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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 57 Minuten 27 Sekunden

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. Januar 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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Fördermittel werden bislang kaum angenommen

vor 9 Stunden 37 Minuten

Auch in verdichteten Ballungsräumen können Mieter Teil der Energie- und Wärmewende werden. Mit dem Mieterstromgesetz wurde 2017 eine Grundlage geschaffen, um Mietern zum Beispiel die Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom zu ermöglichen. Die Fördermittel wurden bisher allerdings kaum in Anspruch genommen, weswegen nun Gesetzesänderungen angekündigt wurden.

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE), der Bundesverband Kraftwärmekopplung (B.KWK), das BHKW-Forum, der Bund der Energieverbraucher und der Verband für Wärmelieferung (VfW) mahnen vor der angekündigten Novellierung des Mieterstromgesetzes Anpassungen bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier an. Sie bedauern, dass bei der Erstellung des Gesetzes die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) weitgehend außen vor gelassen wurde. Diese Anlagen aber könnten im städtischen Gebäudebestand mit ihrer Produktion von Strom und Wärme  Potenziale zur Einsparung von klimaschädlichen Emissionen heben.

Sanierungsstau mit KWK angehen

In der Stellungnahme sprechen sich die fünf Verbände aus effizienter Heizungstechnik, Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmeversorgung für die KWK im Mieterstromgesetz aus. Sie regen an, den Sanierungsstau im Gebäudebestand mit Hilfe der KWK anzugehen und darüber beispielsweise den Austausch der noch etwa 2,6 Millionen Ölheizungen durchzuführen. So würde die KWK den weiteren Ausstieg aus Kernkraft und Braunkohle in der Energieerzeugung maßgeblich unterstützen.

Den Fokus legen die Verbände auf die steuerlich-energiewirtschaftlichen Anforderungen, die auf einen möglichen Betreiber einer KWK-Anlage zu kommen. Wenn ein Immobilienbesitzer etwa ein kleines Blockheizkraftwerk mit einer thermischen Leistung von 45 Kilowatt und einer elektrischen Leistung von 20 Kilowatt für die Gebäudeheizung nutzen möchte, muss er gemäß Energiewirtschaftsgesetz dieselben Pflichten und Rechte beachten, wie sie Stadtwerken und den großen, industriellen Energieversorgern abverlangt werden. Durch diese nicht nachzuvollziehende Einteilung werden viele Projekte allein wegen der entstehenden Papierflut nicht durchgeführt. Es käme zu keiner Modernisierung, weil Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stünden.

Alte Heiztechnik ablösen

Zudem fordern die Verbände, dass die Stromlieferung an Mieter aus KWK-Anlagen in der Wohnungswirtschaft nicht mehr als gewerbliche Tätigkeit eingestuft und von der steuerlichen Unternehmereigenschaft befreit wird. Zudem soll der KWK-Zuschlag für KWK-Strom, der an Letztverbraucher in einer Kundenanlage geliefert wird, mit dem Satz für Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung gleichgestellt werden. Und zwar für private Betreiber sowie für Energiedienstleister gleichermaßen. Diese Maßnahmen wären dringend erforderlich, um objektnah und effizient den Sanierungsrückstau in Mietshäusern mit alter Heiztechnik im Bestand aufzulösen, wo der größte Bedarf bestehe. Quelle: ASUE/al

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Glasfaservlies integriert Infrarotheizung

18. Oktober 2019 - 7:35

Mit dem flexiblen Hightech-Vlies namens Carbo e-Now könnten sich Bauherren einfach dort eine Wärmequelle schaffen, wo sie gebraucht wird und herkömmliche Heizkörper oft keinen Platz haben: In der Nische neben der Leseecke, an der Decke über der Kinderspielecke oder neben dem Sofa. Das Vlies soll schnell und zu überschaubaren Kosten zu verlegen sein. Damit dieser Coup gelingt, hat Future Carbon seine eigens entwickelte Heizfarbe Carbo E-Paint mit einem robusten Glasfaservlies zusammengebracht. Die kohlenstoffhaltige Farbe wird auf das Gewebe industriell aufgebracht und mitsamt der Technik vorkonfektioniert. Handwerker könnten das Heizsystem dadurch noch schneller in Betrieb nehmen, so Carbon Future.

Das 86 x 140 cm große Vlies wird mit handelsüblichem Gewebekleber auf Wand oder Decke aufgebracht und die darauf bereits applizierten hauchdünnen Kupferbänder über das systemzugehörige Netzteil an das Stromnetz angeschlossen. Anschließend wird das Vlies an den Rändern verspachtelt und überstrichen. Alternativ kann das Gewebe auch im Verbund mit handelsüblichem Sanierungsvlies verlegt werden.

Die Temperatur wird über das mitgelieferte, programmierbare Thermostat gesteuert. Die Heizung reagiere quasi auf Knopdruck, ohne lange Vorlaufzeiten wie man sie von wassergeführten Systemen kennt. Die Wärme werde nach Bedarf erzeugt. Zwei Heizflächen kosten ab 1.400 EUR brutto zuzüglich Montage. Vorgenommen wird diese laut Future Carbon ausschließlich von geschulten Fachpartnern. So will das Unternehmen sicherstellen, dass die elektrischen Heizsysteme stets hochwertig verarbeitet werden. Sicher sei der Einsatz von Carbo e-Now aber ohnehin, denn die Netzspannung beträgt anders als bei anderen Infrarotheizsystemen am Markt nur 24 Volt. Quelle: FutureCarbon / wh / sth

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Rat für Formgebung zeichnet Lüftungssystem free Air aus

18. Oktober 2019 - 7:25

Neben der Gestaltungsqualität bewertet die unabhängige Jury auch die Funktionalität sowie die Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit. Das Lüftungssystem free Air hat mit einem geringen Planungs- und Installationsaufwand, Nutzerfreundlichkeit und Bestwerten bei der Energieeffizienz überzeugt. Das wohnungszentrale System kommt ohne Zuluftleitungen und in der Regel mit nur einer Außenwandöffnung pro Wohnung aus.

Möglich wird das durch das Zusammenspiel des Außenwand-Lüftungsgeräts free Air 100 mit dem intelligenten aktiven Überströmer free Air plus. Der Zwischenwand-Lüfter vergleicht die Luftqualität benachbarter Räume und aktiviert bei Bedarf die Weiterleitung der frischen Luft. Beide Geräte arbeiten bedarfsgeführt mit Sensoren unter anderem für CO2, Feuchte sowie Temperatur und sorgen so nutzerunabhängig für eine angenehme Luftqualität, so der Hersteller. Das Lüftungsgerät free Air 100 ist mit einer Wärmerückgewinnung von über 90 Prozent und Effizienzlabel A+ für Passivhäuser zertifiziert. 2018 wurde das free Air-System mit dem Component Award des Passivhaus Instituts für kostengünstige Lüftungslösungen im Wohnungsbau ausgezeichnet. Quelle: Blu Martin / sth

 

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Energieberater warnen vor mehr Pfusch durch Klimagesetz

17. Oktober 2019 - 9:42

Das Klimaschutzprogramm sieht nach den bisherigen Plänen laut GIH vor, dass ein sanierender Hausbesitzer im Falle von Einzelmaßnahmen zwischen einer KfW-Förderung oder einer steuerlichen Anrechnung wählen darf. Die Konkretisierung im Referentenentwurf zur Umsetzung im Steuerrecht setze jedoch für die steuerliche Anrechenbarkeit keine Baubegleitung durch einen Energieberater voraus, berichtet der GIH.

Bei der KfW-Förderung ist bislang die Einbindung eines Fachmanns der Effizienzexperten-Liste vorgeschrieben. Er berät und erstellt datüber eine Bestätigung, die Voraussetzung ist für den Förderantrag. „Die Erfahrung zeigt, dass dies auch bitter nötig ist: Unsere baubegleitenden Energieberater müssen häufig regelrecht darum kämpfen, dass Fördervorgaben oder Grundanforderungen der EnEV eingehalten werden“, berichtet Leppig aus der Praxis. Finde keine Kontrolle statt, bestehe die große Gefahr, dass Förder- und somit Steuermittel sinnlos verpufften.

