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Energetisch Bauen und Sanieren

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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 3 Minuten 26 Sekunden

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. Januar 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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KfW-Award geht nach Bayern und Brandenburg

vor 14 Minuten 28 Sekunden

Der KfW Award zeichnet Bauherren oder Baugemeinschaften aus, die in den vergangenen fünf Jahren ein Neubau-Projekt umsetzten oder ein bestehendes Gebäude erweiterten, umwidmeten, modernisierten oder belebten. Der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, übernimmt die Schirmherrschaft des KfW Award Bauen. Die Jury um den Architekten Professor Hans Kollhoff bewertete die Vorhaben hinsichtlich ihrer Balance aus Architektur und Erscheinungsbild, guter Integration in das bauliche Umfeld, Energie- und Kosteneffizienz, zukunftsorientierter und nachhaltiger Bauweise, optimaler Raum- und Flächennutzung sowie auch individueller Wohnlichkeit.
Die sieben inländischen Objekte wurden von der Jury mit einem Preisgeld von insgesamt 37.000 Euro prämiert. Die Preisträger erreichen vielfach auch die Standards der KfW-Energieeffizienzhäuser und bauen dank ihrer gelungenen Architektur Barrieren ab.
Zum dritten Mal zeichnete die KfW auch ein internationales Projekt aus. Im polnischen Olawa wurden ehemalige Militär-Pferdestallungen in günstigen Wohnraum umgewandelt. Das Projekt, das Barrierefreiheit und Energieeffizienz fördert, wurde von der polnischen Förderbank Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK) finanziert.
Der erste Preis in der Kategorie Neubau ging an vier Familien im bayrischen Eggstätt. Sie bauten gemeinsam mit den Architektenbüros Kammerl und Kollegen sowie Pfaffing an einem alten Bauernhof an und schafften somit ein neues Heim für 21 Bewohner zwischen 6 und 67 Jahren. Der umgebaute Hof bietet nicht nur ein gemeinschaftliches Zusammenleben, sondern ist zudem auch energieeffizient.
Der zweite Preis ging nach Berlin. Der Neubau der Bauherren und Architekten Heike und Detlev Sommer präsentiert sich bereits durch seine Fassade, der beim Bau Blätter hinzugefügt wurden, als nachhaltiges Passivhaus. Durch die extra dicken Außenwände, Solarspeicher sowie beinah komplett CO2-neutrale Heizung und Kühlung, ist das Gebäude energieeffizient. Damit werden etwa 50 Prozent der Nebenkosten gespart.
Den dritten Preis sicherten sich Dagmar Janik-Stenzel und Dirk Stenzel. Das Paar brachte ein Stück Natur in die Stadt, mit einem städtischen Geschossbau aus Holz. Das Gebäude bietet neben einem Laden für Büromöbel viel Platz zum Wohnen, ein Garten auf dem Dach ist in Planung. Nicht nur von außen macht das Haus einen ökologischen Eindruck. Es spart dank Wärmepumpen, Solaranlage und Abluftanlage zudem Energie.
In der Kategorie Bestandssanierung ging der Preis nach Brandenburg. Almut und Thomas Berg haben ein 250 Jahre altes Haus umgebaut. Dabei achteten sie besonders darauf, denkmalgerecht und ressourcenschonend zu bauen. Um den Charakter der Zeit zu erhalten, wurden beispielsweise die traditionellen Sprossenfenster mit Isolierglas verstärkt. Auch setzt das Paar auf natürliche Dämmstoffe, Solarkollektoren und Wasserspeicher.
Der zweite Preis ging auch hier nach Berlin. Ein ehemaliges  Werkstattgebäude  stand fast 20 Jahre lang leer und wurde lediglich für Partys und Konzerte genutzt. Heute bietet es dank der Architekten Anita Eyrich und Christian Hertweck 25 Wohnungen und damit Raum für 51 Menschen. Der Umbau kombiniert Denkmalpflege mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Den dritten Preis sicherten sich Christine und Thiemo Ebbert aus Bochum, von Beruf aus Architekten, mit einem 75-jährigen Einfamilienhaus. Sie bearbeiteten traditionelle Elemente wie die Bleiglasfenster und Dielen mit energieeffizienten Technologien und bewahrten somit das historische Bild des Hauses. Zudem legten sie einen Fokus auf das nachhaltige Bauen durch Dämmung, Wärmepumpe und –speicher, Solarkollektoren und Lüftungen mit Wärmerückgewinnung.
Den diesjährigen Sonderpreis Ausland gewinnt das soziale Mietwohnungsbauprojekt in der niederschlesischen Stadt Olawa, rund 30 Kilometer von Breslau entfernt. In dem für das preußische Husarenregiment als Reithalle und Stallungen 1895 gebauten Gebäude entstanden barrierefreie Wohnungen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die zu wohlhabend sind, um eine Sozialwohnung zu bekommen, die aber nicht kreditfähig sind, um eine Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt kaufen zu können. Die Mieter sind an den Baukosten der Wohnung beteiligt, vergleichbar mit einer Kaution, die beim Auszug wieder zurückgezahlt und dann vom Nachmieter übernommen wird. Im Gegenzug erhalten die Mieter einen subventionierten Mietpreis, der nur rund ein Viertel der üblichen Mieten vergleichbarer Wohnungen beträgt.
 Ein mobiler Treppenlift wurde in den Altbau integriert, um auch Rollstuhlfahrern den Zugang zu ihren Wohnungen zu ermöglichen. Zum Standard gehören nun Wärmerückgewinnung mit moderner Wärmepumpen-Technik, Fußboden- und Deckenheizung, gedämmte Wände und hochwertige Fenster. In Zukunft soll das Haus mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Quelle: KfW / pgl

