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Energetisch Bauen und Sanieren

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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 57 Minuten 19 Sekunden

Firmengebäude erfüllt hohen Anspruch

vor 13 Stunden 16 Minuten

Elobau ist ein familiengeführtes Unternehmen, das Sensorik und Bediensysteme für den Maschinenbau und die Nutzfahrzeugbranche fertigt. "Der Bauherr hat sein Unternehmen bereits seit längerem so aufgestellt, dass CO2-neutral produziert wird. In diesem Sinne sollte auch die Werkserweiterung geplant werden", sagt Johannes Hegger vom ausführenden Architekturbüro HHS Planer + Architekten in Kassel. "Wir haben sehr früh ein Team mit allen relevanten Fachplanern aufgestellt, inklusive der TGA-Seite und der Gebäudetechnik, um den herausfordernden Ansprüchen gerecht zu werden", sagt Hegger.

Die Haupthalle des Plusenergiegebäudes mit einer 25 Metern Spannweite ist komplett aus Laubholz gebaut. Auf das üblicherweise verwendete Nadelholz wurde verzichtet, da die Bestände an Fichtenholz aufgrund des Klimawandels rückläufig sind. "Die Architektur des Gebäudes entwickelt die Gestaltungsprinzipien des Bestandsgebäudes weiter und verwendet dabei Material und Farbigkeit entsprechend dem bestehenden Corporate Identity-Konzept der Elobau", sagt Hegger. Ein weiteres Ziel des Projekts war der demonstrative Einsatz von Photovoltaik. "Die verschiedenen Gebäude des Unternehmens dienen unterschiedlichen Zwecken, was auch ihre Kubatur verschieden aussehen lässt. Hier wollten wir etwas Einheitlichkeit und eine Ruhe hineinbekommen. Dazu dient die Solaranlage, die sich als verbindendes Element und Kraftwerk über die Gebäude hinwegzieht", erläutert Hegger.

Größtenteils besteht die Anlage aus hocheffizienten Standardmodulen. Die Kantine wurde in den Neubau hinein vergrößert und um eine große Dachterrasse erweitert. Dort dienen die Module als Schattenspendender. In den Teilbereichen, in denen sich Büros befinden, wurden bei den fensternahen Solarmodulen des vertikalen und horizontalen Generators transparente Glas/Glas-Module verwendet. Ein individuell regelbarer Sonnenschutz vermeidet hier Schlagschatten und Blendung. Die optimale Tageslichtversorgung wurde für das gesamte Gebäude auf der Grundlage einer Tageslichtsimulation geplant. Im Ergebnis wurden die Anzahl der Lichtkuppeln zur Belichtung der tiefen Hallenbereiche und ein umlaufendes Fensterband für die Belichtung der fensternahen Arbeitsplätze und als Ausblick für alle Arbeitsplätze im Erdgeschoss festgelegt.

Produktionsgebäude wird als Solarkraftwerk wahrgenommen  

Die Solarstrommodule mit einer Gesamtfläche von 1780 Quadratmeter erzeugen pro Jahr rund 242 Megawattstunden sauberen Strom. Dieser visualisierte Einsatz von Photovoltaik helfe dabei das Produktionsgebäude als Kraftwerk nach außen hin sichtbar zu machen – und zwar auf eine architektonisch sehr anspruchsvolle und attraktive Weise, würdigte die Eurosolar-Jury das Projekt.

Mit Hilfe eines ausgeklügelten Heizungs-, Kühlungs-und Lüftungskonzepts in Kombination mit einer hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung benötigt das Gebäude zum Betrieb nur sehr wenig Energie und erzielt daher eine positive Jahres-Primärenergiebilanz. Durch den ergänzenden Bezug von Ökostrom und Biogas produziert Elobau vollständig CO2-neutral.

Sämtliche Bereiche des Gebäudes werden mechanisch be- und entlüftet, um den Elobau-Mitarbeitern optimale hygienische Luftverhältnisse zu bieten. Heiz- und Kühldecken konditionieren die Räume im Winter und im Sommer mit hohem raumklimatischen Komfort. Die Außenwand ist gut gedämmt, die Fenster sind dreifach verglast.

"Neben der Energieeffizienz war dem Bauherrn besonders wichtig, dass sich die Mitarbeiter in ihrer Arbeitsumgebung wohl fühlen", sagt Hegger. Jeder Raum wurde daher auf seine akustischen Eigenschaften hin untersucht, die Nachhallzeiten durch die Verwendung schallabsorbierender Heiz- und Kühlsegel begrenzt. Die Nachhallzeit in der Kantine im Bestand und ihrer Erweiterung im Neubau konnte unter den DIN-Wert abgesenkt werden. Die umgebenden Dachflächen sind mit einer Dachbegrünung naturnah gestaltet und dienen als Erholungsort. Große Fensterflächen im Bürotrakt ermöglichen außerdem einen Blick in die grüne Landschaft rund um das Werk.

"Das integral geplante Gebäudekonzept zeigt auf beeindruckende Art und Weise, dass nachhaltiges Bauen und architektonische Ansprüche sehr gut miteinander vereinbar sind. Das Erweiterungsgebäude ist Vorbild und ermutigendes Beispiel für gewerbliche Bauten und setzt Maßstäbe für die Zukunft", befand die Jury.

Weitere Preisträger des diesjährigen Solarpreises sind

  • die Stadtwerke Heidelberg für ihre Vorreiterrolle im Bereich Mieterstromprojekte

  • die Unternehmensgruppe Aldi Süd für die umfangreiche Nutzung von Solarenergie im Einzelhandel mit Einbindung von E-Mobilität und gezielter Kundenkommunikation

  • der Verein „Freunde von Prokon“ für ihren Einsatz für Erneuerbare Energien in Bürgerhand

  • der Berliner Filmemacher Frank Farenski für sein langjähriges Engagement für eine frei zugängliche Berichterstattung über die Energiewende

  • die Deutschen Post DHL Gruppe für ihre StreetScooter als Weckruf für die deutsche Automobilindustrie

  • :metabolon, das bergisches Energiekompetenzzentrum in Lindlar für seine innovative Nutzung einer Mülldeponie als Lern-, Forschungs- und Informationsstandort für Ressourcenmanagement sowie Energie- und Umwelttechnologien

  • die Stiftung Solarenergie für ihren Beitrag zur Armutsminderung in Entwicklungsländern mit Hilfe der Solarenergie

Die Umweltgruppe Elbvororte aus Hamburg wurde mit einem Sonderpreis für 30 Jahre herausragendes Engagement im Bereich Umweltschutz und Erneuerbarer Energien geehrt. Ziel von Eurolsar ist es mit der Vergabe des Preises Erneuerbare Energien für alle greifbar und erlebbar machen und engagierte Akteure in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Von Daniela Becker

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Dena empfiehlt Technologieoffenheit

vor 13 Stunden 16 Minuten

In der Studie werden unterschiedliche Pfade für einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand im Jahr 2050 miteinander verglichen und unter Aspekten wie Kosten, Energieimporte und Infrastrukturbedarf untersucht. "Die Klimaschutzziele im Gebäudesektor lassen sich erreichen, aber dafür müssen wir uns erheblich mehr anstrengen und mehr einfallen lassen als bisher. Das technologische Potenzial dafür steht aber zur Verfügung", sagte Andreas Kuhlmann, Geaa-Sprecher und Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

"Wir brauchen für den sehr heterogenen und kleinteiligen Gebäudesektor offene Technologiepfade, die Faktoren wie Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Akzeptanz seitens der Bevölkerung berücksichtigen", sagte Kuhlmann. "Dafür müssen die bestehenden Politikinstrumente verbessert und neue entwickelt werden. Dies betrifft beispielsweise die Ausweitung der Förderung oder die Intensivierung der Beratung." Wichtig sei: "Um einen effizienten Transformationspfad zu erreichen, werden erste entscheidende Maßnahmen sehr schnell anzugehen sein."

Referenzszenario erreicht nur 67 Prozent bis 2050

In der Gebäudestudie wurde auf den gleichen Szenarien aufgebaut wie bei der kürzlich mit einem Zwischenfazit vorgestellten Dena-Leitstudie Integrierte Energiewende, die Transformationspfade für alle Sektoren erarbeitet: Energieerzeugung und -verteilung, Gebäude, Industrie, Mobilität. Das Referenzszenario schreibt die heutigen Tendenzen fort. Es diente als Vergleichsgröße für zwei Alternativen: das Technologiemixszenario, das auf ein breites Spektrum an Technologien setzt, und das Elektrifizierungsszenario, das auf einen sehr starken Einsatz von erneuerbarem Strom im Wärmebereich abzielt.

Die Gebäudestudie zeigt, dass Deutschland bei einer Fortschreibung der heutigen Entwicklung seine Klimaschutzziele klar verfehlen würde. Der Gebäudesektor käme bis 2050 nur auf eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 67 Prozent im Vergleich zu 1990. Beide Alternativszenarien erreichen dagegen die klimaschutzpolitischen Ziele der Bundesregierung und mindern die Emissionen um 80 bis 95 Prozent. Tragende Elemente der zukünftigen Wärmeversorgung sind in beiden Szenarien die erneuerbaren Energien und die deutliche energetische Verbesserung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik.

Steigerung der Sanierungsrate eine große Herausforderung

Nach dem Elektrifizierungsszenario müssten bis 2050 jedes Jahr rund zwei Prozent des gesamten Gebäudebestands in Deutschland saniert werden, um einen sehr breiten Einsatz von elektrischen Wärmepumpen zu ermöglichen. Im technologieoffenen Szenario würden dagegen 1,4 Prozent reichen. Hier würden neben Strom für Wärmepumpen auch zunehmend gasförmige und flüssige Brennstoffe zum Einsatz kommen, die mit Hilfe von erneuerbaren Energien synthetisch erzeugt und hauptsächlich aus Ländern mit starker Sonneneinstrahlung und vielen freien Flächen importiert werden. Dafür müssten rechtzeitig die entsprechenden nationalen und internationalen Märkte entwickelt werden. Wie genau dies erreicht werden könnte, dazu blieb Kuhlmann allerdings vage.

