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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 51 Minuten 27 Sekunden

EU-Ausschuss stimmt für mehr Bürgerenergie

29. November 2017 - 7:00

Für die Bürgerenergie relevant sind die Zusätze zur Erneuerbaren-Energien-Richtlinie in Artikel 21, der sich mit Prosumern beschäftigt. Dort wurde folgendes ergänzt: "Eigenverbraucher von erneuerbaren Energien dürfen selbst erzeugten Strom, der innerhalb ihres Gebäudes bleibt, ohne irgendwelche Gebühren, Entgelte oder Steuern verbrauchen". Das soll auch für gespeicherten Strom gelten.

Als Mengenbegrenzung werden wohl zehn Megawattstunden pro Jahr gelten, schätzt Sebastian Mang, Greenpeace EU-Energiereferent. Diese Grenze wird jedenfalls im nächsten, schon von der Kommission vorgeschlagen Absatz, genannt. Bis zu dieser Menge dürfen Prosumer nicht als Energieversorger mit dem damit verbundenen bürokratischen Aufwand eingestuft werden.

Weiter hat der Ausschuss in die Richtlinie geschrieben, dass Prosumer leichteren Zugang zu Finanzierung bekommen sollen und es Anreize für Gebäudebesitzer geben soll, ihren Mietern den Eigenverbrauch zu ermöglichen. Bei der Einspeisevergütung soll die Entlastung des Stromnetzes durch Eigenverbrauch berücksichtigt werden, hat der ITRE beschlossen.

Über die Richtlinie wird nun im Januar noch einmal im Parlament abgestimmt. Mang glaubt, dass die Änderungen zur Bürgerenergie durchgehen werden. Im März wird der Trilog sich dann abschließend mit der Richtlinie befassen. sue

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Speicher gehen in den Untergrund

29. November 2017 - 7:00

Anlass für das Symposium die Fortführung des Projekts ANGUS (Auswirkungen der Nutzung des geologischen Untergrundes als thermischer, elektrischer oder stofflicher Speicher). Das Wirtschaftsministerium fördert das Projekt bis Ende 2020 mit 6,6 Millionen Euro. Es wird vom Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) koordiniert. Die Verbundpartner kommen von der Hochschule Flensburg, von der Europa-Universität Flensburg, von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig.

Erste Beispiele und Konzepte für die Einbindung saisonaler Wärmespeicher wurden von Kai Radmann (Consulaqua Hamburg) für Hamburg, von Gregor Bussmann (Bochum) für Nordrhein-Westfalen und von Bas Godschalk (Arnheim) für die Niederlande präsentiert, wo diese bereits im größeren Maßstab eingesetzt werden.

Ein Schwerpunkt des Symposiums waren Wärmeversorgungskonzepte für Städte. Andreas Dahmke von der CAU stellte fest: "Die regenerative Wärme- und Kälteversorgung von Städten ist auch international einer der bedeutendsten Hebel für die Energiewende und einer der Schlüssel für den Kohleausstieg. Die Nutzung saisonaler unterirdischer Wärmespeicher eröffnet dabei die Möglichkeit, Wärmekraftwerke basierend auf fossilen Brennstoffen sogar schon mittelfristig teilweise ersetzen zu können".

Professor Sebastian Bauer, ebenfalls CAU, ergänzte: "Es existieren in Städten gerade in den Sommermonaten eine Reihe potenzieller Wärmequellen, deren Einbindung in die städtische Wärmeversorgung möglich wird, wenn saisonale Wärmespeicher verfügbar sind. Heute sind wir soweit, dass wir bei relativ geringer Raumbeanspruchung von weniger als zehn Prozent der oberen 200 Meter des geologischen Untergrunds Wärme- und Kältespeicher mit den entsprechend großen Kapazitäten errichten und deren Umweltauswirkungen, wenn auch mit gewissen Unsicherheiten behaftet, prognostizieren können."

Große Kapazitäten mit breiten Be- und Entladeraten

Grundvoraussetzung dafür sei jedoch ein großräumiges und nachhaltiges Wärmemanagement des Untergrundes, ist sich Bauer sicher. Wie die Projektarbeiten zeigten, könnten unterirdische Energiespeicher sehr große Speicherkapazitäten und ein breites Spektrum an Be- und Entladeraten bieten. Damit könnten diese Speicher auf unterschiedliche Arten in die Energiesysteme integriert werden und dort sowohl lang- als auch kurzfristige Speicherdienste erbringen.

Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg erklärte dazu: "Unterirdische Energie- und Wärmespeicher stellen bei der Energiesystemtransformation wesentliche Bausteine für eine 100-prozentige regenerative Energieversorgung dar. Sie können auch bei der Kopplung des Wärme- und Stromsektors einen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energiequellen leisten."

Joachim Wege von der Kanzlei Heiermann Franke Knipp unterstrich in der anschließenden Diskussionsrunde, dass nach seiner Meinung saisonale Wärmespeicher wie Dämmmaßnahmen betrachtet werden müssten, die Wohnungswirtschaft jedoch verbindliche gesetzliche Rahmenbedingungen bräuchte, um hier aktiv werden zu können.

CAU gründet Geo-Energie Kompetenzzentrum

"Der Einsatz unterirdischer Energiespeicher setzt einen nachhaltigen, geplanten und ressourcenschonenden Umgang mit dem geologischen Untergrund und damit die entsprechenden Planungsinstrumente voraus, um ungewollte Auswirkungen und Nutzungskonkurrenzen auszuschließen", sagte Professor Sebastian Bauer. Christiane Lohse und Bernd Kirschbaumer (beide Umweltbundesamt) betonten, dass bei einer verstärkten geothermischen Nutzung des urbanen Untergrundes zum Klimaschutz in der Stadt der Nachhaltigkeitsgedanke sowohl gegenüber dem Klima als auch den untertägigen Grundwasserressourcen gewahrt werden müsse.

"Da die Errichtung von urbanen Wärmespeichern kurzfristig möglich und aufgrund des Klimawandels auch gefordert ist, müssen die vorhandenen Kenntnisse und entwickelten Konzepte auch in die Anwendung gebracht werden", fasste Professor Andreas Dahmke die Diskussion zusammen. "Hierzu wird an der Universität Kiel derzeit das Geo-Energie Kompetenzzentrum gegründet, das als Ansprechpartner dafür dienen soll." Quelle: CAU / sue

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Fachwerkhaus erhält Sanierungspreis

28. November 2017 - 7:47

Sechs der Hauseigentümer, die 2017 die Grüne Hausnummer erhalten haben, sind jetzt für ihre herausragenden Sanierungsprojekte oder Neubauten mit einem Preis geehrt worden. Die Preise wurden von einem Vertreter des niedersächsischen Umweltministeriums im Rahmen der neunten "Effizienztagung Bauen und Modernisieren" in Hannover feierlich übergeben.

Familie Berger erhielt den ersten Preis in der Kategorie Sanierung. Dieser ist mit 1500 Euro Preisgeld dotiert. "Das klar erkennbare, schlüssige Gesamtkonzept aus umweltfreundlicher Anlagentechnik und zum Gebäude passender Dämmweise mit ökologischen Baustoffen sowie die gute Übertragbarkeit auf ähnliche regionaltypische Gebäude haben die Jury überzeugt", heißt es in der Begründung.

Mitglieder der sechsköpfigen Fachjury, die die Auswahl der Preisträger traf, waren Dörte Dörner von der KfW Bankengruppe, Heiner Lippe von der Architektenkammer Niedersachsen, Christian Kuthe als Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Florian Lörincz, Energieberater der Verbraucherzentrale Niedersachsen, EnBauSa-Redakteurin Silke Thole und Lothar Nolte, Leiter der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

Dank Innendämmung bleibt Fachwerkcharakter erhalten

Familie Berger hat die Außenwände ihres Hauses von innen mit Holzfasern gedämmt, im Dach kam Zelluloseeinblasdämmung zur Anwendung. Außerdem erhielt das Haus Fenster mit Dreifachverglasung, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe sowie eine Solarthermie- und eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher. Die Ursprungskonstruktion des Fachwerkhauses blieb erhalten und Originalteile wurden wiederverwendet.

Den zweiten Platz teilen sich Regine Leo und Hartmut Runge aus Hannover mit der Familie Krauss und Wesemeyer aus Peine. Sie erhalten jeweils 1000 Euro Preisgeld. Die Hannoveraner werden für die anspruchsvolle Sanierung eines ehemaligen Brauereigebäudes aus dem Jahr 1900 zu einem KfW-85-Wohngebäude ausgezeichnet, Familie Krauss und Wesemeyer für die Sanierung eines 60er Jahre Siedlungshauses. Beim Siedlungshaus war die hohe Übertragbarkeit ein besonders ins Gewicht fallendes Bewertungskriterium, da dieser Gebäudetyp in Niedersachsen besonders häufig vertreten ist.

Den dritten Preis und 500 Euro Preisgeld erhielt das Ehepaar Gliesche und Unnasch aus Ottersberg-Fischerhude für die Sanierung einer denkmalgeschützten Wassermühle zu einem energieeffizienten Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung.

