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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 7 Minuten 2 Sekunden

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. Januar 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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Bottrop fordert Handeln statt Klimanotstand

17. Juni 2019 - 10:15

Bottrop ist seit knapp zehn Jahren auf dem Weg zu mehr Klimaschutz vor allem im Gebäudesektor und hat es geschafft, über Jahre eine deutlich höhere Sanierungsquote im Gebäudebereich als andere Kommunen zu erreichen. Der Geschäftsführer von Innovation City Bottrop, Burkhard Drescher, kritisierte nun in der Westfalenpost scharf, dass immer mehr Städte den „Klimanotstand“ ausrufen. Er sei gegen die Ausrufung der Klimanotstands, betonte Drescher.

Der Begriff Klimanotstand sei kontraproduktiv, so Drescher, weil er negative Assoziationen wecke und mit Enthaltsamkeit verbunden werde. Ihm sei es dagegen wichtig zu betonen, dass Klimaschutz die Lebensqualität erhöhe und Arbeitsplätze schaffe. Man solle den Menschen keine Angst machen, indem man den Begriff des Notstands verwende. Wichtiger seien Anreize. In Bottrop gebe es Förderprogramme für die Bürger, die nicht die gesamten Investitionen umfassten, sondern kleine Anreize setzten. In den Quartieren der Innovation City sei das Potenzial für PV so groß, dass man zweimal den gesamten Stromverbrauch decken könnte. In Bottrop werde man bis Ende 2020 die CO2-Emissionen halbieren, erklärt Drescher.

Auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer kann dem Klimanotstand nicht viel abgewinnen und hat stattdessen einen 10-Punkte-Plan zur Klimaneutralität aufgelegt. Ein zentraler Baustein ist es dabei, auf Holz als verpflichtenden Baustoff zu setzen. Palmer will Holzbauweise in Tübingen bis 2030 zur Pflicht machen, Beton sei ein Energiefresser. Einfluss hat die Stadt über Grundstückskaufverträge. Die hat sie bereits genutzt, um in neuen Quartieren PV-Nutzung auch im Mietwohnungsbereich und den Standard EnEV 55 zur Pflicht zu machen. Beides ist Teil der Kampagne "Tübingen macht blau". Deren Ziel ist es, die energiebedingten CO2-Emissionen pro Kopf in Tübingen bis 2022 um 25 Prozent gegenüber dem Wert von 2014 zu reduzieren. pgl

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Projekt untersucht Auswirkung von Regen auf Putze

15. Juni 2019 - 7:16

Wie nass eine Fassade bei starkem Regen werden kann, davon konnten sich die rund 30 Teilnehmer des Projekttreffens in Holzkirchen beim Blick aus dem Fenster überzeugen. Das Wetter gehörte nicht zum Programm, bildete aber die passende Kulisse für die zentrale Frage, welche Auswirkungen beregnete Fassaden-Baustoffe auf die Umwelt haben. Im Vortragsraum des Fraunhofer IBP waren Experten der projektbeteiligten Institutionen und Verbände zusammengekommen, um sich über die Ausgangslage und den Stand des Forschungsvorhabens "Entwicklung eines Modells zur Bewertung der Umwelteigenschaften üblicher Putze und Mörtel im Außenbereich" zu informieren und auszutauschen. Mit dabei waren Projektpartner und Mitglieder der VDPM Arbeitskreise Mineralische Mörtel, Pastöse Putze sowie Umwelt und Gefahrenstoffmanagement.

Vorgestellt wurden erste Ergebnisse der Doktorarbeit von Pablo Alberto Vega García, dessen Doktorandenstelle gemeinsam vom VDPM, der TU München und dem Fraunhofer IBP finanziert wird. Pablo Vega, der in seiner Heimat Mexiko Bauingenieurwesen, später in Deutschland Umweltingenieurwesen studiert hat, referierte über die Inhalte seiner Forschung und den Stand der Modellentwicklung. Zunächst wird er die Regenmenge, die an einer Fassade tatsächlich abläuft mit Hilfe von realen Versuchsdaten quantifizieren. Anschließend entsteht ein Modell, mit dem ermittelt werden kann, welche Stoffmengen in Abhängigkeit von der Putzart aus der Fassade gelöst werden. Und in einem dritten Schritt wird dann erfasst, ob sich daraus eine Belastung des Grundwassers ergibt.

Erste Computersimulationen konnte Pablo Alberto Vega García bereits vorstellen. Beeindruckend war die hohe Übereinstimmung der Rechenmodelle mit Daten aus den langjährigen Versuchsreihen.

Betreut wird die auf drei Jahre angelegte Doktorarbeit von Professor Brigitte Helmreich vom Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der TU München. Sie gab den Zuhörern einen kurzen Einblick in die Arbeit des Lehrstuhls und in den Prozess vom Forschungsvorhaben bis zur Promotion.

Dr. Regina Schwerd vom Fraunhofer IBP erläuterte die Erkenntnisse aus über zehn Jahren Umweltforschung, welche die Grundlage für das aktuelle Vorhaben bilden. Diese Daten fließen in das Modell ein und werden systematisch ausgewertet. "Das Thema beregneter Bauteile steht auch bei anderen Forschungsprojekten im Fokus. Bei uns geht es jedoch konkret um den Baustoff Putz und dessen Eigenschaften", betonte Hans-Joachim Riechers, Hauptgeschäftsführer des VDPM.

Der Frage, welche Auswirkung beregnete Putzflächen auf die Umwelt haben, geht der VDPM in gemeinsamen Forschungsvorhaben seit mehr als zehn Jahren mit Freilandversuchen und im Labor nach. Sogar Versuchshäuser wurden gebaut, um den Einfluss realer Fassaden und deren Ausrichtung zu erfassen. Keine andere Institution verfügt über Untersuchungsdaten aus einem so langen Zeitraum. Riechers: "Am Ende erhalten wir einen Bewertungsmaßstab, mit dem wir aus einem Laborversuch die Auswirkungen eines Putzes auf die Umwelt abschätzen können. Solche Bewertungen werden in Deutschland und Europa verlangt." Innerhalb des VDPM wird das Vorhaben vom Arbeitskreis Umwelt und Gefahrstoffmanagement unter der Leitung von Dieter Schübl und einer eigens dafür eingerichteten Expertengruppe begleitet. Riechers: "Das ist ein einzigartiges Projekt." Quelle: VDPM / pgl

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Heizenergieverbrauch in Deutschland steigt wieder

14. Juni 2019 - 7:25

Bereits seit einigen Jahren investieren die Eigentümer von Wohngebäuden wieder stärker in die energetische Sanierung. So stieg das Volumen für derartige Maßnahmen laut der Bauvolumenrechnung des DIW im aktuellen Beobachtungszeitraum gegenüber dem Jahr 2015 um etwa 25 Prozent. Zur energetischen Sanierung zählen beispielsweise die Wärmedämmung von Dach oder Fassade, der Austausch von Fenstern und Außentüren oder die Erneuerung der Heizung. Hierfür gaben die Investoren zuletzt sogar mehr aus als im bisherigen Rekordjahr 2011.

Umso bemerkenswerter ist, dass der Heizenergieverbrauch in Deutschlands Mehrfamilienhäusern laut dem aktuellen Wärmemonitor in den Jahren 2016 und 2017 um mehr als 3 Prozent gestiegen ist. In der abgelaufenen Heizperiode lagen die klima- und witterungsbereinigten Bedarfswerte im bundesweiten Durchschnitt leicht über dem Vorjahresniveau von fast 126 Kilowattstunden (kWh) pro m2 Wohnfläche und Jahr.  Der langjährige Abwärtstrend beim Heizenergiebedarf ist damit vorerst gestoppt.

Regionale Unterschiede sind groß

Auffällig sind dabei die starken regionalen Unterschiede: So ging der Heizenergiebedarf im letzten Jahr in allen neuen Bundesländern zurück. Gleichzeitig stiegen die Energieverbräuche in Teilen Westdeutschlands aber so stark an, dass die erzielten Einsparungen überkompensiert wurden. Ein Beispiel: In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen reduzierte sich der Wärmebedarf um etwa 2 Prozent. Auf der Gegenseite stehen jedoch allein die Hansestädte Bremen und Hamburg mit Verbrauchsanstiegen von 2 beziehungsweise  fast 3 Prozent. Insgesamt benötigten die Haushalte in Ostdeutschland rund 6 Prozent weniger Energie als die Mieter in den alten Ländern.

Dementsprechend bleiben die bereits aus den Vorjahren bekannten West-Ost- und Nord-Süd-Gefälle bei den Bedarfswerten bestehen. Letzteres dokumentieren besonders eindrucksvoll der Wärmebedarf von Bremerhaven (fast 148 kWh/m2a) und der Wert aus dem Allgäu, der nahezu 50 kWh darunter liegt. Ebenso fällt bei einem Vergleich der Großstädte auf, wie weit München mit ca. 104 kWh/m2a von den nord- und westdeutschen Metropolen Hamburg (ca. 148 kWh/m2a) und Köln (ca. 136 kWh/m2a) entfernt ist. Die Gründe für die enormen Unterschiede dürften in den umfassenden Sanierungen nach der Wende und in Süddeutschland in einem durch viele Neubauprojekte moderneren Gebäudebestand liegen.