Künftig solle dem Finanzamt eine simple Bestätigung des ausführenden Fachunternehmers genügen,  das sei geradezu absurd. "Man zeige mir den Handwerker, der seiner eigenen Ausführung die Korrektheit absprechen würde", ärgert sich Leppig.

Der Verband rechnet damit, dass mit der Einführung der beratungsfreien steuerlichen Anrechenbarkeit auch die Beratungspflicht bei der Einzelmaßnahmenförderung der KfW-Bank fällt. "Will man die Qualität am Bau nicht über Bord werfen, wäre dieselbe verpflichtende Baubegleitung bei beiden Optionen der richtige Weg“, so Leppig.

Auch für die Auftragslage der Energieberater hätte der Wegfall der verpflichtenden Baubegleitung dramatische Konsequenzen: „Rund 90 Prozent der von der KfW-Bank geförderten Sanierungen entfallen auf Einzelmaßnahmen und bei allen ist derzeit ein Energieberater in Spiel. Bekommt man seine Förderung auch ohne Energieberater, werden sich viele Bauherren mit einem Handwerker begnügen“, prognostiziert Leppig. Was vordergründig zwar einfacher erscheinen mag, im Falle von Ausführungsfehlern aber bereut werden wird. „Mir sind viele Fälle bekannt, in denen Bauherren im Nachhinein dankbar waren, dass sie ihr Energieberater vor Bauschäden bewahrt hat oder die gesamte Sanierung aus einer neutralen und gewerkeübergreifenden Perspektive geplant hat“, so Leppig. Quelle: GIH / pgl

Dem GIH-Vorsitzenden ist durchaus bewusst, dass sein Plädoyer auch eigennützig ausgelegt werden kann – schließlich profitieren die Mitglieder seines Verbandes finanziell von der Beratungspflicht. „Diese war jedoch einst politisch gewollt und wurde mit Überzeugung sowie aus guten Gründen eingeführt. Obwohl sich an der Wirklichkeit zwischenzeitlich nichts geändert hat, soll sie nun obsolet sein – das wundert mich doch sehr!“

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Tools zur Bewertung des Zusatznutzens von Gebäudesanierung fehlen

17. Oktober 2019 - 7:29

Tim Sorg hat sich im Studiengang Energie-und Ressourcenmanagement der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen mit der Frage beschäftigt, ob in der Beratung sanierungswilliger Hausbesitzer Zusatznutzen ausreichend beachtet werden. Eine Befragung von Gebäudeenergieberatern aus dem GIH liefert die Grundlage für seine Arbeit.

Die Untersuchung hat ergeben, dass die Energieberater überwiegend mit den Zusatznutzen vertraut sind, viele Kenntnisse darüber besitzen und diese in die Energieberatungen einbringen. Dieses Ergebnis war überraschend, so Sorg. Die Mehrzahl der Sanierungen wird aus wirtschaftlichen Gründen realisiert, andere Pluspunkte wie Schutz vor Schimmel oder künftig steigenden Energiekosten spielen eine eher untergeordnete Rolle. Das legt nahe, dass sich das auch in der Beratung widerspiegelt. "Ich bin davon ausgegangen, dass dass es in der Beratung kaum vorkommt."

Das Ergebnis der Befragung belege aber genau das Gegenteil: Lediglich 11 Prozent der befragten Gebäudeenergieberater gaben in der Umfrage an, dass sie selten mit Zusatznutzen argumentieren. Am meisten wird in der Beratung auf den thermischen Komfort, die Wertsteigerung des Gebäudes und der Zugang zu Fördermöglichkeiten hingewiesen. Wenn Zusatznutzen keine Rolle spielen, dann deshalb, weil dies den Kunden nicht wichtig sei, so das Ergebnis der Befragung. Energieberater würden bei einer solchen Argumentation häufig abgeblockt. Dabei ließen sich zwei Gruppen ausmachen, erklärt Sorg: Hausbesitzer, die sanieren müssen, seien weniger aufgeschlossen für Argumente zum Zusatznutzen als dienigen, die aus eigenem Antrieb modernisieren.

Als Hemmnisse für die Vermittlung von zusätzlichen Nutzen wurden innerhalb der Umfrage zum einen fehlende Informationen durch die Hersteller aufgeführt. Zum anderen konstatieren die Befragten teilweise ein zu geringes Umweltbewusstsein bei den Kunden. Vor allem wer sanieren müsse, sei für Zusatznutzen wenig aufgeschlossen. Wer ein Sanierungsprojekt aus Überzeugung in Angriff nehme sei offener für eine weiterführende Argumentation, so eine Ausertung der Erhebung.

Dabei gibt es bisher auch wenig Unterstützung von wissenschaftlicher Seite. Auf europäischer Ebene beschäftigen sich einige Projekte mit der Vermittlung von Zusatznutzen, in Deutschland rücke das Thema erst nach und nach in den Fokus, hat Sorg während der Erstellung seiner Arbeit beobachtet.

Allgemein ergab die Arbeit, dass ein Wunsch der Energieberater nach mehr Informationen zu diesem Thema vorhanden ist. Zwei Tools bekamen in der Umfrage am meisten Zustimmung: Eine Matrix, die die Beziehungen zwischen energetischen Sanierungen und deren zugehörigen Zusatznutzen aufzeigt, und ein Leitfaden, der Handlungsempfehlungen bei der Vermittlung und Zusammenstellungen der Zusatznutzen beinhaltet. Beide würden hilfreiche Informationen zu diesem Thema beinhalten. Die Matrix und der Leitfaden können zudem ein Hilfsmittel bilden, um eine umfassendere Betrachtung der Zusatznutzen zu bieten, unabhängig von der jeweiligen Fachrichtung der Energieberater. Da die Energieberatung zudem eine komplexe Herausforderung ist, könnte bei der Informationsbereitstellung verstärkt angesetzt werden.

"Für die Zukunft spielt auch eine mögliche monetäre Einbindung dieser Zusatznutzen eine große Rolle. Diese könnte ein überzeugender Faktor in der Entscheidungsfindung sein", ist Sorg überzeugt. Abschließend lasse sich aus der Arbeit schlussfolgern, dass die Zusatznutzen ein noch nicht ausreichend erschlossenes Potenzial im Entscheidungsprozess der Sanierer bildeten, resümiert Sorg. Die mögliche Quantifizierung der Zusatznutzen und eine umfassendere sowie strukturiertere Vermittlung böten noch viel Spielraum, um potenzielle Sanierer von einer Umsetzung zu überzeugen. von Pia Grund-Ludwig

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Forschungskonsortium entwickelt Smart-Glas weiter

16. Oktober 2019 - 9:12

In modernen Gebäuden tragen Fenster und Glasfassaden – je nach Größe der Glaselemente – bis zu 60 Prozent zum Energieaustausch mit der Umwelt bei. Im Winter wird Wärme nach außen abgegeben, während im Sommer die Sonneneinstrahlung den Gebäudeinnenraum massiv erwärmt. Dies erhöht den Energiebedarf für Klimatisierung und Kühlung. Große Fenster und Glasfassaden verstärken diesen Effekt.

Heute werden mechanisch verstellbare Jalousien und Verschattungen zur Steuerung der Sonneneinstrahlung in Abhängigkeit von Tageszeit, Temperatur und Sonneneinstrahlung eingesetzt. Sie beeinflussen oder beeinträchtigen jedoch stark den Komfort und die Lichtverhältnisse im Inneren des Gebäudes. Darüber hinaus stören die außen angebrachten Verschattungen insbesondere bei großen, repräsentativen Gebäuden die Gesamtansicht.

