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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 56 Minuten 32 Sekunden

Verbraucherschützer warnen vor Wärmeliefer-Contracting

10. Oktober 2018 - 7:30

Beim Wärme-Contracting gibt es im wesentlichen zwei Formen: Energieeinspar-Contracting und Wärmeliefer-Contracting. Bei ersterem sichert der Anbieter reale Einsparungen im Betrieb zu. Beim zweiten Modell übernimmt er die Lieferung von Wärme, die Hausbesitzer haben mit dem Betrieb der Anlagen nichts mehr zu tun.

Für Vermieter ist das zweite Modell praktisch: Sie können die Verantwortung für die Heizung abgeben. Für Mieter könne es aber eine Falle sein, warnt Franz Michel, Referent Energieffizienz bei der Verbraucherzentrale Bundesverband.

In dem vom Vermieter oder Hausverwalter mit dem Wärmeanbieter geschlossenen Wärmeliefervertrag könnten auch Kostenpositionen enthalten sein wie die Errichtung der Heizanlage oder einer Wärmeübergabestation und weitere bauliche Maßnahmen für Anschluss und Betrieb. "Werden diese reinen Investitionskosten aber vom Wärmeanbieter wie durchaus üblich in den Grundpreis für die Wärmelieferung einbezogen, so können sie vom Mieter unbemerkt  auf die Mieter umgelegt werden", kritisiert Michel. Damit würde der Mieter deutlich schlechter gestellt als beim Eigenbetrieb der Heizanlage durch den Gebäudeeigentümer.

Die Heizkostenverordnung legt eigentlich fest, was auf die Mieter umgelegt werden darf. Die Kosten der Investition in eine Heizung sind Sache des Vermieters. Ein Wegfall "stillschweigender Bestandteile müsste demnach sogar zu einer entsprechenden Minderung der Nettokaltmiete führen", argumentiert Michel.

Im Energieausweis lasse sich aber nicht erkennen, ob die Wärme per Contracting geliefert werde. Es gebe ein enormes Anbieter-Nutzer-Dilemma, so die Verbraucherschützer. Mit dem Contractor verhandelt der Vermieter, der die Wärmekosten aber nur an seine Mieter weitergibt. Michel fordert mehr Transparenz auch  im Energieausweis. Er müsse Angaben zur Herkunft der Wärme enthalten, zum Beispiel durch die Nennung des Energieträgers und des Geschäftsmodells der Wärmelieferung als Contracting.

Kritisch kann Contracting aber auch für Bauherren eines Eigenheims sein. Ihnen falle oft nicht auf, dass von Bauträgern Heizungsanlagen ohne Investitionskosten angepriesen werden. Die Heizung ist dann nicht Teil des Komplettpaketes, sondern Eigentum des Wärmelieferanten. Die geringeren Investitionskosten und der Betrieb durch den Contractor erscheinen als starke Vorteile. "Die Nachteile durch deutlich höhere Betriebskosten und die langfristige Bindung an den Anbieter werden meist nicht benannt. Auch die wirtschaftlich kaum darstellbare Möglichkeit eines späteren Umstiegs auf Eigenversorgung wird nicht aufgezeigt", moniert Carla Groß von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Wirtschaftlichkeit der Wärmeversorgung lasse sich von Bauherren nur prüfen, wenn zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses auch ein über einen langen Zeitraum (meist 10 Jahre mit Verlängerungsoptionen) bindende Wärmeliefervertrag des Contractors vorliege, so Groß weiter. Der Verbraucherzentrale sei aber  kein Fall bekannt, bei dem alle notwendigen Fakten vorab offen gelegt wurden. Beim verbreiteten Bauträgermodell sei es vielmehr üblich, dass der Wärmeliefervertrag erst später durch den Bauträger abgeschlossen wird und sich der Bauherr bereits im Bauvertrag zum Eintritt in diesen Vertrag verpflichtet.

Zum Jahresbeginn 2018 wurden die wichtigsten Regelungen zum Bauvertragsrecht in das BGB übernommen. Im neuen Verbraucherbauvertrag haben Bauherren und Käufer von Wohneigentum nun mehr Rechte. Das betrifft insbesondere konkrete Angaben in der Baubeschreibung. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Sachsen muss die Baubeschreibung jetzt eindeutige und belastbare Aussagen bei geplanter Umsetzung von Wärmeliefercontracting enthalten. Es gelte darüber hinaus ein 14-tägiges Widerrufsrecht dieser Verbraucherbauverträge. pgl

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Konsortium forscht zu Festkörperbatterien

9. Oktober 2018 - 8:28

Im Kompetenzcluster "FestBatt" forschen deutschlandweit 14 wissenschaftliche Einrichtungen gemeinsam an der Entwicklung und Produktion dieser neuartigen Batterietechnologie. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bringen ihre Kompetenzen im Bereich der Modellierung und Simulation ein, um die grundlegenden Prozesse im Inneren einer Festkörperbatterie besser zu verstehen.

Die aktuell häufig eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien haben in ihrem Inneren einen flüssigen Elektrolyten. Dieser ermöglicht den Austausch der Ionen zwischen den beiden Elektroden und somit die Stromproduktion – er ist allerdings auch brennbar. Fehler bei Ladevorgängen, Betrieb oder Lagerung können zu Brand oder Explosion der Batterien führen.

Im Gegensatz dazu bestehen Elektroden und Elektrolyt bei Festkörperbatterien aus festen Materialien, die nicht entflammbar sind. Zudem zeichnen sie sich durch eine lange Lebensdauer und Lagerfähigkeit aus und zeigen auch bei Temperaturschwankungen keine plötzlichen Leistungseinbrüche. Diese neuartige Batterietechnologie könnte Elektrofahrzeugen eine höhere Reichweite ermöglichen und sie sicherer machen.

Der Schwerpunkt des Kompetenzclusters liegt auf der Erforschung der benötigten Materialien sowie der für die Kommerzialisierung notwendigen Prozesstechnologie. Wissenschaftler der Abteilung für computergestützte Elektrochemie des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik werden dazu am Helmholtz Institut Ulm gemeinsam mit Partnern an der Technischen Universität Darmstadt, der Technischen Universität München, der Universität Münster sowie am Helmholtz Institut Münster und am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) in einer Methodenplattform arbeiten, die Theorien und Daten rund um die Festkörperbatterie zusammenbringt.

"Wir werden vor allem computerbasierte Modelle und Simulationen entwickeln, mit deren Hilfe wir die Prozesse im Inneren von Festkörperbatterien besser verstehen und optimieren können – von der Materialebene über die Struktur der Elektroden bis hin zur Batteriezelle", erklärt Professor Arnulf Latz, der die Abteilung für computergestützte Elektrochemie am DLR-Institut für Technische Thermodynamik und Helmholtz Institut Ulm leitet. Das KIT ist mit mehreren Instituten beteiligt und koordiniert die Methodenplattform "Charakterisierung".

"FestBatt" besteht insgesamt aus fünf Verbundprojekten: drei Material- und zwei Methodenplattformen. In der ersten Projektphase steht die reproduzierbare Herstellung geeigneter Festelektrolyte im Fokus. "Die Auswahl kompatibler Materialien ist essenziell für das spätere Zelldesign. Die bei uns durchgeführte elektrochemische Charakterisierung liefert die wichtigsten materialspezifischen Parameter und ermöglicht so die Auswahl leistungsfähiger Materialkombinationen", sagt Professorin Ellen Ivers-Tiffée, die gemeinsam mit Ehrenberg in der vom KIT koordinierten Methodenplattform zur Charakterisierung für "FestBatt" arbeitet.

Auch in allen anderen Plattformen des Kompetenzclusters ist das KIT vertreten. So arbeiten Professorin Britta Nestler (IAM), Dr. Michael Selzer (IAM) und Professor Arnulf Latz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Helmholtz-Institut Ulm (HIU, einem vom KIT mit der Universität Ulm gegründeten Helmholtz-Institut) in einer weiteren Methodenplattform, die sich mit Theorien und Daten rund um die Festkörperbatterie beschäftigt. Professor Michael Hoffmann (IAM) wiederum forscht in einer Materialplattform, die unterschiedliche Oxide untersucht. In einer weiteren Materialplattform entwickeln Professor Patrick Théato vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie (ITCP) sowie Professor Stefano Passerini und Dr. Dominic Bresser (HIU) neue polymerbasierte Festkörperelektrolytsysteme und untersuchen diese hinsichtlich ihrer Eignung für Festkörperbatterien – inklusive der anschließenden Hochskalierung der vielversprechendsten Systeme und der Fertigung von Lithiumpolymerbatterien. Quellen: DLR / KIT / pgl

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Viele Wege führen zu smarten Heizungen

9. Oktober 2018 - 7:54

Lange Zeit war unklar, wenn nicht umstritten, inwieweit das Versprechen der Smart-Home-Industrie, durch Nutzung intelligenter und vernetzter Technik eine höhere Energieeffizienz zu erzielen, tatsächlich eingelöst wird. Doch neuere Forschungen belegen, dass der Gewinn erheblich sein kann. So kam eine Untersuchung des Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der Technischen Hochschule (TH) Köln und des Kölner Energieversorgers RheinEnergie zu dem Ergebnis, dass sich mit Smart Home-Technologie der Gasverbrauch im Gebäudebestand um bis zu 30 Prozent reduzieren lasse.

Allerdings gehe diese Rechnung nur dann auf, "wenn sich die Nutzerinnen und Nutzer intensiv mit der Steuerung beschäftigen", schränkt das Forscherteam ein. Damit nicht nur Technikfreaks Energieeinsparungen in nennenswerter Höhe erzielen könnten, "müssen die Anbieter ihre Systeme deutlich anwenderfreundlicher gestalten". Für die Studie haben die Forscher 120 Haushalte mit einer Gas-Zentralheizung in der Stadt Rösrath ausgewählt und Messungen über einen Zeitraum von zwei Jahren unternommen.