Verlorenes Jahrzehnt beim Heizbedarf

Unter dem Strich zeichnet sich beim Heizenergiebedarf damit ein verlorenes Jahrzehnt ab. Dabei war der Verbrauch in den Mehrfamilienhäusern nach der Jahrtausendwende zunächst deutlich gesunken. Lagen die durchschnittlichen  Bedarfswerte 2003 noch bei fast 150 kWh/m2a, waren im Jahr 2008 – dem Referenzjahr des mittlerweile aufgegebenen deutschen Klimaziels – bereits Werte um 130 kWh/m2a erreicht. Seitdem aber sind die Einsparbemühungen erheblich ins Stocken geraten und der Energieverbrauch stagniert aktuell auf dem Niveau von 2010 (s. Abb. 3).

Ganz anders sieht es in Deutschlands Mehrfamilienhäusern bei den reinen Heizkosten (also ohne Heiznebenkosten wie Wartung oder Betriebsstrom aus. Mit einer Reduzierung um fast 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr setzt sich der deutliche Abwärtstrend hier weiter fort. Hauptverantwortlich hierfür sind vor allem die zuletzt niedrigen Gas- und Ölpreise. Diese dürften in Kürze allerdings wieder steigen, weshalb die Freude über die niedrigen Energiekosten nicht mehr lange anhält.

Zu den Ergebnissen des Wärmemonitors passt, dass sich Deutschland mittlerweile von seinen Klimaschutzzielen für 2020 verabschiedet hat. Schließlich entfällt mehr als ein Drittel des Endenergiebedarfs in Deutschland auf Gebäude. Allein der Wärmebedarf privater Haushalte übersteigt mit rund 560 Terawattstunden (TWh) pro Jahr den gesamten deutschen Stromverbrauch im gleichen Zeitraum (520 TWh). Welche Maßnahmen können also ergriffen werden, um Neu- und Bestandsbauten noch energieeffizienter zu machen und so eine erneute Trendumkehr beim Heizenergiebedarf zu erwirken?

Auch im Neubau ist Luft nach oben

Im vergangenen Jahr erfüllten bereits mehr als die Hälfte der Neubauten den ambitionierten KfW-Standard „Effizienzhaus 55“, der deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegt. Von Juni 2016 bis Juli 2017 wurden mehr als 144.000 neue Wohneinheiten dieser Kategorie mit Bundesmitteln gefördert. Ebenso zahlreich sind aber auch die Neubauten, deren Effizienzstandard deutlich weniger hoch ist und bei denen sich die Investition in eine energetische Sanierung erst nach Jahrzehnten wieder lohnen wird. Aus Klimaschutzgründen empfiehlt das DIW daher, auf keinen Fall hinter die bestehenden Effizienznormen für Gebäude zurückzufallen – wie von einigen Interessengruppen gefordert. Vielmehr seien hier ambitioniertere Anforderungen erforderlich und machbar, wie sich an den aktuellen Neubauten zeige.

Gleichzeitig gilt es, die Rahmenbedingungen für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden weiter zu verbessern. Schließlich können Modernisierungsmaßnahmen auch aus sozialpolitischer Sicht sinnvoll sein, da die höhere Energieeffizienz eines Gebäudes die Mieter vor steigenden Energiepreisen schützt. Insofern sollte erwogen werden, energetische Sanierungen steuerlich zu fördern.

Ebenso stellt sich aber auch die Frage, warum die Haushalte in Deutschland trotz des stetig wachsenden energetischen Standards der Gebäude neuerdings wieder mehr Energie verbrauchen. Der Grund hierfür liegt offenbar im Nutzerverhalten der Bewohner. Durch die geringeren Heizkosten ergeben sich für die Mieter weniger Sparanreize (Bild 6). Ebenso kommt es nach einer umfassenden Sanierung häufig zum sogenannten Rebound-Effekt: Die Bewohner heizen mehr, weil sie aufgrund der höheren Energieeffizienz des Gebäudes weniger auf ihr Verbrauchsverhalten achten. Abhilfe schafft hier mehr Transparenz über die eigenen Verbräuche. Denn nur wer zeitnah weiß, was er tatsächlich verbraucht, kann effektiv handeln und wird zum Energiesparen motiviert.

Wie der Wärmemonitor 2017 zeigt, sind die Klimaziele der Bundesregierung aktuell in weite Ferne gerückt. So befindet sich der Heizenergiebedarf in Deutschlands Mehrfamilienhäusern trotz der Zunahme von Sanierungsmaßnahmen aktuell wieder auf dem Niveau von 2010. Damit die Energiewende gelingt, sollten daher noch höhere Effizienzanforderungen an Neubauten und  bessere Rahmenbedingungen für Sanierungen erwogen sowie zusätzliche Einsparpotenziale durch die Optimierung des Nutzerverhaltens und geringinvestive Maßnahmen erschlossen werden.

Der Wärmemonitor basiert auf einem umfangreichen Bestand anonymisierter Daten zum Heizenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern. Die von ista zur Verfügung gestellten Heizkostenabrechnungen enthalten Informationen zu Energieverbrauch und Abrechnungsperiode, Energieträger und Energiekosten sowie Lage und Größe der jeweiligen Immobilien. Erfasst werden hier ausschließlich Mehrfamilienhäuser mit Zentral- oder Fernheizung. Diese machen nach der Mikrozensuszusatzerhebung des Statistischen Bundesamts zur Wohnsituation aus dem Jahr 2014 mindestens 88 Prozent aller Wohnungen in diesem Marktsegment in Deutschland aus.

Zudem nutzt die Untersuchung Informationen des Deutschen Wetterdienstes, um eine räumliche und zeitliche Vergleichbarkeit des aus realen Energieverbräuchen errechneten, klima- und witterungsbereinigten Heizenergiebedarfs sicherzustellen. Dabei folgen die Experten der etablierten Vorgehensweise zur Bestimmung von Verbrauchskennwerten für Gebäude gemäß der VDI-Richtlinie 3807. Anschließend werden in einem mehrstufigen Verfahren die durchschnittlichen Energiekennwerte für die verschiedenen Raumordnungsregionen der Bundesrepublik ermittelt. Nachdem im Rahmen der Erstveröffentlichung des Wärmemonitors die Vorstellung der Ergebnisse für die Jahre 2003 bis 2013 erfolgte, werden diese nun jährlich aktualisiert. von Antonio Fischetti Chief Marketing Officer ista Deutschland

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Plattform überwacht PV in der Cloud

13. Juni 2019 - 7:34

Die MyDeltaSolar Cloud zeigt die Strom- und Spannungsverläufe und die Leistung der Delta-Wechselrichter an und liefert Angaben zum Energieverbrauch. Die Energieproduktion der Solaranlagen stellt das Programm wahlweise als Tages-, Monats- oder  Jahreswert dar. Über den History-Button lassen sich die Werte miteinander vergleichen. Bei Netzfehlern und sonstigen wichtigen Ereignissen werden Betreiber und Installateure in Echtzeit per E-Mail informiert.

Bei der Installation kann auf Kabel verzichtet werden, was die Inbetriebnahme besonders einfach gestaltet. Die Verbindung über RS485-Schnittstellen oder Wi-Fi zu den Delta-Wechselrichtern erfolgt über den neuen Datenkollektor DC1.

„Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Deshalb betreiben wir die neue Plattform auf unseren eigenen Servern, die besonders gut gegen Angriffe von außen geschützt sind“, erklärt Patrick Schahl, Produktmanager für PV-Wechselrichter bei Delta Electronics.

Die neue Lösung eignet sich für PCs, Android- und iOS-Systeme und ist mit Monitoringlösungen verschiedener Drittanbieter kompatibel. Quelle: Delta Electronics / pgl

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Steuerrisiken behindern Mieterstrom

13. Juni 2019 - 7:32

In der Praxis erschweren gesetzliche und bürokratische Regelungen die Umsetzung von solaren Mieterstromprojekten anstatt sie zu fördern.

Für Immobilienunternehmen und Genossenschaften sind Solaranlagen heute immer noch mit steuerlichen Risiken verbunden. Während der Betrieb von klimaschädlichen Ölheizungen steuerlich unschädlich ist, kann der Betrieb von Solaranlagen zu einer potentiellen Falle werden. Das Gewerbe- und das Körperschaftsteuergesetz müssen angepasst werden damit Solaranlagen mit Heizungen gleichgesetzt werden. Denn wie um 1950 der Betrieb von zentralen Öl-Heizungen normal wurde, muss in Zukunft der Betrieb von Solaranlagen normal werden. Für viele lokale Netzbetreiber sind Mieterstromanlagen derzeit noch Neuland. Aus diesem Grund, und auch weil lokale Solarstromerzeuger manchmal in direkter Konkurrenz zum Netzbetreiber stehen, verzögert sich der Anschluss derzeit unnötigerweise oft um mehr als sechs Monate. Für ländliche Solaranlagen wurde dieses Problem bereits vor 15 Jahren gelöst.

Mieterstrom anbieten, bedeutet Stromerzeuger mit allen entsprechenden Pflichten zu werden. Dies ist für viele kleinere und mittlere Genossenschaften administrativunmöglich. Ein solches Unternehmen muss die Möglichkeit haben, flexibel mit einem entsprechenden Dienstleister zu kooperieren.

