Enbausa

Enbausa

Energetisch Bauen und Sanieren

Newsfeed

Enbausa Feed abonnieren
Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 42 Minuten 35 Sekunden

Bayern stellt 10.000-Häuser-Programm ein

21. Januar 2020 - 7:11

Voraussetzung für die Förderung im Punkt Energiesystemhaus ist, dass das Gebäude zu mehr als 50 Prozent der beheizten Fläche als Wohngebäude genutzt wird. Zum Zeitpunkt der elektronischen Antragstellung darf kein Auftrag für eine Bauleistung beziehungsweise Anlagentechnik erteilt worden sein, für Planungsleistungen aber schon. In der Sanierung muss mindestens ein Effizienzhaus 115 erreicht werden, im Neubau der Standard Effizienzhaus 55.

Anträge sind noch bis Ende Januar möglich. Wenn noch nicht alle Werte vorliegen, können Bauherren in Absprache mit ihrem Energieberater erwartete Werte eintragen. Eine nachträgliche Höherstufung ist nicht möglich.

Mit dem PV-Speicher-Bonus sollen Gebäudeeigentümer von selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern motiviert werden, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung zu erhöhen und die eigenen Stromkosten zu reduzieren. Insgesamt soll durch das Programm der dezentrale Ausbau der Photovoltaik (PV)-Nutzung in Bayern vorangebracht werden. Der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Photovoltaikstroms kann mithilfe eines Batteriespeichers erhöht werden. Durch eine intelligente Verknüpfung, zum Beispiel mittels Smart-Meter-Gateway, haben Nutzer zukünftig die Möglichkeit, ihren Batteriespeicher in das öffentliche Stromnetz einzubinden, die Stabilität des Stromnetzes zu erhöhen und an einer regionalen Vermarktung teilzunehmen.

Je nach Kapazität des neuen Batteriespeichers (kWh) und Leistung der neuen PV-Anlage (kWp) können Sie eine Förderung zwischen 500 und 3.200 Euro erhalten. Die Förderhöhe richtet sich jeweils nach dem geringeren Wert, das heißt wenn der Batteriespeicher eine geringere Kapazität (in kWh) hat, als die PV-Anlage Leistung (in kWp) aufweist, dann wird der Wert des Batteriespeichers als Berechnungsgrundlage verwendet und umgekehrt.

Die Nebenbedigung, dass die Entladeleistung mindestens der Hälfte der Speicherkapazität entsprechen muss wurde rückwirkend zum 1. August aufgehoben. pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Forscher tüfteln an besserer Holzdämmung

21. Januar 2020 - 6:22

An welchen Projekten im Bereich Dämmstoffe ist das FIW im Moment beteiligt?

Öffentlich geförderte Projekte gibt es derzeit im Bereich der Vakuumisolationspaneele oder auch VIP und im Bereich von nachwachsenden Dämmstoffen. Außerdem haben wir vor kurzem ein großes internationales Projekt zum Thema Superdämmstoffe abgeschlossen.

Was waren dessen zentralen Ergebnisse?

Wir haben uns mit den Fragen beschäftigt, was überhaupt neue und innovative Dämmstoffe und deren Einsatzbereiche sind, was sind die Randbedingungen unter denen wir uns momentan bewegen, gibt es Normen und Nachweisverfahren, die auch für diese Dämmstoffe angewendet werden können. Hauptergebnis war, dass die Potentiale dieser neuen Dämmstoffe enorm sind, dass aber noch viel Forschung notwendig ist.

Was sind die Herausforderungen?

Wir müssen ganz andere Wärmeströme messen. Die Messgeräte, die wir für die herkömmlichen Dämmstoffe haben, sind für die Materialien mit den geringen Wärmeleitwerten teilweise nicht geeignet oder kommen an ihre Grenzen. Das war schon überraschend, dass man hier im kompletten Handling teilweise anders arbeiten muss, wir brauchen eine höhere Genauigkeit. Die Messmethoden gibt es, aber man muss wissen wie man misst. Bei VIP ist z.B. die Frage, wie man mit den Folienrändern und Randstreifen umgeht, die ja einen anderen Wärmedurchgang haben als die eigentlichen Dämmplatten. Das klingt trivial, muss aber in Normen definiert werden, damit das einheitlich gemacht wird. Da ist man so weit, dass man bald harmonisierte Normen bekommen wird.

Gehen Sie davon aus, dass sich VIP wirklich am Markt durchsetzen?

Ja.

In einer Nische oder in breitem Umfang?

Im Baubereich werden es sicherlich Nischenlösungen sein, dort wo Platz eine wichtige Frage ist.

Relevanz von Aerogelen bei Dämmung wird größer

Welche der Superdämmstoffe an denen Sie forschen, werden im Baubereich relevant?

Im Baubereich reden wir hier über Aerogele und andere Systeme auf Basis von nanoporösen Strukturen. Damit lassen sich sehr gute U-Werte erzielen.

Aerogele werden doch bereits seit vielen Jahren in Produkten eingesetzt. Was sind die Themen, in denen hier weiter geforscht wird?

Dauerhaftigkeit, Temperaturbeständigkeit und Formbeständigkeit, oder auch an neuen Einsatzbereichen. Außerdem sind Aerogele noch relativ teuer in der Herstellung, weil die Herstellung sehr energieintensiv ist. Wir forschen auch daran, den Herstellungsprozess billiger zu machen, damit man damit in den Massenmarkt kann.

Gibt es Ansätze zur deutlichen Kostenreduzierung, die schon nahe an der Marktreife sind, also nicht mehr als fünf Jahre davon entfernt?

Eindeutig ja.

Und was genau?

Da muss man sich noch überraschen lassen. Wir hatten erst vergangene Woche ein Produkt im Test, das sehr vielversprechend ist und ich bin sicher, dass da noch mehr kommt, da wird es in den nächsten fünf Jahren einige Überraschungen geben.

Sie hatten auch das Thema Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen als Schwerpunkt genannt. Wie adressieren Sie das?

Wir forschen gerade daran, die Wärmeleitfähigkeit der Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in die gleiche Größenordnung wie die herkömmlicher Dämmstoffe zu bekommen. Holzfaserdämmstoffe sind im Moment noch 10 bis 15 Prozent schlechter. Das geht besser.

Mit Holz oder mit anderen nachwachsenden Rohstoffen?

Die anderen sind eher Nischenprodukte. Es gibt Alternativen, aber die stehen in der Masse nicht zur Verfügung die wir brauchen.  Wir reden von 20 Millionen Kubikmeter Dämmstoff pro Jahr, das alles zu ersetzen wäre nicht nachhaltig. Aber die Stoffe, die zur Verfügung stehen sollte man verwenden. Schafwolle oder Baumwolle wird es nicht in den Mengen geben, oder nur auf Kosten einer Monokultur, lediglich die Nachwachsenden aus Holz können hier größere Mengen ersetzen. Wir werden aber auch in Zukunft nicht um die herkömmlichen Dämmstoffe herumkommen.

Holz kann bessere Dämmwerte erzielen

Sie sprachen davon, dass Sie Holzdämmung optimieren wollen. Welche Werte sind da erreichbar?

Erreichbar ist ein Wert von 35 Milliwatt pro Meter/Kelvin oder sogar darunter, da sind wir nahe dran und wären damit vergleichbar zu EPS oder Steinwolle.

Was sind die Stellschrauben an denen Sie da drehen?

Der Herstellungsprozess, die Größe, die Form und die Ausrichtung der Fasern. Da wird zum Beispiel die Faserrichtung modelliert und verbessert. Wichtig sind auch Wärmestrahlungsaustausch zwischen den Fasern und die Konvektion. Diese Faktoren gilt es zu beeinflussen: Wie kann ich den konvektiven Wärmeanteil reduzieren, wie kann ich den Strahlungsanteil und wie kann ich die Wärmeleitung in den Feststoffen reduzieren. An diesen Stellschrauben müssen wir drehen.

Wie nahe sind Sie diesen optimierten Produkten an der Marktreife?

Sehr nah. Wir gehen davon aus, dass die Marktreife in einem Jahr erfolgt.

Das hört sich so an, als ob bei Dämmstoffen insgesamt viel Dynamik herrscht?

Das stimmt. Alle renommierten Hersteller arbeiten sehr stark an der Weiterentwicklung der Werkstoffe, sowohl bei den herkömmlichen Dämmstoffen als auch bei den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen oder Superdämmstoffen. Da ist ein richtiger Innovationszug spürbar.

Heißt die U-Wert-Ralley ist nicht zu Ende?

Eher Nein, weil bessere U-Weret dank neuer Stoffe nicht eine höhere Dämmdicke bedeuten. Dämmstoffe sind sehr stark unter Druck geraten, und wir haben immer die Diskussion um Nachhaltigkeit von Dämmstoffen. Daran muss man weiterarbeiten.

Heißt das, dass es in fünf Jahren eine komplett neue Dämmstoffgeneration geben wird?

Es ist auf jeden Fall viel in Bewegung. Wir werden die herkömmlichen Dämmstoffe in Bezug auf die Nachhaltigkeit optimieren, Energieeinsatz bei der Produktion und ähnliches. Da wird viel passieren. Aber auch bei innovativen Dämmstoffen und nachwachsenden Rohstoffen.

von Pia Grund-Ludwig

Kategorien: Feeds from Partners

Steuerbonus: Dachdecker fordern klare Vorgaben

20. Januar 2020 - 9:28

Zum Jahresende 2019 haben Bundestag und Bundesrat den Steuerbonus für energetische Sanierungen durchgewunken. Damit ist das geänderte Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 wie geplant zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Für Hausbesitzer bedeutet das Steuer-Erleichterungen für zahlreiche Sanierungsmaßnahmen. Der Steuerbonus gilt für 10 Jahre.

Steuerlich gefördert werden zahlreiche energetische Sanierungsmaßnahmen: Sie reichen von der Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken über die Erneuerung der Fenster, Außentüren, Heizungs- und Lüftungsanlagen bis hin zum Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung. Auch die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind, fällt unter die Förderung. Der Steuerbonus gilt sowohl für Einzelmaßnahmen als auch für umfassende Sanierungen. Durchgeführt werden müssen die Sanierungen von einem Fachunternehmen, laut Bundesrat die Gewerke, die in der Anlage A der Handwerksordnung aufgeführt sind und deren Tätigkeitsgebiet die energetischen Maßnahmen umfasst. Beantragt wird der Bonus mit der jährlichen Einkommensteuererklärung.

Auch das aktuelle Aufstocken der KfW-Fördermittel im Bereich „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ begrüßt der Dachdeckerverband. Der Kreditbetrag steigt laut KfW für Wohngebäude ab 24. Januar 2020 um 20.000 Euro auf 120.000 Euro. Für Nicht-Wohngebäude erhöht sich der Tilgungszuschuss bei der Sanierung zum Erreichen eines KfW-Effizienzhaus-Standards um 10 Prozent.

