohl für Kunden als auch Energieberater kostenlos. Um die Professionalität der anschließenden Beratung zu gewährleisten, werden nur die regionalen Energieagenturen sowie die sogenannten Leitlinien-Energieberater für die App freigeschaltet. Dazu zählen alle, die sich freiwillig den Qualitätsstandards für Energieberatungen in Baden-Württemberg von Zukunft Altbau verpflichtet haben. "So stellen wir sicher, dass sich die Nutzer des Sanierungsnavis auf eine ambitionierte, neutrale und ganzheitliche Beratung verlassen können", so Frank Hettler.

App-Nutzer außerhalb Baden-Württembergs haben die Möglichkeit, ihre eingegebenen Daten zusammengefasst als PDF zu erhalten. Damit können sie abseits der App auf die Suche nach einem geeigneten Energieberater in ihrer Region gehen. Quelle: Zukunft Altbau / al 

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Bis März stieg die Zahl der Baugenehmigungen

2. Juni 2020 - 8:16

"Die gestiegene Zahl der Baugenehmigungen aus der Zeit vor der Corona-Krise ist ein positiver Trend, den es fortzuschreiben gilt. Damit das gelingt, ist vor allem eines notwendig: Planungs- und Baugenehmigungsverfahren müssen mit Hochdruck digitalisiert und beschleunigt werden. Die Verabschiedung des Planungssicherstellungsgesetzes ist hier ein erstes positives Ergebnis", so Aaxel Gedaschko vom GdW, der die Interessen der Wohnungswirtschaft vertritt.

Eine Befragung der rund 3.000 Wohnungsunternehmen des GdW Ende April habe ergeben, dass so gut wie alle in Planung befindlichen Neubauvorhaben auch tatsächlich fertiggestellt werden sollen, so Gedaschko weiter. Die Realisierung auf den Baustellen laufe dabei zumeist noch zufriedenstellend. Gleichwohl seien Bauzeitverzögerungen von einem bis zwei Monaten häufig. "Erhebliche Verzögerungen resultieren dabei in erster Linie aus den langwierigen Verfahren bei den Bauämtern. Das Land Berlin hat hier vor kurzem per Senatsbeschluss die Fristen für die Genehmigungszeiten sogar noch massiv ausgeweitet. Erforderlich wäre dagegen ein digitaler Prozess mit Beschleunigung", erklärt der GdW-Chef.

Die Corona-Krise wirke gerade bei der Digitalisierung in Deutschland wie ein Katalysator und decke Missstände auf, die zügig behoben werden müssten. Das gelte nicht nur für die Genehmigung von Wohnungen, sondern auch für die Bewilligung von Wohngeld. Um das Antrags- und Bewilligungsverfahren zu beschleunigen, müssten Bürgerinnen und Bürger das Wohngeld online beantragen können.

"Die finanzielle Situation von Mieterinnen und Mietern muss insbesondere mithilfe des Wohngelds gesichert werden, damit die Wohnungsunternehmen auch weiterhin die notwendigen Investitionen in bezahlbaren, klimaschonenden, familien- und altersgerechten Wohnraum erbringen können. Nur so kann die Bautätigkeit fortgesetzt , der benötigte neue Wohnraum für die Menschen errichtet und überhaupt die Grundlage geschaffen werden, auf ein Erreichen der Klimaziele im Gebäudebereich hinzuarbeiten", so der Verbandschef. Quelle: GdW / pgl

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Energieeffizienz und erneuerbare Energien optimieren

2. Juni 2020 - 7:01

Den Beginn machte Professor Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts, unter dem Titel „Warum sich Passivhaus und Erneuerbare perfekt ergänzen“. Wichtig war ihm zu betonen, dass Passivhäuser und erneuerbare Energie sich nicht ausschließen, sondern sich optimal ergänzen. Ein Beispiel waren Split-Wärmepumpen.

Unter dem Motto „Planen für die Sektorkopplung“ sprach Jürgen Schnieders vom Passivhaus Institut. Sein Ziel war ein Überblick auf die zukünftige Energieversorgung insgesamt. „Wichtig ist es einen Blick auf die Gebäude zu werfen die in dreißig Jahren stehen. Denn die planen wir jetzt“, sagte Schnieders. Gleichzeitig wiederholte er die Klimaziele der Bundesregierung –  95 Prozent weniger Treibhausemissionen als 1990 bis zum Jahr 2050.

Um den Begriff „Sektorkopplung“ zu erläutern, versuchte der Referent den Sektor in Strom, Verkehr und Wärme zu unterteilen. Innerhalb der Wärme entfallen 5 Prozent auf Gewerbe-Handel-Dienstleistung, elf Prozent auf Haushalte sowie 16 Prozent auf Industrie. Ziel soll sein den Wärme- und Verkehrssektor zu elektrifizieren. Im Idealfall durch eine Kombination aus Photovoltaikanlagen und Windenergie. Diese Energie sollte direkt genutzt werden, über Auto oder Wärmepumpe. Für Fernwärme bleibe Energie aus Methan zukünftig eine wichtige Lösung. Für Fernwärme bleibe Energie aus Methan zukünftig eine wichtige Lösung. In Bezug auf Biomasse kämen die meisten Studien zu dem Schluss dass sie nicht zur Grundlast gehöre, sowie zu der Raumheizung, sondern aufgrund ihrer wertvollen Möglichkeit einer Speicherung sie in anderer Form ins Energiesystem einzubringen. Zum Beispiel im Verkehr, in der Schifffahrt oder Luftfahrt. Fernwärme wird als zentral für die Energiewende betrachtet.

Möglich wären Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung, solare Unterstützung, Großwärmepumpen und Abwärme zum Beispiel aus Müllverbrennung. Benjamin Krick führte unter dem Titel „Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienz und erneuerbarer Energie für die Raumwärme – einzeln und in Kombination“ eine Wertung der Energien durch. Wichtig sei den Energiebedarf zu reduzieren, wenn nötig auch dank einer neuen Heizung. Gas und Öl bewertete er als nicht nachhaltig, Biomasse hätte aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit Probleme. Strom könne gerade in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage vernünftig sein, Fernwärme wäre auch hier die zentrale Lösung.

Gutes energetisches Niveau reduziert CO2-Fußabdruck

Spannend wäre die Frage, ob eine Umstellung auf eine Stromheizung zu einer katastrophalen Erhöhung des  Bedarfs an fossiler Energie führe. Das wurde durch ein eindrückliches Beispiel deutlich. Ein Bestandsgebäude mit direktelektrischer Versorgung habe den gleichen Verbrauch wie 30 Passivhäuser mit Wärmepumpe. 75 Prozent der Haushalte könnten dank Passivhaus-Niveau mit Strom beheizt werden ohne den Verbrauch zu erhöhen. Der CO2-Faktor würde gleichzeitig erheblich gesenkt. Dass auch die Kostenfrage wichtig ist war für den Referenten klar. Im Vergleich zwischen direkt-elektrischen Wärmen und einer Wärmepumpe zeigte sich, dass die Wärmeverteilung gleich bleibe, neu sei nur der Wärmeerzeuger mit Speicher, Steuerung und Montage. Eine neue Heizung mit Photovoltaik wäre nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostengünstiger. Auch durch Förderung kann sich das lohnen, so gibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 45 Prozent Zuschuss für eine Wärmepumpe, wenn sie einen Ölkessel ersetzt, nach Angaben von Krick.

Visionen für unsere Zukunft

Sein Fazit begann Jürgen Schnieders mit einer Umfrage, welche Birgit Schneider, Professorin für Medienökologie in Potsdam mit Schülerinnen und Schülern der 12. und 13. Klasse durchführte. Zur Auswahl der Zukunft der Energiewende hatten die Schüler mehrere Optionen. „Finale Zerstörung“, im Falle eines nicht stattfindenden Umdenkens in der Energie, „technologische Lösung“ im Fall eines vernunftbedingten Umdenkens und „Suffizienz“ als Einschränkung unseres Verbrauchsmusters. Für plausibel hielten die meisten die erste Option, für wünschenswert die dritte und die technologische Lösung wurde als sichere Lösung betrachtet. „Wir haben technologische Lösungen. Und zwar Passivhaus und Erneuerbare“, sagt Schnieders nicht ohne Stolz. Passivhäuser und Erneuerbare würden perfekt harmonieren. „Es kann sogar so weit gehen dass es energieautark wird“, sagt Schnieders voll Optimismus.

