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Energetisch Bauen und Sanieren

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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 23 Minuten 57 Sekunden

Karlsruher bekommen Community-Strom

17. Dezember 2017 - 7:00

Das Projekt haben die Stadtwerke Karlsruhe (SWK) mit der Badische Energie Servicegesellschaft (BES) entwickelt. Es ist ein Joint Venture der SWK mit der Hoepfner Bräu, einem der ältesten Unternehmen in Karlsruhe. Zusammen entwickeln sie grüne, lokale Energieprojekte für Wohnviertel und gemischte Quartiere.

Erzeugt werden Strom und Wärme für die Strom-Communities größtenteils über KWK- und Photovoltaikanlagen. Die Energie stammt zum Teil auch aus industrieller Abwärme. In den Strom-Communities sollen sich die Energienutzer zusammenschließen und neue Lösungen ausprobieren können wie die gemeinsame Nutzung von Elektromobilen und deren Batterien.

"SWK betreibt seit 2015 erfolgreich Mieterstromprojekte in der Region Karlsruhe. Gemeinsam mit den Community-Fähigkeiten von Lumenaza können wir diese zu einer Quartiers- und Areal-Strom-Community weiterentwickeln", sagt der Leiter Anlagencontracting SWK und Geschäftsführer BES, Lars F. Ziegenbein.

Lumenaza stellt in dem Projekt die Software-Plattform bereit, auf der sich die Akteure vernetzen. Das Unternehmen kann erneuerbare Kraftwerke steuern, Strom von großen und kleinen Erzeugungsanlagen einbeziehen und in Echtzeit Energiemanagementdaten für alle Marktteilnehmer zugänglich machen. Quelle: Lumenaza / BES / sue

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Wirtschaftlichkeitstool geht online

15. Dezember 2017 - 8:00

Das Onlinetool soll Baufachleuten die Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Sanierung erleichtern und sie durch die übersichtliche Darstellung der Ergebnisse beim Kundengespräch unterstützen. Das Tool stellt sowohl die Ausgaben für die Instandsetzung als auch die energieeffizienzbedingten Mehrkosten einer Sanierung differenziert dar. Die energieeffizienzbedingten Mehrkosten werden dann mit der prognostizierten Energiekosteneinsparung verglichen. Das Tool berücksichtigt dabei auch Vorteile durch Fördermaßnahmen wie KfW-Kredite mit Tilgungszuschuss.

Mit der Online-Arbeitshilfe können sowohl verschiedene Einzelmaßnahmen als auch komplette Sanierungspakete berechnet werden. So lassen sich verschiedene Sanierungsvarianten miteinander vergleichen. Die Anwender können die Resultate als PDF-Datei ausdrucken oder online speichern.

Angelehnt an die Methodik des Sanierungsfahrplans

Wesentliche neue Elemente sind, dass Restwerte von Bauteilen und Ersatzbeschaffungsmaßnahmen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne betrachtet werden können. Diese Anpassung erfolgte in Anlehnung an die Methodik des individuellen Sanierungsfahrplans für Wohngebäude, dessen Erstellung das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) im Rahmen der Vor-Ort-Beratung seit Juli 2017 fördert.

Zusätzlich wurde die Formularstrecke zur Eingabe aller Daten überarbeitet: Durch die übersichtliche und intuitive Gestaltung ist sie jetzt noch benutzerfreundlicher. Die zugrunde liegenden Kostendaten wurden entsprechend neuester Studien aktualisiert.

Um Architekten, Ingenieuren und Handwerkern den beruflichen Alltag zu erleichtern und gleichzeitig die Qualität des energetischen Bauens und Sanierens zu stärken, hat die Dena den Expertenservice ins Leben gerufen. Die Internetseite www.dena-expertenservice.de fasst detaillierte Fachinformationen, Arbeitshilfen und Tipps zur KunDenansprache übersichtlich zusammen. Fachleute haben zudem die Möglichkeit, ihre Fragen zu den Themen Energieausweis, Energieeinsparverordnung, Bilanzierung sowie zur Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans für Wohngebäude kostenfrei mit Experten der Dena zu klären – per E-Mail oder telefonisch. Quelle: dena / sue

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Gebäudeeffizienzrichtlinie steckt fest

14. Dezember 2017 - 7:00

Nachdem der EU-Ministerrat und das Parlament ihre Positionen zum Vorschlag der Kommission bestimmt hatten, tagte am 7. November und 8. Dezember der Trilog. Das Gremium besteht aus Vertretern des Parlaments, der Kommission und des EU-Ministerrats als Vertretung der Mitgliedsstaaten, kurz Rat genannt. Trilog-Verhandlungen dienen der Aushandlungen von Kompromissen.

"Ob es einen Kompromiss geben wird, hängt sehr von der Haltung des Rats ab. Er hat in mehreren Punkten wenig Flexibilität gezeigt", sagt Frances Bean, Projektmanagerin am Buildings Performance Institute Europe (BPIE) – einem unabhängigen Brüsseler Think Tank.

Zwischenschritte bis 2050

Weit auseinander liegen Rat und Parlament im Punkt der langfristigen Renovierungsstrategien (Artikel 2a der Richtlinie), berichtet Bean: "Das Parlament will, dass die Mitgliedsstaaten Renovierungsstrategien verabschieden, die auf hohe Energieeffizienz bis 2050 hinführen und zwar mit messbaren Indikatoren für die Zwischenziele 2030 und 2040."

Der einzige Punkt, auf den sich der Trilog einigen konnte, sei Paragraph 3 in Artikel 2a gewesen, berichtet Bean weiter. Die Mitgliedstaaten sollen demnach Mechanismen einführen, um Projekte zu bündeln und so Investoren die Finanzierung von Renovierungen zu erleichtern, um die Risiken für Investoren und den Privatsektor im Zusammenhang mit Energieeffizienzmaßnahmen zu mindern und öffentliche Mittel zu nutzen und um Anreize für zusätzliche Investitionen aus dem privaten Sektor zu schaffen oder auf Marktversagen zu reagieren.

Keine Einigung gab es zu folgenden Punkten der Richtlinie:

Die Ausstattung von Gebäuden mit der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität. Der Rat forderte mehr Ausnahmen für den Fall, dass die Kosten eine bestimmte Grenze überschreiten.

Die Einführung des sogenannten Smart Readiness Indicators. Das Parlament möchte dafür einheitliche Regeln für alle Mitgliedsstaaten, der Rat nationale Berechnungsmethoden.

Die Datenbanken für den Energieverbrauch von öffentlichen Gebäuden. Der Entwurf der Richtlinie sieht vor, dass eine Datenbank für alle Stockwerke angelegt wird, die regelmäßig frequentiert werden und die größer als 250 Quadratmeter sind. Der Rat möchte nicht, dass die Daten veröffentlicht werden.

Den Inspektion von Anlagen der Gebäudeautomation. Das Parlament möchte solche Anlagen ab 2023 für Nicht-Wohngebäude verpflichtend machen. Inspektionen der Haustechnik will das Parlament nicht als Alternative zur Gebäudeautomatisierung sehen. Der Rat schon. Verpflichtungen zu ihrem Einbau lehnt er ab.

"Es gibt also noch viel auf das man sich einigen muss", sagt Bean.

Einigung bei den Primärenergiefaktoren

Eine Übereinstimmung soll es allerdings zu Anhang 1 der Richtlinie gegen haben, berichtet Sibyl Steuwer vom BPIE. Der Anhang behandelt die Berechnung der Primärenergiefaktoren. Das ist ein Knackpunkt, weil ein hoher Anteil von Grünstrom im Netz nicht dafür genutzt werden soll, die Energiebilanz eines Gebäudes schönzurechnen. Das ist jedenfalls die deutsche Position.

In Punkt 1b des Anhangs heißt es dazu: "Bei den Primärenergiefaktoren wird der Anteil erneuerbarer Energie je Energieträger abgezogen, sodass bei der Berechnung folgende Energiearten gleichberechtigt sind: a) standortnah erzeugte Energie aus erneuerbaren Energiequellen (d. h. hinter dem Zähler erzeugte Energie, die als nicht geliefert betrachtet wird) und b) über den Energieträger gelieferte Energie aus erneuerbaren Energiequellen."

Anscheinend hat sich der Trilog darauf geeinigt, dass zunächst der Energiebedarf eines Gebäudes berechnet werden soll und dann die Anrechnung der Erneuerbaren folgt, sagt Steuwer. "Parlament und Rat haben sich scheinbar irgendwo in der Mitte gefunden. Aber weil der Wortlaut uns nicht bekannt ist, haben wir dazu auch noch keine genaue Einschätzung", sagt sie. Das verweist auf ein grundsätzliches Problem des Trilogs: Im Gegensatz zu den sonst sehr transparenten Gesetzgebungsschritten der EU, in der alle Versionen dokumentiert werden, ist der Trilog eine informelle Instanz mit wenig Transparenz.