Scharfe Kritik an der Studie kam von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Unter dem Deckmäntelchen der Technologieneutralität sollten bestehende Strukturen zementiert und fossile Technologien möglichst lange im Markt gehalten werden. "Die Dena scheint nicht zu verstehen, dass in einem klimaneutralen Gebäudebereich kein Platz mehr für fossile Heizungen ist. Ab 2030 dürfen keine Öl- und Gaskessel mehr verbaut werden. Meinen wir es ernst mit den Klimazielen, muss unsere Versorgung bis 2050 fast vollständig auf der Basis von Wärmepumpen und dekarbonisierten Wärmenetzen umgestellt werden. Die Anteile von synthetischem Gas in privaten oder öffentlichen Gebäuden werden dann minimal sein", sagte der Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Krenner.

Unterschiede bei Kostenbilanz und Energieverbrauch

Der technologieoffene Pfad ist laut Dena jedenfalls um sieben bis acht Prozentpunkte günstiger als das Elektrifizierungsszenario - je nachdem, ob man 80 oder 95 Prozent Emissionsminderung erreichen möchte. Denn dieser Pfad erfordere weniger Investitionen in Gebäudehülle und Anlagentechnik, etwa weil elektrisch betriebene Wärmepumpen eine besser gedämmte Gebäudehülle brauchen. Im Vergleich zum Referenzszenario erreicht der technologieoffene Pfad die Klimaschutzziele für Mehrkosten von insgesamt 12 bis 14 Prozent. Das Elektrifizierungsszenario kommt auf Mehrkosten von 20 oder 21 Prozent.

Dagegen fallen die höheren Kosten für die Beschaffung der erforderlichen Brennstoffe laut Berechnungen der beteiligten Institute weniger ins Gewicht. Und das obwohl sie auch in Zukunft etwa fünfmal teurer sein werden als fossile Brennstoffe.

Deutliche Unterschiede weisen die beiden Szenarien auch bei der Entwicklung des Energieverbrauchs im Gebäudesektor. Die höhere Sanierungsrate, die die Elektrifizierung mit sich bringt, führt zu einer Senkung des Energieverbrauchs um gut 60 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 2015. Im Technologiemixszenario liegt der Wert bei circa 47 Prozent, weil weniger saniert wird.

Trotzdem lassen sich auch hier die Klimaschutzziele erreichen, weil der Strom sowie die gasförmigen und flüssigen Brennstoffe mit Hilfe von erneuerbaren Energien erzeugt werden. Sie wären also klimaneutral. Hinzu kommt, dass im technologieoffenen Pfad der Strombedarf nicht so stark ansteigt. Die Fluktuation im Stromnetz ist dadurch geringer und es muss weniger gesicherte Leistung vorgehalten werden. Quelle: Dena / sue

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Verbände wollen mehr Klimaschutz

18. Oktober 2017 - 7:00

In der politischen Debatte und in der medialen Berichterstattung werde unterstellt, dass sozialverträgliche Sanierungen durch die hohen Anforderungen der Energieeinsparverordnungen unmöglich gemacht werden, teilen DUH und DMB mit. Diese Diskussion sei gefährlich, denn energetische Sanierungsmaßnahmen am Gebäude seien notwendig, damit auch zukünftig Menschen aus allen Einkommensklassen in angemessenem Wohnbestand leben könnten. Ohne einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 könnten zudem die Klimaschutzziele nicht erreicht werden.

Nicht die energetischen Anforderungen an den Neubau oder die Bestandssanierung seien die Kostentreiber. "Steigende Mieten, gerade in Städten und Ballungsräumen, sind vor allem auf das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage zurückzuführen", sagt Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. Der größte Preistreiber seien die zahlreichen Möglichkeiten von Mietanpassungen bei Wiedervermietungsverträgen. "Auch bei den steigenden Baupreisen spielen energetische Anforderungen eine untergeordnete Rolle. Andere Faktoren wie gestiegene Grunderwerbssteuern und höhere Grundstückspreise tragen in wesentlich größerem Umfang zu steigenden Baukosten bei." Eine Absenkung der Energieeffizienz-Anforderungen führe deshalb nicht zu mehr bezahlbarem Wohnraum.

Eine der zentralen Forderungen an die Politik in der kommenden Legislaturperiode ist, die Rahmenbedingungen für die energetische Gebäudesanierung insbesondere im Mietwohnungsbereich zu verbessern, um einen Interessenausgleich zwischen Mieter und Vermieter herbeizuführen. Gemeinsam setzen sich DMB und DUH dafür ein, die Rahmenbedingungen für energetische Sanierungsmaßnahmen sozialverträglicher zu gestalten, um damit die Akzeptanz zu verbessern.

"Die gesetzliche Regelung, dass elf Prozent der Modernisierungskosten zeitlich unbefristet auf die Jahresmiete aufgeschlagen werden dürfen, ist ein Fremdkörper im geltenden Mietpreisrecht, führt zu völlig überzogenen Mietpreissteigerungen, ist nicht mehr zeitgemäß und sollte entfallen. Als erster Schritt sollte die Modernisierungsumlage unserer Ansicht nach auf sechs Prozent reduziert werden", erklärt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des DMB.

Um Sanierungsanreize für den Vermieter zu schaffen, muss er direkt von öffentlicher Förderung profitieren. "Fördermittel müssen zielgruppenspezifisch angepasst und ausgerichtet werden, damit sie ihre Wirkung entfalten. Für den Vermieter kann damit ein Ausgleich für die reduzierte Modernisierungsumlage geschaffen werden", so Ropertz.

Eine dritte Kernforderung der beiden Verbände betrifft die steuerliche Absetzbarkeit von Kosten der energetischen Sanierung. "Um den Eigentümer zu energetischen Sanierungen zu motivieren, setzen wir außerdem auf die steuerliche Abschreibung. Ein Steuerbonus zur Absetzung der energetischen Sanierungskosten wäre ein wichtiger Anreiz für Hauseigentümer, die Gebäudesanierung voranzutreiben. Angesichts der großen Herausforderungen im Hinblick auf das Erreichen der Klimaschutzziele 2020 ist dies eine der ersten Maßnahmen nach Regierungsbildung, die auf den Weg gebracht werden muss", sagt Metz.

Der Deutsche Mieterbund und die Deutsche Umwelthilfe fordern von allen Parteien ein klares Bekenntnis zum sozialverträglichen Klimaschutz im Gebäude. In einem "6-Punkte-Sofortprogramm für sozialverträglichen Klimaschutz im Gebäude" fordern DMB und DUH:

  • Die bestehenden Energiesteuern müssen um eine CO2-Komponente erweitert werden, um die ökologischen Folgekosten einzupreisen und so die Wettbewerbsfähigkeit von Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbaren Strom-Wärme-Anwendungen zu erhöhen. Für den Mietwohnungsbereich ist eine Lösung zu finden, die verhindert, dass Mieter mit höheren Energiekosten belastet werden, obwohl sie keinen Einfluss auf den Energieträger oder Entscheidungen zu Modernisierungsinvestitionen haben.
  • Die Modernisierungsumlage muss von elf auf sechs Prozent herabgesetzt werden. Dadurch kann die finanzielle Last für Mieter gesenkt werden. Innerhalb eines Zeitraums von acht Jahren darf die Miete wegen energetischer Modernisierungen um nicht mehr als 1,50 Euro pro Quadratmeter steigen.
  • Fördermittel gezielt einsetzen und Anreize für Vermieter schaffen. Das gelingt nur, wenn der Vermieter direkt von öffentlicher Förderung profitieren kann und die Antragstellung weniger bürokratisch erfolgt. Deshalb dürfen öffentliche Fördermittel nicht länger auf die Modernisierungskosten angerechnet werden, sondern müssen dem Eigentümer direkt zugutekommen. Hierdurch würde der Vermieter auch gleichzeitig einen Ausgleich zu der deutlich reduzierten Modernisierungsumlage erhalten.
  • Steuerliche Anreize für energetische Sanierungen setzen. Die steuerliche Förderung für selbstgenutzten Wohnraum muss mindestens über zehn Jahre laufen, progressionsunabhängig durch Abzug von der Steuerschuld. Das Fördervolumen muss mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Die Höhe und Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug sollten am CO2-Gebäudesanierungsprogramm ausgerichtet werden.
  • Anpassung der Mietspiegelregelung vornehmen. Die energetische Beschaffenheit eines Gebäudes muss verbindlich in die Mietspiegel integriert und zu einem klaren Wettbewerbsfaktor werden. Es darf keinen Automatismus zwischen der Mieterhöhung bei energetischer Sanierung einiger Wohnungen und der Erhöhung der ortsüblichen Vergleichsmiete für alle Wohnungen geben.
  • Energetisch sanierten Wohnraum einkommensschwachen Haushalten zugänglich machen. Kommunen und Gemeinden müssen ihrer hohen sozialen Verantwortung gerecht werden. Wohnungsbestände müssen in kommunaler Hand bleiben. Es müssen sozialverträgliche energetische Sanierungsfahrpläne erstellt werden. Ein Klimawohngeld ist einzuführen. Quelle: DUH / sue
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Resort spart Diesel dank Solarenergie

18. Oktober 2017 - 7:00

"In Deutschland beneiden wir Chile um das große Potenzial an Sonnen-, Wind-, und Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse. Mit unseren Technologien und mit unserer Erfahrung unterstützen wir sehr gern solche Projekte, damit Chile und die gesamte Atacama-Region ihre Energiequellen optimal nutzen können", sagte der deutsche Botschafter in Chile, Rolf Schulze.

Die Betreiber des Tierra Atacama Hotel & Spa, das weitab vom öffentlichen Stromnetz gelegen ist, haben bereits 2013 eine erste kleine PV-Diesel-Hybridanlage installiert und wurden für diese und andere Maßnahmen als "nachhaltigstes Tourismusunternehmen in Chile" ausgezeichnet. Nun erweiterte Kraftwerk Renewable Power Solutions zusammen mit dem Batteriehersteller Qinous die bestehende Hybridanlage des Hotels um 133 Kilowatt peak PV-Leistung und einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher mit einer Kapazität von 330 Kilowattstunden.