Leuchttürme seien Projekte welche mehr Energie erzeugen als sie selbst verbrauchen können. Ein Beispiel wäre das „Müpeg“, ein Effizienzhaus Plus in Münnerstadt. Es ist so ausgelegt dass eine große PV-Anlage installiert wird und gewaltige Überschüsse erzielt werden können. Sowohl für Wärmepumpen sowie für die aktiv solarthermischen Systeme könnte durch eine Vielzahl an Komponenten ein vernünftiges System erzeugt werden. Die Vorteile von Passivhäusern wollte Schnieders klar zeigen. Einer sei die geringe Heizlast, ein anderer die hohe zeitliche Flexibilität, aufgrund derer auch höhere Strompreise ausgehalten werden könnten. Das stellte Schnieders unter den Begriff „No regret“-Maßnahme. Denn selbige soll wirtschaftlich sein, einen verbesserten Komfort garantieren, für höhere Anforderungen gerüstet sein und keine Chancen der Erneuerbaren zu versäumen.

Den Abschluss fasste Schnieders klar zusammen. Energieeffizienz und erneuerbare Energien müssen gemeinsam gedacht sein. „Wie funktioniert die Energieversorung der Zukunft?“, war die abschließende Frage. Eine Einleitung darauf hinzuweisen, dass Energie und Dämmung ein Paar sind. Denn 200 khW und 100 Quadratmeter, abgeschätzt auf eine Wohnung, berechnet mit 20 Cent für die kwH ergäben 4000 Euro Wärmekosten im Jahr.

Trotz vieler Diskussionen gab es am Ende sowohl bei Referierenden wie bei Zuhörenden eine Gemeinsamkeit. Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind keine Konkurrenten, sie ergänzen sich. Wolfram Hülscher

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Wärmepumpen sind im Neubau gefragt

1. Juni 2020 - 7:46

Das klimaschonende Heizungssystem vergrößerte nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes seinen Vorsprung vor dem fossilen Energieträger Gas bei genehmigten Wohngebäuden. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 119.457 Wohngebäude genehmigt. Davon werden 54.768 Gebäude mit einer Wärmepumpe ausgestattet. 8.744 Gebäude (7,3 Prozent) nutzen dabei Erdwärme, während 46.024 Gebäude (38,5 Prozent) andere Umweltwärme, aus Wasser und vor allem Luft, zum Heizen nutzbar machen. Gasheizungen lagen bei einem Anteil von rund 38,7 Prozent.

Ebenso erreicht die Wärmepumpe in der Gesamtbetrachtung aller genehmigten Gebäude wieder den ersten Platz: Von den 2019 genehmigten 146.493 Wohn- und Nichtwohngebäuden werden 57.922 mit Wärmepumpen beheizt, dies entspricht einem Anteil von 39,5 Prozent. Zum Vergleich: 52.159 Gebäude nutzen Gasheizungen (35,6 Prozent).

Technologiewechsel muss stattfinden

"Es ist erfreulich und wichtig, dass sich der Trend im Neubau kontinuierlich in Richtung erneuerbarer Heizungssysteme entwickelt. Eine große Rolle spielen dabei die staatlichen Anreizprogramme für energieeffizientes Bauen", sagt Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). Die Bundesregierung müsse diesen Trend weiter forcieren, damit die Klimaziele im Gebäudebereich erreicht werden könnten. Ein wirklicher Technologiewechsel und eine echte Energiewende im Heizungskeller habe bislang noch nicht stattgefunden, sagte Sabel weiter.

Die neuen Förderrichtlinien für die Heizungsmodernisierung mit Zuschüssen von bis zu 22.500 Euro je Wohneinheit beim Tausch einer Ölheizung bieten zwar einen Anreiz für Investitionen in den Heizungskeller. Das derzeitige Energiepreisgefüge mit teurem Strom und billigem Gas und Öl hält aber nach wie vor viele Modernisierer davon ab, zu einem erneuerbaren System zu wechseln, teilte der BWP mit.

"Die deutliche Senkung des Strompreises muss fester Bestandteil des geplanten nachhaltigen Konjunkturprogramms gegen die Corona-Rezession sein. Ein niedriger Strompreis ist sozial ausgewogen, weil einkommensschwache Haushalte besonders unter hohen Stromkosten leiden. Die Kaufkraft wird so gestärkt und gleichzeitig wird die notwendige Sektorenkopplung zur Erreichung der Klimaziele gefördert", mahnt Sabel. "Die deutsche Heizungsindustrie sollte im Bereich der erneuerbaren Technologien jetzt erst recht durch entsprechende politische Rahmenbedingungen gestärkt werden, um auch im internationalen Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können." Quelle: BWP / al

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Rolläden automatisch nach Sonnenstand steuern

29. Mai 2020 - 11:14

Die elektrischen Gurtwickler von Schellenberg gibt es in verschiedenen Varianten zur Aufputz- oder Unterputz-Montage. Über einen Netzstecker werden sie mit Strom versorgt. Über Tasten oder eine Zeitautomatik mit individuell einstellbaren Öffnungs- und Verschlusszeiten können sie bedient werden. Derzeit können sie in die Szenarien der Smart-Home-Lösungen Smart Friends und Magenta Smart Home eingebunden werden.

Verändert sich die Sonneneinstrahlung oder setzt die Dämmerung ein, teilt der mit dem Gurtwickler verbundene Sonnensensor diese Veränderungen mit. Die Rollläden werden dann anhand dieser Information selbstständig geöffnet oder geschlossen. So bleiben Räume auch bei Abwesenheit vor der Sommerhitze bewahrt.

Der Sonnensensor wird ohne Werkzeug mit einem Saugnapf von innen an der Fensterscheibe angebracht und mit dem elektrischen Gurtwickler über ein Kabel verbunden. Er misst den Lichtwert direkt an der Fensterscheibe und steuert den elektrischen Gurtwickler mit zwei Funktionen. Die Sonnen-Funktion sorgt für eine automatische Beschattung bei starker Sonneneinstrahlung. Dazu werden die Lichtwerte gemessen und die Rollläden bei Erreichen eines bestimmten, individuell einstellbaren Wertes automatisch geschlossen. Das wirkt sich positiv auf das Raumklima aus und schützt Pflanzen, Möbel und Teppiche vor starker Sonneneinstrahlung. Die Dämmerungs-Funktion schließt die Rollläden abends automatisch, wenn der eingestellte Lichtwert erreicht wird. Quelle: Schellenberg / al

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Zertfizierung für Quartiere ist überarbeitet

28. Mai 2020 - 9:02

Weltweit hat die Nachhaltigkeitszertifizierung von Bauprojekten in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Mehr als 6.000 Auszeichnungen konnte allein die DGNB bereits vergeben, verteilt auf fast 30 Länder. „Einen richtigen Mehrwert liefert eine Zertifizierung dann, wenn sie als Planungs- und Optimierungswerkzeug bereits in einer frühen Projektphase angewandt wird“, sagt DGNB Geschäftsführer Johannes Kreißig. „Es geht nicht darum, Checklisten ohne Bezug zum konkreten Projekt abzuarbeiten, sondern die sinnvollsten Maßnahmen im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit umzusetzen, um das Gebäude oder Quartier nachweislich besser zu machen.“