Große Anlagen auf dem Land werden aus nachvollziehbaren Gründen derzeit zusammengefasst, um eine künstliche Aufspaltung auf mehrere Anlagen auf einem einzigen Grundstück zu vermeiden. Für die Stadt ist dies nicht praktikabel, da jede einzelne Anlage auf einem Gebäude auch entsprechenden Aufwand mit sich bringt. Künstliche Zusammenfassungen auf der Basis von Grundstücksgrenzen stehen Investitionen in Solaranlagen in der Stadt unnötig im Weg.

Das Mieterstromgesetz hatte diese Gleichbehandlung von Mietern und Immobilienbesitzern ursprünglich zum Ziel. Aber bereits zum Jahresende 2019 wird die Förderhöhe für Mieterstrom auf unter 1ct/kWh sinken. Hier ist eine Anpassung erforderlich, um den Nachteil von Mietern gegenüber Eigenheimbesitzern auszugleichen. Quelle: Solarimo / pgl

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Cloud-Strom meist teurer als Ökostrom

12. Juni 2019 - 7:40

Eine aktuelle Untersuchung des Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research betrachtet sogenannte Cloud- und Communitytarife, die von Energieversorgern und Hardwareproduzenten neben Photovoltaik (PV)-Anlagen und Stromspeichern als innovative Dienstleistung zum Reststrombezug angeboten werden.

Im Analyserahmen wurden die zehn gegenwärtig in Deutschland verfügbaren Tarife im Detail analysiert und verglichen. Ziel der Studie war es, anhand eines Kriterienkataloges den besten Tarif mit PV-Anlage und Stromspeicher zu finden. Zudem wurde die Wirtschaftlichkeit der Community- und Cloudtarife mit der Reststromlieferung eines normalen Ökostromtarifs verglichen.

Hierbei zeigte sich, dass nur vier der zehn untersuchten Community- und Cloudangebote in den untersuchten Regionen einen günstigeren Tarif offerieren. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse zeigt außerdem eine Preisdifferenz der jährlichen Kosten von zirka 260 Euro zwischen dem teuersten und dem günstigsten Tarif.

Aufgrund der Tatsache, dass die Tarifkosten aus Kundensicht das dominante Thema sind, wurde der Analyseschwerpunkt auf die jährlichen Kosten gelegt. Hier zeigt die Studie, dass die meisten Anbieter ihre Preise nach Größen wie zum Beispiel Jahresverbrauch staffeln und transparent darstellen. Daneben wurden auch Angebote identifiziert, die den Preis erst bei einem vor-Ort-Termin offenlegen. Ein solches Vorgehen steht natürlich Transparenz und Vergleichbarkeit der Angebote entgegen.

Ausschlaggebend für die Cloudkosten ist zudem deren richtige Auslegung. Bei Angeboten mit feststehender Cloudgröße hat sich in der Wirtschaftlichkeitsanalyse gezeigt, dass es sich oftmals für den Kunden lohnt, die kleinere Cloudeinheit auszuwählen, auch wenn die größere Cloudeinheit mit der passenden Speichergröße der virtuellen Cloud eine vermeintlich optimale Lösung bietet. Die Berechnungen legten hier offen, dass die kleinere Größe wirtschaftlicher ausfällt. Für den Kunden ist es in jedem Fall ratsam, die Berechnung einmal selbst durchzuführen, um die für sich optimale Größe zu finden.

Neben der Wirtschaftlichkeit als wichtigster Analysefaktor, sind die folgenden sieben Kriterien ebenfalls in die Bewertung eingeflossen: Preistransparenz, Service, Flexibilität, Informationsgehalt auf der Webseite, Vertragslaufzeit, deutschlandweite Verfügbarkeit und zusätzliche Einnahmequellen. Quelle: EUPD Research / pgl

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Wärmewende bei Gebäuden ist nicht auf Kurs

12. Juni 2019 - 7:31

Um der Energiewende neue Dynamik zu verleihen, schlägt die Expertenkommission vor, zeitnah die Umlagen auf Elektrizität durch einen CO2-bezogenen Zuschlag auf fossile Energieträger aufkommensneutral zu ersetzen. Diese Energiepreisreform schaffe Anreize für klimafreundliche Innovationen.

Die Expertenkommission sieht im aufkommensneutralen Ersatz der Umlagen auf Elektrizität durch einen CO2-bezogenen Zuschlag auf fossile Energieträger ein realisierbares Konzept für die nächste Stufe der Energiewende. Eine denkbare Ausgestaltung der Energiepreisreform umfasst den Wegfall der EEG- und KWKG-Umlage bei Refinanzierung durch die CO2-Abgabe. Damit entstünden große Anreize für klimafreundliche Investitionen in die Sektorkopplung. Die mit der Energiepreisreform verbundenen Verteilungswirkungen bei den privaten Haushalten seien zumeist überschaubar und stünden einer Reform nicht entgegen.

Bei der Energieeffizienz wird die angestrebte Steigerung der Endenergieproduktivität um jahresdurchschnittlich 2,1 Prozent deutlich verfehlt. Bisher ist nur bei den privaten Haushalten eine leicht rückläufige Entwicklung des Endenergieverbrauchs festzustellen, während er in der Industrie praktisch stagniert und im Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen sowie vor allem im Verkehr steigende Tendenzen aufweist.

Das Energieeinsparziel für den Gebäudesektor werde bis 2020 mit großer Wahrscheinlichkeit verfehlt, zumalder Endenergiebedarf der Gebäude in den Jahren 2016 und 2017 gestiegen ist. In Wohngebäuden sind die seit 2008 erreichten Reduzierungen des Endenergiebedarfs für Raumwärme und Warmwasserzubereitung nicht zielkonform. Von 2008 bis 2017 ist zum Beispiel der Endenergiebedarf der Gebäudeim Durchschnitt nur um 0,7 Prozent pro Jahr gesunken. Zur Zielerreichung müsste die Reduktion auf 5 Prozent pro Jahr etwa verfünffacht werden.

Die Entwicklung des Anteils der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte verläuft unzureichend, auch wenn sie auf den ersten Blick scheinbar auf dem Zielpfad liegt: mit einem Anteil von 13,4 Prozent im Jahr 2017 und 13,9 Prozent im Jahr 2018 scheint das Ziel von 14 Prozent im Jahr 2020 formal erreichbar. Da jedoch Änderungen in der Berechnungssystematik nicht durch Anpassungen der Zielsetzung flankiert wurden, sind die ausgewiesenen Anteile mit dem ursprünglich intendierten Ziel nicht vergleichbar. Das Ziel hätte nach einer ersten Abschätzung auf 18 - 20 Prozent angehoben werden müssen. Somit entsteht eine deutliche Diskrepanz.

Die Effizienzstrategie Gebäude ist gegenüber den Einsparzielen des Energiekonzepts der Bundesregierung zu wenig ambitioniert, setzt aber einen guten Rahmen für die Zielerreichung bis 2030. Es fehlt aber ein entsprechendes Maßnahmenpaket, um die Entwicklung auf den Zielpfad zu bringen.

Die im Berichtszeitraum implementierten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zu Erhöhung des Anteils Erneuerbaren Energien im Gebäudesektor beschränken sich im Wesentlichen auf Förder-, Informations- und Forschungsprogramme sowie auf eine veränderte Nachweisführung für die Einhaltung rechtlicher Standards. Auf eine Verschärfung des Ordnungsrechts im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) wurde verzichtet und auch die angekündigte steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungen wurde bislang nicht umgesetzt. Zusätzlich erschwert die starke Auslastung des Baugewerbes die Modernisierung des Gebäudebestands.

Für einige der bestehenden Maßnahmen gibt der Fortschrittsbericht erreichte Endenergieeinsparungen in einzelnen Jahren an; diese sind aber hinsichtlich ihrer Berechnungsgrundlage schwer nachvollziehbar. Auch fehlen Informationen darüber, inwieweit diese Maßnahmen komplementär sind oder Überlappungen bestehen. Die Expertenkommission empfiehlt eine nachvollziehbare Darstellung der Annahmen zu den einzelnen Evaluierungen.

Der Fortschrittsbericht nennt keine weiteren Maßnahmen im Gebäudebereich, sondern verweist auf einen internen Prozess zur Erstellung einer neuen Effizienzstrategie. "Ohne Frage sind dringend neue Maßnahmen erforderlich, um die energetische Instandsetzung voranzubringen, doch muss dies sowohl für Gebäudeeigentümer als auch für Mieter attraktiver werden", so der Bericht. Die Expertenkommission empfiehlt auch die Einführung einer sektorübergreifenden CO2-Bepreisung, um die Rahmenbedingungen für energieeffiziente Technologien und die Energieversorgung mit Erneuerbaren zu verbessern. Quelle: BMWi / pgl

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Energieberater fordern bessere Klimaschutzpolitik

11. Juni 2019 - 7:42

Hermann Dannecker ebenfalls DEN-Vorsitzender, forderte wieder Vertrauen zu schaffen in die Energieberatung: „Wir müssen unsere Kunden so beraten, dass sie sicher sein können, für Jahrzehnte eine gute Investition in die Sanierung ihres Gebäudes getan zu haben.“ Für mehr Motivation zu Gebäudesanierungen und damit zu besserer Klimaverträglichkeit zu sorgen sei eigentlich Aufgabe der Politik, argumentierte Dannecker.

Allerdings könne diese bislang nicht auf große Erfolge verweisen. Trotz millionenschwerer Werbekampagnen verharrten die Sanierungsquoten nach wie vor bei 1 Prozent der Bestandsgebäude pro Jahr. Nötig wären mindestes 1,4 Prozent, besser 2 Prozent. Dannecker schlug vor, Förderungen bei Neubau und bei Sanierungen stärker differenziert zu vergeben. Wer über dem EnEV-Standard liege und deutlich Energie spare, solle Höchstförderungen bekommen.