Wärmeverteilung smart geregelt

Bislang beschränkte sich die der Einsatz intelligenter Komponenten im Bereich Energiemanagement meist auf die Steuerung von Heizkörper- oder Raumthermostaten. Hier werden zum Beispiel alte Thermostate gegen neue Funk-Thermostate ausgetauscht. Nach der Anmeldung mit einer Smartphone-App kann man jeden einzelnen Thermostaten nach den individuellen Wünschen einstellen. Sind beispielsweise alle Bewohner zu einer bestimmten Zeit am Morgen aus dem Haus, schaltet die Heizung automatisch in den Energiesparmodus. Und bevor sie abends wieder nach Hause kommen, wird die Temperatur wieder hochgefahren. Mit Hilfe von Geofencing drehen die Thermostate auf, sobald ein Bewohner in die Nähe der Wohnung kommt und sein Smartphone geortet wird. Natürlich können die Bewohner jederzeit auch von unterwegs per App via Smartphone oder Tablet eingreifen und Änderungen vornehmen.

Auch Wärmeverluste beim Lüften kann man mit smarten Thermostaten vermeiden. Dafür sorgt ein Fensterkontakt: Wird das Fenster geöffnet, signalisiert er dem Heizkörperthermostat, dass er runterfahren kann, bis es wieder geschlossen ist. Viele Bauherren bevorzugen eine Fußbodenheizung. Mit intelligenten Raumthermostaten lassen sich die verschiedenen Heizkreise der Wärmeverteilung ganz nach Bedarf regeln und programmieren.

Zugriff auf den Energieerzeuger

Neben den Heizkörperthermostaten und Fußbodenheizkreisen werden jetzt zunehmend auch die Energieerzeuger selbst in die Hausautomation eingebunden. Dabei gehen die Heizungshersteller ganz unterschiedliche Wege. So setzt Vaillant seit Juli 2018 auf die Plattform EEBUS, die für sich in Anspruch nimmt, die "Weltsprache für Energie im Internet of Things" zu sein und mehr als 70 Hersteller umfasst. Hinter der Abkürzung versteckt sich ein offener Standard für die herstellerübergreifende Kommunikation zwischen Energieverbrauchern und -erzeugern aus unterschiedlichen Branchen mit der Intention, die Ziele der Energiewende zu erreichen.

Vaillant hat seine Wärmepumpen, Energiespeicher und Photovoltaikkomponenten vor Lurzem auf die EEBUS Anwendungsfälle "EnergyOptimizer" und "EnergyMonitoring" ausgerichtet. Der "EnergyOptimizer" sorgt für ein optimiertes Zusammenspiel zwischen Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage, sodass der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms maximiert wird, um die Energiekosten zu senken. Vaillant integriert hierbei auch Geräte des Wechselrichterherstellers SMA. Die Anwendung "EnergyMonitoring" dient der Überwachung von Funktionen wie aktuelle Stromerzeugung, Eigenverbrauch und Autarkiequote sowie Netzeinspeisung.

Der Nutzer kann dabei flexible Optionen wählen. So kann die Wärmepumpe den Warmwasserspeicher bei Bedarf auch außerhalb der festgelegten Zeitfenster mit einer höheren Temperatur aufladen, wenn ausreichend Strom aus der Photovoltaik zur Verfügung steht. Der erstrebenswerte Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms kann zusätzlich erhöht werden, indem weitere EEBUS-fähige Geräte wie die Waschmaschine oder der Geschirrspüler außerhalb der Spitzenzeiten gestartet werden. Auch ein Elektrofahrzeug lässt sich in das System einbinden. Dabei geht es immer darum, das Elektroauto mit möglichst viel eigenem Solarstrom zu laden.

Viessmann übernimmt Wibutler

Viessmann ist ebenfalls Teil der EEBus-Community und hat außerdem im Mai 2018 das Unternehmen Wibutler übernommen, das auf herstelleroffene Smart-Home-Lösungen spezialisiert ist und Partnern eine Plattform zur Vernetzung unterschiedlicher Produkte über eine einzige App anbietet. Mit diesem Firmenkauf will Viessmann das eigene digitale Angebot ausbauen und durch Services zu ergänzen, die mit der Wibutler Hard- und Software möglich sind.

Diese Lösung besteht aus einem Funksystem mit einem Server als Steuerzentrale. Im Bereich Energie steht die bedarfsgeführte Heizungsregelung im Fokus. Smarte Heizkörperstellantriebe ermitteln den aktuellen Wärmebedarf der einzelnen Räume. Aus diesen Informationen berechnet das System die notwendige Vorlauftemperatur, die dem Heizgerät über ein Kesselmodul mitgeteilt wird. So soll nur das Temperaturniveau erzeugt werden, das tatsächlich benötigt wird. Zusätzlich erkennt und berücksichtigt die Lösung aktive Wärmequellen, zum Beispiel eine Solarthermieanlage.

Bei Bosch ist die Lage ob der vielen Geschäftsfelder und Systeme etwas unübersichtlich. Digitalisierung verläuft in mehreren Strängen, die erst allmählich miteinander verbunden werden. So bietet die Hausgerätesparte Vernetzung über die "HomeConnect"-App an. Zusätzlich wurde die Robert Bosch Smart Home GmbH gegründet, um ein eigenes Smart-Home-Funksystem zu vertreiben. Zu den Komponenten zählen ein zentraler Server, an den Funktionen wie Licht, Jalousien oder Raumklimatisierung, aber auch Innen- und Außenkameras angebunden sind.

Bosch verfolgt unterschiedliche Strategien

Im Bereich Bosch Thermotechnik setzt das Unternehmen sein Hauptaugenmerk auf die Vernetzung von Heizsystemen und Installationsbetrieben. Über das Portal "HomeCom" erhalten Installationsbetriebe beispielsweise detaillierte Informationen über die vernetzten Heizsysteme ihrer Kunden, einschließlich Störungen und Prognosen zu den Ursachen. Auch der Endkunde ist im Spiel und erhält Informationen zu seiner Anlage, Verbrauchsdaten und individuelle Energiespartipps. Innerhalb der Gruppe Bosch Thermotechnik bietet Heizungshersteller Buderus Apps an, mit denen Verbraucher ihre Heizung regeln und überwachen können. So lässt sich der Ölstand kontrollieren oder ein Blick auf die Solarerträge werfen. Außerdem kann man dem Installateur Zugriff auf die Anlage erteilen, sodass dieser auf Grundlage eines automatisch versendeten Fehlerberichts Störungen aus der Ferne beurteilen kann.

Auch Wärmepumpen- und Speicherhersteller Stiebel Eltron bietet vernetzte Lösungen für das Energiemanagement. Eine Wärmepumpenanlage lässt sich über das "Internet Service Gateway" (ISG) mit dem Heimnetzwerk verbinden. Via Computer, Tablet oder Smartphone haben Verbraucher dann Zugriff auf eine lokale Homepage des ISG, die die Wärmepumpendaten von der durchschnittlichen Heiztemperatur bis hin zum Warmwasserverbrauch bereithält.

Dieses ISG bietet Möglichkeiten für verschiedene Erweiterungen. Wer vor allem Wert auf optimalen Eigenverbrauch von selbst produziertem Strom legt, kann das ISG mit dem Energy Management Interface (EMI) ausstatten. Die Software ermöglicht die Integration von ausgewählten Wärmepumpen und Lüftungsintegralsystemen in das Energiemanagement des SMA Sunny Home Managers. Wer seine Energietechnik in eine Hausautomation integrieren will, kann das ebenfalls über Software-Schnittstellen tun. So erlaubt die KNX IP Software die Einbindung der Wärmepumpe in ein KNX-System. Die Modbus TCP/IP Software ermöglicht die Integration kompatibler Wärmepumpen in eine entsprechende Gebäudeautomatisierung. von Joachim Hoffmann

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Verbraucherzentrale mahnt Speicherhersteller ab

8. Oktober 2018 - 8:11

Gegen Solarwatt und E.ON sind die Verfahren durch Abgabe von Unterlassungserklärungen abgeschlossen. Gegen Sonnen und Deutsche Energieversorgung mit der Marke Senec wurde Klage wegen mehrerer Klauseln eingereicht, gegen E3/DC wegen einer Klausel. In allen drei Fällen waren die abgegebenen Unterlassungserklärungen nicht ausreichend.

"Wenn die Garantie auf einen Stromspeicher davon abhängig gemacht wird, dass das Gerät dauerhaft mit dem Internet verbunden ist, der Hersteller personenbezogene Daten ohne klare Eingrenzung sammeln und nutzen sowie Updates zu nahezu beliebigen Zwecken aufspielen darf, ist das nicht hinnehmbar", sagt Holger Schneidewindt, Jurist der Verbraucherzentrale NRW. Dennoch kommt genau diese Kombination in den Garantiebedingungen von Sonnen vor. Auch Senec und E3/DC machen eine dauerhafte Internetverbindung zur Garantievoraussetzung und sammeln und verarbeiten personenbezogene Daten nach Ansicht der Verbraucherschützer ohne ausreichende Aufklärung und ohne erforderliche Einwilligung. Die Betreiber der Speicher würden dadurch unangemessen benachteiligt und ihre Rechte gemäß der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nicht gewahrt.

Andere Kritikpunkte der Verbraucherzentrale NRW sind schon von den Garantiebedingungen zu Solarmodulen bekannt, insbesondere die Abwälzung von Reparatur- oder Transportkosten auf Garantienehmer. Sie fand sich bei allen Unternehmen. Solche Zusatzkosten könnten leicht die Wirtschaftlichkeit der ganzen Anlage bedrohen.

Des Weiteren gibt es laut Schneidewindt bei der garantierten Batterieleistung Grund zur Klage. So sichere etwa Sonnen selbst in den ersten Monaten und Jahren nach Inbetriebnahme nur 80 Prozent der so genannten Nennkapazität zu, obwohl die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage durch einen 20-prozentigen Kapazitätsverlust erheblich verschlechtert würde. Hinzu kommen etwa zu kurze Meldefristen im Schadensfall und unklare Ausschlussgründe ohne Bezug zum eigentlichen Schaden.

Auch in puncto Verständlichkeit und Klarheit stehen die Garantiebedingungen der Speicherhersteller in der Kritik. "Die Klauselwerke sind zum Teil sehr unübersichtlich und hinterlassen Laien eher ratlos im Hinblick darauf, welche Rechte sie jeweils gegenüber Hersteller und Verkäufer haben", sagt Schneidewindt. Auch hiergegen gehe man im Fall von Sonnen rechtlich vor.