Wenn sich der Trilog in diesem Jahr doch noch einigt, könnte die Gebäuderichtlinie aus dem Winterpaket mit sieben weiteren Richtlinien und Verordnungen ausgeklammert und früher als das Gesamtpaket verabschiedet werden. Erste Anzeichen, ob ein Kompromiss möglich ist, zeichnen sich möglicherweise schon am morgigen Freitag ab, wenn der Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten tagt. von Susanne Ehlerding

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Isolierprofil erhält Cradle to Cradle Zertifikat

14. Dezember 2017 - 7:00

Bei der Produktbewertung durch die EPEA wird entsprechend der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet. Die Nachhaltigkeit und die Ökobilanz des Produkts, die mit dem Cradle to Cradle Material Health Zertifikat und der Umweltdeklaration EPD nachgewiesen wurde, zahle sich dann auch bei der Gebäudezertifizierung aus, teilt Ensinger mit.

"Mit Insulbar RE bieten wir unseren Partnern im Fenster- Tür- und Fassadenbau ein starkes Differenzierungsmerkmal", sagt Jan Danger von Ensinger. "Der Herstellungsprozess ist sauber, die Lösung millionenfach erprobt und der Übergang ist einfach. Bestehende Werkzeuge können unverändert und ohne zusätzliche Kosten weiterverwendet werden."

Zur Herstellung des Insulbar RE wird sortenreines Polyamid-Recyclat aus sicheren Bezugsquellen in einem speziellen Upcycling-Prozess so aufgewertet, dass seine Eigenschaften direkt mit Neumaterial vergleichbar sind (eignungsgeprüft nach DIN EN 14024 durch das ift Rosenheim, zertifiziert durch das Centre scientifique et technique du bâtiment und das Würzburger Kunststoff-Zentrum). Die Nutzungsdauer des hochwertigen Werkstoffs wird somit um einen weiteren Produktlebenszyklus verlängert.

Durch die Verwendung von Recyclat bei der Herstellung von Insulbar RE sinkt der Verbrauch fossiler Energieträger um 89 Prozent im Vergleich zum konventionellen Polyamid-Profil, der CO2-Ausstoß ist 84 Prozent niedriger und man verbraucht 32 Prozent weniger Wasser. Die Materialeigenschaften werden in jeder Phase des Prozesses geprüft und nach DIN ISO 9001:2008 dokumentiert. Daher besitze Insulbar RE die gleiche hohe Qualität, Langlebigkeit und Funktionssicherheit, die man auch von klassischen Isolierprofilen kenne, teilt Ensinger mit. Quelle: Ensinger / sue

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Deutschland will Grenzen für Bürgerstrom

13. Dezember 2017 - 7:00

Als Beispiel nennt E3G ein Projekt aus Griechenland, über das im Magazins „Euractiv“ berichtet wurde. In Thessaloniki wird Strom auf dem Dach einer Schule erzeugt, der weiter entfernt von einem Frauenhaus verbraucht wird. Das könnte demnächst durch die Erneuerbare-Energien-Richtlinie verboten werden.

In deutschen EEG gilt der privilegierte Eigenverbrauch dann nicht mehr als gegeben, wenn die Stromleitung öffentliches Straßenand quer. Mit den Vorschlägen wolle Deutschland der EU ein typisches Element seiner Gesetzgebung aufdrücken, kritisiert Manon Dufour von E3G. "Die Verhandlungen laufen noch, aber es sieht so aus, als ob Deutschland die Unterstützung von Großbritannien hat", berichtet sie. Ungarn, Griechenland und Portugal würden sich dagegenstellen.

Die europäischen Energieminister kommen am 18. Dezember zusammen, um ihre Position für die Trilogverhandlungen zu vier Richtlinien und Verordnungen im Winterpaket abzustimmen. sue

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Heizstrom kann nicht konkurrieren

13. Dezember 2017 - 7:00

Die Preise für Wärmepumpenstrom liegen laut BWP im Durchschnitt bei 21,65 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und damit leicht über Vorjahresniveau (21,33 Cent/kWh). Grund hierfür seien vor allem gestiegene Umlagen (+0,47 Cent), die Marktpreise hingegen sind leicht gesunken (-0,23 Cent). Der Anteil der staatlich regulierten Preisbestandteile steigt damit auf 77,8 Prozent des Verbraucherpreises (Vorjahr 75,8 Prozent).

Früher waren die örtlichen Grundversorger verpflichtet, spezielle Tarife für Wärmepumpenstrom anzubieten. Seit dem Sommer 2007 besteht diese Verpflichtung nicht mehr, berichtet das Vergleichsportal Verivox. "In der Praxis bieten die Grundversorger jedoch nach wie vor spezielle Tarife für Wärmepumpenstrom an – allerdings schwanken die Preise je nach Versorger stark", schreibt Verivox.

Zur Preisentwicklung heißt es beim BWP: "Gas ist im Jahr 2017 günstiger geworden und kostete im Durchschnitt 6,07 Cent/kWh für einen mittleren Haushaltsverbraucher (Vorjahr 6,54 Cent/kWh). Die Ölpreise hingegen sind leicht gestiegen auf 5,5 Cent/kWh. Wärmepumpenstrom bleibt damit deutlich teurer als fossile Brennstoffe. Die Preisschere im Verhältnis zu Erdgas vergrößerte sich 2017 weiter, zum Heizöl verkleinerte sie sich geringfügig."

Dazu Martin Sabel, Geschäftsführer des BWP: "Viele Hausbesitzer schrecken angesichts der anhaltend hohen Strompreise vor einer Wärmepumpe zurück und bleiben lieber beim vermeintlich billigen Kessel. Dabei ist Deutschland auf dem Weg, seine Klimaschutzziele 2020 krachend zu verfehlen. Dass der Staat diese Lage durch die Strompreis-Treiberei selbst verursacht hat, ist dramatisch."

Als Lösung schlägt der BWP vor, alle Stromkunden deutlich zu entlasten: Zum einen durch eine Abschaffung der Stromsteuer, zum anderen durch eine Finanzierung der EEG-Ausnahmen der energieintensiven Industrie aus Steuermitteln. "Es wird eine Hauptaufgabe der neuen Bundesregierung sein, die energiewendeschädliche Schieflage zu beseitigen. Ansonsten wären alle Bekenntnisse zur Energiewende oder zum Pariser Klimaabkommen nur Sonntagsreden", mahnt Sabel. Quelle: BWP / sue

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Fachleute fordern mehr Recycling in der Baubranche

12. Dezember 2017 - 7:00

Angelika Mettke von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und Walter Feeß von der Erdbaufirma Heinrich Feeß richteten während der Tagung in Braunschweig einen flammenden Appell für mehr Recycling an ihre Zuhörer. Mettke wünschte sich "noch viel mehr Unterstützung in der Umsetzung des Baustoffrecyclings und der Wiederverwendung von Bauteilen".

Feeß hob hervor, dass zur Entsorgung mineralischer Abfälle in Deutschland allein zehn Millionen Lkw-Fahrten nötig seien. Ein Großteil davon lasse sich vermeiden, indem die Baustoffe vor Ort wieder aufbereitet würden. Dazu aber müsste die Akzeptanz von Recyclingbaustoffen noch deutlich gesteigert werden.

Nachhaltigkeitsziele in sich widersprüchlich

Der Ko-Präsident des Club of Rome und Umweltpreisträger des Jahres 2008, Ernst-Ulrich Weizsäcker, stellte unter Berufung auf Quellen der UN-Umweltorganisation UNEP klar: "Eine Entkopplung von Wohlstand und Ressourcenverbrauch findet weltweit nach wie vor nicht statt." Eine Verfünffachung der Ressourcenproduktivität aber sei technisch machbar. "Wenn sie machbar ist, muss sie zum Megathema werden." Ohne ein Preissignal, unterstützt von der Politik, könne dies aber nicht funktionieren. Weizsäckers Vorschlag: Es müsse sich eine Art Pingpong zwischen Ressourceneffizienz und Ressourcenpreisen entwickeln. "Steigt die Ressourcenproduktivität, dürfen die Preise steigen, ohne dass dadurch das Leben teurer wird", so das Fazit Weizsäckers.

Viele Ideen für besseres Bauen

Lamia Messari-Becker, Professorin für Gebäudetechnologie und Bauphysik an der Universität Siegen, gelang es anhand vieler Beispiele, die Zuhörer mit dem Thema "Wie baut man heute und was macht man dabei falsch?" mitzunehmen.