Sonderpreis Zukunftshaus geht an zwei Projekte

Mit dem erstmals ausgelobten Preis "Zukunftshaus" für besonders nachhaltige Neubauten wurden Wolff-Martin Mundschenk aus Soltau und die Familie Duensing und Elbers aus Ottersberg ausgezeichnet. Wolff-Martin Mundschenk hat sein sehr effizientes Einfamilienhaus mit ökologischen Baustoffen und mit Blick auf altersgerechtes Wohnen errichtetet. Familie Duensing und Elbers hat ihr Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung in Passivhausweise als Strohballenhaus gebaut. Bei diesem Gebäude hob die Jury die Reduktion des Technologieaufwandes und die geringe Komplexität der Baustoffkombinationen hervor. Das Gebäude verkörpere dadurch "low tech" im besten Sinne und erreiche Passivhausqualität. Durch seine solide Gestaltung ermögliche es zudem eine hohe Übertragbarkeit. Beide Familien erhielten jeweils 750 Euro Preisgeld.

Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und Mitglied der Jury, sagte: "Es ist uns nicht leicht gefallen aus den vielen guten Beispielen für energieeffizientes Sanieren und Bauen in Niedersachsen die Preisträger auszuwählen. Die Jurysitzung hat mir aber trotzdem besonderen Spaß gemacht, weil sie gezeigt hat, wie viele Möglichkeiten es gibt, das eigene Haus energieeffizient zu gestalten. Verschiedene Techniken, Dämmstoffe und Vorgehensweisen ermöglichen Lösungen für viele verschiedene Arten von Gebäuden und verschiedene Anforderungen der Besitzer."

Gerhard Krenz, Experte der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen ergänzte: "Mich hat das Engagement der ausgezeichneten Eigentümer, die alle mehr für Energieeinsparung im Gebäude getan haben als der Gesetzgeber fordert, besonders beeindruckt. Und die Zufriedenheit der Bewohner zeigt, dass sich der Einsatz lohnt - nicht nur für das Klima, sondern auch für die Wohnqualität. Darum hoffen wir, dass die von uns ausgezeichneten Beispiele viele Nachahmer finden."

Die Grüne Hausnummer ist eine Auszeichnung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und ihrer regionalen Partner. Sie zeichnet Hauseigentümer aus, deren Neubau mindestens den Anforderungen "KfW-Effizienzhaus 55" entspricht oder die ihren Altbau besonders energieeffizient saniert haben. Erfolgreiche Bewerber erhalten eine hochwertige Grüne Hausnummer für die Hausfassade sowie eine Urkunde. Inzwischen gibt es die Auszeichnung in 13 Regionen Niedersachsens. von Silke Thole

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Sto bietet Wärmedämmung mit Klinkeroberfläche

28. November 2017 - 7:00

Über einer 35 Millimeter dicken Dämmplatte aus Steinwolle werden Unterputz, Armierung, Befestigung, Kleber, Fugenmörtel und schließlich eine elf bis 14 Millimeter dicke Klinkerschicht aufgebaut. Wichtigster Bestandteil des Dämmsystems StoTherm Mineral ist die nicht brennbare Dämmplatte (Brandklasse: A1 nach EN 13501-1) mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Quadratmeter Kelvin.

Dank des geringen Lambda-Werts ließen sich die geforderten U-Werte für Dämmungen mit einem schlanken Wandaufbau erreichen, was das System besonders wirtschaftlich mache, teilt Sto mit. Auch Details wie Fensterbänke oder Dachanschlüsse könnten weniger ausladend und damit preisgünstiger geplant werden. Und bei Sanierungsprojekten falle das Einhalten der Abstandsflächen leichter.

Für die Nachhaltigkeit des Systems StoTherm Mineral bürge das Umweltzeichen Blauer Engel und für die Gestaltungsqualität das StoBrick-Klinker-Sortiment. Die zu 100 Prozent aus natürlichen Sedimenten gefertigten Steine stehen in unterschiedlichen Oberflächenstrukturen, Kantenausprägungen und Materialstärken zur Verfügung. Dazu kommen zahlreiche materialtypische Farbvarianten.

Unterschiedliche Formate der Klinker von 240 x 52 Millimetern bis 490 x 40 Millimetern sorgen für gestalterische Freiheit wie vielfältige Verlegemuster und unterschiedliche Fugengestaltungen, wirbt Sto weiter. Unter stobrick.de sind die Standardausprägungen inklusive Eck- und Sturzlösungen zu sehen, Sonderformate sind auf Anfrage möglich.

Die Sto-Gruppe, zu der auch der Keramik- und Klinkerhersteller Ströher aus Dillenburg gehört, hat seit 1994 Erfahrung mit harten Belägen auf Dämmsystemen gesammelt. Die daraus resultierenden Detaillösungen (Bauteilanschlüsse und Übergänge) sorgen nach Angaben des Herstellers für problemlose Baustellenabläufe und hohe Wirtschaftlichkeit. Fachberater unterstützen die Planung von kompletten Klinkerfassaden beziehungsweise von Materialkombinationen mit kreativen Putztechniken, Naturwerksteinen und Fassadenprofilen. Quelle: Sto / sue

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Wissen zum ökologischen Bauen gesammelt

27. November 2017 - 7:00

"Der Klimawandel ist die größte Herausforderung unserer Zeit", heißt es im Klappentext. Mehr denn je bräuchten wir Wissen darüber, wie Gebäude geschaffen werden können, ohne die Umwelt zu zerstören und Baumaterialien rund um den Globus zu transportieren. Ein internationales Team aus über 100 Wissenschaftler hat dafür das globale Wissen und Können regionaler Bauweisen zusammengetragen.

Der Band ist eine Sammlung vieler fast schon vergessener Kenntnisse und Methoden aus aller Welt, sich der Umwelt baulich anzupassen. "Diese Geschichte muss dringend erzählt werden, wenn wir unsere sich verändernde Beziehung zu unserem Planten erfolgreich in die Zukunft steuern wollen", schreibt die Herausgeberin des Buchs, die Architektin und Wissenschaftlerin Sandra Piesik, in der Einleitung.

In den traditionellen Bauweisen könnte der Schlüssel für das Bauen für die Zukunft liegen, meinen die Autoren. Das bestätigt der kommissarische Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Robert Kaltenbrunner, in seiner Besprechung des Buchs in der FAZ: "Betrachtet man sie [die Architektur] unter dem Gesichtspunkt des Energiesparens, so entpuppt sie sich in der Regel als meisterhaft durchdacht und wirkungsvoll."

Im Buch zeigen die Autoren, wie sich der gebaute Lebensraum den fünf Klimazonen der Erde – tropisch, trocken, gemäßigt, kontinental und polar – anpasst. Einführende Essays zeigen die Einflüsse von Klima, Geologie, Gesellschaft, Wirtschaft und Botanik auf Gebäudegestalt, Bauweise und Materialwahl.

In einem weiteren Teil wird anhand von Beispielprojekten gezeigt, wie traditionelle Bauweisen in die aktuelle Architektur einfließen, wie regionale Bauweisen helfen können, vor Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Orkanen zu schützen oder deren Auswirkungen zu lindern und wie traditionelle Werkstoffe verwendet werden.

Ziel ist, den Wissensschatz jahrtausendealter menschlicher Erfahrung zu sichern und für künftige Generationen zur Verfügung zu bewahren. Die Weltreise bietet nicht nur Architekten einen Fundus, sondern auch all jenen, die sich mit den Themen Kultur- und Sozialgeschichte, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Umweltpolitik beschäftigen. "Alles ist schon da, man muss es nur nutzen", ist die Botschaft des Buchs.

Sandra Piesik (Hrsg.): Habitat. Traditionelle Bauweisen für den globalen Wandel. ISBN 978-3-95553-393-9, 99 Euro.

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Passivhaussiedlung baut Mieterstromtarif ein

27. November 2017 - 7:00

Zusätzlich wird ein Batteriespeicher mit einer Speicherkapazität von 96 Kilowattstunden (kWh) installiert, um die Eigenversorgung mit Strom zu steigern. "Unser Ziel ist es, durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen beim Gebäude und durch intensive Nutzung der Sonnenenergie für Wärme und Strom zu zeigen, dass ökologisches Bauen auch klare ökonomische Vorteile bei den Energiekosten bringt", sagt Regina Weißkopf, Geschäftsleitung der Newtonprojekt GbR. Die Umsetzung des Mieterstromprojekts übernimmt der Ökoenergieversorger und Mieterstromdienstleister Polarstern.

Auch im Wärmebereich wird Sonnenenergie genutzt. Eine Solarthermieanlage auf den Dächern erzeugt Energie für die Warmwasserversorgung. Wird zu viel Wärme produziert, wird sie in das Fernwärmenetz des Blockheizkraftwerksbetreibers in Adlershof (BTB) eingespeist und dort bilanziell zwischengespeichert. Im Winter, wenn die Siedlung mehr Wärme benötigt als produziert wird, können die Bewohner dementsprechend Wärme aus dem Netz entnehmen.

Zwei-Tarif-Modell zur Mieterstromversorgung

"Um eine möglichst hohe Stromautarkie zu erreichen, müssen Stromerzeugung und -nutzung ideal aufeinander abgestimmt werden. Das erfordert ein lokales Stromnetz mit Smart Metern und intelligenten Tarifen", sagt Florian Henle, Geschäftsführer von Polarstern.

Die Herausforderung in der Stromversorgung der Passivhaussiedlung bestand darin, das Mieterstromangebot wirtschaftlich attraktiv zu gestalten. "Aufgrund der KfW-40-Plus-Förderung des Gebäudes wird für den durchschnittlichen Verbrauch im Gebäude eine relativ große Photovoltaikanlage errichtet. Damit ist es wirtschaftlich noch einmal wichtiger, möglichst viel vor Ort erzeugten Strom auch vor Ort zu nutzen. Und das geht nur mit einem speziellen Mieterstromangebot", erklärt Florian Henle.