"Garantiebedingungen sind alles andere als ein Nebenaspekt", findet der Jurist. Sie könnten beim Kauf einer Photovoltaikanlage beziehungsweise eines Speichers ausschlaggebend sein. "Wir empfehlen allen Interessierten an Batteriespeichern: Bringen Sie zum Vergleich von Angeboten zumindest die Basics der Garantiebedingungen vor Vertragsabschluss in Erfahrung", erklärt Schneidewindt.

Zu den wichtigsten Aspekten zählt er neben der Laufzeit insbesondere folgende Punkte:

  • Übernimmt der Garantiegeber alle Kosten im Rahmen der Garantieabwicklung oder wälzt er Kosten zum Beispiel für Arbeitszeit oder Transport auf den Garantienehmer ab?
  • Ab welchem Leistungsverlust der Batterie greift die Garantie?
  • Informiert der Garantiegeber über die Sammlung und Verwertung personenbezogener Daten?

Seien diese Punkte nicht zufriedenstellend ausgestaltet, spreche die Garantie nicht als Argument für den jeweiligen Anbieter. Quelle: VZ NRW / pgl

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Baden-Württemberg fördert Sanierungsplan nicht mehr

5. Oktober 2018 - 7:53

Anträge auf Zuschüsse für Sanierungsfahrpläne nimmt die L-Bank bis 31. Dezember entgegen. Die Abrechnung ist auch noch in 2019 möglich.

Umweltminister Franz Untersteller begründete die Entscheidung seines Hauses mit den erweiterten Fördermöglichkeiten auf Bundesebene: "Das Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurde deutlich verbessert und ist finanziell erheblich attraktiver als sein baden-württembergisches Pendant. Es wurde im Land in den vergangenen Monaten auch verstärkt nachgefragt."

Baden-Württemberg hat mit dem gebäudeindividuellen energetischen Sanierungsfahrplan aus dem Jahr 2015 wichtige Impulse an den Bund gesandt und insoweit entscheidend zur aktuellen Fortentwicklung der Bundesförderung beigetragen. "Unser baden-württembergischer Sanierungsfahrplan war Vorbild für die Entwicklung des individuellen Sanierungsfahrplans im Bund. Dass der Bund nun nachzieht, ist erfreulich und zeigt, dass der Sanierungsfahrplan als erster Baustein einer energetischen Gebäudesanierung eine unverzichtbare Planungsgrundlage ist", sagte Untersteller. Auch sei es ihm immer wichtig gewesen, dass bei der Energieberatung das Handwerk mit im Boot ist, so der Minister weiter. Die entsprechenden Anpassungen auf Bundesebene begrüße er daher ausdrücklich.

"Der Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg als solcher ist durch die Einstellung unserer Landesförderung im Übrigen nicht tangiert", betonte Franz Untersteller. "Er stellt auch weiterhin für Wohngebäude eine Option zur teilweisen Erfüllung der Anforderungen nach dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes dar." Eine Energieberatung für Wohngebäude im Sinne des Bundesförderprogramms werde als gleichwertig anerkannt. Quelle: Umweltministerium Baden-Württenberg / pgl

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Wasserstoff dient als Energie-Puffer der Zukunft

4. Oktober 2018 - 8:03

Einst starteten auf dem Fliegerhorst Oldenburg Kampfflugzeuge, heute ist die ehemalige Landebahn ein riesiger Solarpark mit 13,9 Megawatt Leistung. Auf dem Rest des Areals soll ein neuer Stadtteil mit 900 Wohneinheiten entstehen. 3,9 Hektar dieser Siedlung hat die Stadt für eine besondere Entwicklung reserviert: Hier sollen die Bewohner in einem Reallabor Erkenntnisse für die smarten Städte der Zukunft liefern.

Das erste von mehreren Forschungsgebieten soll dabei Energie sein, berichtet Projektkoordinator Sven Rosinger vom Informatik-Forschungsinstitut OFFIS: das "Energetische Nachbarschaftsquartier" (ENaQ). "Es ist gut, dass wir die ersten sind, denn Energieinfrastruktur erfordert Bauarbeiten", sagt Rosinger. Zwar gibt es in dem dritten von insgesamt fünf Bauabschnitten des Fliegerhorsts einige alte Militärgebäude, die saniert werden. Daneben werden aber in den nächsten Jahren Mehrfamilien-, Doppel- Einzel- und Reihenhäuser gebaut. So soll in den rund 110 Wohneinheiten des Reallabors mit Einzug der ersten Bürger ab 2021 eine Mischung aus Studenten- und Sozialwohnungen entstehen sowie solchen des freien Markts. Gewünscht ist eine vielfältige Bewohnerstruktur.

Reallabor arbeitet zehn Jahre

Spezielle Vorgaben für energetische Standards beim Bau gelten nicht. "Wir gehen davon aus, dass das der gesetzliche Standard sein wird", so Rosinger. Der Vorteil für die 21 Partner des ENaQ-Konsortiums besteht darin, dass sie sich bereits in das derzeit laufende Bebauungsplanverfahren einbringen können. So wurden von Anfang an Technikflächen für energietechnische Anlagen freigehalten. Zehn Jahre lang soll das Reallabor bestehen und Erkenntnisse darüber liefern, wie die Bewohner Energieangebote nutzen. Dafür steuern die Industriepartner acht Millionen Euro bei. Zu ihnen gehören ein Energieversorger, ein Netzbetreiber, Informationstechnologie- und Telekommunikationsunternehmen, Forschungs- und Entwicklungsinstitute, Universitäten, Komponenten- und Anlagenhersteller, Ausstatter für erneuerbare Energien sowie eine Wohnbaugesellschaft und ein Innovationsnetzwerk.

Gut 18 Millionen Euro kommen als Fördermittel von den Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie Wirtschaft und Energie als Teil der Initiative "Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt" des 6. Energieförderprogramms hinzu. Denn das ENaQ soll auf andere Kommunen übertragbare Erkenntnisse zu Smart-City-Technologien liefern, zur Digitalisierung der Energiewende und vor allem zur Sektorenkopplung mit dem Energieträger Wasserstoff (H2) - also die Verbindung von Strom, Wärme und Mobilität. In dem Quartier werden energetische Nachbarschaften entstehen, hoffen die Projektpartner: Erzeuger, die überschüssige Energie in andere Energieformen umwandeln und speichern oder direkt bereitstellen, sodass benachbarte Verbraucher diese nutzen können. Neben der Sektorkopplung will das Konsortium eine offene, sichere und datenschutzkonforme digitale Plattform entwickeln. Über die sollen die Bürgern den lokalen Energiemarkt automatisiert abwickeln.

Wasserstoff ist Baustein für Sektorkopplung

Die Forschungspartner blicken dabei auch auf soziale und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge. Für Wasserstoff habe man sich entschieden, weil er ein wichtiger Baustein für die Sektorkopplung sei, erklärt Rosinger: H2 könne in Strom zurückverwandelt werden, aber genauso gut als Treibstoff für Brennstoffzellen-Fahrzeuge dienen oder nach einer Methanisierung ins Erdgasnetz eingespeist werden. "Wir wollen erproben, ob genügend Wasserstoff erzeugt wird und ob es sich rechnet." Ziel sei es nicht, dass Quartier autark zu halten, betont der Koordinator. "Es wird ganz normal ans Netz angeschlossen." Im Vordergrund stünden vielmehr Geschäfts- und Betriebsmodelle.

Gleichzeitig hoffe man jedoch auf möglichst viele Energieerzeuger im Fliegerhorst. Die beteiligte Wohnbaugesellschaft wolle zwar selbst keine Photovoltaik-Anlagen betreiben. Aber Investoren oder Genossenschaften sollen einmal die Dachflächen der Mietshäuser dafür pachten. "Die Gespräche dazu laufen."

Ziel ist es, einen lokalen Energiemarkt zu schaffen: Bei Sonne sollen die PV-Anlagen einen Überschuss produzieren, der dann eingespeist oder als Power-to-Gas in Wasserstoff umgewandelt wird. Dazu baut der Projektpartner New Power Pack GmbH (NPP) direkt im ENaQ eine Wasserstoff-Anlage mit erweiterbaren Elektrolyse- und Brennstoffzellen-Modulen. Vorgesehen sind zunächst Module mit jeweils zirka 15 KW Leistung. Sie soll mittels Elektrolyse den Strom umwandeln (Power to Gas) und gegebenenfalls durch die Brennstoffzelle den Wasserstoff wieder zurück in Strom (Back to Power). "Wir wollen überschüssige Energie retten - woher auch immer", sagt Hilmer Heineke von NPP. Herzstück werde ein stationärer Wasserstoff-Speicher mit Kartuschen.

Die Anleg GmbH, ein weiterer Industriepartner, wird eine mobile H2-Tankstelle auf einem Anhänger zur Verfügung stellen. Die hat ein Fassungsvermögen von 6 x 36 Liter x 700 bar und kann Wasserstoff an stationäre Brennstoffzellen etwa zur Notstrom-Versorgung oder an verschiedenste Fahrzeuge abgeben - angedacht sind neben Pkw und Kleintransportern auch Rasenmäher oder Kehrmaschinen.

Zahlen zur Wirtschaftlichkeit gibt es noch nicht

Zur Wirtschaftlichkeit dieses Wasserstoff-Vorhabens gibt es noch keine Zahlen, da weitere Projektpartner derzeit Modelle mit den Bedarfen der Bewohner und Firmen errechnen. "Die Wirtschaftlichkeit ist in diesem Fall aber auch nachrangig, weil das ENaQ Vorbild sein möchte für andere Projekte", sagt Heineke. Ob und wie sich Wasserstoff-Strukturen errichten lassen, wie Zertifizierung, Zulassung und Betriebsgenehmigung ablaufen, ist ebenfalls Teil der Forschung. Zudem soll mit dem ENaQ ausdrücklich ein vereinfachtes Verfahren zur öffentlichen Genehmigung von Wasserstoff-Anlagen entwickelt werden.

Eine kleinere Anlage wie die für den Fliegerhorst angedachte läuft auf dem NPP-Firmengelände bereits im Dauerbetrieb. In Oldenburg warte man nur darauf, bis die vorgesehene Fläche vorbereitet sei, sagt Heineke. Wenn derartige Anlagen erst einmal in Serie gingen, könnten insbesondere die Brennstoffzellen- und die Elektrolysemodule auch deutlich günstiger werden. Zu diesem Durchbruch soll das ENaQ beitragen. "Im Moment ist das Manufaktur-Fertigung." Etliche Kommunen schauten aber schon genau, was in der niedersächsischen Universitätsstadt passiere, berichtet Heineke.