 Professor Jürgen Manemann, Direktor am Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover, stellte auf dem Netzwerktag in seinem Vortrag die Frage „Wie können wir anders leben? – Philosophische Perspektiven angesichts des Klimawandels“. Seine Antworten erwiesen sich als schonungslos und hoffnungsvoll zugleich. „Die Welt, die wir kennen, wird es zukünftig nicht mehr geben“, prognostizierte er angesichts des Klimawandels und der daraus resultierenden Umwälzungen. Andererseits warnte er vor diffuser Zukunftsangst.

Selbst wenn sich die Menschen eine künftige, veränderte Welt noch nicht vorstellen könnten, hätten sie doch die Aufgabe, sie zu gestalten. Leiten sollte sie dabei eine „neue Humanökologie“, welche „Mitleidenschaft“ als wesentliches Element beinhalte. „Wir müssen das Leid der anderen Kreatur vernehmbar werden lassen“, so Manemann. Der Geisteswissenschaftler plädierte für eine größere Nähe zu den Menschen und für mehr Empfindsamkeit für die Probleme Anderer. Es hieße, Abschied zu nehmen von gewohnten Verhaltensweisen und Besitzständen.

Christian Stolte, Bereichsleiter Gebäude bei der Deutschen Energieagentur (Dena) stellte Perspektiven der Energiewende im Gebäudesektor anhand von Szenarien und Trends vor. Er identifizierte den Gebäudesektor als den Bereich, der neben Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Energiewirtschaft den mit über 66 Prozent größten Einsparungsbeitrag bei den Treibhausgasemissionen werde liefern müssen. Dies ließe sich in den einzelnen Szenarien mit unterschiedlichen Energieträgern verwirklichen.

Die rein elektrische Variante sei gegenüber einem Technologiemix dabei kapitalintensiver. Stolte räumte synthetischen Brennstoffen im Gebäudebereich eine wichtige Funktion ein. Auch bei der Sanierung von Gebäuden komme wissenschaftlicher Forschung eine große Rolle zu, wenn es um Vereinfachungen – etwa durch Modulbauweisen - und Kosteneffizienz gehe.

Mit Fortschritten bei Brennstoffen beschäftigten sich drei weitere Experten auf dem Netzwerktag. Jens Dörschel (Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. DEPV / Deutsches Pelletinstitut GmbH DEPI) stellte Entwicklungen bei der Nutzung von Pelletfeuerungen in energieeffizienten Gebäuden vor. Er räumte dem Energieträger Holz auch bei der Gebäudewärme eine sichere Zukunft ein, insbesondere in innovativen Anlagen. So ließen sich etwa Pelletheizungen und Luft-Wärmepumpen sehr gut kombinieren und so über die verschiedenen Jahreszeiten ein niedrigerer Energieverbrauch erzielen. Hier seien aber noch Förderungen der öffentlichen Hand vonnöten. Bei der Emission von Feinstaub zeigten sich Pelletfeuerungen Scheitholzöfen deutlich überlegen, so Dörschel.

Andreas Mahlberg (Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. IWO) sprach über „Power-to-Liquids – Flüssige Energieträger in der Energiewende“. Auch künftig würden flüssige Energieträger eine große Bedeutung haben angesichts großer Kostenvorteile gegenüber einer rein elektrischen Versorgung. Solche Energieträger ließen sich aus Wind- und Sonnenstrom leicht herstellen und bestens speichern. Mit ihrer Hilfe ließen sich Fahrzeug- und Luftverkehr deutlich klimafreundlicher gestalten. Sie könnten durchaus auch im Gebäudesektor zum Einsatz kommen.

Thomas Heller (microbEnergy GmbH) erklärte am Beispiel von Power-to-gas, wie man das Erdgasnetz grün gestalten könne. Strom aus erneuerbaren Quellen könne recht einfach durch Elektrolyse und dann durch Methanisierung zuerst in Wasserstoff und später in Methan umgewandelt und anschließend als gasförmiger Energieträger im Erdgasnetz gespeichert und transportiert werden. So ließen sich bisherige Verbrennungstechnologien weiterhin nutzen – jetzt aber klimaneutral. Schwer elektrifizierbare Bereiche wie Bestandsgebäude, der Schiffs- oder der Schwerlastverkehr ließen sich mit dieser Technologie erfolgreich dekarbonisieren.

Lutz Dorsch (Dorsch und Hoffmann GmbH Institut für Energieeffizienz) plädierte dafür, neben dem sogenannten U-Wert als Maß für die Wärmeleitfähigkeit auch Ökoindikatoren in den Blick zu nehmen. Sie sollten die für die Herstellung der Baustoffe aufgewandte sogenannte graue Energie und insbesondere die Umweltverträglichkeit der verwendeten Materialien beschreiben und beziffern. So sollten alle Bauteile erfasst und ihre Ökobilanz über ihren gesamten Lebenszyklus von der Produktion bis zur Deponierung oder zum Recycling bewertet werden. Auf diese Weise ließe sich auch im Gebäudebereich von Nachhaltigkeit als vergleichbarer Größe sprechen. Quelle: DEN / pgl

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PV-Batterien sind derzeit nicht wirtschaftlich

11. Juni 2019 - 7:16

Im laufenden Jahr werden hierzulande wohl weitere rund 45.000 kleinere Strompeichersysteme gekauft werden; die meisten für die Photovoltaikanlage auf dem Dach und fast alle mit Lithiumzellen. Im Vorjahr waren es 40.000.

EnBauSa hat für eine beispielhafte Übersicht die marktführenden Hersteller von Solarstromspeichern gebeten, relevante Angaben zu jeweils einem ihrer Systeme – in der Regel hauptsächlich bestehend aus Akku und Wechselrichter – zu machen. Die meisten Produkte in der Tabelle sind auch in Versionen mit weniger oder mehr Akkumodulen, entsprechend weniger oder mehr Kapazität und Ladeleistung, erhältlich. Das größte der Systeme kann zum Beispiel in einem Gewerbebetrieb oder Mehrfamilienhaus eingesetzt werden.

Bei Umfragen geben die Käufer am häufigsten an, sie wollten sich mit dieser Anschaffung gegen steigende Preise für Netzstrom absichern. Gesunkene Speicherpreise hatten seit 2017 sogar die Hoffnung genährt, dass man schon in absehbarer Zeit mit einem Speicher Geld verdienen könnte.

Lebensdauer reicht nicht für eine Wirtschaftlichkeit

Diese Kalkulation setzte allerdings neben einem stark steigenden Netzstrom-Bezugspreis und einer schnell geringer werdenden Einspeisevergütung eine sehr lange Lebensdauer des Speichersystems voraus. Statt 20 Jahre, wie von manchen erhofft, dürften viele Systeme aber eher nur 10 bis 15 Jahre lang funktionieren. Nach 10 Jahren endet spätestens auch die Standardgarantie gängiger Produkte.

Thomas Seltmann, Solarstromexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, berichtet über die ersten Garantiefälle von Speichern, die vor ungefähr fünf Jahren verkauft wurden: „Da verhalten sich die Hersteller zum Teil wenig verbraucherfreundlich. Es wird versucht – anstatt die Garantie zu leisten und die früheren Lebensdauerversprechen zu erfüllen –, den Kunden zu möglicherweise vergünstigten Preisen neue Speicher zu verkaufen.“

Wer darauf nicht eingeht und auf einer Garantieleistung besteht, hat womöglich einen schweren Stand. Seltmann: „Die Garantiebedingungen der Hersteller sind extrem kompliziert, mit enormen Tücken im Detail, wenig verbraucherfreundlich, zum Teil unzulässig.“ Wegen Letzterem habe die Verbraucherzentrale bereits Firmen abgemahnt, meist erfolgreich; in einem Fall laufe das Gerichtsverfahren noch.

Wenn Akku und Wechselrichter von verschiedenen Herstellern stammen – wie bei zwei der Systeme in der Tabelle –, sollte einer davon alleiniger Ansprechpartner für Garantieleistungen sein, empfiehlt Thomas Seltmann. In jedem Fall gelte aber: „Ob es alle Hersteller in ein paar Jahren überhaupt noch gibt, darf man wohl bezweifeln.“ Erste Anbieter hätten sich bereits zurückgezogen, seien aufgekauft worden oder hätten Insolvenz angemeldet. Seltmann: „Wir werden da wahrscheinlich Ähnliches erleben wie bei den Solarmodulen: Dass da eine Reihe von Herstellern, die heute auf dem Markt sind, in ein paar Jahren gar nicht mehr da sind.“

Wer aus Gründen abseits der Rentabilität einen Solarstromspeicher kaufen will, kann also vielleicht nur auf Glück hoffen: Dass nämlich gerade sein Exemplar so lange funktioniert, dass es, am besten bei schnell teurer werdendem Netzstrom, wenigstens einen erheblichen Teil der Anschaffungskosten wieder hereinspielt.

Notstromfunktion als Kaufargument

Ein verbreiteter Grund für einen Speicherkauf ist den Umfragen zufolge neben „allgemeinem Interesse an der Technologie“ auch der Wunsch nach einer gewissen Unabhängigkeit vom Netzbezug. Sechs der acht Hersteller in der Tabelle bieten denn auch eine Notstromfunktion an, meist in der großen Variante „Netzersatz“. Bei dieser Variante kann der Speicher das ganze Haus versorgen, solange noch genügend Energie vorhanden ist – also in der Regel eine Nacht lang.