Weltweit stehe das Bauen für 70 Prozent Flächen-, 50 Prozent Ressourcen- und 40 Prozent Energieverbrauch sowie 50 Prozent an Abfallaufkommen. Um dies zu ändern, schlug Messari-Becker eine Reform der Bebauungspläne und des Baurechts vor. Ferner machte sie sich für mehr Nutzungsflexibilität und Multifunktionalität von Gebäuden stark: "Der Kindergarten von heute ist ein Altenheim von morgen." Die wahre Herausforderung aber liege nicht im Neu-, sondern im Altbaubestand, so Messari-Becker. 90 Prozent der Gebäudeemissionen entstünden in Häusern, die vor 1978 gebaut wurden. Um erfolgreich zu sein, müsse Altbaumodernisierung nach Ansicht der Bauexpertin quartiersweise organisiert werden.

Systemischer Ansatz nötig

Harry Lehmann, langjähriger Fachbereichsleiter im Umweltbundesamt (UBA), befasste sich in seinem Vortrag "Nexus Klimaschutz – Ressourceneffizienz" mit dem Thema "Große Transformation". Deutschland werde das Klimaschutzziel für 2020 von minus 40 Prozent Treibhausgasausstoß klar verfehlen und bei nur 35 Prozent landen. Grund dafür seien die mangelnde Altbausanierungsrate, der Autoverkehr und die Stromproduktion aus Kohle. Als Gegenmaßnahmen forderte Lehmann unter anderem verstärkte Aktivitäten bei der Altbausanierung.

In der abschließenden Diskussion wies Ralph Appel, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure VDI, unter anderem auf die zahlreichen Aktivitäten seiner Organisation hin und hob hier vor allem das VDI Zentrum Ressourceneffizienz hervor, das die angesprochenen Themen bereits seit 2009 in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium bearbeite. Quelle: DBU / sue

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Fenster sanieren ist schwerer als neu bauen

12. Dezember 2017 - 7:00

Die Schinderei der Monteure mit Fensterflügeln von 200 Kilogramm Gewicht und mehr, die zum vorübergehenden Aufregerthema der ift-Tagung geworden war, erinnerte daran, dass der Neubau eines Gebäudes für die ausführenden Handwerker immer harte Arbeit ist. Aber fachlich gesehen ist neu bauen schon fast komfortabel. Das wurde im Vortrag von Wolfgang Jehl klar: Die Pläne kommen bis ins Detail vom Architekten; es gibt Normen und Standardlösungen; die Baumaterialien sind bekannt.

Ganz anders, wenn ein Altbau saniert werden soll. Pläne sind meist nicht mehr verfügbar, Materialien weder bekannt noch direkt zugänglich, und die ausführende Firma muss vieles selbst herausfinden, planen und im Zweifel auch für die Folge haften. Jehl, ein altgedienter Holztechniker und Leitfadenautor mit "Guru"-Status am Institut für Fenstertechnik (ift Rosenheim), hatte neben vielen Beispielen für planerisch-handwerklichen Pfusch auch eine durchdachte Systematik und bauphysikalische Faustregeln zu bieten.

Faustregel für das Vermeiden von Schimmel

Tauscht man im Altbau Fenster aus, kommt es vor allem bei einschaligem Mauerwerk manchmal zu Tauwasser an oder in der Laibung. Aber wann lohnt sich überhaupt der Aufwand, das Risiko tief gehend zu prüfen?

Das entscheidende Kriterium ist laut Jehl eine Grenze des U-Werts von 1,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin im Laibungsbereich. Das sei "ein sehr guter Anhaltswert, um im ersten Schritt abzuschätzen: Haben wir hier ein Problem mit dem Mindestwärmeschutz oder nicht?". Bei mehr als 1,0 werde es kritisch. Tauwasser und womöglich Schimmel seien zu befürchten. Der U-Wert lässt sich mit einer halbwegs überschaubaren Formel abschätzen, für die Dicke und Beschaffenheit des Mauerwerks bekannt sein müssen.

Sogar ganz ohne Rechnen und Aufkratzen der Wand kommt man aus, wenn die Standortregion und das Baujahr schon im Bauteilkatalog des Zentrums für umweltbewusstes Bauen (ZUB Kassel) erfasst sind. Darin sind typische Außenwandkonstruktionen katalogisiert, so dass der Zollstock reicht, um den vermutlichen U-Wert in einer Tabelle abzulesen.

Was bei einem kritischen U-Wert von über 1,0 W/m²K zu tun ist, kann man wie viele weitere Informationen einer langen Checkliste entnehmen, die beim ift erhältlich ist. Wolfgang Jehl empfahl aber auch das Merkblatt ES.06 des Verbands Fenster + Fassade (VFF): "Handlungsempfehlungen zur schimmelpilzfreien Teilmodernisierung mit Fenstern". Übersichtlich auf nur zwei A4-Seiten bekommt man hier für gängige Konstellationen einen Rat: Brauche ich einfach nur das neue Fenster einzubauen? Soll ich Sanierleisten oder eine Laibungsdämmung anbringen – und wo? Oder muss eine besondere Maßnahme überlegt werden?

Speziell für wärmetechnische Schwachstellen wie zum Beispiel eine Stein-Fensterbank innen und außen ohne thermische Trennung hatte Jehl eine weitere Faustregel parat: "Versuchen Sie bei der Sanierung, mindestens zwei Zentimeter thermische Trennung herzustellen." Mit zwei Zentimetern Dämmung sei man "im grünen Bereich". Ausgestattet mit solchen Regeln lassen sich die Fenster reinen Gewissens gegen moderne, hoch wärmedämmende Exemplare austauschen.

Kastenfenster sind oft erhaltenswert

Manchmal gibt es allerdings gute Gründe, die "Augen" eines Hauses eben gerade nicht auszuwechseln. Denkmalschutz kann ein solcher Grund sein – wie vor kurzem bei der Sanierung einer großen Wohnanlage im Berliner Stadtteil Zehlendorf. Stil und Ästhetik waren die Hauptargumente für eine Grundsatzvereinbarung, die der Berliner Senat vor einem halben Jahr mit gleich allen sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften geschlossen hat. In beiden Fällen geht es um die Erhaltung des Kastenfensters als stilprägendes Architekturelement seit der Gründerzeit. Und auch bauphysikalisch schneidet gerade das Kastenfenster gar nicht so schlecht ab – sowohl mit seinen passablen Wärmedämmeigenschaften als auch beim Vermeiden von Tauwasser in der Leibung.

Für rund 2500 Euro kann man ein altes Kastenfenster runderneuern: neu lackieren, morsche Bereiche ausbessern, die Verglasung austauschen und eine Dichtung anbringen. Noch billiger ist manchmal nur der Wechsel zum Kunststoff-Fenster – oder aber die minimalistische Variante, die je nach Größe und Holzzustand etwa für die Hälfte zu haben ist: Alles bleibt beim Alten; nur die maroden Stellen werden ausgebessert.

Mit dieser Minimallösung befassten sich allein zwei Vorträge der Tagung. Odette Moarcas, Prüfstellenleiterin Brand und Baustoffe beim ift, berichtete von einer groß angelegten Studie zu Fäulnisschäden an deckend lackierten (Fachsprache: "beschichteten") Kiefer- und Fichtenfenstern. Im Jahr 2006 nahm das ift gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Holzforschung und der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen in diversen Gebäuden über 2000 Fensterflügel in Augenschein. Moarcas ging speziell auf die Fenster in einem Hochhaus in Berlin-Marzahn mit 13 Geschossen ein.

Mit Kanonen auf Spatzen schießen

Die Fäulnisschäden konzentrierten sich dort auf die obersten drei Geschosse. Bis zum 9. Obergeschoss gab es Schäden nur auf der Wetterseite. Fast immer traten sie an "offenen Brüstungsfugen" im unteren Bereich des Flügels auf. Offene Brüstungsfugen sind Vertiefungen mit v-förmigem Querschnitt, die konstruktionsbedingt dort vorhanden sind, wo zwei Rahmenholzstücke mit abgerundeten Kanten zusammentreffen.

Odette Moarcas beschränkte sich darauf, die Beobachtungen der Studie zu beschreiben. Sie überließ es den Zuhörern, Schlüsse daraus zu ziehen – zum Beispiel den, dass bei einem kompletten Austausch die weitaus meisten Fensterrahmen in unbeschädigtem, funktionierendem Zustand entsorgt worden wären. Bei den wenigen Rahmen mit Fäulnis wiederum würde es fast immer reichen, den kleinen Anteil gefaulten Holzes um die offenen Brüstungsfugen herum auszubessern.

Hier übernahm Henry Daartz von Repair Care International, in Deutschland Marktführer für Holzreparatursysteme. Das Unternehmen bietet hoch klebefähige Epoxidharze an, die vor Ort aus zwei Komponenten angemischt werden und abhängig von der Rezeptur nach 30 Minuten bis 16 Stunden ein schleif- und lackierbares Holzreparaturmaterial bilden – etwas fester als Holz und ähnlich elastisch.