Gas dient als effizienter Langzeitspeicher

Wenn alle Anlagen installiert und die Bewohner eingezogen sind, soll ein ENaQ-Aggregator den Energiebedarf oder -überschuss im Quartier sowie das Marktangebot von Strommengen und Preisen beobachten. Gibt es zu günstigen Preisen grünen Strom zu kaufen, wird damit Wasserstoff erzeugt und die Energie solange gespeichert, bis es sich lohnt oder nötig wird, ihn zu verstromen oder an Fahrzeuge abzugeben. Auch den Handel mit dem Wasserstoff soll der Aggregator übernehmen.

Aus Sicht der Projektpartner ist das Gas der effizientere Langzeitspeicher als Batterien, weil letztere sich mit der Zeit entladen. Zudem sei die Ressourcenbilanz von H2 nachhaltiger. Zwar lohne sich die Stromerzeugung aus Wasserstoff im Moment noch nicht. Das könne sich aber in Zukunft ändern, meint Heineke. Vor allem in den ersten Jahren des Projekts soll der Wasserstoff daher an Fahrzeuge abgegeben werden. Denn in Nordwesten Deutschlands arbeitet man derzeit auch außerhalb des ENaQ daran, ein Schwerpunkt der Wasserstoff-Infrastruktur und -Technologie zu werden. Gut möglich also, dass der ehemalige Fliegerhorst bald wieder ein Startplatz wird - diesmal einer für zukunftsweisende Energie- und Quartiersentwicklungen. Daniel Völpel

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DGNB legt Report zu nachhaltigen Kältemittel auf

4. Oktober 2018 - 8:01

Die Veröffentlichung weist auf die Auswirkungen der seit 2015 gültigen neuen Fassung der F-Gas-Verordnung hin und zeigt Alternativen zur Verwendung von teilfluorierten Kältemitteln (HFKW) auf. Zudem wird die Rolle von Kältemitteln im Zertifizierungssystem der DGNB herausgestellt.

Der Bedarf an Klimakälte wird global in großem Umfang in den kommenden Jahrzehnten ansteigen. Neben dem Klimawandel und der Erderwärmung spielen hier viele weitere Faktoren eine Rolle. Dazu zählen die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Notwendigkeit einer Kühlung der Computertechnik und Serverräume. Ein anderer Faktor ist die veränderte Bauweise mit zunehmend verglasten Gebäuden auch in heißen Regionen, aber auch die sich verändernden Anforderungen der Nutzer.

Problematisch ist dies nicht nur aus Sicht der damit verbundenen Steigerung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen. Im Großteil der heute bestehenden Kälteanlagen werden noch klimaschädliche Kältemittel verwendet. Um dem entgegenzuwirken, wurde bereits 2015 in einer verschärften Form die sogenannte F-Gas-Verordnung erlassen. Diese sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 die Menge der CO2-Äquivalente von HFKW schrittweise um rund 80 Prozent beschränkt wird. Schon in diesem Jahr standen am Markt nur noch 63 Prozent der Ausgangsmenge zur Verfügung. Der Effekt: Eine Verteuerung, die in Zukunft weiter zunehmen wird, und die Notwendigkeit für die Nutzer, ihre Anlagen noch vor dem Ende der eigentlichen Lebensdauer austauschen zu müssen, wenn diese nicht mehr gewartet werden können oder die Betriebsmittel zur Nachfüllung nicht mehr verfügbar sind.

Die DGNB sieht einen Wendepunkt angekommen: Entweder werden von der Industrie neue, heute noch nicht verfügbare Alternativlösungen entwickelt, oder natürliche Kältemittel wie CO2, Propan oder Wasser kommen wieder vermehrt zum Einsatz.

Die Publikation regt Bauherren und Planer dazu an, sich im ersten Schritt über Möglichkeiten für eine passive Kühlung in Gebäuden intensiv Gedanken zu machen. Hierbei geht es um Maßnahmen wie Verschattung, eine angemessene Wärmedämmung, angemessene Fensterflächen oder die Reduzierung interner Lasten von Elektrogeräten und Beleuchtung. Die Nutzung passiver Systeme belohnt die DGNB im Rahmen der Gebäudezertifizierung im Kriterium "Einsatz und Integration von Gebäudetechnik".

Darüber hinaus werden Kältemittel noch in drei weiteren Kriterien adressiert: Die "Ökobilanz des Gebäudes", "Risiken für die lokale Umwelt" und "Gebäudebezogene Kosten über den Lebenszyklus". Bei letzterem wird beispielsweise eine Analyse des Einsatzes von Kältemitteln sowie der möglichen Um- und Nachrüstungskosten empfohlen. Quelle: DGNB / pgl

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Beton wird mit Holz und Flachs nachhaltiger

3. Oktober 2018 - 7:55

Bei Holzleichtbeton wird Kies durch verschiedene Zuschläge aus Holz wie Hackschnitzel oder Sägemehl ersetzt. Damit sich dieser Verbundwerkstoff als Baumaterial durchsetzen kann, müssen jedoch wichtige Fragen, etwa zur Tragfähigkeit, geklärt werden. Damit hat sich ein Projekt befasst, das der Wissenschaftsfonds FWF förderte.

Im Fokus stand die Entwicklung von tragenden Bauteilen aus Holz und Holzleichtbeton, wobei sowohl die Frage zur Tragfähigkeit als auch ökologische und ökonomische Aspekte integriert wurden. Ziel ist ein ressourcenschonender Baustoff, der hauptsächlich auf dem nachwachsenden Rohstoff Holz basiert. Er soll zudem einfach anzuwenden und zu recyclen sein. "Wir forschen an einer neuen Generation von Holzleichtbeton. Jeder soll sie im Baumarkt kaufen und selbst mischen können, wie heute Normalbeton. Unser Ziel ist kein High-Tech-, sondern ein Low-Tech-Produkt, das ökologische und ökonomische Ansprüche erfüllt", sagt Projektleiter Alireza Fadai, Professor für Ressourceneffiziente Tragwerksplanung am Institut für Architekturwissenschaften der Technischen Universität Wien.

Eine der zentralen Herausforderungen bestand für Fadai und sein Team etwa darin, aus einer Vielzahl an Varianten die optimale Mischung von Zement und Holzpartikeln zu konzipieren. Wie gut sich beide Komponenten verbinden, hängt von etlichen Variablen ab, wie zum Beispiel Holzart, Länge und Gewicht der Holzpartikel, Wassermenge oder Zementart.

Als zentraler Bestandteil von tragenden Holz-Holzleichtbeton-Verbundsystemen muss auch Holzleichtbeton allen Ansprüchen in punkto Tragfähigkeit, Brand- und Schallschutz sowie thermische Isolation gerecht werden. Ein großes Plus ist zudem das geringere Gewicht.

Bereits heute wird oft, auch mehrgeschossig, mit Holz gebaut - allerdings kommt der Baustoff Holzleichtbeton eher bei nicht-tragenden Elementen zum Einsatz. Der Grund besteht in dem Problem, die Tragfähigkeit zu prognostizieren. Die Entwicklung einer Messmethode hatte im Forschungsprojekt eine zentrale Rolle. Fadai adaptierte bewärhte Verfahren für die Holz-Holzleichtbeton-Verbundsysteme. Diese Strategie soll deren Anwendbarkeit in der Praxis vereinfachen.

Sowohl Holz als auch Holzleichtbeton sind lebendige Baustoffe und verformen sich unter Druck, ein Phänomen, das als "kriechen" bezeichnet wird. Da man bei deren Kombination bisher aber nicht abschätzen konnte, wie stark, brauchte es spezielle Versuche. "Wir haben Trageversuche bis zum Bruch durchgeführt und die Ergebnisse in die computergenerierten Modelle integriert und evaluiert", erklärt Fadai. Zusätzlich zu diesen Bauteilversuchen, um die Tragfähigkeit der Verbundkonstruktionen zu ermitteln, wurden Langzeitversuche unter Dauerlast durchgeführt. Diese lieferten eine zentrale Erkenntnis: Die Verformungen nehmen über die Jahre zu.

Neben dem Mischungsverhältnis und dem Bemessungstool wird in punkto Nachhaltigkeit auch auf die Verbindungen zwischen Holz und Holzleichtbeton geachtet. Lassen sich die einzelnen Teile gut trennen, ist es einfacher, sie zu recyceln. So könnten sie entweder in den Produktzyklus, als Beigabe zu Holzleichtbeton, oder durch Verheizen in den Energiekreislauf rückgeführt werden. Aktuell forscht Fadai bereits dazu, aber weil sowohl die Zerlegbarkeit als auch die Gießbarkeit des Holzleichtbetons noch Fragen aufwirft, wurde bereits ein Förderantrag für ein EU-Projekt eingereicht.

Textilbeton ist ein Baustoff der Zukunft. Er hat eine hohe Lebensdauer, ermöglicht vielseitige Geometrien und leichte Konstruktionen. Anstatt mit Stahl ist er mit Carbon- oder Glasfasergewebe verstärkt. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI ersetzt diese Gewebe jetzt durch umweltfreundliche Naturfasern. Damit kann die CO2-Bilanz des Betons bei gleicher Performance verbessert und die Herstellungskosten können reduziert werden. Die Forscher setzen auf Flachs, der sich im Spinn- oder Webverfahren weiterverarbeiten lässt. Je nach Bauteilanforderung ergänzen die Forscher den Flachs durch einzelne Stränge aus Polymerfaser und kreieren so ein Mixgewebe. Damit es nicht verwittert, kommt ein Hochleistungsbeton zum Einsatz, dessen Gefügedichtheit die Fasern praktisch vollständig vor schädlichen Einflüssen schützt. Zudem wird das gewebte Textil mit natürlichen Harzen modifiziert.