 

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BDH macht Druck für Steuerförderung in der Sanierung

25. Mai 2019 - 8:06

"Wir brauchen endlich wirksame steuerliche Anreize, um das gewaltige CO2-Einsparpotenzial im Wärmemarkt zu heben." Mit diesem Fazit schloss BDH-Präsident Uwe Glock das heutige Symposium des BDH im Rahmen der 20. Berliner Energietage.

Sind die Weichen richtig gestellt, um die Klimaschutzziele 2030 im Gebäudebereich zu erreichen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des mit hochkarätigen Experten aus Politik und Verbänden besetzten Podiums. Einigkeit bestand darin, dass die bisherigen Instrumente nicht ausreichen, um die Ziele für 2030 zu erreichen. "Vor allem bei den selbstgenutzten Ein- und Zwei-Familienhäusern liegen erhebliche CO2-Einsparpotenziale, die durch die bisherigen Förderangebote nicht ausreichend adressiert werden. Deshalb sollte die Förderkulisse schnellstmöglich um steuerliche Anreize für diese Zielgruppe ergänzt werden", führte Professor Andreas Holm, Leister des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. (FIW), aus.

Seit Jahren wird um die Einführung steuerlicher Anreize gerungen, um die energische Modernisierung des Gebäudebestands zu beschleunigen. So sind rund 13 Millionen der zirka 21 Millionen Heizkessel in Deutschland veraltet und entsprechen nicht dem Stand der Technik. "Es gibt genug privates Kapital für die energetische Sanierung, allerdings muss es durch entsprechende staatliche Anreize gezielt mobilisiert werden", fasste Uwe Glock die Diskussion zusammen. Dies sei umso dringlicher, da Deutschland bereits ab 2020 jährlich Strafzahlungen in Millio-nenhöhe drohten, wenn die Klimaziele verfehlt würden.

Auch eine Studie der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) belege, dass ein "Weiter so" nicht ausreiche, so Glock weiter. Anfang Mai legte die geea ein konkretes Maßnahmenpaket vor, wie die CO2-Emissionen im Wärmesektor bis 2030 um zusätzlich 13 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden könnten. Das Konzept setze vor allem auf Fördermaßnahmen wie die lange angekündigte steuerliche Förderung für private Hausbesitzer sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für die Immobilienwirtschaft.

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Positionspapier definiert Prozesse bei BIM

24. Mai 2019 - 8:37

Ein wesentlicher Baustein für die Digitalisierung der Bauindustrie ist das Building Information Modeling (BIM). Der Hochbau kann von einer durchgängigen Digitalisierung aller planungs- und realisierungsrelevanten Informationen besonders profitieren, denn aufgrund der zahlreichen Projektbeteiligten entstehen viele Schnittstellen. Zu den Voraussetzungen für die Umsetzung von BIM gehört daher eine eindeutige Festlegung der Anforderungen an Daten, Prozesse und Qualifikationen, sowie an Qualitätsmerkmale und Schnittstellen. Dabei ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit der Beteiligten vorrangiges Ziel.

Mit dem Positionspapier unterbreiten die Unternehmen der Bauindustrie hierzu ihren Vorschlag. Definiert werden Anforderungen an Informationsaustauschszenarien, Datenaustauschformate und Modellinhalte sowie die Anwendungsfälle und grundlegenden Prozesse in der Planungs- und Bauphase. Des Weiteren wird ein mehrstufiges Verfahren zur Sicherung der Modellqualität beschrieben. Als besonders wertvoll für die konkrete Anwendung in der Praxis dürfte sich der tabellarische Anhang erweisen: Bauteilbezogen und herstellerneutral listet dieser die Mindestanforderungen an den Informationsumfang von Modellelementen im Austauschszenario der Ausschreibung auf. Die empfohlene Arbeitsweise soll einen adäquaten Datenaustausch über alle Projektphasen gewährleisten.

Das Positionspapier versteht sich als konstruktiver Beitrag zur Digitalisierungsdiskussion der Bau- und Immobilienbranche. Entsprechend der fortschreitenden Entwicklung wird das Papier zukünftig weiter überarbeitet und angepasst. Quelle: ZDB / pgl

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Herdan: GEG-Entwurf kommt in den nächsten zehn Tagen

23. Mai 2019 - 7:14

Bei den 20. Berliner Energietagen war Einiges geboten. Über 350 Referentinnen und Referenten diskutierten über Visionen rund um die aktuellen Klimaschutzziele, ihre Anforderungen an die Politik und ihre Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Bauherren. Dabei konnten die Veranstalter mit prominentem Besuch überzeugen.