Zu den Aufwendungen für energetische Maßnahmen gehören auch die Kosten für einen Energieberater, die mit bis zu 50 Prozent angesetzt werden können. Voraussetzung ist, dass dieser durch den Steuerpflichtigen mit der planerischen Begleitung oder Beaufsichtigung der energetischen Maßnahmen beauftragt worden ist. Der Berater muss allerdings vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als fachlich qualifiziert zum Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude“ zugelassen sein. Zwingend vorgeschrieben ist der Einsatz eines Energieberaters für die steuerliche Förderung allerdings nicht. Quelle: ZVDH / sth

Kategorien: Feeds from Partners

Eigenverbrauch ist Option für ältere PV-Anlagen

20. Januar 2020 - 7:34

Um die Anlage weiter profitabel betreiben zu können, sollten die Eigentümer unter anderem auf den Eigenverbrauch des Solarstroms umstellen. Auch Batteriespeicher sind hier sehr bald eine wirtschaftliche Option. Was nicht selbst verbraucht werden kann, können die Eigentümer an spezialisierte Stromabnehmer verkaufen, so Franz Pöter vom Solar Cluster. Erste Anbieter auch für die Vermarktung von Strom aus Kleinanlagen gibt es bereits.

Eigentümer, die zu Beginn der 2000er-Jahre eine Photovoltaikanlage errichtet haben, speisen ihren gesamten Strom in das öffentliche Stromnetz ein. Die Solaranlagen waren damals recht teuer, die hohe Vergütung von rund 50 Cent pro Kilowattstunde ermöglichte einen gewinnbringenden Betrieb trotz der hohen Anschaffungskosten. Nun wird für diese alten Anlagen bald die Einspeisevergütung wegfallen: 2021 werden es laut Bundesverband Solarwirtschaft gut 10.000 Photovoltaikanlagen sein. Bis 2026 steigen die Zahlen um den Faktor 20. In den Jahren 2029 bis 2032 fallen dann noch einmal besonders viele Anlagen aus der Förderung. Bis 2033 läuft die Vergütung für insgesamt mehr als eine Million Solaranlagen aus. Ein massenhafter Abbau der klimafreundlichen Stromerzeugungsanlagen wäre nicht nur für die Betreiber ein Verlust, sondern auch ein ökologischer Unsinn.

Für Betreiber von Ü20-Photovoltaikanlagen stellt sich daher die Frage, ob und wie sie die Anlagen nach Förderende wirtschaftlich weiterbetreiben können. Technisch sind die Anlagen dazu allemal in der Lage – Solarstrommodule haben meist eine Lebensdauer von 30 Jahren oder sogar mehr.

Auf Eigenverbrauch umstellen und ihn erhöhen

Bei kleineren Dachsolaranlagen, deren Stromerzeugung in einer ähnlichen Größenordnung liegt wie der Stromverbrauch der Bewohner, lohnt sich ein Weiterbetrieb in der Regel. „Betroffene Hauseigentümer sollten den Solarstrom zuallererst selbst verbrauchen“, rät Franz Pöter vom Solar Cluster. Dafür ist in der Regel nur ein kleiner Umbau am Zählerschrank nötig. In Wohnhäusern wird dauerhaft Strom benötigt, etwa für Kühlschränke und andere elektrische Geräte. Diesen Verbrauch kann die Solaranlage tagsüber oft abdecken. „Je nach Größe der Anlage und des Stromverbrauchs können typischerweise rund 20 bis 30 Prozent des Solarstroms ganz einfach genutzt werden“, so Pöter. „Wer den Anteil noch erhöhen will, verlagert den Stromverbrauch von Geschirrspülmaschine oder Waschmaschine ebenfalls in die Mittagszeit.“ So kann man 30 bis 40 Prozent des Solarstroms selbst verbrauchen. Viele Wechselrichter und deren Auswerteplattformen zeigen auch per App an, wann Stromüberschuss aus der Solaranlage zu erwarten ist und größere Stromverbraucher im Haus angeschaltet werden können.

Warum lohnt sich das? Solarstrom vom Dach kostet bei den abgeschriebenen Kleinanlagen nur noch netto rund zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde – es sind ja lediglich Ausgaben für Zähler und gegebenenfalls Wartung, Reparaturen und Versicherung aufzuwenden. Hinzu kommen rund 2,7 Cent pro Kilowattstunde anteilige EEG-Umlage: Solaranlagen unter zehn Kilowatt installierter Leistung, die noch die Einspeisevergütung erhalten, sind von dieser Regelung verschont. Auf den erzeugten Strom aus Anlagen dieser Größe, die aus der Förderung gefallen sind, sind jedoch 40 Prozent der EEG-Umlage fällig. Wer nun den insgesamt rund 5,5 Cent pro Kilowattstunde kostenden Solarstrom für die Elektrogeräte im Haus nutzt und dafür keinen Netzstrom für aktuell netto 26 Cent pro Kilowattstunde kaufen muss, spart also etwa 20 Cent pro Kilowattstunde.

Batterien werden sich bei Ü20-Anlagen bald lohnen

Den lukrativen Eigenverbrauch kann man mit Batteriespeichern weiter erhöhen. Anteile bis 70 Prozent sind dann möglich. Ob ein Speicher für aus der Förderung gefallene Solaranlagen wirtschaftlich ist, können Hauseigentümer ganz einfach berechnen: Ersetzt der Solarstrom aus dem Speicher den Bezug von Netzstrom, ergibt sich derzeit der bereits genannte Profit von netto gut 20 Cent pro Kilowattstunde. Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren und 250 Zyklen im Jahr können so pro Kilowattstunde Energieinhalt 2.500 mal 21 Cent und damit 510 Euro Stromkosten gespart werden. Zieht man die Verluste im Speicher ab, so reduziert sich der Wert um 10 bis 25 Prozent. Rechnet man eine moderate Strompreissteigerung von zwei Prozent pro Jahr mit ein, kommt man auf knapp 600 Euro „Verdienst“ durch den Speicher. „Inzwischen gibt es bereits Systeme mit zehn Jahren Garantie, die inklusive Leistungselektronik und Mehrwertsteuer 800 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt kosten“, sagt Pöter „Da die Speicher immer günstiger werden, wird es also nicht mehr lange dauern, bis sich die Speicherung aus den Ü20-Anlagen lohnt.“ 

Tipp: Besonders lukrativ ist die Erhöhung des Eigenverbrauchs, wenn bereits ein E-Auto vorhanden ist. Eine weitere Investition ist dann nicht mehr nötig. Nutzt ein Elektroauto den normalen Haushaltsstrompreis von netto 26 Cent pro Kilowattstunde, verursacht es auf 100 Kilometer Fahrtkosten rund fünf Euro. Nimmt man stattdessen den eigenen Solarstrom mit Erzeugungskosten von vier Cent pro Kilowattstunde, sinken die Kosten des gewählten Beispielautos auf unter ein Euro auf 100 Kilometer. Gegenüber Strom aus dem Stromnetz ergibt sich eine Ersparnis um 80 Prozent. Auch mit bestehenden Wärmepumpen lässt sich der Eigenverbrauch übrigens gewinnbringend steigern.

Restbetrag des erzeugten Stroms verkaufen

Was selbst mit Batterie nicht selbst verbraucht werden kann, können Anlageneigentümer an einen Direktvermarkter verkaufen. Bislang gab es solche Modelle nur für Anlagen über 30 oder gar 60 Kilowatt installierter Leitung. Das ändert sich aber inzwischen: Erste Anbieter für Kleinanlagenbetreiber gibt es bereits. Diverse Start-ups aber auch etablierte Energieversorger zielen darauf ab, den erzeugten Strom vom Hausdach zwischen Erzeuger und Verbraucher zu vermitteln.

Die digitale Plattform „virtuelles Kraftwerk“ der EnBW Energie Baden-Württemberg etwa ermöglicht es Eigentümern von Photovoltaikanlagen, ihren Strom an der Energiebörse direkt zu vermarkten. Bereits ab einer installierten Leistung von einem Kilowatt können Hauseigentümer die Dienstleistung in Anspruch nehmen. Damit ist die EnBW auf dem Markt das bislang einzige Unternehmen. Über das virtuelle Kraftwerk kann die EnBW die Erzeugung ihrer Kunden prognostizieren und die erzeugte Energie verkaufen – auch bei teilweisem Eigenverbrauch. Die Vergütung liegt auf der Höhe des Börsenstrompreises, aktuell rund fünf Cent pro Kilowattstunde, abzüglich einer Gebühr.

Fazit des Solar Clusters Baden-Württemberg: Mit den Möglichkeiten Eigenverbrauch, der künftigen Nutzung von Batterien und dem Verkauf des überschüssigen Solarstroms können Eigentümer auch nach der wegfallenden Einspeisevergütung ihre Hausdachanlage wirtschaftlich betreiben. Quelle: Solarcluster Baden-Württemberg / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Richtlinie definiert sichere Befestigung von Heizkörpern

17. Januar 2020 - 10:22

Heizkörper im Sinn der Richtlinie sind beispielsweise Flachheizkörper, Heizwände, Konvektoren, Designheizkörper (wie Handtuchtrockner, Garderobenheizkörper) und Röhrenradiatoren – unabhängig davon, ob sie an Zentralheizungsnetze angeschlossen sind oder autark betrieben werden.

Belastungen auf Heizkörperbefestigungen im Privathaushalt sind nicht mit denen im öffentlichen Bereich gleichzusetzen. Aus diesem Grund sind in der Richtlinie drei Anforderungsklassen definiert, vom Privathaushalt mit dem dort üblichen hohen Maß an Umsicht bis hin zu Sportstätten oder Schulen, in denen es vorhersehbar etwas rauer zugeht. Für Sonderfälle wurde noch eine „nach oben offene Klasse“ angefügt. Für die Industrie bedeutet dies, dass für die diversen Heizkörper und Anforderungsklassen, unter Berücksichtigung der verwendeten Dübel und Wandbaustoffe, Heizkörperkonsolen benötigt werden.