Schaltbare Gläser haben das Potenzial, Fensterjalousien künftig vollständig zu ersetzen, so die Forscher vom Fraunhofer Institut für Silicatforschung ISC. Sie seien bisher jedoch noch nicht auf Energieeinsparung optimiert. Weiterhin seien sie sehr teuer und nur begrenzt verfügbar. Die von der EU geförderte Initiative Switch2Save hat das Ziel, diese Einschränkungen zu überwinden und elektrochrome und thermochrome Systeme für große Fenster und Glasfassaden verfügbar zu machen. Elektrochromie (EC) basiert auf Materialien, die ihre Lichtdurchlässigkeit durch Anlegen einer elektrischen Spannung ändern; thermochrome (TC) Zellen basieren auf Materialien, die ihre Infrarot-Reflexionseigenschaften mit steigender Temperatur ändern.

Das Switch2Save-Konsortium setzt sich aus führenden Universitäten, Forschungseinrichtungen und Industriepartnern aus sechs verschiedenen EU-Ländern zusammen. Innerhalb der nächsten vier Jahre wollen die Partner gemeinsam eine optimierte Kombination aus EC- und TC-Zellen für ein maximales Energieeinsparpotenzial basierend auf einem schaltbaren Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) entwickeln. Sie wollen die Fertigungstechnologien sowohl für die EC/TC-Materialien als auch für die Integration in Isoliergläser für eine höhere Verfügbarkeit und Kosteneffizienz weiterentwickeln.

Projektkoordinator Dr. John Fahlteich, Fraunhofer FEP, erklärt das Potenzial der Technologie: "Experten schätzen, dass sich der Energiebedarf für die Klimatisierung und Kühlung von Gebäuden bis 2050 mehr als verdoppeln wird. Darüber hinaus benötigen große Glasfassadengebäude wie Einkaufszentren, Flughäfen oder Bürogebäude bis zu 35 Prozent mehr Energie zum Heizen und bis zu fünfmal mehr Energie zum Kühlen als moderne Gebäude mit kleinen Fenstern. Mit der Switch2Save-Lösung kann der gesamte jährliche Heiz- und Kühlenergiebedarf solcher großen Glasgebäude um bis zu 44 Prozent reduziert werden. Dies wird durch intelligente Schaltprotokolle erreicht, die auf lokalen Echtzeit-Wetter- und Temperaturdaten und den Beleuchtungsbedingungen im Gebäude basieren."

Die Switch2Save EC- und TC-Module basieren auf nanoskaligen Dünnfilmschichten, die mittels großflächiger Vakuum- und Atmosphärendruckabscheidung auf Kunststofffolien oder ultradünnen Glasbahnen aufgebracht werden. Die Module haben ein spezifisches Gewicht von weniger als einem Kilogramm pro Quadratmeter – viel weniger als eine einzige Glasscheibe in einem Fenster. Sie lassen sich in einem Laminationsschritt leicht in Isoliergläser integrieren, um eine Fenster- und Glasfassadenfertigung mit etablierten Verfahren zu ermöglichen – eine wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz der neuen Technologie bei den Bauunternehmen.

"Switch2Save" wird das Potenzial in zwei repräsentativen Gebäuden demonstrieren – dem zweitgrößten Krankenhaus Griechenlands in Athen und einem Bürogebäude in Uppsala, Schweden. Das Switch2Save-Konsortium wird dort 50 Fenster und 200 m² Glasfassadenfläche durch neue, smarte Gläser ersetzen und einen vollständigen "Vorher-Nachher"-Vergleich des Energiebedarfs für einen Jahreszyklus in beiden Gebäuden durchführen. Die Ergebnisse sollen die flächendeckende Einführung von Smarten Gläsern beschleunigen und das europäische Ziel eines CO2-neutralen Gebäudebestandes in der EU bis 2050 maßgeblich unterstützen. Quelle: Fraunhofer ICS / sth


 

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Umweltforscher fordern effektiven Monitoringprozess

16. Oktober 2019 - 8:21

Die Politik müsse vor allem an vier Punkten nachsteuern: Sie müsse erstens das Ambitionsniveau beim CO2-Preis erhöhen, zweitens den sozialen Ausgleich verbessern, drittens die Überführung auf EU-Ebene weiter ausgestalten und viertens einen effektiven Monitoringprozess einführen.

Die Bewertung wurde erstellt von einem fünfköpfigen Autorenteam um PIK- und MCC-Direktor Ottmar Edenhofer. Das Team hatte im Juli die 100-seitige Expertise „Optionen für eine CO2-Preisreform“ verfasst, die Edenhofer dann in Gegenwart der Kanzlerin im Klimakabinett präsentierte. Die darin enthaltene Idee einer dreistufigen CO2-Bepreisung als einer Option (zunächst Fixpreis, dann nationaler Emissionshandel und schließlich Integration in den EU-Emissionshandel) wurde vom Prinzip her eins zu eins umgesetzt, allerdings von der Höhe her viel zaghafter als empfohlen, mit anfangs nur 10 Euro je Tonne CO2. Stattdessen hatte das PIK-MCC-Autorenteam einen Einstiegspreis von 50 Euro pro Tonne empfohlen.

„Das Klimapaket ist bestenfalls die Andeutung einer Richtungsänderung – aber diese ist noch nicht vollzogen“, sagt Edenhofer. „Es kommt nun darauf an, in den nächsten Schritten nachzusteuern, die CO2-Bepreisung zum Leitinstrument der Klimapolitik weiterzuentwickeln und den Preis auf ein schlagkräftiges Niveau anzuheben. Unser Papier liefert dazu fundierten Input. Eine wichtige Stellschraube ist das geplante – und im Augenblick noch zu kraftlos konzipierte – Monitoring durch einen unabhängigen Expertenrat.“

Die detaillierte Bewertung des Klimapakets steht hier zum Download bereit. Quelle: PIK/sth

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Anteil der Solarenergie soll auf 98 Gigawatt steigen

15. Oktober 2019 - 8:41

Gegenüber den bereits im September verabschiedeten Eckpunkten hat die Bundesregierung ihre Pläne zum Ausbau der Photovoltaik konkretisiert. Demnach strebt sie an, bis 2030 den Anteil der Solarenergie an der Stromversorgung von derzeit rund 49 Gigawatt (GW) auf 98 GW und damit rund 17 Prozent zu verdoppeln.

Die Solarbranche begrüßt die Pläne zur Aufstockung der Solarenergie-Ausbauziele im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030. „Dieses Etappenziel müssen wir bereits in der Hälfte der Zeit – Mitte der 20er Jahre – erreichen, wenn wir die Klimaziele ernst nehmen“, appelliert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) an die Politik. Er fordert die Bundesregierung auf, noch im Herbst Marktbarrieren wie den 52 GW-Förderdeckel zu beseitigen und die Ausbauziele im Erneuerbaren-Energien-Gesetz entsprechend anzuheben. Denn der geplante Zubau der Erneuerbaren Energien reicht weiterhin nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen und den Atom- und Kohleausstieg zu kompensieren.

Im Wärmesektor verstärkt tätig werden

Zu wenig erbringt die Bundesregierung nach Einschätzung des BSW auch im Wärmesektor. Die angekündigte Verbesserung der Förderkonditionen für den Einsatz von Erneuerbare-Energien-Heizungen sei zu begrüßen und müsse zur Vermeidung von Attentismus schnell umgesetzt werden. Ohne verbindliche Mindeststandards zur Nutzung Erneuerbarer Energien bei der Heizungssanierung und ohne eine angemessene Bepreisung von Kohlendioxidemissionen würden Öko-Heizungen weiter eine Ausnahme bleiben.