„Das Motto der Veranstaltung ‚Wenn nicht jetzt, wann dann?‘ passt genau in die Zeit. Wir wollen 2019 zum Jahr des Handelns beim Klimaschutz machen. Die Berliner Energietage sind eine hervorragende Ideenbörse, um wieder auf Zielpfad beim Klimaschutz zu kommen,“ sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze in ihrer Rede am Tag der Eröffnung. Ebenso rief sie dazu auf, Klimaschutz und CO2-Einsparung nicht als Hindernis für Ideen, sondern als Motor für Innovationen zu betrachten. Zudem sprach sich die Bundesumweltministerin für die Abschaffung des Deckels auf PV-Anlagen aus. Energieberater sollen im Maßnahmepaket der Bundesregierung für die Energiewende gestärkt werden.

Auch andere Politiker machten konkrete Ansagen. Thorsten Herdan, Abteilungsleiter im  Bundeswirtschaftsministerium versprach, der Referentenentwurf zum GEG (Gebäudeenergiegesetz) komme „in nächsten 10 Tagen“.

Durch die auch bei den Energietagen präsenten „Fridays for Future“- Demonstrationen, gewinnt die Debatte um CO2-Einsparung an Schwung. Welche Ziele wollen wir erreichen? Welche Ziele können wir erreichen? Das waren regelmäßig gestellte Fragen bei diversen Diskussionen. Denn auch bei ambitionierten Vorhaben wie bei Reduktion vom CO2-Ausstoß, müssen die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden. Denn die Einhaltung der Klimaziele wird von ihnen oft auch als Belastung empfunden. Ein Grund dafür ist die oftmals noch zu geringe Förderung von Investitionen zur Effizienzsteigerung von Gebäuden, welche es klimainteressierten Bauherren erschwert, Förderungen zu bekommen.

Ein Ziel, diverse Wege

Dass Klimaschutz an Bedeutung gewinnen sollte und dass Energie sparen auch für die Bürgerinnen und Bürger Vorteile bringt, darin waren sich alle einig. Doch wie man diesen Weg geht, dazu gab es divergierende Meinungen. Während einige Referentinnen und Referenten nur auf erneuerbare Energien setzen wollten, zeigten andere eine Mischung der Energien als Chance für die Zukunft. So appellierte Professor Martin Neumann, MdB und Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion beim Seminar des Institut für Wärme und Oeltechnik für einen Energiemix. Nur wenn auch Öl und flüssige Energieträger berücksichtigt werden, könne die Energiewende unter ökologischen Aspekten erzielt werden, so sein Fazit.

Zwang durch Begeisterung ersetzen

Unter dem Titel „Energiewende à la GIH – innovativ, pragmatisch, konkret“ hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit,  mit dem Bundesvorsitzenden Jürgen Leppig, Josef Hochhuber, stellvertretender Referatsleiter Grundsatzfragen erneuerbarer Energien im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und Armin Bühler von der Firma Klimatop und dem Bündnis Raum- K, Netzwerk Raum-Klima-Systeme zu sprechen. Hochhuber stellte das vom Freistaat Bayern entwickelte „10.000 Häuser“- Programm vor. Besitzer von Alt- wie Neubauten sollen gefördert werden, wenn sie in klimafreundliche und energieeffiziente Technologien investieren wollen. Armin Bühler zeigte, dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit nur in Gemeinschaft möglich sind. Aus der Klimatop GmbH, welche wärme- und kältegarantierende Maßnahmen aufzeigen möchte, entstand „Raum- K, Netzwerk Raum-Klima-Systeme“. Um diverse Gewerke miteinander zu vereinen, will dieser Zusammenschluss die ökologische und ökonomische Sicht auf den Klimawandel verändern.

Ein zentraler Aspekt: Die Erneuerung des Energiebedarfs soll nicht nur in Strom, sondern auch in Wärmekapazitäten gedacht werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Fachkräftemangel. Nur zusammen kann man etwas erreichen – auch dann, wenn man Speichersysteme produziert, welche vom Verbraucher selbst eingebaut werden können. Daher sollen energiespeichernde Innovationen einfach und praxisnah verwendbar sein.

Alleine im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser seien bis 2050 rund 7.500.000 Gebäude zu sanieren. Um das zu schaffen, wären 300.000 Fachkräfte benötigt. Diese gibt es aber gerade nicht. Daher sein Antrieb: Einfachere Systeme sollten in kürzerer Zeit mehr energieeffiziente Sanierungen ermöglichen. Zudem sollte überschüssige Energie nutzbar werden. Eine Kombination aus Deckenspeicher, Wärmepumpe und Klimadecke könnte zahlreiche Gebäude energieautark machen.

Auch wenn es inhaltliche Unterschiede gab, waren sich alle Referenten bei einem Aspekt einig: Die Möglichkeit, energetisch hochwertiges Bauen zu fördern muss unbürokratischer werden. Und Bedingungen, die Kleininvestitionen verhindern müssten abgebaut werden. So bekommen beispielsweise interessierte Bauherren erst ab höheren Summen Kredite – dadurch werden gerade die oftmals für ein energieeffizientes Haus nötigen kleineren Beträge nicht ermöglicht und dadurch werde auf eine Sanierung verzichtet, so der GIH.

