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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 45 Minuten 12 Sekunden

Effizienz ist die Basis für Technologieoffenheit

7. November 2018 - 7:13

Der kostengünstigste und wahrscheinlichste Weg zu einem klimafreundlichen Wärme- und Heizsystem führe über größere Effizienzanstrengungen im Gebäudebereich und hier vor allem die Dämmung bestehender Gebäude, berichtet Agora Energiewende. Derzeit werde jährlich etwa eines von hundert Bestandsgebäuden gedämmt, nötig für das Gelingen der Wärmewende sei eine Verdopplung.

Die Alternative zu mehr Effizienz beim Energieeinsatz, der flächendeckende Einsatz von synthetischen Brennstoffen, die aus erneuerbarem Strom erzeugt werden, würde die deutschen Haushalte der Studie zufolge bis zu 8,2 Milliarden Euro im Jahr mehr kosten.

Die Studie "Wert der Effizienz im Gebäudesektor in Zeiten der Sektorenkopplung" untersucht, wie sich am kostengünstigsten das Ziel erreichen lässt, die Treibhausgasemissionen der Gebäude in Deutschland bis 2030 von derzeit jährlich 130 Millionen Tonnen CO2 auf 70 Millionen Tonnen CO2 zu vermindern. Sie identifiziert effiziente Gebäude als Grundlage für den Einsatz der gesamten Palette an Technologieoptionen in der Wärmeversorgung – von Wärmepumpen und Wärmenetzen über solarthermische Anlagen bis zum Einsatz von Power-to-Gas.

"Effizienz ist der Schlüssel, mit dem Deutschland seine verbindlichen Klimaschutzziele kostengünstig erreichen kann. Es bringt nichts, auf einzelne klimafreundliche Wärmetechnologien zu schielen, denn für ein Entweder-Oder ist es nach den Jahren des Zauderns im Gebäudeklimaschutz zu spät. Die Wärmewende gelingt nur, wenn alle Technologien flächendeckend zum Einsatz kommen und zwar in effizienten Gebäuden. Dafür ist eine ambitionierte Effizienzpolitik die Voraussetzung", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Energieeffiziente Gebäude vermindern den Aufwand für Energieerzeugung und -verteilung. Der alleinige Einsatz von synthetischen Brennstoffen hingegen sei eiine klimapolitische Sackgasse. Denn dazu seien diese Brennstoffe zu knapp und zu teuer. Zudem dürften sie langfristig in erheblichen Mengen in der Industrie sowie im Güter- und Luftverkehr benötigt werden.

In der Studie wurden fünf verschiedene Szenarien betrachtet: Das "Effizienz2-Szenario", das die äußerst ambitionierte, allerdings nicht mit Maßnahmen unterlegte Effizienzstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) aus dem Jahr 2015 abbildet, drei "Effizienz-plus-X"-Szenarien, in denen ein realistisch-ambitioniertes Energieeffizienzniveau mit mehr erneuerbaren Energien, mehr Wärmepumpen beziehungsweise mehr synthetischen Brennstoffen kombiniert wird, und ein "Niedrig-Effizienz-Szenario", in dem die Klimaschutzdefizite mit sehr hohen Anteilen synthetischer Brennstoffe kompensiert werden.

Für jedes der Szenarien haben die Forscherinnen und Forscher die gesamtwirtschaftlichen Kosten ermittelt und diese mit dem BMWi-Szenario verglichen. Hierbei zeigte sich, dass die ersten vier Szenarien alle sehr ähnliche Kosten aufweisen, wohingegen das Szenario mit geringer Effizienz und viel synthetischen Brennstoffen zu deutlich höheren volkswirtschaftlichen Kosten führt.

Für die Bewertung der Szenarien ist neben ihren Kosten vor allem ihre Realisierbarkeit zentral. Daher beleuchtet die Studie auch die Robustheit von Entwicklungspfaden, um anspruchsvolle Klimaschutzziele zu erreichen. "Wenn wir die Einsparpotenziale nicht ernst nehmen, wird nicht nur das Heizen für jeden Einzelnen teurer werden. Wir machen uns auch abhängig von synthetischen Brennstoffen, die wir dauerhaft in großen Mengen importieren müssen. So sehr wir diese Brennstoffe in Zukunft brauchen werden, so klar ist doch auch, dass auch sie nicht im Überfluss verfügbar sein werden. Stattdessen sollten wir – wie schon die Niederlande und Großbritannien – jetzt Sanierungen in industriellem Maßstab angehen", sagt Graichen.

Agora Energiewende fordert als Konsequenz aus der Studie, dass die Politik mit höchster Priorität die Effizienzpotenziale durch Gebäudedämmung heben sollte. Ohne eine rasche und umfassende steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung, kombiniert mit Ordnungsrecht und klaren Anreizen für Hauseigentümer („Fördern und Fordern“), werde die Wärmewende nicht gelingen. "Sollte die Bundesregierung hier weiterhin inaktiv bleiben, ist ein Verfehlen der europarechtlichen Klimaschutzverpflichtungen Deutschlands unvermeidlich. Die Bundesregierung wird dann in den 2020er Jahren bis zu 60 Milliarden Euro an andere EU-Staaten zahlen müssen, um von dort Emissionsrechte zu beschaffen", mahnt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sth

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EU-Projekt erprobt modulare Nullenergie-Sanierung

6. November 2018 - 7:44

Die Reihenhäuser im niederländischen Woerden waren sichtlich in die Jahre gekommen: braune, ungedämmte Backstein-Riegelbauten mit alten Einscheiben-Fenstern, unisolierten Holzböden und alten Bädern. Doch inzwischen präsentieren sich die Gebäude mit neuer Fassade, dachfüllenden Photovoltaikanlagen und intelligenter Haustechnik. Die Sanitärräume erhielten neue Leitungen, moderne Milchglaswände und frisch beschichtete Böden. In die Kriechkeller wurden dämmende Polystyrol-Chips eingeblasen.

Die Verwandlung der einzelnen Hausteile vollzogen die Bauarbeiter innerhalb von acht Tagen. Denn die Siedlung ist eines der Modellvorhaben innerhalb des Projekts REnnovates.

In der ersten Phase des von der EU im Programm Horizon 2020 geförderten Projekts erarbeiteten die beteiligten Firmen unter Koordination des Bauunternehmens Royal BAM Group die vier Schritte, um dieses Vorgehen für Millionen Gebäude in Europa anwenden zu können. In der Analysephase werden die Daten der zu sanierenden Gebäude erfasst. In der Designphase entstehen am Computer die Pläne für die zu verbauenden Teile. In der Umsetzung wird aus einem alten Haus mit schlechtem Standard ein saniertes mit erhöhtem Wohnkomfort, zeitgemäßer Dämmung und eigener, intelligenter Energiezentrale. Und in der Nutzungsphase erhalten die Projektpartner die Rückmeldung, ob ihr Konzept aufgeht.

249 Häuser in den Niederlanden wurden so jeweils innerhalb einer Woche flott gemacht, wobei hinterher die Gesamtkosten für die Mieter gleich bleiben sollen. Die weiteren Modellprojekte liefen in Spanien und Polen. Im August 2018 endete die erste Projektphase von REnnovates, der nun eine zweite folgen soll.

Damit greift REnnovates ein Prinzip auf, auf das auch die Initiative Energiesprong in ähnlicher Form setzt, die bereits in Deutschland aktiv ist. Energiesprong hatte ein Konzept zur industriellen Gebäudesanierung entwickelt. Mittlerweile gibt es eine Kooperation mit der Deutschen Energieagentur.

Gebäude erhält neue Hülle

REnnovates fokussiert sich aber noch stärker auf standardisierte Komponenten. Im Vergleich zu anderen Sanierungslösungen setze man außerdem stärker auf Smart-Home-Technologie und vernetzte Nachbarschaften, erklärt Dennis van Goch, Manager und technischer Koordinator von REnnovates beim Baukonzern BAM.