Internationale DGNB Zertifizierung berücksichtigt lokale Gegebenheiten

Mit der neuen internationalen Version ihrer Neubauzertifizierung setzt die DGNB weltweit Maßstäbe. Bei der Anwendung im Ausland berücksichtigt es spezifische lokale Anforderungen, so etwa die regulatorischen, klimatischen und kulturellen Gegebenheiten. Entsprechend ist die internationale Version des DGNB Systems auch deutlich mehr als eine Übersetzung der deutschsprachigen Version.
Auf umfassende Weise greift es die vielfältigen Anforderungen an den Klima- und Ressourcenschutz auf. So ist das DGNB System das erste, das Circular-Economy-Lösungen auf Gebäudeebene bewertbar und messbar macht sowie klare Anreize für die Planung und Umsetzung von klimapositiven Gebäuden setzt. Wichtige Nachhaltigkeitsanforderungen, wie sie aktuell etwa über die EU-Taxonomie und Level(s), dem europäischen Berichtsrahmen für nachhaltige Gebäude, gefördert werden, sind bei der DGNB Zertifizierung seit jeher verankert und umfassend praxiserprobt. Hierzu zählen die Ökobilanzierung, die Lebenszykluskostenrechnung und die verpflichtende Messung der Innenraumluftqualität. Zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit von Gebäuden hat die DGNB hohe Anforderungen an die Qualität von Bauprodukten in den Kriterien verankert. Dies betrifft etwa die Vermeidung von Schad- und Risikostoffen. In Verbindung mit der Auszeichnung „DGNB Diamant“ ist das DGNB System zudem das weltweit erste, das die Aspekte einer gestalterischen und baukulturellen Qualität adäquat berücksichtigt.
Die bisherige internationale Version des DGNB Systems stammte aus dem Jahr 2014 und wurde speziell für Büro- und Verwaltungsgebäude entwickelt. Die neue Version gilt für neun verschiedene Gebäudenutzungen wie Wohnen, Büro, Handel, Logistik, Industrie, Hotel oder Bildung.

Entwicklung nachhaltiger Quartiere als Schlüsselaufgabe der Stadtentwicklung

Seit 2012 bietet die DGNB ein Zertifizierungssystem speziell für nachhaltige Quartiere an, das dabei hilft, eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsqualität zielgerichtet, systematisch und wirtschaftlich umzusetzen. Die jetzt veröffentlichte neue Version des Systems ist eine wichtige Weiterentwicklung . Sämtliche Kriterien wurden auf ihre Aktualität, Methodik, Zielorientierung und praktische Anwendbarkeit hin überprüft und, wo es sinnvoll war, adaptiert. Dabei wurden einige Elemente aus der neuesten Version der Gebäudezertifizierung übernommen. Hierzu zählt die Einführung von Bonuspunkten, die sich positiv auf das Zertifizierungsergebnis auswirken, sowie das Prinzip der Innovationsräume, das eine größere planerische Freiheit ermöglicht. Auch der Abgleich sämtlicher Kriterien im Hinblick auf ihren Beitrag zur Erreichung der globalen Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen ist neu.
Zu den Kernthemen, die mit der neuen Version adressiert werden, zählen Klimaschutz, Klimaanpassung und Resilienz. Konkret unterstützt die Zertifizierung dabei, Quartiere zu entwickeln, die einen möglichst geringen CO2-Ausstoß über den Lebenszyklus verursachen – in Planung und Bau, genauso wie in der späteren Nutzung. Das Stadt- und das Mikroklima werden ebenso betrachtet wie die Umweltrisiken und der damit verbundene Werterhalt eines Quartiers. Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung der Biodiversität. Und auch die Mobilität steht im Blickfeld: Dabei wird der Umweltverbund bestärkt, Mobilitätsmanagement-Strategien für autofreie Quartiere werden belohnt. Ein zentrales Thema ist die Circular Economy, also die Förderung eines Denkens und Handelns in Kreisläufen im Umgang mit den verwendeten Ressourcen und Flächen. Zudem steht der Mensch im Mittelpunkt, indem Räume mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen werden und eine gute Durchmischung im Quartier unterstützt wird. Für eine größere Akzeptanz und Identifikation wird die frühzeitige Einbindung der späteren Nutzer im Sinne der Partizipation gestärkt.
Das System ist erstmals für fünf verschiedene Quartiersnutzungen anwendbar: Stadtquartiere, Businessquartiere, Gewerbegebiete, Event Areale, Industriestandorte. Zusätzlich wurden die Kriterien des Quartierssystems mit denen der Gebäudezertifizierung stärker aufeinander abgestimmt, um Synergien zu fördern. Quelle: DGNB / pgl

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Erneuerbare Energien machen Deutschland krisenfester

28. Mai 2020 - 7:21

Wie ein nachhaltiges Konjunkturprogramm Wirtschaft und Klima gleichermaßen helfen kann, zeigt der Bundesverband Erneuerbare Energie in einem detaillierten Positionspapier.
Allein die Beseitigung von schon erkannten Bremsen und Hürden werde Investitionen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien frei machen. „Wir brauchen schnell ein Gesetz, das die längst überfällige Einigung zum Wegfall des PV-Deckels gesetzlich verankert, endlich eine neue Dynamik für Windenergie an Land, Wind-Offshore und Biomasse auslöst, sowie das Ziel, bis 2030 einen Anteil von mindestens 65 Prozent Erneuerbaren Energien am Strommix zu erreichen, festschreibt“, so Peter.
Im Gebäudebereich müsse insbesondere die Austauschrate fossiler Heizungen durch Erneuerbare Heizsysteme beschleunigt werden. „Eine Ausweitung der Austauschprämie auf alte Kohlekessel und Nachtspeicherheizungen würde ein wichtiges Signal in den Markt setzen“, so Peter. „Für kommunale Wärmenetze, die bisher fast ausschließlich durch fossile Brennstoffe gespeist sind, ist eine öffentliche Investitionsoffensive angebracht: Großwärmepumpen, große Solarthermie, Tiefen-Geothermie und Biomasseheizkraftwerke brauchen einen gezielten Markthochlauf.“
Im Mobilitätssektor müsse die öffentliche Hand den Auf- und Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für batteriebetriebene Fahrzeuge und das Tankstellennetz für Fahrzeuge, die mit grünem Wasserstoff oder Biogas betrieben werden, forcieren. Im zweiten Halbjahr müsse die Bundesregierung außerdem ihren Vorsitz bei der Ratspräsidentschaft nutzen, um den Green Deal konsequent voranzutreiben und dabei im eigenen Land mit gutem Beispiel voranzugehen. Quelle: BEE / pgl

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Solarwirtschaft sauer über Verlängerung des Solardeckels

27. Mai 2020 - 15:50

Die Solarbranche muss damit nun einen weiteren Monat bangen, ob der Solardeckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) noch rechtzeitig vor dem Erreichen der entscheidenden Photovoltaik-Zubaumarke von 52 Gigawatt beseitigt wird. Mittels einer Fraktionseinbringung im Eilverfahren müsse dies nun spätestens in der kommenden Sitzungswoche des Bundestages Mitte Juni erfolgen, fordert der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW). Der BSW warnt erneut, dass der Deckel im Falle starker Vorzieheffekte bereits im Juli erreicht werden könne.

Die damit verbundene Investitionsunsicherheit habe nach Aussagen des BSW in den letzten Wochen bereits zu Schäden in dreistelliger Millionenhöhe geführt. BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig: „Die unnötige Verlängerung der Ungewissheit für tausende Solar- und Handwerksbetriebe ist grob fahrlässig. Wenn der Solardeckel nicht vor der parlamentarischen Sommerpause fällt, werden die Schäden in die Milliarden gehen, der Klimaschutz blockiert und Tausende in der Solarbranche ihren Job verlieren. Dem Bundestag bleibt Mitte Juni eine letzte Sitzungswoche, um die wiederholt versprochene Beseitigung des Solardeckels endlich in die Tat umzusetzen.

Bei einer ausbleibenden Entdeckelung würde sich der Solarmarkt in Deutschland nach Einschätzung des BSW mehr als halbieren. Schon eine vorübergehende Förderunterbrechung würde massive Schäden in der Solarwirtschaft anrichten. Nach einer Repräsentativbefragung im Februar hatten sich drei Viertel der Bürger für eine Fortsetzung der Solarförderung ausgesprochen, um die Umsetzung der Klimaziele nicht zu gefährden. Über 80 Prozent der Wähler von Union und SPD vertreten diese Auffassung.