Einigkeit bestand auch darin, dass es besser sei, die drohenden CO2-Abgaben nicht an die EU zu zahlen, sondern schon jetzt in nachhaltige Sanierungen zu investieren. Damit wäre vielen geholfen – Steuerzahlern, Bauherren und den Menschen, welche über eine nachhaltige Zukunft der Immobilien nachdenken. von Wolfram Hülscher

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Fensterlüfter Ventotherm Twist löst Ventotherm ab

22. Mai 2019 - 9:51

Schüco Ventotherm Twist ist in sechs Abstufungen skalierbar: Je nach benötigtem Volumenstrom und Größe kann die Anzahl der Ventilatormodule von 2 x 1 bis 2 x 6 angepasst werden – für einen maximalen Volumenstrom bis zu 140 m³/h. Das Lüftungssystem ist ohne Filter, mit einem von Schüco empfohlenen Grobstaubfilter für Partikel > 10 µm (wie Staub, Pollen, Sporen) oder mit einem Feinstaubfilter für Partikel bis 1 µm (beispielsweise Bakterien) erhältlich. Dabei werd eine Filtereffizienz bis zu 75 Prozent erreicht, so das Unternehmen.

Wie schon das Vorgängermodell Ventotherm kann das Lüftungssystem manuell und automatisiert gesteuert werden. In der Basic-Variante erfolgt dank drahtloser Kommunikation eine manuelle Steuerung über eine Tastenbedienung. Der alternierende Wechsel von Zu- und Abluft sorgt mittels Temperatursensoren für eine hohe Wärmerückgewinnung. Die Comfort-Variante sorgt darüber hinaus für eine bedarfsgerechte Lüftung dank zusätzlicher Luftqualitätssensoren. Über die Comfort-Bedienung – ein modernes Touchdisplay – ist das Lüftungsgerät intelligent steuerbar: ein automatischer Modus sorgt für beste Luftqualität, individuelle Zeitprogramme sind einstellbar, der Silent Modus sorgt für einen laufruhigen Betrieb und die Bypassfunktion kann für eine effiziente Nachtauskühlung im Sommer genutzt werden.

Mit einer Höhe von 110 mm, einer maximalen Breite von 6.000 mm und einer maximalen Tiefe von 345 mm kann der Ventotherm Twist flexibel in alle gängigen Schüco Fenstersysteme aus Aluminium und Kunststoff integriert werden. Dabei ist ein Einbau horizontal und vertikal möglich. Die Montage erfolgt durch einfaches Aufschrauben auf das Element. Dank entnehmbarer Komponenten sei zudem eine intuitive, werkzeuglose Wartung möglich, so Schüco. Quelle: Schüco / sth

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Preisgünstiger Energiespeicher arbeitet mit Zink und Luft

22. Mai 2019 - 9:15

„Einer der Vorteile ist, dass Zink weltweit sehr verbreitet ist und sogar in Deutschland in der Erdkruste vorkommt“, sagt Professor Peter Glösekötter vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, der das Projekt mit seinem Team federführend betreute. Gerade im Hinblick auf Ressourcenknappheit ist dies eine gute Nachricht. Edelmetalle und seltene Erden, die in vielen gängigen Energiespeichern verbaut sind, könnten mit der neuen Technologie eingespart werden. „Außerdem lässt sich Zink auch nach dem Einsatz im Speicher sehr gut weiterverwenden, unsere Zellen sind zu 98 Prozent recycelingfähig“, so Glösekötter. Und der günstige Preis kann sich ebenfalls sehen lassen, wie Andre Löchte, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Glösekötters Labor, ergänzt: „An Materialkosten fallen ungefähr zwei Euro pro Zelle an – davon benötigen wir zehn, um eine Kilowattstunde zu speichern.“

Und so funktioniert der Speicher: Zink reagiert mit Sauerstoff und setzt dabei Energie frei. Der Zink befindet sich in der Zelle, der Sauerstoff in der Luft gelangt durch die durchlässige Elektrode hinein. Dass sich lediglich ein Reaktionspartner in der Zelle befindet, hat den Vorteil, dass im Vergleich zum gängigen Lithium-Ionen-Akkumulator höhere Energiedichten möglich sind. Damit man die Zelle aber wieder aufladen kann, sind ein wässriger alkalischer Elektrolyt und eine bifunktionale Gasdiffusionselektrode oder eine separate Ladeelektrode nötig, die eine Oxidation der entstehenden Hydroxidionen ermöglicht. Ist der Kapazitätsverlust zu groß, die Zelle also für den Speichergebrauch defekt – den Berechnungen der Wissenschaftler nach ist das ungefähr nach etwa zehn Jahren der Fall –, dann besteht die Möglichkeit, das verwendete Elektrolyt Kalilauge weiterzuverkaufen. Denn die Industrie kann sie zum Neutralisieren chemischer Abwässer, die häufig sauer sind, einsetzen.