Herzstück dieses Ansatzes ist ein Energiemodul von der Größe einer kleinen Gartenhütte, das neben jedes Haus gesetzt wird. Darin sind alle Elemente zur Versorgung des Gebäudes kombiniert: Wärmepumpe, (Heiß-)Wasserversorgung, Lüftung und gegebenenfalls Klimatisierung, Batteriespeicher und Wechselrichter der PV-Anlage. Auch die Wand- und Dachelemente mit Wärmedämmung kommen robotisch vorproduziert in Fertigteilen inklusive neuer Fenster.

Die Elemente bestehen aus einem Holzrahmen und können mit verschiedenen Fassadenelementen wie Backsteinen, Platten oder Glas bestückt werden. Innerhalb von drei Tagen setzen die Arbeiter sie einfach auf die bestehenden Wände und das Dach auf. Ein Element ist innerhalb von 15 Minuten installiert.

Das alte Dach decken die Arbeiter zuvor lediglich ab. Das neue wird komplett mit Photovoltaik-Paneelen bestückt, je nach Ausrichtung und Dachtyp 28 bis 36 Module mit 280 Wp pro Dach. Durch all diese Maßnahmen reduziert sich der Energiebedarf um mindestens 60 Prozent. Durch den selbsterzeugten Strom sinken die Energiekosten zusätzlich und die Gebäude werden zu einem Teil der Energieinfrastruktur.

Die alten Fliesen werden überdeckt

Dasselbe Schnellbau-Prinzip wenden die Handwerker auch in Bad und Küche an: Die neuen Glaswände werden auf die Fliesen aufgeklebt, anstatt diese mühsam herauszubrechen. Die Fliesenböden werden mit Kunstharz überzogen, was die Abbrucharbeiten weiter minimiert. Die Farben und die Gestaltung haben die Bewohner zuvor selbst ausgesucht. Sie erhalten auch einen detaillierten Plan, welche Möbel sie für die Blitzsanierung an welchem Tag wegräumen müssen.

Intelligent vernetzt werden alle Haustechnik-Komponenten über die ebenfalls standardisierte EEBUS-Kommunikation. Sie soll sicherstellen, dass die unterschiedlichen Geräte und Technologien zusammenwirken können. Denn Teil von REnnovates ist eine intelligente Steuerung sowohl individuell durch die Bewohner als auch im Verbund der jeweiligen Siedlung.

Dies ist nötig, um beispielsweise Überproduktionen der Photovoltaik-Module in der Siedlung verteilen zu können. Durch die Vernetzung lassen sich alle Häuser als Erzeuger und intelligente Stromspeicher einsetzen. Um Stromspitzen aufzufangen, gibt es zusätzliche Quartierspeicher. Der in der Pilotsiedlung in Woerden verbaute verfügt über eine Speicherkapazität von 200 Kilowattstunden.

Vernetzte Häuser als Alleinstellungsmerkmal

Bis auf den Einbau seien fast alle Prozesse standardisierbar, erklärt van Goch. "Wir entwickeln standardisierte Lösungen, die für 80 Prozent unseres Zielmarktes passen und etwa 20 Prozent Anpassung an das jeweilige Projekt erfordern." Mit dreidimensionalen Scans, Simulationen und Bauwerksdatenmodellierung könne man diese restlichen 20 Prozent der Anpassung aber automatisieren. Indem man die Maße der Gebäude mit hochpräzisen 3D-Scans erfasst, können die Module, Fensteröffnungen, Anker- und Anschlusspunkte millimetergenau geplant und vorgefertigt werden.

Obwohl verschiedene Märkte auch unterschiedliche Lösungen erforderten, habe man mit REnnovates gezeigt, dass standardisierte Modernisierungen inklusive smarter Steuerung in unterschiedlichen Märkten möglich seien. "Um Nachhaltigkeit und Komfort weiterzudenken, reicht es nicht mehr, nur das einzelne Haus bis zur Türschwelle zu betrachten. Wir müssen die Umgebung und die Wechselwirkungen mit dieser Umgebung berücksichtigen. Das ist Teil unseres Konzeptes von REnnovates", betont van Goch.

Zwar sinken mit der Methode die Kosten für die Konzeptentwicklung und die Technik, jedoch nicht unbedingt die Gesamtkosten der Sanierung. "Wir vergleichen es weniger mit einer Einzelsanierung sondern mit dem herkömmlichen Ansatz, in jedem neuen Projekt neue punktgenaue Lösungen zu entwickeln, weil wir uns auf den Markt mit Großvermietern und Eigentümern ganzer Siedlungen fokussieren", so van Goch. Nichtsdestotrotz verlange das Bemühen Komfort, Nachhaltigkeit und Gesundheit der Bewohner zu erhöhen ein beträchtliches Investment.

Vor allem diese Ziele für die Bewohner wolle man mit REnnovates erreichen. Schon alleine die kurze Phase der Bauarbeiten bedeutet für diese eine deutlich geringere Belastung im Vergleich zu einer herkömmlichen Sanierung von zum Teil mehreren Monaten. Erklärtes Ziel der REnnovates-Partner ist es nun, Gebäude in großem Stil nachhaltig umzubauen, vor allem im sozialen Wohnungsbau. Allein 1,1 Millionen Gebäude hat man in der ersten Initialphase in den Zielländern Belgien, Niederlande, Polen und Spanien ermittelt. 13 Millionen Sozialgebäude seien es in den sechs wichtigsten Zielländern.

"Derzeit schauen wir nach Möglichkeiten, in Deutschland anzufangen", kündigt van Goch an. "Durch die Energiewende und damit verbundene Herausforderungen wäre Deutschland ein exzellenter Markt." Zudem arbeite man hier bereits mit der EEBUS-Initiative zusammen, um intelligente Lösungen weiter zu standardisieren. Frühere Untersuchungen hierzulande hatten gezeigt, dass für derartige standardisierte Renovierungen ein Potenzial von rund einer Million kleinen Mehrfamilienhäusern gäbe. Daniel Völpel

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Merck offeriert schaltbares Glas mit Flüssigkristallen

6. November 2018 - 7:40

Gegenüber elektrochromem Glas hat das Produkt den Vorteil, dass es in Sekundenschnelle umschaltet. Außerdem lassen sich viele Farben realisieren. Die Kosten werden projektbezogen ermittelt und liegen derzeit zwischen 900 und 1500 Euro pro Quadratmeter.

Auf der Glasstec hatte Merck den Niemeyer XS-Pavillon ausgestellt, ein sechs Meter hohes Modell des Originalbauwerks "Niemeyer Sphere", das sich am Geschäftssitz des Kranherstellers Kirow in Leipzig befindet. Das architektonische Prestigeprojekt ist eines der letzten Werke des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer.

In dem Design kommen dreieckige Ausführungen von Mercks Flüssigkristallfenstern zum Einsatz. Zusätzlich zur "Kirow Niemeyer Sphere" laufen weitere Bauvorhaben, darunter die erste Vollfassadeninstallation für den neuen Geschäftssitz der FC Gruppe in Karlsruhe. Die Eröffnung des Gebäudes ist für 2019 geplant und das Design stammt von den Architekten von 3deluxe.

Eine Herausforderung der modernen Architektur besteht in der Balance zwischen den ästhetischen Vorzügen von Glas und der Notwendigkeit funktioneller Verschattung. Die Flüssigkristallfenster bieten die Schaltung in weniger als einer Sekunde sowie eine große Bandbreite möglicher Formen und bisher nicht bedienter Größen von bis zu 1,6 x 3,5 Metern. Außerdem können sie auf spezifische Farbanforderungen abgestimmt werden.