Das Fenster – der Rahmen bleibt an Ort und Stelle montiert – wird mit einem Fräskopf von den gefaulten Stellen befreit, bis das gesunde Holz ansteht. Man grundiert die abgefräste Oberfläche, spachtelt das kurz zuvor angemischte Epoxidharz in die Lücke hinein und zieht mit dem Spachtel die Oberfläche glatt. Ist das Reparaturmaterial ausgehärtet, wird es abgeschliffen, grundiert und lackiert.

Reparieren kann Geld und Ressourcen einsparen

Daartz argumentierte zum einen mit dem vermiedenen Aufwand: Man baue das Fenster nicht aus, und es entstehe kaum Schmutz. "Wir brauchen nicht das Loch zu schließen mit einem Provisorium, denn in der Regel fängt man morgens an und ist abends wirklich so weit fertig, dass der erste Anstrich drauf ist."

Zum anderen rechnete er an einem Beispiel vor, dass der Reparaturpreis einschließlich zehn Kilometer Anfahrt und Arbeitskosten pro Fenster bei unter 200 Euro liege. Zugrunde gelegt waren 100 Fenster im gleichen Gebäude mit einer Größe von 1,30 mal 1,30 Meter, bei denen eine offene Brüstungsfuge von fünf Zentimeter zu reparieren war: Farbe entfernen, auffräsen, grundieren, eine Innendichtung einbauen, etwas Kitt ersetzen und die Stelle lackieren.

Als Henry Daartz zum Vergleich das Ganze für einen kleinen Auftrag mit nur zehn Fenstern darstellte, verschoben sich freilich schnell die Preisrelationen. Das Verfahren lohnt sich für größere Stückzahlen, beispielsweise wenn im Idealfall eine Wohnungsgenossenschaft eine Anzahl von Mehrfamilienhäusern saniert. Daartz: "Wir haben in Berlin im Kissingen-Viertel saniert zum Beispiel: 52.000 Quadratmeter Fensterfläche."

Zusätzlich zum Wirtschaftlichkeitsargument schickte der Vertriebsprofi auch den ökologischen Fußabdruck ins Rennen. Wenngleich er den Zuhörern Daten zum Ressourcenaufwand für das Epoxidharz schuldig blieb, ist offensichtlich: Der größte Teil des Fensters mit dem darin gebundenen Kohlendioxid bleibt bei diesem Verfahren erhalten; es muss nicht entsorgt werden, und es sind weder "graue Energie" noch sonstige Rohstoffe für das Produzieren eines neuen nötig. Daartz sagte, man könne so "ein altes Fenster fast auf den Neufensterzustand bringen."

Verfahren und Handwerker sind zertifiziert

"Neufensterzustand" kann sich ohne Austausch der Verglasung natürlich nur auf den Zustand zum Zeitpunkt der Herstellung des alten Fensters beziehen – mit den energetischen Eigenschaften der damaligen Zeit. Um Uralt-Exemplare mit Einfachverglasung ging es Daartz allerdings nicht: "Auch ein neues Fenster geht mal kaputt."

Die mechanische Qualität jedenfalls von so reparierten Fenstern hat das ift laut Daartz, bestätigt von Odette Moarcas, umfassend geprüft und für gut befunden. Repair Care wiederum schult, prüft und zertifiziert Handwerker für die korrekte Verarbeitung seiner Produkte, und zwar als einziger Anbieter dieser Art. Henry Daartz berichtete, es gebe bereits Wohnungsgenossenschaften, die von den Handwerkern ein solches Zertifikat verlangten – aus Erfahrung mit Pfuschern: "Es wird falsch gefräst, es wird falsch verarbeitet." Von Alexander Morhart

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Oldenburg bekommt klimaneutrales Quartier

11. Dezember 2017 - 7:00

Entstehen soll ein klimaneutrales Quartier mit zirka 110 Wohneinheiten aus Bestandsgebäuden und Neubauten. Das Vorhaben ist eines von sechs Leuchtturmprojekten im Förderprogramm "Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt". Wirtschafts- und Forschungsministerium stellen dafür in den kommenden fünf Jahren insgesamt bis zu 100 Millionen Euro bereit. Davon erhält das Fliegerhorst-Projekt 18 Millionen Euro. Weitere 8,4 Millionen Euro steuern Industriepartner bei.

Energietausch unter Nachbarn

Erforscht wird am Beispiel des Quartiers, wie eine lokale Energiegemeinschaft sozial und wirtschaftlich konzipiert sein muss, um für Anwohner, Energieerzeuger und Dienstleister langfristig attraktiv und betriebswirtschaftlich tragbar zu sein. Um das unter realen Bedingungen zu erproben, soll das Areal als lebendes Labor für Smart-City-Technologien genutzt werden.

Über das Projektgebiet hinaus sollen auf dem ehemaligen Fliegerhorst noch 950 Wohneinheiten und Gewerbeflächen entstehen. Damit stellt das Areal für die kommenden Jahre die wichtigste Entwicklungsfläche der Stadt Oldenburg dar.

Der Energiebedarf des Quartiers soll im Wesentlichen aus lokal erzeugter Energie gedeckt werden. Entwickelt wird ein öffentliches Versorgungsnetz, das eine Kopplung von Strom, Wärme/Kälte und Mobilität unterstützt und den Energietausch im Quartier unter den Nachbarn fördert. Für die Bildung lokaler Energiegenossenschaften werden die Anwohner als Energieproduzenten und Verbraucher über ein Community-Portal in die Konzeption von Anreizmodellen einbezogen.

Digitale Simulation kann Smart Grid abbilden

Das Institut für Vernetzte Energiesysteme entwickelt und erforscht das Gesamtenergiekonzept für das Quartier. Dafür stehen den Wissenschaftlern Simulationsmodelle und speziell ausgestattete Labore zur Verfügung, die die Vielfalt und Komplexität aller Komponenten eines Smart Grid abbilden können, zum Beispiel Solaranlagen mit Wechselrichtern, Batteriesysteme als Heimenergiespeicher oder die Batteriesysteme von Elektrofahrzeugen.

"Hier werden wir im ersten Schritt das Quartier und seine Wechselwirkung mit dem übergeordneten Versorgungsnetz in der digitalen Simulation nachbilden. Anschließend wird dieses Modell in unser Energielabor transferiert, das die gesamte vernetzte Energie-Infrastruktur digital abbildet und Parameter wie Wetterdaten, Benutzerverhalten, Stromnetzauslastung oder Verkehrszustände berücksichtigt", erklärt Frank Schuldt, Gruppenleiter Flexibilitätsoptionen und Systemdienstleistungen am Institut.

Nachdem diese Managementkonzepte auf Funktionalität und Wirksamkeit getestet wurden, fließen die Erkenntnisse in den Aufbau des energetischen Nachbarschaftsquartiers ein. Dabei wird ein besonderer Fokus auf Lösungskonzepten für kritische Netzsituationen liegen, um die Versorgungssicherheit im realen Quartier sicherzustellen. Die daraus entstehenden Geschäftsmodelle könnten später auch dazu genutzt werden, um Dienstleistern das Wissen zum Aufbau und Betrieb von weiteren energetischen Nachbarschaftsquartieren bereitzustellen. Quelle: DLR / sue

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Höchstes Holzhaus entsteht in Norwegen

11. Dezember 2017 - 7:00

Errichtet wird das Gebäude vom Konzern Moelven, der Wohnungen und Büros, ein Hotel und einen Swimmingpool in dem Gebäude plant. Projektentwickler ist die Firma Hent, die nach Plänen des Architekturbüros Voll arbeitet. Die Fertigstellung des Hochhauses für Dezember 2018 angepeilt. Bisher sind 33 Meter erreicht. Das benötigte Holz soll aus lokalen Fichtenbeständen kommen.

"Die Konstruktion von Mjøstårnet ist eine Ingenieursleistung von Weltklasse", rühmt sich Moelven. Das Gebäude werde ohne Gerüste errichtet, trotz der Komplexität, die das Bauen in großer Höhe mit sich bringe. "Wir nutzen vor allem Kräne und ergänzen sie mit Aufzügen", sagt Investor Arthur Buchardt.

Er betont, wie klimafreundlich das Gebäude sein wird: "Studien einer Projektgruppe der Norwegischen Straßenverkehrsbehörde zeigen, dass das Gebäude 30 Prozent weniger CO2-Emissionen verursacht als ein Gebäude aus Beton."