Der Verbraucherzentrale-Experte hält die Netzersatz-Variante in Privathaushalten für entbehrlich, „weil die relativ teuer ist und sehr selten zum Einsatz kommt.“ Stromausfälle seien in Deutschland in der Regel entweder sehr kurz, also wenige Minuten bis vielleicht ein oder zwei Stunden, oder aber gleich ein paar Tage lang – nämlich wenn zum Beispiel Freileitungen beschädigt würden durch ein Unwetter. Sinnvoll findet er deshalb eher die kleine Variante „separater Stromkreis“; wenn man also an den Speicher einen separaten Stromkreis anschließen kann, „damit man die Steuerung der Heizung zur Not anstöpseln kann und vielleicht noch die Gefriertruhe“, also die Grundfunktionen im Gebäude aufrechterhalten.

Was kann der Technikinteressierte oder nach Unabhängigkeit Strebende tun, um die Kosten für den Speicher im Rahmen zu halten? Es gibt regionale Förderprogramme, sowohl von Bundesländern (höchster Fördersatz: Baden-Württemberg) als auch von Kommunen. Sie in Anspruch zu nehmen solle man sich aber gut überlegen, sagt Thomas Seltmann. Denn eine Förderung sei meistens damit verbunden, dass die Einspeiseleistung der Photovoltaikanlage dauerhaft auf beispielsweise 50 Prozent heruntergesetzt werde – „und zwar unabhängig davon, wie lange ich den Speicher nutze.“ Hinzu kommt, dass man bei der Wahl des Produkts eingeschränkt sein kann: München und Münster zum Beispiel fördern Modelle mit einer bestimmten Zellchemie nicht.

Wenn Speicher, dann klein und effizient

Seltmann rät dazu, sich außerdem nicht zum Kauf eines zu großen Speichers verführen zu lassen. „Anstatt kleine, effiziente Speicher zu verkaufen, werden überdimensionierte Speicher verkauft, die zwar pro Kilowattstunde günstiger sind, aber insgesamt trotzdem mehr kosten.“

Für die betriebswirtschaftliche Effizienz des Systems ist der von der HTW Berlin entwickelte SPI („System Performance Index“) ein gutes Maß, in den neben der Leistungsaufnahme im Bereitschaftsbetrieb auch alle anderen wichtigen Verlustfaktoren des Systems eingerechnet sind. Bei einer Untersuchung der Hochschule im Jahr 2018 war bei vereinfachenden Annahmen ein um einen Prozentpunkt niedrigerer SPI gleichbedeutend mit einem Verlust von zwölf Euro pro Betriebsjahr.

Doch auch wenn man all dies beachtet: „In Gewerbebetrieben, wo ein Speicher anders und intensiver genutzt werden kann und beispielsweise teure Stromspitzen gekappt werden können, ist die Kalkulationsgrundlage anders“, sagt Thomas Seltmann; im Privathaushalt sei ein Solarstromspeicher derzeit nicht wirtschaftlich.

Die Empfehlung der Verbraucherzentrale NRW sei, "das, was ein Speicher kosten würde, lieber in eine größere PV-Anlage investieren innerhalb der aktuellen EEG-Vergütung. Das lohnt sich auf jeden Fall. Den Speicher kann man später problemlos nachrüsten, wenn man ihn denn haben möchte.“ Oder man nutze später ein Elektroauto als Speicher: „Bidirektionales Laden könnte schon in diesem Jahr auf den Markt kommen.“ Von Alexander Morhart

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Energieaudits: Qualitätsanforderungen sind gestiegen

10. Juni 2019 - 8:42

Als groß wird ein Unternehmen bezeichnet, wenn es mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigt sowie entweder einen Umsatzerlös von 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von 43 Millionen Euro und mehr erreicht. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat Anfang Februar 2019 einen neuen Leitfaden für diese Prüfungen herausgegeben. „Aus diesen neuen Vorgaben ergeben sich Änderungen bei der Durchführung der Audits“, sagt Ramona Schalek, Senior Project Managerin für Energieaudits bei TÜV Rheinland.

„Die Richtlinien sind detaillierter als die bisherigen Vorgaben und reduzieren den Interpretationsspielraum“, betont die Expertin. Das Bafa erhöhe damit die Qualitätsanforderungen an die Durchführung der Energieaudits – sowohl gegenüber den betroffenen Unternehmen als auch gegenüber den Energieauditoren. „Je besser der Kunde vorbereitet ist, die erforderlichen Daten auch zwischen den Energieaudits erfasst und je ernster er das Audit nimmt, desto einfacher und effizienter können wir die Anforderungen abarbeiten“, weiß Ramona Schalek. Mit dem Bericht erhalten die Kunden einen Maßnahmenplan inklusive einem auf Wirtschaftlichkeit berechneten Umsetzungsprogramm, um im Unternehmen Energie einzusparen. Quelle: TÜV Rheinland / sth

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Erneuerbare im Neubau erstmals auf Platz 1

9. Juni 2019 - 7:23

Gas wurde 2018 nur noch in 43,0 Prozent der Wohnungsneubauten als primäre Energiequelle eingesetzt. 2017 hatte der Anteil von Gas noch 47,4 Prozent betragen, gefolgt von den erneuerbaren Energien mit 43,3 Prozent. Die übrigen Energiequellen (unter anderem Fernwärme, Öl und Strom) erreichten 2018 zusammen 9,8 Prozent (2017: 9,3 Prozent). 

Werden Wohnungsneubauten primär mit erneuerbaren Energien beheizt, so geschieht dies vor allem mit Umweltthermieanlagen (71,1 Prozent), die Wärme aus der Luft oder dem Wasser entziehen, oder Geothermieanlagen (16,1 Prozent), die Wärme im Erdinnern nutzen. 

Wird in neuen Wohngebäuden eine sekundäre Energiequelle eingesetzt, werden bevorzugt die erneuerbaren Energieträger Solarthermie (15,1 Prozent) und Holz (14,7 Prozent) genutzt. 

Zu den erneuerbaren Energien zählen Geothermie, Umweltthermie, Solarthermie, Holz, Biogas/Biomethan sowie sonstige Biomasse. Zu den konventionellen Energien zählen Öl, Gas und Strom. Fernwärme stellt eine weitere Energiequelle dar. Quelle: Destatis / sth

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Umweltschutz ist bedeutender Wirtschaftsfaktor

8. Juni 2019 - 7:23

Die Zahl der Beschäftigten, die dabei eingesetzt waren, lag bei 263.883 (gemessen in Vollzeitäquivalenten). Der Umweltschutz ist damit auch ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt. 

Der wirtschaftlich bedeutendste Umweltbereich war der Klimaschutz mit einem Umsatz von 49,4 Milliarden Euro. Wirtschaftlich am wichtigsten waren dabei Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien (24,4 Milliarden Euro) sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Einsparung von Energie (23,6 Milliarden Euro). 

Insgesamt wurde laut Destatis der Großteil der umweltschutzbezogenen Umsätze mit 55,8 Milliarden Euro im Verarbeitenden Gewerbe erzielt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige waren dabei der Maschinenbau (23,3 Milliarden Euro), die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (6,9 Milliarden Euro) sowie die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (4,7 Milliarden Euro). 

Nach Wirtschaftsbereichen aufgeschlüsselt waren die meisten Beschäftigten (68,2 Proeznt) für den Umweltschutz mit 180.000 im Verarbeitenden Gewerbe tätig. Im Baugewerbe waren gut 45.000 Beschäftigte mit der Produktion von Umweltschutzgütern und -dienstleistungen betraut, im Dienstleistungssektor rund 38.000 und in den übrigen Wirtschaftsbereichen etwa 700. 

Basis dieser Ergebnisse ist eine Erhebung für das Berichtsjahr 2017, bei der 7.148 Betriebe des Produzierenden Gewerbes sowie des Dienstleistungsbereiches in Deutschland Angaben zu umweltschutzbezogenen Umsätzen und Beschäftigten gemeldet haben. Quelle: Destatis / sth

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Solarthermie ist in Fernwärmenetzen auf dem Vormarsch

7. Juni 2019 - 6:29

Allein im Jahr 2019 werden voraussichtlich weitere 19 Megawatt mit 23.200 Quadratmetern Kollektorfläche an den Start gehen, so die Veranstalter des 3. Forums Solare Wärmenetze, das in Stuttgart stattfand. Deutschlands Fernwärmeversorger hätten die Sonne entdeckt. Allen voran die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim, die aktuell die größte deutsche Solarthermieanlage mit 14.000 Quadratmetern bauen. Bislang halten den deutschen Rekord die Stadtwerke Senftenberg, die allein im vergangenen Jahr mit ihrer 8.300 Quadratmeter großen Anlage 4.720 Megawattstunden für ihr Fernwärmenetz geerntet haben.

"Solarthermie ist ein ganz wesentlicher Baustein für die Dekarbonisierung der Fernwärme", sagte Helmfried Meinel, Ministerialdirektor des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und Gastgeber des Forums. "Wir sind froh und auch ein bisschen stolz, dass sich unser Bundesland zu einem der Hotspots für große Solarwärmeanlagen in Deutschland entwickelt hat. Wir werden diese dynamische Entwicklung als Land weiterhin unterstützen, denn für die Wärmewende ist Fernwärme mit einem zunehmenden Anteil von erneuerbaren Energie ein entscheidender Baustein."