Durch die Verschattung kann unerwünschtes Aufheizen oder Blenden durch einfallendes Sonnenlicht vermieden werden, ohne dabei den natürlichen Lichteinfall zu behindern. Die Fenster bleiben sowohl im abgedunkelten als auch im hellen Zustand transparent und farbneutral. So lässt sich die Sicht nach außen weiter ungestört genießen, und auch die natürlichen Farben der Innenausstattung bleiben erhalten. Damit werden Jalousien und zusätzliche Lichtquellen überflüssig.

Die Lichtdurchlässigkeit der Fenster ist individuell anpassbar und über Gebäudemanagementsysteme steuerbar. Die Durchlässigkeit kann hierbei bis auf 1 Prozent reduziert werden. Die Variante Privacy-Verglasung bietet zudem ein sofortiges Umschalten von transparent zu undurchsichtig: Das natürliche Licht kann weiter passieren und dennoch kann man von außen nicht mehr in den Raum blicken.

Merck sieht sich damit nicht im Wettbewerb mit Glas- und Fensterherstellern, sondern als deren Lieferant für Module, mit denen sie intelligente Glaselemente, Fenster und Fassaden herstellen können. Darüber hinaus steht das Unternehmen Architekten, Designern und Fenster- und Fassadenherstellern beratend zur Seite. Quelle: Merck / pgl

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Austrotherm bündelt Dämmung und Drainung

5. November 2018 - 7:42

Dank Längsrillen und einem Filtervlies führt die druckfeste Wärmedämmplatte aus Extruderschaum Oberflächen- sowie Sickerwasser entlang der Kelleraußenwand sicher zur Drainage unterhalb der Sohle.

Die Perimeterdämmplatte auf Basis der Austrotherm XPS Top 30 ist zum einen für die Außendämmung innerhalb des Erdreichs konzipiert. Ein aufkaschiertes Vlies filtert darüber hinaus das ankommende Wasser, und leitet es in die eingefrästen Längsrillen der druckfesten Platte. Von dort gelangt es von der Kelleraußenwand hin zur Drainage unterhalb der Sohle.

Mit einem Wasserdurchlaufwert von bis zu 2,19 l/(ms) schützt der  Dämmstoff Keller vor eindringender Nässe. Darüber hinaus ist ER für den geförderten Wohnbau geeignet und bietet sich damit auch bei Sanierungen an.

Austrotherm XPS TOP Drain wird auf die Abdichtung aufgeklebt und ist für die leichte Verarbeitung mit einer Stufenfalz sowie einer glatten Innenseite ausgestattet. Sie ist in Dicken von 50 bis 140 Millimetern erhältlich. Quelle: Austrotherm / pgl

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Bei Pfusch am Bau zeigt jeder auf den anderen

4. November 2018 - 7:24

31 Prozent der Bauunternehmen geben zu, dass sie auch ihre eigenen Fachkollegen für Fehlerkosten verantwortlich machen. Jeder vierte telefonisch befragte Bauprofi sieht darüber hinaus auch die Behörden (zu 25 Prozent) sowie die öffentlichen Bauherren (zu 23 Prozent) als ausschlaggebende Fehlerkostenquelle an. Die Handwerker kommen eher gut weg: nur jeder zehnte Bauunternehmer (11 Prozent) kann die Fachhandwerker als primäre Fehlerkostenverursacher identifizieren.

Das Ergebnis ist für die "Schwarze-Peter-Haltung" in der Branche bezeichnend: die Mehrheit der Architekten schiebt ihrerseits die Entstehung von Fehlerkosten den Bauunternehmen in die Schuhe. Die Maler und Trockenbauer sehen hingegen insbesondere die Architekten als Hauptverursacher von Fehlern, während viele SHK-Installateure mit dem Finger auf die Bauunternehmen zeigen. Hier entsteht der Eindruck, dass viele Bauakteure beim Thema Fehlerkosten die eigene Verantwortung gerne auf die anderen am Bau beteiligten Parteien schieben. Jedoch gibt es hier eine Ausnahme: Behörden und Aufsichtsorgane. Diese beiden Akteure schneiden bei keinem befragten Bauakteur positiv ab. Quelle: Bauinfoconsult / pgl

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Luftdichtung lässt sich jetzt auch sprühen

2. November 2018 - 7:58

Aufgrund des feuchtevariablen sd-Werts eignet sich das Produkt sowohl für die Luftdichtung innen als auch für den geschützten Außenbereich. Die Sprühfolie ist wasserbasiert. Auf der BAU 2019 zeigt Pro Clima das Produkt erstmals mit einer faserarmierten Systemergänzung. Damit können Risse und Fugen bis zu 6 Millimeter Breite ohne weitere Maßnahmen überdeckt werden.

Das Verarbeiten mit sogenannten Airlessgeräten mag für manchen Handwerker zunächst ungewohnt sein. "Die meisten wollen aber gar nicht mehr aufhören, wenn sie es einmal probiert haben", berichtet Jens-Lüder Herms, der die innovative Sprühfolie entwickelt hat. Das Produkt kann auch durch seine vielseitige Verwendbarkeit punkten. Es eignet sich nicht nur zum Abdichten in der Fläche. auch sichere Bauteilanschlüsse lassen sich damit herstellen. Sogar der Einsatz als Haftgrundierung auf rauen oder staubigen Untergründen ist möglich.

"Besonderen wichtig war uns bei der Entwicklung des sprühbaren Dicht-Systems das Thema Schadstoffemissionen", sagt Marketingleiter Oliver Goldau. Aerosana Visconn habe beste Werte im unabhängigen Schadstofftest erreicht. Die gebrauchsfertige Acryldispersion ist in Gebinden mit 10 Litern im Handel erhältlich. Diese reichen abhängig von Untergrund und Auftragsdicke für eine Fläche von 10 bis 15 Quadratmetern. Beim Trocknen schlägt die Farbigkeit der Masse übrigens von blau nach schwarz um. Dann kann die Folienschicht auch überstrichen, überputzt oder überklebt werden. Quelle: Pro Clima / pgl

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Lange Dämmplatten kommen in Maßfertigung

1. November 2018 - 7:42

Mit der Aufsparrendämmung lassen sich ruhige Dachflächen von Pult- und Satteldächern ab 12 Grad Dachneigung zügig dämmen und die Dachfläche schnell regensicher schließen. Querstöße (stumpf geschnitten) ergeben sich in der Regel nur an den Giebelseiten. Die Kantenverbindung auf der Längsseite erfolgt durch eine Nut-und-Feder-Verbindung. Eine 8 Zentimeter überlappende, diffusionsoffene und beidseitig TPU-beschichtete Premium-Unterdeckbahn sorgt für eine sichere Abdichtung.

Das Produkt hat sich bereits in der Praxis bewährt. "Beispielsweise war das Dach eines Effizienzhauses 55 in nur 90 Minuten fertig gedämmt - inklusive Quellverschweißung der Überlappung und Aufbringen der Nageldichtbänder für die Lattung", so der Hersteller. Das Produkt ist mit einem Dämmkern aus PU-Hartschaum nach DIN EN 13165 ausgestattet. Die Dämmelemente sind beidseitig mit Alufolie kaschiert, die laut Hersteller auch gegen Elektrosmog schützt.

Aufgrund der hohen Wärmedämmleistung eignen sich die Dämmelemente für KfW-geförderte Effizienzhäuser, zum Beispiel Effizienzhaus 55 oder für das energieautarke Effizienzhaus 40 Plus. Außerdem sind die Produkte im Onlineportal Bauverzeichnis Gesündere Gebäude gelistet. Grundlage für die positive Bewertung ist das "pure life"-Siegel, das die ÜGPU-Überwachungsgemeinschaft Polyurethan-Hartschaum e.V. gemeinsam mit dem Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) erarbeitet hat. Die hier vorgenommenen Emissionsprüfungen entsprechen den strengen Vorgaben des Sentinel Haus Instituts. Quelle: Linzmeier / pgl

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DESAX ist nur bei Heizungen befriedigend

1. November 2018 - 7:33

Für den Bereich Heizungen lag der DESAX im September bei 216, bei Dach und Dämmung bei 114 und bei Fenstern bei 65. Die Zahl 100 steht für den Durchschnitt des DESAX-Startjahres 2012. Werte über 100 zeigen ein höheres Interesse als 2012, niedrigere Werte ein geringeres. Bei Fenstern ist der DESAX im Mai unter die 100er-Marke gerutscht. Bei Dach und Dämmung war er konstant über 100, gab aber auch seit Mai deutlich nach. Bei Heizungen lag er in einigen Monaten über dem Wert 200. Werte über 200 gab es für alle drei Bereiche gleichzeitig nur im April, zum Ende der Heizsaison und Beginn der Sanierungsphase.