Zu Beginn vergangener Woche hatten sich die Regierungsfraktionen nach monatelangem Tauziehen in der strittigen Frage angemessener Abstandsregeln von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung geeinigt und damit eigentlich auch den Weg für einen Fall des Solardeckels frei gemacht. Auf einen verstärkten Ausbau der Solarenergie und die ersatzlose Streichung der Förderbeschränkung hatte sich die Bundesregierung bereits im letzten Herbst verständigt. Die gesetzliche Umsetzung des für die Energiewende unverzichtbaren Vorhabens hakt aber bis heute. Quelle: BSW Solar / pgl

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Bauherren können mit Kredit und Steuerförderung sanieren

27. Mai 2020 - 7:57

„Wer sein selbstgenutztes Wohneigentum energetisch saniert, hat grundsätzlich zwei Fördermöglichkeiten“, erklärt Baufinanzierungsexperte Ralf Oberländer von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. „Die steuerliche Abschreibung oder den klassischen Investitionszuschuss, zum Beispiel über die KfW.“

Neu ist die Möglichkeit zur Steuerabschreibung. Sie geht über drei Jahre und bis zu einer Höhe von maximal 40.000 Euro. Voraussetzung ist, dass ein Fachunternehmen die Sanierungsarbeiten durchführt. Die Steuerermäßigung kann der Immobilienbesitzer nach Abschluss der Baumaßnahmen geltend machen. Anders bei den Förderungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Hier muss der Hausbesitzer sämtliche Anträge vor Baubeginn stellen. Für den KfW-Zuschuss muss vor Beginn der Sanierung zudem ein Energieberater hinzugezogen werden. „Wer allerdings nicht weiß, welchen Sanierungsbedarf die eigene Immobilie hat und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen durchgeführt werden müssen, sollte sich zuerst an einen Energieberater wenden“, so Oberländer.

Folgen verschiedene energetische Maßnahmen aufeinander, wie die Dämmung der Fassade, der Austausch der Fenster und die Installation einer Photovoltaikanlage, können sie die Energieeffizienz der Immobilie erheblich steigern. „Bei besonders teuren und umfassenden Maßnahmen lohnt es sich in der Regel eher, eine Förderung der KfW in Anspruch zu nehmen“, weiß Oberländer. In der Summe kostet eine konkrete Beispielsanierung 115.000 Euro. Bei einer Förderung über die KfW (Programm 430 oder 151) kann sich der Immobilienbesitzer über einen Investitions- oder Tilgungszuschuss von 34.500 Euro freuen. Eine Steuerermäßigung bringt in diesem Fall nur 23.000 Euro Ersparnis.

Wer nicht so viel auf einmal investieren will, kann seine Immobilie Schritt für Schritt energetisch aufrüsten. Ein effizienter Anfang kann beispielsweise der Einbau neuer Fenster für eine bessere Wärmedämmung sein. Die Maßnahme kostet etwa 35.000 Euro. Eine Förderung über die KfW (Programm 430 oder 152) oder alternativ die Steuerabschreibung bringen dem Immobilienbesitzer jeweils eine Ersparnis von rund 20 Prozent der Investitionssumme, insgesamt 7.000 Euro. Oberländers Tipp: „Die Steuerermäßigung kann auch nachträglich beantragt werden und verursacht unter Umständen weniger bürokratischen Aufwand.“

Auch wer seine alte Ölheizung ersetzt, kann zwischen der Austauschprämie des BAFA und der Steuererleichterung wählen. Abhängig von der neuen Heizungsart beträgt die Austauschprämie bis zu 45 Prozent, maximal 22.500 Euro. Bei Einbau einer neuen Pelletheizung, was Kosten von rund 22.000 Euro verursacht, erhält der Hausbesitzer mit der Förderung des BAFA einen Zuschuss in Höhe von 9.900 Euro. Die Steuerersparnis liegt hier dagegen nur bei 4.400 Euro.

Extratipp vom Experten: „Welche Förderung sich am meisten für Sanierer lohnt, hängt von Art und Umfang der Maßnahmen ab. Energieberater und Baufinanzierungsexperten helfen bei der Suche nach der individuell passenden Lösung – für Sanierungsmaßnahmen und Finanzierung.“ Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall / pgl

 

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Fassaden dienen als Kraftwerke für Gebäude

26. Mai 2020 - 8:01

Weniger die Leistung oder die Kosten haben in der Vergangenheit verhindert, dass bauwerk-integrierte Photovoltaik (BIPV) und Solarthermie (BIST) an den Außenwänden von Gebäuden durchsetzen, als deren Optik: „Die Fassade ist das Angesicht eines Gebäudes, daran stellt man einen hohen architektonischen Anspruch“, sagt Michael Hermann, Koordinator Innovationsprozesse Wärme- und Kältetechnik am Fraunhofer ISE in Freiburg

Deshalb würden für Fassaden andere Auswahlkriterien gelten als für Dächer: „Hier müssen sich Sonnenenergie-Komponenten mit Putz, Holz und Stein als Oberfläche bezüglich ihrer gestalterischen Möglichkeiten messen und mit diesen auf ansprechende Weise kombinieren lassen.“ BIPV und BIST müssen deswegen aus Sicht des Forschers zu gestaltbaren Materialien werden, die Architekten schon sehr früh im Planungsprozess einbeziehen können. Er ist davon überzeugt, dass Solarthermie dabei in Zukunft eine zunehmende Rolle spielen wird, da die Gesetzgebung und Marktanreizprogramme diese durchaus begünstigen.

Laut der Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ des Fraunhofer ISE werden sich zukünftig Wärmenetze etablieren. In die könnte man dann gewinnbringend einspeisen wie über das EEG bereits Solarstrom. Für die Photovoltaik an Fassaden gibt es nach Angaben des Instituts noch ein technisches Potenzial von mindestens 1,4 Terrawatt-Peak in Deutschland, bei einer Jahresstromerzeugung von 513 Terrawatt-Stunden im Jahr 2019.

Bei Energieerzeugung über die Fassade ist die Optik wichtig

Auf einen weiteren Hemmschuh bei der massenhaften Installation von BIST und BIPV weist Jochen Klingler hin, Geschäftsführer der Enersearch Solar GmbH: Private Bauträger und Investoren würden ihre Objekte nach Fertigstellung verkaufen. „Dabei spielen zukunftsweisende Energiesysteme oft eine untergeordnete Rolle. „Die Kommunen haben ihre Gebäude 50 Jahre lang in der eigenen Verwaltung.“ Daher spürten öffentliche Träger einen größeren Druck, nach Passivstandards zu bauen und erneuerbare Energien einzusetzen. Sie sparen damit über kurz oder lang bares Geld. Zudem erfülle der öffentliche Sektor eine Vorbildfunktion und müsse Klimavorgaben der EU einhalten

Enersearch hat nach eigenen Angaben eine der günstigsten und unkompliziertesten Lösungen für erneuerbare Energien an der Fassade im Programm: In Ergänzung zu seinem Lüftungssystem mit Wärmetauscher bietet das Unternehmen einen solaren Luftkollektor mit einer energetischen Leistung von bis zu 450 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter (je nach Ausrichtung) für knapp 1300 Euro an. Der Solarkollektor kann neben Fensterelemente gesetzt werden und fällt damit an der Fassade nicht mehr auf. An der 2016 zum Passivhaus-Standard sanierten Waldbachschule in Offenburg erbringen die zusätzlich zur Lüftung verbauten Kollektoren beispielsweise rechnerisch ein Viertel der Heizlast. Klingler sieht sein System vor allem dann als geeignet an, wenn man eine Gebäudelüftung um Erneuerbare Energien aufwerten wolle, um etwa einen höheren Hausstandard zu erreichen.