Insgesamt gehe die Bundesregierung mit ihren Plänen in die richtige Richtung. Die Schritte bedürften aber dringend weiterer Nachbesserungen und einer schnellen gesetzlichen Konkretisierung. Andernfalls sei die Versorgungssicherheit mit klimafreundlicher Energie bereits Mitte der 2020er Jahre ernsthaft in Gefahr. Davor hatte jüngst ein Gutachten von Bonner Marktforschern gewarnt, das im Auftrag vom BSW und der Innovationsplattform The smarter E Europe erstellt wurde. Dieses warnt vor einer Erzeugungslücke und weist daraufhin, dass eine Verdreifachung des Solarzubaus in den nächsten zehn Jahren erforderlich ist. Quelle: BSW/al

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Emissionen von Öfen senken und Nutzerfreundlichkeit erhöhen

15. Oktober 2019 - 8:10

Kamine und Kachelöfen stehen für Wärme und Behaglichkeit. Dennoch stehen sie aktuell in der Kritik. Denn auch wenn es sich bei den Brennstoffen – ganz gleich ob Holz oder Pellets – um grüne Ressourcen handelt, steht der Ausstoß von Emissionen im Mittelpunkt der Debatte. Denn auch beim Verbrennen natürlicher Ressourcen entstehen Emissionen.

Beim 2. Themenforum des Fachverbands Heiz- und Kochgeräte im HKI Bundesverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. stand aufgrund dessen die Senkung von Emissionen im Mittelpunkt der Debatte. Zentrale Frage war, was die Branche selbst dazu beitragen kann, den Ausstoß der Einzelfeuerstätten zu senken und wie Verbraucher besser an eine gewünschte Verwendung eines Ofens herangeführt werden können.

Denn die Energiewende hat auch für Ofenbesitzer Folgen. Kamin- und Kachelöfen aus den Baujahren von 1985 bis 1990 müssen bis Ende 2020 ersetzt oder mit Feinstaubabschneidern nachbestückt werden, bis Ende 2024 geht es an die Öfen der Baujahre 1995 bis 2010. Ein Grund ist, dass es häufig zu Nachbarschaftsbeschwerden kommt, wenn die Emissionen als Belastung empfunden werden. Eine Nachrüstung ist also verordnet, um die äußere Umgebung vor Feinstaub zu schützen. Dennoch wird die Gefahr von Feinstaub im Wohnraum häufig überschätzt. Lediglich beim Anfeuern kann es zu einer signifikanten Erhöhung des Feinstaubs in einer Wohnung kommen, zudem sind moderne Kachelöfen heute häufig seriell mit Staubschutz ausgestattet.

Gemeinsame Labels sollen für Sicherheit sorgen

Neben den Vorträgen sorgte zudem eine abschließende Diskussion dafür, dass die unterschiedlichen Positionen besprochen wurden. Vertreten waren Andreas Müller, Hauptgeschäftsführer ZVSHK, Patrick Huth von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Volker Schmatloch vom Hersteller Spartherm GmbH und Professor Thomas Nussbaumer der Hochschule Luzern. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Gütesiegel und Labels mehr als nur zur Luftreinhaltung beitragen können, sondern auch bei Verbrauchern für Vertrauen sorgen. Ein Problem sei dabei, dass es immer mehr Labels gäbe und sich Verbraucher im „Label-Dschungel“ nicht mehr zurechtfänden, meinte Volker Schmatloch. Dem versuchte Patrick Huth zu entgegnen, dass auch die Ofenbranche nicht ganz unschuldig an der zunehmenden Zahl von Labels sei.

Dass einheitliche Labels ein Verkaufsvorteil sind, konnte Schmatloch ausführen. Er zeigte auf, dass die genehmigten Höchstwerte für Feuerstellen in den USA oder Australien viel niedriger seien, die Messungen aber sehr viel unzuverlässiger durchgeführt würden. Daher könnten deutsche oder europäische Standards weltweit eingesetzt werden. „Ein Ofen welcher in Deutschland und Europa zulässig ist, kann fast weltweit verwendet werden“, erläuterte Schmatloch. Denn damit könnten nicht bloß neue Märkte erschlossen werden, sondern auch zum Klimaschutz motiviert werden.

Eine Lösung könnte ein allgemein anerkanntes Umweltsiegel wie der „Blaue Engel“ sein, der seit 1978 für besonders umweltschonende Dienstleistungen und Produkte in der Bundesrepublik vergeben wird. Ein einheitliches Label, welches grenzüberschreitend anerkannt wird sorgt auch für einen fairen Wettbewerb. Denn der Verbraucher kann sich sicher sein, dass er ein Produkt kauft, welches ohne Nachrüstung einsetzbereit sein wird.

„Ofen-Führerschein“ für Besitzer

Ein zentrales Problem ist zudem der Unterschied zwischen dem Testwert und dem Nutzwert einer Feuerstelle. Eine Einzelfeuerstelle kann bei einem Test exzellente Ergebnisse erzielen. Damit sei aber nicht garantiert, dass ein Verbraucher diesen Ofen auch nach Vorschrift verwendet. So könnte durch eine falsche Nutzung, beispielsweise verbrennen ungeeigneter Objekte, eine Emission viel höher ausfallen, als bei der ursprünglich vorgesehenen Nutzung. Diese Verstöße sollten zukünftig ausgeschlossen sein.

Das stellt Ofenkritiker und die Hersteller gleichermaßen vor ein Problem. Denn bei solchen Verstößen müsse zudem herausgefunden werden, wer für eine ungeplante Nutzung haftbar gemacht werden könnte. Das könnte sowohl den Hersteller, den Vertreibenden oder auch die Nutzer treffen. Eine Lösung könnte ein „Ofen-Führerschein“ sein. Wer einen Ofen einbauen will, wird zuvor durch das einbauende Fachpersonal zu verantwortungsvollem Befeuern geschult. Das könnte dabei helfen die Differenzen zwischen Freunden und Gegnern von privaten Feuerstätten zu beseitigen und ein Betrag zum Erreichen der Klimaziele sein. von Wolfram Hülscher

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Längere Laufzeiten der Brennstoffzelle erreichen

14. Oktober 2019 - 8:18

Die Wissenschaftler des Projekts machen es sich zur Aufgabe, neue KWK-Konzepte zu entwickeln. Zudem untersuchen sie, wie flexibel, ökologisch und wirtschaftlich zwei innovative Brennstoffzellensysteme sind. Die KWK gilt als umweltfreundliche Technik, denn mit ihr kann gleichzeitig Strom, Wärme und Kälte erzeugt werden. Sie hat einen hohen Wirkungsgrad und stößt weniger Treibhausgase aus.

Die Anlagen können zum Beispiel mit Gasmotoren, Turbinen, aber auch mit Brennstoffzellen betrieben werden. Diese sind besonders emissionsarm. Aus diesem Grund erhält das Forschungsprojekt, das aus zwei Teile besteht, neun Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im ersten Teilprojekt (iFlex KWK 4.0) entwickeln die Wissenschaftler neue KWK-Versorgungskonzepte sowohl für den gewerblichen und industriellen Verbrauch als auch für städtische Quartiere. Hierfür kombinieren sie am Zentrum für Brennstoffzellen Technik in Duisburg eine vorhandene Phosphorsäure-Brennstoffzelle mit einer Absorptionskältemaschine, um längere Laufzeiten der Brennstoffzelle und eine bessere Wirtschaftlichkeit zu erreichen.

Für die zweite Teilstudie (Demo Hybrid-SOFC) wird beim Essener Gas- und Wärme-Institut das europaweit erste Hybrid-System aus einer Festoxid-Brennstoffzelle mit nachgeschalteter Mikro-Gasturbine installiert. Dadurch wird die Stromerzeugung deutlich effizienter.

Die Koordination des Forschungsprojektes hat das Essener Gas- und Wärme-Institut, Partner ist die Universität Duisburg-Essen mit dem Zentrum für BrennstoffzellenTechnik und den drei Lehrstühlen Energiewirtschaft, Energietechnik sowie Umweltverfahrens- und Anlagentechnik. Das Projekt KWK.NRW 4.0 läuft für drei Jahre. Ende des Jahres 2021 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Quelle: Universität Duisburg-Essen/al

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Neue Elektrolyte verbessern Eigenschaften der Calciumbatterie

14. Oktober 2019 - 7:51

Batterien auf Basis von Calcium versprechen eine günstige Herstellung und ein hohe Energiedichte. Bei der Entwicklungsarbeit zur Calciumbatterie gab es bislang aber eine große Hürde. Im Gegensatz zur etablierten Lithium-Ionen-Technologie und der neueren Natrium- oder der Magnesium-Technologie existierten bislang keine praktikablen Elektrolyte, um wiederaufladbare Calciumbatterien herzustellen.