Das Herzstück des Projekts ist die Energiemanagement-Lösung, die das Zusammenspiel der beiden PV-Anlagen, des Speichers und der vorhandenen Dieselgeneratoren so steuert, dass das Hotel künftig seine Dieselaggregate für acht bis neun Stunden am Tag und für einige weitere Stunden in der Nacht vollständig abschalten kann. Den Gästen wird so ein geräusch- und emissionsarmes Urlaubsdomizil geboten. Das Hotelmanagement freut sich über 60 bis 65 Prozent Einsparungen beim Dieselverbrauch sowie über einen Imagegewinn.

Das Dena-RES-Programm wurde von der Dena ins Leben gerufen und bietet deutschen Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche die Gelegenheit, an repräsentativen Standorten im Ausland Referenzprojekte zu verwirklichen – und sich damit attraktive Zielmärkte zu erschließen. Gefördert wird es vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Exportinitiative Energie. Quelle: Dena / sue

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Powerhouse setzt radikales Konzept um

17. Oktober 2017 - 7:00

Mittlerweile ist das Konzept in einem 30 Jahre alten sanierten Bürogebäude in Kjørbo am Stadtrand von Oslo umgesetzt. 2015 zogen dort Mitarbeiter des Architekturbüros Asplan Viak ein. Gut gelaunt führt der Architekt Peter Bernhard durch das Gebäude und zeigt, mit welchen architektonischen Mitteln der Plusenergiestatus des Hauses erreicht wurde.

Da ist die über drei Etagen reichende Wendeltreppe, die inzwischen berühmt ist, weil sie für mehrere Filme als Drehort genutzt wurde. Sie hat die Funktion eines Lüftungskanals, in dem warme Luft aufsteigt, um oben eingesaugt und in einer Anlage zur Wärmerückgewinnung aufbereitet zu werden. „Mit der Treppe nutzen wir die natürliche Luftbewegung und brauchen dadurch weniger Rohrleitungen. So können wir unsere Ziele mit weniger Technologie erreichen. Das ist eines der Geheimnisse“, sagt Bernhard.

Überall im Haus hängen schaumstoffartige weiße Matten wie Fächer von den Decken oder sind von den Wänden abgespreizt. Sie sind aus alten PET-Flaschen recycelt und sorgen für eine gute Akustik. Gleichzeitig verdecken sie die nackten Betondecken, die vorher abgehängt waren. „Jetzt, wo sie frei liegen, können wir sie als Wärme- oder Kältespeicher nutzen“, erklärt Bernhard.

Die wenige Restwärme, die das Gebäude braucht, wird über eine Erdwärmepumpe gewonnen, die 200 Meter tief reicht. Fünf kleine Heizkörper auf jeder Etage sind genug, um zu heizen. Auf dem Dach und auf Nebengebäuden in der Umgebung sind Solarzellen montiert, die den Strombedarf des Gebäudes zu x Prozent decken. Sie sind in Ost-West-Richtung platziert, um den größtmöglichen Ertrag zu liefern.

Einen Stromspeicher hat das Gebäude nicht, weil das umweltfreundlicher sei, sagt der Architekt. Überschüssiger Strom wird an die Wasserstofftankstelle an der Ecke geliefert, wo er von einem Elektrolyseur genutzt wird.

Die Fassade ist verschalt mit Holz, das wenige Kilometer entfernt geschlagen wurde. Mit einer alten japanischen Technik sind die Bretter verkohlt worden, so dass sie der Witterung besser trotzen. Zu den materialsparenden Komponenten im Haus gehören die Türen, die aus den alten Glasfassadenelementen angefertigt wurden. „Weil es Glas war, das man nicht schneiden kann, haben wir die Türen an die Maße angepasst“, berichtet Bernhard.

Auf diese Weise zwingt das Konzept des Plusenergiehauses inklusive grauer Energie zum sparsamen Bauen. „Form follows environment“, nennt es Rune Stene. Er ist Angestellter beim Baukonzern Skanska und Leiter der Powerhouse-Kooperation. Sie besteht aus der Umweltorganisation Zero, den Architekturbüros Snøhetta und Asplan Viak, dem Immobilienunternehmen Entra und Skanska. Sie haben das Powerhouse in Kjørbo von Anfang an gemeinsam geplant.

Stene präzisiert, was ein Powerhouse ist: „Es produziert über seine gesamte Lebenszeit mehr Energie als es verbraucht. Diese Energie muss die Herstellung der Baumaterialien, den Bau und den Betrieb und am Ende den Abriss kompensieren.“

Um eine solche Rechnung aufzustellen, muss man natürlich einige Annahmen treffen. So sind die Planer  davon ausgegangen, dass das Gebäude 60 Jahre hält. Daraufhin wurde die Menge der Solarpanele ausgelegt, die neben der Wärmepumpe als Plus auf der Seite der Energieproduktion stehen. Auch der Energieverbrauch für die Panele selbst musste kalkuliert werden. Informationen darüber zu bekommen, war gar nicht so einfach, berichtet Bernhard – es ist in den Herstellerangaben einfach nicht vorgesehen. Am Ende stellte sich heraus, dass die PV-Panele rund ein Drittel aller im Gebäude verbauten Energie ausmachen. Danach folgen der verbrauchte Stahl und das Lüftungssystem, Beton und Teppiche, das verbaute Holz, die Isolierung und die Fassade sowie die Fensterrahmen aus Aluminium.

Drei weitere Powerhouses plant die Kooperation. Das älteste Projekt mit Namen Brattørkaia in Trondheim wurde aufgrund von Bauvorschriften verzögert. Die Architekten hatten ein großes, zur Sonne geneigtes Solardach geplant. Um darunter genug Nutzfläche unterzubringen, hatten sie das Gebäude höher geplant, als es in Trondheim erlaubt ist. Die Behörden wollten jedoch keinen Präzedenzfall schaffen und genehmigten die Höhe nicht. Inzwischen hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt und der Bau konnte beginnen. „In den Grundstein wurde eine Kopie des Klimaabkommens von Paris gelegt“, berichtet Stene.

Er plädiert dafür, die Kommunikation rund ums Energieeffizienz anders auszurichten: „Es sind die CO2-Emissionen, die uns umbringen. Also müssen auch die Umweltziele rund um den Kohlenstoff ausgerichtet werden. Es geht auch um ein anderes Denken. Vielleicht sollten wir ein paar Kilowattstunden mehr Elektrizität verbrauchen, als Materialien zu nutzen, die eine Menge CO2-Emissionen verursachen.“ Von Susanne Ehlerding

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EU-Gebäuderichtlinie nimmt nächste Hürde

17. Oktober 2017 - 7:00

Der maßgebliche Ausschuss des Europäischen Parlaments hat sich in seinem Kompromisstext darauf geeinigt, die Themen Luftqualität und Lüftung stärker in den Fokus der europäischen Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) zu rücken. Der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung, der Fachverband Gebäude-Klima und der Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte begrüßen die Einigung. Sie sprechen sich für eine rasche Fortführung des Entscheidungsprozesses im bevorstehenden Trilog zwischen der EU-Kommission, dem Europäischen Rat und dem EU-Parlament aus.

"Das EU-Parlament hat maßgebliche Anregungen der TGA-Branche zur EPBD übernommen", sagt Günther Mertz, Geschäftsführer der drei TGA-Verbände. Die gesetzlich vorgeschriebene energetische Inspektion von Lüftungsanlagen sei ein effektiver Weg, um nicht nur die Energieeffizienz der Lüftungsanlagen wirtschaftlich zu verbessern, sondern auch um thermischen Komfort und Innenraumluftqualität im Gebäude sicherzustellen.

Als unzureichend bewertet dagegen der Norwegische Elektrofahrzeug-Verband die jüngste Version der Gebäuderichtlinie in Bezug auf die Ladeinfrastruktur von Elektroautos. Sie sieht vor, dass in neuen Gebäuden mit mindestens zehn Stellplätzen wenigstens einer mit einer Lademöglichkeit ausgestattet sein soll – so wie im Vorschlag der Kommission. Zuvor hatte der Umweltausschuss in seiner Stellungnahme gefordert, es müssten drei von zehn Stellplätzen sein.

Dazu sagte der Sprecher der Norwegian Electric Vehicle Association, Petter Haugneland: "Richtig wäre, wenn in neuen Gebäuden jeder Stellplatz eine Lademöglichkeit hätte." In Oslo müsse einer von zwei Stellplätze in neuen Gebäuden eine Lademöglichkeit haben und die Verkabelung müsse auf eine komplette Versorgung ausgerichtet sein. Dies sieht allerdings auch die EU-Richtlinie vor. Quelle: TGA-Verband / sue

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Nachfrage nach Speichern ist ungebrochen

16. Oktober 2017 - 7:00

Zusammen mit seinem Partner, der Manufacturing, Logistics and Services GmbH aus Greifswald, habe Senec bereits frühzeitig die Produktion auf zwei Schichten ausgeweitet und könne damit flexibel auf eine erhöhte Nachfrage reagieren.

Die Sonnen Gruppe, nach eigenen Angaben weltweit Marktführer für Batteriespeicher und neben Senec der zweite große Lieferant in Deutschland, hatte Lieferengpässe bereits im August kommuniziert: "Die hohen Verkaufszahlen und die weiterhin stark wachsende Nachfrage im September führen voraussichtlich erstmals zu erheblichen Lieferzeiten", sagte Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Sonnen. "Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an Lösungen, um die Auswirkungen des Engpasses so gering wie möglich zu halten und haben unsere Kunden bereits darüber informiert."

Ursache sei die große Nachfrage im australischen Markt und die direkte Lieferung der Sony-Zellen von Japan nach Australien gewesen. Sonnen verwendet für die Sonnenbatterie ausschließlich Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LiFePO4). Diese gelten als langlebiger und sicherer als viele andere Lithium-Ionen-Batterien.

Mit jeweils mehr als 17 Prozent der Anteile dominieren die deutschen Anbieter Senec und Sonnen den Stromspeichermarkt deutlich. Das hat das Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe der RWTH Aachen im Juli in seinem jährlichen Speichermonitoring festgestellt. Im Rahmen des Monitorings wurde die Wirkung von Stromspeichern sowie die Markt- und Technologieentwicklung analysiert.

Untersucht wurden Stromspeicheranbieter, die an dem KfW-Förderprogramm Erneuerbare Energien „Speicher“ teilnehmen. Die KfW fördert den Erwerb von stationären Batteriespeichern seit 2013 durch zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse von bis zu 25 Prozent der Investitionskosten. Förderfähig sind nur Speichersysteme, die hohe technische Anforderungen erfüllen. Zu diesen gehören unter anderem eine netzentlastende Wirkung und eine zehnjährige Zeitwertersatzgarantie.