„Das Potenzial dieser Technologie ist auf jeden Fall da“, findet Markus Kunkel, Geschäftsführer von 3e. „Außerdem sind wir dank des Elektrolyts auf der sicheren Seite, das Gefahrpotenzial ist geringer als bei anderen Speichertechnologien.“ Auch Anno Jordan von EMG Automation sieht das so. „Wir streben direkt ein nächstes Projekt an. Das Batteriemanagementsystem des aktuellen Demonstrators setzt sich noch aus diskreten Komponenten zusammen. Jetzt steht der nächste Entwicklungsschritt an, wir wollen die Integrationsdichte des Batteriemanagementsystems und damit auch die des Gesamtsystems erhöhen, dann ist das auch etwas für den kommerziellen Bereich.“

Ein weiteres Problem, das das Forscherteam noch lösen muss, ist die Optimierung des Elektrolytenmanagements. Denn für einen optimalen Ablauf darf die Elektrolyt-Konzentration in den Zellen nicht zu hoch sein. Danach wollen die Wissenschaftler den konkreten Anwendungsfall testen und den Zink-Luft-Speicher an die Photovoltaik-Anlage auf dem Steinfurter Campus der FH Münster anschließen und aufladen.

Für das Folgeprojekt werden gerade die Weichen gestellt. Und es sieht gut aus: Das Team verspricht sich damit, neue Märkte zu erschließen und das Zelldesign in puncto höhere Leistungsdichte weiterzuentwickeln. Dabei sollen auch die Stadtwerke Steinfurt mit ins Boot kommen. „So können wir die Anforderungen für den praktischen Aufbau weiter spezifizieren und bekommen neue Möglichkeiten zum Testen, zum Beispiel im Windpark hier in Steinfurt“, sagt Löchte. Quelle: FH Münster /sth

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KfW-GIH-Kongress: Herdan will GEG aus der Endlosschleife holen

21. Mai 2019 - 8:24

Dass beim jährlichen GIH-Bundeskongress der Leiter der Abteilung „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“ im Bundeswirtschaftsministerium, Thorsten Herdan, aus dem Ministerium berichtet, ist nicht neu. Dass der Kongress zusammen mit der KfW-Förderbank in deren Berliner Niederlassung ausgerichtet wurde allerdings schon.

Das zentrale Fachforum bestritt denn auch KfW-Prokurist Dirk Markfort. Den größten Raum in seinem Vortrag nahmen kleinere Änderungen bei den Förderprogrammen und die KfW-Förderstatistik ein. Auf Nachfrage hielt er aber auch mit seiner Meinung zur Förderung von Öl- und Gasheizungen nicht hinter den Berg: Er sei „grundsätzlich dafür“, denn „wenn wir das nicht tun, dann bleibt der 20 Jahre alte Wärmeerzeuger drin.“ Die Frage werde aber sehr stark diskutiert, auch im Wirtschaftsministerium.

Herdan: Öl- und Gasheizungen zu fördern ist Unsinn

Herdan nahm bei seinem Vortrag zwei Stunden später die Gegenposition ein. Etwas mit Steuergeld zu fördern, was am Markt Standard sei, sei „etwas krude“ und führe zu Mitnahmeeffekten. Und: „Etwas zu fördern, was eben nicht in die Zukunft schaut, finde ich noch seltsamer.“ Aus der Gesellschaft heraus müsse klargemacht werden: „Wir wollen diesen Unsinn nicht mehr.“

Denn, so bedauerte der aus der Wirtschaft kommende, parteilose Herdan, die Politik fühle sich kaum in der Lage, ein Ende dieser Förderung umzusetzen – „weil Europawahl ist, weil Landtagswahlen sind und die nächste Bundestagswahl.“ Herdan will andererseits den Einbau von Öl- oder Gas-Brennwertheizungen nicht – wie später zum Teil bei der abendlichen Podiumsdiskussion zu hören war – verbieten. Denn „es gibt viele Fälle, wo ich keine sinnvolle Alternative habe.“

GIH-Bundesvorsitzender Jürgen Leppig, in dessen Verband es zur Frage der Förderung von im Wesentlichen fossil befeuerten Heizungen unterschiedliche Meinungen gibt, hielt sich zu dieser Frage in der Podiumsdiskussion mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen bedeckt. KfW-Mann Markfort sagte zur zukünftigen Förderung, er „vermute und hoffe, dass es schlechtestenfalls auf Hybridanlagen“ als Fördervoraussetzung hinauslaufe, also zum Beispiel „Brennwertkessel mit Wärmepumpe, Brennwertkessel mit Solarthermie“.

Dass schon Stellschrauben der KfW-Programme auf das in der Förderstatistik ablesbare Verbraucherverhalten großen Einfluss haben können, wurde am Beispiel von Solarthermie und Wärmepumpe deutlich: Im Neubau, so Markfort, seien bis 2016 noch sehr stark Solarthermieanlagen gekauft worden. Danach, nämlich seit der Reduktion des Primärenergiefaktors von Strom in den Förderbestimmungen 2017, „ist die Solarthermieanlage sehr stark in den Keller gegangen und dafür anteilig die Wärmepumpe hochgegangen.“ Bei der Sanierung gebe es da allerdings keine Veränderung.