Der DESAX gibt keinen Hinweis darauf, in welchen Bereichen des Heizungssegments sich die Nachfrage verstärkt hat. Aktuelle Bafa-Zahlen legen die Vermutung nahe, dass es bei Heizungen mit erneuerbaren Energien positive Nachrichten geben könnte. Zumindest meldet das Bafa derzeit monatlich neue Rekordzahlen bei den Anfragen. Der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie hat noch keine aktuellen Zahlen für 2018 veröffentlicht, die auch Brennwertgeräte beinhalten würden.

Die guten Bafa-Zahlen haben jedoch einen entscheidenden Pferdefuß: Sie sind mit denen des Vorjahres nicht vergleichbar, da das Antragsverfahren umgestellt wurde. Nun sind die Anträge vor und nicht nach Auftragserteilung zu stellen. Sie dokumentieren also nicht wie bislang installierte Anlagen, sondern bestenfalls das Interesse. Doch einige Indizien lassen sich an den Zahlen dennoch ablesen.

Das Interesse an Förderung für Biomasse steigt wohl am stärksten, knapp 31.000 Anträge gab es in den neun ersten Monaten des Jahres. Bei Solarthermie waren es gut 20.500 Anträge, bei Wärmepumpen mehr als 23.000. In der Realität dürfte das Interesse an Wärmepumpen aber höher als bei anderen Erneuerbaren, viele der Anlagen sind nicht mehr förderfähig, das Bafa hat dann auch keine Zahlen dazu.

Der Sanierungsindex DESAX bildet ab, wie viele Menschen online Anfragen für Sanierungsprojekte abgeben. Er wird gemeinsam von EnBauSa.de und Dämmen und Sanieren herausgegeben. pgl

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Köln legt Förderprogramm für Altbausanierung auf

31. Oktober 2018 - 7:42

Köln und andere Kommunen haben bereits im Jahr 1992 ein Klimabündnis gebildet. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 nur noch halb so viel CO2 auszustoßen wie im Jahr 1990. Man wolle "mit den verfügbaren städtischen Mitteln möglichst große Klimaschutzeffekte erreichen sowie einen Anstoß für wesentliche eigene Bemühungen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zur Durchführung wünschenswerter Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes zu geben", so die Stadtverwaltung. Zusammen mit den staatlichen Fördermitteln können bis zu 50 Prozent der Maßnahmenkosten bezuschusst werden.

Einige Bedingungen knüpft die Stadt an die Förderung: Mieterhöhungen in Folge von Sanierungskosten sind nicht erlaubt. Um das zu kontrollieren, sei man auf Hilfe und Informationen der Mieter angewiesen, sagt Britta Böhle, städtische Beraterin für die Förderanträge. Außerdem darf es sich nicht um reine Nichtwohngebäude handeln, in den Gebäuden muss mindestens eine Wohnung sein. Eine Ausnahme sind Pflegeheime.

Neben diversen Sanierungsmaßnahmen finanziert die Stadt auch Energieberatungen bei der Verbraucherzentrale. Alle Förderanträge lassen sich auf der Internetseite der Stadt ausdrucken.

Die Hürde zur Beantragung eines Zuschusses hat die Stadt nicht allzu hoch gelegt. Der Austausch von Heizanlagen wird  unterstützt, wenn diese älter als zehn Jahre sind. Förderung gibt es auch für Maßnahmen an der Gebäudehülle wie neue Fenster oder die Dämmung von Dach, Fassade oder oberster Geschossdecke. Bürgerinnen und Bürger müssen erst den Antrag stellen und bewilligt bekommen, dann können sie mit der Maßnahme beginnen. Nach 12 Monaten muss diese abgeschlossen sein, dann wird abgerechnet und der Zuschuss ausbezahlt.

Bis 2022 steht im städtischen Haushalt jährlich eine Million Euro für die Altbausanierung bereit. Die Erfahrung aus anderen Städten mit ähnlichen Förderprogrammen zeigt, dass die Gelder mangels Anträgen teils nicht Mal zur Hälfte abgerufen wurden. Die Stadt verspricht, alle Anträge innerhalb von drei Wochen zu prüfen und zu beantworten. pgl

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Fugenband ersetzt PU-Montageschaum

31. Oktober 2018 - 7:07

Zudem hat der Experte das Multi­funktions-Fugendichtband "Hannoband-3E Passiv BG1" mit Membrantechnik im Gepäck – speziell entwickelt als All-in-One-Abdichtung. Es erfüllt alle DIN-, EnEV- und RAL-Anforderungen und garantiert so zuverlässige Bauteilabdichtung selbst im Passivhaus.

Für alle Komponenten des 3E-Systems rund um die Abdichtung von Fensteranschlussfugen liegen zudem aktuelle Qualitätsnachweise und Prüfzeugnisse vor, zum Beispiel Zertifikate sowie neutral geprüfte Schalldämm-Maße des ift Rosenheim.

Mit einer projektbezogenen Funktionsgewährleistung über 15 Jahre unterstreicht das Unternehmen seinen Qualitätsanspruch an die Systemprodukte für den Fensteranschluss. "Zur Serviceorientierung gehört für uns insbesondere der direkte Dialog mit Handel, Verarbeitern und Planern", erklärt Prokurist und Vertriebsleiter Markus Fehrmann. Quelle: Hanno / pgl

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Forschungsprojekt soll Holzbau BIM-fähig machen

30. Oktober 2018 - 8:54

Im Mittelpunkt steht bei BIM ein dreidimensionales digitales Gebäudemodell mit diversen Detailinformationen, die untereinander verknüpft und konsistent sind. Alle am Bauprozess Beteiligten haben Zugriff auf das Modell und sind so stets auf dem gleichen, aktuellen Stand.

Der moderne Holzbau und die fortschreitende Einführung von BIM als Planungsmethode im Bausektor erfordern einen raschen Wechsel in der Holzbaubranche mit angepassten Planungs- und Bauprozessen. Untersuchungen aus dem Projekt Leanwood der TU München haben gezeigt, dass es hier aktuell noch hakt: Holzbauprojekte werden häufig phasenweise abgewickelt. Das Projekt hatte sich mit optimierten Planungsprozessen für Gebäude in Holzfertigbauweise beschäftigt. Ergebnis war ein Werkzeugkasten aus Planungstools, der für unterschiedliche Konstellationen eingsetzt werden kann.

Das am 1. September gestartete Projekt "Building Information Modelling holzbaugerecht weiterentwickeln" setzt sich mit der Digitalisierung der Planungsprozesse im Holzbau auseinander. Eine neunmonatige Marktanalyse soll Defizite und Hemmnisse identifizieren und Daten darüber liefern, wie, in welchem Umfang und von wem BIM in der Holzbaubranche bereits genutzt wird.