Mit einem Zwei-Tarif-Modell werden die Bewohner motiviert, möglichst viel vor Ort erzeugten Strom zu nutzen. Sie bezahlen daher für Lokalstrom einen eigenen Mieterstromtarif, während sie für Strom aus dem öffentlichen Netz Ökostrom von Polarstern beziehen. Insgesamt liegen die Stromkosten der Bewohner damit 26 Prozent unter dem lokalen Grundversorgertarif.

"Indem wir Stromerzeugung und -verbrauch mit Smart Metern erfassen – und zwar für jede Erzeugungs- und Verbrauchsstelle – haben die Bewohner am Ende einen individuellen Strompreis der sich aus dem von ihnen genutzten Anteil Lokalstrom und dem Anteil Netzstrom zusammensetzt. Damit wird ein möglichst hoher Direktverbrauch direkt über den Strompreis belohnt", bilanziert Florian Henle.

Nach aktuellem Planungsstand werden über alle Haushalte und Verbrauchsstellen betrachtet rund 70 Prozent der vor Ort erzeugten Solarenergie auch vor Ort genutzt. Quelle: Polarstern / sue

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Handel ist Netzdienlichkeit nicht abgeneigt

26. November 2017 - 7:00

Netzdienlichkeit bedeutet, Strom dann zu verbrauchen, wenn er im Überfluss vorhanden ist und den Verbrauch zurückzustellen, wenn Strom knapp ist. So können die fluktuierenden erneuerbaren Energien besser ins Netz integriert werden. GHD-Unternehmen weisen im Vergleich zu privaten Haushalten ein hohes technisches Potential für Netzdienlichkeit auf. Sie übernehmen aber im Gegensatz zur stromintensiven Industrie bisher noch keine aktive Rolle im Energiesystem, schreiben die Wissenschaftler des Forschungsprojekts FlexControl.

Einstellungen und Haltungen zu gesellschaftlich-politischen Themen sind nach Erkenntnissen des ISE entscheidend für die Bereitschaft, sich für die Netzdienlichkeit der eigenen Gebäude zu engagieren. Auf die Frage "Können betriebswirtschaftliche Gewinnerwartungen heruntergeschraubt werden, wenn gesellschaftliche Gewinne überzeugen?" antwortete die überwiegende Mehrheit der Befragten mit "Ja". Technische Ressourcen von Unternehmen hingegen beeinflussen die Kooperationsbereitschaft kaum.

Befragt wurden 93 Personen aus dem Projekt-, Gebäude- und Energiemanagement sowie Vertreter des mittleren und oberen Managements. Fast die Hälfte der Befragten ist in der Dienstleistungsbranche mit Bürogebäuden befasst, aber auch Handel, Gastronomie, Bildung und Gesundheitswesen waren vertreten. 21 Prozent der Teilnehmer kommen aus der Industrie. Mit der Umfrage sollte ausgelotet werden, auf Basis welcher Motivation die Betreiber für einen netzdienlichen Anlagenbetrieb zu gewinnen sind.

Das ISE erforscht und entwickelt selbst netzdienliche Betriebsführungsstrategien: Im Kleinen zielen sie darauf ab, die Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden energieeffizient zu gestalten. Im Großen können sie künftig dazu beitragen, erneuerbare Energien erfolgreich in Strom- und Wärmenetze zu integrieren. Wichtiger Teil des Projektes ist es, die Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen und ihre Einstellungen diesen Strategien gegenüber zu erfassen.

Netzdienlichkeit ist im GHD-Sektor noch kein echtes Thema. Ein Viertel der befragten Unternehmen hat aber schon konkrete Pläne zu einer Implementierung. Und fast die Hälfte nimmt an, dass Netzdienlichkeit in den nächsten Jahren auf die Agenda der Unternehmensentscheidungen kommt. Unternehmen, deren Strategie von Innovations- und Risikobereitschaft geprägt ist und deren Unternehmensführung auch durch volkswirtschaftliche oder gesellschaftliche Aspekte beeinflusst wird, sind offenbar eher bereit, den Betrieb Ihrer Gebäude netzdienlich zu gestalten.

Die Macher der Studie "Netzdienlichkeit im GHD-Sektor" wollen das Thema Netzdienlichkeit von Gebäuden stärker in das allgemeine Bewusstsein gerückt wissen und als Chance für die Ziele Energiewende und Klimaschutz öffentlich herausstellen. Ein Instrument hierfür komme ein bundesweites Logo oder Zertifikat infrage, das zu etablieren sei und netzdienlich operierende Unternehmen auszeichne. Das Thema Netzdienlichkeit könne und sollte aber auch in der Nachhaltigkeitszertifizierung integriert werden.

Ein Risiko, das in der Befragung immer wieder geäußert wurde, war die Befürchtung eines Kontrollverlusts über die eigenen Anlagen und dadurch mögliche Betriebsausfälle oder Komforteinbußen. Dass diese Sorgen oft unbegründet sind, sollte mit einer geeigneten Informationsoffensive gezeigt werden, teilt die Forschungsinitiative Energiewendebauen mit.

Außerdem sei eine regulative Umgestaltung des Strommarktes notwendig, um den Markt für Flexibilitätsprodukte auf den verschiedenen Netzebenen zu stärken und neue Handlungsoptionen für Energiedienstleister zu eröffnen. Diese könnten es den Unternehmen ermöglichen, finanzielle Anreize und Spielräume etwa über variable Stromtarife anzubieten. Quelle: Forschungsinitiative Energiewendebauen / sue

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Strom und Wärme ohne Verbrennung erzeugen

24. November 2017 - 7:00

Nach Branchenangaben werden im Jahr 2017 insgesamt 1500 neue Brennstoffzellenheizungen installiert sein. In den Jahren zuvor war der Zuwachs noch deutlich geringer. "Hauseigentümer sollten bei einem Heizungstausch mit Experten wie Gebäudeenergieberatern oder Heizungsbauern prüfen, ob sie von der Technik profitieren können", rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Das Programm wird vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert. Mehr Informationen zu Brennstoffzellenheizungen und eine individuelle Beratung gibt es auf www.praxistest-brennstoffzelle.de.

Nicht nur Wärme, sondern auch Strom erzeugen

BHKW nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die Anlagen gibt es bereits seit Jahrzehnten für Mehrfamilienhäuser. Erst seit kurzem werden sie auch für kleine Wohngebäude eingesetzt. Dort heißen sie Mikro-BHKW. "Ihr Vorteil ist bei fachgerechter Planung immens, aber meist noch wenig bekannt", sagt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. "Die Anlagen gehen einen bedeutenden Schritt weiter als konventionelle Heizungen und produzieren Strom und Wärme zugleich." Strom aus KWK-Anlagen ist deutlich günstiger, als ihn vom Energieversorger zu beziehen. Daher lohnt es sich, den Strom selbst zu erzeugen. Und die Abwärme der Elektrizitätserzeugung können die Bewohner zum Heizen und zur Warmwasserbereitung nutzen.

Derzeitige Anlagen sind so konzipiert, dass sie den Grundbedarf an Strom und Wärme im Haushalt decken. Bei einem höheren Bedarf an Wärme schaltet sich ein Gasbrennwertgerät hinzu, in Zeiten mit höherem Stromverbrauch wird elektrische Energie aus dem Netz bezogen. Erzeugt die Heizung mehr Strom als die Bewohner im Haushalt verbrauchen, wird er in das Netz eingespeist.

KWK mit Verbrennungsmotor bald Auslaufmodell?

Kleine BHKW-Anlagen sind erprobt und erobern langsam mehr Marktanteile. Die Technik basiert auf Verbrennungsmotoren, die überwiegend mit Erdgas betrieben werden. Möglicherweise ist das jedoch bereits ein Auslaufmodell: Forschung und Industrie haben in den vergangenen zehn Jahren die nächste Generation auf der Basis von Brennstoffzellen vorangetrieben. "Brennstoffzellen-Heizgeräte haben häufig einen noch höheren Wirkungsgrad", bestätigt Frank Hettler von Zukunft Altbau. "Gegenüber BHKW mit Verbrennungsmotor steigt der elektrische Wirkungsgrad von rund 30 auf bis zu 60 Prozent."

Brennstoffzellen halten keine Mechanik in Bewegung. Aus diesem Grund verursachen sie keine Geräusche und Vibrationen und sind wartungsarm. Aufgrund der hohen Effizienz kann das eingesetzte Erdgas besser genutzt und Brennstoffkosten gegenüber konventionellen BHKW gesenkt werden. Gegenüber der getrennten Strom- und Wärmeerzeugung sinkt der CO2-Ausstoß um bis zu 40 Prozent. Durch die Vermeidung einer offenen Verbrennung wird außerdem die Bildung von Stickoxiden nahezu vollständig unterdrückt. Stickoxide verschmutzen in Deutschland die Luft und sind, wie Feinstaub, gesundheitsschädlich für den Menschen.

Gasanschluss notwendig

Brennstoffzellen-Heizgeräte sind etwa doppelt so groß wie ein Kühlschrank und können anstelle des vorhandenen Wärmeerzeugers im Haus installiert werden. Ein Reformer im Heizgerät spaltet das Erdgas in Wasserstoff und Kohlendioxid auf. Aus dem Wasserstoffgas entsteht dann bei einer elektrochemischen Reaktion in der Brennstoffzelle Strom und Wärme.

Prinzipiell kann eine Brennstoffzelle auch erneuerbare Energieträger nutzen: Regeneratives Methan oder aufbereitetes Biogas sind zukünftig eine klimafreundliche Brennstoffalternative für die Kleinkraftwerke im Keller.