Experimentelle Elektrolyte und damit Prototypen der Calciumbatterie existieren erst seit wenigen Jahren. Sie ermöglichen  einen Ladevorgang erst bei Temperaturen jenseits der 75 Grad Celsius. Zudem sind sie anfällig für unerwünschte Nebenreaktionen, führen Zhenyou Li, Erstautor der Studie und Projektleiterin Zhirong Zhao-Karger aus. Beide arbeiten am KIT im Exzellenzcluster POLiS (Post Lithium Storage Cluster of Excellence), das die Calciumbatterie im Rahmen von CELEST (Center for Electrochemical Energy Storage Ulm and Karlsruhe) weiterentwickelt.

Lithium-Ionen-Batterien kommen an ihre Grenzen

Aber erst effiziente, große und kostengünstige Energiespeicher eröffnen die Möglichkeit einer flächendeckenden Umstellung auf emissionsfreie Mobilität und Stromversorgung. Die dominierende Lithium-Ionen-Technologie kann diese Aufgabe in globalem Maßstab nicht erfüllen, wie Professor Maximilian Fichtner vom KIT und Direktor der Forschungsplattform CELEST sagt. Das liegt daran, dass Lithium-Ionen-Batterien von ihrer Performance her und durch manche darin verwendete Rohstoffe mittelfristig an ihre Grenzen kommen. Sie könnten nicht überall dort eingesetzt werden, wo Energiespeicher im Rahmen der Energiewende sinnvoll wären. "Wir verfügen nur über begrenzte Vorkommen von Rohstoffen wie Kobalt, Nickel und Lithium, die für die Herstellung notwendig sind", sagt Fichtner.

Stattdessen setzen er und sein Team, das am HIU angesiedelt ist, auf alternative Batterietechnologien. Diese basieren auf Rohstoffen, die auf der Erde deutlich häufiger vorkommen. Das Element Calcium hält er dabei für einen vielversprechenden Kandidaten, da es zwei Elektronen pro Atom ab- und aufnehmen kann und eine ähnliche Spannung liefert wie Lithium: "Calcium ist das fünfthäufigste Element in der Erdkruste. Es ist gleichmäßig auf der Erde verfügbar und bietet den Vorteil sicher, ungiftig und kostengünstig zu sein."

Suche nach geeignetem Elektrolyt

Jetzt gelang es den Forschern, eine Klasse neuer Elektrolyte auf Basis spezieller organischer Calciumsalze zu synthetisieren. Mit ihnen sind Ladevorgänge auch bei Zimmertemperatur möglich. Am Beispiel des neuen Elektrolyts Calciumtetrakisborat konnten sie nachweisen, dass Calciumbatterien mit hoher Energiedichte, Speicherkapazität und Schnellladefähigkeit möglich sind.

Die neue Elektrolytklasse schafft eine wichtige Grundlage, um Calciumbatterien aus dem Labor in die Anwendung zu führen. In Elektroautos, mobilen Elektronikgeräten und stationären Netzspeichern könnten sie die bislang dominierende Lithium-Ionen-Batterie ersetzen. Das kann laut Fichtner dauern: "Bis zur marktreifen Calciumbatterie haben wir noch einen weiten Weg vor uns." Quelle: KIT/al

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Vereinfachungen für Geschosswohnungsbau angekündigt

13. Oktober 2019 - 7:14

Erstmals fand in Hannover die Bioökonomie-Aktionswoche „Bionale“ statt. Sie wurde gemeinsam vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium des Landes ausgerichtet und drehte sich um das Thema Bauen und das Leben mit umweltschonenden Produkten. Im Mittelpunkt stand das Bauen mit dem Rohstoff Holz. In einem Muster-Holzhaus wurde über die Einsatzmöglichkeiten des Baustoffs informiert.

Zeitgleich zur Bionale haben der Bundesbauminister Horst Seehofer und die Bauminister der Länder angekündigt, die bislang rechtlich schwierige Umsetzung von Holzbauweisen in mehrgeschossigen Gebäuden zu vereinfachen. Dazu wollen sie die Musterbauordnung ändern. Sie ist die Grundlage für das Baurecht der Länder. Die Genehmigung höherer Gebäude soll vereinfacht werden. Bislang waren Brandschutzgutachten, Zulassungen im Einzelfall und weiterer höherer Planungsaufwand erforderlich. Enge Absprachen mit den Genehmigungsbehörden im Vorfeld setzten auch hier besonderes Fachwissen voraus.

Auch Aufstockungen von mehrgeschossigen Wohnungsbauten sollten damit interessanter werden, da die Holzbauweise als leicht und von der Statik her einfacher zu realisieren gilt. Niedersachsens Bauminister Olaf Lies hat angekündigt, die nötigen Änderungen in der Niedersächsischen Bauordnung auf den Weg bringen zu wollen. Knapp 20 Prozent der fertiggestellten Wohnhäuser wurden vergangenes Jahr in Deutschland in Holz hergestellt. In Niedersachsen lag die Quote bei 10,6 Prozent, mit zunehmender Tendenz. Bei Ein- bis Zweifamilienhäusern hat sich die Holzbauweise etabliert.

Streit um Holzbauoffensive in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg hat das Kabinett bereits zu Beginn des vergangenen Jahres eine Holzbauoffensive beschlossen. Neu- und Umbauten von Landesgebäuden sollen soweit wie möglich in Holz- oder Holzhybridbauweise entstehen. Das Land will bis zum Jahr 2023 dafür 17 Millionen Euro investieren. Was die Holzwirtschaft in Baden-Württemberg freute ließ die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) auf die Barrikaden gehen, sie drohte mit einer Klage.

Die Holzbauvertreter hielten der DGfM entgegen, dass Holz Kohlenstoff einlagert, der nur beim Verbrennen oder Vermodern in klimaschädliches CO2 umgewandelt wird. Durch die Verwendung als Baustoff werde die Wiederfreisetzung des gebundenen Kohlenstoffs um viele Jahrzehnte verzögert und somit eine Kohlenstoffsenke geschaffen. Im Vergleich zu anderen Baustoffen wird zur Verarbeitung von Holz außerdem wenig Energie benötigt, was die im Gebäude gebundene „graue Energie“ erheblich reduziert, heißt es von Seiten der KEAN. Quelle: KEAN/al

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Smarte Energienetze: Was Kommunen von Pilotprojekten lernen können

11. Oktober 2019 - 7:44

Das Projekt "ReFlex - Replicability Concept for Flexible Smart Grids" analysierte acht europäische Pilotprojekte in vier Ländern. Ziel war es, ein Konzept zu entwicklen, mit dem intelligente Energieversorgungssysteme aus bestehenden Pilotprojekten auf andere Standorte übertragen werden können. "Regionen sollen so bei der Errichtung klimafreundlicher Energieinfrastrukturen mit weniger CO2-Ausstoß unterstützt werden", sagt Simon Hummel, Projektleiter am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Somit kann voneinander gelernt werden und nicht jede Kommune muss das Rad neu erfinden.

Wichtig sind Solaranlagen, Wärmepumpen und Biomasse-BHKW

Das ZSW hat im Projekt „ReFlex“ die eingesetzten Technologien verglichen. Photovoltaikanlagen wurden bei allen betrachteten Pilotprojekten genutzt. Sie bilden das Rückgrat der dezentralen Stromerzeugung. Ebenfalls weit verbreitet ist Biomasse. Laut den Forschern ist gerade das Zusammenspiel verschiedener regenerativer Energien ideal für Smart-Grid-Lösungen: "Das Monitoring etwa im Pilotprojekt Wüstenrot zeigt, dass Solarenergie und Windkraft sich gut ergänzen, um gemeinsam den täglichen Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu decken", sagt Simon Hummel.