PV und Solarthermie müssen Teil der Baukultur werden

Zwar sind klassische Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sowie kombinierte Lösungen aus beidem auch an Fassaden teils seit den 90er-Jahren im Einsatz. Doch aufgrund der Optik ließen sich Modullösungen oder Röhrenkollektoren vielfach nur auf Dächern und an Industriegebäuden realisieren. „Damit es in der Bevölkerung akzeptiert ist, müssen wir es schaffen, diese Flächen aktiv so in die Gebäude zu integrieren, dass sie Teil der Baukultur werden“, sagt ISE-Forscher Hermann.

Dazu entwickeln Unternehmen und Forschungsinstitute eine Vielzahl von möglichen Lösungen. Eine Variante sind dabei auch Dünnschicht-Module an vorgehängten hinterlüfteten Fassadensystemen, wobei die Module zum Beispiel durch eine ganze Palette von Farbvarianten gestaltbar werden. Ein solches System bietet die Sto SE in Kooperation mit der Nice Solar Energy GmbH an. Die „Sto Ventec Artline“ kann unsichtbar befestigt werden und ergibt dann eine einheitliche Oberfläche. Oder sie wird mit Rahmen in einem horizontalen Schienensystem angebracht. Beide lassen sich mit Fassaden-Oberflächen wie Naturstein, Keramik oder Putz kombinieren. Die CIGS-Dünnschicht-Module erreichen einen Wirkungsgrad von 17 Prozent, der allerdings neben Einstrahlwinkel und anderen Faktoren auch stark von der Farbgebung abhängt. Wer höchste Energieausbeute will, muss nach wie vor eine schwarze Fassade in Kauf nehmen.

Noch flexibler gestalten lassen sich organische Solarelemente. Derartige Solarelemente für architektonische Leuchtturmprojekte liefert etwa die Opvius GmbH aus Kitzingen. Die Heliatek GmbH in Dresden hat vor einem Jahr ihre Solarfolie Heliasol in einem Pilotprojekt auf einer Fläche von 230 Quadratmetern an seinem Silo der Schneller Mühle in Donauwörth angebracht. Zwar mache man aufgrund des Forschungsstandes aktuell keine Angaben zur Leistung einzelner Pilotanlagen, so Stephan Kube, Marketingchef bei Heliatek. Zumindest die Art der Anbringung habe sich aber bewährt. Die Folie wird ähnlich wie beim Tapezieren direkt auf den blanken Beton geklebt. Ende des Jahres soll sie in Serienproduktion gehen.

Zu Kosten und Leistungsdaten will Kube noch keine Angaben machen, aber so viel: „Wir planen für das Startprodukt Heliasol um die acht Prozent Wirkungsgrad.“ Klar sei außerdem, dass das Produkt zum Marktstart noch teurer sein werde, als konventionelle PV. Man sehe sich jedoch nicht im direkten Vergleich mit normalen Modulherstellern, meint auch er: Durch ihre Eigenschaften erschließe die Folie neue Anwendungen. Weil sie dünn, flexibel und aufklebbar ist, lässt sie sich anders als kristalline Module auch auf gekrümmten Flächen verbauen.

Forscher tüfteln an praxistauglichen Lösungen

Die Forscherinnen und Forscher am ISE tüfteln ebenfalls an fassadentauglichen Lösungen, unter anderem Photovoltaik-Schindeln. Im Projekt „ArKol –  Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadenkollektoren mit Heat-Pipes“ entstanden zum einen solarthermische Streifenkollektoren, die sich vertikal und horizontal variabel an der Hausfassade anordnen lassen. Zum anderen konstruierte das Team eine solarthermische Lamellenjalousie. Die lässt sich beliebig raffen und verstellen wie eine herkömmliche Verschattung, aber in jeder einzelnen Lamelle ist eine Heat-Pipe verbaut. Bis zur Marktreife werde es aber noch eine Weile dauern, so Hermann.

Das gilt auch für ein weiteres Forschungsprojekt „Tabsolar“. Darin entwickelten die Forscher eine Methode, dünne Kanäle bereits beim Aushärten in einen Ultrahochleistungsbeton einzubringen. Die so hergestellten Elemente sind bis zu zwölf Millimeter dünn. Sie könnten nicht nur als solarthermische Fassaden-Elemente eingesetzt werden, etwa um Trinkwasser zu erwärmen. In Kombination mit einer spektralselektiven Beschichtung und Antireflexverglasung soll Tabsolar ähnliche Erträge wie gängige Solarkollektoren bieten, dabei aber mehr Freiheit zu gestalten. Als Designvariante bleiben die Kollektoren unverglast und könnten mit verschiedensten Strukturen und Farben versehen werden. Das verringert zwar Ertrag und Temperaturniveau, für eine Niedertemperatur-Wärmequelle für Wärmepumpen wäre es laut Hermann aber allemal ausreichend.

Kontakt zu Architekten ist wichtig

„Für uns wäre es wichtig, von Architekten und der Bauwirtschaft zu erfahren: Wie müsste ein System aussehen, damit es ankommt? Nur dann können unsere Ideen am Markt erfolgreich sein“, sagt der Forscher. Er geht aber ohnehin davon aus, dass sich eine große Bandbreite an Elementen am Markt etablieren wird: Das China-Standard-PV-Modul für diejenigen, die mit geringem Investment Strom erzeugen wollen. Und architektonisch anspruchsvolle Lösungen, die Teil der Baukultur werden. Letztere böten aus Hermanns Sicht eine Chance für europäische Hersteller, die auf dem Weltmarkt mit Standard-Modulen ohnehin nicht mehr mithalten können. Daniel Völpel

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Infrarotheizung lohnend ab KfW-Effizienzhaus 40

26. Mai 2020 - 7:15

Das macht eine Infrarotheizung möglich, die von dem Unternehmen Future Carbon hergestellt wird. Die „Carbo e-Wall“ ist eine mit Kohlenstoffmaterialien beschichtete Gipskartonplatte. Ans Stromnetz angeschlossen, erzeugt sie Infrarotwärme. Montiert wird sie wie eine herkömmliche Trockenbauwand. „Die 300 Watt starken e-Walls lassen sich nahezu exakt auf die Heizlast des Gebäudes zuschneiden“, erklärt Michael Schütz, Energieberater bei FutureCarbon. So lasse sich der ohnehin niedrige Energiebedarf in Neubauten kostengünstig decken.

Für ein Einfamilienhaus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Heizwärmebedarf von 40 Kilowattstunden pro Quadratmetern zahlen Hausbesitzer circa 10.500 Euro brutto an Materialkosten für das gesamte Heizsystem, rechnet das Unternehmen vor. Im Vergleich zu anderen Systemen würden kaum weitere Kosten anfallen, das es keine Verrohrung noch eine Fußbodenheizung benötige. Die Platten werden vom Trockenbauer an Stelle von normalen Trockenbauplatten eingesetzt. Da die Anlagentechnik laut Hersteller nahezu wartungsfrei ist, entfallen die Kosten für regelmäßige Inspektionen. „In puncto Wirtschaftlichkeit ist die beheizbare Trockenbauwand vor allem ab KfW-Effizienzhausstandard 40 hoch interessant“, sagt Schütz.