Für die kommenden fünf Jahre bis 2023 erwartet Dirk Mangold, Leiter des Steinbeis-Forschungsinstituts Solites, eine Verdopplung der Anlagenzahl auf 70 große Solarsysteme mit einer Verdreifachung der Leistung auf dann 140 MW. "Diese Zahl errechnet sich aus bereits laufenden Projekten und konkreten Machbarkeitsstudien, wobei wir die jeweilige Realisierungswahrscheinlichkeit als Faktor einkalkuliert haben", erläutert Mangold. Gemessen an den offiziellen Ausbauzielen wie sie in der Energieeffizienzstrategie Gebäude der Bundesregierung dargelegt sind, könne die derzeitige, sehr positive Marktentwicklung freilich nur als ein Anfang betrachtet werden, betont der Wissenschaftler: "Bis zum Jahr 2050 möchte die Bundesregierung den Beitrag der Solarthermie zur Fernwärmeversorgung massiv steigern. Bei einem Anteil von 15 Prozent entspricht dies 12 Terawattstunden pro Jahr. Dafür wird eine installierte Leistung von rund 21 Gigawatt benötigt, also eine Kollektorfläche von rund 30 Millionen Quadratmetern. Wir brauchen somit einen Zubau von 1 Million Quadratmetern pro Jahr. Das bedeutet einen Faktor 50 gegenüber dem heutigen Markt!"

Dass dies technisch machbar und ökonomisch für die Wärmenetzbetreiber interessant ist, davon konnen sich die Teilnehmer des 3. Forums Solare Wärmenetze am zweiten Veranstaltungstag überzeugen. Exkursionen führten sie einerseits zu den städtischen Fernwärmenetzen in Crailsheim (7.400 m2 Solarthermie) und Ludwigsburg (14.000 m2 im Bau). Zum anderen wurden die zwei Solarenergiedörfer Radolfzell-Liggeringen und Randegg in der Bodenseeregion besichtigt, von denen es deutschlandweit bereits neun gibt. Allein im vergangenen Jahr gingen fünf solcher ländlichen Dorf-Wärmeversorgungen mit Holzfeuerung und Solarkollektorfeldern von jeweils 1.000 bis 3.400 m2 Kollektorfläche in Betrieb. Quelle: Solites /sth

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Nachhaltigkeitszertifizierung schafft Mehrwerte

7. Juni 2019 - 6:14

Seit 2009 zertifiziert die DGNB Gebäude verschiedenster Nutzungen unter der Berücksichtigung von ganzheitlichen Nachhaltigkeitskriterien. Im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Maastricht wurden jetzt die mit der Zertifizierung verbundenen Motivationen der Bauherren genauso untersucht wie die dabei erzielten Mehrwerte. Die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung hat die DGNB in ihrem Report "Mehrwert zertifizierter Gebäude" zusammengestellt.

Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass nicht allein Marketing- und Imagevorteile als Grund für die Zertifizierung gesehen werden. Etwa zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie die Zertifizierung als qualitätssicherndes Steuerungsinstrument nutzen. Ähnlich oft wurde die erhöhte Nachfrage von Investoren, Mietern und Kunden als Motivation genannt. Hinzu kommen Aspekte, die sich mit dem Mensch als Gebäudenutzer beschäftigen. Dabei geht es einerseits um eine gesteigerte Produktivität und das Wohlbefinden. Andererseits um die Vermeidung eines Sick-Building-Syndroms und die damit verbundene Kosteneinsparung. Eher untergeordnete Gründe waren dagegen ein höheres Mietsteigerungspotenzial sowie die Verringerung der Finanzierungs- oder Kapitalkosten.

Bei der Frage nach der Wertsteigerung durch die Zertifizierung sowie der damit verbundenen Maßnahmen variierten die Ergebnisse je nach Nutzungstyp. Im Durchschnitt besonders stark stieg der Wert der Immobilien bei Geschäftshäusern (12,5 Prozent) und bei Büro- und Verwaltungsgebäuden (8,3 Prozent). Weniger stark fiel der Effekt bei Logistikimmobilien (3,7 Prozent) und Wohngebäuden (2,5 Prozent) aus.

Übergeordnet wurden die Auftraggeber einer Zertifizierung zudem nach ihrer Zufriedenheit befragt. 80 Prozent der Antwortenden gaben an, dass sie ihre Erwartungen und die erhofften Vorteile einer Zertifizierung realisiert haben. Sogar 82 Prozent würden sich erneut für eine Gebäudezertifizierung entscheiden. Der Report "Mehrwert zertifizierter Gebäude" ist unter www.dgnb.de/reports zu finden und kann kostenlos als PDF oder in gedruckter Form bestellt werden. Quelle: DGNB / sth

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Heizkonzept punktet mit dezentralen Wärmepumpen

6. Juni 2019 - 8:17

„Not macht erfinderisch“, heißt es; aber manchmal reicht schon eine knifflige Ingenieursaufgabe. Zum Beispiel wollte der Käufer eines Mehrfamilienhauses in Pirna, südöstlich von Dresden, Wärme und Dachgeschossklimatisierung für 1000 Quadratmeter Wohnfläche nicht mit einem Brennstoff, sondern mit Erdwärme bereitstellen lassen. Nach der Kernsanierung sollten damit nicht nur die Fußbodenheizungsflächen im Winter warm – und unter dem Dach im Hochsommer kühl – werden, sondern auch das Leitungswasser heiß.

Die beiden ersten Punkte gehören für Wärmepumpen gewissermaßen zu den thermodynamisch leichtesten Übungen, denn eine Flächenheizung benötigt nur ein niedriges Temperaturniveau – zumal das Gebäude im Jahr 2017 mit Fassadendämmung, modernen Fenstern und auch Türen auf einen KfW-55-Standard gebracht wurde; die Heizlast liegt noch bei 48 Kilowatt.

Ein Problem war aber die zentrale Trinkwassererwärmung. Seit 2013 fordert die Trinkwasserverordnung mindestens 50 Grad Celsius, damit nirgends Legionellen entstehen. Erdsonden, auch wenn sie, wie hier, bis zu 110 Meter in die Tiefe gehen, liefern in Pirna höchstens neun Grad in den Heizungskeller; manchmal auch nur fünf Grad. Dabei überträgt das Gestein in dieser Gegend Wärme sogar besonders gut. Aber aus neun Grad mit einer zentralen Wärmepumpe und vielen elektrischen Heizstäben mehr als 50 Grad zu machen, wäre ziemlich ineffizient und teuer gewesen. Allein 3000 Kilowattstunden im Jahr wären für die Aufrechterhaltung der Trinkwasserzirkulation durchs ganze Haus nötig, und für eine Zentralwärmepumpe im Keller wäre eine Jahresarbeitszahl von allenfalls 2 zu erwarten gewesen.

Dezentrale Wärmepumpen statt fossiler Thermen

Oft behilft man sich fürs Warmwasser mit zusätzlichen Gasthermen, aber Fossiles wollte der Bauherr ja gerade nicht im Haus haben. Er ließ sich stattdessen vom oberfränkischen Hersteller Novelan, in Sachsen zum ersten Mal, ein System mit „kaltem“ Wärmeträgernetz und dezentralen Wärmepumpen – eine in jeder der elf Wohnungen – konzipieren. Seit März ist es in Betrieb; etwas Ähnliches ist in Chemnitz und in Grimma bei Leipzig in Arbeit.

Mit solchen Konzeptionen, bei denen sozusagen ein „kaltes Nahwärmenetz“ innerhalb des Gebäudes mit dezentralen Kleinwärmepumpen angelegt wird, sammelt man seit einigen Jahren auch anderswo Erfahrung. Relativ bekannt wurde zum Beispiel das Forschungsprojekt eines zum Hotel umgebauten 70er-Jahre-Wohngebäudes in München, bei dem noch diverse Kinderkrankheiten auftraten.

Voraussichtliche Jahresarbeitszahl 4,97 statt 2

Auch das System in Pirna hat seine Bewährungsprobe, sprich den ersten Winter, noch vor sich. Die vorausberechneten Jahresarbeitszahlen – je nach Wohnung ein Wert um fünf herum, im Durchschnitt 4,97 – werden aber jedenfalls den Wert, den eine zentrale Wärmepumpe mit Warmwasserleitungen in jede Wohnung erreichen könnte, um etwa das Zweieinhalbfache übertreffen.

Im Unterschied zum zentralen Konzept ist in Pirna die Flüssigkeit sowohl im großen 1500-Liter-Kellerspeicher als auch im Vor- und Rücklauf zu und von den Wohnungen nie wärmer als besagte neun Grad. Statt Wärmeverlusten entstehen unterwegs sogar in gewisser Weise Wärmegewinne – unter anderem auch dann, wenn die Kühlflächen zum Klimatisieren der Dachgeschosswohnungen der Raumluft Wärme entziehen, die über die dortigen Wärmepumpen und den Rücklauf in den Kellerspeicher gelangt und von dort wieder zur Trinkwassererwärmung auch anderer Wohnungen beiträgt.