Die Projektpartner wollen anhand der gewonnenen Informationen geeignete Lösungsszenarien erarbeiten. Im Anschluss will die TU München auf dieser Grundlage mit einem internationalen Konsortium konkrete Vorschläge für eine holzbaugerechte BIM-Anwendung entwickeln. "Ohne den Umstieg auf digitale Planungsmethoden wird die Holzbauweise, insbesondere beim urbanen und großvolumigen Bauen, auf Dauer nicht konkurrenzfähig sein können", so die Forscher. pgl

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Fachkräftemangel ist Wachstumsbremse am Bau

30. Oktober 2018 - 8:01

In Europa lag das Wachstum im Jahr 2017 noch bei 4 Prozent. "Insgesamt geht der Schub zurück, aber der Markt wächst weiter" resümierte Dorffmeister. 2020 könnte nach den bisherigen Zahlen wieder das Niveau von 2009 erreicht werden.

2017 war der Wohnungsbau mit einem Plus von über 5 Prozent ein wichtiger Treiber, lebhafte Nachfrage gab es auch im Neubausegment. Das entwickelte sich sowohl 2016 als auch 2017 positiv. Noch immer ist  aber der Sanierungsmarkt mit 55 Prozent europaweit das wichtigste Segment. Dieser Bereich ist zudem stabil, wenn das Pendel nach oben oder unten ausschlägt liegt das in der Regel am Neubau. Im Hochbau wird der Bestandssektor, der neben Modernisierungsmaßnahmen auch die regelmäßige Instandhaltung von Gebäuden umfasst, im Zeitraum 2018 bis 2020 zwischen 1 und 1,5 Prozent pro Jahr zulegen.

Die Lage in den Ländern der EU ist sehr unterschiedlich. In Spanien ist die Erholung noch nicht angekommen. Portugal geht es deutlich besser mit einem Wachstum ab 2017, aber von einem niedrigen Niveau aus. Auch die Entwicklung in der Schweiz und Schweden ist positiv, in dem skandinavischen Land vor allem durch einen Neubauboom. Von einem europaweiten Boom könne man aber nicht sprechen, betonte Dorffmeister.

In Deutschland haben sich die Bauleistungen seit 2009 nahezu kontinuierlich aufwärts entwickelt. Der Bauvolumenswert für 2018 (nominal rund 390 Mrd. Euro) dürfte das damalige Niveau real um mehr als 15 Prozent übertreffen.

In den kommenden Jahren wird die Bautätigkeit aber wohl nicht mehr weiter zunehmen. Dies hat mit einer Abschwächung der Bautätigkeit in allen drei Teilsegmenten zu tun. "Dem Wohnungsbau, der neubaugetrieben war, geht die Luft aus", sagte Dorffmeister. Im Neubau sorgen die Alterung der Gesellschaft und das steigende Angebot von Gebrauchtimmobilien für Stagnation. Bei Mehrgeschossern sei der Bedarf hoch, aber die Rahmenbedingungen ungünstig.

Mehrgeschosser sind nach wie vor der kleinste Bereich mit 13 Prozent und einem Volumen von 28 Milliarden Euro, 18 Prozent entfallen auf Ein- und Zweifamilienhäuser. Mit 69 Prozent und 145 Milliarden Euro ist die Sanierung der wichtigste Umsatzträger.

Im Neubau nehmen laut ifo die negativen Auswirkungen zu. Dazu zählen steigende Baukosten und fehlendes Bauland. Die Zahl der Baugenehmigungen war 2018 rückläufig. Es gebe einen hohen Bedarf, aber man werde die geplanten 350.000 neue Wohnungen nicht schaffen, "das Nadelöhr ist sehr eng, wir können nicht mehr umsetzen." Zusätzliche Projekte seien nicht in der Pipeline.

"Eines der Hauptprobleme sind die Fachkräfte", berichtet Dorffmeister. Das habe sich 2017 und 2018 deutlich verschärft, zwischen 15 und 20 Prozent der Unternehmen berichten von Arbeitskräftemangel. Das Bauhauptgewerbe baue zwar kontinuierlich Personal auf, es gebe aber dennoch mehr Aufträge, als abgearbeitet werden können. Immerhin habe man die Lehrlingszahlen auf niedrigem Niveau stabilisieren können.

Für die Fachmesse Bau im Januar 2019 rechnet Rainer Pfeiffer von der Messe München mit einem Plus an Besuchern. Über 2200 Aussteller sind vertreten, zwei neue Hallen fertig und belegt. Als neue Themen nannte Mirko Arend, Projektleiter Bau der Messe München, Gebäudeautomation mit Tages- und Kunstlichtsteuerung als Thema, das vor allem für die Architekten und Planer wichtig ist. Online und IT nehmen außerdem in der neuen Halle C5 breiten Raum ein. Eine Innovationsoffensive beim Thema Smart Home forderte Dieter Schäfer vom Ausstellerbeirat: Smart Home funktioniere, so lange das Haus keine Bewohner hat, spitzte er zu. Daran müssten die Unternehmen arbeiten, sonst setze sich die Konkurrenz wie Amazon und Co. durch. Von Pia Grund-Ludwig

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Iconic Skin zeigt neue Elemente für Glasfassaden

29. Oktober 2018 - 9:09

Drei geschosshohe Einzelexponate von ISOshade zeigen die Vielfalt des Isolierglases mit werkseitig integriertem Sonnenschutz. Das Produkt schließt die Lücke zwischen der Closed Cavity Façade und einer isolierverglasten Außenfassade mit Sonnenschutz. Closed Cavity Façade sind Fassaden, bei denen der Zwischenraum zwischen Innen- und Außenhaut komplett geschlossen ist.

Weltpremiere am Messestand hat der Universal-Adapterrahmen Multiframe, der den Übergang von Glas-Sandwich-Paneelen und transparenten Bereichen vereinfacht. Mit dem Profil wird die Einpassung von Fenstersystemen mit Bautiefen von 75 bis 95 mm möglich. Die Möglichkeiten einer Glas-Sandwich-Fassade zeigt ein 3,7m hohes Exponat: homogene Optik, einfache Fensterintegration, verdeckter außenliegender Raffstore durch eine überstehende Glasscheibe. Das Produkt wird auch mit Mineralwolldämmung gezeigt. Minerwalwolle eignet sich durch seine Klassifizierung A2-s1, d0 für Gebäude mit höchsten Brandschutzanforderungen.

Die Produktwelten verbindet das Unternehmen auf der Messe mit einer Werkbank, die aus vier Stationen besteht. Dort können sich Metallbauer, Planer und Bauherren über Planung, Kalkulation, Montage und Leistungswerte informieren und diese selbst ausprobieren. Quelle: Iconic Skin / pgl

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Große Fassade mit organischer PV geht in Betrieb

29. Oktober 2018 - 7:57

Es handelt sich um ein Teilprojekt innerhalb der Kooperation "Drehkreuz Energiewende", das 2016 zwischen der Duisburger Hafen AG und Innogy vereinbart wurde. Die Testinstallation besteht aus 192 Folien mit drei Metern Länge. Die extrem leichte, sehr dünne und flexible Solarfolie wird in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren in Deutschland produziert.

Sie hat eine selbstklebende Rückseite und kann ohne weiteren Montage­aufwand direkt auf eine Vielzahl an Oberflächen aufgebracht werden. Bei dem Projekt in Duisburg wurden die Solarfolien direkt auf die Metallfassade der Lagerhalle aufgeklebt. Eine Hinterlüftung ist nicht notwendig, da die Folien bei hohen Temperaturen nicht an Leistung verlieren und deshalb nicht gekühlt werden müssen.

Die in Duisburg verbauten Solarfolien erzeugen ungefähr so viel Energie, wie ein 4- bis 5-köpfiger Haushalt pro Jahr verbraucht. Die Solarfassade ist Bestandteil eines von insgesamt vier Kooperationsfeldern und einer Vielzahl von Maßnahmen, die innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie zwischen Innogy und Duisport umgesetzt werden. Die Duisburger Hafen AG ist der Betreiber des weltweit größten Binnenhafens und will sich auch als Drehkreuz der Energiewende positionieren. Heliatek / pgl

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Standardisierung soll Eigenstrom günstiger machen

29. Oktober 2018 - 7:41

Baustolz erreicht beim Bauen Preisvorteile durch klare Prozesse, hohe Stückzahlen und eine standardisierte Bauweise. Das soll auch für Eigenstromprojekte nutzbar gemacht werden. "Die bauliche Standardisierung ermöglicht es uns, die Investitionskosten inklusive Installation und Wartung zu reduzieren", sagt Florian Henle von Polarstern.