Bei der Wärmeerzeugung setzen alle Pilotprojekte auf elektrische Wärmepumpen. Grund hierfür ist die einfache und effiziente Kopplung vom Strom- zum Wärmesystem. Solarthermie, oberflächennahe Geothermie oder Biomasse-BHKW in Verbindung mit Wärmenetzen wer-den ebenfalls häufig eingesetzt. Bei kommunalen Energieprojekten bilden Biomasse-Blockheizkraftwerke, die an ein Wärmenetz angeschlossen sind, die Schlüsseltechnologie für die Wärmeversorgung. Die weitere Bewertung des ZSW ergab: Ein optimiertes Gesamtenergiesystem koppelt nicht nur die Sektoren Elektrizität und Wärme, sondern auch Elektrizität und Mobilität, um die Gesamteffizienz, Nachhaltigkeit und Integration erneuerbarer Energiequellen zu steigern. Für den nachhaltigen Betrieb von smarten Energiesystemen ist die Einbindung von Messsystemen und das Monitoring der verschiedenen Technologien eine wesentliche Voraussetzung.

Wie Kommunen intelligente Energienetze erfolgreich errichten

Effiziente und ganzheitliche Energiekonzepte sind notwendig, wenn die Energiewende gelingen soll. Viele nachhaltige Energiesysteme sind technologisch ausgereift und können in smarte Strom- und Wärmenetze integriert werden. Vorhandene Konzepte sollen dabei nicht einfach kopiert, sondern auf die Bedingungen vor Ort angepasst werden, sagen die Projektpartner. Entscheidend für die Umsetzung von kommunalen Projekten sind die Akzeptanz in der Bevölkerung für moderne Energieinfrastrukturen und Investitionen in die Zukunft, auch wenn deren Rentabilität kurzfristig nicht immer gegeben ist. Dabei können Fördermittel helfen.

Es empfiehlt sich zudem, neben der Erfahrung von entsprechenden Energiedienstleistern und wissenschaftlichen Instituten lokale Know-how-Träger und Installationsbetriebe miteinzubeziehen. Denn ein kontinuierliches Monitoring hilft, den korrekten und nachhaltigen Betrieb der Installationen über viele Jahre zu gewährleisten. Wissenschaftliche Begleitforschung kann die Erkenntnisse für weitere Anwender nutzbar machen.

Die Ergebnisse des ReFlex-Projekts finden sich in einem Leitfaden wieder, der einige wesentliche SmartGrid-Lösungen und die verwendeten Technologien hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit und Skalierbarkeit bewertet. Der Leitfaden ist als Hilfestellung für kommunale Entscheidungsträger ausgelegt. Im ersten Teil werden sozioökonomisch relevante und technisch übertragbare Anwendungsfälle, basierend auf Beispielen aus den in ReFlex betrachteten Smart-Grid Regionen, beschrieben. Der zweite Teil enthält eine Checkliste und eine Werkzeugbox, die Interessenten bei Planung und Entscheidung unterstützen.

Ein weiteres Ergebnis des Projektes ist, dass durch geeignete Informationen Bürger auf lokaler Ebene bereit sind, sich an Infrastruktur zu beteiligen, die einen hohen Anteil an regenerativer Energie lokal erzeugt und nutzt. Für eine umfassende Energiewende müssen jedoch zusätzlich regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, so dass sich unter anderem auch Geschäftsfelder für die saisonale Speicherung von Energie und für die Erzeugung von erneuerbaren Kraftstoffen für Teile des Mobilitätssektors, etwa über Power-to-Gas, entwickeln können.

Simulationstool für smarte Energienetze

Die Beteiligten haben außerdem ein Simulationswerkzeug entwickelt. Dieses heißt ReflexBox und schätzt das Energiebedarfsprofil für Strom und Wärme von Haushalten und Wohngebieten ab. Es gibt Auskunft darüber, wie zeitlich flexibel der Energiebezug je nach eingesetzter Technologie sein kann. ReflexBox soll Kommunen sowie Verteilnetzbetreiber bei der Planung ihres lokalen Smart-Grid-Wärme-Projektes unterstützen. Das Modell informiert Entscheidungsträger über den Nutzen von intelligenten Energiesystemen für Haushalte. Insbesondere über das Flexibilitätspotenzial und die Verschiebepotenziale von Last und Erzeugungen. Dabei werden die klimatischen Bedingungen vor Ort berücksichtigt.

An der Studie beteiligt waren von deutscher Seite das ZSW und das Europäische Institut für Energieforschung EIFER sowie 13 weitere Partner aus Europa. Koordiniert hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit das Austrian Institute of Technology (AIT). Die Europäische Union förderte das Projekt im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. Quelle: ZSW / al

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Level Ten weitet Marktplatz auf Europa aus

11. Oktober 2019 - 7:21

Die 2016 gegründete amerikanische Plattform Level Ten bietet einen Marktplatz, der Stromanbieter und -käufer zusammenbringt. Dazu bündelt die Plattform Ressourcen aus Wind- und Solarprojekten zu Stromportfolios und verteilt die Energie in geeigneten Mengen an einzelne Kunden. Anfang 2018 wurde die Online-Plattform, die die Kosten, Komplexität und das Risiko von Kaufverträgen für Strom aus erneuerbaren Energien reduziert in Nordamerika eingeführt.

Kleinere gewerbliche und industrielle Kunden haben dabei Zugang zu den gleichen Projekten und Konditionen wie die größten Energiekunden der Welt. Mit dem Zugang erreichen sie die Nachhaltigkeitsziele und stabilisieren die Energiekosten. Die Plattform bietet Käufern und Verkäufern Analysen, Standarddokumentationen und Best Practices an. Seit der Einführung der Plattform haben laut Level Ten die 500 umsatzstärksten Unternehmen, die das Fortune-Magazin veröffentlicht,  mit Hilfe dieser Technologie mehr als eine Milliarde Dollar an sauberer Energie beschafft.

Diesen Marktplatz öffnet die Plattform nun auch für den europäischen Markt, darunter Deutschland, Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien, die Niederlande und Italien. Das geschehe in Europa zu einem kritischen Zeitpunkt für den Energieeinkauf, so das Unternehmen. Laut BloombergNEF haben europäische Unternehmen ihre Aktivitäten bei langfristigen Stromverträgen von 2017 bis 2018 verdoppelt. Unternehmen jeder Größe erweiterten ihre globale Präsenz – und damit verbunden sei die Verantwortung, den Energieverbrauch finanziell und ökologisch nachhaltig zu gestalten.

Das Ziel von Level Ten ist es, den Kunden genaue, umfassende Informationen über jede zu entwickelnde Anlage im Bereich der erneuerbaren Energien zur Verfügung zu stellen, mit ständig aktualisierten Informationen über den Entwicklungsstand, die Angebotspreise und tägliches Benchmarking der Wert- und Risikokennzahlen. Neben dem globalen Marktplatz bietet das Unternehmen End-to-End-Beschaffungsdienstleistungen, die Käufern in Unternehmen helfen, Investitionen in erneuerbare Energien von Anfang bis Ende zu recherchieren, zu beschaffen und zu überwachen, um Markttransparenz und strenge Standards für diesen schnell wachsenden Markt zu schaffen. Quelle: Level Ten/al

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Förderprogramme werden neu gestaltet

10. Oktober 2019 - 10:15

Die Zeit drängt, denn die Verantwortlichen wollen unbedingt vermeiden, dass zunehmende Unsicherheit im Markt zu einem Investitionsstau führt. „Die Beschlüsse der Klimakonferenz sind für uns der Startschuss, die Förderprogramme neu zu konzipieren“, sagte Herdan auf dem BAFA-Energietag Anfang Oktober und stellte noch für den laufenden Monat eine Lösungsvorschlag in Aussicht. Das Problem, das es zu lösen gilt: Die bestehenden Förderprogramme müssen in Einklang gebracht werden mit den  Ankündigungen des Klimakabinetts. „Die steuerliche Förderung von Einzelmaßnahmen ab 2020 muss zusammenpassen mit der 40-Prozent-Förderung beim Austausch von Öl-Heizungen“, nennt Herdan ein Beispiel. Und das wiederum müsse mit dem Ziel seiner Abteilung unter einen Hut gebracht werden, dass neue Heizungen umso mehr gefördert werden sollen, je weniger Treibhausgase sie ausstossen.