Buchardt glaubt, dass der Gebäudesektor sich ähnlich wie die Autoindustrie entwickeln wird: "In 15 Jahren wird es nicht mehr erlaubt sein, Autos zu bauen und zu verkaufen, die mit fossilen Brennstoffen fahren. In ähnlicher Weise erwarte ich, dass klimafreundliche Materialien ein gesetzlich vorgeschriebener internationaler Standrad werden." Das Gebäude in Brumunddal solle andere inspirieren und zeigen, dass es möglich sei, große, komplexe Gebäude aus Holz zu bauen.

Mjøstårnet steht in Konkurrenz zum Projekt HoHo in Wien. Es wird mit 83 Metern geplanter Höhe eigentlich etwas höher sein als das norwegische Hochhaus. "Aber das HoHo ist kein reines Holzgebäude, sondern ein Holz-Beton-Hybrid", sagt Rune Abrahamsen vom Unternehmensteil Moelven Limtre. Limtre ist die norwegische Bezeichnung für Glulam, zu deutsch Brettschichtholz. Außerdem werde Mjøstårnet einen Monat eher fertig werden als das HoHo, sagt Abrahamsen.

Wie genau ein Holzhaus definiert wird, entscheidet das Council On Tall Buildings And Urban Habitats voraussichtlich diesen Winter. Möglicherweise werden das HoHo oder das Brock Commons in Vancouver mit ihrem Kern aus Beton nicht darunter fallen. Allerdings sollte Holz in so vielen Gebäuden wie möglich eingesetzt werden, egal, wie die Definition ausfalle, sagt Abrahamsen vermittelnd: "Wien und Vancouver sind herausragende Beispiele dafür, wie man hohe Einsparungen von Klimagasen durch die Kombination von Materialien erreichen kann." Quelle: Moelven / sue

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Interesse an Sanierungen bleibt hoch

10. Dezember 2017 - 7:00

Der Indexwert für den Austausch oder die Modernierung von Heizungen lag im November bei 252 Punkten. Im Oktober waren es noch 245 gewesen. Es ist das erste Mal seit Bestehen des Index', dass die Werte im November anstiegen.

Gewachsen sind auch die beiden anderen vom Index erfassten Bereiche "Dach & Dämmung" sowie "Fenster". Der Wert für Dächer und Dämmungen stieg von 128 auf 152 Punkte. Der Wert für die Anfragen zur Fenstersanierung stieg 146 auf 161 Punkte. Im Vorjahr waren die Werte für beide Segmente im November stark gefallen.

Der Deutsche Sanierungsindex DESAX wird von EnBauSa.de und "Dämmen und Sanieren" herausgegeben. Er soll für Transparenz im Sanierungsmarkt sorgen. Ein Indexwert von 100 bedeutet, dass im Durchschnitt genauso viele Anfragen eingegangen sind wie bei der Gründung des Index' im Jahr 2012. Die Auswertung und Veröffentlichung erfolgt monatlich. Quelle: DESAX / Effizienzhaus Online / sue

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Contractingpreis geht nach Blaustein

8. Dezember 2017 - 7:00

Das Kompetenzzentrum Contracting der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) und der Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg (BFW) haben die Auszeichnung dieses Jahr zum ersten Mal vergeben. Auf Platz zwei und drei kamen Projekte aus Stuttgart und Mannheim.

Die Wohnanlage unter dem Namen "Hofgut Blaustein" mit 89 Eigentumswohnungen kombiniere gekonnt innovative und bezahlbare Maßnahmen, so die Jury. "Die sieben Gebäude mit EnEV-Neubau-Standard sind unter anderem mit einem Blockheizkraftwerk ausgestattet und bieten ihren Bewohnern Mieterstrom an", berichtet Rüdiger Lohse, Leiter des Kompetenzzentrums Contracting der KEA und Jurymitglied. "Die Aufgabenteilung zwischen Bauträger und Stadtwerk ist darüber hinaus sehr gut auf andere Projekte übertragbar." In dem Projekt in Blaustein fungiert die Munk Immobilien als Bauträger, die Stadtwerke Ulm haben als Contractor das Projekt finanziert.

Nachhaltig wohnen auch in Stuttgart und Mannheim

Zweiter Gewinner ist die KWA Contracting für das Wohngebiet "Seepark" in Stuttgart-Möhringen. Die 33 Geschosswohngebäude auf einem ehemaligen Industriegelände verbrauchen ebenfalls sehr wenig Energie und sind an ein eigenes, neu verlegtes Wärmenetz angeschlossen. Die Wärme stammt aus einem Blockheizkraftwerk und einem Holzpelletkessel. Auf den dritten Rang kam umBAU² Turley aus Mannheim: Das Projekt des Mietshäuser Syndikats, einem Mietprojekt in Selbstorganisation, setzt auf eine gute Dämmung, Dreifach-Energiesparfenster, Photovoltaik und Solarthermie. Contractor ist die Heidelberger Energiegenossenschaft.

"Positive Beispiele innovativer und wirtschaftlich erfolgreicher Contracting-Projekte regen Bauträger und Projektentwickler zur Nachahmung an", beschreibt Gerald Lipka, Geschäftsführer des BFW Baden-Württemberg und Jurymitglied, den Zweck des Contracting-Preises. "Da die im BFW organisierten Unternehmen für 50 Prozent des Wohnungsneubaus in Deutschland verantwortlich sind, ist es wichtig, die Innovationskraft dieser Unternehmen anzuregen. Denn nur wenn im Wohnungsneubau mehr energetisch optimierte Lösungen umgesetzt werden, sind die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen."

Sonderauszeichnungen gingen an vier innovative Projekte in Heilbronn (ZEAG Energie sowie DSG Invest), Emmendingen (Städtische Wohnbaugesellschaft Emmendingen) und Freiburg (EVB Energieversorgungsgesellschaft Bauverein Breisgau).

Die Jury bestand – neben Rüdiger Lohse von der KEA und Gerald Lipka vom Landesverband des BFW – aus Bernhard Hedrich, Abteilungsleiter der Kreissparkasse Ludwigsburg, Thomas Giel, Professor für Technisches Gebäudemanagement an der Hochschule Mainz und Dirk Schröder, Referat Energieeffizienz in Haushalten und Unternehmen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg.

Den Energieverbrauch in Gebäuden senken

Das KEA-Kompetenzzentrum und der BFW wollen den Contracting-Preis BW künftig alle zwei Jahre vergeben. Er prämiert neu errichtete Gebäude oder Quartiere im Südwesten mit überdurchschnittlichen Energie-, Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards, die mit Contracting-Unternehmen, Stadtwerken oder Energiedienstleistern umgesetzt wurden. Ziel des Preises ist es, die Dienstleistung Contracting bekannter zu machen und Innovationen zu fördern.

Energie-Contracting vermindert den Investitionsbedarf der Wohnungswirtschaft, entlastet sie von der fachlichen Planung und ermöglicht Gebäude mit hohen energetischen Standards. Von den mit Hilfe von Contracting realisierten intelligenten Energiekonzepten können auch bestehende Gebäude profitieren. So könnte Contracting verstärkt dazu beizutragen, den Energieverbrauch von Gebäuden im Südwesten zu senken.

Was ist Energie-Contracting?

Fehlendes Geld für die Investition, aber auch unzureichende technische Erfahrung bilden entscheidende Hemmnisse, vorhandene Energieeffizienzpotenziale auszuschöpfen. In dieser Situation ist Contracting ein wirkungsvolles Instrument. Contracting funktioniert so: Contractoren installieren mit eigenem Kapital die Energieversorgung in Gebäuden und garantieren den Eigentümern einen effizienten Betrieb.

Entlohnt werden die Wärme-, Kälte- und Stromdienstleistungen über einen festgelegten Zeitraum. Der Auftraggeber erhält Gebäude mit effizienter Anlagentechnik und hat einen "Kümmerer" an seiner Seite. Das finanzielle Risiko trägt das private Contracting-Unternehmen. Quelle: Kompetenzzentrums Contracting der KEA / sue

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Förderung für Stadtsanierung wirkt

8. Dezember 2017 - 7:00

63 Pilotquartiere wurden von 2012 bis 2017 begleitet und aufbereitet. Die Studie analysiert sowohl die Vielfalt der technischen Lösungen und deren Umsetzungen als auch die neuen Dialog- und Kooperationsformen, die die Förderung von integrierten energetischen Quartierskonzepten und Sanierungsmanagements durch das KfW-Programm 432 "Energetische Stadtsanierung" ausgelöst hat.

Baustaatssekretär Gunther Adler vom Umweltministerium sagt dazu: "Wir möchten mit der KfW-Förderung Akteure im Quartier unterstützen, die sich für eine sozialverträgliche Gebäudesanierung in Verbindung mit energieeffizienten Versorgungslösungen und klimafreundlichem Verbraucherverhalten einsetzen. Der Bericht unterstreicht, dass wir mit diesem innovativen Förderprogramm auf einem guten Weg sind. Dabei stärken wir nicht nur den Klimaschutz, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und die Lebensqualität in den geförderten Quartieren."