KfW will Bilanzierung nicht auf CO2 umstellen

Auf die Publikumsfrage nach einer Umstellung von der traditionellen Bilanzierungsmethode Primärenergie auf CO2 sagte Markfort, man mache sich Gedanken dazu, aber es sei noch nicht konkret. Es sei ihm lieber, das Ordnungsrecht würde vorangehen. Das mache die KfW „nicht so angreifbar“ und erwecke auch nicht den Eindruck einer „gewissen Willkür“. Markfort sagte dann allerdings auch, CO2 als Bilanzierungsgröße habe sich „nicht so richtig bewährt“.

Ein anderer Teilnehmer aus dem Publikum, namentlich Tobias Schellenberger, Geschäftsführer des Industrieverbands Polyurethan-Hartschaum (IVPU), kritisierte eine Fußnote in der eigentlich ministeriumsinternen, aber an die Öffentlichkeit gelangten Entwurfsfassung für ein Gebäudeenergiegesetz. Die Anforderungswerte an die Bauteile beim Umbau eines Hauses seien gegenüber der EnEV 2014 nur scheinbar unverändert. „Wenn sie aber in die Fußnote reingucken, dann sehen sie, dass diese Anforderungen erst greifen, wenn das Dach einen U-Wert von mehr als 0,7 Watt pro Quadratmeter und Kelvin hat, das heißt auf dem Stand ist von, sagen wir mal, 1977.“

Aufweichung der EnEV durch Fußnote im GEG-Entwurf

Auch bei der Festlegung für die Wände sieht Schellenberger eine geplante Aufweichung per Fußnote durch eine noch weiter als bisher reichende Ausnahmeregelung. Das könne man „so nicht akzeptieren“. Dirk Markfort versuchte zunächst zu argumentieren, das entspreche sowieso bereits der heutigen Praxis. Doch Schellenberger setzte nach, und Markfort sagte dann nur noch: „Danke für den Hinweis.“

Thorsten Herdan wiederum plädierte abseits dieser Diskussion sogar für eine Verschärfung der Grenzwerte in einem GEG. Die Endlosschleife des Gesetzgebungsprozesses, die sich im Zusammenhang mit einer verschärften Grenzwerten entgegenstehenden Stelle im Koalitionsvertrag verstetigt hat, will er unterstützt durch den Greta-Thunberg-Effekt beenden, indem der Entwurf auch offiziell in die Öffentlichkeit gegeben und so die Diskussion wieder angestoßen wird. Ähnlich formulierte es GIH-Chef Leppig später in der Podiumsdiskussion.

Anpassung der KfW-Programme dauert bis zu sechs Monate

Und wenn das GEG tatsächlich kommt: Wie lange wird es dauern, bis die KfW die Förderprogramme anpasst? Dirk Markfort nannte als Erfahrungs- und zugleich Zielwert „eine Größenordnung von drei Monaten oder einem halben Jahr“. Er beantwortete auch diverse weitere Fachfragen, die Berater aus ihrer Alltagspraxis heraus stellten.

GIH-Chef Leppig platzierte in der Podiumsdiskussion, aber auch direkt gegenüber Thorsten Herdan immer wieder Verbandsforderungen – so unter anderem die nach der steuerlichen Absetzbarkeit von Energiesparmaßnahmen. Vieles läuft auf eine stärkere Förderung der Energieberatung hinaus. Bei Herdan selbst rannte er damit offene Türen ein; zu den Lieblingsideen des Abteilungsleiters gehört ein Konzept mit dem Arbeitstitel „anlassbezogene Zwangsberatung“, also eine staatlich geförderte Energieberatung bei Anlässen wie Hausverkauf, Renovierung oder Wohnungswechsel. Dem Vernehmen nach gibt es in Herdans Ministerium dafür aber kaum Mitstreiter.

Leppig sagte auch, ihm tue es weh, „dass wir mit Steuergeldern neue Heiztechniken fördern, die nicht so funktionieren, wie sie eigentlich könnten.“ Es seien ihm maximal zwei als Brennwertheizungen verkaufte Ölheizungen bekannt, „die wirklich mal im Brennwertbereich gelaufen sind.“ An anderer Stelle nannte er eine der Ursachen: „90 Prozent aller Heizungen werden im Keller so eingebaut, wie sie das Werk verlassen“, also nicht für das jeweilige Haus korrekt eingestellt und daran angepasst. Bei diesem Problem scheint Leppig das Fordern nach mehr Beratung und qualifizierter Ausführung von Handwerkerleistungen aufgegeben zu haben. Seine einzige Hoffnung: „intelligente Systeme, die ‚Selbstheileffekte’ haben.“  von Alexander Morhart

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DESAX sinkt auch im April

21. Mai 2019 - 6:57

Nach 216 im vorangegangenen März stürzte der Indexwert bei den Heizungen im April auf 173 ab und erreichte damit in etwa das gleiche Niveau wie im April des Vorjahres (182). Grundlage für den Index sind Online-Anfragen nach Sanierungsangeboten, die bei der Deutschen Auftragsagentur und ihrem Portal daemmen-und-sanieren.de eingehen.  Die Marke 100 des DESAX kennzeichnet den Durchschnitt der Sanierungsanfragen im Referenzjahr 2012. Im April 2019 gingen also etwa 180 Prozent der durchschnittlichen Anfragen nach neuen Heizungen im Jahr 2012 ein.