Sonnens Position als Marktführer für Batteriespeicher hatte vor kurzem das Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research bestätigt. Quelle: Senec / Sonnen / sue

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DESAX-Wert für Heizungen steigt kräftig

16. Oktober 2017 - 7:00

Nach einem guten August stieg der Wert für Heizungen im September noch einmal an. Er lag bei 194 Punkten (Vormonat 148). Demnach hat sich die Zahl der ausgetauschten Heizungen gegenüber dem Basisjahr 2012 fast verdoppelt. Bei Dach und Dämmung wurden 130 Punkte erreicht (Vormonat 132). Der Wert für die Sanierung von Fenstern  dagegen fiel deutlich auf 136 (Vormonat 156).

Der überdurchschnittlich starke Anstieg beim Austausch von Heizungen könnte mit den Vorschriften der Energieeinsparverordnung zu tun haben. Sie sieht in eine Austauschpflicht für viele 30 Jahre alte Öl- oder Gasheizungen vor, teilt das Portal Effizienzhaus Online mit. Die Austauschpflicht gilt für Heizungen mit einem Konstanttemperatur-Kessel und einer Nennleistung von 4 bis 400 Kilowatt. Brennwertkessel oder Niedertemperaturkessel sind davon aber nicht betroffen. Auch Anlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung dürfen bleiben.

Von der Austauschpflicht ausgenommen sind Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die ihr Haus am 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben, sofern das Gebäude nicht mehr als zwei Wohnungen aufweist. Damit gilt die Austauschpflicht zunächst vor allem für vermietete Gebäude.

Der Deutsche Sanierungsindex DESAX wird von EnBauSa.de und "Dämmen und Sanieren" herausgegeben. Er spiegelt wider, wie viele Angebotsanfragen online bei der Deutschen Auftragsagentur DAA in den Segmenten Fenster, Dach und Dämmung sowie Heizung eingehen. Der Index beruht auf dem Durchschnitt des Jahres 2012. Ein Indexwert von 100 bedeutet also, dass im Durchschnitt dieses Jahres genauso viele Anfragen eingegangen sind. Quelle: DESAX / Effizienzhaus Online / sue

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Ausbaupotenzial von Mieterstrom ist groß

15. Oktober 2017 - 7:00

"Jetzt geht es endlich los mit dem Mieterstrom in Deutschlands Metropolen. Stark gesunkene Photovoltaik-Preise und das neue Mieterstromgesetz der Bundesregierung machen dies möglich. Wir beobachten am Markt eine stark wachsende Zahl an Akteuren, die aus den Startlöchern kommen und Mieterstromprojekte umsetzen wollen", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft

"Mieterstromprojekte sind ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende im Wohngebäudebereich", meint Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, müssten aber noch Hemmnisse aus dem Weg geräumt werden. "Wohnungsunternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) lokal erzeugen wollen, werden gravierend steuerlich benachteiligt. Sobald sie den erzeugten Strom ins allgemeine Netz einspeisen oder den Mietern zur Verfügung stellen, wird die eigentlich gewerbesteuerbefreite Vermietungstätigkeit gewerbesteuerpflichtig. Das Gewerbesteuergesetz muss hier dringend angepasst werden", fordert Gedaschko.

Mieterstrom sollte keine steuerlichen Nachteile bringen

"Mit Mieterstrom können sich Mieter erstmals aktiv und ganz bewusst für saubere Energie, für Umwelt- und Klimaschutz entscheiden", sagt Lukas Siebenkotten, Direktor des Mieterbundes. Der Erfolg von Mieterstrom werde aber im Wesentlichen von der Attraktivität des Strompreises abhängen. "Die vorhandenen Potenziale können nur dann ausgeschöpft werden, wenn Mieterstrom deutliche Kostenvorteile mit sich bringt", sagt Siebenkotten.

Michael Geißler, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen, sagt: "Wir brauchen so viele ungenutzte Dachflächen wie möglich, um in den Städten die kommunalen Klimaschutzziele zu erreichen. Mieterstrom ist ein guter Anfang, in Zukunft brauchen wir weitere kreative Modelle für Dienstleistungen und Direktvermarktung. Dadurch können wir die Partizipation breiter Bevölkerungsschichten an der Energiewende erhöhen und sie sozialverträglicher ausgestalten."

Nach übereinstimmender Einschätzung der vier Verbände könnte die Realisierung von Solaranlagen in deutschen Innenstädten noch deutlich erleichtert werden, wenn die nächste Bundesregierung Mieterstrom, der nicht durch das öffentliche Stromnetz geleitet wird, von der EEG-Umlage befreit. Außerdem sollten Vermieter keine steuerlichen Nachteile in ihrem Kerngeschäft haben, wenn sie ihren Mietern Strom aus eigenen Anlagen liefern. Damit würden Mieter endlich auch Eigenheimbesitzern gleichgestellt, die die Vorteile der Eigenversorgung schon länger in Anspruch nehmen können.

Garantierter Zuschlag von bis zu 3,8 Cent

Beim PV-Mieterstrom handelt es sich um Strom, der auf einem oder mehreren Gebäuden durch Solarenergie erzeugt und im Wege der Direktvermarktung an die Bewohner geliefert wird. Da dieser Strom ohne Nutzung eines allgemeinen Versorgungsnetzes zu den Kunden gelangt, werden enthält der Preis keine staatlichen Abgaben wie Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgaben, KWK-Umlage oder Stromsteuer. Die Mehrwertsteuerpflicht und die volle EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent je Kilowattstunde gelten jedoch auch für solaren Mieterstrom.

Das Mieterstromgesetz garantiert den Betreibern von PV-Mieterstromanlagen in Abhängigkeit von der Größe der Anlage und dem aktuellen EEG-Einspeisetarif einen Zuschlag von bis zu 3,8 Cent pro Kilowattstunde. Förderfähige Anlagen sind jedoch auf 100 Kilowatt peak begrenzt. Der jährliche Mieterstromzubau wurde auf eine Leistung von 500 Megawatt gedeckelt. Auch ein Höchstpreis für PV-Mieterstrom wurde festgelegt. Er muss mindestens zehn Prozent unter dem am jeweiligen Ort geltenden Grundversorgungstarif liegen. Quelle: Berliner Energieagentur / sue

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Bündnis fordert Steuerförderung

13. Oktober 2017 - 7:00

Der Vorschlag sieht in der Anfangsphase vor, dass 30 Prozent der Sanierungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuerzahlung abgezogen werden. Der Bundesverband der Deutschen Industrie, der BDEW, die Deutsche Energie-Agentur, DGB, ZDH, die BDI-Initiative "Energieeffiziente Gebäude" und die Geea fordern die Parteien, die die neue Bundesregierung tragen werden, auf, diesen Vorschlag in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und die Maßnahme zügig umzusetzen.

Damit Deutschland seine ambitionierten Klimaziele erreichen kann, müssten endlich die großen CO2- und Energieeinsparpotenziale bei Gebäuden mobilisiert werden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. "Der psychologische Effekt des Steuersparens ist ein unvergleichlich starker Hebel, der im bisherigen Fördermix fehlt", glauben die Vertreter des Bündnisses. Es werde ein Instrument benötigt, das attraktiv, technologieoffen und einfach umsetzbar ist, damit es die geforderte Wirkung entfaltet. Nur so werde der Stillstand bei der energetischen Gebäudesanierung überwunden und das Sanierungstempo nachhaltig gesteigert.

Auf den Gebäudesektor in Deutschland entfallen immer noch über 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs und über 30 Prozent des CO2-Ausstoßes. Bei einem Großteil der rund 16 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser besteht erheblicher Sanierungsbedarf, stellt das Bündnis fest. Die Sanierungsquote stagniere seit Jahren bei unter einem Prozent.

Angesichts der inländischen Wertschöpfung von über 80 Prozent im Gebäudebereich würde eine steuerliche Förderung zu einem starken Konjunkturschub – insbesondere bei Mittelstand und Handwerk – führen. Zusätzliches Wirtschaftswachstum sowie Sicherung und Neuschaffung von Arbeitsplätzen wären die Folgen. Quelle: Dena / sue

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EU erforscht Sanierung auf Quartiersebene

12. Oktober 2017 - 9:00

"Wenn man bedenkt, dass 80 Prozent aller Gebäude, die es 2050 geben wird, bereits heute stehen, sind erfolgreiche Sanierungsstrategien wichtig, um die Klimaziele der EU zu erreichen", heißt es auf der Website des Projekts. Deshalb hat die EU über fünf Jahre die Sanierung von Quartieren in Malmö, Grenoble, Oslo und in der baskischen Stadt Eibor gefördert.

Im Wohngebiet Lindängen südlich von Malmö wurden drei Achtgeschosser und ein Dreigeschosser saniert. Einer der Achtgeschosser bekam ein umfassendes Monitoringsystem für alle erneuerten Komponenten der Haustechnik.

Die teuerste Maßnahme war der Austausch der Fenster. Außerdem wurde die Lüftungsanlage erneuert und mit einer Wärmepumpe zur Rückgewinnung der Energie versehen. Auf den Dächern der Gebäude stehen jetzt Phovoltaikanlagen, die zum Eigenverbrauch im Gebäude dienen. Nicht genutzter Strom wird ins Netz eingespeist, was aber in Schweden nicht vergütet wird.

Fernwärme kommt aus dem Abfallheizkraftwerk

Interessant ist, dass die Fassaden nicht gedämmt wurden. Die Wärmerückgewinnung funktioniert trotzdem so gut, dass in den sanierten Gebäuden erst ab einer Außentemperatur von fünf Grad zugeheizt werden muss. Ist es kälter, kommt die Heizwärme über eine Fernwärmeleitung aus einem Müllheizkraftwerk.

Eine kleinere Maßnahme im Projekt war, die Aufzüge mit einer Anlage zur Rückgewinnung der Energie beim Abwärtsfahren zu versehen. Die Umwälzpumpen der Heizungsanlage wurden durch effizientere ersetzt und die Garagen bekamen eine LED-Beleuchtung.