Wie genau die neue Förderlandschaft aussehen wird, ließ der Leiter der Abteilung „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie offen. Die Gerüchteküche brodelt aber bereits. So war am Rande der Veranstaltung in Frankfurt zu hören, die Anforderungen der KfW-Effizienz-hausstandards sollten drastisch gesenkt werden, um so die Sanierungsquote deutlich zu erhöhen. Eine Erhöhung der Sanierungsquote ohne Sanierungstiefe sei jedoch nicht zielführend. An anderer Stelle hieß es, bei Einzelmaßnahmen solle die Fachplanung und qualifizierte Baubegleitung durch einen externen, unabhängigen Experten für Energieeffizienz künftig nicht mehr gefördert werden. Das ginge ebenfalls zu Lasten der Sanierungsqualität, denn damit entfallen Kontrollen. „Es ist kaum davon auszugehen, dass das Finanzamt die Durchführung der steuerlich begünstigten Maßnahmen kontrolliert“, so ein Konferenzteilnehmer im Gespräch mit Energie Kompakt.

Einigkeit herrschte in Frankfurt darin, dass die Energieeffizienz von entscheidender Bedeutung für die Erreichung der Klimaziele ist. „Der Energiebedarf in Deutschland beträgt aktuell rund 2.500 Terawattstunden. Sonne und Wind liefern 120 Terawattstunden“, machte Herdan deutlich, dass es kaum möglich sein wird, alle Wirtschaftsbereiche durch den Einsatz erneuerbarer Energien zu dekarbonisieren. „Wir brauchen eine Energieeffizienzstrategie“, so Herdan, der dabei vor allem auf Innovationen setzt, die durch marktgetriebene Mechanismen hervorgebracht werden. Die Einführung eines Preises für CO2 schaffe dafür die Voraussetzung. Sie sei der größte Erfolg des Klimakabinetts, auch wenn der Startpreis aus seiner Sicht gerne höher hätte sein dürfen.

Langfristige Renovierungsstrategie muss im März vorliegen

Unumstritten ist, dass im Gebäudebereich das größte Effizienzpotenzial in der Sanierung des Gebäudebestands liegt. „Die neue Europäische Gebäuderichtlinie EPBD hat das Thema ,Langfristige Renovierungsstrategie’ enorm gestärkt“, berichtete Oliver Rapf, Executive Director beim Buildings Performance Institut Europe (BPIE). Danach sollen die Mitgliedsstaaten einen klaren Fahrplan zur Modernisierung des Gebäudebestands bis zum Jahr 2050 mit Meilensteinen für die Jahre 2030 und 2040 erstellen. Die Langfristigen Renovierungsstrategien sollen neben einem Überblick über den nationalen Gebäudebestand auch Auskunft über kosteneffiziente Maßnahmen, Maßnahmen zur Verringerung der Energiearmut und Strategien zur Mobilisierung von Investitionen geben. Die Mitgliedstaaten haben nun bis März 2020 Zeit, die Richtlinie und damit auch die Erstellung einer langfristigen Renovierungsstrategie umzusetzen. „Ich weiß nicht, wo sie liegt. Es gibt aber Gerüchte, dass es sie gibt“, so Rapf zum Stand der langfristigen Renovierungsstrategie in Deutschland. Klar sei, so der Experte, dass Deutschland erheblichen Nachholbedarf habe.

Ein Mittel zur CO2-Reduzierung im Gebäudesektor sieht das BPIE in der Stärkung der individuellen Sanierungsfahrpläne (iSFP). Das sehen die Beschlüsse des Klimakabinetts auch vor. Zu bestimmten Anlässen wie einem Eigentümerwechsel sollen in Zukunft Beratungen obligatorisch und Gebäudeeigentümer im Rahmen eines individuellen Sanierungsplans über den Mehrwert von energetischen Modernisierungsmaßnahmen informiert werden.  Martin Pehnt, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltvorschung warnte in Frankfurt allerdings davor, den individuellen Sanierungsfahrplan zwangsweise einzuführen. „Wenn der Energieberater zum Pflichtberater wird, ändert sich das Verhältnis zwischen Gebäudeeigentümern und Beratern. Weg von einem Vertrauensverhältnis.“ Dennoch begrüßt auch Pehnt die Initiative, Triggerpunkte wie den Eigentumswechsel oder den Auszug der Kinder zu nutzen. Es sei eine gute Idee, mehr Anlässe für das Nachdenken über Effizienzmaßnahmen zu schaffen.

Die Frage sei, wie man es hinbekomme, dass solche Punkte mehr genutzt werden, ergänzte Veit Bürger, stellvertretender Bereichsleiter Energie & Klimaschutz im Öko-Institut. Ein langfristig angekündigtes Vermietungsverbot für besonders ineffiziente Immobilien, wie es dem BPIE zufolge in vielen EU-Ländern bereits besteht oder im Rahmen der langfristigen Sanierungsstrategie geplant ist, könnte neben einem wirkungsvollen CO2-Preis ein Weg sein. Bürger sieht jedoch nicht, dass es ohne ordnungsrechtlichen Rahmen geht. „Ich fürchte, dass wir in fünf Jahren feststellen, dass die Leute die bereitgestellten Fördergelder nicht abgreifen. Ohne Verschärfungen beim Ordnungsrecht wird es nicht gehen“, sagte er in Frankfurt. von Silke Thole

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Solardachsteine liefern Wärme und Strom

10. Oktober 2019 - 8:55

Bei baulichen Änderungen an denkmalgeschützten Gebäuden gelten besonders strenge Auflagen. „Somit kann man die Entwicklung von energieeffizienten Lösungen für den denkmalgeschützten Bestand als Kür bezeichnen“, erklärt der Professor Harald Garrecht von der Universität Stuttgart. „Wir sehen bei diesen Gebäuden einen großen Bedarf nach energieeffizienterer und klimafreundlicherer Energieversorgung“, so der Stuttgarter Professor. Er leitet das Projekt Energieoptimiertes Quartier Margarethenhöhe Essen.

Komplett neu ist die Idee nicht, PV in Ziegel zu integrieren. Einer der Anbieter ist Nelskamp. Das Unternehmen hat 2003 PV-Ziegel vorgestellt. In der Schweiz hat Panotron Solarziegel im Programm, die auch Wärme liefern. Das neue am jetzigen Projekt ist, dass die Ziegel kleinformatiger und optisch kaum von Ziegeln ohne PV zu unterschieden sind. Außerdem erfolgt die Einbindung in ein komplettes Niedrigenergiesystem.

Elemente liefern Strom und Wärme

Auf der Oberseite der im Projekt entwickelten Dachsteine sind PV-Module, unten ein Wärmetauscher. Sie liefern also nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Das im Dach integrierte hydraulische System sorgt dafür, dass das im Erdreich abgekühlte Wasser wieder die in den Dachsteinen integrierten Wärmetauscher durchfließt und trägt so zu deren Kühlung bei. „Dadurch steigt die Effizienz der PV-Seite“, erklärt Garrecht. „Zusätzlich entsteht mittels der Kopplung des solarthermischen Systems mit der geothermischen Anlage eine Art Endlosspeicher und die Wärmeverluste werden minimiert.“ Das funktioniert mit Tiefensondern, aber auch mit Erdwärmekörben und oberflächennaher Geothermie.

Ein entscheidender Vorteil der Dachsteine mit PV ist, dass sie von der klassischen Dacheindeckung optisch kaum zu unterscheiden sind. Damit sind sie in denkmalgeschützten Gebäuden einsetzbar, aber nicht nur dort. Die Entwicklung können dafür sorgen,d ass PV bei Architekten auf mehr Akzeptanz stoße, ist Garrecht sicher.