Weniger deutlich fiel der Rückgang im Segment Dach und Dämmung aus: Im März betrug der Indexwert dort 130, im April sank er auf 112. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Rückgang allerdings umso höher, denn im April 2018 war der DESAX-Wert für Dach und Dämmung mit 247 mehr als doppelt so hoch. Auch im Segment Fenster gingen im vergangenen April deutlich weniger Anfragen ein als vor einem Jahr. Damals betrug der Indexwert 206, im vergangenen Monat nur 111 nach 116 im März.

Damit zeigt auch der DESAX, dass das Interesse an Sanierungen derzeit zurückgeht. Auf Besserung in den kommenden Monaten ist kaum zu hoffen, denn traditionell sind die Anfangsmonate eines Jahres stark, zur Jahresmitte flaut das Interesse jedoch ab.

Der Deutsche Sanierungsindex DESAX wird von EnBauSa.de und "Dämmen und Sanieren" herausgegeben. Er soll für Transparenz im Sanierungsmarkt sorgen. Die Auswertung und Veröffentlichung erfolgt monatlich. sth

 

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Zahl der Baugenehmigungen geht zurück

20. Mai 2019 - 9:55

Insgesamt wurde in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres der Bau von 75.600 Wohnungen genehmigt. Die Genehmigungen galten sowohl für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden rund 65.700 Wohnungen genehmigt. Dies waren 3,4 Prozent oder 2.300 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Gestiegen ist ausschließlich die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser (+2,3 Prozent). Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank dagegen um 4,0 Prozent und die Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser um 4,4 Prozent. Bei den neu zu errichtenden Nichtwohngebäuden, die von Januar bis März 2019 genehmigt wurden, verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 Millionen Kubikmeter auf 47,5 Millionen Kubikmeter (-7,5 Prozent).

"Wir sind von der Entwicklung der Wohnungsbaugenehmigungen im ersten Quartal diesen Jahres enttäuscht. Der gute Start im Januar hat sich leider nicht fortgesetzt", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Insbesondere bei neuen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern herrsche vor allem in den Großstädten weiterhin Mangel. Ohne eine ausreichende Bautätigkeit werde sich der Mietwohnungsmarkt in den Ballungszentren so schnell nicht wieder entspannen, so Babiel, der zudem forderte: "Es müssen jetzt endlich die wirklichen Probleme, wie fehlendes Bauland, die unterschiedlichen Landesbauordnungen, die Grundstücksspekulation und die Blockade der Sonderabschreibung angegangen werden.“

Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, nannte die Zahlen "einmal mehr ernüchternd" und forderte einen Abbau der Regulierungen. "Es zeigt sich ein ganz einfacher Zusammenhang: Je mehr Regulierung desto weniger Wohnungswachstum", sagte er. Die Baugenehmigungszahlen müssten endlich deutlich nach oben getrieben und Planungsprozesse beschleunigt werden – etwa durch die Einführung einer digitalen Bauakte, die Einführung einer Muster-Hochhausrichtlinie oder die Harmonisierung der 16 unterschiedlichen Landesbauordnungen, um das serielle Bauen zu fördern. "Die Vorschläge liegen seit Monaten auf dem Tisch, die Politik vergeudet hier wertvolle Zeit“, so Mattner. Quelle: Hauptverband Bauindustrie/ZIA/sth

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Gebäudeallianz mahnt Steuerförderung an

20. Mai 2019 - 6:59

Das Paket setzt vor allem auf Fördermaßnahmen wie die steuerliche Förderung für private Hausbesitzer, verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für die Immobilienwirtschaft, mehr Förderung von Einzelmaßnahmen, Effizienzhäusern und Nichtwohngebäuden sowie das gezielte Vorantreiben neuer Technologien. Gleichzeitig spielen Beratung und Kommunikation sowie die Verbesserung des Ordnungsrechts eine zentrale Rolle. Investoren, Hausbesitzer und Mieter sollten verstärkt über die Vorteile von Energieeffizienz informiert werden.

„Auch wenn der Gebäudebereich seine Treibhausgasemissionen seit 1990 bereits um mehr als 40 Prozent reduziert hat: Mit Blick auf die Sektorziele der Bundesregierung bleibt der Handlungsbedarf gewaltig“, sagt Andreas Kuhlmann, geea-Sprecher und Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena). „Die jährlichen Emissionen im Gebäudesektor sollen laut Klimaschutzplan der Bundesregierung auf 72 Millionen Tonnen im Jahr 2030 sinken. Davon sind wir weit entfernt. Die bereits stattfindende Gebäudesanierung bringt erst eine Einsparung von rund 20 Millionen Tonnen. Das Geea-Maßnahmenpaket ermöglicht weitere 13 Millionen Tonnen." Man brauche deutlich mehr Tempo im Gebäudesektor, denn sonst drohten Ausgleichszahlungen, betonte Kuhlmann.

Verbleibende Lücke muss geschlossen werden

Um die über das geea-Maßnahmenpaket hinaus verbleibende Klimaziellücke von 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Gebäudesektor zu schließen, drängt Kuhlmann auf eine Diskussion über weitere Optionen. Diese können von einer beschleunigten Markteinführung von klimaneutralen, synthetischen Brennstoffen über einen CO2-Preis bis hin zum Handel mit Energieeinsparzertifikaten im Gebäudesektor reichen.