Die Verfasser loben den integrierten Handlungsansatz der energetischen Stadtsanierung, der in den Konzepten im Mittelpunkt steht. Die entwickelten Maßnahmen beziehen sich auf die Gebäudesanierung, die Wärme- und Stromversorgung, die Nutzung Erneuerbarer Energien bis hin zur Mobilität und Verbraucherverhalten.

Handlungsbedarf sieht das Forschungskonsortium vor allem bei der Ansprache von ländlichen Kommunen, bei der Entwicklung von Maßnahmen für eine klimafreundliche Mobilität und bei der Verknüpfung des Sanierungsmanagements mit anderen Stadtentwicklungsprozessen. "Diese Anregungen werden wir aufgreifen und prüfen, an welchen Stellen wir in diesen Bereichen Unterstützung leisten können", so Adler.

Das Förderprogramm KfW 432 "Energetische Stadtsanierung" setzt sich zusammen aus den Förderbausteinen "Konzepterstellung" und "Sanierungsmanagement". Der vorliegende Bericht untersucht vor allem die Konzeptförderung. Seit 2011 wurden rund 760 Konzepte mit einem Zusagevolumen von rund 35 Mio. Euro gefördert.

Das Konsortium für die Begleitforschung wurde von den Stadtplanerbüros "Urbanizers" und "Plan zwei", sowie der KEEA - Klima- und Energieeffizienzagentur gebildet. Die Forschungsarbeit wurde durch das Institut für Bau-, Stadt- und Raumforschung wissenschaftlich begleitet. Quelle: BMUB / sue

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Energieversorger tricksen bei Solarpacht

7. Dezember 2017 - 7:00

Beim Schlusslicht Stadtwerke Hilden etwa machte der angenommene Fünf-Personen-Beispielhaushalt über eine Pachtzeit von 18 Jahren satte 8734 Euro Verlust. In anderen Orten hingegen konnte derselbe Beispielhaushalt ein Plus verbuchen – bis zu 869 Euro bei den Wuppertaler Stadtwerken.

"Pachtmodelle für Photovoltaikanlagen können finanziell attraktiv sein, das zeigen unsere Ergebnisse. Trotzdem ist es der Großteil nicht, und manch ein Pachtangebot der örtlichen Energieversorger ist schlicht inakzeptabel", sagt Udo Sieverding, Leiter des Bereichs Energie der Verbraucherzentrale NRW.

Die wirtschaftlichsten Modelle schnitten in der Untersuchung günstiger ab als die Finanzierung über einen Förderkredit und teils sogar als der Barkauf. "Dass das Pachten in manchen anderen Orten ein Verlustgeschäft von mehreren Tausend Euro ist, wird im Gesamtkonzert der lauten Werbebotschaften nicht immer deutlich genug, sondern kann darin schnell untergehen", sagt Sieverding. Die Verbraucherzentrale NRW prüfe daher rechtliche Schritte gegen die Darstellung finanzieller Vorteile in einzelnen Angebotsbewerbungen.

In ihren eigenen Angebotsrechnern legen manche der Energieversorger der Untersuchung zufolge zudem teils unrealistische Werte zugrunde. Dies gilt vor allem für den Anteil des Solarstroms, der im Haushalt selbst verbraucht werden kann. Dieser sogenannte Eigenverbrauch lohnt sich mehr als die Einspeisung in das Netz und ist deshalb mit entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.

"Acht von neun Versorgern, die ihr Pachtmodell in Kooperation mit der Vattenfall Smarter Living GmbH umsetzen, rechnen ihre Angebote mit zu hohen Eigenverbrauchsquoten schön", berichtet Sieverding. Auch das am besten abschneidende Unternehmen in der Untersuchung zählt zu dieser Achter-Gruppe, überzeugt aber auch unter den realistischen Annahmen der Verbraucherzentrale NRW. Die anderen vier Energieversorger in der Stichprobe – darunter sowohl das Schlusslicht als auch eines der drei Unternehmen mit wirtschaftlichem Pachtangebot – kooperieren mit dem Dienstleister Greenergetic.

Für Verbraucher sei es ohnehin schwierig, die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen zu beurteilen, sagt Sieverding. "Bei Pachtmodellen kommt hinzu, dass sie als Rundum-sorglos-Pakete erscheinen können, das aber gar nicht immer sind", erklärt der Experte. So umfasst nur ein Teil der Pachtangebote auch Wartung, Instandhaltung und Versicherung der Anlage – bei den anderen kommen dafür noch Zusatzkosten auf die Haushalte zu. Für den Wirtschaftlichkeitsvergleich der Verbraucherzentrale NRW wurden diese deshalb ergänzt. Quelle: Verbraucherzentrale NRW / sue

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Dorf ist stolz auf den Photovoltaik-Hof

7. Dezember 2017 - 7:00

Der ehemals landwirtschaftlich genutzte Hof im Taubertal stand zum Verkauf. Wie vielen anderen Objekten in schrumpfenden Dörfern drohte ihm der Abriss. Die Bauherrin Martina Klärle wohnt in der direkten Nachbarschaft. Als Professorin für Landmanagement ist sie bekannt für ihre Arbeiten zu Standortfragen im Bereich der erneuerbaren Energien. Wie ihr Bruder, der Architekt des Projektes Rolf Klärle, ist sie in der Nähe aufgewachsen. "Unser gemeinsames Ziel war es, den Hof behutsam und ressourcenschonend umzunutzen und wieder mit Leben zu füllen", sagt Rolf Klärle.

Ein besonderes Augenmerk bei der Sanierung lag auf dem Energiekonzept. Die bestehenden Gebäude wurden grundlegend saniert und die Gebäudehüllen wärmegedämmt, um den Energiebedarf so niedrig wie möglich zu halten.

Die Grundversorgung mit Wärme erfolgt über eine zentrale Grundwasserwärmepumpe, für die der ehemalige Wasserbrunnen des Hofes wieder aktiviert werden konnte und der jetzt, wie früher, eine zentrale Rolle auf dem Hof einnimmt. Über ein Nahwärmenetz werden die einzelnen Gebäudeteile mit der Wärme versorgt. Eine intelligente Regelungstechnik bewirkt eine um etwa15 bis 20 Prozent günstigere Ausnutzung der Heizenergie gegenüber einer konventionellen Regelung. Das Bürogebäude ist mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Büroräume können im Sommer auch gekühlt werden.

Konventionelle Module ästhetisch verbaut

Auf den großen Dachflächen der Scheune, Remise und des Bauernhauses wurden vollflächig 550 Quadratmeter PV-Module angebracht. Damit habe man zeigen wollen, dass gerade die in kleinen Ortschaften oft brach liegenden großen Dachflächen von Scheunen sinnvoll zur Energiegewinnung genutzt werden können, so die Bauherren.

Zum Einsatz kamen konventionelle Aufdach-Module, die aber nach besonderen Kriterien verbaut wurden. "Wir haben lange recherchiert, um mit kosteneffizienten verfügbaren Materialien eine schöne Ästhetik zu erzielen", sagt Architekt Rolf Klärle. Die Lackierung der Modulrahmen erzielt eine besondere Wirkung. Die beim Übergang der unterschiedlichen Dächer partiell entstehenden Restflächen sind mit farblich angepassten Blechen harmonisch ergänzt.

Die Solarflächen erzeugen den gesamten Strombedarf des Hofes und darüber hinaus noch einen deutlichen Überschuss, der ins Stromnetz eingespeist wird. Zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge stehen den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung.

Viele Materialien wurden wiederverwertet

Um den Anteil der grauen Energie möglichst niedrig zu halten und die Authentizität des Hofes zu bewahren, wurden viele vorhandenen Materialien wiederverwendet, darunter Kopfsteinpflaster, Altholz für Holzreparaturen, Natursteine, Treppenstufen, alte Rahmen und Türen. Die Dämmung aus Zellulose wurden außen auf die Fassaden aufgebracht. Die vorhandenen Natursteinfüllungen des Fachwerkes, Lehmfüllungen der Decken und die Kellergewölbe fungieren als wärme- und feuchteregulierende Massenspeicher.

Beim Projekt "Hof 8" sei eine selbstbewusste Sanierungsmaßnahme mit einem integralen Energiekonzept für den Plusenergie-Gebäudekomplex gelungen, heißt es in der Würdigung des Solarenergieförderverein Bayern. Die Arbeit setze für eine nachhaltige Weiterentwicklung des ländlichen Raums wertvolle Impulse und zeige, dass Photovoltaik zu einem ganz selbstverständlichen Baumaterial einer Gebäudesanierung werden könne. Die Kombination mit bestehendem Bruchsteinmauerwerk und neuen Holzfassaden verdeutliche die gestalterischen Potenziale marktüblicher Solartechnik.