Im Projekt entwicklt wurden vergossene Dachsteine aus einem speziellen Hochleistungsbeton. Projektpartner sind Autarq, die bereits seit einiger Zeit kleinformatige Module für Ziegel verkaufen und Noventec als Partner für die thermische Aktivierung von Dachsteinen. Die elektrische Anbindung wurde von der RWTH Aachen entwickelt.

Baubeginn ist 2020

An fünf ausgewählten Gebäuden auf der Margarethenhöhe setzen die Wissenschaftler vom Gas- und Wärmeinstitut Essen, der RWTH Aachen und der Universität Stuttgart gemeinsam mit der Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge in Abstimmung mit der nun ihre Erkenntnisse in die Praxis um. Baubeginn wird Anfang 2020 sein. Bis dahin werden noch weitere Optimierungen von den Beteiligten erfolgen, so dass wir zuversichtlich sind, eine nicht nur technisch, sondern auch eine architektonisch attraktive Komponente für die energetische Ertüchtigung des Baubestandsvorweisen zu können, die auch auf großes Interesse in der Baupraxis stoßen wird", betont Garrecht.

Örtliche Handwerker verlegen erstmalig die neu entwickelten Dachsteine. Zusätzlich kommen in den Wohneinheiten innen Wärmedämmputze mit Aerogel zum Einsatz. Eine Wärmepumpe sorgt für die Bereitstellung von Heizwärme und Trinkwarmwasser. Die Wärme liefern eine Geothermieanlage und die Solareinheiten auf dem Dach.  Um die Vorlauftemperaturen senken zu können, werden Fußbodenheizungen verlegt. Bisher heizen die Bewohner zum Teil noch mit älteren Systemen wie etwa Nachtspeicherheizungen. Bei den neu sanierten Wohneinheiten werden elektrische Speicher sowie Wärmespeicher auf PCM-Basis installiert. „Ziel ist, dass wir mit dem Heizsystem Low-Ex-Niveau erreichen, um mittelfristig durch eine bestmögliche Nutzung von im Quartier verfügbarer Umweltenergie eine Klimaneutralität in der Siedlung herstellen können“, so Garrecht. pgl

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Bundeskabinett beschließt Entwurf des Klimaschutzgesetzes

9. Oktober 2019 - 11:26

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Wir haben beschlossen, dass Deutschlands Klimaziele erstmals gesetzlich verbindlich werden. Künftig wird klar geregelt, was passiert, wenn ein Bereich vom vereinbarten Klimakurs abweicht und wer dann wie nachbessern muss. Damit lernen wir aus den Fehlern der Vergangenheit.“

Das Klimaschutzgesetz schreibtgesetzlich verbindlich vor, wie viel CO2 jeder Bereich pro Jahr ausstoßen darf. Dafür gelten klar bezifferte und überprüfbare Sektorziele für jedes Jahr zwischen 2020 und 2030. Zugleich wird vom Umweltbundesamt und einem unabhängigen Expertenrat jedes Jahr überwacht, ob ein Bereich zu viel CO2 ausstößt. Zur Besetzung des Expertenrats gibt es noch keine Aussagen. Wenn ein Bereich vom Reduktionspfad abweicht, verpflichtet das Gesetz die verantwortlichen Ministerien zu sofortigen Maßnahmen. So sorgt das Klimaschutzgesetz dafür, dass das übergreifende Klimaziel für 2030 (-55% CO2 im Vergleich zu 1990) verlässlich erreicht wird.

Darüber hinaus schreibt das Gesetz erstmals das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2050 für Deutschland gesetzlich fest. Bislang lag das 2050-Ziel der Bundesregierung noch bei 80 bis 95 Prozent CO2-Reduktion. Das neue Ziel ist damit das klare Signal an alle Branchen, sich rechtzeitig auf eine Wirtschaftsweise ohne fossile Energien vorzubereiten.

Vereinbart wird auch, dass die Bundesregierung im Jahr 2025 jährlich absinkende Emissionsmengen für die Zeit nach 2030 festlegen muss, die dann den Pfad in Richtung Treibhausgasneutralität 2050 genauer beschreiben werden.

Das Bundeskabinett beschloss heute außerdem das Klimaschutzprogramm 2030. Dieses Programm beruht auf den Eckpunkten, die das Klimakabinett am 20. September beschlossen hatte, ist allerdings ausführlicher. Das Programm enthält zahlreiche umfassende Maßnahmen, die noch in diesem Jahr per Kabinettsbeschluss auf den Weg gebracht werden sollen. Vereinbart wurde zugleich, die Klimaschutzwirkung des Programms von zwei unabhängigen Gutachtern bewerten zu lassen. Die Ergebnisse der Gutachten werden anschließend veröffentlicht.

Dieses Gesetz könnte auch für das Gebäudeenergiegesetz eine Weichenstellung sein. Bislang galt inoffiziell als eine der Hürden, dass das Bundesumweltminsterium so lange blockiere, bis ein Klimaschutzgesetz auf dem Weg ist.

Den Verbänden der TGA-Branche gehen die Vorschläge nicht weit genug. "Die Einführung eines nationalen Emissionsrechtehandels für den Gebäudesektor ist jedoch aus unserer Sicht nicht dienlich, um zügig die Menge der CO2-Emissionen zu reduzieren und die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Einführung und die Umsetzung eines solchen Zertifikatehandels dauern zu lang. Bedauerlich ist, dass sich das Bundeskabinett auch nicht zu klaren Rahmenbedingungen für die energetische Sanierung im Bereich der Nichtwohngebäude durchringen konnte. Ohne Aktivierung der Potenziale des Wohn- und Nichtwohngebäudebereichs werden wir die CO2-Einspar- und Klimaschutzziele nicht erreichen", erklärte Jörn Adler von der Repräsentanz der TGA-Verbände in Berlin in einer ersten Stellungnahme. pgl

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Gaslobby meldet Austausch von 15.000 Heizungen

9. Oktober 2019 - 9:24

Sechs von zehn Heizungen in Deutschland sind technisch veraltet und emittieren unnötig viele Tonnen CO2. "Dabei ließen sich durch den Austausch aller veralteten Geräte durch moderne Gas-Heiztechnik schlagartig mindestens 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen", konstatiert Zukunft Erdgas.

Durch den Umstieg auf effiziente Gasheizungen können Hausbesitzer nicht nur ihren CO2-Ausstoß um knapp ein Drittel senken. Auch ihre Energiekosten verringern sich um etwa 30 Prozent.

Zusätzlich zu der staatlichen Förderung durch die KfW profitieren Moderisierer während der Raustauschwochen außerdem durch eine Prämie von 200 Euro. Dieser wird seitens der mehr als 60 beteiligten Energieversorger aus acht Bundesländern durch weitere individuelle Boni aufgestockt. Quelle: Zukunft Erdgas / pgl

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Ankündigungen des Klimakabinetts führen zu Abwarten

9. Oktober 2019 - 8:27

Die Unternehmensberatung Querschiesser hat direkt nach den Beschlüssen des Klimakabinetts eine Befragung unter SHK-Handwerkern gestartet. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Kunden nun darauf warten, was künftig an Förderung zu erwarten ist. Bereits frühere Debatten um die Steuerförderung hatten dazu geführt, dass Investitionen aufgeschoben wurden.

17 Prozent der befragten Handwerker waren in der Woche nach der Sitzung des Klimakabinetts von ihren Kunden wegen der Regierungsbeschlüsse kontaktiert worden. Alle hätten ihre Aufträge verschoben, weil sie erst die konkreten Regelungen abwarten wollen. Die 83 Prozent der Handwerker, die in der fraglichen  Woche kein kundenseitiges Signal  bekommen hatten, verteilen sich auf zirka 25 Prozent optimistische Handwerker, die eine Geschäftsbelebung durch die Beschlüsse erwarten und 58 Prozent, die eine Stornierungs- und Aufschiebeflut erwarten. pgl

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