Im ersten Projekt von Baustolz und Polarstern werden bei einer Reihenhaussiedlung mit 14 Einheiten eine Dach- und Fassadenanlage mit 51,85 und 23,76 Kilowatt Peak (kWp) und ein Speicher mit 41,40 Kilowattstunde (kWh) installiert. Auch gibt es je Wohneinheit eine dezentrale Wärmepumpe, die ebenfalls mit Solarstrom versorgt wird. Damit wird ein Eigenverbrauch von rund 64 Prozent erreicht und die Stromkosten sinken um etwa 13 Prozent verglichen zum Grundversorgertarif.

Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit müssten die Betriebskosten mehr Beachtung erhalten, so Henle. Immobilienbesitzer und Bauherren erhalten Förderung für die nötige Anlagentechnik. Eine Standardisierung sei auch bei  Mieterstromprojekten notwendig. Das sei zwar ein Projektgeschäft, aber sein Unternehmen habe Prozesse definiert, welche die Abwicklung von Mieterstrom beschleunigen. Wenn bei  Gebäuden die technische Ausstattung und die Haushaltsstruktur ähnlich und die beteiligten Partner die gleichen sind, könne Mieterstrom fast schon als Standardprozess aufgesetzt werden. Das sei ein Vorteil, da gerade die Abstimmung zwischen den Schnittstellen und die unterschiedlichen technischen Herausforderungen einen starken Einfluss auf die reibungslose Umsetzung von Mieterstromprojekten hätten, so Henle weiter. Quelle: Polarstern / pgl

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Bundesrat will Mieten im Neubau deckeln

27. Oktober 2018 - 7:14

Die Mietpreisbremse gelte für neu geschaffenen Wohnraum gerade nicht, begründet der Bundesrat seine Prüfbitte. Die Begrenzung der abschreibungsfähigen Anschaffungs- und Herstellungskosten auf 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche allein reiche nicht aus, um neue Wohnungen im bezahlbaren Mietsegment zu schaffen. Denn in stark nachgefragten Wohngebieten würden selbst für Wohnungen mir nur durchschnittlicher Ausstattung Mieten verlangt, die sich Menschen mit geringem oder durchschnittlichem Einkommen nicht leisten könnten.

Außerdem finden es die Länder problematisch, dass für die beabsichtigten Sonderabschreibungen die EU-Reglungen zu De-minimis Beihilfen gelten sollen. Hierdurch würden Wohnungsunternehmen weitgehend von der Sonderabschreibung ausgeschlossen und den Steuerpflichtigen ein erheblicher Bürokratieaufwand aufgebürdet. Tatsächlich sei es jedoch fraglich, ob die geplanten Sonderabschreibungen überhaupt als De-mininis Beihilfen zu behandeln sind. Dies solle im weiteren Gesetzgebungsverfahren geprüft werden.

Nach den Plänen der Bundesregierung zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums sollen private Investoren zusätzlich zu den bestehenden Abschreibungsmöglichkeiten über vier Jahre jeweils weitere fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung bei der Steuer geltend machen können. Bauherren könnten dann in den ersten vier Jahren insgesamt 28 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung abschreiben. Auflage für den Steuervorteil ist, dass die Wohnungen zehn Jahre vermietet werden. Darüber hinaus sollen auch Investitionen in bestehende Gebäude sollen von der Steuerbegünstigung umfasst sein. Allerdings nur dann, wenn sie zu neuem Wohnraum führen.

Vom Zentralen ImmobDieilien Ausschuss, dem Lobbyverband der Wohnungsunternehmen, kam Widerspruch gegen die Preisebremse. "Die avisierten 1,5 Millionen neuen Wohnungen wird es durch solche Maßnahmen niemals geben", sagt dessen Präsident Andreas Mattner. "Die Effekte, die sich durch eine Sonder-AfA zumindest teilweise eingestellt hätten, werden nun durch diesen unverhältnismäßigen Eingriff in den Wohnungsneubau wieder zunichtegemacht. Diese Vorschläge verunsichern Investoren und verschlechtern die Voraussetzungen für mehr Neubau. Dies ist ein klarer Rückschritt auf dem Weg hin zu bezahlbarem Wohnen und Bauen." pgl

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BIM kann Qualität am Bau erhöhen

26. Oktober 2018 - 7:53

Nach Meinung des Experten werden Planer, Baustoffhersteller und Bauherren durch BIM gleichermaßen profitieren. Ob Wandaufbau, Fundament oder Dachkonstruktion: Kennzeichen ist eine hohe Komplexität, die mit den verschiedenen Variationsmöglichkeiten einhergeht.

"Hersteller tun sich aktuell schwer, die Breite und die Vielschichtigkeit des Angebots zu kommunizieren. Zudem fehlt es aufseiten der Architekten und Planer an zusätzlichem Fach-Knowhow wie beispielsweise Bauphysik, um die ganze Palette an Kombinationsmöglichkeiten selbst konfigurieren zu können", sagt Uhl. Durchdachtes BIM ermögliche es Planern, entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Gebäudes die optimale Lösung und Systemvariante schnell und aufwandsoptimiert zu finden.

Damit wirke sich die digitale Planungsmethode auf die Bauqualität aus. Damit Planer und Architekten auf die Produkte, Lösungen und Systemvarianten der Baustoffindustrie zugreifen können, müssen Baustoffhersteller die Produktdaten ihres gesamten Produktportfolios so übersetzen und aufbereiten, dass sie in den CAD-Programmen der Planungsbüros effizient genutzt werden können. Das Problem: Diese Übersetzungsleistung setzt sauber gepflegte Produktdatenmanagementsysteme voraus, die nur sehr selten vorliegen.

"Baustoffproduzenten haben nur sehr widerwillig erste Schritte in Richtung Digitalisierung gemacht. Es mangelt weiterhin an einer grundlegenden Datenstruktur in Unternehmen und teilweise wird noch mit Excel gearbeitet. Meist agieren nur die großen Player im Markt mit führenden Produktdatensystemen wie SAP-Anwendungen, ERP-Lösungen oder dem für BIM wertvollen Produktinformationsmanagement PIM", sagt Uhl. Ihm zufolge müsse die Industrie es als Chance begreifen, durch BIM die Versäumnisse der vergangenen Jahre im Bereich der Datenstrukturierung zügig aufzuarbeiten. Quelle: Die Werkbank / pgl

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Recycling gewinnt Wertstoff Sand zurück

26. Oktober 2018 - 7:20

Sand wird in vielen Ländern dieser Erde knapp. Ein Grund dafür ist der Bauboom. Für neue Hotelanlagen, Einkaufszentren und Industrieparks werden Unmengen an Beton benötigt, der zum Großteil aus Sand und Kies besteht. Dubai etwa musste Sand aus Australien importieren, um den Wolkenkratzer Burj Khalifa zu bauen - der eigene Wüstensand eignete sich nicht dafür.

Selbst in Deutschland mit seinen vorhandenen Vorkommen an Kies und Sand sind Grenzen sichtbar, wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe vor kurzem veröffentlichte. Der weltweite jährliche Verbrauch an Sand und Kies liegt bei 40 Milliarden Tonnen.