Die Montage von Heizkörpern und ihren Befestigungssystemen ist nicht Gegenstand dieser Richtlinie. Bei der Bemessung von Heizkörperbefestigungen wird davon ausgegangen, dass diese ordnungsgemäß und fachgerecht montiert werden und dieser Zustand über die gesamte Lebensdauer sichergestellt wird. Berücksichtigt werden dabei die sich aus dem bestimmungsgemäßen Gebrauch und vorhersehbarer Fehlnutzung ergebenden Lasten. Mit den errechneten Werten können Mindestanforderungen an Befestigungsvorrichtungen für den jeweiligen Einsatzfall festgelegt werden, um ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.Quelle: VDI / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Smart Friends spricht jetzt auch mit Google

17. Januar 2020 - 7:44

„Ok Google – guten Morgen“ – die Rollläden fahren hoch und das Licht geht an. Befehle wie dieser sind längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern gehören zum smarten Zuhause der Gegenwart. Und das lässt sich mit überschaubarem Einsatz ganz einfach umsetzen. Seit kurzem unterstützt das Smart Friends-System die Sprachsteuerung von Google Home. Smart Friends ist eine Kooperation von Abus, Paulmann, Schellenberg und Steinel im Bereich Smart Home. Bei motorisierten Rollläden etwa bietet die mit Smart Friends kompatible Antriebstechnik von Schellenberg allen Heimwerkern eine smarte Lösung, die sich ein erweiterbares Smart Home wünschen. Insgesamt gibt es mittlerweile im Smart-Friends-System mehr als 100 kompatible Produkte aus den Bereichen Antriebs-, Licht-, Sicherheits- und Sensortechnik.

Wer möchte, dass Rollläden, Sicherheitslösungen, Beleuchtung und Co. nicht nur auf Tastendruck, sondern auch auf das eigene Wort reagieren, der findet die passende Lösung beispielsweise in der Kombination von Schellenberg-Antriebstechnik, der Smart Friends Box und einem Google Home-Sprachassistenten. Werden die  Produkte  in Smart Friends eingebunden, lassen sie sich komfortabel per App steuern, untereinander vernetzen und individuell automatisieren. Wird zusätzlich Google Home mit dem System verbunden, lassen sich diese Funktionen auch bequem per Sprachsteuerung ausführen. So können dann einzelne oder mehrere Geräte auf einmal per Sprachbefehl bedient werden. Letztere auch in sogenannten Szenen, also vorab definierten Aktionen verschiedener Produkte in Kombination

Ob es um die richtige Lichtstimmung im Wohnzimmer, die perfekte Temperatur im Badezimmer oder die der Sonneneinstrahlung angepasste Position der Rollläden geht: „Ok Google“, gefolgt von dem entsprechenden Sprachbefehl, sorgt genau dafür. Um Vielfalt und Zukunftssicherheit im Smart Home zu gewährleisten, spricht die Smart Friends Box viele Sprachen: Sie unterstützt zusätzlich zum Funk-Protokoll von Schellenberg auch die beiden weit verbreiteten Standards ZigBee und Z-Wave. Dies ermöglicht die nachträgliche Integration bereits installierter Smart Home-Technik und eine Kompatibilität zu vielen Lösungen anderer Anbieter smarter Haustechnik. Über ZigBee lassen sich so zum Beispiel Lichtprodukte von Ikea in das smarte Zuhause integrieren.

Was genau im Smart Home mittels Sprache gesteuert werden soll, legt der Nutzer für jedes Produkt einzeln fest. Damit behält er die volle Kontrolle. Sicherheitsprodukte sind dabei grundsätzlich nur eingeschränkt aktivierbar, sodass zum Beispiel ein Einbrecher den Funk-Sicherheits-Alarmgriff für Fenster nicht über Sprachsteuerung ausschalten kann. Ein weiteres Sicherheitsplus: die Verbindung von Google Home mit den smarten Antriebslösungen erfolgt über die Smart Friends Box – und diese sorgt mit einer eigenen Firewall für den Schutz der Daten. Quelle: Schellenberg / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Baugenehmigungen lagen 2019 im Plus

16. Januar 2020 - 10:08

"Der leichte Aufwärtstrend bei den heute veröffentlichten Baugenehmigungszahlen ist ein positives Zeichen, der sich aber noch deutlich verstärken muss. Mit anderen Worten: Die grobe Richtung stimmt, aber insgesamt reicht dieser Anstieg leider immer noch nicht aus. Um das zu ändern, müssen Bund, Länder und Kommunen endlich gemeinsam an einem Strang ziehen, um wirksame Maßnahmen für schnelleren und günstigeren Wohnungsneubau in die Tat umzusetzen. Nur so kann 2020 zu einem echten Bau-Jahr für bezahlbaren Wohnraum werden", kommentiert Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Neben der reinen Zahl der Genehmigungen komme es aber vor allem darauf an, ob am Ende das Segment des für die Bevölkerung bezahlbaren Bauens und Wohnens gestärkt werde. Grundstückspreise, regionale Baukapazitäten, zusätzliche Auflagen an den Bau durch Kommunen und Bauordnungen einzelner Bundesländer sowie die Höhe der Grunderwerbsteuer der jeweiligen Länder sind hier bestimmend. Aber auch die Frage, ob ein Bau direkt für eine angestrebte, sozial verantwortliche Miete entsteht, ist am Ende bedeutsam für die Preisbildung.

Der Beschluss der Bauministerkonferenz, die Typengenehmigung in die Musterbauordnung aufzunehmen, sei ein wichtiges gemeinsames Signal von Bund und Ländern, so Gedaschko. Es liege jetzt an den Ländern, die Richtlinien der Musterbauordnung zügig in ihre Landesbauordnungen aufzunehmen, und an den Kommunen und Unternehmen, das Instrument des Mitarbeiterwohnens auch anzuwenden. "Bund, Länder und Kommunen müssen bei der nationalen Aufgabe, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, noch viel stärker an einem Strang ziehen und dürfen nicht weiter wertvolle Zeit verstreichen lassen", sagte Gedaschko.

Doch ein Zuwachs bei den Genehmigungen bedeutet nicht unbedingt, dass auch mehr gebaut wird. Das betonte Heiko Werf, Geschäftsführer von Baumit Deutschland auf der Auftaktpressekonferenz des Allgäuer Baufachkongresses. Viele Projekte würden gar nicht realisiert oder erst sehr viel später fertiggestellt. Das liege am zunehmenden Fachkräftemangel. Er zitierte Zahlen des Forschungsinstituts für Wärmedämmung. Danach müssen bis 2050 215.000 neue Arbeitsplätze entstehen damit die Klimaziele im Gebäudebereich zu erreichen sind. pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Wetterdaten machen die Heizungssteuerung intelligenter

15. Januar 2020 - 9:35

Viele Heizungen werden heute anhand der Außentemperatur gesteuert. Sensoren messen die Außenluft, die Anlage passt daraufhin die Raumtemperatur an. Das Konzept hat jedoch eine große Schwäche. Bis die Heizung reagiert hat, dauert es. Kommt plötzlich die Sonne durch, wird der Raum unangenehm warm, Bewohner reißen die Fenster auf. Die Folge: Ineffizienz. „Hier liegt doppeltes Verbesserungspotenzial“, sagt der Elektroingenieur Stefan Ineichen vom Institut Elektrotechnik des Departements Technik und Architektur an der Hochschule Luzern (HSLU). „Beim Energieverbrauch der Heizung und beim Komfort für die Bewohner.“

Vor allem Start-ups bieten nun serienreife Lösungen des Problems an. Statt auf Messungen von Temperaturfühlern zurückzugreifen, nutzen sie für ihre Systeme die Wetterprognosen. Das Prinzip: Steht ein verhältnismäßig warmer Tag an, heizt die Anlage von Vornherein nicht so stark wie üblich. Droht hingegen ein Kälteeinbruch, dreht die Heizung schon frühzeitig auf. Dafür greift die smarte Heizsteuerung auf reguläre Online-Wetterberichte zurück, die Nutzer etwa auch über ihr Smartphone einsehen können. Darunter fallen Daten wie die Lufttemperatur, Windgeschwindigkeiten, Sonnenscheindauer, Luftfeuchte, Niederschlagsmengen und Unwetterwarnungen. Die meisten Anbieter versprechen je nach Gebäude eine Energieersparnis von zehn bis 20 Prozent – selbst bei bereits sanierten Immobilien.

Tado bringt Wetterdaten ins Heizkörperthermostat

Zu den Marktführern für den privaten Bereich gehört Tado. Die Heizkörperthermostate des Münchener Unternehmens besitzen eine integrierte Wettervorhersagesteuerung und passen das Heizsystem je nach Wetterbericht an. Auch eine Klimaanlage lässt sich einbinden. In einer Smartphone-App weist Tado dann aus, wie viel durch die Maßnahmen eingespart werden konnte. Darin werden zudem Wetterdaten wie etwa der Pollenflug oder die Schadstoffbelastung der Außenluft angezeigt, damit Nutzer darauf reagieren können. Neben den Wetterdaten macht das Thermostat die Heizleistung aber auch von offenen Fenstern und Türen abhängig, oder davon, ob die Bewohner Zuhause sind oder nicht. Das smarte Thermostat samt Internet-Bridge und Montagezubehör kostet rund 200 Euro, für einzelne Heizkörper-Thermostate zahlen Kunden rund 80 Euro. Für den vollen Funktionsumfang der dazugehörigen App müssen Nutzer noch einmal drei Euro monatlich bezahlen.

Auch der Mini-Server von Controme fragt permanent die Wettervorhersage für den jeweiligen Standort ab. Bewohner können per Onlineanwendung sogar die Intensität der Maßnahmen je nach Raum einstellen. Der Miniserver kostet ebenfalls rund 200 Euro, monatliche Kosten gibt es hingegen nicht. Auf ein ähnliches Prinzip setzt außerdem Egain. Das schwedische Unternehmen bietet seine Infrastruktur aber vor allem für große Liegenschaften und Wohngebäude oder Gewerbebetriebe an. Egain vernetzt mithilfe eines Hubs die Heizungsanlage mit einer Cloud, die unter anderem die Wetterdaten des aktuellen Tages sowie des Tags darauf beinhaltet. Das System aktualisiert sich laufend und passt die Raumtemperatur daraufhin an. Hinzu kommt: Die Wetterdaten füttern einen selbstlernenden Algorithmus. Das System kann die Heizungssteuerung also anhand erkannter Muster weiter optimieren.

Prozentuale Energieeinsparung derzeit im einstelligen Bereich

Wie viel die wetterdatenbasierte Heizsteuerung bringt, haben einige Forschungsinstitute bereits untersucht, darunter das Institut für Technische Gebäudeausrüstung (ITG) Dresden. Für eine Simulationsstudie testeten die Wissenschaftler das Einsparpotenzial von verschiedenen digitalen Zusatzlösungen. Auf Ergebnisse, wie sie manche Anbieter versprechen, kam das Institut dabei jedoch nicht. In ihrer Simulation reduzierte sich der Energieverbrauch durch eine auf Wettervorhersagen gestützte Heizungsabschaltung um rund sieben Prozent – für ein typisches Einfamilienhaus und bei einer Solltemperatur von 20 Grad. Zwar bezieht sich dieser Wert nur auf das Potenzial ohne sonstige raumindividuelle Regelungen. Dennoch: Andere smarte Tools erzielten da – einzeln betrachtet – einen deutlich besseren Effekt: Mit einer automatischen Abwesenheitserkennung über die Smartphones der Hausbewohner ließ sich mehr als dreimal so viel einsparen.