Eine Überraschung brachte das Monitoring der gemeinsamen Waschmaschinen für alle Mieter im Keller. In Schweden gehören sie zur Wohnungsausstattung und sind in der Miete inklusive. Eine Waschmaschine und ein Trockner wurden nach der Sanierung über eine Wärmepumpe beheizt, zwei weitere Waschmaschinen wie vorher mit warmem Wasser aus dem Fernwärmenetz versorgt. "Mit der Wärmepumpe haben wir mehr Energie gespart als wir mit der Wärmerückgewinnung aus der Lüftungsanlage bekommen haben", berichtet Projektmanager John Hallerbeck vom Malmöer Umweltamt.

"Man spart Energie, wenn man selbst dafür zahlen muss"

Die Mieter müssen also recht häufig gewaschen haben, sonst wäre die Rechnung anders ausgefallen. Deshalb macht der Eigentümer der Immobilien, die Wohnungsgesellschaft Trianon, den Mietern ein neues Angebot: Sie können jetzt wählen, ob sie kostenlos waschen wollen oder ob sie weniger Miete bezahlen und das Waschen künftig im neuen Waschsalon der kleinen Siedlung selbst bezahlen wollen. "Dann werden die Waschmaschinen vielleicht nicht so leer sein wie diese", sagt die Marketingmanagerin von Trianon, Birgitta Bengtson, und zeigt auf eine gerade mal viertel volle Waschmaschine. "Man spart Energie, wenn man selbst dafür zahlen muss", meint sie.

Für Trianon hat sich das Projekt insofern ausgezahlt, als die Mieter zufriedener sind und weniger oft umziehen. "Ein Mieterwechsel kostet uns etwa 30.000 Kronen", sagt der Verwalter der Anlage. Das sind immerhin 4300 Euro. Doch seit der Sanierung ist die jährliche Umzugsrate von 20 auf sechs bis sieben Prozent gesunken. Die Mieter zahlen jetzt im Schnitt 150 Euro Miete mehr. "Wir sind uns bewusst, dass Sanierungen Mieter vertreiben können und das wollen wir vermeiden", sagt Birgitta Bengtson. Die Kosten der Sanierung in Höhe von umgerechnet 18,6 Millionen Euro haben sich Trianon und die EU geteilt.

Gerade arbeitet das Schwedische Umweltinstitut am Abschlussbericht für die Maßnahmen in Malmö. Im Bericht über die identifizierten Hindernisse aller vier Sanierungsgebiete nennen die Projektpartner drei Gründe, warum die Sanierung von Bestandsgebäuden so schwierig ist: Die Amortisierung der Maßnahmen ist mit 15 bis 30 Jahren sehr lang. Es gibt Gründe, warum der Vermieter die Miete nicht erhöhen kann. Und es gibt sehr wenige finanzielle Instrumente, mit denen die EU die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden direkt fördert.

Neben diesen allgemeinen Hindernissen beschreiben die Projektpartner folgende Probleme beim Entscheidungsprozess für eine Sanierung: Auf technischer Ebene gibt es durch die Struktur der Gebäude nur eine begrenzte Anzahl von Lösungen. Die Investitionskosten sind zu hoch. Auf sozialer Ebene gibt es zu wenig Kenntnisse oder zu wenig Interesse an Energieeffizienzmaßnahmen.

Am 19. Oktober findet in Bilbao die Abschlusskonferenz von ZenN statt. Das Projekt lief über fünf Jahre und wurde aus dem siebten Rahmenprogramm zur Forschungsförderung in der EU finanziert. Von Susanne Ehlerding

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Wohnraumlüftung wächst wohltemperiert

11. Oktober 2017 - 7:00

Grundsätzlich wird bei der kontrollierten Wohnraumlüftung – also einer maschinellen – zwischen Systemen ohne Wärmerückgewinnung und solchen mit Wärmerückgewinnung unterschieden. Bei den Wärmerückgewinnungssystemen wird unterschieden zwischen zentralen Systemen und lokalen Systemen, sogenannten Einzelraumlüftern.

Zu den zentralen Systemen gehören die Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher, die aufwändiger sind, weil Lüftungskanäle durch die Wohnung zur Anlage geführt werden. Es können aber auch zentrale Abluftsysteme, die ohne Leitungen arbeiten, mit einer Wärmerückgewinnung versehen werden. Dann führt eine Wärmepume die Energie der warmen Luft in einen Warmwasserspeicher.

Mit einem Anteil von 55,1 Prozent verbuchen die Abluftsysteme ohne Wärmerückgewinnung bisher noch den Löwenanteil für sich. Danach folgen die zentralen Wärmerückgewinnungssysteme mit einem Anteil von 35,7 Prozent und die lokalen Systeme mit einem Anteil von 9,2 Prozent.

Betrachtet man das Entwicklungspotential dieser Produktsegmente, ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Die gesetzlichen Anreize für geringere CO2-Emissionen sowie das stärker werdende Umweltbewusstsein der Konsumenten führen dazu, dass die lokalen und zentralen Wärmerückgewinnungssysteme Marktanteile hinzugewinnen werden. "Der steigende Wunsch nach einfachen und günstigen Produkten macht vor allem die dezentralen Systeme zum Segment mit dem größten Wachstumspotential", erklärt Neva Rukonic, Autorin der Studie.

Nur Österreich und Frankreich floppen

Von den 13 Ländern, die in der Studie untersucht wurden, verzeichneten nur Österreich und Frankreich im eine negative Umsatzentwicklung. In Österreich ist es vor allem der preissensitive Markt, der ein Wachstum der Branche verhinderte. In Frankreich ist es wiederum das gebeutelte Konsumentenvertrauen unter dem die Branche leidet. Zwar hat der Wohnungsbau wieder ein Wachstum erzielen können, jedoch investieren die Bauunternehmen großteils nicht in Wärmerückgewinnungssysteme, sondern in Abluftsysteme ohne Wärmerückgewinnung.

Deutschland Bauindustrie ist Wachstumslokomotive

Nirgendwo ist die Menge an Wärmerückgewinnungssystemen in den letzten Jahren so gestiegen, wie in Deutschland. Dabei profitiert der deutsche Markt vom günstigen Bauumfeld. Zwischen 2012 und 2016 stieg die Anzahl der Wärmerückgewinnungssysteme um 58,4 Prozent. Vor allem dezentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung werden in Deutschland immer stärker nachgefragt. Der Marktanteil dieses Segments ist zwischen 2012 und 2016 von 16,9 Prozent auf 24,8 Prozent gestiegen.

Deutschland ist auch der einzige Teilmarkt, wo die dezentralen Wärmerückgewinnungssysteme einen etwas größeren Marktanteil verbuchen als die Zentralen (50,1 zu 49,9 Prozent). An zweiter Stelle landet Polen, das im selben Zeitraum ein Wachstum von 30,1 Prozent aufwies. Polens Markt hat durch eine neue Bauverordnung bezüglich der Energieeffizienz ein überdurchschnittlich starkes Wachstum, was sich auch auf die Entwicklung der Preise auswirkt.

Ganz anders als in Deutschland ist in Skandinavien der Markt für dezentrale Systeme kaum ein Thema, da dort die zentralen Systeme nicht zuletzt durch die dominierenden einheimischen Produzenten sehr etabliert sind und der Preis nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Auch Italien verzeichnet erstmals wieder ein Wachstum. Nach Jahren des Abschwungs erholt sich die Bauindustrie erstmals wieder und auch der Absatz an Wärmerückgewinnungssystemen könnte in den kommenden Jahren einen kontinuierlichen Aufstieg erfahren. Quelle: Interconnection Consulting / sue

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Der Dünnschicht in den Markt helfen

11. Oktober 2017 - 7:00

Bisher befinden sich rund drei Viertel aller Photovoltaikanlagen auf Dächern, ein weiteres Viertel auf Freiflächen. Der Anteil der gebäudeintegrierten Anlagen bewegt sich im Promillebereich. Das wollen die Forscher vom ZSW ändern und besonders geeignete CIGS-Dünnschichtphotovoltaik für Fassadenanwendungen optimieren. Ziel ist es, die auf Dächern und Freiflächen kommerziell erfolgreiche Technologie nun auch in den Fassadenmarkt zu bringen. Dabei sind sowohl fertigungstechnische als auch systemtechnische Fragen zu klären.

Die gebäudeintegrierte Photovoltaik („Building-Integrated Photovoltaics“, kurz BIPV) könnte vor allem bei größeren Gebäuden künftig einen Aufschwung erleben: Ab 2020 müssen alle neuen Nichtwohngebäude in der EU als "Niedrigstenergiegebäude" gebaut werden, dürfen also fast keine Energie mehr für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung benötigen.

Deutschland strebt außerdem bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudesektor an. Ohne einen deutlichen Anteil von Solarenergie auch in der Fassade sind diese Ziele nur schwer zu erreichen, meinen die Experten vom ZSW. Architekten und Gebäudeplaner werden daher die Technologie verstärkt einsetzen, prognostizieren Fachleute und Wissenschaftler. Für die deutschen Hersteller von Dünnschichtmodulen und Produktionsanlagen eine Chance, einen Massenmarkt zu erschließen.

Solarfassaden können mehr als nur Energie gewinnen

Die Vorteile der der gebäudeintegrierten Photovoltaik sind enorm: Neben der elektrischen Energiegewinnung bietet die BIPV mit vergleichbarer Qualität die Funktionen klassischer Fassaden wie Schutz vor Wind und Wetter, Abschattung und Tageslichtnutzung, Schallschutz sowie Wärmedämmung. Die Energieeinsparverordnung EnEV belohnt die Anwendung zudem mit einer höheren Gebäudeklasse nach DIN 18599.

Bei der Nutzung von CIGS-Dünnschichtmodulen in der Fassade kommen ästhetische Vorteile hinzu: Die Module bieten die gleichen Gestaltungsmöglichkeiten wie Glasfassaden, da ihre Zellstruktur anders als bei der Silizium-Photovoltaik kaum sichtbar ist, was homogene Glasflächen in dezenten Farben ermöglicht. Variable Modulgrößen, Sonderformen und flexible Bauteile stehen ebenfalls zur Verfügung.