In Deutschland fallen jährlich rund fünf Millionen an feinkörnigem Bauschutt aus dem Abriss von Bauwerken und Infrastruktur an. Bislang landet dieser auf Deponien oder wird im Straßenbau verwendet - hochwertige Verwertung findet nicht statt. Im Projekt "BauCycle" haben es sich daher die Fraunhofer-Institute für Bauphysik IBP, für Materialfluss und Logistik IML, für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB zur Aufgabe gemacht, den Bauschutt wieder aufzubereiten, aus dem mineralischen Gemisch einen nachhaltigen Wertstoff zu generieren und Anwendungsmöglichkeiten für den Hochbau aufzuzeigen.

Ziel ist es, Partikel mineralischer Bauabfälle wiederzuverwerten, die kleiner als zwei Millimeter sind. Im Projekt behandeln die Forscherinnen und Forscher die komplette Wertschöpfungskette - von der Entwicklung innovativer Sortierverfahren und hochwertiger Baustoffe bis hin zum Aufbau einer dynamischen Marktplattform, einer Rohstoffbörse.

"Bausand gibt es eben nicht wie Sand am Meer, in Europa sind beispielsweise Schweden und Frankreich vom Sandmangel betroffen", weiß Volker Thome, Projektleiter und Wissenschaftler am Fraunhofer IBP. "Bereitet man Bauschutt nach herkömmlichen Methoden auf, so wird dieser zerkleinert. Bestandteile, die kleiner als zwei Millimeter sind, werden ausgesiebt und landen auf der Deponie. Würde man den feinkörnigen Bauschutt recyceln, der aus den Hauptkomponenten Kalksandstein, Ziegel, Beton und geringen Anteilen Gips besteht, könnte man dem Sandmangel langfristig entgegenwirken", so der Forscher.

Im ersten Schritt muss der unterschiedlich zusammengesetzte Schutt sortiert werden, wobei vor allem die Gipspartikel selektiv getrennt werden, da sie ein entscheidendes Kriterium für die Wiederverwertbarkeit der Betonfraktion darstellen. Hierfür entwickelten die Forscher ein opto-pneumatisches Sortierverfahren für Feinfraktionen, das neben Farb- und Helligkeitserkennung auch chemische Unterschiede in den Partikeln wie sulfatisch oder silikatisch erkennt und nach diesen Kriterien trennen kann.

"Die Bestandteile werden vereinzelt und über ein Förderband transportiert. Eine Infrarotkamera mit speziellen Filtern erkennt die unterschiedlichen Feinfraktionen. Am Ende des Förderbands fallen die Partikel im freien Fall an Düsen vorbei, die die Hauptkomponenten mittels gezielter Luftdruckstöße in unterschiedliche Behälter schießen", beschreibt Thome das Optical Computing-Verfahren. Inzwischen ist es Thome und seinem Team gelungen, Partikel mit einer Größe von einem Millimeter voneinander zu unterscheiden. Mithilfe der Technologie lässt sich ein Durchsatz von 1,5 Tonnen pro Stunde erzielen.

Im Idealfall lassen sich vier reine Mischungen wiederverwerten und für die Herstellung von Porenbeton nutzen, einem leichten Baustoff mit guter Wärmedämmung. Dieser eignet sich für den Bau zweistöckiger Häuser, aber auch als Isoliermaterial in Innenräumen. Tests ergaben, dass Mischungen aus Beton und Kalksandstein ebenfalls wiederverwertbar sind und sich als sekundärer Rohstoff für die Produktion von Porenbeton mit konkurrenzfähigen Festigkeiten eignen. Beste Ergebnisse erzielten die Experten mit einem Mix aus 80 Prozent Kalksandstein und 20 Prozent Altbeton.

Ein weiteres Ergebnis des Projekts: Aus den Komponenten Ziegel und Altbeton lassen sich Geopolymere herstellen, ein zementfreier Baustoff mit betonähnlichen Eigenschaften was die Festigkeit und Säureresistenz anbelangt. Zudem zeichnen sich die Geopolymere durch eine sehr gute CO2-Bilanz aus. Quelle: Fraunhofer IBP /pgl 

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Neubaurate steigt nicht schnell genug

25. Oktober 2018 - 7:42

"Die aktuellen Baugenehmigungszahlen sind ein deutliches Zeichen: es besteht Handlungsbedarf. Zwar setzt sich der leichte Anstieg seit Beginn des Jahres fort. Allerdings ist schon jetzt absehbar, dass die Zahl von 375.000 genehmigten Wohnungen, die angesichts des Wohnungsmangels notwendig sind, bis Ende des Jahres nicht erreicht werden wird", sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, und ergänzt: "Auf dem Wohngipfel vor vier Wochen wurden viele Maßnahmen beschlossen, die konkret Abhilfe schaffen können. Jetzt kommt es auf eine rasche, aber vor allem strukturierte Umsetzung an. Denn das Eckpunktepapier umfasst eine Fülle von Themen. Für die Beschleunigung des Wohnungsbaus haben nicht alle dieselbe Priorität."

Schick verweist dazu unter anderem auf die geplante Weiterentwicklung des mietrechtlichen Rahmens: "Die wohnungspolitische Diskussion konzentriert sich derzeit auf Themen, die in keinem erkennbaren Zusammenhang mit dem Wohnungsbau stehen. Der von der Regierung vorgelegte Entwurf eines Mietrechtsanpassungsgesetzes oder auch der Vorschlag, den Betrachtungszeitraum von Mietspiegeln von vier auf sechs Jahre auszuweiten, werden den Wohnungsbau nicht beschleunigen. Im Gegenteil sehen wir die Gefahr kontraproduktiver Effekte. Mindestens werden dringend für die Baubeschleunigung benötigte Ressourcen der Regierung blockiert. Im schlimmsten Fall könnten Bauherren von geplanten Mietwohnungsbauvorhaben Abstand nehmen, weil sie befürchten, auf den Baukosten sitzen zu bleiben."

Stattdessen plädiert Schick für einen strukturierten Umsetzungsplan. Die Wohnungsbaubeschleunigung dürfe nicht unter die Räder der Tages- und Parteipolitik geraten. "Das Eckpunktepapier sieht nur wenige konkrete Termine vor. An vielen Stellen gleicht es eher einem schönen Wunschzettel. Wir würden es daher sehr begrüßen, wenn die Regierung, als koordinierende Behörde der Wohnraumoffensive, einen verbindlichen, sachadäquaten Plan aufstellen würde. Denn eine Kurskorrektur beim Wohnungsbau ist nur langfristig möglich. Wir müssen sicherstellen, dass jetzt die richtigen Stellschrauben gedreht werden und nicht erst zum Ende der Legislaturperiode. Denn bis aus einem Vorschlag ein Gesetz wird und dieses dann seine Wirkung entfaltet, können Jahre vergehen", sagt Schick.

Eine besondere Rolle komme der neu eingesetzten Expertenkommission Baulandmobilisierung zu. Viele Maßnahmen des Wohngipfels werden in dieser Kommission unter Leitung von Staatssekretär Marco Wanderwitz zu behandeln sein, die ihre Arbeit bis zum Sommer 2019 beendet haben wird. Quelle: IVD / pgl

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Tiny Houses – "Guerillawohnen" auf der Mittelinsel

25. Oktober 2018 - 7:29

Die Idee für "Tiny Houses" -  die "winzigen Häuser" - stammt aus den USA. Im Juni gab es in Deutschland erstmals eine eigene Messe zum Thema. Einer der Aktivisten der Tiny-House-Bewegung ist Jahren Van Bo Le-Mentzel die Werbetrommel für solche auf einen 3,5-Tonnen-Anhänger montierten Holz-Mikrohäuser.

Der Aktivist und Architekt sieht in solchen Häuschen die Lösung für Wohn- und andere Probleme. Er selbst lebt in einem und organisiert Seminare fürs Selberbauen ("in zehn Tagen"). Je nach Ausstattung könnten, sagt Le-Mentzel, rund 10.000 Euro für einen solchen von Tischlern geleiteten Workshop und das Material ausreichen.