Diese Trinkwassererwärmung besorgt, wie bei Bedarf auch die Raumheizung oder -kühlung, eine kleine, zwischen 1,2 und sechs Kilowatt leistungsgeregelte Wärmepumpe im Technikraum jeder Wohnung. Dort befindet sich auch jeweils ein Trinkwarmwasserspeicher mit 180 Liter Inhalt. Der Weg von diesem Speicher zu Bad und Küche ist so kurz, dass das Temperaturniveau ohne Legionellengefahr relativ niedrig bleiben kann, abhängig vom individuellen Anspruch der jeweiligen Mieter. Geht ein Mieter in Urlaub, kann er das Warmwasser auch ganz abschalten. Diese ganzen Faktoren zusammen sollen zur beeindruckend hohen Jahresarbeitszahl beitragen.

Förderbetrag kann höher sein als Anschaffungspreis

Nach den Gründen gefragt, warum der Käufer und heutige Vermieter des Pirnaer Mehrfamilienhauses sich wohl für dieses Konzept entschieden habe, nannte Nico Müller von Novelan zwei Punkte. Zum einen falle „die ganze Abrechnerei bis auf einen Kaltwasserzähler komplett weg.“ Auch ein Ablesedienst ist also nicht nötig. Der andere Punkt: Förderung. Es gebe unter anderem pro Wärmepumpe über das BAFA mit allen Zuschüssen, die es für die Sanierung in diesem Fall gebe, rund 11.000 Euro.

Sein Kollege Dirk Reichelt ergänzte: „Die 11.000 Euro sind mehr als der Bruttolistenpreis.“ Und auf den gebe es noch diverse Rabatte. „Es bleibt da noch etwas übrig.“ Den Kunden das Nutzen aller Förderbeträge von BAFA und KfW zu ermöglichen, ist gewissermaßen ein eigener Geschäftszweig: „Wir haben Partner, die machen die Beratung für die Finanzierung, die Beratung für die Förderung, und dann haben wir noch einen Energieberater im Hause.“

Reichelt ging so weit zu sagen, ein dezentrales Konzept sei, wenn Trinkwassererwärmung gefordert wird, immer besser, vorausgesetzt, es geht um einen Neubau oder eine Kernsanierung – wegen der Notwendigkeit eines Aufstellraums für die Wärmepumpe in der Wohnung und wegen der Fußbodenheizung.

100 Meter Bohrtiefe sind nicht die Schallgrenze

Bei den weiteren 8 besuchten Erdwärmeprojekten der BWP-Fahrt war außer Heißgastechnologie technisch so gut wie alles dabei – von der Betonkernaktivierung über Schrägbohrungen zum Umgehen von Altbergbau sowie einem ausgeklügelten Schichtspeicher mit elf Anschlüssen bis zu zwei wärmepumpenbeheizten Häusern aus dem 14. Jahrhundert.

Mehrere Projekte mit um 120 Meter tiefen Bohrungen relativierten die weit verbreitete Annahme, 100 Meter Bohrtiefe stellten wegen eines ab da sprunghaft steigenden Genehmigungsaufwands gewissermaßen eine Schallgrenze dar. Der Planungsspezialist und Geschäftsführer von „Geoenergie“ Rüdiger Grimm stellte klar, dass der entscheidende Gesichtspunkt sei, wie tief man mit dem jeweiligen Sondendurchmesser komme.

Grimm war es auch, der am Beispiel seines Privathauses in der historischen Freiberger Altstadt zwei weitere interessante Fakten lieferte. Zum einen braucht es keine Zufahrt, um auf einem Hofgrundstück eine Bohrung zu setzen. Für überschaubare 600 Euro hebt ein Kran das Bohrgerät wenn nötig übers Reihenhaus. Und: Eine Wärmepumpe im Altbau zu installieren, bedeutet zwar in verschiedener Hinsicht Mehraufwand gegenüber dem gleichen Vorhaben im Neubau. Ein Aspekt aber wirkt genau in die andere Richtung: Sind Erfahrungsdaten aus dem Betrieb einer konventionellen Heizung bekannt, kann man bei der Auslegung des neuen Systems mehrere Hundert Euro für ein Gutachten sparen, das bei Null anfangen müsste. Von Alexander Morhart

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Redox-Flow-Speicher punkten gegenüber Lithium-Ionen

6. Juni 2019 - 6:55

Erneuerbare Energien nehmen einen immer größeren Stellenwert in unserer Stromerzeugung ein. Allerdings schwankt die erzeugte Strommenge stark – die elektrische Energie muss daher zwischengespeichert werden, bis sie benötigt wird. Auch für Elektromobilität sind leistungsfähige Batteriesysteme nötig: So ist das Stromnetz beispielsweise nicht für Schnellladestationen mit 350 Kilowatt ausgelegt. Zudem ist nicht überall dort, wo Schnellladestationen sinnvoll wären, ein Stromnetz vorhanden.

Lithium-Ionen-Akkus eignen sich für solcherlei Anwendungen nur bedingt: Ihre Zyklenfestigkeit reicht nicht aus – würde man sie zwei- bis dreimal täglich be- und entladen, wären sie nach zwei bis drei Jahren kaputt. Anders dagegen Redox-Flow-Batterien: Sie bieten eine große Zyklenfestigkeit und sind zudem nicht brennbar, recycelfähig und ihre Kapazität und Leistung lässt sich gut anpassen. Sie eignen sich daher insbesondere für Anwendungen, bei denen die Batterie stark gefordert wird. Bisher waren sie jedoch zu teuer.

Forscher des Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen konnten die Kosten der Batterien nun deutlich senken. Hergestellt und vermarktet werden die neuartigen Redox-Flow-Batterien vom Fraunhofer-Spin-Off Volterion. Um zu verstehen, wie die Forscherinnen und Forscher Redox-Flow-Batterien optimiert haben, gilt es zunächst einmal einen Blick auf den Aufbau dieser Batterien zu werfen. Sie bestehen aus Stacks – Zellstapel, die den zu speichernden Strom in chemische Energie umwandeln, und Elektrolytflüssigkeit, die diese chemische Energie speichert. Für die hohen Kosten der Batterien sind vor allem die Stacks verantwortlich. "Wir konnten das Gewicht der Stacks auf zehn Prozent reduzieren und somit auch deren Kosten erheblich senken", erläutert Thorsten Seipp, ehemals Wissenschaftler am Fraunhofer UMSICHT und nun Geschäftsführer bei Volterion. "Während herkömmliche Stacks oftmals pro einzelne Zelle acht bis zehn Millimeter dick sein müssen, kommen wir mit einer Stackdicke von zwei bis drei Millimetern aus." Die neuartigen Redox-Flow-Batterien liegen durch diese Materialersparnis in der gleichen Preisklasse wie Lithium-Ionen-Akkus, halten aber mehr als doppelt so lange. Das heißt: Sie werden erstmalig für zahlreiche Anwendungen rentabel.

Materialentwicklung brachte den Durchbruch

Der Clou lag vor allem in der Materialentwicklung. Üblicherweise bestehen die Stacks aus einer Graphit-Kunststoff-Mischung. Durch die Verarbeitung büßen die Materialien ihre polymeren Eigenschaften allerdings ein. Sprich: Die langen Polymerketten werden zerstört, das Material verliert seine Flexibilität und auch einen Teil seiner Stabilität. Zudem lässt es sich nicht verschweißen, sondern muss mit Dichtringen versehen und verschraubt werden. »Wir haben das Material und den Herstellungsprozess am Fraunhofer Umsicht so angepasst, dass die polymeren Eigenschaften erhalten bleiben. Das heißt: Das Material bleibt stabil und flexibel, kann somit erheblich dünner ausgelegt werden und die Stacks lassen sich miteinander verschweißen. Schnell verschleißende Dichtungsringe sind unnötig«, so Seipp. Das lässt die Stacks nicht nur kostengünstiger, sondern auch deutlich robuster werden.

Eingesetzt werden die neuartigen Redox-Flow-Batterien unter anderem in einer Kläranlage. Dort wird Strom aus Methan produziert, künftig sollen auch Photovoltaikanlagen zur Energieerzeugung beitragen. Hier soll eine 100-Kilowatt-Batterie gleich zweierlei Schwankungen ausgleichen: Die der Stromerzeugung und die des Stromverbrauchs. Somit kann die Kläranlage künftig ihren gesamten Energiebedarf selbst decken. Ein weiteres Projekt ist eine Einfamilienhaussiedlung in Herne.

Momentan arbeiten die Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit den Kollegen von Volterion daran, die Kosten für die Batterien noch weiter zu senken. Auch wollen sie die Größen der Anwendungen skalieren: Momentan sind die Batterien auf 100 bis 300 Kilowatt ausgelegt, künftig sollen sie auch im Megawattbereich nutzbar sein. Quelle: Fraunhofer Umsicht / sth

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Kühlendes Holz spart beträchtlich Energie

5. Juni 2019 - 7:14

Liangbing Hu, Professor für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der UMD und seine Mitarbeiter arbeiten seit vielen Jahren mit dem Werkstoff Holz. Das Team hat eine Reihe neuer Holznanotechnologien erfunden, darunter transparentes Holz, kostengünstige Holzbatterien, superfestes Holz und superwärmedämmendes Holz. Das Team von der University of Colorado Boulder unter der Leitung von Professor Xiaobo Yin hat an Materialien zur Strahlungskühlung gearbeitet, einschließlich dünner Filme und Farben. Zusammen veröffentlichten sie jetzt ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift "Science".