Studien zufolge beträgt in Städten die für die BIPV zusätzlich ökonomisch nutzbare Fassadenfläche im Mittel etwa zehn Prozent der wirtschaftlich nutzbaren Dachfläche. Vor allem bei Gebäuden mit mehr als drei Geschossen ist oft mehr Platz an der Fassade als auf dem Dach. Die Kosten der integrierten Photovoltaik sind zwar höher als die der Aufdachmodule, doch wenn die Gebäudehülle sowieso neu erstellt wird, reicht eine Kostenbetrachtung aus, die die Mehrkosten gegenüber einer konventionellen Fassade einbezieht. Solarfassaden mit einer Amortisationszeit von zehn Jahren sind so möglich.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die höhere Wertigkeit des Stroms aus Fassaden, da dessen Spitzenwert nicht unbedingt mittags, sondern je nach Orientierung in den Morgen- und Abendstunden liegen kann. Auf diese Weise lässt sich der Mittagspeak elegant vermeiden und eine gegebenenfalls vorgesehene Batterie für die Nachtstunden benötigt weniger Speicherkapazität. Hinzu kommt: Fassadenanlagen nutzen die tief stehende Sonne im Winter aufgrund ihrer vertikalen Ausrichtung gut. Zudem sind sie bei Schneewetterlagen gegenüber Dachanlagen im Vorteil, denn dann liefern sie gleichbleibenden Ertrag und erhöhen den solaren Eigenverbrauch.

Das ganze System im Blick

"Im Forschungsprojekt betrachten wir das gesamte System einer Dünnschichtphotovoltaik-Fassade", erklärt Dieter Geyer, Projektleiter am ZSW. "Wir optimieren das Moduldesign hinsichtlich Energieertrag, Schattentoleranz, Montagefreundlichkeit und Flexibilität der Modulgröße und passen es an die übrigen Systemkomponenten an."

An den elektronischen Komponenten untersuchen die Forscher die Aspekte Sicherheit, Funktionalität und Zuverlässigkeit. Außerdem prüfen sie das energiewirtschaftliche Potenzial von CIGS-Fassaden im Hinblick darauf, wie der elektrische und thermische Energiebedarf auf Gebäudeebene gedeckt werden kann.

Das ZSW übernimmt die Auslegungsrechnungen, Labor- und Felduntersuchungen sowie die Erhebung von Betriebsdaten. Im Rahmen von Felduntersuchungen an der CIGS-Fassade am neuen Institutsgebäude in Stuttgart und auf dem Testfeld Widderstall führen die Forscher eine vergleichende Bewertung der verschiedenen Systemvarianten hinsichtlich Funktion und Ertrag durch. Auch hinterlüftete Photovoltaik-Doppelfassaden und Wärmepumpen werden in das Projekt einbezogen.

Die optimierten Fassadenmodule und Systemkomponenten werden am Ende von den Projektpartnern hergestellt. Es sind das Zentrum für angewandte Forschung nachhaltige Energietechnik der Hochschule für Technik Stuttgart und die Firma Manz CIGS Technology. Zu den assoziierten Partnern gehören AVANCIS, Gartner Instruments, KACO new energy, SMA Solar Technology und SolarEdge Technologies. Quelle: ZSW / sue

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Klimaziele mit Technologiemix erreichen

11. Oktober 2017 - 7:00

Öl- oder Gasheizungen sind davon aber ausgenommen. Das geht aus dem Design der Studie hervor, in dem die Dena zwei Szenarien untersucht hat, bei denen zur Mitte des Jahrhunderts 80 bis 95 Prozent weniger Emissionen entstehen als 1990. Fürs Heizen mit fossilen Energien ist in so einer Welt kein Platz mehr, weil Öl und Gas für andere Anwendungen zur Verfügung stehen müssen – etwa im Straßen- und Flugverkehr. Dort sind Kraftstoffe nur sehr schwer durch erneuerbare Energien zu ersetzen.

Bis 2030 allerdings wird Erdgas der wichtigste Energieträger bleiben, lautet eins der Zwischenergebnisse der Studie. Nach 2030 dann werden grüner Strom und Power-to-Gas an Bedeutung gewinnen. Die Technologie habe den entscheidenden Vorteil, dass das Transport- und Speicherpotential der vorhandenen Gasnetze und -speicher gehoben und Infrastrukturinvestitionen optimal ausgeschöpft werden könnten, heißt es im Zwischenfazit.

Die Studie wird am Ende beschreiben, welche Maßnahmen bei Gebäudehülle und Anlagentechnik sinnvoll und für eine integrierte Energiewende notwendig sind. Gleichzeitig dient das Modul dazu abzuwägen, welches Maß an Energieeffizienz und erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung aller Investitions- und Folgekosten volkswirtschaftlich für den Gebäudebereich die besten Ergebnisse erzielt. Dazu werden zum Beispiel realistische Transformationspfade der Energieträger hin zu einer CO2-neutralen Energieversorgung untersucht.

In dem Modul geht es auch darum, den Gebäudebestand in Deutschland umfassend abzubilden, inklusive Szenarien für Abriss, Neubau und Sanierung. Ziel ist es, zentrale Kennwerte zur Entwicklung des Gebäudebestands für Wohneinheiten, Flächen, Energiebedarfe und CO2-Emissionen zu berechnen, um so die Auswirkungen auf das Gesamtsystem darzustellen.

"Voraussetzung für das Erreichen der Klimaschutzziele ist im Neubau die Umsetzung des Niedrigenergiehaus-Standards", sagt Manfred Werner von der EWE Aktiengesellschaft, einer der Partner der Dena-Leitstudie. Auch Verbände, Hersteller, Dienstleister, Stadtwerke und Energieversorger waren in den Diskussionsprozess einbezogen.

"Im Bestand müssen wir es schaffen, die Sanierungsrate und damit die Energieeffizienz deutlich zu erhöhen", führt Werner weiter aus. Potentiale im Bestand bieten die Umstellung von Heizöl auf Erdgas oder Bioerdgas und die vermehrte Nutzung von solarer Wärme. Bei vertretbarem Aufwand kann eine Umstellung auf den Energieträger Strom oder Biomasse in Betracht kommen.

Außerdem werden Brennwertkessel in Kombination mit Solarthermie, Wärmepumpen und Hybridsysteme bedeutende Marktanteile erreichen, schätzt der Experte. Und bei vorhandener Infrastruktur werde Fernwärme eine Rolle spielen. Quelle: Dena / sue

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Einfach grüner bauen

10. Oktober 2017 - 7:00

Bei praktisch jedem Architekturwettbewerb wird der Aspekt der Nachhaltigkeit abgefragt. Den Begriff mit Daten zu hinterlegen ist jedoch gar nicht so einfach – noch nicht. Das Münchner Start-up Caala (Computer-Aided Architectural Life-cycle Assessment) hat ein CAD-Plugin auf den Markt gebracht, mit dessen Hilfe sich parametrisches Planen und ökologisches Bauen verknüpfen lassen.

"Unser Ziel ist es, dem Bauherrn eine transparente Grundlage für eine Investitionsentscheidung zu ermöglichen", sagt Bauingenieur und Architekt Alexander Hollberg, aus dessen Doktorarbeit die Software entstanden ist. Die Methode seiner Wahl ist die Lebenszyklusanalyse, auch bekannt als Ökobilanz. Ihr Ziel ist, die Umweltwirkungen eines Gebäudes über seinen kompletten Lebensweg hinweg systematisch zu analysieren.

Wie das geht, zeigt Hollberg an seinem Rechner. Links auf dem Monitor ist die 3D-Ansicht eines Hauses zu sehen. Der Planer kann es drehen und wenden, nach Belieben Wände versetzen oder Fenster und Türen hineinschneiden. Die eigentliche Neuheit wird sichtbar, wenn Hollberg dazu farbige Balken- und Tortendiagramme aufruft. Je nach Konstruktion verändern sie sich und zeigen die "Heizbilanz", die "Gewinne durch Solar" oder die "Lüftungswärmeverluste", kurz: die gesamte Energie- und CO2-Bilanz des geplanten Gebäudes.

Verständliche Grafiken und Diagramme

Das Plugin lässt sich nach Angaben des Unternehmens in jeder marktüblichen CAD-Software nutzen, ohne dass aufwendige Schulungen nötig wären. Egal welches Bauteil, welche Haustechnik oder wie die Geometrie des Gebäudes verändert wird – in Sekundenschnelle sind die Veränderungen des Energiebedarfs und der Ökobilanz aufgezeigt. "Unser Ansatz ist die Kommunikation inzwischen Architekt und Bauherrn in der frühen Planungsphase zu erleichtern", sagt Hollberg. Bei der Entscheidung für oder gegen einen Wintergarten, eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage wird der Bauherr in die Lage versetzt, auf Basis von neutralen Informationen zu urteilen.

Mit seiner Software reiht sich das Start-up ein in eine ganze Reihe von Vorhaben, die Nachhaltigkeit eines Gebäudes zu berechnen. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags haben sich vor zwei Jahren die Mühe gemacht, die Angebote auf dem Markt zu beschreiben.

Zwei Datenbanken für die Berechnung des Ökofaktors

Grundlage für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Bauwerken ist zunächst einmal die Europäische Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration – EDP). Die europäische Norm 15804 "Nachhaltigkeit von Bauwerken" regelt die Berechnungsmethoden, die Auswahl von Umweltindikatoren und die Überprüfung von Umweltproduktdeklarationen. Damit ermöglicht sie die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Produkte. Umweltdeklarationen bilden auch eine Informationsbasis für die Ökobilanzierung einzelner Gebäude.

Daten zu einzelnen Produkten sind in den beiden Datenbanken Wecobis und Ökobaudat gesammelt, die der Bund im Rahmen der Forschungsinitiative "Zukunft Bau" aufgebaut hat. Wecobis bietet für die wichtigen Bauproduktgruppen und Grundstoffe herstellerneutrale Informationen zu gesundheitlichen und umweltrelevanten Aspekten von Baustoffen. Die Informationen werden für den gesamten Lebenszyklus vom Rohstoff über Herstellung und Verarbeitung bis zur Nutzung und Nachnutzung erhoben. Die Ökobaudat enthält zurzeit Datensätze von mehr als 1000 verschiedenen Bauprodukten. Über eine Schnittstelle können Programme für die Ökobilanzierung Daten direkt aus der Ökobaudat abfragen. Das sind Programme wie GaBi oder die Oekobilanz-bau zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks.