Das bloße Potenzial des Wetterberichts als Einsparer könnte in den kommenden Jahren aber noch deutlich wachsen. Denn die Wetterprognosen werden im Laufe der Zeit präziser. Satellitentechnik ermöglicht ein immer besseres Bild der Wetterverhältnisse auf der Erde, Standorte lassen sich immer genauer bestimmen – und damit auch der Energiebedarf für jedes einzelne Haus. Hinzu kommen leistungsstärkere Computer. Zum Vergleich: Eine Fünf-Tage-Prognose, berichten zumindest Wissenschaftler der Pennsylvania State University, ist heute so präzise wie eine Ein-Tages-Prognose vor 40 Jahren.

Und auch für die zunehmend grüne Energieproduktion dürften die Prognosen der Meteorologen immer wichtiger werden. Denn wer in den Wetterbericht schaut, der kann etwa Solaranlage, Batteriespeicher und Verbrauch besser koordinieren. Zu diesem Ergebnis kam bereits vor zwei Jahren auch HSLU-Forscher Ineichen in einem dreimonatigen Testlauf. Ein Heizungsspeicher, der aus unterschiedlichen Quellen gespeist wurde, versorgte dabei ein Testhaus mit Wärme. Das Ziel: möglichst viel durch Solarenergie abzudecken. „Die Herausforderung bestand darin, einerseits nicht unnötig Wärme mit der Wärmepumpe auf Vorrat zu produzieren und andererseits sicherzustellen, dass immer genügend Heizenergie zur Verfügung steht“, erklärten die Forscher. Hier half der Wetterbericht: „Der Wärmebedarf und das Potential an erneuerbarer Energie lässt sich mit der Wetterprognose abschätzen“, sagt Ineichen. „Mit Simulationen ermittelt die Regelung automatisch, wann die Wärmepumpe eingeschaltet werden muss, um Versorgungslücken zu füllen.“ Das Ergebnis war beachtlich: Im Schnitt konnte er die Nutzung von erneuerbaren Energien um rund 20 Prozent steigern. von Laurin Meyer

Kategorien: Feeds from Partners

Immobilienverwalter begrüßen Referentenentwurf zur WEG-Reform

15. Januar 2020 - 7:46

„Im Interesse der Branche aber auch der Wohnungseigentümer freuen wir uns, dass das BMJV seine Ankündigung wahr gemacht hat, einen Entwurf für eine weitreichende Reform des WEG vorzulegen”, betont VDIV-Deutschland-Geschäftsführer Martin Kaßler. „Mehr Rechtssicherheit, mehr Verbraucherschutz und erleichterte Beschlussfassungen beispielsweise bei baulichen Veränderungen und Sanierungsmaßnahmen waren längst überfällig.”

Der Referentenentwurf, der sich eng am Abschlussbericht der offenen Bund-Länder-Arbeitsgruppe orientiert, enthält unter anderem Neuregelungen zum Einbau von Ladestationen für Elektromobile. Die vom Bundesrat zuletzt geforderten vorgezogenen Änderungen am WEG, gegen die sich der VDIV Deutschland wie auch die Bundesregierung nachdrücklich aussprachen, werden dadurch hinfällig.

Neuregelung der Zustimmungsquoren für bauliche Maßnahmen

Bauliche Maßnahmen zur Errichtung einer Lademöglichkeit für elektrisch betriebene Fahrzeuge, zur Barrierereduzierung sowie zum Einbruchsschutz werden im Referentenentwurf privilegiert. Sie sollen nicht mehr der Zustimmung aller Wohnungseigen­tümer bedürfen. Stattdessen soll jeder Eigentümer grundsätzlich einen Rechtsanspruch darauf haben und die damit verbundenen Kosten selbst tragen.

Der Entwurf leistet „einen wichtigen Beitrag für das Erreichen der Klimaziele”, wie es vom BMJV heißt. So wird nicht nur der Einbau von Ladeinfrastruktur rechtlich erleichtert, auch andere bauliche Veränderungen werden durch eine Neuregelung der Zustimmungsquoren unterstützt. „Da Wohnungseigentumsanlagen nicht zuletzt aufgrund der aktuellen rechtlichen Vorgaben für die Beschlussfassung häufig einen erhöhten Sanierungsbedarf aufweisen und nicht mehr zeitgemäß sind, begrüßen wir diesen Schritt nachdrücklich”, so Kaßler. Bauliche Maßnahmen sollen grundsätzlich mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen werden können. Die überstimmte Minderheit wird dabei mit einer differenzierten Regelung zur Kostentragung vor unangemessenen Belastungen geschützt.

Stärkung der Eigentümerversammlung als Beschlussorgan

Die Wohnungseigentümerversammlung soll als zentraler Ort der Entscheidungsfindung aufgewertet werden, indem die Ladungsfrist von zwei auf vier Wochen verlängert wird. Zudem sieht der Referentenentwurf vor, das Beschlussfähigkeits­quorum aufzuheben, so dass Versammlungen unabhängig von der Zahl der vertretenen Miteigentumsanteile beschlussfähig sind.

„Erfreulich ist, dass die Chancen der Digitalisierung genutzt werden sollen, indem die Online-Teilnahme an Versammlungen und die elektronische Beschlussfassung gestattet werden”, betont der VDIV-Deutschland-Geschäftsführer. Die gesetzlichen Vorgaben stehen damit insbesondere dem Fassen einstimmiger Beschlüsse über entsprechende Plattformen oder Apps nicht mehr im Wege.

Der Verwaltungsbeirat soll gestärkt werden, indem dessen Größe an den Bedarf der jeweiligen Gemeinschaft angepasst werden kann und die Haftung seiner Mitglieder beschränkt wird. Zudem soll der Verwalter für alle gewöhnlichen Maßnahmen, die aus objektiver Sicht keine Entscheidung der Wohnungseigentümer erfordern, zuständig sein. So soll die Handlungsfähigkeit erhöht und der Bedarf an zusätzlichen Eigentümerversammlungen reduziert werden. Um die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums noch effizienter zu gestalten, soll die Rolle der rechtsfähigen Gemeinschaft der Wohnungseigentümer klar konzipiert und ihre Teilnahme am Rechtsverkehr vereinfacht werden.

Mit einer klareren Fassung der Vorschriften zu Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung, baulichen Veränderungen und zur Entstehung der rechtsfähigen Gemeinschaft soll das Streitpotenzial in Eigentümergemeinschaften reduziert werden. Ergänzend hierzu soll eine Änderung der gerichtlichen Verfahrensvorschriften eine effiziente Streitbeilegung fördern. So sind künftig beispielsweise Beschlussanfechtungsklagen gegen die Gemeinschaft zu richten statt alle Wohnungseigentümer zu verklagen.

Harmonisierung von Wohnungseigentums- und Mietrecht

Jedes Jahr befassen sich deutsche Gerichte mit über 250.000 wohnungseigentums- und mietrechtlichen Auseinandersetzungen. Ursache ist die fehlende Harmonisierung beider Rechtsgebiete. Der VDIV Deutschland begrüßt daher, dass der Referentenentwurf auch dieses Thema umfangreich behandelt. Er sieht aufeinander abgestimmte Regelungen zur Förderung der Elektromobilität, des Gebrauchs durch Menschen mit Behinderung und zum Einbruchsschutz vor, zur Betriebskostenabrechnung und eine auf Baumaßnahmen bezogene Duldungspflicht des Mieters.

„Obwohl die Bund-Länder-Arbeitsgruppe die Forderung nach einem Sachkundenachweis für Wohnimmobilienverwalter in ihrem Abschlussbericht unterstützt, fehlt dieser im nun vorgelegten Referentenentwurf. Dabei managen Immobilienverwaltungen ein Billionenvermögen und die private Altersvorsorge von Millionen Verbrauchern. Jedes Jahr kommt es durch fehlerhafte Verwaltung zu Schäden von 200 Millionen Euro für Wohnungseigentümer und Mieter. Der Sachkundenachweis ist ein elementarer Faktor für mehr Verbraucherschutz. Erfreulicherweise wird seine Relevanz auch in der Politik immer mehr anerkannt. Wir werden daher auch im weiteren Verfahren darauf hinwirken, dass er in die WEG-Novelle Eingang findet”, so Kaßler abschließend.

Den Referentenentwurf des BMJV können Sie hier herunterladen: www.vdiv.de/weg-reform. Quelle: VDIV / sth

Kategorien: Feeds from Partners

Bausparkassen beraten häufig nicht gut

15. Januar 2020 - 7:43

Die Beratungs­fehler könnten für die Kunden sehr teuer werden, so die Zeitschrift weiter. Ein Bauspar­vertrag sei eine prima Idee für Sparer, die in einigen Jahren eine Immobilie kaufen oder reno­vieren möchten und sich jetzt die nied­rigen Zinsen lang­fristig sichern wollen. Doch der Vertrag müsse gut auf den Kunden abge­stimmt sein.

Mehrere Dutzend Tester haben im Auftrag der Stiftung Warentest je sieben Gespräche zu drei verschiedenen Szenarien geführt. Die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg erzielte als einzige gerade noch ein Gut, die Alte Leipziger schnitt als beste bundes­weite Bausparkasse mit Befriedigend ab. Die meisten kamen über ein Ausreichend nicht hinaus. Drei fielen mit Mangelhaft durch.

Der gravierendste Fehler: Viele Bausparkassen empfahlen zu hohe Bausparsummen. Für den Kauf einer Immobilie in zehn Jahren mit 400 Euro Sparrate im Monat hätten meist 100 000 bis 120 000 Euro gereicht. Viele Berater empfahlen 150 000 bis 300 000 Euro. Durch über­höhte Bausparsummen kam die Zuteilung bei jedem vierten Angebot im Test mindestens ein Jahr zu spät. Einige Verträge hätten sogar erst 5 bis 15 Jahre nach dem Wunsch­termin zugeteilt werden können. Kunden müssen dann ihre Pläne ändern oder bis zur Zuteilung einen Zwischen­kredit aufnehmen, und das kann teuer werden. Quelle: Finanztest / sth

Kategorien: Feeds from Partners

Schonfrist für alte Holzfeuerungen läuft Ende 2020 aus

14. Januar 2020 - 9:15

Kamin- und Kachelöfen erhöhen in der kalten Jahreszeit den Wohnkomfort CO2-neutral. Außerhalb der eigenen vier Wände sorgen die rund elf Millionen Anlagen in Deutschland jedoch für Feinstaub in der Luft. Seit 2015 müssen neue Einzelraumfeuerstätten daher strengere Auflagen erfüllen. Jetzt endet auch die Übergangsfrist für vor dem 1. Januar 1995 errichtete Feuerstätten. Der Staubgrenzwert liegt nun bei 0,15 Gramm pro Kubikmeter Abgas, der Kohlenmonoxid-Grenzwert bei vier Gramm pro Kubikmeter. Gesetzliche Grundlage ist die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen, die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Für vor 1985 errichtete Anlagen endete die Frist bereits am 31. Dezember 2017.