Die elektrisch beheizbare Trockenbauwand lässt sich per Smart Home-System oder Thermostat minutengenau steuern. „Diese Spontanität, die träge wassergeführte Heizsysteme per se nicht bieten, minimiert die Energiekosten und flexibilisiert die Nutzung“, sagt Schütz. In einem KfW-Effizienzhaus 40 plus schreibt die EnEV eine zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einen Stromspeicher vor. „Das System rechnet sich unter diesen Voraussetzungen noch schneller“, erklärt Schütz. Mit Speicher und Solaranlage wäre der Hausbesitzer hinsichtlich Haushaltsstrom, Heizstrom und elektrische Brauchwassererwärmung bis zu einem gewissen Grad vom Stromversorger unabhängig. Um den Rest abzudecken, biete sich die Einspeisung des Überschussstroms in eine Cloud an. Quelle: Future Carbon / al

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Forschungshaus aus Infraleichtbeton fertiggestellt

25. Mai 2020 - 13:19

„Infraleichtbeton vereint hohe Tragfähigkeit mit ausgezeichneter Wärmedämmung. Damit lassen sich monolithische Konstruktionen verwirklichen und Oberflächen vielfältig gestalten. Eine derartige Leistungsfähigkeit besitzt kein anderer Baustoff“, sagt Robert Lukas, Leiter Qualität Südostbayern von Heidelberger Beton. Für das Forschungshaus konnte auf eine gutachterlich geprüfte Rezeptur zurückgriffen werden, die Heidelberger Beton in mehreren Versuchen und unter Mitwirkung von Experten der Universität der Bundeswehr München (UniBW) bereits für das Wohnhaus Thalmair in Aiterbach entwickelt hat. Es war eine Zustimmung im Einzelfall durch die Oberste Baubehörde im Bayerischen Ministerium des Inneren nötig, da diese für Bauten aus Leichtbeton mit Rohdichten unter 800 Kilogramm pro Kubikmeter und/oder einer Druckfestigkeitsklasse kleiner LC12/13 gefordert ist.

Die Grundlage für den Bau und das Monitoring legten Wissenschaftler und Architekten des Forschungsprojekts „Einfach Bauen“ der Technischen Universität München (TUM). In diesem werden ganzheitliche Strategien für energieeffizientes, einfaches Bauen entwickelt. Bauherr ist die B&O Gruppe.

Wärmedämmung durch Materialbeschaffenheit

Der erste Rohbau besteht aus 50 Zentimeter dicken, einschaligen Außenwänden, die aufgrund der Materialbeschaffenheit und Speichermasse des Infraleichtbetons ausreichende Wärmedämmung bieten. Der Beton wurde direkt aus dem Fahrmischer per Kübel in Großflächenschalungen eingebracht. Fassade und Innenwände des Hauses bleiben gleichermaßen betonsichtig. Unbewehrte Betonwände im Innern und 30 Zentimeter dicke Decken aus stahlfaserbewehrtem Beton erfüllen die Vorgaben an die Luftschalldämmung. Ein Bodenbelag, etwa Linoleum, erfüllt die Anforderungen an den Trittschall ohne weiteren Bodenaufbau.

Die Fensterausschnitte entsprechen den Eigenschaften des Baumaterials. Im Falle des Betonhauses wurden die Ausschnitte für die Rundbogenfenster mit minimaler Toleranz ausgebildet. Die Holzfenster wurden exakt eingepasst und die Luftdichtigkeit mit einem Kompriband erfüllt. Die oberste Geschossdecke unter dem flach geneigten Satteldach wurde mit Holzwolle gedämmt. Auf einer Gesamtgrundfläche von zehn auf 20 Metern sind acht unterschiedlich große Wohneinheiten mit drei Meter hohen Räumen auf drei Geschossebenen angeordnet. Versorgungsleitungen verlaufen unter Fußleisten. Beheizt wird das Wohnhaus über ein Blockheizkraftwerk im Wohnquartier, das mit Holzhackschnitzeln befeuert wird.

"Aktuellen Passivhäusern überlegen"

Mit ihrem laufenden Forschungsvorhaben „Integrale Strategien für energieeffizientes, einfaches Bauen mit Holz, Leichtbeton und hochwärmedämmendem Mauerwerk – Untersuchung der Wechselwirkungen von Raum, Konstruktion und Gebäudetechnik“ gewinnt die Technische Universität München (TUM)  neue Erkenntnisse. Ihre Forschungsergebnisse bestätigen die dem Projekt zugrundeliegende Hypothese, dass einfache Wohngebäude mit hochwertiger und gleichzeitig suffizienter Architektur, robuster Baukonstruktion und reduzierter Gebäudetechnik hinsichtlich Ökobilanz und Lebenszykluskosten sowohl Standardwohngebäuden als auch aktuellen Passivhäusern überlegen sseien: "Reduzierte Technikkonzepte erlauben eine einfache Handhabung und sind auch gegenüber Umwelteinflüssen robust“, sagt Projektarchitekt Tilmann Jarmer. Quelle: Heidelberger Beton / al

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Baugewerbe rechnet für 2020 mit Nullwachstum

25. Mai 2020 - 12:31

Besonders im öffentlichen Bau ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (-9,6 %). Insbesondere der Straßenbau bricht signifikant ein ( -12,4 %). Aber auch im Wirtschaftsbau gingen die Auftragseingänge im März um gut 3% zurück, besonders betroffen der anteilsstarke Hochbau (ca. -7 %). Nur im Wohnungsbau legte der Auftragseingang verhalten zu (ca. +3 %).

„Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Wirtschaftsbau bleibt es wichtig, dass die öffentliche Hand ihre geplanten Investitionsbudgets auch umsetzt. Hier brauchen die Kommunen dringend die Unterstützung von Bund und Ländern. Den Investitionsstau bei den Kommunen nicht größer werden zu lassen, liegt im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland.“ so Pakleppa weiter.

Erwartungsgemäß schlagen sich die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht in den Daten zur Umsatzentwicklung nieder. Dieser lag im März bei zirka 7,6 Milliarden Euro (+12,1 %). Damit erreichte der Umsatz im ersten Quartal gut 18 Milliarden Euro, ein Plus von gut 12 %.

„Mit diesem Ergebnis im ersten Quartal war zu rechnen. Wir sind mit vollen Auftragsbüchern in das Jahr gestartet. Bis zum Lockdown in der Mitte des Monats hatte sich die hohe Nachfrage nach Bauleistungen fortgesetzt. Die Zahlen dürfen aber nicht zu einer trügerischen Sicherheit führen: Die Einbrüche, die wir heute im Auftragseingang sehen, werden in Zukunft auf die Umsatzentwicklung durchschlagen,“ erläutert der Hauptgeschäftsführer des größten Branchenverbands.

Das deutsche Baugewerbe hatte seine Prognose zur Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe für 2020 wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf viele Wirtschaftsbereiche von ursprünglich +5,5 % auf 0 % bis -2 % nach unten korrigiert.

„Positiv sehen wir die Daten zur Beschäftigtenentwicklung. Mit einer Steigerung um gut 4 % machen die Unternehmen deutlich, dass sie den Beschäftigtenstand halten wollen und am Kapazitätsaufbau festhalten. Wenn dies so blieben soll, braucht es in dem richtigerweise von der Bundesregierung angedachten Konjunkturprogramm dringend Investitionsimpulse.“ so Pakleppa abschließend. Quelle: ZDB / pgl

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Vier Gründe, warum sich Solarthermie lohnt

20. Mai 2020 - 13:22

Solarwärme-Systeme bieten die beste Klima- und Umweltfreundlichkeit, sagt Meyer und fasst die Vorteile zusammen: Sie stoßen kein Treibhausgas aus, bestehen aus umweltfreundlichen, äußerst langlebigen Materialien, die sich problemlos recyceln lassen und ihre Effizienz ist enorm. Der drei- bis viermal größere Wirkungsgrad verringert den Platzbedarf von Solarkollektoren auf dem Dach, weshalb sich Solarwärme- und Solarstrom-Systeme gut kombinieren lassen.

Trotz der Vorteile fließen oftmals Irrtümer in die Diskussion über die Solarwärme-Erzeugung ein, weiß Meyer. Beispielsweise, dass sich Solarthermie nicht lohne. Richtig sei, dass Solarwärme-Systeme sich fürs Klima und den Geldbeutel lohnen. Sie sparen viel Kohlendioxid ein sowie Brennstoffkosten. Eine Solarwärme-Anlage amortisiere sich je nach Anlagengröße in elf bis 16 Jahren, was eine Rendite von 2,8 bis 6,9 Prozent entspreche. Hinzu kommen aktuell attraktive Förderkonditionen die Amortisationszeiten geringer halten. Der Fördersatz beträgt zurzeit 30 Prozent der Kosten. Wer in eine Erneuerbare Energien-Hybridheizung investiert und dabei eine alte Ölheizung ersetzt, erhält vom Staat 45 Prozent dazu. Außerdem werde die CO2-Bepreisung die Amortisation der Solarthermie weiter verbessern. Da Solarkollektoren und Wärmespeicher etwa 30 Jahre und länger halten treibt das die Rendite weiter nach oben.