Rolf Klärle freut sich über diese Anerkennung, mehr jedoch noch über die Resonanz der Bevölkerung vor Ort: "Es gab zu Baubeginn sehr viel Skepsis. Das hat sich seit der Fertigstellung sehr gewandelt. Der Ort identifiziert sich mit dem Projekt, er ist ein beliebtes Ausflugsziel und wird Besuchern stolz vorgeführt."

Zwei Anerkennungspreise für Hamburg und Kopenhagen

Die Jury des Solarenergieförderverein Bayern vergab beim diesjährigen Wettbewerb zudem zwei Anerkennungspreise, dotiert mit jeweils 5000 Euro. Sie gingen an das Aktiv-Stadthaus in Frankfurt am Main der HHS Architekten + Planer und EGS-plan. Das Aktiv-Haus sei ein herausragendes Projekt mit Pilotcharakter im verdichteten, innerstädtischen Umfeld mit einem ambitionierten Energiekonzept, so die Jury.

Die Copenhagen International School der Planungsgemeinschaft C. F. Møller Architects und ECIS), ein ein Neubau im Hafengebiet von Kopenhagen, wurde aufgrund seiner neuartigen farbigen Solarfassade geehrt.

Die besten Beiträge zur Gestaltung gebäudeintegrierter Solaranlagen und qualitativ anspruchsvoller Solararchitektur der über hundert Einreichungen aus aller Welt hat der Solarenergieförderverein Bayern zu einer Wanderausstellung zusammengestellt, die bei der Organisation kostenfrei ausleihbar ist. von Daniela Becker

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Klimaanpassung richtig geplant

6. Dezember 2017 - 7:00

"Bei der Entwicklung von neuen Siedlungs- und Gewerbegebieten oder beim Stadtumbau ist der Klimawandel zwingend zu berücksichtigen, daher spielen hier Stadtplanung und -entwicklung eine besonders wichtige Rolle", hießt es in dem Zeitschriftenbeitrag. Doch obwohl Anpassungskonzepte, Handlungsleitfäden oder Internet-Tools wie der "Klimalotse" vorliegen, scheitere eine Umsetzung oft in der Praxis des Planungsalltags.

Das Forschungsprojekt "Plan4Change – Neue Wege zu einer klimaangepassten Stadtplanung am Beispiel des Modellgebiets Quartier Feldmark" widmete sich daher dem Übergang von der Theorie eines Klimaanpassungskonzepts in die Praxis eines realen Planungsprozesses. Das Planungsverfahren der Stadt Bochum wurde vom Difu über drei Jahre wissenschaftlich begleitet.

Um die Erfahrungen aus Plan4Change auch anderen Kommunen zur Verfügung zu stellen und das Themenfeld Klimaanpassung in der Stadtentwicklung weiter zu stärken, wurde der Leitfaden "Klimaangepasste Planung im Quartier am Beispiel des Ostparks in Bochum" entwickelt. Er enthält Aussagen zur Ausgestaltung der Rahmenplanung, der Gestaltungsvorgaben, der Erschließungs- und Freiraumplanung, der Bauleitplanung und zur Kommunikation. Eine Besonderheit liegt – neben der intensiven Beschäftigung mit der Bauleitplanung – vor allem in der Darstellung von Ergebnissen eines realen Planungsprozesses.

Auftretende Hemmnisse im Planungsverfahren werden ebenso wie mögliche Lösungen aufgezeigt. "Damit steht Verwaltung und Politik der Kommunen praxisnahe Hilfe zur Verfügung, um Belange der Klimaanpassung in künftige Planungsprozesse zu integrieren", teilt das Difu mit. Quelle: Difu / sue

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Freiwillige für natürliches Dämmen gesucht

6. Dezember 2017 - 7:00

Der Praxistest ist Teil der Kampagne "Natürlich Dämmen – Klimaschutz zieht ein", die co2online gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe organisiert. "Eine fachgerechte Dämmung senkt die Heizkosten um 30 bis 40 Prozent. Und gut für den Klimaschutz ist Dämmen ohnehin", sagt Kampagnenleiterin Kristin Fromholz. "In unserem Praxistest geht es darum, Erfahrungen mit verschiedenen Dämmmaßnahmen allen zugänglich zu machen und weitere Hausbesitzer zum Dämmen zu motivieren." Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern können sich bis zum 31. Januar auf der Website des Projekts bewerben.

500 Euro weniger Heizkosten durch Dämmung

Die fachgerechte Dämmung von Fassade, Dach und Kellerdecke spart in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus rund 500 Euro Heizkosten im Jahr. Wie sich dieses Sparpotenzial erschließen lässt, zeigt der Praxistest Dämmung. Alle teilnehmenden Haushalte werden dazu eng betreut und vom Anfang bis zum Ende der Dämmmaßnahme begleitet: Nach der persönlichen Energieberatung zu Beginn folgen weitere Vor-Ort-Termine, in denen der Fortschritt in Interviews und auf Fotos dokumentiert und auch Hemmnisse und Probleme beleuchtet werden.

Alle Teilnehmer werden mit ihren modernisierten Gebäuden auf www.natuerlich-daemmen.info vorgestellt. Aus den Erfahrungen der Teilnehmer und Experten entwickeln co2online und die Deutsche Umwelthilfe eine Anleitung mit Tipps für eine gelungene Gebäudedämmung und stellen diese ebenfalls auf der Website allen Verbrauchern kostenlos zur Verfügung. Quelle: co2online / sue

Die beigefügte Infografik kann mit Quellenangabe ("www.co2online.de") honorarfrei zur redaktionellen Berichterstattung verwendet werden. Weiteres druckfähiges Bildmaterial gibt es auf www.co2online.de/presse.

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Erdtank versöhnt Solarthermie und Wärmepumpe

5. Dezember 2017 - 7:00

Während beim Forum neue Energiewelt Mitte November in Berlin und beim Forum Wärmepumpe vergangene Woche die optimistische Sicht der Ingenieure dominierte, waren beim HEA-Kongress, ebenfalls in Berlin, auch andere Töne zu hören. In der HEA-Fachgemeinschaft sind sowohl der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW vertreten als auch das Elektrohandwerk und die Geräteindustrie.

BDEW-Chef Stefan Kapferer durfte gleich als erster nach der HEA-Vorsitzenden Ute Römer reden und hielt mit seiner Skepsis gegenüber einer baldigen Umrüstung in Richtung von strombasierten Heizungssystemen nicht hinter dem Berg. Wärmepumpe oder Brennstoffzelle seien im Neubau in vielen Fällen "möglicherweise" ein attraktives Angebot – "aber im Bestand? In einer Großstadt wie Berlin, in einer Großstadt wie Hannover, Düsseldorf, Stuttgart?" Da glaube er nicht an groß angelegte Initiativen in den nächsten Jahren.

Eine neue Bundesregierung, sagte Kapferer, solle sich von der Hoffnung, es ließe sich alles über Ordnungsrecht regeln, verabschieden, und warnte vor "einer Art diktatorischem System". Notwendig seien kleinteilige Maßnahmen wie das Förderprogramm für elektronisch gesteuerte elektrische Durchlauferhitzer. Auch den geförderten Austausch von alten gegen moderne Gasheizungen hält Kapferer für sinnvoll. Im Wärmemarkt seien schon "große Fortschritte" erzielt worden. Dass Deutschland das 40-Prozent-Ziel der CO2-Minderung bis 2020 nicht schaffen werde, liege nicht am Wärmemarkt und auch nicht an der Energiewirtschaft: "Es liegt am Verkehrssektor."

BHKW-Strom speist Wärmepumpe

Matthias Goebel, Leiter Objektmanagement Deutschland bei Stiebel Eltron, sieht dagegen mit neuen planerischen Ansätzen durchaus weiteres Potenzial auch im Gebäudebestand von großen Städten. Als er seine Beispielprojekte vorstellte, hatte Stefan Kapferer den Kongress allerdings schon verlassen. Goebels nach eigenem Bekunden wichtigstes Vorzeigebeispiel ist eine einfache Wärmerückgewinnung aus Abluft mit Wärmepumpen. Beim Hamburger Wohnungsriesen SAGA ist das bereits verwirklicht, und Planungen in Frankfurt und München laufen.