Das Flachstextil wird lagenweise in das jeweilige Bauteil eingebracht. Da die Steifigkeit des Textils einstellbar ist, lässt es sich in die gewünschte Form legen. Denkbar sind etwa gekrümmte Formen wie Kuppeln oder gerundete Wandelemente. Anschließend wird der flüssige Beton auf das Textil gegossen. Der Beton ist eine Eigenentwicklung des Zentrums für leichte und umweltgerechte Bauten. Bei der Entwicklung wurde besonderes Augenmerk darauf gerichtet, nur geringe Mengen an Primärrohstoffen zu verwenden, um ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen. Eine bauaufsichtliche Zulassung steht noch aus. FWF / Fraunhofer Institut für Holzforschung / pgl

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Deutsches Handwerkerteam räumt zwei Goldmedaillen ab

2. Oktober 2018 - 7:51

Christoph Rapp (Maurer) und Alexander Schmidt (Stuckateur) holten bei der EuroSkills 2018 in der ungarischen Hauptstadt Budapest jeweils die Goldmedaille. Bronze ging an Cedrik Knöppfle (Fliesenleger) und an das Betonbauer-Team Timo Schön und Medin Murati.

Christoph Rapp (21) aus Schemmerhofen (Baden-Württemberg) ist nun Europas Maurer Nummer eins. Es ist die erste Medaille eines deutschen Maurers bei internationalen Berufswettbewerben seit 2005. Alexander Schmidt (22) aus Adelshofen (Bayern) holte im Wettbewerb der Stuckateure ebenso die Goldmedaille für das Nationalteam Deutsches Baugewerbe. Fliesenleger Cedrik Knöpfle (21) aus Löffingen (Baden-Württemberg) erreichte den dritten Platz und erhielt die Bronzemedaille. Bronze ging auch an das Betonbauer-Team Timo Schön (22) aus Velburg und Medin Murati (21) aus Warmisried, beides Bayern. Damit haben zum ersten Mal in der Geschichte des Nationalteams Deutsches Baugewerbe alle Wettbewerbsteilnehmer eine Medaille errungen.

In allen Wettbewerben mussten die Teilnehmer für ihren Beruf typische Tätigkeiten ausführen, dabei ging es vor allem um Präzision und Genauigkeit in der Ausführung. Die Teilnehmer hatten an den drei Wettbewerbstagen 18 Stunden Zeit für die Aufgabe.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, wies auf die hohe Qualität der dualen Ausbildung in Deutschland hin: "Unsere jungen Nachwuchshandwerker haben einmal mehr bewiesen, wie stark das deutsche Baugewerbe mit seinen hochqualifizierten Fachkräften aufgestellt ist. Wir bieten jungen Menschen beste Perspektiven für eine lange Karriere in der Bauwirtschaft. Damit sind wir für die Zukunftsaufgaben im Wohnungsbau, in der Infrastruktur und in der Gebäudesanierung hervorragend gerüstet." Quelle: ZDB / pgl

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Aerogel-Dämmputz zeigt Stärken im Denkmalschutz

1. Oktober 2018 - 16:06

Luft wäre eigentlich ein richtig guter Wärmedämmstoff - der zweitbeste nach Vakuum und bestimmten Edelgasen. Man müsste nur die Luftteilchen daran hindern, ihre Wärmeenergie weiterzugeben. Genau das geht mittlerweile: In Aerogel-Granulat ist sozusagen jedes Luftmolekül einzeln in eine winzige Zelle eingesperrt. Eine US-Chemiefirma produziert solches Granulat aus Sand, und ein europäischer Baustoffproduzent stellt daraus Putzmörtelpulver her.

Das ist eine Herausforderung, denn es kommt darauf an, einen hinreichend hohen Granulatanteil so in einen Kalkputzmörtel einzubinden, dass das Endprodukt mechanisch einwandfrei an der Wand sitzt und nicht etwa bröselt. Und schließlich muss das Ganze noch in ein System gebracht werden, auch mit effizienter Verarbeitung auf der Baustelle und mit haftungsförderndem Vorbehandeln des Wand-Untergrundes.

Christoph Dworatzyk hat das mit seinem Düsseldorfer Unternehmen Proceram in Angriff genommen. Der  Zwei-Meter-Mann und Vollbluttechniker nahm wissenschaftliche Unterstützung des Fraunhofer-Instituts "Umsicht" in Anspruch und warb Gelder beim Forschungsministerium ein. Das Ergebnis kann man unter anderem im denkmalgeschützten "Septimer Viertel" in Berlin-Reinickendorf besichtigen, einer Anlage mit gut 1000 Wohnungen. Die ersten 144 sind fertig; der Rest ist noch bis November in Arbeit.

Die Gebäude sollten wieder aussehen wie Anfang der 60er. Die Denkmalbehörde gab ihren Segen für ein Projekt, bei dem es sonst wohl auf Innendämmung hinausgelaufen wäre. Die Gebäudezeilen sollten hinterher fast so aussehen wie frisch gebaut, damals Anfang der 1960er Jahre. Der alte Putz sollte möglichst drauf- und sogar wenn nötig wieder freilegbar bleiben, aber keinesfalls durften etwa die charakteristischen Betonfensterrahmen der Treppenhäuser in einer dick eingepackten Fassade versinken.

Die Putzmaschine als Zeitmaschine

Und tatsächlich sehen die Häuser praktisch so aus wie auf Fotos aus der Zeit vor der Sanierung - lediglich ohne die kleinen Macken und rau gewordenen Teilflächen, die im Lauf von fast 60 Jahren entstehen. Der Aerogel-Dämmputz ist nur etwa 2,5 Zentimeter dick. Zum kompletten Denkmalschutz-Dämmsystem, Dworatzyk hat es "Histobran" getauft, gehören allerdings noch je ein paar Millimeter für den Vorspritzmörtel darunter, den Armierungsmörtel darüber und den Oberputz, zusammen noch einmal 1,5 Zentimeter.

Vier Zentimeter also, aber mit großer Dämmwirkung: Vor der Sanierung hatte Fraunhofer-Umsicht einen U-Wert der Außenwände von 1,45 Watt/m²K gemessen, danach von nur noch 0,40 Watt/m²K. Das unterbietet nicht nur den sogenannten Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2, sondern auch den Wert für eine KfW-Effizienz-Denkmal-Förderung, der bei 0,45 Watt/m²K liegt.

Rekordverdächtig niedrige Wärmeleitfähigkeit

Möglich wird das, weil das von Dworatzyks Unternehmen verwendete Aerogel-Granulat zu über 90 Prozent nur aus der eingeschlossenen Luft besteht. Granulate werden auf dem Markt mit einer spezifischen Wärmeleitfähigkeit von 0,012 bis 0,016 Watt/(mK) gehandelt; das für den Proceram-Dämmputz eingesetzte Material hält den unteren Wert ein. Die Wärmeleitfähigkeit des gesamten Dämmputzes liegt bei rekordverdächtigen 0,028 Watt/(mK). Der beste Perlit ist etwa 1,4-mal schlechter, das beste Polystyrol etwa 1,1-mal. Nur das beste Polyurethan (PUR) dämmt besser, etwa um den Faktor 1,4.

Unter dem Strich also fast nur Vorteile für Christoph Dworatzyks Silica-Aerogelputz, wie solche Putze in der Branche oft genannt werden. Man könnte weitere Argumente nennen, zum Beispiel dass er sehr diffusionsoffen und kapillaraktiv ist, also Feuchtigkeit selbsttätig zur Oberfläche befördert und ohne Dampfbremse auskommt; dass er sogar feucht noch gut dämmt; dass er nicht brennt.

Wo also ist der Haken? Es ist der Preis. Proceram nennt Preise nur auf Anfrage für ein konkretes Objekt. Aus der Literatur ist bekannt, dass Silica-Aerogelputze vom Material her grob gesprochen etwa doppelt so teuer sind wie Polystyrolplatten. Auch wenn viele weitere Faktoren den Preis mitbestimmen und fortschrittliche Technik am Ende die Lebenszykluskosten senken kann: Am ehesten hat Aerogelputz zurzeit dort Chancen, wo strenger Denkmalschutz billige Systeme ausscheiden lässt.

Mehr Zentimeter für weniger Euro

Ist der Denkmalschutz nicht ganz so streng und lässt ein paar Zentimeter mehr zu - oder dämmt das Mauerwerk selbst nicht gar so schlecht -, kommen Anbieter wie Heck Wall Systems aus dem oberfränkischen Marktredwitz ins Spiel. Hecks "Aero iP" ist ebenfalls ein diffusionsoffener Aerogel-Dämmputz und billiger zu haben, dämmt aber mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,040 Watt/(mK) rund 1,4-mal weniger gut als der von Proceram. Bei dem Projekt in Reinickendorf hätte für den gleichen Wärmeschutz also der Dämmputz gut einen Zentimeter dicker sein müssen.

Außen an der Fassade ist das in vielen Fällen problemlos; für eine Innendämmung hinter Heizkörpern, in Leibungen und so weiter kann es freilich eine Rolle spielen. Wie Procerams Produkt kommt das von Heck üblicherweise als Pulver in Säcken auf die Baustelle, wird mit Wasser in einer Putzmaschine angemacht und in einem Förderschlauch zur Fassade hochgepumpt - oder im Eimer aufgerührt und von Hand aufgebracht.

Heck kann sich eine lange Erfahrung mit dem Werkstoff zugute halten: 2013 hatte die Firma das erste zugelassene Wärmedämmverbundsystem mit Aerogel-Dämmplatten von BASF herausgebracht; allerdings hat der Chemieriese deren Produktion mittlerweile eingestellt. Heck wirbt außerdem mit besonders leichter Verarbeitung, die sich "nicht von herkömmlichen Dämmputzen unterscheidet".

Im Preis noch niedriger liegt "Schwenk Tri-O-Therm M" vom Hersteller Quick-mix in Osnabrück. Die Firma arbeitet statt Aerogel Perlit in ihr Putzmaterial ein und kommt so auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,055 Watt/(mK). Damit ist ihr Stoff noch ungefähr um den Faktor 1,3 besser als der übliche Dämmputz mit Polystyrolkügelchen. Quick-mix argumentiert nicht mit dem Denkmalschutz oder mit Platzmangel im Innenraum, sondern mit weniger Aufwand und Bauzeitverkürzung: Acht Zentimeter Putz kann man noch mit zweimal Auftragen schaffen, während man bei schlechter dämmendem Putz mehr als zehn Zentimeter benötigen würde - also dreimal auftragen müsste, jedenfalls mit Tri-O-Therm M. Von Alexander Morhart

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Lüftungsmarkt hat 2017 knapp 4 Prozent zugelegt

1. Oktober 2018 - 7:37

Die derzeitigen Indikatoren sprechen dafür, dass der Markt für Wohnraumlüftung in den untersuchten Märkten (Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, UK, Italien, Polen, Benelux) bis 2021 um 2,7 Prozent jährlich zulegen wird. Der größte Markt ist Frankreich mit einem Anteil an den untersuchten Ländern von 32,3 Prozent vor Deutschland 22,9 Prozent und Benelux 21,6 Prozent.