Mit einem Augenzwinkern sagt Le-Mentzel zu den etwa Zuhörern, die er ausnahmslos duzt: "Es kommen immer noch Sachen dazu: eine kleine Fußmatte, ein Rohr, eine Türklinke, ein zusätzliches Schloss. Die Deichsel geht kaputt. Und dann ist man schnell bei 50.000 Euro. Deswegen lieber gleich von vornherein 50.000 einkalkulieren, dann habt Ihr nicht so einen Schock." Es gibt auch fertige Tiny Houses, die ein großes Hamburger Handelsunternehmen ab 40.000 Euro anbietet, für einen Fincube des Designers Werner Aisslinger ist das fünffache fällig.

Ist das viel oder wenig? Mit herkömmlichen, fest installierten Fertighäusern ist das Konzept schwer vergleichbar; den Vergleich mit einem Bauwagen oder Campingbus lehnt wiederum der Architekt ab. Nach seiner Vorstellung soll man nicht einfach asketisch darin wohnen, sondern in der unteren Hausebene "einen gesellschaftlichen Auftrag ausüben", einen "Gemeinwohldienst" - er nennt Ärzte und Journalisten als Beispiele.

Ein Haus- und ein Gesellschaftskonzept

Le-Mentzel sagt: "Unsere Häuser sind so gemacht, dass zwei Personen sie parallel nutzen können: unten irgendwas Öffentliches, und oben ist es privat. Oben kann eine Person sich ausruhen. Deswegen haben unsere Tiny Häuser immer zwei Eingänge."

Je länger man ihm zuhört, desto klarer wird, dass es ihm nicht nur um ein minimalistisches Hauskonzept, sondern um ein utopisches Gesellschaftskonzept geht, und dass sich beides gegenseitig bedingen würde, um längerfristig und in größerem Maßstab zu funktionieren - was sein Anspruch ist. Denn ein Häuschen nach Le-Mentzels Vorstellung verträgt sich nicht mit der Bebauungsplanung, dem Meldewesen - kurz: dem herkömmlichen staatlichen Konzept eines Gebäudes in Deutschland und dem damit verbundenen geltenden Recht.

Einige Zuhörer fragen, wo man ein Tiny House hinstellen könne. Der Architekt: "Wenn Ihr ein Grundstück habt, habt Ihr eine Zufahrt. Da könnt Ihr auch ein Tiny House parken." Später traut sich jemand zu fragen, ob man da auch wohnen dürfe. Le-Mentzel spricht von einer "Grauzone". Bei Licht betrachtet ist es aber einfach so, dass hier ein Fahrzeug zum Auch-Wohn-Gebäude zweckentfremdet wird - was nur so lange gutgeht, wie gilt: "Wo kein Kläger, da kein Richter."

Das ist auch Van Bo Le-Mentzel bewusst. Sein Ausweg auf die Frage, ob man so zum Beispiel in einem Vorgarten wohnen dürfe: "Nein. Aber mach's einfach. Und sei nett zu Deinen Nachbarn, denn - wer will Dich verpfeifen. Lade die Nachbarn ein, sag: Wir kochen zusammen. Wenn Du das machst, wird er nicht die Polizei rufen." Und Le-Mentzel geht noch einen Schritt weiter. Später zeigt er auf die große Grünfläche zwischen den Richtungsfahrbahnen und sagt: "Bringt Eure Tiny Häuser hier auf den Mittelstreifen, und ich kümmere mich darum, dass Ihr da stehen könnt."

Man könnte Le-Mentzel, der ein großes schwedisches Möbelhaus als Sponsor und die Kulturstiftung des Bundes als Förderer mit sechsstelligen Beträgen für seine Ideen gewonnen hat, fast zutrauen, dass er so etwas schafft - jedenfalls in Berlin. Die Definition des Erfüllens eines "gesellschaftlichen Auftrags" als Voraussetzung für die Zuteilung von Niederlassungsberechtigungen ("türkiser Parkausweis") wäre er gleichfalls bereit zu übernehmen; auch das Zuteilen selbst.

Für andere, eher haustechnische Fragen hat der Architekt ebenfalls unkonventionelle Lösungen parat. Denn der Zehn-Zentimeter-Wandaufbau dämmt und speichert kaum Wärme. Von innen nach außen: eine Innenverkleidung aus einem Zentimeter Fichtenholz; eine Kunststoff-Folie als Dampfbremse; sechs Zentimeter Dämmung (meist Holzwolle); eine weitere Kunststoff-Folie als Windbremse; ein Zentimeter Zwischenraum; eine Aussenverkleidung aus einem Zentimeter Lärchenholz. "Wir haben auch schon welche mit Hanfwolle gedämmt. Es gibt auch Seegras. Gerade entwickeln wir ein Projekt mit Textilabfällen."

"In fünf Minuten ist es hier minus zehn Grad"

Die energetischen Eigenschaften im strengen Winter beschreibt Le-Mentzel im Musterhäuschen unverblümt so: "In fünf Minuten ist es hier minus zehn Grad." Man müsse also Tag und Nacht durchheizen. "Wir haben hier einen kleinen Heizlüfter oder Radiator, das reicht aus. Wir haben auch Häuser mit Gasheizung. Das ist aber gefährlich. Man muss die Tür auf lassen, die Heizung verbrennt den Sauerstoff."

Auf der Internetseite des Projekts ist außerdem die Rede von einem Holzofen, offenbar auch dieser ohne kontrollierte Be- und Entlüftung: "In kalten Wintern muss man mit Brennholz im Wert von 100 Euro/Monat rechnen. Der Feinstaub ist allerdings nicht zu unterschätzen (unbedingt Fenster leicht geöffnet lassen)."

Mehr Dämmung wäre nicht nur wegen einer solchen Dauerlüftung, sondern auch angesichts der beengten Platzverhältnisse (typische Innenmaße 2,20 Meter Breite, vier Meter Länge, 3,20 Meter Höhe, zwei über eine Leiter verbundene Ebenen) und des ungünstigen Außenfläche-Volumen-Verhältnisses wenig sinnvoll. Aber Le-Mentzel hat für so etwas wie das Passivhauskonzept ohnehin nur Spott übrig: "Die Wände dick und ganz viel Technik rein; und dann stellt man einen Hund rein. Dann heizt sich das Haus von alleine auf. Das sind so Phantasien von technoiden Leuten. Ich bin der Meinung: Wenn's friert, muss man heizen - oder man geht ins Museum."

Welcher Energiebedarf erfahrungsgemäß entsteht, kann der Architekt nicht beziffern. Allerdings lässt sich leicht ausrechnen, dass ein durchlaufender 2000-Watt-Heizlüfter bei zum Beispiel 200 Heiztagen und täglich 12 Stunden Anwesenheit 4800 Kilowattstunden Strom ziehen würde. Dabei ist ein regulärer Netzanschluss bei Le-Mentzel gar nicht vorgesehen - nicht fürs Heizen und auch sonst nicht.

Er setzt auf einen kleinen Akku, eine "Powerbank": "In der Stadt kommt Ihr immer an eine Steckdose ran, um zum Beispiel eine Powerbank aufzuladen. Ihr müsst eine Steckdose finden oder Freunde finden, die eine Steckdose haben. An die könnt Ihr Lampen anschließen, dann habt Ihr Licht. Was auch geht, sind kleinere Kühlschränke. Was nicht gehen würde, das wäre ein Laptop oder ein Wasserboiler. Da müsst Ihr auch Eure Freunde fragen." Ähnlich soll die Trinkwasserbeschaffung vor sich gehen: "Entweder es gibt einen Brunnen in der Nähe, oder Ihr geht zum Beispiel zu Starbucks." Auch an die Kanalisation ist ein Tiny House nicht angeschlossen. Die Notdurft landet in einem Eimer und später zum Beispiel "an Tankstellen oder in Dixie-Klos" oder auf einem "Komposthaufen" - so steht es jedenfalls auf der Internetseite. Von Alexander Morhart 

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