Partikelfilter helfen nicht gegen Kohlenmonoxid

„Weist die Feuerstätte zu hohe Staubemissionen auf, kann der Einbau eines Partikelfilters den Ausstoß unter die verlangte Schwelle senken“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Ist der Ausstoß von Kohlenmonoxid zu hoch, hilft dagegen nur eine Stilllegung des alten Ofens.“ Das unsichtbare, giftige Gas wird durch keinen Filter entfernt. Experten gehen von 200.000 bis zwei Millionen Öfen mit zu hohen Emissionen aus.

Ob ein Ofen in die fragliche Altersklasse vor 1995 fällt, lässt sich anhand des Typenschilds ermitteln. „Ist das Datum auf den alten Schildern nicht mehr feststellbar oder fehlt das Typenschild ganz, lohnt sich ein Blick in die Herstellerbescheinigung, auch Prüfstandsmessbescheinigung genannt“, sagt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. Gebe es auch hierzu keine Unterlagen, könnten Hauseigentümer im Internet auf einer Datenbank des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik nachschauen, so Knapp. Hier steht auch, jedoch nicht für alle Kaminöfen, die Höhe der Emissionen. Hilft auch das nicht weiter, empfiehlt sich der Kontakt zu einem Fachmann des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks. Können Baujahr oder Emissionshöhe nicht festgestellt werden, muss die Feuerstätte ersetzt werden.

Bei Ü25-Öfen lohnt sich ein Austausch meistens

Experten empfehlen, bei den über 25 Jahre alten Anlagen auf eine Emissionsmessung und eine mögliche Nachrüstung zu verzichten. „Messung und Nachrüstung sind in vielen Fällen teurer als ein kompletter neuer Ofen“, erklärt Knapp. Messungen kosten 100 bis 300 Euro, Partikelfilter gegen Staub inklusive Einbau bis zu 1.500 Euro. Für diesen Betrag erhalten Hauseigentümer bereits ein neues Gerät mitsamt Installation.

Ein kompletter Austausch bietet weitere Vorteile. Neue Holzfeuerungen stoßen bis zu 85 Prozent weniger Emissionen aus als viele Altgeräte und benötigen bis zu einem Drittel weniger Brennstoff. Durch ihren höheren Wirkungsgrad sind die neuen Anlagen energiesparender. Die Investition rentiert sich deshalb. „Allein deshalb sollte der Ofentausch nicht auf die lange Bank geschoben werden“, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Auch bei alten Anlagen, die die Vorgaben erfüllen, sollten Hauseigentümer über eine Erneuerung nachdenken. Bei ihnen wird ein Austausch ebenfalls zu geringeren Betriebskosten führen.

Hinzu kommt: Neue Öfen erfüllen die Stufe zwei der 1. BImSchV und dürfen aufgrund ihrer emissionsarmen Technik auch an Tagen mit Feinstaubalarm betrieben werden. Für Hauseigentümer in feinstaubgeplagten Städten wie Stuttgart ist das ein enormer Vorteil.

Welche Öfen fallen unter die Regelung?

Alle ummauerten Feuerstätten wie Kamin- oder Kachelöfen mit einem industriellen Heizeinsatz und einer Leistung von mindestens vier Kilowatt fallen unter die Verordnung. Sie müssen außerdem mit einer Tür verschließbar sein. Raumheizer wie Schwedenöfen, die nicht über eine Ummauerung verfügen, müssen ebenfalls nachgerüstet werden.

Für offene Kamine, handwerklich errichtete Grundöfen und Kochherde sowie geschlossene Kamine, die auch im offenen Zustand betrieben werden dürfen, gilt die Regelung nicht. Historische Kaminöfen, die nachweislich vor dem 1. Januar 1950 errichtet wurden, fallen ebenfalls nicht unter die Verordnung. Haben die Eigentümer den Ofen jedoch im Laufe des Betriebs in Haus oder Wohnung umgesetzt, wird er vom Gesetzgeber als Neuanlage behandelt. Für ihn endet dann auch am 31. Dezember 2020 die Schonfrist. Quelle: Zukunft Altbau / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Für Gebäudesanierung gibt es mehr Geld

14. Januar 2020 - 7:10

Die Heizungsförderung für Einzelmaßnahmen wie auch für bestimmte Maßnahmenpakete (Heizungspaket) werden nun nicht mehr über die KfW gefördert, sondern über das Bafa. Für den Neueinbau von Ölheizungen gibt es kein Fördergeld mehr, aber seit dem 1. Januar eine Austauschprämie für alte Ölheizungen. Beim Umstieg auf rein regenerative Energien erstattet das Bafa bis zu 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Die Festbetragsförderung wird auf eine prozentuale Förderung umgestellt.

Kombination mit Erneuerbaren ist notwendig

Für Gasbrennwertanlagen erhalten Bauherren nur dann Förderung, wenn sie diese mit erneuerbaren Energien kombinieren. Bei Gas-Hybridsystemen erstattet das BAFA bis zu 40 Prozent der Investitionskosten, wenn der Anteil erneuerbarer Energien mindestens 25 Prozent beträgt. Ein weiterer Anreiz zum Umstieg ist der C02-Preis. Für 2021 ist ein Einstieg mit einem Preis von 25 Euro pro Tonne CO2 für Kraft- und Brennstoffe des Verkehrs- und des Gebäudebereichs vorgesehen.  Der CO2-Preis steigt 2022 auf 30 Euro pro Tonne CO2, 2023 auf 35 Euro, 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro.

„Bei Heizungen auf Basis fossiler Energien werden sich die Energiekosten durch den geplanten CO2-Preis künftig deutlich erhöhen. In den ersten fünf Jahren beträgt der Zuschlag für einen jährlichen Verbrauch von 2.000 Liter Heizöl insgesamt rund 1.200 Euro. In Zukunft soll dieser weiter steigen“ schätzen die Experten des Baden-Württembergischen Informationsprogramms „Zukunft Altbau“.

Höhere Fördersätze gelten ab Januar

Es gab jedoch nicht nur Änderungen bei der Förderstrategie, auch die Fördersätze selbst wurden angehoben. Die höheren Sätze gelten ab dem 24. Januar. Bei der Kreditförderung erhöht sich für die Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus sowie energetische Einzelmaßnahmen der jeweilige Tilgungszuschuss um 12,5 Prozentpunkte. Beim Bau oder Kauf eines neu gebauten KfW-Effizienzhauses erhöht sich der Tilgungszuschuss um 10 Prozentpunkte.

Der Investitionszuschuss für die Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus oder energetische Einzelmaßnahmen erhöht sich um jeweils 10 Prozentpunkte. Für die Durchführung von Einzelmaßnahmen beispielsweise steigt der Zuschuss von 10 auf 20 Prozent der förderfähigen Kosten an. Die maximal förderfähigen Investitionskosten bleiben hier bei 50.000 Euro, die Höhe der maximal geförderten Kosten je Wohneinheit verdoppelt sich also von 5.000 auf 10.000 Euro.

Für Beratung und Planung gibt es Geld im Marktanreizprogramm

Erstmals ist es außerdem möglich, bei der BAFA-Förderung für das Heizen mit erneuerbaren Energien auch Kosten für Beratungs-, Planung- und Baubegleitungsleistungen zu berücksichtigen. „Damit wird die langjährige GIH-Forderung umgesetzt, auch bei der Förderung von Heizungen mit erneuerbaren Energien Energieberaterkosten, die in direktem Zusammenhang mit der förderfähigen Anlage stehen, zu fördern. Leider sind diese jedoch nicht – analog zu den KfW-Programmen – verbindlich“, kommentiert der Energieberaterverband GIH.  Die Förderhöhe liegt zwischen 20 und 45 Prozent. Nicht förderfähig sind alle Öl-, alle Kohle- und Gaskessel ohne Brennwerttechnik. Ebenfalls ausgenommen bleiben handbeschickte Biomasse-Einzelöfen, die nicht in das Zirkulationssystem eingebunden sind (zum Beispiel Scheitholzkamin-Öfen, Kachel-Öfen), Luft/Luft-Wärmepumpen und Warmwasser-Wärmepumpen.

Folgende Posten können für die Förderung angesetzt werden:

  • Ausgaben für die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung des Einbaus der geförderten Anlage,
  • Anschaffungskosten für die neue Heizung,
  • Kosten der Installation, Einstellung und Inbetriebnahme der neuen Heizung
  • Maßnahmen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung wie Deinstallation und Entsorgung der Altanlage inkluisve Tanks, Optimierung des Heizungsverteilsystems (Anschaffung und Installation von Flächenheizkörpern, Verrohrung, Hydraulischer Abgleich, Einstellen der Heizkurve etc.), notwendige Wanddurchbrüche,
  • Erdbohrungen zur Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpen
  • Schornsteinsanierung,
  • Anschaffung und Installation von Speichern und Pufferspeichern,
  • Kosten für die Errichtung eines Staubabscheiders oder einer Einrichtung zur Brennwertnutzung bei Biomasseanlagen.

Die förderfähigen Kosten, die anerkannt werden können, sind begrenzt: bei Wohngebäuden können maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit anerkannt werden, bei Nichtwohngebäuden sind es  3,5 Millionen Euro pro Gebäude. Ansatzfähig sind in der Regel die Bruttokosten inklusive Umsatzsteuer. Vorsteuerabzugsberechtigte Antragsteller können die Nettokosten geltend machen. von Pia Grund-Ludwig

Kategorien: Feeds from Partners

Raumwärmeverbrauch 2018 erneut gestiegen

13. Januar 2020 - 9:16

Lediglich beim Fernwärmeverbrauch verzeichnet die Studie einen minimalen Rückgang von 0,3 Prozent auf 114 kWh/m2. Über die letzten drei Jahre hinweg beträgt der Gesamtanstieg somit für Erdgas rund 5,8 Prozent, für Heizöl 8,5 Prozent und für Fernwärme 4,9 Prozent. „Im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung hat sich die rückläufige Verbrauchstendenz, die noch bis 2013 zu beobachten war, nach einer Zeit der Stagnation in einen deutlichen Anstieg umgekehrt“, kommentiert Techem Geschäftsführer Nicolai Kuß. „Höhere witterungsbereinigte Verbräuche als 2018 gab es für Erdgas zuletzt 2011, für Heizöl sogar zuletzt 2009. Wir müssen dringend etwas dafür tun, dass Gebäude energetisch effizienter werden und weniger Wärme benötigen.“ Als Grundlage für die nunmehr 20. Auflage seiner Energiekennwerte-Studie analysierte Techem anonymisierte Verbrauchsabrechnungen von rund 1,5 Millionen Wohnungen in deutschlandweit fast 120.000 Mehrfamilienhäusern.