Dezentrale Anlagen konnten 2017 europaweit einen Anstieg von 14,2 Prozent in Menge verzeichnen. Vor allem im Neubau ist ein großer Anstieg zu verzeichnen und dort wiederum im Bereich der größeren Wohnbauanlagen. Gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es vor allem die dezentralen Systeme mit Wärmerückgewinnung, die ein starkes Marktwachstum auweisen. Bereits jetzt haben dezentrale Systeme in diesen Ländern einen Anteil von 31 Prozent und werden diesen auf 34,5 Prozent bis 2021 ausbauen.

Sowohl Umsatz als auch Absatz der zentralen Wohnraumlüftungssysteme stiegen im letzten Jahr um 6,7 Prozent in Menge. Gerade im Einfamilienhaussegment kommen diese Systeme zur Verwendung (56,1 Prozent) gefolgt von Zweifamilienhäusern 13,7 Prozent und großen Wohnbauanlagen mit 30,2 Prozent. Vor allem in Frankreich und den Benelux-Ländern werden eher die zentrale Wohnraumlüftung favorisiert.

Im Segment der Wärmerückgewinnungssysteme liegt der Marktanteil von zentralen Systemen in Frankreich bei 99,4 Prozent. Anders in Deutschland, wo der Anteil in diesem Segment die dezentralen Systeme mit 52,2 Prozent vorne sieht. Deutschland ist insgesamt der größte Markt für Wärmerückgewinnung (35 Prozent) vor Benelux mit 19,7 Prozent und Großbritannien 15,9 Prozent. Insgesamt hat die Marktkonzentration im Vergleich zum Vorjahr etwas abgenommen. So beträgt der Marktanteil der Top-10-Unternehmen nur noch 48,1 Prozent und der der Top-3-Unternehmen rund ein Viertel des Gesamtmarktes. Quelle: Interconnection Consulting / pgl

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Bauexperten warnen vor Abstrichen beim Brandschutz

1. Oktober 2018 - 7:29

Das DIvB begrüßt grundsätzlich die Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Die von der Bundesregierung angekündigten Reformen der Bauvorschriften dürften jedoch nicht ausschließlich unter Kostengesichtspunkten angegangen werden. "Die neuen Wohnungen sollten nicht nur bezahlbar, sondern aus Sicht des baulichen Brandschutzes auch sicher sein", sagte DIvB-Geschäftsführer Jörg-Uwe Strauß.

Angesichts des Baubooms der vergangenen Jahre herrscht vor allem in Ballungsräumen ein Mangel an bebaubaren Grundstücken. Hier bietet die Nachverdichtung durch Aufstockung ein großes Potential, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gerade in aufgestockten Gebäuden ist ein hoher baulicher, anlagentechnischer und organisatorischer Brandschutzstandard nach Meinung des DIvB unverzichtbar. Das gelte sowohl für die Verwendung nicht brennbarer Baustoffe als auch für die Planung ausreichender Fluchtwege.

"Guter baulicher Brandschutz verschafft im Notfall Zeit. Diese Zeit kann Leben retten", so Strauß. Positiv bewertet das DIvB, dass das Eckpunktepapier die Musterbauordnung (MBO) und die darauf basierenden Landesbauordnungen weiterhin als Garanten für weitgehend einheitliche Vorschriften des Bauordnungsrechts sieht. In ihnen sind unter anderem Mindeststandards für den Brandschutz festgelegt. Quelle: DIvB / pgl

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Kongress zeigt Marktchancen durch Wohngesundheit

1. Oktober 2018 - 7:10

Mit dem Gesundheitsschutz in Gebäuden in Deutschland und Europa sowie Anforderungen an Bauprodukte, Prüfvorgaben und Zertifizierungen befasst sich im ersten Vortrag Daniel Tigges, Geschäftsführer vom eco-Institut. Das Bauordnungsrecht in Deutschland wurde für die Prüfungen und Kennzeichnungen von Bauprodukten 2016 maßgeblich geändert. Vorausgegangen war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der es für unzulässig erklärte bauaufsichtliche Zulassungen und Ü-Zeichen für Bauprodukte zu verlangen, die bereits eine CE-Kennzeichnung hatten. Das führt nun dazu, dass bestimmte Produkte ein Ü-Zeichen tragen müssen und andere es nicht mehr dürfen.

In der neu veröffentlichten Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen MVVTB werden allgemeine Anforderungen an Gebäude bezüglich des Gesundheitsschutzes beschrieben, die aber wieder Dokumentationen und Prüfungen von Bauprodukten erfordern. Für Gebäudeplaner und Handwerker ist es zunehmend schwierig, Gebäudeanforderungen und die Aussagekraft von Produktkennzeichnungen in Einklang zu bringen. Der Vortrag soll hierfür eine Grundlage schaffen.

Das Thema wohngesunde Putze und Farben behandelt Barbara Wiedemann, Produktmanagerin Putz und Mörtel bei Baumit. Die sicherste Möglichkeit wohngesund zu bauen und zu wohnen ist die, Schadstoffe erst gar nicht in das Gebäude zu bringen. Über 60 eco-Label-zertifizierte Produkte bieten eine große Auswahl an schadstoffgeprüften Produkten. Für nahezu jeden Anwendungsfall im Neubau und in der Sanierung bieten sie eine hohe Sicherheit für einen wohngesunden Innenraum. Diese Vielzahl an geprüften Produkten ermöglicht dem Handwerker auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Bauherren einzugehen und trotzdem bei Effizienz, Verarbeitbarkeit und Gestaltung keine Abstriche machen zu müssen. 

Referent für das Thema Asbest ist Thomas Wagner, Glasermeister und Asbestsachkundiger. In den 1950er- und 1960er-Jahren war Asbest ein beliebter, günstiger und vielseitig verwendbarer Baustoff. Die damit verbundenen Gesundheitsgefahren wurden allgemein unterschätzt, was schwere Erkrankungen und Todesfälle zur Folge hatte. Seit 1979 ist Spritzasbest in Westdeutschland verboten. Es dauerte allerdings bis 1993, ehe ein bundesweites Herstellungs- und Verwendungsverbot durchgesetzt wurde. Bis dahin wurde Asbest auch Baustoffen wie Putzen, Fensterkitt, Klebern und Spachtelmassen zugemischt – was in der Praxis vielfach noch unbekannt ist. Auch wenn Asbest nicht mehr eingesetzt werden darf, kann er im Zuge von Arbeiten an asbestbelasteten Bauteilen freigesetzt werden und ist damit weiterhin eine Gefahr für alle Beteiligten. Es besteht weiterer Aufklärungsbedarf, wann, wo und in welchem Ausmaß Asbest in Deutschland verbaut wurde und wie damit umzugehen ist. Zum Aufklärungsbedarf und Umgang mit Asbest trägt dieser Impulsvortrag bei.

Mit gestalterischen Aspekten des ökologischen Bauens befasst sich Heinrich Walther, Stuckateurmeister, und Wand(kunst)gestalter. In dem Vortrag geht es weniger um die physikalischen und gesundheitlichen Vorteile bei Verarbeitung von ökologischen Produkten, sondern um die Möglichkeiten der Gestaltung mit umweltfreundlichen Materialien.

Über das Thema Umfeldanalyse beim Kunden - sinnvoller Umgang mit Gebäude und Mensch spricht Harry Luik, Architekt, Stuckateurmeister und Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (IFBAU). Der Fachhandwerker, der sich mit gesundem Bauen auseinandersetzt, muss auch die Bewohner und deren Lebensweise bedenken. Das Beraten und Analysieren im privaten Umfeld erfordert Fingerspitzengefühl, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Es gilt, das individuelle Bedürfnis und die Lebensweise der Bewohner zu erfahren. Mit dem Ziel, nicht nur bauliche Schwachstellen, sondern auch nutzungsbedingte Fehler aufzudecken. Darüber hinaus ist das Wissen um gesundheitliche Aspekte wichtig, um zu wissen, wo Baustoffe zur Gesundheit beitragen können und wo die Möglichkeiten der Baupraxis enden. Der Vortrag soll den Fachhandwerker zur gesamtheitlichen Betrachtung sensibilisieren.

Schimmelpilze in Wohnräumen sind nicht selten und stellen eine Gesundheitsgefahr für Bewohner und Nutzer und schließlich auch für den Sanierer dar. Bei der Sanierung kann sich die Belastung erhöhen, abhängig von den befallenen Untergründen und der Wahl des Sanierungsverfahrens und der eingesetzten Sanierungstechnik. Die notwendigen Schutzmaßnahmen und Schutzausrüstung – gerade für die Ausführenden vor Ort – sind unverzichtbar und weitgehend akzeptiert. Doch durch Zeitdruck und Unachtsamkeit entstehen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen Fehler. Praxistipps zum richtigen Umgang mit dem Umgebungsschutz und der persönlichen Schutzausrüstung gibt Robert Kussauer vom  Netzwerk Schimmelpilzberatung. pgl

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Baukindergeld wird möglicherweise erst ab Mitte 2019 ausgezahlt

30. September 2018 - 7:36

Die Verwaltung und die technischen Voraussetzungen stehen noch nicht, aber Anträge können und müssen jetzt schon gestellt werden."Es fällt schwer, nach so langer Diskussion um das Baukindergeld von einem 'Schnellschuss' zu sprechen", merkt Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum, an. "Wenn Politik glaubwürdig sein will, muss die Qualität verbessert werden. Kurz: Mundwerk und Handwerk müssen künftig besser synchronisiert werden."