Wer bei einem Heizungstausch ein BHKW in seinen Keller installieren lässt, profitiert auch aus einem anderen Grund: Er erfüllt das in Baden-Württemberg geltende Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). Im grün-schwarz regierten Bundesland muss bei einem Austausch oder Einbau von Heizanlagen ein Anteil von 15 Prozent erneuerbarer Energien an der Gebäudewärmeversorgung nachgewiesen werden. Alternativen zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergien wie BHKW oder Dämmmaßnahmen gelten als gleichwertige Erfüllungsoptionen.

Kosten der Brennstoffzellen-Heizgeräte sinken

Ein Knackpunkt sind weiterhin die hohen Preise der Brennstoffzellen-Heizgeräte. Inzwischen gibt es jedoch die ersten Exemplare für Einfamilienhäuser ab 20.000 Euro – vor fünf Jahren mussten Käufer rund doppelt so viel auf den Tisch legen.

Zum Listenpreis kommen noch Kosten für Montage und Wartung sowie für die elektronische Regelung hinzu. Abzüglich der Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW liegen die Gesamtkosten rund 6.000 bis 9.000 Euro über denen von konventionellen Öl- oder Gasbrennwertkesseln. Durch Brennstoffzellen-Heizgeräte fallen jedoch geringere Stromkosten und außerdem ein Zusatzerlös durch den eingespeisten Strom an. Die Mehrkosten sinken daher in diesem Fall bei einer guten Planung innerhalb der 10-Jahres-Garantie auf nur noch wenige tausend Euro, versichert Zukunft Altbau.

Nicht jeder Hersteller könne freilich mit solchen Kosten aufwarten, viele Anlagen seien noch deutlich teurer als im beschriebenen Fall, räumt Zukunft Altbau ein. Insgesamt gehe der Trend aber zu sinkenden Kosten. "Steht in den nächsten Jahren ein Heizungstausch an, sollten Hauseigentümer daher mit Experten prüfen, ob sich die Technik bei ihnen wirtschaftlich betreiben lässt", empfiehlt Frank Hettler. "Dafür stehen Gebäudeenergieberater und Heizungsbauer bereit, die bei Bedarf auch weitere Sanierungsmaßnahmen vorschlagen", sagt er.

Seit August 2016 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Brennstoffzellenheizungen mit einem Zuschuss. Er beträgt maximal 40 Prozent der Kosten. Die von der elektrischen Leistung abhängige Zuschusshöhe liegt zwischen 7050 und 28.200 Euro. Im Fall einer Brennstoffzellenheizung für ein Ein- oder Zweifamilienhaus mit einer elektrischen Leistung von 800 Watt fallen 9300 Euro KfW-Zuschuss an: 5700 Euro Grundförderung sowie 450 Euro Zusatzförderung pro angefangene 100 Watt. Quelle: Zukunft Altbau / sue

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Feldtests bestätigen Potenzial von Wärmepumpen

24. November 2017 - 7:00

Bisher galten Wärmepumpen vor allem als richtige Lösung für neue Gebäude mit guter Dämmung und einem Heizsystem, das nur eine geringe Vorlauftemperatur benötigt. Das ist etwa bei Fußbodenheizungen der Fall. Doch nun zeigen die Ergebnisse des Langzeittests, dass die Effizienz von Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand gegenüber einem früheren Projekt um rund 20 Prozent gestiegen ist.

Die Feldstudie beschäftigt sich mit Wärmepumpen in Gebäuden, die überwiegend zwischen 1950 und 1995 installiert wurden. Die Auswertungen zeigen, dass eine neue Generation von Anlagen im Schnitt knapp 20 Prozent effizienter ist als Wärmepumpen es vor zehn Jahren waren.

Die Effizienzgewinne liegen einerseits an den Geräten selbst, andererseits an verbesserten Installationen sowie Wärmeübergabesystemen, die geringere Heizkreistemperaturen ermöglichen. Die mittleren Jahresarbeitszahlen der Luft/Wasser-Wärmepumpen liegen bei den 15 gemessenen Anlagen zwischen 2,5 und 3,4. Ein umfassend saniertes Gebäude erreichte eine Jahresarbeitszahl von 4,1. Die Jahresarbeitszahl beschreibt das Verhältnis von erzeugter Heizungswärme zur eingesetzten Antriebsenergie.

"Künftig wichtigste Heiztechnik"

"Wärmepumpen werden sich zur künftig wichtigsten Heiztechnik in Deutschland entwickeln", schlussfolgert Marek Miara, Koordinator Wärmepumpen am ISE. Er präzisiert: "Wärmepumpen sollen 2050 65 bis 90 Prozent der Niedertemperaturwärme in Gebäuden bereitstellen." Miara stützt sich dabei auf Daten der Studie "Was kostet die Energiewende", die das ISE 2015 erstellte.

In seinem Labor für Wärmepumpen und Kühlgeräte entwickelt und verbessert das ISE in Zusammenarbeit mit der Industrie seit Jahren Wärmepumpen und deren Systemeinbindung. So arbeitet es auch an der VDI-Richtlinie 4645 zu Planung und Installation von Wärmepumpen mit und engagiert sich bei der Weiterbildung von Technikern und Handwerkern. Miara ist außerdem Leiter des Forschungsprojekts Annex 50 "Heat Pumps in Multi-Family Buildings for Space Heating and DHW" der Internationalen Energieagentur.

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Wärmepumpen hat das Institut Laborflächen und Mitarbeiterzahl deutlich erhöht. Die Forscher untersuchen unter anderem die Anwendung von Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern. Anfang 2018 plant das Testlabor zur Vermessung von Wärmepumpen seine Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) und kann dann Zertifikate für die Leistungsdaten von Wärmepumpen ausstellen.

Wärmepumpen können Umweltenergie nutzbar machen

Heizung und Warmwasser benötigen in Deutschland rund 40 Prozent der Endenergie. Dieser heute weitgehend fossil gedeckte Bereich ist ideal für Solarthermie und Umweltwärme geeignet, meint das ISE. Wärmepumpen hätten dabei die Aufgabe, Umweltenergie, zum Beispiel aus Erdreich, Wasser oder Luft, für Heizzwecke nutzbar machen. Dazu benötigen Wärmepumpen Energie wie Strom oder Gas. Die Effizienz einer Wärmepumpe wird mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) beschrieben. Bei einer JAZ von drei macht die Wärmepumpe aus einem Teil Antriebsenergie drei Teile Nutzenergie.

Für die Gesamtbilanz ist noch die Antriebsenergie wichtig. Für eine Kilowattstunde Strom werden heute im Mittel etwa das 1,8-fache an fossiler Primärenergie eingesetzt. Der Wert entsteht durch die Verluste bei der Erzeugung von Strom im Kraftwerk. Ist die JAZ einer elektrischen Wärmepumpe höher als dieser Wert, ist sie primärenergiemäßig positiv zu bewerten.

Agora Energiewende sieht Wärmepumpenlücke

In der Studie "Wärmewende 2030. Schlüsseltechnologien zur Erreichung der mittel- und langfristigen Klimaschutzziele im Gebäudesektor" hatte die Denkfabrik Agora Energiewende der Wärmepumpe ebenfalls eine gute Entwicklung prognostiziert. Der Wärmesektor braucht den Ölausstieg: „Der klimagerechte und kosteneffiziente Gebäudewärmemix im Jahr 2030 enthält rund 40 Prozent Gas, 25 Prozent Wärmepumpen und 20 Prozent Wärmenetze – aber fast kein Öl.“ Aus Klimaschutzsicht sollten Ölheizungen bis 2030 weitestgehend durch Umweltwärme (Wärmepumpen) ersetzt werden.

Auf diesem Weg sieht Agora Energiewende eine Wärmepumpenlücke entstehen: "In Trendszenarien werden bis 2030 rund zwei Millionen Wärmepumpen installiert – gebraucht werden aber bis dahin fünf bis sechs Millionen. Um dies zu erreichen, sollten Wärmepumpen nicht nur in Neubauten, sondern auch in Altbauten frühzeitig installiert werden, zum Beispiel als bivalente Wärmepumpensysteme mit fossilen Spitzenlastkesseln."

Dena will noch 2050 mit Öl und Gas heizen

Einen ganz anderen Entwicklungspfad zeichnet eine Studie der Dena: Noch im Jahr 2050 sollen 31 Prozent des Wärmebedarfs aus Gas und 19 Prozent aus Öl erzeugt werden. Um trotzdem treibhausgasneutral zu sein, müssten die Brennstoffe in großem Stil in Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung synthetisch aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. Für die Technologieneutralität, die ein solches Szenario ermöglichen würde, sprach sich jüngst beim Dena-Kongress in Berlin Viessmann-Chef Manfred Greis aus, der gleichzeitig Präsident des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik ist. Quelle: Fraunhofer ISE / sue

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Dena-Kongress rückt CO2-Einsparungen in den Fokus

23. November 2017 - 7:00

"Dass wir das 2020-Ziel nicht erreichen werden, ist doch naheliegend. Viel wichtiger ist es doch, jetzt einen Pfad zu entwickeln für 2030 und 2050", sprach Dena-Chef Andreas Kuhlmann den fast 900 Kongressteilnehmern in seiner Eröffnungsansprache aus der Seele.

Sektorkopplung, so Kuhlmann weiter, beschreibe nicht ausreichend, was für die Energiewende nötig sei. "Das ist mehr, das ist viel komplexer." Statt von einer Kopplung der Sektoren spricht der Dena-Chef daher lieber von einer integrierten Energiewende. Und so lautete der Titel des Kongresses in diesem Jahr "Agenda für eine integrierte Energiewende".