Preise vergleichen

Auch die Einschätzung, Solarthermie lohne sich nur im Süden der Republik, ist ein Irrtum. Zwar ist im Süden die Sonneneinstrahlung vielerorts größer ist als im Norden. Doch auch im Norden gibt es zum Beispiel in Küstennähe sehr sonnige Gegenden. In den weniger sonnigen Regionen amortisiert sich die Solarthermie ein bis zwei Jahre später. Viel wichtiger für die Rendite ist die Wahl des Installateurs. Ein überteuertes Angebot und eine fehlerhafte Installation werden sich nicht rentieren. Daher empfiehlt Meyer einen Preisvergleich und Referenzanlagen-Check.

Ein weiterer Aspekt: In vielen – aber nicht in allen – Modellrechnungen ist die Rendite von Warmwasser-Solaranlagen besser ist als die von Solarheizungen. Das liegt daran, dass Solarheizungen mehr Wärmeleistung brauchen. Das hat zur Folge, dass sie im Sommer mehr Solarwärme produzieren, als der Haushalt abnehmen kann. Dieses nicht genutzte Potenzial kann negativ zu Buche schlagen. Darum ist es bei jeder Solarwärme-Anlage wichtig, die Wärme im Sommer optimal zu nutzen. Haushaltegeräte, wie den Geschirrspüler oder die Waschmaschine, sollten an die Warmwasserversorgungen angeschlossen werden, um die kostenlose Solarwärme zu nutzen.

Für die größeren Solarheizungen spricht, dass der Anteil der Speicherkosten und Installationskosten mit der Anlagengröße abnimmt. Die große Anlage spart 20 bis 30 Prozent der Brennstoffkosten ein. In der Beispielrechnung des Bundesverbandes Solarwirtschaft sind es bei der kleinen rund 10.000 Euro in 20 Jahren. Bei der großen dagegen mehr als 14.000 Euro. Im Neubau als auch bei der umfassenden Gebäudesanierung können heutzutage 70 Prozent und mehr der häuslichen Wärme mit der Solarthermie abgedeckt werden, sagt Meyer.

Brennstoffkosten werden eingespart

Schließlich wird heißt es, dass Solarthermie sich nur in gut gedämmten Häusern lohnen soll. Gut gedämmte Häuser können einen großen Anteil ihrer Energie mit Solarwärme abdecken. Bei schlecht gedämmten Häusern ist die benötigte Wärmemenge so groß, dass die Solaranlage nur wenig im Verhältnis dazu beitragen kann. Wenn der solare Deckungsanteil bei einem gut gedämmten Haus bei 30 Prozent liegt, schafft die gleich leistungsstarke Solaranlage beim schlecht gedämmten Haus nur zehn Prozent. Dafür spart sie mehr Brennstoffkosten ein. Moderne Gebäude benötigen in Monaten wie April und Mai, aber auch im September und Oktober praktisch keine Heizung. Gerade April und Mai sind aber Monate mit einer sehr hohen Sonneneinstrahlung. Daher kann die Solarthermie in diesen Zeiten das Haus optimal heizen. Quelle: solarthermie-jahrbuch / al

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Ökostrom ohne Investitionskosten beziehen

20. Mai 2020 - 12:36

Zwar ist Solarstrom vom eigenen Dach für Unternehmen die günstigste Art der Stromerzeugung, heißt es in einer Mitteilung von Q Cells. Viele mittelständische Unternehmen würden aber die planungs- und kapitalintensive Investition in eine eigene Solaranlage scheuen. In beiden Modellen werden Solaranlagen auf dem Dach des Eigentümers oder des Mieters eines Gebäudes errichtet. Der Anbieter übernimmt die Kosten und deckt den verbleibenden Strombedarf mit ökologischem Strom aus erneuerbaren Quellen aus Deutschland und Österreich ab.

Beim Power Contracting übernimmt der Anbieter die Rollen des Investors, Eigentümers und Betreibers der Solaranlage. Er liefert im Rahmen eines Stromliefervertrags den Großteil des Stroms. Den Überschussstrom wird vermarktet. Der Reststrombedarf kommt ebenfalls vom Anbieter. Im Unterschied dazu wird bei der Anlagenpacht die Solaranlage vom Unternehmen gepachtet, womit es zum Betreiber der Anlage wird. Der verbrauchte Strom gilt als Eigenverbrauch, für den eine anteilige EEG-Umlage von aktuell 2,7 Cent statt 6,8 Cent je Kilowattstunde fällig wird.

„Mit Power Contracting und Pacht von Solaranlagen lassen sich in erheblichem Umfang Netzentgelte und Umlagen sparen“, sagt Maengyoon Kim, EU-Vertriebsleiter von Q Cells. Unternehmen könnten so ihre Stromkosten deutlich senken. Gleichzeitig würde sie die eigene Planungssicherheit erhöhen, weil sie von steigenden Strombezugskosten aus dem Netz weniger betroffen seien. Quelle: Q Cells /al

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Neue Lüftungsnorm hat strengere Eingangsparameter

19. Mai 2020 - 8:01

Ist in der Praxis, insbesondere bei Energieberatern, angekommen was sich hinter einem Lüftungskonzept verbirgt?

Hinter einem Lüftungskonzept verbirgt sich die Berechnung, ob ein Gebäude eine zusätzliche lüftungstechnische Maßnahme benötigt. Wenn das der Fall ist, dann wird im Lüftungskonzept außerdem festgelegt, wie gelüftet werden, also welche Lüftungsart eingebaut werden soll. Damit wäre das Lüftungskonzept eigentlich fertig. Viele verstehen darunter aber auch noch die genaue Ausführungsplanung. Wichtig ist: Die Berechnung, ob eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig ist, allein, reicht nicht aus.

Begegnet es Ihnen in der Praxis häufig, dass ein Lüftungskonzept nur diese Berechnung enthält?

Durchaus. Wir werden immer mal wieder gefragt, warum es so viel Geld kostet, wenn wir ein Lüftungskonzept erstellen. Einige bieten das für 60 Euro an. Das halte ich für zu gering, denn ein professionelles Lüftungskonzept erfordert einigen Aufwand. Für 60 Euro erhalten Sie sicherlich kein professionelles Konzept. Wenn wir die Bedarfsanalyse mit dem Ergebnis abschließen, dass keine lüftungstechnische Maßnahme nötig ist, dann wird es natürlich auch bei uns günstiger. Aber in der Regel
ist eine lüftungstechnische Maßnahme nötig oder vom Kunden gewünscht.

Wie wirkt sich die neue Lüftungsnorm aus?

In der neuen Norm ist der Eingangsparameter etwas strenger, das heißt es wird häufiger eine lüftungstechnische Maßnahme gefordert. Sowohl bei der alten als auch bei der neuen Norm besteht das Problem allerdings darin, dass für die Berechnung des Lüftungskonzept die Dichtheitswerte
der Norm zugrunde gelegt werden. Das mache ich persönlich nicht mehr. Es ist beispielsweise bei freier Lüftung ein n50-Wert von 1,5 1/h (Luftwechselrate) bei 50 Pa in einer Stunde gefordert. Das ist
nicht mehr sehr praxisrelevant. Wir haben bei Dichtheitsprüfungen schon bei Gebäuden
aus den 60er-Jahren, in denen die Fenster erneuert wurden, einen Wert von 0,5 1/h gemessen. Wenn man von diesem Wert ausgeht, dann muss eigentlich immer eine lüftungstechnische Maßnahme
durchgeführt werden. Setzen Sie dagegen den Normwert von 1,5 1/h an, dann ist das häufig nicht nötig. Das war übrigens auch ein Kritikpunkt an der neuen Norm. Schließlich sollen die Gebäude ja immer
dichter werden und das bedeutet, dass Luft hineingebracht werden muss.