Die Politik will mit dem Baukindergeld junge Familien und Alleinerziehende beim Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum unterstützen. Menschen, die noch wenig Eigenkapital haben, die Familie haben, die ein Mindesteinkommen nicht überschreiten - und die gerade einen Umzug in ihr neugebautes oder saniertes Eigenheim bewältigt haben. Manfred Jost: "Und es müssen offensichtlich Menschen sein, die nicht nur schlichte Online-Formulare ausfüllen können, sondern die mit diversen Antragsfristen oder technischen Identifizierungsmaßnahmen klarkommen und beim zeitlichen Auseinanderklaffen von Antrag, Nachweis, Prüfung und - hoffentlich - Bewilligung nicht den Überblick verlieren. Eine Zumutung."

Baukindergeld kann ausschließlich online im KfW-Zuschussportal beantragt werden. In der ersten Woche haben schon rund 11.000 Menschen die Chance genutzt. Das ist kein Wunder, hält man sich vor Augen, dass Förderung nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Bundesmittel gewährt wird. Andere KfW-Programme litten angesichts hoher Nachfrage schon wiederholt an Unterfinanzierung und wurden zwischenzeitlich ausgesetzt. Außerdem ist der Zuschuss spätestens drei Monate nach Einzug ins selbstgenutzte Wohneigentum zu stellen. Eigentümer, die in diesem Jahr noch vor dem 18.09.2018, dem Tag, an dem das Förderprogramm "freigeschaltet" wurde, eingezogen sind, müssen den Zuschussantrag bis zum 31.12.2018 stellen.

Automatisch geht die Bestätigung über den Antragseingang ein, die innerhalb von sieben Tagen mit dem Nachweis der Identität zu beantworten ist. Andernfalls verfällt der Antrag. Voraussetzung ist, dass innerhalb von drei Monaten nachdem der Antrag bestätigt wurde, die Förderberechtigung nachgewiesen wird. Zu diesem Zweck, so heißt es im KfW-Merkblatt "Baukindergeld" Programm-Nummer 424: "Laden Sie die erforderlichen Nachweise im KfW-Zuschussportal hoch. Die Einhaltung der Förderbedingungen wird von der KfW anhand der im Zuschussportal hochgeladenen Nachweise geprüft."

Offenbar wird noch an den verwaltungstechnischen Voraussetzungen gearbeitet. Versprochen wird, dass die erforderlichen Dokumente "voraussichtlich ab März 2019" verfügbar sind. Immerhin, jeder kann bis dahin seine Unterlagen vorbereiten, damit es dann aber wirklich schnell geht: Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Kalenderjahres vor Antragseingang des Antragstellers, Meldebestätigung der im Wohneigentum lebenden Familienmitglieder und ein Grundbuchauszug oder eine Auflassungsvormerkung sind gefragt.

Den weiteren Zeittakt gibt ebenfalls die KfW vor: Alle Anträge, die bis März 2019 gestellt werden, müssen mit Hilfe der - dann wohl online erreichbaren - Dokumente im Zuschussportal bis zum 30.06.2019 vervollständigt werden. Die erste Auszahlung erfolgt nach Prüfung der Unterlagen und Zugang der entsprechenden Bestätigung. Bereits heute bittet die KfW um Geduld, denn bis Ende März 2019 ist eine Flut von Anträgen zu erwarten. Nach dem anspruchsvollen Einstieg, soll es die weiteren neun Förderjahre ganz einfach sein.

Steht am Anfang der Maßnahme "Baukindergeld" ein "Stop and go", so steht am Ende nur ein "Stop": die letzten Anträge können für selbstgenutztes Wohneigentum gestellt werden, deren Kaufverträge oder Baugenehmigungen bis 31. Dezember 2020 rechtsgültig abgeschlossen werden. Der Verband Wohneigentum fordert eine Verstetigung des Baukindergeldes über 2020 hinaus. Nur Planbarkeit der Investition stärkt den Effekt der Wohneigentumsbildung: familiengerechtes Wohnen und Altersvorsorge.

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Pflegeheime erfolgreich beim Energiesparen

28. September 2018 - 7:31

Im Rahmen eines Modellprojektes des Steinbeis Forschungsinstituts Solites (Stuttgart) konnten im letzten Jahr bis zu 21 Prozent Wärme und je zwölf Prozent Strom und Wasser eingespart werden. Die Ergebnisse wurden heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Mülheim/Ruhr präsentiert. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte das Projekt fachlich und finanziell mit über 182.000 Euro gefördert.

"Man kann den Energieverbrauch in Alten- und Pflegeeinrichtungen auch ohne große Investitionen verringern, wenn alle Beteiligten sich im Alltag energiebewusst verhalten", stellte DBU-Referatsleiterin Verena Exner fest. Und auch Projektleiterin Magdalena Berberich von Solites zog ein positives Fazit: "Wenn das Thema Energie in den Einrichtungen sichtbar wird, sind die Menschen auch bereit, sich dafür zu engagieren."

Mit 12.000 stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland sei das Potential für den Klimaschutz in der Branche sehr groß. Teilweise sei der Energieverbrauch in den Einrichtungen pro Bewohner so hoch wie der einer vier- bis sechsköpfigen Familie, so Berberich weiter.

Die Initiative "Energieeffizienz für Pflegeeinrichtungen" wird seit Juni 2015 unter Führung von Solites zusammen mit der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Beratungsbüro Nowak (Düsseldorf) und den Alten- und Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Gemeinsam wurde ein Umweltkommunikationskonzept entwickelt, das das Bewusstsein für Energie in der Pflege stärken und den Verbrauch über Verhaltensveränderung sowie geringinvestive technische und organisatorische Maßnahmen langfristig senken soll. Berberich: "Der Erfahrungsaustausch in regelmäßigen Arbeitskreisen wurde von den Beteiligten der Einrichtungen wie Geschäftsleitung, Haustechniker und Pflegepersonal sehr begrüßt und führte zu vielen Ideen."

Solites entwickelte eine Internetplattform, auf der die Einrichtungen ihre Energiedaten selbst eintragen und auswerten können. Rund um ein Maskottchen wurden Informationsmaterialien entworfen, die an Lichtschaltern, Fenstern und Wärmewagen zum effizienten Handeln motivieren sollen. Berberich: "Im stressigen Pflegealltag wird meist einfach nicht daran gedacht, etwas anders zu machen als bisher. In der Erprobungsphase des Konzepts in den Piloteinrichtungen wurde aber gezeigt, dass schon mit geringem Aufwand Einsparungen möglich sind."

Um die Kosten möglichst gering zu halten und die Kosten für die Pflegebedürftigen nicht zu erhöhen, seien die Maßnahmen bewusst auf das Nutzerverhalten und geringinvestive Maßnahmen begrenzt worden. Gezeigt habe sich, dass es dennoch viele Möglichkeiten gebe, den Energieverbrauch zu verringern. Exner: "Neben dem energiebewussten Verhalten liefern einfache technische und organisatorische Maßnahmen ein unerwartet großes Einsparpotenzial."  Quelle: DBU / pgl

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Länder sichern Kontrolle der Energieausweise nicht

27. September 2018 - 9:00

Die Energieeinsparverordnung sieht ein dreistufiges Verfahren zur Kontrolle vor. Die erste Kontrollstufe erfolgt elektronisch durch das Deutsche Institut für Bautechnik. Sie umfasst nur die Plausibilität der Angaben. Für die weiteren Schritte sind Behörden auf Landesebene zuständig. Schritt zwei beinhaltet die Prüfung der Eingabe-Gebäudedaten und Überprüfung der im Energieausweis angegebenen Ergebnisse einschließlich der abgegebenen Modernisierungsempfehlungen. Schritt 3 sieht eine vollständige Prüfung der Eingabe-Gebäudedaten, die zur Ausstellung des Energieausweises verwendet wurden, eine Überprüfung der im Energieausweis angegebenen Ergebnisse einschließlich der abgegebenen Modernisierungsempfehlungen und eine Inaugenscheinnahme des Gebäudes vor.

Wie oft geprüft werden soll legt die EnEV nicht fest, gefordert wird lediglich unspezifisch die Überprüfung eines "statistisch signifikanten Prozensatzes". Das legen die Länder häufig so aus, dass es wenig Personal bindet und wenig kostet. Ändern könnte es möglicherweise der Bund, indem er einen konkreten zu prüfenden Prozentsatz vorschreibt. Selbst in Baden-Württemberg, einem Bundesland, dem die Analyse ein gutes Zeugnis ausstellt, sind die Zahlen gering. 2016 wurden dort knapp 53.000 Ausweise ausgestellt, geprüft wurden 300 in Stufe 2 und 50 in Prüfstufe 3.

So kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass die Kontrollverfahren bundesweit unzureichend sind - in manchen Ländern gibt es keine entsprechenden Kontrollstellen, in anderen mangelt es bereits an einer Durchführungsverordnung zur Energieeinsparverordnung (EnEV). Die fehle nach wie vor in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen, so die Arbeit. In Rheinland-Pfalz ist sogar die Kontrollstelle selbst erst im Aufbau.

Außerdem bewertet die Arbeit die Aussagekraft vor allem von Verbrauchsausweisen häufig als zu niedrig. Das unterstreicht die Position des GIH: "Aus unserer Sicht gehören Verbrauchsausweise ganz aus dem Verkehr gezogen. Im Idealfall sollte im Gebäudeenergiegesetz auf Bedarfsausweisen bestanden werden, die zudem einen verpflichtenden Besuch vor Ort durch einen Energieberater voraussetzen", so der GIH-Bundesvorsitzende Jürgen Leppig. Nur so könnten der Status Quo erfasst und Modernisierungsmaßnahmen vorgeschlagen werden.

Verbrauchsausweise erstellen Bauherren in der Regel online selbst über Online-Portale. Ob die Bauherren die Fragen richtig verstehen und beantworten ist ihnen selbst überlassen. Es gibt wenig Unterstützung beim Ausfüllen der Formulare. Da keine Kontrollen erfolgen, bleiben Fehler oder absichtliche Falschangaben meist folgenlos.

Auch Experten aus den Landesenergieagenturen sehen den Vollzug als kritisches Thema. Dazu trägt auch die derzeitige Baukonjunktur bei. Die Baubehörden sind ohnehin am Limit mit ihren Kapazitäten, finden nicht genügend Personal und können die Aufgabe der EnEV-Kontrolle kaum stemmen. "Hier muss unbedingt etwas getan werden. Es geht nicht an, dass die EnEV-Kontrollstelle in Mecklenburg-Vorpommern nur mit einer fünftel Personalstelle ausgestattet ist", so Leppig weiter.