Das Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung hat außerdem ein Online-Ökobilanzierungstool für Büro- und Verwaltungsgebäude entworfen. Das webbasierte Berechnungstool „eLCA“ (elektronisches Life Cycle Assessment) beruht auf der Berechnungsmethodik des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen für Bundesbauten (BNB).

Darüber hinaus wurde mit dem neuen EU-Projekt Level(s) erst kürzlich ein neues System der Nachhaltigkeitsbewertung gelauncht, das sich zurzeit in der Probephase befindet. Es soll mit seinem System zu einer "gemeinsamen Sprache" beim nachhaltigen Bauen beitragen.

Ziel ist eine Lösung auf Knopfdruck

Die Münchner Gründer von Caala wollen mit ihrer Software zeigen, dass ökologisches Bauen und Kosteneffizienz kein Widerspruch sein müssen. Denn Investitionskosten machen nur etwa 20 Prozent der Lebenszykluskosten eines Gebäudes aus. Der weitaus größere Teil entfällt auf Betrieb und Instandhaltung. "Wenn man also etwas mehr Geld für energieeffiziente Technologie ausgibt, kann sich das über die komplette Nutzungsphase betrachtet deutlich auszahlen", sagt Philipp Hollberg, der jüngere Bruder von Alexander und ebenfalls Mitgründer des Start-ups.

Joost Hartwig, Geschäftsführer der Ina Planungsgesellschaft aus Darmstadt hat die Software getestet und bewertet sie positiv: "Wenn es darum geht eine Konstruktion zu optimieren, muss man sehr früh im Planungsprozess wesentliche Dinge entscheiden, die für die Gesamtbilanz elementar sind, etwa wie eine Holzkonstruktion gegenüber Stahlbau abschneidet. Mit dem Tool kann man in Echtzeit und live die Planung verändern und ökologische Auswirkungen bereits im Entwurfsprozess aufzeigen. Das Potenzial ist ziemlich groß", sagt Hartwig.

Im Moment ist das Unternehmen auf der Suche nach weiteren Architekten, die das Plugin ausprobieren möchten. Künftig soll die Software auf Lizenzbasis verkauft werden. Das Gründerteam plant derweil schon die nächsten Schritte: Wenn die Caala-Software erst einmal mit genug Daten gefüttert wurde, könnte sie in der Lage sein, Gebäude zu optimieren. "Unsere gesammelten Daten können auch helfen, Benchmarks zu erstellen und dem Planer ein Gefühl zu geben, wie gut sein Gebäude im Vergleich zu anderen ist. Heute kann nämlich niemand sagen, ob 100 Tonnen CO2-Ausstoß für das jeweilige Gebäude viel oder wenig sind", sagt Hollberg.

Seine Vision ist, dass der Algorithmus durch maschinelles Lernen in der Lage sein wird, Architekten Lösungen vorzuschlagen, die sich als besonders ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll erwiesen haben. Ohne langes Rechnen, sondern einfach auf Knopfdruck. Von Daniela Becker und Susanne Ehlerding

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Fassade beeindruckt mit Funktionsgläsern

10. Oktober 2017 - 7:00

Der Drucker trägt die Farben in einer Auflösung von bis zu 1024 Dots per Inch (dpi) hochpräzise auf. So lassen sich komplexe, mehrfarbige Rasterdesigns, Ornamente oder Imitate von Materialstrukturen exakt darstellen. Auch großformatige fotorealistische Motive sind möglich. Da der Farbauftrag deutlich dünner als beim Siebdruck erfolgt, können Gläser transluzent bedruckt und Übergänge fließend gestaltet werden. Durch den automatisierten Druckprozess ist die Produktion zudem äußerst wirtschaftlich. Im Ofen verschmelzen die Keramikfarben dann dauerhaft und kratzfest mit der Glasoberfläche.

Die dekorative Komponente eröffnet kreative Möglichkeiten vor allem für die funktionale Gestaltung von Fassaden: Über den Druck lassen sich beispielsweise gezielt Teilflächen verschatten und so Sonnen- und Blendschutz gestalterisch realisieren. Das bietet die Chance, auf Sonnenschutzanlagen zu verzichten.

Die bedruckten Scheiben verarbeitet Sedak zu Isolier- oder Sicherheitsglas weiter. Beim Isolierglas Sedak Isodecor gehören Zwei- bis Dreifach-Gläser zum Standard-Lieferprogramm, das Sicherheitsglas Sedak Decudecor gibt es je nach Anforderung an die Sicherheit im Mehrfach-Scheiben-Aufbau. Für beide Typen gelten die Maximal-Maße 3,2 x 16,5 Meter.

Möglich ist auch ein sogenannter Double-Vision-Druck. "Bei diesem Verfahren erhält die Scheibe einen zweimaligen Druck – exakt übereinanderliegend. Dazu ist das Glas nach dem ersten Farbauftrag und der Trocknung wieder genau auf die Ausgangsposition zu bringen", erklärt Ulrich Theisen, Prokurist und Leiter Vertrieb bei Sedak. Feinarbeit, die perfekte Anlagen und erfahrene Mitarbeiter braucht. Das Muster ist dadurch auf jeder Seite in einem eigenen Farbton darstellbar, beispielsweise außen weiß und innen grau.

Ein Beispiel für die Symbiose von Funktionalität und künstlerischer Gestaltung von Glasfassaden mit keramischem Digitaldruck ist das ehemalige zahnmedizinische Institut im Europäischen Viertel von Brüssel. In einem Gemeinschaftsprojekt gestalteten es die Architekturbüros Chaix & Morel et Associés (Paris) und JSWD Architekten (Köln) zum "Haus der Europäischen Geschichte" um. Hierzu erhielt der Altbau aus den 30er Jahren einen gläsernen Aufsatz. Tagsüber filtert die Hülle den Einblick und den Lichteintrag, nachts scheint sich die Glashaut aufzulösen. Quelle: Sedak /sue

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Vom Leitstand überwacht und gesteuert

9. Oktober 2017 - 7:00

"Nur wenn wir das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Maßnahmenmix deutlich verbessern, schaffen wir die Wärmewende zu vertretbaren Kosten, sagte Techem CEO Frank Hyldmar. Um einen kostenoptimierten Maßnahmen-Mix zu erreichen setzt Hyldmar auf die Digitalisierung: "Digital gestützte Energieeffizienzlösungen entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette machen Klimaschutz bezahlbar und vermeiden damit unnötig hohe Investitionen."

Effizienzpotenziale einfach erkennen

Als ersten Schritt für zielgerichtete energetische Modernisierungen sieht Techem eine Analyse des Immobilienportfolios auf Basis von vorliegenden Daten. Rainer Baumann, Head of Solution Management bei Techem, beschreibt einen neuen Service des Unternehmens: "Auf Basis der Informationen, die im Rahmen der Heizkostenabrechnung über die Immobilien eines Kunden zusammenkommen, kann dieser den energetischen Stand seiner Gebäude schnell und unkompliziert einschätzen. Energetische Daten, etwa der Wärme- und Warmwasserverbrauch pro Quadratmeter, werden dazu anonymisiert mit dem regionalen Durchschnittswert verglichen"

Das zeige dem Immobilienverantwortlichen auf den ersten Blick, bei welchen Immobilien seines Portfolios eine Modernisierung am sinnvollsten ist. Eine Begehung sämtlicher Liegenschaften falle damit zunächst weg und sei bei Bedarf nur noch für Detailanalysen oder die spätere Planung der Maßnahmen nötig. Das verkürze gerade bei großen Immobilienportfolios den Analyseprozess deutlich und verringere den Aufwand.

Wärmeerzeuger effizienter betreiben

Zweiter Punkt: Die Anlagen zur Wärmeerzeugung entsprechen oft nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und verbrauchen unnötig viel Energie. Doch Techem ist überzeugt: Auch ohne sie auszutauschen lasse sich die Energiebilanz oft deutlich verbessern, indem die Anlagen optimal eingestellt, besser überwacht und frühzeitig gewartet werden.

Das erfordert allerdings nicht nur Know-how, sondern bindet in Wohnungsunternehmen auch Ressourcen. Die Aufschaltung von Heizungsanlagen auf einen digitalen Leitstand kann dabei Abhilfe schaffen: Die Anlagen werden nach einer Feinjustierung der Kesselparameter durchgehend überwacht und Abweichungen vom Soll-Betrieb zeitnah bemerkt. Vorausschauende Wartung und frühzeitige Reaktion bei Störungen minimieren Versorgungsausfälle und sorgen für einen durchgehenden und effizienten Betrieb. Das spart Brennstoff, verringert damit die CO2-Emissionen und obendrein die Brennstoffkosten für die Mieter.

"Wir kontrollieren oder monitoren schon heute über 400, meist größere, Heizungsanlagen über einen digitalen Leitstand", sagt Holger Suschowk, Geschäftsführer der Techem Energy Contracting. "Unser Ziel für die nächsten Monate ist es, dieses Angebot auch für kleinere Anlagen wirtschaftlich zu machen und so der Wohnungswirtschaft flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Mit einem professionellen Erdgaseinkauf können weitere Kosteneinsparungen realisiert werden."

Optimierung des Verteilsystems

Der dritte Schritt in der Wertschöpfungskette sei die effiziente Verteilung der Wärme in die Wohnungen. Dazu ist ein hydraulischer Abgleich nötig, der in vielen Wohngebäuden noch fehlt. Ohne ihn muss die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage zumeist unnötig hoch eingestellt werden, was den Brennstoffverbrauch und damit Heizkosten und CO2-Emissionen in die Höhe treibt.

"Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper optimal mit Wärme versorgt wird und lässt dadurch niedrigere Systemtemperaturen zu", erklärt Suschowk. Der Abgleich bietet somit für vergleichsweise geringen Aufwand ein Effizienzpotenzial von oft über zehn Prozent und eliminiert zusätzlich störende Strömungsgeräusche in den Heizkörpern, die in nicht abgeglichenen Systemen häufig vorkommen. Als geringinvestive Energieeffizienzmaßnahme wird der hydraulische Abgleich zukünftig ebenfalls einen festen Platz im Lösungsportfolio von Techem haben. Insbesondere bei Bestandskunden kann das Unternehmen dabei auf die bereits vorhandenen Informationen zu Heizkörpertyp und -dimensionierung in den Wohnungen zurückgreifen, was die Arbeiten deutlich vereinfacht.