Welche Trends sehen Sie in der Lüftungstechnik?

Es gibt mehrere Trends. Der erste geht dahin, dass im Geschosswohnungsbau lüftungstechnische Maßnahmen obligatorisch werden. Oft sind das freie Lüftungen, das heißt der Luftaustausch wird beispielsweise durch Bauteile im Fensterrahmen gewährleistet. Wichtig ist zu wissen: Bei einer freien Lüftung muss der Mieter zusätzlich weiter aktiv lüften, er ist nicht von dieser Pflicht befreit. Wenn die Vermieter sich darauf nicht verlassen wollen, setzen sie auf vergleichsweise günstige Abluftanlagen.
Dabei müssen heute nicht mehr nur im Bad Abluftventile/Ventilatoren installiert, sondern auch in der Küche und in anderen Räumen, in denen der Anfall von Luftschadstoffen und Feuchtigkeit hoch
ist. Und diese Lüfter laufen dann auch dauerhaft. Bei Doppelhaushälften oder Einfamilienhäusern
sieht es anders aus. Hier geht der Trend zu dezentralen alternierenden Lüftungssystemen, auch Pendellüfter genannt. Darüber hinaus erwarte ich einen neuen Trend: die Leistungen der zentralen
Lüftungsgeräte werden zunehmen, das heißt ein Gerät wird wesentlich mehr Luft fördern können, um die CO2-Konzentrationen besser senken zu können.


Wie hoch sollte das geförderte Volumen denn idealerweise sein?

Wir versuchen bei unseren Planungen zu erreichen, dass zum Beispiel im Schlafzimmer ein Volumenstrom von 30 Kubikmeter pro Stunde und Person gefördert werden, um die CO2-Konzentration sicher abzusenken. Wenn dort zwei Personen schlafen, sollten also 60 Kubikmeter pro Stunde
ausgetauscht werden. In den vergangenen Jahren wurden Pendellüfter vor allem in Mehrfamilienhäusern
verwendet, in Einfamilien- und Doppelhäusern kamen dagegen meist zentrale Wohnungslüftungsgeräte zum Einsatz.

Wie ist dieser Unterschied zu erklären?

Das ist ganz einfach. Wenn Sie von der zu fördernden Luftmenge ausgehen, ist es deutlich günstiger, den Luftwechsel mit Pendellüftern zu realisieren als mit zentralen Lüftungsanlagen. Bauen ist inzwischen
sehr teuer, da zählt jeder Euro. Allerdings wundere ich mich schon manchmal, wenn ich sehe , in was für Küchen oder Bäder die Bauherren investieren. Luft ist Lebensmittel, das Bewusstsein dafür scheint mir in
Verbindung mit dem Thema Wohnungslüftung doch sehr gering zu sein. Von den Pendellüftern braucht man aber – wie der Name ja schon sagt – immer gleich zwei: ein Gerät fördert Frischluft, das andere die Abluft nach draußen. Ja, und genau hier liegt auch ein Fallstrick für die Planung. Man muss darauf achten,
dass die Volumenförderleistung passt. Wenn ein Lüfter laut Beschreibung 30 Kubikmeter pro Stunde fördert, muss ich beachten, dass er diese 30 Kubikmeter pro Stunde nur in der Hälfte der Zeit fördert.
In der anderen Hälfte befördert er Abluft nach draußen. Tatsächlich tauscht der Lüfter also nur 15 Kubikmeter Luft in einer Stunde aus. Nehmen wir als Beispiel ein Schlafzimmer, in dem die Anforderung
lautet, dass pro Stunde 35 Kubikmeter Luft ausgetauscht werden sollten. Meist wird dann ein Lüfter gewählt, der laut Beschreibung 35 Kubikmeter pro Stunde fördert. Tatsächlich bräuchte ich für ein
solches Zimmer aber zwei Lüfter, um die Anforderung zu erfüllen. Hinzu kommt: in der Küche und im Bad brauche ich ohnehin jeweils zwei, denn aufgrund bauaufsichtlicher Vorschriften darf keine Luft aus Küchen und Bädern gefördert werden. Es werden also immer mehr Geräte. Und dann kommen noch die Schallschutzanforderungen hinzu. Auch hier liegen Fallstricke. In Wohn- und Schlafräumen darf der Schalldruck von 30 dB(A) in einem Meter Abstand nicht überschreiten. Bei Dauergeräuschen liegt die Grenze bei 35 dB(A) (DIN 4109-1).

Wie schneiden Pendellüfter in Sachen Wärmerückgewinnung gegenüber zentralen
Lüftungsanlagen ab?

Rein theoretisch sind die Wärmerückgewinnungsgrade zentraler Anlagen höher. In der Praxis allerdings gibt es kaum Unterschiede. Die meisten Pendellüfter haben aber Vorteile bei der Feuchterückgewinnung.
Damit schaffen Sie es, dass die Luftfeuchtigkeit im Winter in den Räumen nicht zu gering wird. Das ist ein
großes Manko der zentralen Lüftungssysteme. Daher werden in vielen zentralen Lüftungsanlagen zunehmend sogenannte Enthalpie-Wärmetauscher eingesetzt. Rotationswärmetauscher, die auch Feuchte zurückgewinnen, müssen mehrmals im Jahr gewartet werden. Es kann sich Staub und ähnliches auf dem Wärmetauscher ansammeln und diesen dann auch verdrecken oder verkeimen. Deshalb sollte man da alle halbe Jahre mal reinschauen
und den Zustand überprüfen. Interview: Silke Thole

 

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Frist für Flexiprämie verlängert

18. Mai 2020 - 9:46

Mit dem genehmigten "Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2017 und weiterer energierechtlicher Bestimmungen" haben Betreiber von Biomasse-KWK-Anlagen unter anderem eine Fristverlängerung erhalten. Anlagen, die zum 31. Oktober 2020 und folgende Ausschreibungsperioden ans Netz hätten gehen müssen, sind um sechs Monate verlängert worden. Damit ist es den Betreibern möglich die Anlagen fertigzustellen, ohne mit einer Vertragsstrafe zu rechnen, da durch die Coronakrise Verzögerungen entstandenen sind. Zudem wurde der Zeitpunkt, ab dem die 20-Jahresfrist für die Vergütung spätestens zu laufen beginnt, verschoben.

Auch über die Flexibilisierung im Biogasbereich freut sich der BKWK. Die Frist, bis zu der die Flex-BHKW spätestens am Netz sein müssen, wurde sogar um acht Monate verlängert. Zuvor hatte der BKWK die Politik gewarnt, dass die Corona-Pandemie Biogasprojektierer, die mit der Flexibilitätsprämie kalkulierten, in Zeitnot bringe.

Auch wenn der BKWK die Umsetzung dieser Entlastungen sehr begrüßt, berge die "Mini-EEG-Novelle" seiner Auffassung nach einen großen Wermutstropfen. Etwa sei die erforderliche Aufhebung des 52-GW-PV-Deckels ist nicht enthalten, ebenso wenig die geforderte konsequentere Ausgestaltung des KWK- und PV-Mieterstrommodells. Auch fehlen dem Verband die erforderlichen Lösungen für die Windenergie. Stattdessen seien diese Themen auf den Herbst verschoben worden.

Zusätzlich wurde für die Betreiber von klassischen KWK-Anlagen eine Frist im §118 Abs. 25 EnWG verlängert, für die ein Anschlussbegehren bereits vor dem 29. April 2019 gestellt wurde. Diese Anlagen hätten bis zum 30. Juni 2020 ans Netz gehen müssen, anderenfalls hätten eventuell kostenintensive Umbauten angestanden, teilte der BKWK mit. Diese Frist wurde aufgrund des Corona-Virus auf den 31. Dezember dieses Jahres gelegt. Quelle: BKWK / al

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