Wichtigster Punkt auf dieser Agenda ist für Kuhlmann, einen stärkeren Fokus auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu setzen. Mit welchen Technologien die Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden sollen, möchte die Dena allerdings offen lassen und beruft sich dabei auf die Dena-Leitstudie zur Energiewende. Deren erste Zwischenergebnisse waren im Oktober veröffentlicht worden, die endgültige Version soll im Mai/Juni 2018 fertig sein. Klar ist für Kuhlmann, dass sich heute noch gar nicht absehen lässt, welche Lösungen letztendlich zum Ziel führen werden. Nötig sei ein ökonomischer Rahmen, der den Markt konsequent auf die Vermeidung von Kohlendioxid ausrichtet.

Nationaler Alleingang contra europaweite Abstimmung

Auch in der Politiker-Runde – dem ersten parteiübergreifenden Podium nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen, wie Kuhlmann betonte – herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass eine politische Rahmensetzung in erster Linie darauf zielen sollte, Kohlendioxid zu bepreisen. Insbesondere der Vertreter der FDP, Henner Schmidt, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und umweltpolitischer Sprecher der Fraktion, sowie Oliver Krischer, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, waren sich hier einig.

Während Joachim Pfeiffer, Bundestagsabgeordneter der CDU/CSU-Fraktion, diesen für falsch hält, plädiert Krischer für einen nationalen Alleingang bei der Kohlendioxid-Bepreisung. "CO2 braucht endlich einen Preis in diesem Land. Das wird sich europäisch nicht regeln lassen, denn da sind die Entscheidungen für die nächsten Jahre längst gefallen."

Vattenfall-Chef redet Klartext

"Im Bereich der dezentralen Wärmelösungen gibt es ein paar Tabuthemen, die endlich auf den Tisch müssen. 30 Prozent der Heizungen in Deutschland sind Ölheizungen", sprach Tuomo Hatakka, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vattenfall GmbH, in der Diskussionsrunde der Wirtschaftsvertreter Klartext. Vattenfall verfolge das Ziel einer konsequenten Dekarbonisierung. In den Ballungsräumen werde Fernwärme weiterhin eine wichtige Rolle spielen, aber es gelte, auch sie zu dekarbonisieren. Dabei sei der Kohleausstieg der erste Schritt, sagte Hatakka.

Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia, mahnte ein vernünftiges Gebäudeenergiegesetz an. "Dieses sollte CO2-Einsparungen vorgeben und nicht mit irgendwelchen Primärenergiefaktoren hantieren", so Buch. Auch hier gelte es, das Kind direkt bei Namen zu nennen: Kohlendioxid.

"Nur nachhaltige Bauten sind energieeffizient"

Zum Thema "Energiewende im Gebäude" äußerte sich die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, am zweiten Tag des Kongresses in einem Vortrag mit weitem Horizont. Die Energiewende im Gebäude bedürfe baukulturell angemessener Lösungen, sagte die Expertin. Gefragt seien außerdem Energieexpertise, gestalterische Kreativität und eine an Nachhaltigkeit orientierte Denkweise.

Ettinger-Brinckmann hat fünf Forderungen an das energieeffiziente Bauen: Erstens müsse es Identität stiften und die Ortsmitte stärken wie das neue Bürgerzentrum in Wettstetten vom Büro Bembé Dellinger. Denn: "Eine Stadt der kurzen Wege spart Energie."

Zweitens müssten Bauten langlebig sein wegen der grauen Energie, die in ihnen steckt. "Wir dürfen Gebäude erst aufgeben, wenn dieser Rucksack aufgebraucht ist." Erreicht werde dies durch Nutzungsoffenheit und Anpassungsfähigkeit wie im sogenannten Ausbauhaus des Büros Praeger Richter in Berlin-Neukölln.

Drittens forderte Ettinger-Brinckmann Maßhalten ohne Verzicht mit klugen Grundrissen. Noch steigen die Quadratmeterzahlen an Wohnfläche ja ständig an und mit ihnen der Energieverbrauch. Das Gegenbeispiel der Architektin war das Berliner Projekt R50 Cohousing des Instituts für angewandte Urbanistik und Jesko Fezer sowie Heide & von Beckerath. "Die kleine Wohnung ist nicht als Notbehelf zu denken: Sie ist ein nachhaltiges soziales Modell des Wohnens", schreiben die Architekten. Baulich findet dies seinen Ausdruck in einem hohen Anteil von gemeinschaftlich genutzten Flächen sowie den umlaufenden, der Begegnung dienenden Balkonen.

Viertens sollte das energetisch gute Bauen den Bestand viel stärker nutzen. Bezahlbares Bauen ließe sich außerdem ohne Qualitästeinbußen leisten wie im Mehrfamilienhaus in Ansbach vom Büro Deppisch. Es wurde im Modellvorhaben "e% - Energieeffizienter Wohnungsbau" gefördert und kommt auf außerordentlich niedrige 1400 Euro Baukosten pro Quadratmeter.

Fünftens sollte energieeffizientes Bauen teamfähig sein wie ein Projekt in Erfurt. Die denkmalgeschützten Gebäude der Schottenhöfe haben Osterwold Schmidt durch ein moderne Häuser ergänzt und zum kleinen Quartier geformt. Gemeinsam unterbieten sie im Ensemble die Vorgaben der Energieeinsparverordnung um 22 Prozent. "Nur nachhaltige Gebäude sind auch energieeffizient", fasste Ettinger-Brinckmann zusammen. von Silke Thole und Susanne Ehlerding

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Wärmnetze sollen mehr Erneuerbare aufnehmen

23. November 2017 - 7:00

"Wir brauchen nicht nur die Strom- oder Verkehrswende, sondern auch die Wärmewende. Der Schlüssel dazu sind die Stadtwerke mit ihren Wärmenetzen", sagte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Die Infrastrukturen der Kraft-Wärme-Kopplung seien die Basis für eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. "Nur so wird es realistischer, die Klimaziele zu erreichen."

AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer sagte: "Bei der Wärmeerzeugung entstehen in Deutschland mehr als ein Drittel aller energiebedingten Klimagas-Emissionen. Wir müssen den Blick daher auf den Wärmesektor richten. Effiziente erneuerbare Technologien stehen bereit."

Das Ziel müsse sein, auch die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare und emissionsarme Quellen umzustellen, meint Reiche. "Konkret heißt das, in die bestehenden Wärmenetze in Zukunft mehr und mehr unterschiedliche Wärmequellen wie Solar-, Geothermie, Biomasse oder Abwärme aus Industrieanlagen aufzunehmen. Damit stehen wir vor einem gewaltigen Transformationsprozess."

Kommunale Unternehmenwürden bereits heute vielerorts die Wärmewende vor Ort gestalten: Indem sie mehr erneuerbare Wärme, etwa über Biomasse oder Solarthermie, und Abwärme aus Müllverbrennung oder Industrieanlagen einspeisen oder Wärmespeicher anlegen. Vohrer: "Dass die lokale Wärmewende gelingen kann, zeigen die Projekte engagierter Bürger und Unternehmen vor Ort, zum Beispiel die von der AEE ausgezeichneten Energie-Kommunen. Hier wird deutlich: Jede Gemeinde in Deutschland hat ungenutzte Potenziale. Anders als am Strommarkt stagniert jedoch im Wärmesektor der Anteil erneuerbarer Energien, obwohl effiziente Technologien bereitstehen. Es fehlen faire Wettbewerbsbedingungen für die Erneuerbaren im Wärmebereich."

Reiche sieht den Grund darin, dass die emissionsarme Wärmeplanung bislang zu wenig im Fokus der Politik stand: "Es gibt derzeit kein kongruentes Energiekonzept, um die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zu verbinden und so erneuerbare Energie sektorübergreifend zu nutzen. Es wird Aufgabe der kommenden Bundesregierung sein, dafür intelligente Lösungen zu verankern. Hinzu kommt: Die Wärmeversorgung ist kleinteilig und muss auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmt werden. Der Teufel liegt hier häufig im Detail. Das Planungsrecht ist bislang noch nicht darauf ausgerichtet, eine nachhaltige Wärmeversorgung zu ermöglichen."

Am praktischen Beispiel zeigen Wuppertal und Potsdam, wie eine intelligent gestaltete Wärmewende die Energiewende flankiert. So ermöglicht der vollständige Umbau des Wuppertaler Fernwärmenetzes die Schließung eines fast 120 Jahre alten Kohlekraftwerksstandortes. "Das Ende des Kohlekraftwerks Elberfeld vermeidet jährlich 450.000 Tonnen CO2", erläutert der Vorstandsvorsitzende der Wuppertaler Stadtwerke, Andreas Feicht. Zugleich erfüllten alle an das neue Fernwärmenetz angeschlossenen Gebäude auch ohne zusätzliche Dämmung die Vorgaben der Energieeinsparverordnung, was den Immobilienstandort Wuppertal deutlich aufwerte.