Für die Herstellung des speziellen Werkstoffs entzogen die Forscher dem Holz Lignin. Eine Art Klebstoff, der die Moleküle des anderen Hauptbestandteils des Werkstoffes – Zellulose – zusammenhält und für die Braunfärbung verantwortlich ist. So entstand ein sehr helles Holz aus Zellulose-Nanofasern. Lignin ist außerdem der Bestandteil des Holzes, der Infrarotlicht absorbiert, wodurch sich das Holz in der Sonne erwärmt.

Die verbleibende helle Zellulose wurde durch die Forscher erhitzt und verdichtet. Daraus resultierte schliesslich ein Werkstoff, der achtmal stärker als natürliches Holz ist. Dieses Material testeten die Forscher auf einer Farm in Arizona und stellten fest, dass es im Durchschnitt fünf bis sechs Grad kühler blieb als die Umgebungstemperatur – selbst während der heißesten Tage des Jahres.  Die blass gefärbte Zellulose reflektiert fast das gesamte einfallende Licht, absorbiert durch das fehlende Lignin sehr wenig Infrarotlicht und reflektiert es zusätzlich. Es ist zudem auch in der Lage, Wärme aus der Umgebung aufzunehmen und wieder abzustrahlen. So kann es Oberflächen um bis zu 10 Grad Celcius abkühlen und damit die Energiekosten um 20 bis 60 Prozent senken, berichtet das Fachmagazin "Science". sth

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Zukunft Altbau kritisiert Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz

5. Juni 2019 - 7:05

„Die Sanierungsbranche braucht dringend die Einführung zukunftsfähiger gesetzlicher Energiestandards bei Neubau und Sanierung sowie Vereinfachungen bei der energetischen Bilanzierung von Gebäuden. Wir können unsere Klimaschutzziele nur erreichen, wenn deutlich mehr Bestandsbauten umfassend saniert werden. Kleinere Verschärfungen für Neubauten reichen bei weitem nicht“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Die Zeit umzusteuern, wird knapp: Die Klimaschutzziele drohen auch über die 2020-Ziele hinaus verfehlt zu werden. Weiterhin stehen Strafzahlungen in Milliardenhöhe für jene europäischen Staaten ins Haus, die den Vereinbarungen im Rahmen der europäischen Lastenverteilung nicht erfolgreich nachkommen.

Der GEG-Entwurf orientiert sich weitgehend an der bestehenden Gesetzgebung und fügt geltendes Recht in einem neuen Gesetz zusammen. Das reicht laut Zukunft Altbau jedoch nicht. Um die mittelfristigen Ziele aus der verbindlichen Vereinbarung von Paris aus dem Jahr 2015 im Hinblick auf die Klimaschutzziele im Gebäudesektor zu erreichen, bedürfe es weiterer Ambitionen und zukunftsorientierter Standards für die Sanierung von Bestandsgebäuden. In Deutschland stagniere die Gesetzgebung dazu seit über zehn Jahren.

„Ohne verschärfte Vorgaben sind die Klimaschutzziele im Gebäudebestand kaum zu erreichen“, so Frank Hettler. Beispielsweise wurde der von der EU geforderte Standard für Neubauten als Niedrigstenergiegebäude („nearly zero energy buildings“), der ursprünglich Anlass für das neue Gesetz war, im vorliegenden Entwurf auf dem Niveau der bisherigen Vorgaben nach der EnEV definiert. „Es verstreicht wertvolle Zeit, um notwendige Entwicklungen im Gebäudesektor einzuleiten“, so Hettler weiter.

Fortschritte bei der Gebäudeenergiebilanzierung bleiben laut Zukunft Altbau ebenfalls aus. Die bisherigen Vorgaben, etwa aus der EnEV, seien im Detail selbst für ausgewiesene Fachleute nicht komplett verständlich und führten in der Baupraxis genauso wie bei der Förderung immer wieder zu Verwirrung. „Von klaren, einfachen Vorgaben könnten alle Beteiligten profitieren, vom Auftraggeber über Planer und Energieberater bis hin zum Handwerker und den Nutzern“, sagt Dr. Volker Kienzlen von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. „Das hätten wir uns vom Bund dringend gewünscht.“

Der Referentenentwurf wurde bislang lediglich von den Bundesministerien für Wirtschaft und Bau veröffentlicht – die Zustimmung des Bundesumweltministeriums fehlt nach wie vor: Dies unterstreicht die Uneinigkeit auch innerhalb der Regierung. Der Referentenentwurf geht nun in die Verbändeabstimmung, die bis Ende Juni 2019 abgeschlossen sein soll.

Fachleute sparen nicht mit Kritik

Bei zahlreichen Bauexperten sorgt der Entwurf für Besorgnis. Die Energieberaterverbände in Baden-Württemberg etwa, die Ingenieur- und Architektenkammern, der Verein der regionalen Energieagenturen und die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, die mit Zukunft Altbau beim Vorantreiben der energetischen Sanierung kooperieren, sehen die Kritikpunkte in ähnlicher Weise. Auch der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) vermisst einfache und klare gesetzliche Forderungen und verständliche Berechnungsverfahren. Die energetische Sanierung als wichtige Säule der Energiewende benötige zudem einen wirtschaftlichen Impuls: Der Bundesverband empfiehlt daher gemeinsam mit einer wachsenden Anzahl von Institutionen und Experten eine CO2-Steuer auf alle fossilen Energieträger und Brennstoffe. Nach Auffassung des Verbandes führen die unterschiedlichen Abgaben- und Steuerlasten auf Brenn- und Kraftstoffe wie Kohle, Öl oder Erdgas einerseits sowie auf Strom andererseits immer mehr zu einer Schieflage.

Ein Blick auf andere europäische Nachbarländer zeigt: Dänemark, Österreich, die Schweiz, Frankreich oder die Niederlande fördern einfachere Verfahren und ambitioniertere Standards. In Deutschland gab es im Sektor Gebäude seit der Einführung der Energieeinsparverordnung 2006 dagegen keinen nennenswerten Fortschritt mehr, so Zukunft Altbau. Und das, obwohl sich Bautechnik – beispielsweise bei effizienten Verglasungen – und Gebäudestandards erheblich weiterentwickelt haben. Bleibt es hierzulande dabei, würden die Klimaschutzziele deutlich verfehlt.

Hintergrund für den Referentenentwurf ist die EU-Gebäuderichtlinie, die für alle Neubauten ab 2021 das Niedrigstenergiegebäude oder Fast-Nullenergiehaus als Standard festlegt. Für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand gilt dies bereits seit 2019. Definitionen und Standards festzulegen und die geforderten Vereinfachungen umzusetzen, scheint jedoch nicht einfach: Das deutsche Gesetzgebungsverfahren zieht sich bereits über mehrere Jahre hin. Ein erster Anlauf für die Formulierung scheiterte bereits im März 2016. Im Frühjahr 2017 legte die Bundesregierung einen ersten Referentenentwurf vor. Damals reichten mehr als 30 Verbände und Länder Stellungnahmen ein, deren Inhalte jedoch nicht aufgenommen wurden. Der Koalitionsausschuss fror das Verfahren Anfang 2017 im Hinblick auf den beginnenden Wahlkampf ein. Ein neuer Anlauf sollte ursprünglich direkt nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 erfolgen. Mit mehr als zwei Jahren Verspätung ist es nun soweit. Quelle: Zukunft Altbau / sth

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Sieger des Smart Home Award stehen fest

5. Juni 2019 - 6:33

„Die Qualität der Bewerbungen lag selten so nahe beieinander wie in diesem Jahr“, berichtete die Jury-Vorsitzende Professor Birgit Wilkes bei der Award-Verleihung im Großes Saal des Roten Rathauses in Berlin. In der Kategorie bestes Produkt belegte die Symcon GmbH mit ihrer SymBox Neo den ersten Platz. Diese vereinfacht die Konfiguration von Smart Home-Systemen, indem sie komplizierte technische Belange vom Nutzer fernhält. Dadurch würden die Konfiguration leicht verständlich und die Smart Home-Systeme für jedermann bedienbar, so die Jury.

Als bestes realisiertes Projekt wurde das smarte Kinderhaus von Conrad Connect ausgezeichnet. Im smarten Kinderhaus wurden in unterschiedlichen Themenbereichen smarte Projekte umgesetzt. Beispielsweise zeigt eine Wetterstation den Erziehern mittels farbigem Licht an, wann die Luftqualität unzureichend ist und unbedingt gelüftet werden sollte.

Bestes Start-Up wurde die eBlocker GmbH. Sie setzt auf die Verbesserung der Privatsphäre. Mit dem gleichnamigen Produkt, dem eBlocker, gelingt es Nutzern, anonym und ohne Weitergabe der eigenen Daten im Internet zu surfen. So verhindert der eBlocker Onlinetracking und Werbung und blockt schädliche und nicht jugendfreie Inhalte. Der eBlocker kann in wenigen Minuten via Plug and Play vorgeschaltet werden.

Den Preis für die beste studentische Leistung gewannen in diesem Jahr Studierende der TU München gemeinsam mit der iHaus GmbH. Sie beschäftigten sich mit der Frage, wie Ladestationen für Elektromobilität effizienter genutzt werden können und fanden eine einfache und innovative Lösung: den iHaus CityJuice. Damit können innerhalb der Smart Charging Community private Ladesäulen und somit verfügbare Energie mit Nachbarn geteilt werden. Quelle: Smarthome Deutschland / sth

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