Wärme sparsamer verwenden

Vierter Punkt ist die Nutzung der Wärme in den Wohnungen. Auch hier sieht Techem Ansätze für geringinvestive Technologien, um die Bewohner beim Energiesparen zu unterstützen. Konkret geht es dabei um Smart Home-Lösungen zur Einzelraumtemperaturregelung, die in Einfamilienhäusern schon deutlich weiter verbreitet sind als im Mehrfamilienhausbereich und für Energieeinsparungen von über 15 Prozent sorgen können.

Diese Diskrepanz erklärt Rainer Baumann wie folgt: "Die Herausforderung für die Wohnungswirtschaft ist, solche Systeme flächendeckend einzubauen, die Mieter über Vorteile und Handhabung aufzuklären und auch noch für die Betriebsbereitschaft der Geräte in den Wohnungen zu sorgen."

Techem habe mehr Ressourcen und Erfahrung in der Koordination solcher Arbeiten als viele Vermieter oder Smart Home-Anbieter. Das Unternehmen bietet darum ein modulares "Smart Heating" Paket an, das unter anderem Montage und Vernetzung der smarten Heizkörperthermostate, die Einweisung der Bewohner in deren Funktionen, eine Mieter-Hotline sowie einen Geräte-Service und eine App umfasst. "In der nächsten Ausbaustufe werden wir die Steuerungs-App des Systems noch um aktuelle Informationen zum Wärmeverbrauch auf Basis der Heizkostenverteiler ergänzen, damit die Bewohner auf Wunsch ein direktes Feedback zu ihrem Heizverhalten bekommen", so Baumann. Quelle: Techem / sue

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Dämmputz punktet mit Aerogel

9. Oktober 2017 - 7:00

Mineralische Dämmputze und deren Eigenschaften wie die Anpassung an jeden Untergrund und die Nichtbrennbarkeit sind bekannt. Bisher war jedoch die Dämmwirkung solcher Putze zumeist mäßig oder nicht vergleichbar mit konventionellen Dämmstoffen, teilt Heck Wall Systems mit. Mit Aero iP gibt es nun einen mineralischen, nicht brennbaren Dämmputz, der dieselbe Dämmwirkung erreicht wie konventionelle Dämmstoffe. Der Grund: Aerogel ist entscheidender Bestandteil dieses besonders leichten Hochleistungsdämmputzes.

Schon ab einer Schichtdicke von 20 Millimetern werde mit Heck Aero im Innenraum in den allermeisten Fällen bereits der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108 erreicht. Da bei der Renovierung oder der Denkmalpflege oft nur die Möglichkeit einer putztechnischen Sanierung bestehe, könne diese zusammen mit gleichzeitiger Wärmedämmung fortan mit nur einem Produkt gelöst werden. Dabei müsse die geputzte Wand in der Trocknungsphase nicht zusätzlich befeuchtet oder zugehangen werden, um Rissbildungen zu vermeiden.

Auch in stark verwinkelten Räumen, hinter Heizkörpern, in Leibungen, schmalen Gängen, Eingangsbereichen und bei Rundungen überziehe der extrem dünne, superleichte Aero iP alles wie eine zweite Haut. Er punkte dort, wo keine Dämmplatten angebracht werden können oder andere Dämmputze zu dick aufgetragen werden müssten. Der nicht brennbare Putz sei extrem hitzebeständig und diffusionsoffen.

Bei den meisten Neubauwänden kann Heck Aero direkt per Hand oder maschinell und ohne besondere Untergrundvorbereitung auf das Mauerwerk aufgetragen werden. Bei Bestandswänden kommt, je nach Beschaffenheit des Untergrunds, zuerst eine Putzträgermatte oder Vorspritzmörtel zum Einsatz, bevor der Dämmputz aufgebracht wird. Es folgen wie gewohnt Armierungsschicht mit Armierungsgewebe, Oberputz und Farbbeschichtung.

Die Leistungsfähigkeit des Heck Aero wurde von unabhängigen Prüfinstituten geprüft. So bestätigte das Forschungsinstitut für Wärmeschutz den Rechen- bzw. Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit sowohl für Innen wie auch für Außen von 0,040 W/mK (bei einem Trockenwert nach EN 1745 von 0,0345 W/mK).

Kennwerte über die kapillaraktiven Eigenschaften des Heck Aero für Innen wurden geprüft und bestätigt vom Fraunhofer Institut Holzkirchen. Als eines der ersten Produkte im Dämmputzbereich können Bauphysikern damit die notwendigen Daten für dynamische Feuchteberechnungen zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wurde die Nichtbrennbarkeit des Systems mit einer Brandprüfung bei der MFPA Leipzig nachgewiesen. Quelle: Heck Aero / sue

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Verbesserte Elcore-Brennstoffzelle und neues Contractingmodell

8. Oktober 2017 - 8:07

"Die neue Version der Elcore 2400 haben wir bereits vor einigen Monaten vorgestellt, nun beginnt ihre Auslieferung. Durch ihre Vorlauftemperatur von 70°C und die zulässige Rücklauftemperatur von bis zu 50°C eignet sie sich auch ideal für Eigenheime mit herkömmlichen Heizkörpern und höheren Temperaturen im Heizungssystem", berichtet der Hersteller. Zusätzlich werde das gesamte Energiesystem effizienter und der Warmwasserkomfort steige. Elcore-Fachpartner können Elcore Energiesysteme nun universell und nahezu wie konventionelle Brennwert-Heizgeräte einsetzen. Sie müssen weniger Rücksicht auf die vorhandene Heizungstechnik nehmen als bisher.

Verbessert wurden aber nicht nur die inneren Werte des Brennstoffzellen-BHKWs, auch das Design ist neu und passt nun bestens zum Erscheinungsbild der anderen Elcore-Geräte. Dabei haben die Elcore-Designer die Farben aufgefrischt und neue Icons gestaltet, die die Funktionen der Komponenten zeigen. Im Fall der Elcore 2400 stehen zum Beispiel eine Flamme für die Wärmeerzeugung und ein Stromstecker für die Stromerzeugung.

Das Brennstoffzellen-BHKW Elcore 2400 wird als Teil der Elcore Heizungs-Komplettpakete angeboten. Es hat eine thermische Leistung von 700 Watt sowie eine elektrische Leistung von 305 Watt, die auf den Grundbedarf eines herkömmlichen Einfamilienhauses abgestimmt sind.

Seit Juli 2017 können Kunden das Gerät auch zum monatlichen Festpreis nutzen. Das sogenannte Contracting bietet Efficiencity als Partner von E.ON und Elcore an. Eine komplett neue Heizung gibt es ab 149,70 Euro pro Monat. Enthalten sind dann das BHKW Elcore 2400, ein Speicher, eine moderne Brennwerttherme und der Service. Für die Vorbereitung und Abwicklung der Installation inklusive der Ummeldung und der Beantragung von Fördermitteln berechnet Efficiencity in diesem Tarif keine zusätzliche Servicepauschale.

Für den monatlichen Verbrauch fallen Kosten von rund 5,5 Cent pro Kilowattstunde Strom (genauer Preis abhängig vom regionalen Netzentgelt) und Wärme an. Im Vergleich zu herkömmlichen Strompreisen bedeute das eine Einsparung von rund 80 Prozent, so Efficiencity. Das Contracting können auch Installateure nutzen, und es so ihren Kunden ermöglichen, eine neue Brennstoffzellenheizung zu erhalten ohne investieren zu müssen. Quelle: Elcore

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Strengere Regeln für mehr Effizienz

6. Oktober 2017 - 7:00

Drei verschiedene Arten von Warmwasserspeichern mit unterschiedlichen Funktionen gibt es: Trinkwarmwasserspeicher halten das Wasser zum Duschen, Baden oder Kochen warm. Sie sorgen dafür, dass man unter der Dusche nicht lange warten muss, bis das Wasser die gewünschte Temperatur hat. Sogenannte Pufferspeicher dienen dazu, das Heizwasser warmzuhalten und bei Bedarf an den Heizkreislauf abzugeben. Darüber hinaus gibt es Kombispeicher, die beide Funktionen vereinen. Sie bieten sich beispielsweise an, wenn eine Solarthermieanlage sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Heizung unterstützen soll.

Für alle drei Varianten gelten jetzt neue Anforderungen an die Energieeffizienz: Die Ökodesign-Richtlinie der EU sieht vor, dass Speichersysteme mit einem Inhalt von bis zu 2000 Litern nicht mehr so viel Wärme verlieren dürfen wie bisher. Das heißt, Hersteller sind in der Pflicht, ihre Geräte künftig noch besser zu dämmen. Wer bereits einen Warmwasserspeicher besitzt, muss diesen allerdings nicht nachrüsten. Auch Händler dürfen Modelle aus ihrem Lager noch verkaufen, selbst wenn diese nicht den neuen Anforderungen entsprechen.

Energielabel hilft bei Kaufentscheidung

Die Neuregelung wirkt sich auch auf das Energielabel aus, das Verbraucher EU-weit über die Effizienz verschiedenster Geräte im Haushalt informiert. Durch die verschärften Vorgaben fällt beim Label für Warmwasserspeicher nun die schlechteste Klasse (G) weg, dafür kommt die Top-Klasse A+ hinzu. Modelle, die bislang die Klassen D und niedriger erreicht haben, dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Sie weisen zu hohe Wärmeverluste auf. Wie hoch genau der Wärmeverlustwert eines Modells ist, kann man ebenfalls auf dem Energielabel ablesen.

Bei der Anschaffung eines neuen Warmwasserspeichers sollte man neben dem Energielabel unbedingt einen Profi zurate ziehen, empfiehlt das Verbraucherportal "Intelligent heizen". Die Energieeffizienz sei nur eines von vielen wichtigen Kriterien, um ein passendes Modell zu finden. Übrigens: Wer den Einbau eines Pufferspeichers mit einem hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage kombiniert, erhält 30 Prozent der Nettokosten vom Staat zurück. Quelle: Intelligent heizen / sue

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