In Potsdam konnte durch die Kombination energieeffizienter Gebäudemodernisierung und dem Aufbau eines Wärmespeichers in Verknüpfung mit einem Elektrodenkessel ein Stadtteil komplett auf grüne Fernwärme umgestellt werden. Ulf Altmann, Technischer Geschäftsführer der Energie und Wasser Potsdam: "Die Maßnahmen sparen jährlich 10.000 Tonnen CO2 ein. Wesentliche Voraussetzung für das erfolgreche Gelingen war die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft ProPotsdam und der Energie und Wasser Potsdam." Quelle: VKU / sue

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EU-Kommission genehmigt Förderung

22. November 2017 - 7:00

"Auf den Dächern der klassischen, mehrgeschossigen Mietshäuser schlummern noch große Solarstrom-Potenziale", sagt Tim Meyer, Vorstand bei Naturstrom. "Dieses Potenzial zu heben, ist nun auch für die Immobilienunternehmen interessant." Denn Immobilienbesitzer steigern durch die Solarstromerzeugung auf dem Dach nicht nur den Wert ihrer Gebäude, sie senken zugleich die Mietnebenkosten und bieten ihren Mietern eine attraktive Zusatzleistung.

Mieterstromprojekte sind aktuell noch relativ selten, viele Konstellationen sind möglich – entsprechend groß ist häufig noch die Unsicherheit bei den Entscheidern in der Immobilienbranche. Naturstrom hat daher einen Leitfaden für Immobilienunternehmen erstellt und die zehn grundlegenden Fragen zum Thema Mieterstrom beantwortet. Etwa, wie sich Mieterstromprojekte realisieren, ohne das Wohnungsunternehmen den Anspruch auf die erweiterte Gewerbesteuerkürzung zu riskieren. Auch der Bundesverband Solarwirtschaft hatte einen Leitfaden zum Thema herausgeben.

Der Öko-Energieversorger und Mieterstromspezialist schöpft hierfür aus der eigenen Erfahrung: Mehr als 20 Projekte hat Naturstrom über ganz Deutschland verteilt umgesetzt – vom kleinen Mehrfamilienhaus bis zum Quartier für 1000 Menschen, im modernen Neubau wie in Bestandsimmobilien, rein privat oder auch gewerblich genutzt. Auch mit der Beantragung der neuen Mieterstrom-Förderung hat Naturstrom schon in ersten Projekten Erfahrungen gesammelt.

"Trotz Gesetz und Förderzuschuss gilt: Mieterstromprojekte sind vielfältig und erfordern Flexibilität", sagt Naturstrom-Vorstand Meyer. Doch diese Flexibilität zahlt sich aus. Naturstrom sieht in Mieterstromprojekten die große Chance, die Energiewende in die Innenstädte zu bringen und endlich Millionen Mieterinnen und Mieter an den drastisch gesunkenen Preisen für Sonnenstrom teilhaben zu lassen. Quelle: Naturstrom / sue

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Herten ist Energieeffizienz-Kommune

22. November 2017 - 7:00

Die Geschäftsführerin der Dena, Kristina Haverkamp, übergab die Auszeichnung im Rahmen des Dena-Kongresses in Berlin an Babette Nieder, Vorsitzende des Klimabündnisses Gelsenkirchen-Herten und Geschäftsführerin der Hertener Beteiligungsgesellschaft. Bundesweit gibt es damit jetzt insgesamt dreizehn Kreise, Städte und Gemeinden, die von der Dena als Energieeffizienz-Kommunen zertifiziert wurden.

"Das Dena-Managementsystem hilft Kommunen, systematisch Energie und Kosten zu sparen und gleichzeitig den Klimaschutz zu unterstützen. Herten hat das Energie- und Klimaschutzmanagement auf eigene Initiative in nur anderthalb Jahren eingeführt. Damit ist die Stadt ein Vorbild für andere Kreise, Städte und Gemeinden, die ihre Energieeffizienz verbessern wollen", sagte Haverkamp. Und Babette Nieder berichtete: "Mit dem System der Dena konnte ein wichtiger Baustein des Hertener Klimakonzepts 2020+ umgesetzt und langfristig implementiert werden."

Über die Einführung des Managementsystems hinaus müssen die zertifizierten Energieeffizienz-Kommunen auch konkrete Energieeffizienzmaßnahmen umsetzen. So will die Stadt Herten den Kulturtreff "Glashaus" energetisch modernisieren. Außerdem sollen die Heizungsanlagen und Stromverbräuche der Schulen überprüft und optimiert werden. Mit diesen und weiteren Maßnahmen will die Stadt bis 2019 eine Energieeinsparung von fast zehn Prozent erreichen. Bis 2022 sollen noch mehr Energie und CO2 eingespart werden, etwa durch das regelmäßige Monitoring und Controlling der kommunalen Energieverbräuche sowie die Einbindung von Abwärme aus dem lokalen Abfallkraftwerk in das regionale Fernwärmenetz, über das auch die kommunalen Liegenschaften versorgt werden.

Energiesparen mit System

Das Managementsystem der Dena ermöglicht Kommunen, systematisch Energiesparpotenziale zu identifizieren und ihre CO2-Emissionen langfristig zu senken. Berücksichtigt werden dabei Effizienzpotenziale im gesamten Energiesystem, bei Gebäuden, der Stromnutzung sowie im Verkehrsbereich. In der Regel können Kommunen mit einem Energie- und Klimaschutzmanagement zehn bis 15 Prozent Energie einsparen. Ausgezeichnete Kommunen erhalten neben der Urkunde eine Plakette mit dem Zertifizierungslogo. Nach drei Jahren sollen die umgesetzten Maßnahmen im Rahmen einer Rezertifizierung überprüft werden. Nähere Informationen zum Managementsystem sowie zur Zertifizierung gibt es unter www.energieeffiziente-kommune.de. Quelle: Dena /sue

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Eigenverbrauch wird Hauptmotiv bei Photovoltaik

21. November 2017 - 7:00

Zum zweiten Jahr in Folge hat das Marktforschungsunternehmen EuPD Research eine Studie zu Photovoltaik-Gewerbekunden erstellt. Im Rahmen des "Gewerbe-Monitors 2.0" wurden 311 Gewerbekunden, die mindestens eine PV-Anlage über 30 Kilowatt peak betreiben, in die Auswertung einbezogen. Sie wurden zu dem Kaufprozess, dem Nutzungsverhalten und der Inanspruchnahme von Speicherlösungen für Photovoltaik befragt. Ferner lag der Fokus der diesjährigen Untersuchung auf der Renditeerwartung.

Die aktuelle Erhebung zeigt, dass sich die Hauptmotive für den Kauf einer Photovoltaik-Anlage unter den erfassten Installationszeiträumen erheblich unterscheiden. Demzufolge geben knapp die Hälfte der Gewerbekunden, die ihre PV-Anlage vor 2011 installiert haben, Renditeerwartungen als Hauptmotiv an. Demgegenüber benannten gut 60 Prozent der Gewerbekunden, die ihre Anlage zwischen Mitte 2016 und 2017 installierten, Eigenverbrauch als Hauptgrund für die Installation.

Das Hauptmotiv für den Kauf einer PV-Anlage hat sich somit von Rendite- und Investitionsmotiven zum Eigenverbrauch verlagert. "Diese Entwicklung ist im Hinblick steigender Strompreise und gleichzeitig sinkender Investitionskosten für PV-Anlagen klar nachvollziehbar", sagt Martin Ammon, Leiter Energiewirtschaft bei EuPD Research. Quelle: EuPD Research / sue

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Bahnstadt hält, was sie verspricht

20. November 2017 - 20:10

Das Institut hat im Auftrag der Stadt Heidelberg mit einem Energie-Monitoring die Fernwärme- und Stromverbräuche für die Jahre 2014 und 2015 ausgewertet. Dass die Passivhäuser darüber hinaus auch lebenswert sind, hat eine parallel dazu durchgeführte Befragung der Bewohner ergeben. Die nicht repräsentative Umfrage ergab eine hohe Zufriedenheit mit dem Leben im Passivhaus, mit der Raumluftqualität und den Raumtemperaturen im Winter. Der neue Stadtteil Bahnstadt entsteht komplett in Passivhausbauweise. Er ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands und weltweit Vorbild im nachhaltigen und urbanen Bauen.

"Energetisch vorbildliches Stadtquartier"

Das Passivhaus Institut Darmstadt hattze die Ergebnisse in Kooperation mit der Stadt Heidelberg im März in der Bahnstadt vorgestellt. Für Fragen standen neben den Experten der beiden Institutionen Wolfgang Feist, Gründer und Leiter des Passivhaus Instituts, und Bürgermeister Wolfgang Erichson zur Verfügung. Feist resümierte: "Die Bemühungen, mit der Heidelberger Bahnstadt ein energetisch vorbildliches Stadtquartier zu schaffen, sind sehr erfolgreich."

Energie-Monitoring: Ergebnisse im Detail

Das Passivhaus Institut Darmstadt ist in Kooperation mit dem Energieeffizienz EU-Projekt "PAssREg" im Auftrag der Stadt Heidelberg mit dem Energie-Monitoring beauftragt. Untersucht wurden die Wärmeverbrauchs- und Stromdaten von acht Baufeldern mit insgesamt rund 1400 Wohneinheiten. Die Analyse zeigt, dass die Wohngebäude nur etwa ein Drittel der Fernwärme von vergleichbaren bestehenden Gebäuden verbrauchen. Die Wohngebäude mit insgesamt etwa 90.000 Quadratmetern haben im Untersuchungszeitraum im Gesamtdurchschnitt nur 54 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr an Fernwärme für alle Wärmeanwendungen (Heizung, Warmwasser, Verteil- und Speicherverluste) benötigt.

Der reine Heizwärmeverbrauch beträgt nur 15 bis 16 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. In Hinblick auf die Anforderungen an den Passivhausstandard ist das eine Punktlandung: Passivhäuser dürfen nur einen jährlichen Heizenergiebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter haben. Das entspricht rund 1,5 Liter Heizöl pro Jahr. Durch die Bauweise wird eine Reduzierung des Energiebedarfs um 50 bis 80 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch in bestehenden Wohngebäuden möglich.