Stagnation statt Wärmeeinsparung

Betrachtet man die witterungsbereinigte Verbrauchsentwicklung der Raumheizwärme über einen längeren Zeitraum, zeichnet die aktuelle Studienauflage ein noch negativeres Bild als die Vorjahreszahlen: Zwischen 2008 und 2015 lag der gemittelte Verbrauchsrückgang pro Jahr für Erdgas bei rund 1,3 Prozent, für Heizöl bei 1,2 Prozent und für Fernwärme bei einem Prozent. Im Zehnjahresmittel von 2008 bis 2018 haben sich diese Werte auf 0,4 Prozent, 0,06 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent verschlechtert.

Auch die scheinbar positiven nicht witterungsbereinigten Verbrauchszahlen für 2018 dürfen über die Verbrauchssteigerung der letzten Jahre nicht hinwegtäuschen: Nur aufgrund der deutlich höheren Außentemperaturen lag in dieser Heizperiode der Verbrauch von Erdgas um 5 Prozent, der von Heizöl um 4,6 Prozent und der von Fernwärme um 6,3 Prozent unter den Vorjahreswerten. Über alle drei Energieträger hinweg gerechnet betrugen die CO2-Emissionen pro Nutzeinheit durchschnittlich 2,25 Tonnen.

„Das nationale Ziel eines klimaneutralen Wohngebäudebestandes bis 2050 lässt sich nur mit einer breit angelegten Digitalisierungsoffensive, dem vermehrten Einsatz regenerativer Energien und einer durchgängigen Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette verwirklichen“, so Techem Geschäftsführer Kuß. Oftmals bringen schon vergleichsweise geringe Investitionen wie die dauerhafte Optimierung des Heizungssystems nachhaltige Verbrauchseinsparungen im zweistelligen Prozentbereich. Woran es Techem zufolge vielerorts jedoch fehlt, ist die notwendige Transparenz über den tatsächlichen Wärmeverbrauch, um verfügbare Investitionsmittel so effektiv wie möglich einsetzen zu können. Außerdem belegen die Auswertungen im Rahmen der Studie erneut, wie wichtig möglichst aktuelle Informationen auch für Nutzer und Mieter über Verbrauch und Preise sind, um das eigene Verhalten steuern zu können und dadurch vor unerwartet hohen Heizkosten gefeit zu sein.

Auch über die Entwicklung der Brennstoff- bzw. Energieträgerpreise wie dem fast zehnprozentigen Anstieg bei Heizöl gibt die aktuelle Studie detailliert Auskunft. Der komplette Report „Techem Energiekennwerte 2019“ steht als e-Paper zum kostenlosen Download bereit. Quelle: Techem / sth

 

 

 

 

e-Paper: Techem Energiekennwerte 2019

e-Paper: Techem Energiekennwerte 2019

 

Über Techem
Techem ist ein weltweit führender Serviceanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude. Die Leistungen des Unternehmens decken die Themen Energiemanagement und Ressourcenschutz, Wohngesundheit und Prozesseffizienz in Immobilien ab. Das Unternehmen wurde 1952 gegründet, ist heute mit über 3.500 Mitarbeitern in mehr als 20 Ländern aktiv und hat mehr als 11 Millionen Wohnungen im Service. Techem bietet Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wärme und Wasser in Immobilien an. Die Produkte und Lösungen des Unternehmens vermeiden jedes Jahr rund 7 Millionen Tonnen CO2. Als Marktführer in der Funkfernerfassung von Energieverbrauch in Wohnungen treibt Techem die Vernetzung und die digitalen Prozesse in Immobilien weiter voran. Moderne Funkrauchwarnmelder mit Ferninspektion und Leistungen rund um die Verbesserung der Trinkwasserqualität in Immobilien ergänzen das Lösungsportfolio für die Wohnungswirtschaft. Weitere Informationen finden Sie unter www.techem.de

Pressekontakt

Robert Woggon
Head of Corporate Communications
Techem Energy Services GmbH
Telefon: +49 (0) 6196 / 522-2324
E-Mail: robert.woggon@techem.de                                      

Katharina Bathe-Metzler
Senior Manager Corporate Communications
Techem Energy Services GmbH
Telefon: +49 (0) 6196 / 522-2677
E-Mail: katharina.bathe-metzler@techem.de

 

Wenn Sie zukünftig keine Pressemeldungen mehr von uns erhalten möchten, senden Sie bitte eine Mail an presse@techem.de

Kategorien: Feeds from Partners

Erneuerbare Energien überflügeln fossile Energieträger

12. Januar 2020 - 8:03

Den größten Zuwachs verzeichnete 2019 die Windkraft mit 17,3 Terrawattstunden (TWh), die Braunkohle mit -29,3 TWh die stärksten Verluste. Die deutschen Photovoltaikanlagen speisten etwa 46,5 TWh ins öffentliche Netz ein, das war 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zubau von 3,3 Gigawatt erhöhte die installierte Leistung auf rund 48.6 Gigawatt (Stand Ende Oktober). Die maximale Solarleistung wurde am 19.04.2019 um 13 Uhr mit etwa 33 Gigawatt erreicht, das waren 48 Prozent der gesamten Stromerzeugung zu diesem Zeitpunkt. Von März bis September 2019 war die monatliche Stromerzeugung von PV-Anlagen höher als die von Steinkohlekraftwerken.

Die Windkraft produzierte 2019 rund 127 TWh (ein Plus von 15,7 Prozent) und war damit erstmals die stärkste Energiequelle in Deutschland. In acht Monaten übertraf die Windstromproduktion die Erzeugung aus Braunkohle und in allen zwölf Monaten lag die Windenergie vor der Kernenergie. Die maximal erzeugte Leistung betrug circa 46 GW am 15.03.2019 um 19 Uhr. Der Anteil der Onshore-Windstromproduktion betrug 102,6 TWh. Offshore wurden 24,4 TWh erzeugt, nach 19,1 TWh im Jahr 2018. Der Zubau von Wind onshore ist stark eingebrochen: nur 660 MW gingen bis Ende Oktober 2019 neu ans Netz. Ende Oktober 2019 lag die installierte Leistung von onshore Wind bei 53,1 GW und von offshore Wind bei 7,6 GW.

Gemeinsam produzierten Wind- und Solarenergieanlagen 2019 rund 173 TWh Strom. Das Verhältnis zwischen Solar- und Windenergieanlagen ist weiterhin unausgewogen: Ende 2019 fehlten über 15 GW installierter Solarleistung zu einem optimalen Verhältnis Wind-Solar. Die Wasserkraft erlebte unter den erneuerbaren Energien prozentual den stärksten Anstieg (21,2 Prozent) und trug 19,2 TWh zur Stromerzeugung bei. Die Biomasse lag mit 44 TWh leicht unter dem Wert des Vorjahres. In Summe produzierten die erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2019 etwa 237 TWh Strom (plus 7 Prozent gegenüber 2018) und lagen damit vor den fossilen Energiequellen (207 TWh). Die Nettostromerzeugung aus Kernkraft lag mit 71,1 TWh leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Damit gingen die nicht-erneuerbaren Energiequellen um 14 Prozent zurück.

Rückgang der Kohlestromerzeugung

Einen starken Einbruch verzeichnete die Braunkohle: Hier sank die Nettostromproduktion um 29,3 TWh beziehungsweise 22,3 Prozent auf 102,2 TWh. Die Nettostromproduktion aus Steinkohle sank um 23,7 TWh beziehungsweise 32,8 Prozent auf 48,7 TWh. Für diesen starken Rückgang sind den Wissenschaftlern zufolge mehrere Faktoren verantwortlich: Erstens ist die Stromerzeugung aus Windenergie deutlich angestiegen, wodurch die Kohlestromproduktion gedrosselt werden musste. Zweitens sind die CO₂-Zertifikate deutlich teurer geworden: der durchschnittliche CO₂-Zertifikatspreis stieg von 15,79 Euro/Tonne in 2018 auf 24,80 Euro/Tonne. Weil durch die hohe erneuerbare Produktion die Börsenstrompreise niedrig waren, wurde der Abstand zwischen CO₂-Preis und Börsenstrompreis sehr klein, womit die Marge bei der Kohle sank. Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead-Strompreis sank um 15 Prozent auf 36,64 Euro/MWh (2018: 43,26 Euro/MWh).

Da eine MWh Braunkohlestrom rund eine Tonne CO₂-Emissionen verursacht, arbeiten Braunkohlekraftwerke nicht mehr rentabel, wenn der CO₂-Preis in Euro/Tonne so hoch wie der Börsenstrompreis in Euro/MWh ist. Auch die um 9,5 Prozent verringerte Last hat zum niedrigen Börsenstrompreis und damit verschlechterten Marktbedingungen für die Braunkohle beigetragen.

Ein weiterer Grund waren die sehr niedrigen Gaspreise. Da die Stromerzeugung aus Gas deutlich weniger CO₂-Emissionen als die Erzeugung aus Braunkohle hat, werden auch weniger CO₂-Zertifikate benötigt. Die Kosten für Gas und CO₂-Zertifikate für die Emissionen des Gaskraftwerks lagen damit zeitweise unter den reinen CO₂-Zertifikatskosten des Braunkohlekraftwerks. Trotz Brennstoffkosten von Null konnten die Braunkohlekraftwerke nicht mehr konkurrieren und es kam insbesondere in den Monaten März, Juni und Dezember zu einem Brennstoffwechsel von Braunkohle zu Gas. Gaskraftwerke steigerten ihre Nettostromproduktion um 21,4 Prozent auf 54,1 TWh. Das war nicht nur ein nationaler Effekt: Für unsere Nachbarländer war es aufgrund der hohen CO₂-Preise günstiger, mit den eigenen Gaskraftwerken Strom zu erzeugen, als Braunkohlestrom in Deutschland zu kaufen.

Exportüberschuss geht zurück

Deshalb gingen auch die Stromexporte deutlich zurück: Der Exportüberschuss (physikalische Flüsse) sank 2019 von 48 auf 30 TWh. Der wichtigste Abnehmer war Österreich (11,7 TWh) vor Polen (10 TWh), das einen Teil des Stromes aus den neuen Bundesländern über Tschechien nach Süddeutschland transportierte. In die Schweiz flossen 6,5 TWh, die hauptsächlich nach Italien weitergeleitet wurden. Deutschland importierte 11,9 TWh Strom aus Frankreich, der aber hauptsächlich an die Nachbarländer weitergeleitet wurde. Die durchschnittlich exportierte Leistung betrug 3,4 GW, was der Leistung von etwa drei Kernkraftwerken entspricht. An 6310 Stunden des Jahres (72 Prozent der Zeit) wurde Strom exportiert, an 2450 Stunden wurde Strom importiert. Beim Außenhandel mit Strom ergibt sich bis Ende Oktober ein Exportüberschuss von 24,2 TWh und Einnahmen im Wert von 1,2 Milliarden Euro. Eingeführter Strom kostete durchschnittlich 45,08 Euro/MWh, ausgeführter Strom 46,99 Euro/MWh.