Wie bei einem klassischen Abluftsystem wird Wohnraumluft aus innenliegenden Bädern abgesaugt. Bevor die Luft jedoch ins Freie geht, entzieht man ihr mit Wärmepumpen eine Energiemenge für den Warmwasserspeicher, die laut Goebel sieben bis zehn Prozent der gesamten Heizenergie des Gebäudes entspricht. Wenn die Anlage im Keller Platz habe, lägen die Mehrkosten zu einem klassischen System bei nur zehn Prozent. Als weiteren Ansatz nannte Matthias Goebel, den Strom aus Blockheizkraftwerken (BHKW) nicht ins Netz zu schicken, sondern eine Wärmepumpe damit zu betreiben. Das ist zwar nicht neu, könnte aber nach der großmaßstäblichen Verwirklichung im rekonstruierten Berliner Schloss mit einer 600-Kilowatt-Wärmepumpe mehr Nachahmer finden als bisher.

"Wir machen die Erde warm"

Der Star des HEA-Kongresses war jedoch Axel Popp, Geschäftsführer von Deematrix Energiesysteme. Sein nach unten offener Erdwärmespeicher mit der irreführenden Bezeichnung "eTank" ist das Herzstück eines Systems, das die Wärmepumpe mit der Solarenergie versöhnt. Das Beispiel einer energetischen Sanierung der Wohnungsbaugenossenschaft Märkische Scholle in Berlin-Lichterfelde fand auch beim Forum Wärmepumpe mit einem Vortrag Beachtung.

"Wir machen die Erde warm, sorgen dafür, dass sie warm bleibt, und holen uns die Wärme später wieder, wenn wir sie brauchen", beschrieb Popp das Konzept. "Erde" ist hier ein mit Kunststoffrohren durchzogener, nach oben und zu den Seiten hin gedämmter Bereich von 1,50 Metern Tiefe, für den neben vorhandenen Gebäuden Platz sein muss. Popp: "Wenn Grundstücksgrenze gleich Gebäudegrenze, können wir leider nicht weiterhelfen. Dann muss man halt ein anderes System nehmen." Im Neubau kommt der Erdspeicher direkt unter die Bodenplatte.

Jahresarbeitszahl bis zu 7

Die Quelltemperatur für die Solewärmepumpe, die dem Erdspeicher die Wärme fürs Beheizen und die Trinkwassererwärmung des Hauses entzieht, werde im Jahresschnitt um sieben bis zehn Kelvin angehoben, sagte Popp. "Und dann ist eben auch eine gemessene Jahresarbeitszahl zwischen 5 und 7 tatsächlich machbar."

Taco Holthuizen, der verantwortliche Planer für "Märkische Scholle", nannte beim Forum Wärmepumpe für dieses Projekt eine Jahresarbeitszahl von 6 und einen Primärenergiebedarf von knapp 13 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr – und das bei einem KfW-85-Dämmstandard. Die Wärmequelle fürs Regenerieren des Erdspeichers könne Solarthermie sein, aber auch Prozesswärme aus einem BHKW oder Industriebetrieb, aus einem Fernwärme-Rücklauf oder aus der Abluft.

Die monatlichen Wärmeversorgungskosten, sagte Popp, würden beim Beispielprojekt Märkische Scholle von 1,50 Euro auf 31 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche gesenkt. Hier sei auch eine Photovoltaikanlage und eine Wärmerückgewinnung aus der Abluft Teil des Systems. Weitere Daten sind nach der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts im kommenden Jahr zu erwarten. von Alexander Morhart

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Für alte Öfen endet eine Übergangsfrist

5. Dezember 2017 - 7:00

Grundlage ist die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen, auch Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes genannt. Sie enthält eine langfristig angelegte Regelung, um den Anlagenbestand in Deutschland zu ertüchtigen und die gesundheitsschädlichen Emissionen von Staub und Kohlenmonoxid zu verringern. Die Regelung wurde bereits 2009 beschlossen. Für Anlagen, die vor 1975 errichtet wurden, lief die Übergangsfrist schon Ende 2014 ab.

Am 31. Dezember 2017 ist der Zeitpunkt zur Nachrüstung oder Außerbetriebnahme für Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- und Kachelöfen gekommen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und dem 31. Dezember 1984 errichtet und in Betrieb genommen wurden. Wenn durch eine Bescheinigung des Herstellers der Anlage oder durch eine Messung des Schornsteinfegers nachgewiesen werden kann, dass der Ofen die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid einhält, darf der Betreiber sie weiterhin zur Beheizung des Aufstellraumes benutzen, ohne eine Nachrüstung vornehmen zu müssen.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Nicht unter die Regelung fallen:

  • nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt
  • offene Kamine
  • Badeöfen
  • Grundöfen, also Einzelraumfeuerungsanlagen als Wärmespeicheröfen (Kachelöfen) aus mineralischen Speichermaterialien, die an Ort und Stelle handwerklich gesetzt wurden
  • Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt
  • Kamine und Öfen, die vor 1950 errichtet wurden (historische Öfen)

Bei Fragen zur eigenen Einzelraumfeuerungsanlage kann der Schornsteinfeger oder die zuständige Behörde vor Ort weiterhelfen, empfiehlt das Bundesumweltministerium (BMUB). Außerdem finden sich alle Informationen zur eigenen Feuerstätte und den entsprechenden Fristen im Feuerstättenbescheid, der vom Bezirksschornsteinfeger nach einer Feuerstättenschau ausgestellt wird.

Neben dem technisch einwandfreien Zustand einer Feuerungsanlage für feste Brennstoffe wie Scheitholz spielt der ordnungsgemäße Umgang mit einer solchen Anlage eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Luftschadstoffemissionen. "Rauch und Geruch sowie gesundheitsgefährdende Schadstoffe als Folge einer schlechten Holzverbrennung haben negative Auswirkungen auf die Umgebung und sind nicht selten Anlass für Nachbarschaftsbeschwerden", teilt das BMUB mit.

Die Beratung durch das Schornsteinfegerhandwerk sowie umfangreiche Informationsangebote bei den zuständigen Behörden und im Internet böten viele einfache Hinweise und Tipps, wie man Kaminöfen und andere Holzfeuerungen ordnungsgemäß und somit emissionsarm betreibt. So spielt neben der Verwendung des richtigen Brennstoffes auch dessen Feuchtegehalt eine wesentliche Rolle. Außerdem muss immer eine ausreichend große Luftzufuhr gewährleistet sein, um ein optimales Verbrennungsergebnis zu erzielen. Quelle: BMUB / sue

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Discovergy installiert erste intelligente Gaszähler

4. Dezember 2017 - 7:00

"Obwohl es im Wärmesektor keine Pflicht zu intelligenten Gaszählern gibt, spüren wir gerade in diesem Sektor eine stark wachsende Nachfrage", sagt Joachim Lang, Vertriebsleiter der Aachener Discovergy. Im Strombereich hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren mehr als 24.000 intelligente Zähler verbaut. Sie verfügen über eine Kommunikationsschnittstelle, die eine Echtzeit-Visualisierung ermöglicht.

Jedoch: "Im Gassektor sind die Einsparpotenziale unserer Kunden wesentlich größer – umso wichtiger ist es, auch hier eine sinnvolle Visualisierung des Verbrauchs zu schaffen", sagt Lang.

Beim Blick auf andere europäische Länder fällt auf: Das Angebot für Gas Smart Meter in Deutschland ist stark ausbaufähig. Einer aktuellen Studie zufolge sind Italien und die Niederlande ähnlich wie im Strombereich die Vorreiter. Bis 2022 sollen insgesamt 62 Millionen Gas Smart Meter in Europa installiert sein. Der weltweite Markt wächst um voraussichtlich sieben Prozent pro Jahr auf ein Volumen von 2,27 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021, teilt Discovergy mit.

Seit Sommer ist das Unternehmen mit seinem Gas Smart Meter für Privat-, Gewerbe- und Industriekunden auf dem Markt. Als Basis dient ein sogenannter mechanischer Balgengaszähler, der den Gasvolumenstrom per Verdrängungsmessung ermittelt – nach einem Patent aus dem Jahr 1878 von Emil Haas. Durch ein spezielles Zählwerk, das über einen Encoder verfügt wird der Zählerstand digitalisiert. Dieser Gaszähler wird mit dem Discovergy-Gateway Meteroit kombiniert – damit können Daten sicher ausgelesen und über das Web-Portal von Discovergy sowie die Smartphone-App visualisiert werden.

"Gerade Kunden wie etwa BHKW-Betreiber, Kliniken, Hotels oder Anbieter von Mieterstromlösungen, aber auch Privatkunden, die bereits Smart Meter für Strom einsetzen, haben uns immer wieder gefragt, wann der Gas Smart Meter von Discovergy kommt", sagt Vertriebsleiter Lang. "Heute sind diejenigen die Pioniere, die ihren kompletten Energieverbrauch transparent dargestellt bekommen. Und damit gezielt Kostensenkungspotenziale erschließen." Quelle: Discovergy / sue

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