Gleichzeitig wurde aber auch eine Streuung der Verbrauchswerte zwischen einzelnen Baufeldern festgestellt. Abweichungen der realen Verbräuche von berechneten Bedarfswerten sind unvermeidbar, und die Streuungen liegen im normalen Bereich. Auch die für Passivhäuser übliche Verteilung in rund ein Drittel Heizenergie, ein Drittel Warmwasserbedarf und ein Drittel Verluste zeigt sich bei den Bahnstadtprojekten. Die Auswertung der Stromverbrauchsdaten zeigt, dass die Gebäude in der Bahnstadt im Vergleich zu anderen Projekten sehr wenig Strom verbrauchen – selbst unter Einbeziehung der für Passivhäuser typischen Lüftungsgeräte. "Hier scheint das Stromsparkonzept der Bahnstadt Wirkung zu zeigen", heißt es in der Studie.

Bewohnerbefragung: Ergebnisse im Detail

Parallel zum Energie-Monitoring wurden im ersten Quartal des Jahres 2015 im Auftrag des städtischen Amts für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie im Rahmen einer Bachelorarbeit alle Haushalte in der Bahnstadt befragt – zu diesem Zeitpunkt waren es 1500. Die Rücklaufquote der Fragebogen-Aktion lag bei 16,3 Prozent (245 beantwortete Fragebögen). Die Umfrage ergab eine hohe Zufriedenheit mit dem Leben im Passivhaus, mit der Raumluftqualität und den Raumtemperaturen im Winter. Besonders zufrieden waren diejenigen Bewohner, die vorher über die Besonderheiten der Technik und über die Passivhausaspekte informiert wurden. Dieses Ergebnis zeigt die hohe Bedeutung guter Kauf- und Mietinformationen.

Geringer war die Zufriedenheit mit den Raumtemperaturen im Sommer. Zu diesem Ergebnis trugen die heißen Sommer der letzten Jahre bei, in denen in Heidelberg auch tropische Nächte auftraten. Sie ermöglichten keine wirksame Nachtauskühlung.

Ein weiterer Faktor sind die größeren Fensterflächen heutiger Neubauten – nicht nur bei Passivhäusern. Es ist davon auszugehen, dass auch gestiegene Komfort-Erwartungen durch klimatisierte Arbeitsplätze und Verkehrsmittel einen Einfluss haben. Die Bedienung der für Passivhäuser obligatorischen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung wird von den Befragten als eher einfach eingestuft. Der Nachhaltigkeitsgedanke wurde von vielen Bewohnern als wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für eine Wohnung im Passivhausstandard angegeben.

Hintergrund: Passivhaus-Stadtteil Bahnstadt

In der Bahnstadt wohnen derzeit rund 3400 Bewohner. 5500 Menschen sollen künftig dort leben, weitere 7000 dort arbeiten. Mit dem Beschluss der Umsetzung des Energiekonzepts Bahnstadt im Jahr 2007 hat der Gemeinderat den Themen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien einen ganz besonderen Stellenwert in der Stadtentwicklung eingeräumt. Dies ist in dieser Größenordnung einmalig. Dies zeigt sich immer wieder in vielen Anfragen für Führungen aus anderen Städten, sowohl bundesweit als auch international.

Die Vorgaben der "Energieeffizienzstandards Passivhaus" für alle Neubauten in der Bahnstadt sind in städtebaulichen Verträgen, Kaufverträgen und vorhabenbezogenen Bebauungsplänen fixiert. Neben den "harten" Auflagen werden die Investoren seitens des städtischen Umweltamts und der Klimaschutz- und EnergieeBeratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis beratend unterstützt.

Wohngebäude werden im Rahmen des Förderprogramms "Rationelle Energieverwendung" finanziell gefördert. Um den Erfolg der Bemühungen zur Energieeffizienz durch entsprechende Dämmmaßnahmen, Wärmebrückenreduzierung und den Einbau von Lüftungsanlagen zu überprüfen, wurde gemeinsam mit den Stadtwerken Heidelberg und dem Passivhaus Institut ein Konzept zum Energie-Monitoring konzipiert. Von Jörg Bleyhl

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Solarfolienlösung für leichte Dächer erprobt

20. November 2017 - 7:00

Knapp 400 Folien in drei verschiedenen Längen von zwei, vier und 5,7 Metern wurden auf zwei unterschiedlichen Dachflächen verlegt. "Das Ergebnis ist ein Beleg für die einfache und schnelle Montage der Solarfolien an einem Gebäude", teilt Heliatek mit.

Bei der Dachinstallation kam zum ersten Mal die einsatzfertige Folienlösung Heliasol zum Einsatz. Mit einer selbstklebenden Rückseite und vorkonfigurierter Verkabelung ausgestattet, wird Heliasol direkt auf die vorhandene Dachfläche aufgeklebt und muss nur noch angeschlossen werden. Die Installation erfolgte in Rekordzeit. Zieht man die Vorbereitungszeit ab, benötigte ein Team von sechs Personen nur acht Stunden, um 500 Quadratmeter Heliasol zu verlegen. Das bedeutet im Schnitt rund zwei Minuten pro Folie. Mit einer Leistung von ca. 22,5 Kilowatt peak sollen jährlich rund 23,8 Megatwattstunden generiert werden. Das entspricht einem jährlichen Strombedarf von fünf Haushalten und entspricht in etwa 15 Prozent des jährlichen Strombedarfes des Gymnasiums.

Mit Heliasol erweitert das Dresdner Unternehmen seine Produktsparte. Die gebäudeintegrierte organische Photovoltaik (BIOPV) steht bei Heliatek bereits seit einigen Jahren im Mittelpunkt. Heliasol bedient als quasi schlüsselfertige, eigenständige Solarproduktlösung den Retrofit-Markt von Dachflächen und Fassaden bestehender Industrie- und Gewerbebauten. Dabei eignet sich Heliasol für energetische Sanierungsprojekte, bei denen Restriktionen seitens Gewicht, Statik, Zugang, Isolierung, Garantie oder Durchdringung des Daches eine Rolle spielen. Die Installation in Frankreich dient als erster Schritt im Rahmen der Vorbereitung für den Markteintritt.

Heliatek sieht die aktuelle Marktentwicklung und den gestiegenen Bedarf, bestehende Gebäudeflächen in das Energiesystem eines Gebäudes mit einzubeziehen. "Leichte Dachkonstruktionen, die normalerweise keine PV-Technologie erlauben, können mit Heliasol jetzt grünen Strom produzieren. Diese Schule reduziert ihren CO2-Fußabdruck und leistet damit einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Energieproduktion. Dank unseres starken Partners und Investors Engie konnten wir dieses überaus spannende Projekt in Frankreich innerhalb kürzester Zeit realisieren", sagt Thibaud Le Séguillon, CEO von Heliatek.

"Der Gebäudesektor ist für mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauches verantwortlich. Neue und vor allem bestehende Bauten müssen zukünftig Ihren Energieverbrauch senken und die Energienutzung deutlich effizienter gestalten. Fassaden- und Dachflächen von Gebäuden, die bisher nicht für die Energiegewinnung in Frage kamen, können mit dieser Technologie dazu beitragen, einen Teil des Strombedarfes selbst abzudecken", sagt Isabelle Kocher, CEO von Engie.

Gebäudeintegrierte Photovoltaik - ob mit organischer oder siliziumbasierten Materialien - gilt als wichtiger Beitrag für ein erneuerbares Energiesystem der Zukunft. Quelle: Heliatek / sue

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Wissenschaftsakademien fordern Umdenken

20. November 2017 - 7:00

Nur durch einen klaren Kurswechsel zu mehr Sektorkopplung ließen sich die deutschen Klimaziele langfristig erreichen, stellt das Akademienprojekt ESYS fest. "Obwohl Windkraft und Photovoltaik in den vergangenen Jahren stark ausgebaut wurden, basiert die Energieversorgung in Deutschland noch zu etwa 80 Prozent auf fossilen Energieträgern", teilen die Forscher mit. Vor allem im Gebäude- und Verkehrssektor dominierten fossile Brennstoffe.

Basierend auf Expertendiskussionen, einem Vergleich relevanter Energieszenarien und eigenen Modellrechnungen haben die Wissenschaftler des Akademienprojekts Trends der künftigen Energieversorgung ermittelt und daraus Optionen für Deutschland abgeleitet. Die Stellungnahme zeigt: Strom aus regenerativen Quellen wird zum dominierenden Energieträger – auch im Verkehr und in der Wärmeversorgung.

"Technologien wie Elektroautos und Wärmepumpen, die Strom direkt und effizient nutzen, werden in Zukunft immer wichtiger. Wir müssen jetzt damit beginnen, sie stärker in den Markt zu bringen. Damit das System langfristig versorgungssicher bleibt, sollten sie durch Wasserstoff und synthetische Brenn- und Kraftstoffe ergänzt werden", sagt Hans-Martin Henning. Der Chef des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hat die ESYS-Arbeitsgruppe gemeinsam mit Acatech Präsidiumsmitglied Eberhard Umbach geleitet.

Durch neue Anwendungen im Wärme- und Verkehrssektor könnte sich der Stromverbrauch bis 2050 fast verdoppeln. Dadurch steigen die Anforderungen an das Energiesystem: Die Kapazitäten der Windkraft- und Photovoltaikanlagen müssten gegenüber heute auf ein Fünf- bis Siebenfaches anwachsen. Maßnahmen zur effizienten Nutzung von Energie können helfen, diesen Ausbau zu begrenzen und die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende zu sichern.