Quelle: Fraunhofer ISE/sth

Kategorien: Feeds from Partners

Wärmeversorgung in Mehrfamilienhäusern steht im Fokus

10. Januar 2020 - 8:34

Im Forschungsprojekt wird dazu in bis zu 50 Mehrfamilienhäusern ein automatisiertes Messsystem mit serverbasierter Analyse verwendet. Die dabei entwickelten Methoden und Messkonzepte können aber auch für einfachere Bewertungen eingesetzt werden. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) stellt dafür in ihrer Reihe "Faktenpapiere zu Effizienzmessung und -bewertung im Heizungskeller" die Grundannahmen sowie einfache Messmethoden und Analysetools vor.

Das grundsätzliche Vorgehen und die Verwendung einfach zu erfassender Messgrößen sei auch in anderen Gebäuden wie Einfamilienhäusern, Schulen, Verwaltungsgebäuden, Gewerbegebäuden und so weiter anwendbar, so die KEAN. Die Reihe "Optimierte Wärmeversorgung in Mehrfamilienhäusern" richtet sich daher nicht nur an die Wohnungswirtschaft, sondern auch an Energieberater, das Heizungshandwerk, Planer, Mitarbeiter im Gebäudemanagement und auch interessierte Privatpersonen. Zu den Papieren geht es hier. Quelle: KEAN /sth

Kategorien: Feeds from Partners

Verbraucherzentrale warnt vor Kosten für Smart Meter

10. Januar 2020 - 7:52

Für Haushalte mit hohem Stromverbrauch und für Haushalte mit eigener Stromerzeugung ist die Umrüstung auf die neuen Smart Meter verpflichtend. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht das kritisch. Es ist zu befürchten, dass Verbraucher auf Zusatzkosten sitzen bleiben.

„Smart Meter sind in der Theorie eine gute Sache, weil sie die Energiewende voranbringen sollen. Der Einbau der Smart Meter darf aber nicht zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher gehen. Festgelegt sind bislang nur die Betriebskosten. Jetzt müssen die Netz- und Messstellenbetreiber variable Tarife anbieten und eingesparte Kosten vollständig weitergeben. Verbraucher müssen an den finanziellen Vorteilen der Energiewende teilhaben und nicht zusätzlich belastet werden“, sagt Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen im vzbv.

Smart Meter der ersten Generation nicht wirklich smart

Mit dem Smart Meter sollen die Stromnetze besser genutzt und der Energieverbrauch gesenkt werden. Stromfressende Geräte sollen mit Smart Metern erkennbar werden. Der Datenaustausch zwischen Erzeugern, Verbrauchern, Stromlieferanten und Netzbetreibern wird automatisiert und erfolgt verschlüsselt.

Noch Zukunftsmusik ist, dass Smart Meter auch die Verbräuche von Gas, Wasser, Heiz- und Fernwärme messen. Vernetzbare Haushaltsgeräte des Smart Homes können noch nicht an- und abgeschaltet werden.

Smart Meter der ersten Generation sind zudem technisch nicht in der Lage, Photovoltaikanlagen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge je nach Netzauslastung selbstständig zu steuern. Dafür sind weitere Zusatzgeräte erforderlich. Viele variable Tarife können mit diesen Smart Metern noch nicht genutzt werden.

Zusatzkosten für Verbraucher zu erwarten

Für die Smart Meter werden Betriebskosten für die Verbraucher fällig, je nach Verbrauch in Höhe von maximal 23 – 100 Euro jährlich. Hinzu kommen für die Hauseigentümer Umbaukosten für einen neuen Zählerschrank, wenn der neue Smart Meter nicht in den vorhandenen Schrank passt. Und schließlich sind Kosten für Zusatzleistungen nicht gedeckelt.

„Ob diese Zusatzkosten durch Energiesparen und kostengünstige variable Stromtarife wieder hereinkommen, ist mehr als fraglich. Vorteile haben die Netz- und Messstellenbetreiber. Sie sparen Kosten, weil die Smart Meter nicht mehr vor Ort abgelesen werden müssen und weil die Netze besser ausgelastet werden können“, so Thomas Engelke.

„Rollout“ der Smart Meter auch für private Haushalte

Der Startschuss für den „Rollout“ der Smart Meter soll im Januar 2020 nach der sogenannten Markterklärung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik fallen.. Das bedeutet, dass diese Geräte im Laufe der nächsten Jahre in Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden verpflichtend eingebaut werden müssen. Dies gilt auch für Haushalte, die zum Beispiel mit Solaranlagen mit einer Leistung von sieben bis 100 Kilowatt installierter Leistung selbst Strom erzeugen oder die ein verringertes Netzentgelt für eine Wärmepumpe oder eine Nachtspeicherheizung zahlen.

Für Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von unter 6.000 Kilowattstunden kann der Einbau ebenfalls obligatorisch sein, wenn der Messstellenbetreiber (ab 2020) oder der Vermieter (ab 2021) das so entscheiden.

Umfrage: Einbau von Smart Metern soll freiwillig erfolgen und sich lohnen

In einer im Auftrag des vzbv vom Hopp Marktforschungsinstitut durchgeführten repräsentativen Umfrage sind mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Verbraucher der Meinung, dass Smart Meter nur eingebaut werden sollten, wenn die Kosteneinsparung durch weniger Energieverbrauch die Zusatzkosten durch die Smart Meter übersteigt. 49 Prozent finden, dass der Verbraucher und nicht der Messstellenbetreiber oder der Vermieter bei einem Jahresstromverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden darüber entscheiden sollten, ob ein Smart Meter eingebaut wird. Lediglich 14 Prozent befürworten in diesem Fall das Einbaurecht durch den Messstellenbetreiber oder den Vermieter. Quelle: VSZV / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Steuerbonus könnte 2020 Sanierungsschub bringen

9. Januar 2020 - 9:24

Energetische Sanierungsmaßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum werden seit dem Steuerjahr 2020 für zunächst einmal zehn Jahren steuerlich gefördert. Voraussetzung ist, dass es sich um selbst genutzten Wohraum handelt und das Haus oder die Wohnung älter als zehn Jahre sind. Es wurde ein neuer Paragraph 35c in das Einkommensteuergesetz eingefügt.

Förderfähig sind

  • die Wärmedämmung von Wänden
  • Dämmung von Dachflächen oder Geschossdecken
  • die Erneuerung der Fenster oder Außentüren
  • die Erneuerung oder der Einbau einer Lüftungsanlage
  • die Erneuerung einer Heizungsanlage
  • der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung und
  • die Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

Insgesamt beträgt die Steuerermäßigung für jedes Objekt maximal 20 Prozent der Aufwendungen. Die Höchstsumme von insgesamt 40.000 Euro wird über drei Jahre verteilt. Im Jahr des Abschlusses der Maßnahme und im folgenden Kalenderjahr können jeweils höchstens 7 Prozent der Aufwendungen und bis zu jeweils 14.000 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden. Im dritten  Kalenderjahr sind es noch 6 Prozent der Aufwendungen und bis zu höchstens 12 000 Euro.

Die Sanierungsmaßnahmen müssen von einem Fachunternehmen ausgeführt werden, das die korrekte Umsetzung der Maßnahmen bescheinigen und eine ordentliche Rechnung dafür ausstellen muss. Für die Bescheinigung wird die Finanzverwaltung künftig ein amtlich vorgeschriebenes Muster erstellen, um eine bundeseinheitliche Verfahrensweise zu gewährleisten.

Steuerbonus nur bei Eigennutzung

Der Steuerpflichtige muss, solange er die Ausgaben geltend macht, auch selbst in dem Objekt wohnen. Steuerermäßigungen sind nur möglich, wenn die Aufwendungen für die energetische Sanierung nicht schon als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder sonstige Steuerbegünstigung, -ermäßigung oder als öffentlich geförderte Maßnahme berücksichtigt worden sind.

Als Pferdefuß galt die Qualitätssicherung. Während bei KfW-Maßnahmen begleitende Energieberatung in vielen Fällen Pflicht ist, entscheidet bei der Steuerermäßigung kein Baufachmann, sondern den Steuerbehörde, ob eine Maßnahme korrekt durchgeführt wurde und damit zum Steuerabzug berechtigt. Das hatten Energieberater kritisiert und vor einem Qualitätsverlust gewarnt. Der Vermittlungsausschuss hat reagiert und in letzter Minute nachgebessert. Nun können 50 Prozent der Kosten für einen beteiligten Energieberater von der Steuerschuld abgezogen werden, verpflichtend ist die Beratung aber nicht.

Es gibt keine Gleichheit mit KfW-Maßnahmen

„Zu unserem Missfallen hat es der Gesetzgeber leider verpasst, für eine vollständige Gleichheit der Optionen zu sorgen. Dies wird zur Folge haben, dass schlecht informierte Hausbesitzer, die eine Energieberatung fälschlicherweise als reinen Bürokratieaufwand betrachten, zur Steuervariante greifen werden”, befürchtet Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender des Energieberaterverbands GIH. Eine Zukunftsaufgabe sieht der GIH-Vorsitzende darin, die Vorteile einer Energieberatung deutlicher im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern.

Es komme darauf an, dass Bauherren sich nicht überreden lassen, ihre Kontrollrechte aufzugeben, betont Corinna Merzyn vom Verband Privater Bauherren (VBP). Ansonsten bekämen Bauherren oft nur das, was die jeweilige Fachfirma anbiete. „Ein Heizungsbauer wird in der Regel zum Austausch der Heizung raten und ein Fensterbau zu neuen Fenstern. In vielen Fällen könnte aber die Fassadendämmung der sinnvolle erste Sanierungsschritt sein, bevor eine entsprechend geringer dimensionierte Heizung eingebaut wird. Optimale Beratung bekommen Bauherren nur von unabhängigen Beratern. Mit der jetzt beschlossenen Regelung entfallen die für Bauherren wichtigen unabhängigen Qualitätskontrollen und das bei steuerfinanzierten Maßnahmen übliche Vier-Augen-Prinzip.“

Leppig mahnt auch eine Gleichheit der verschiedenen Maßnahmen an: „Erklärtes Ziel der Bundesförderung für effiziente Gebäude war es eigentlich, für einen Fördergleichklang zu sorgen. Dieses Kind ist aufgrund der ungleichen Ausgestaltung der Beratungsverpflichtung schon mal in den Brunnen gefallen.” Im Sinne der Sache sei aber noch umsetzbar, die bislang ungeförderte Energieberatung im Rahmen der Heizungsförderung über das Marktanreizprogramm (MAP) beim BAFA an die Höhe der Baubegleitungsförderung von KfW-Einzelmaßnahmen anzupassen und ebenfalls mit 50 Prozent zu unterstützen. Leppig: „Wer davon redet, die Komplexität der Gebäudeförderungslandschaft reduzieren zu wollen, sollte hier eigentlich nachlegen.”