Eine weitere Forderung des Verbands ist, dass bei Beantragung einer Baugenehmigung über die Bauvorlagenverordnung bundesweit sichergestellt wird, dass für das fragliche Gebäude ein sachlich korrekter Energieausweis besteht.

Die Bachelorarbeit zeigt auch auf, dass kein Bundesland offizielle Zahlen der Kontrollen von Energieausweisen und Inspektionsberichten über Klimaanlagen veröffentlicht. Nur teilweise haben sie im Rahmen der Bachlor-Arbeit Auskunft erteilt. Teilweise wüssten Hausbesitzer und Unternehmen auch immer noch zu wenig über ihre Anforderungen, so der Mitarbeiter einer Beratungsstelle. Dazu komme, dass sie sich nicht überwacht fühlen und sie in der Regel niemand auf Verstöße hinweise. Der GIH schlägt vor, bei der Neuausstellung von Energieausweisen, die nach zehn Jahren erfolgen muss, auch eine Beratung etwa zu einem Sanierungsfahrplan verpflichtend zu machen. Das können wirksame Anstöße für Sanierung geben. von Pia Grund-Ludwig

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Markt für Glas im Nichtwohnbau wächst 2018 um 2,8 Prozent

27. September 2018 - 7:35

Großbritannien war bis zum vergangenen Jahr der größte Markt für Glas in Fenstern und Fassaden im Nicht-Wohnbau, wurde aber durch die Folgen des Brexits 2017 von Deutschland als Nummer Eins abgelöst. Großbritannien musste als einziger großer europäischer Markt 2017 einen Absatzrückgang von 3,5 Prozent hinnehmen. Auf der anderen Seite stieg in Deutschland der Absatz um 4,9 Prozent, vor allem aufgrund des Aufschwungs des Nicht-Wohnbaus, der sich aufgrund der guten Konjunktur und der noch immer niedrigen Zinsen stark entwickelt hat.

Polen ist der Markt, der zwischen 2015 und 2021 das stärkste Wachstum aufweisen wird. Das durchschnittliche Wachstum pro Jahr liegt während dieser Zeitperiode bei 5,7 Prozent. Spaniens Durchschnittswachstum beträgt 5,5 Prozent. Die nordischen Länder kommen auf 3,7 Prozent, Frankreich auf 4,0 und Italien auf 3,1Prozent.

Die Weiterentwicklung am Glassektor, die große Verbesserungen im Vergleich zu den alten Produkten mit sich bringt, sorgt für starke zusätzliche Nachfrage. "Verstärkt wird der Absatz auch dadurch, dass die neueren, High-Tec-Glastechnologien mit 2-fach und 3-fach-Verglasung einfaches Glas ersetzen und damit auch die zwei- bzw. dreifache Menge an Glas verarbeiten", erklärt Ernst Rumpeltes, Autor der Studie.

Wärmeschutzglas ist mit 81,1 Prozent Marktanteil noch immer die klare Nummer Eins unter den Glastypen, jedoch sinkt der Anteil aufgrund der immer größer werdenden Popularität von Kombinationsglas. Der größte Anwendungsbereich sind Fenster mit einem Anteil von 37,4 Proeznt vor Vorhangfassaden mit 29,9 Prozent. Vorhangfassaden werden auf Kosten von Fenstern in Zukunft stärker an Marktanteilen gewinnen. Der Markt für Fenster- und Fassadenglas ist sehr kompetitiv. Der Markt wird grundsätzlich zwischen einigen wenigen Top-Unternehmen aufgeteilt wie AGC, Saint Gobin, Guardian, Pilkington und Euroglass. Quelle: Interconnection Consulting / pgl

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Thermographie macht nur bei guter Auswertung Sinn

26. September 2018 - 7:57

"Entdecken Sie die Sparpotenziale Ihres Hauses!" So und ähnlich werben jetzt im Herbst wieder Firmen. Sie offerieren billige Thermografieaufnahmen und erhoffen sich damit Aufträge für die Fassadensanierung, warnt der VPB.

In der Tat können Thermografieaufnahmen Energielecks am Haus gut sichtbar machen und die richtige Planung der energetischen Sanierung erleichtern – allerdings nicht Aufnahmen für hundert Euro, wie es zahlreiche Hauswurfsendungen suggerieren. Eine fachlich korrekte Thermografie kostet Zeit und damit Geld. Mit mehreren hundert Euro müssen Hausbesitzer dabei rechnen.

Die Thermografie-Untersuchung besteht nämlich nicht nur aus vier Hausansichten, sondern wird je nach Gebäude individuell geplant. Je komplexer die Hausform, umso sorgfältiger muss der Thermograf das Gebäude aufnehmen, um sich ein Bild vom gesamten Objekt und damit auch von allen möglichen Wärmebrücken zu machen. Dazu gehören auch zwingend Thermografien von innen.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal für seriöse Thermografie-Angebote ist die Beratung, erläutert der VPB. Eine Thermografie nutzt dem Hausbesitzer wenig, wenn er nur vier Farbausdrucke und keine fachliche Erklärung dazu bekommt. Der Hinweis "Ihr Haus muss gedämmt werden!" reicht nicht aus. Solche Angebote kommen meist von Fassadenbaufirmen, die Dämmstoffe verkaufen wollen. Ein seriöser Thermograf erläutert die Ergebnisse seiner Thermografie schriftlich und mündlich - und er überlässt die Konsequenzen aus der Untersuchung immer dem qualifizierten Energieberater. Quelle: VPB / pgl

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3000 Wohnungen erhalten Smart-Home-System MiA

26. September 2018 - 7:24

Ab Herbst 2018 werden Berliner Mieter aus dem Krankenhausviertel in Pankow und den beiden UNESCO-Welterbesiedlungen Wohnstadt Carl Legien und Weiße Stadt ihre Heizung mit einem Tablet zentral steuern können. Die Bewohner können damit ihre Heizung über ein einfach zu bedienendes Touchdisplay oder von unterwegs per App steuern. In der Menüführung soll es zukünftig auch eine Funktion geben, mit der sich das System mit anderen smarten Geräten verbinden lässt. Diese Erweiterung wird dann durch ein Update möglich, erklärt die Pressesprecherin des Unternehmens gegenüber EnBauSa.de. Angedacht sind Spracheingabe und Lichtsteuerung.

Die Deutsche Wohnen hat bereits Erfahrungen Smart-Home-Anwendungen und setzt das schlüssellose Zugangssystem KIWI ein. Seit 2017 werden sukzessive alle Hauseingangstüren im Bestand der Deutsche Wohnen damit ausgestattet. Ziel sei es, die Effizienz im Bestandsmanagement zu erhöhen und den Mieterkomfort zu verbessern, so das Unternehmen. Das verspreche man sich auch von dem Smart-Hom-System MiA. An KIWI ist das Unternehmen auch finanziell beteiligt. Außerdem testen derzeit Studentinnen des Master-Studiengangs Online-Kommunikation im Rahmen des Projekts B-Colab ein Smart-Home-System im Alltag. Das Wohnungsunternehmen beteiligt sich daran.

Die Deutsche Wohnen hat 161.468 Wohneinheiten und 2.474 Gewerbeeinheiten in ihrem Betand. pgl

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"Digitale Techniken sollen ins Gebäudeenergiegesetz"

25. September 2018 - 7:54

Die Technik gebe Nutzern mehr Einfluss auf ihren Energieverbrauch und mache sie zu aktiven Teilnehmern der Energiewende, heißt es im Papier, das die beteiligten Unternehmen in Berlin vorgestellt haben.

Laut Manfred Riedel, Gründer und Geschäftsführer der Dr. Riedel Automatisierungstechnik GmbH und Mitglied von Connected Living, seien aktuell jedoch nicht einmal 1 Prozent der rund 19 Millionen Wohngebäude in Deutschland erschlossen. Bei Neubauprojekten und Quartierssanierungen fände Smart-Building-Technik zwar schon Anwendung, um die Energiewende im Gebäudesektor zu beschleunigen, müsse jedoch auch die digitale Infrastruktur in Bestandsgebäuden ausgebaut werden.

Für die flächendeckende Umsetzung solcher Systeme in Deutschland sei die Schaffung von gesetzgeberischen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. Als eine mögliche politische Unterstützungsmaßnahme sieht das Innovationszentrum die Aufnahme digitaler Techniken in das geplante Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches die energetischen Anforderungen an Gebäude vereinheitlicht und einen Standard für Niedrigstenergiegebäude setzt.

Die Gewährung eines Energiebonus für die Umsetzung von digitalen Systemen in Gebäuden könne zu mehr Nutzerakzeptanz gegenüber Smart-Building-Techniken und so zu einer erhöhten Verbreitung führen. Auch die umlagefähige Aufnahme digitalisierter Systeme in die Betriebskostenverordnung wird im Positionspapier als mögliche politische Maßnahme aufgeführt. Hauptziel sei es dabei, das "Investor-Nutzer-Dilemma", bei dem der Gebäudeeigentümer alleiniger Träger der Umsetzungskosten für Smart-Building-Lösungen ist und der Nutzer ohne Kostenbeteiligung von den Energieeinsparpotenzialen profitiert, zu vermeiden.

Durch die Erfassung digitaler Techniken in der Betriebskostenverordnung könne hingegen die Finanzierung der Lösungen erfolgen, ohne den Eigentümer oder Mieter finanziell zu belasten, da sich die zusätzlichen Kosten für Smart-Building-Techniken durch geringere Heizkosten für die Bewohner ausgleichen würden, so Oliver Weinmann, Vorstandsmitglied von Connected Living und Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH.

Darüber hinaus sieht das Innovationszentrum die Einführung einer staatlichen Investitionszulage für digitale Lösungen als eine wirksame politische Maßnahme, die insbesondere bei Gebäudeeigentürmern die Bereitschaft für den Einsatz derartiger Systeme erhöhen könne und sowohl für den Selbstnutzer (Mieter) als auch den Wohnungseigentümer eine gerechte Lösung böte. Quelle: Connected Living / pgl

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