Thermische Speicher für Wärmenetze und Einzelgebäude seien wichtig, um die schwankende Stromeinspeisung aus Wind und Sonne im Stunden- oder Tagebereich abzufedern. "Sie bilden eine Schnittstelle zwischen Wärme- und Stromsektor", heißt es in der Analyse.

Im Gebäudesektor gebe es neben dem baulichen Wärmeschutz zur Reduzierung des Raumwärmebedarfs ein erhebliches Potenzial durch den Austausch alter Heizkessel, die eine wesentlich geringere Energieeffizienz aufwiesen als moderne Heizgeräte. "Da der Wärmebedarf im Gebäudebestand stark vom Baualter abhängt, kommt der Sanierungsrate von Bestandsgebäuden und der Aufrüstung auf aktuelle Energiestandards eine große Bedeutung zu", heißt es in der Analyse. Eine Auswertung verschiedener Szenarien komme zu dem Ergebnis, dass bis 2050 eine Reduktion des Raumwärme- und Warmwasserbedarfs um 40 bis 60 Prozent (gegenüber 2008) technisch machbar sei und volkswirtschaftlich sinnvoll sein könne.

Die ESYS-Fachleute schätzen, dass die Mehrkosten für die Energiewende im Mittel der kommenden drei Jahrzehnte zwischen 30 und 60 Milliarden Euro pro Jahr liegen werden – bei ungünstigen Bedingungen auch darüber. Das entspricht ein bis zwei Prozent des heutigen deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Durch klug gesetzte Rahmenbedingungen können unnötige Mehrkosten jedoch vermieden werden. "Wir brauchen einen einheitlichen, wirksamen CO2-Preis für alle Emissionen", erklärt Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und erschöpfbare Ressourcen und Mitglied der ESYS-Arbeitsgruppe. "Nur dann kann sich regenerativ erzeugter Strom auch am Markt gegen fossile Energieträger durchsetzen, und klimaschonende Technologien können sich etablieren."

Zur Sektorkopplung hat der Hersteller von Stromspeichern E3/DC eine Befragung bei EuPD Research in Auftrag gegeben. Demnach wird der Wechsel in der Wärmeversorgung von lediglich 16 Prozent der Hausbesitzer als schwierig umsetzbar betrachtet. Der Wert liegt damit weit unter dem Bereich Verkehr. Über die Hälfte der Befragten hält die Sektorkoppplung hier für schwierig. Quelle: ESYS / E3/DC / sue

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DGNB zieht positives Fazit der Klimakonferenz

19. November 2017 - 7:00

Städte und Regionen zeigen auf dem Gebiet des nachhaltigen Bauens viel Gestaltungswillen, hat die DGNB beobachtet. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass aus dem Wissen um den Handlungsdruck in puncto Klimaschutz noch viel zu selten eine praktische Umsetzung erfolge.

 „Es waren zwei intensive Wochen, die gezeigt haben, an welchen Stellschrauben es klemmt“, sagte Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Vieles von dem, was in den Köpfen angekommen ist, findet noch nicht den Weg in die Hände. Es gibt Leuchtturmprojekte, etwa im Bereich der Nullenergiegebäude, die zeigen, dass es geht. Doch auf dem Weg in die breite Planungs- und Baupraxis sowie im Hinblick auf die gesellschaftliche und damit politische Relevanz des Themas stehen wir noch am Anfang“, sagte Lemaitre.

 Bei der Weltklimakonferenz war die DGNB bei sechs Veranstaltungen aktiv eingebunden. Hierzu zählten u.a. das Building Action Symposium vom United Nations Environment Programme (UNEP) und der Global Alliance for Building and Construction (GABC) sowie ein eigenes Side Event im Deutschen Pavillon. Auch im Chinesischen Pavillon war die DGNB vertreten – als einziger nicht-chinesischer Mitorganisator bei der Veranstaltung „Entrepreneurship and Innovation in the Age of Emission Reduction“.

 „Gerade in Ländern wie China braucht es Vorreiter aus Politik und Wirtschaft, die sich klar zum Thema Klimaschutz bekennen und dieses federführend voranbringen“, sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB GmbH, der an dem Side Event im chinesischen Pavillon teilnahm. „Wir freuen uns, dass die Expertise der DGNB im Bereich des nachhaltigen Bauens bei führenden Vertretern des chinesischen Bau- und Immobiliensektors so gefragt ist und wir damit unseren Beitrag leisten können, auf globaler Ebene mehr zu bewegen in Sachen Nachhaltigkeit.“

Auch die Relevanz der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN für den Klimaschutz im Ganzen und den Bausektor im Speziellen wurde bei der COP23 deutlich, etwa beim Human Settlements Day, bei dem die DGNB ebenfalls beteiligt war. „Wichtig ist, die SDGs auf konkrete Handlungsfelder herunterzubrechen, damit sie nicht als leere Worthülsen auf der Metaebene verbleiben. Man muss dabei auch nicht immer das Rad neu erfinden, sondern sollte auf die Expertise und Tools zurückgreifen, die es schon gibt“, sagt Lemaitre.

Passend zur Klimakonferenz hat die DGNB in der neuesten Version ihres Zertifizierungssystems bei sämtlichen 37 Kriterien geprüft, welchen Beitrag sie zur Erfüllung der globalen Nachhaltigkeitsziele haben, und diesen für Bauherren damit ausweisbar gemacht.

Für die DGNB geht der Blick nun nach vorne, mindestens bis zur 24. Weltklimakonferenz, die im kommenden Jahr im polnischen Kattowitz stattfinden wird. „Entscheidend ist, was von den Gesprächen und Vorhaben der letzten zwei Wochen nun in tatsächliche Handlungen überführt wird“, so Lemaitre. „Die jüngst veröffentlichten Zahlen, nach denen der globale CO2-Ausstoß trotz aller Bemühungen 2017 weiter gestiegen ist, sollten Warnsignal genug sein. Abwarten und Pläneschmieden allein bringt uns beim Klimaschutz nicht weiter.“ Quelle: DGNB / sue

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Zolar sammelt Kapital ein

17. November 2017 - 7:00

"Wir haben ZOLAR mit dem Versprechen gegründet, den Kauf eines Solarsystems für jeden Eigenheimbesitzer so einfach und transparent wie möglich zu machen", sagt Alex Melzer, Gründer von Zolar. "Mit dem Kapital werden wir unsere Vision weiterverfolgen, jedes Haus mit einem dezentralen erneuerbaren Energiesystem auszustatten, um so die Menschen unabhängiger vom Stromnetz zu machen", fügt Gregor Loukidis, zweiter Gründer von Zolar, hinzu.

Derzeit erlebt der Solaranlagen-Markt für Eigenheime nach Beobachtung der beiden Unternehmer ein signifikantes Wachstum. Aufgrund der sinkenden Komponentenpreise für Solarmodule und Stromspeicher sei es für Eigenheimbesitzer mittlerweile günstiger, eigenen Strom zu produzieren, als ihn aus dem Netz zu beziehen. Zolar bietet Eigenheimbesitzern dabei einen Weg, Solar- und Batteriesysteme individuell zu konfigurieren, auszuwählen und online zu kaufen.

Auf der Unternehmens-Webseite können sich Eigenheimbesitzer für einen Online-Konfigurator registrieren, der automatisch die optimale Systemkonfiguration für das Haus zum Festpreis erstellt. Der Nutzer kann dann individuelle Anpassungen vornehmen und dabei aus einer Palette von Solarmodulherstellern wie LG, Solarwatt oder Trina sowie Stromspeichern von Mercedes-Benz, Varta oder LG Chem wählen, ohne Vorwissen zu benötigen. Zolar übernimmt im Anschluss die Installation durch eigene Solarexperten sowie ein deutschlandweites Netzwerk von Partnerbetrieben. Quelle: Zolar / sue

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Koalitionsvertrag setzt auf "Efficiency First"

17. November 2017 - 7:00

Mit einer Energieeffizienzstrategie unter dem Grundsatz "Efficiency First" will die große Koalition alle Verbrauchssektoren gemeinsam betrachten. "Wirtschaftliche Effizienzmaßnahmen haben dabei Vorrang vor dem Ausbau einer neuen Infrastruktur", beschreiben die beiden Regierungspartner ihre Position im Koalitionsvertrag.

"Energieeffizienz zuerst“ ist auch für die EU ein wichtiger Grundsatz, den sie im sogenannten Winterpaket mit insgesamt acht Richtlinien und Verordnungen formuliert hat. Das Konzept geht über die reine Energieeinsparung hinaus. "Es bedeutet, die Potenziale der Energieeffizienz bei allen politischen Entscheidungen und bei allen Investitionen in das Energiesystem mitzudenken", sagt Edith Bayer vom Regulatory Assistance Project, das die Energiemärkte in China, Indien, Europa und den USA beobachtet. Bisher sei "Energieeffizienz zuerst" im Winterpaket allerdings noch kein wirklich lebendiges Konzept.

Auch im niedersächsischen Koalitionsvertrag finden sich keine weiteren Erläuterungen dazu, wie "Energieeffizienz zuerst" umgesetzt werden soll. SPD und CDU wollen sich aber zusätzlich für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung einsetzen. Außerdem wollen sie dafür eintreten, dass die europäische Energieinfrastruktur modernisiert, erneuerbare Energien weiter gefördert und die Energieeffizienzrichtlinie umgesetzt wird. sue

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