Auch Vermieter sollten profitieren können

Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der Deutschen Energieagentur (Dena) freut sich wie viele andere Akteure der Effizienzbranche über den Beschluss. "Das Problem war, eine Lösung für die Gegenfinanzierung zu finden.Jetzt ist das endlich ausgeräumt. Das ist eine hervorragende Nachricht." Er verweist aber auch auf einen Pferdefuß: "Mehr Wirkung hätte die Förderung, wenn sie nicht nur für Selbstnutzer gelten würde. Das sollte als nächstes angegangen werden."

Insgesamt herrscht aber nicht nur bei der Dena große Erleichterung, dass nun Sachen Steuerbonus Klarheit herrscht. "Wir hoffen, dass die Bundesregierung die Steuerförderung gut vermarktet, sodass möglichst viele Hausbesitzer davon profitieren. So kann die Wärmewende endlich an Fahrt aufnehmen", kommentiert etwa Christian Noll vom Effizienzverband Deneff. „Damit kommen die Eigentümer älterer Objekte in den Genuss von Steuererleichterungen für die kommenden zehn Jahre“, würdigt Corinna Merzyn die Gesetzesnovelle.

Abschluss ist bis 2030 notwendig

Die energetischen Baumaßnahmen müssen nach dem 31. Dezember 2019 begonnen worden sein und vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sein. „Das ist auch ein Vorteil der Gesetzesnovelle“, konstatiert Corinna Merzyn: „Die Eigentümer haben zehn Jahre Zeit. Das bringt ihnen Planungssicherheit und gibt ihnen ausreichend Gelegenheit, sich firmen- und produktneutral zu informieren, Maßnahmen passend zur Immobilie zu planen und diese sorgfältig umsetzen zu lassen. So werden Schnellschüsse vermieden und der Bestand wirklich nachhaltig saniert.“ von Pia Grund-Ludwig

Kategorien: Feeds from Partners

Der Staat stockt Förderung für Barrierefreiheit auf

9. Januar 2020 - 8:54

Bundesinnenminister Horst Seehofer: „Niemand sollte umziehen müssen, nur weil seine Wohnung nicht altersgerecht gestaltet ist. Deshalb stocken wir die Förderung für Baumaßnahmen, mit denen Barrieren reduziert werden, deutlich auf. Davon profitieren ältere Menschen, Familien mit Kindern aber auch Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.“
 
"Die hohe Nachfrage nach KfW-Zuschüssen für die Barrierereduzierung zeige die große Relevanz dieser Förderung", ergänzt Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW.
 
Das BMI und die KfW fördern mit Investitionszuschüssen von bis 6.250 Euro bauliche Maßnahmen in Wohngebäuden, mit denen Barrieren im Wohnungsbestand reduziert und die Sicherheit erhöht werden. Seit 2009 wurden knapp 410.000 Wohneinheiten mit einem Zusagevolumen von 3,85 Milliarden Euro mithilfe der Förderung umgebaut. Allein im Jahr 2019 waren es 63.000 Wohneinheiten mit einem Fördervolumen von fast 400 Millionen Euro. Zu den typischen Modernisierungsmaßnahmen zählen der Einbau einer bodengleichen Dusche, das Entfernen von Türschwellen oder der Einbau von Aufzügen.
 
Für einzelne Maßnahmen vergibt die KfW Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu 5.000 Euro. Wer sein Haus zum Standard „Altersgerechtes Haus“ umbaut, bekommt 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal 6.250 Euro von der KfW erstattet.
 
Private Bauherren und Mieter können ihren Förderantrag vor Beginn der Vorhaben im KfW-Zuschussportal online stellen und erhalten innerhalb weniger Augenblicke ihre Förderzusage. Quelle: KfW / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

KI soll Heizung um 15 Prozent verbessern

8. Januar 2020 - 10:36

Zwei Drittel der deutschen Heizungsanlagen laufen nicht effizient. Das hat der Bundesverband der Deutschen Heizungsbauer bei einer Untersuchung herausgefunden. Bislang braucht es spezialisierte Ingenieure, um eine Anlage mit Sensoren zu versehen, die erfassten Messdaten auszuwerten und richtige Rückschlüsse zu ziehen. Das ist aufwendig und im Zweifel auch teuer.

„Bei den meisten Heizungen gibt es keine Sensoren. Passen beispielsweise die Schaltzustände nicht, müssen das bislang Fachleute überprüfen. Wir wollen, dass Sensoren und eine Künstliche Intelligenz das herausfinden“, erklärt Sven Rausch die Idee, Mitgründer von ENER-IQ.

Künstliche Intelligenz für Heizungen

Eine fehlerhafte Programmierung, defekte oder falsch montierte Bauteile erhöhen den Energieverbrauch bei gleichbleibender Wärmeleistung. Erkennen können das oft nur Spezialisten.

Grob geschätzte 20 Millionen Heizanlagen in Deutschland händisch zu überprüfen, ist allerdings unmöglich. Mit KI könnten zumindest deutlich mehr Anlagen als bisher auf ihre Effizenz untersucht werden. Deshalb will ENER-IQ zusammen mit dem Energieberatungsunternehmen SEnerCon und der Universität Würzburg in einem Forschungsprojekt 20 Anlagen überprüfen, auswerten und parallel eine Software anlernen, die künftig selbst Effizienzverluste meldet.

Der Name KI-Nergy beschreibt, worum es geht: „Wir wollen das mit einer Analyse-KI machen“, erklärt Rausch. Deshalb sind mit den Professoren Frank Puppe und Dietmar Seipel zwei Würzburger Experten für KI-Methoden und Expertensysteme an Bord. Solche Systeme können Daten überwachen, interpretieren und Diagnosen stellen, sogar Handlungsempfehlungen geben. Idealerweise braucht es dann nur noch einen Handwerker, der diese umsetzt. Die Handwerkskammern sehen bei spezialisierten Experten im Wärmebereich schon länger einen Fachkräftemangel – mit KI-Nergy könnten auch weniger gut ausgebildete Installateure die komplexe Optimierung der Heizanlage vornehmen, hofft Rausch.

Effizienzsteigerungen von 15 Prozent sollen möglich sein

Mit 20 Anlagen unterschiedlicher Komplexitätsgrade wird das Projekt starten. Projektpartner, wie etwa die Vermieter von Mehrfamilienhäusern, stellen diese zur Verfügung. Sie verpflichten sich damit, auch Empfehlungen der KI oder der beteiligten Forscher umzusetzen. Schließlich wollen diese prüfen, ob das automatisierte Programm auch sinnvolle Erkenntnisse liefert.

„Unsere Ingenieure können die Effizienz einer Heizanlage um zehn, 15 Prozent steigern. Diese Größenordnung würden wir gerne auch mit unserer KI erreichen. Die größten Herausforderungen bestehen darin, unser langjähriges Expertenwissen in Algorithmen zu überführen - und dass jede Heizungsanlage ein Unikat ist“, sagt Mitgründer Günter Wolter.

So sollen am Ende die Emissionen sinken. Zwar stieg der Anteil Erneuerbarer am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte von 10,8 (2008) auf 13,8 Prozent (2017), so Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik. Aber der wichtigste Energieträger für Heizanlagen bleibt Gas, mit den verbundenen Emissionen. Effizienzsteigerungen wirken sich daher direkt auf die CO2-Bilanz aus.

Bevor KI-Nergy dabei helfen kann, müssen die beteiligten Entwickler aber erst einmal die Software entwerfen. 2021 folgt die Hardware: Die Projektpartner wollen dabei vor allem schon am Markt erhältliche Sensoren verbauen. Und dann über zwei Winter die 20 Anlagen optimieren und dabei die KI anlernen.

Bis 2023 läuft das Projekt, an dessen Ende nicht nur eine trainierte KI stehen soll. „Wir würden uns wünschen, dass die Hersteller von Heiztechnik künftig mehr Sensoren verbauen – das würde die Überprüfung deutlich günstiger machen“, erklärt Rausch. Langfristig könnte die KI auch für andere Anwendungszwecke angepasst werden, etwa um größere Wärmenetze oder kleinere Anlagen zu überprüfen. Quelle: Energiewendebauen / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Deutscher Solarmarkt ist 2019 deutlich gewachsen

8. Januar 2020 - 10:10

Auch die Versorgungssicherheit mit bezahlbarer und umweltfreundlicher Energie sei andernfalls gefährdet, warnt er: „Ohne einen deutlich schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energien droht bereits in der ersten Hälfte der 20er Jahre eine Stromerzeugungslücke infolge des Atom- und Kohleausstiegs.“ 

Solarenergie genießt bereits seit Jahren die höchsten Akzeptanzwerte in der Bevölkerung unter allen Energieformen. Als Gründe für die jüngste Marktbelebung sieht der BSW vor allem den starken Preisverfall der vergangenen Jahre. Auch die verstärkte Klimadebatte und der Ausbau der Elektromobilität steigern nach BSW-Einschätzung die Investitionsbereitschaft in Solartechnik.

Von der Politik wünscht sich der BSW im kommenden Jahr, diese Investitionsbereitschaft noch deutlich stärker zu nutzen. Körnig: „2020 müssen die Solarenergie-Ausbauziele endlich an die Klimaziele angepasst und Marktbarrieren wie die finanzielle Belastung der solaren Selbst- und Quartiersversorgung endlich abgeschafft werden.“ Am vordringlichsten sei jedoch die gesetzliche Umsetzung der von der Koalition im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 ursprünglich bereits zum Jahreswechsel zugesagten Streichung des 52 GW-Förderdeckels für Photovoltaik im Erneuerbare-Energien-Gesetz. In der Sache sei sie zwar unstrittig, sie dürfe aber auch nicht länger Gegenstand verhandlungstaktischer Spielchen sein. 

„Die Abschaffung des Solardeckels muss im Januar abgeschlossen werden“, fordert Körnig. Aufgrund erwartbarer Vorzieheffekte drohe andernfalls bereits im Frühjahr 2020 ein Ausbaustopp neuer PV-Dächer. „Nur sehr schnelles Handeln kann diesen klimapolitischen Super-GAU und den damit verbundenen Imageschaden für die Bundesregierung in letzter Minute noch abwenden. Wer hätte angesichts eskalierender Klimaschäden noch Verständnis, wenn neben der Windkraft nun auch noch die Photovoltaik als unverzichtbarer Motor der Energiewende abgewürgt würde?“ Quelle: BSW Solar / pgl

Kategorien: Feeds from Partners

Seiten