Zudem seien weitere Klimaschutzpotenziale bei Themen absehbar, die zwar bereits diskutiert werden, aber nicht schnell genug vorankommen. Der geea-Sprecher nennt hier beispielhaft die energetische Sanierung von Quartieren anstelle einzelner Häuser, Chancen durch Automatisierung und Digitalisierung im Gebäudebetrieb oder auch die Entwicklung neuer Geschäfts- und Investitionsmodelle. Quelle: Geaa / pgl

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Markt für Batteriespeicher wächst 2019 weiter

19. Mai 2019 - 7:33

2018 konnte der deutsche Markt für Heimspeicher erneut ein deutliches Wachstum verzeichnen und seine Rolle als global führender Absatzmarkt für Heimspeicher behaupten. Getragen vom anhaltenden Anstieg der Neuinstallationen an Photovoltaik (PV)-Kleinanlagen, wurden nach Berechnungen des in Bonn ansässigen Marktforschungs- und Beratungsunternehmens EuPD Research 45.000 Heimspeicher in 2018 installiert.

Ausgehend von einer Nachrüstquote von 15 Prozent wurden gut 38.000 Speicher gemeinsam mit einer neuen Photovoltaik-Anlage installiert. Bei 57.000 neu installierten Photovoltaik-Anlagen zwischen 3 und 10 kWp wurde somit bei 2 von 3 PV-Anlagen direkt ein Heimspeicher mitinstalliert.

Der Eintritt von Siemens Anfang des Jahres belegt Interesse an diesem Markt belegt. Nahezu kam es zur Übernahme des bayerischen Batterieherstellers Sonnen durch den Energiekonzern Shell, was als Beleg für den Übergang in einen Massenmarkt gesehen wurde  Für das aktuelle Jahr 2019 prognostiziert EuPD Research ein weiteres Wachstum auf gut 51.000 Installationen von Heimspeichern in Deutschland.

In Bezug auf die Marktpositionierung konnte sich Sonnen auch 2018 auf der Spitzenposition im deutschen Markt behaupten. Auf den Verfolgerplätzen 2 und 3 finden sich 2 asiatische Anbieter LG Chem und BYD. Insgesamt sind die 3 größten Anbieter im deutschen Markt für jeden zweiten verkauften Heimspeicher verantwortlich.

Die Darstellung der Marktanteile basiert auf einer umfangreichen Anbieterbefragung, Installateurs- und Endkundenbefragungen sowie ergänzenden Recherchen durch EuPD Research. Insgesamt summieren sich die Unternehmensangaben und Schätzungen sogar auf ca. 50.000 Heimspeicher im deutschen Markt für 2018. Hierbei wird jedoch von einem Anteil an Lagerhaltung beim Hersteller bzw. im Verkaufsprozess im Großhandel und anderen Zwischenhändlern sowie beim Installateur von 10 Prozent ausgegangen. Quelle: EuPD Research / pgl

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Forscher reduzieren Schadstoffe aus Hackschnitzelheizung

18. Mai 2019 - 7:29

Durch eine Vorwärmung der Verbrennungsluft, die optimierte Zufuhr und Verteilung von Primär- und Sekundärluft am Verbrennungsrost und im Brennraum sowie in Verbindung mit einem neu entwickelnden Regelungskonzept ist es möglich, die Emissionen von Hackschnitzelheizungen wesentlich zu vermindern. Die neuartige Regelung und verbesserte Verbrennungsluftführung erlaubt es, auch Biobrennstoffe mit Qualitätsschwankungen mit hoher Effizienz und geringen Emissionen zu nutzen.

Für Bestandsanlagen wurde ein Nachrüstkonzept entwickelt, um die Primärmaßnahmen und Regelungskonzepte auch für bestehende Anlagen anbieten zu können. Derart optimierte Hackschnitzelheizungen können die strengen Emissionsanforderungen der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung durch die technische Verbesserung der Feuerung und die innovative Feuerungsregelegung erfüllen und so einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zeigen, dass sich die Maßnahmen durch die einhergehenden Effizienzgewinne positiv auf die Wärmegestehungskosten und Amortisationszeiten der Biomasseanlagen auswirken.

Die Firma Pozenith lässt die positiven Forschungsergebnisse in die aktuelle Produktentwicklung und Verbesserung ihres Holzheizkessel- beziehungsweise Biomassekesselsortiments einfließen. Die dokumentierten Forschungsergebnisse bieten auch anderen Forschungseinrichtungen und Kesselherstellern fundierte Informationen zur Optimierung von Biomassefeuerungsanlagen. Quelle: FNR / pgl

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Deutschland ist Vorletzter bei Energieeffizienz

17. Mai 2019 - 7:18

In einer  Studie landet Deutschland mit seinem Entwurf für den Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) auf dem vorletzten Platz unter den 28 EU-Staaten. Insbesondere bei der Energieeffizienz droht Deutschland den Anschluss zu verlieren, warnte die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF). Luxemburg und die Niederlande haben die ambitioniertesten Energieeffizienzziele an die EU gemeldet. Vor allem mangele es in Deutschland aber an politischen Maßnahmen zur Erreichung seiner nationalen Energieeffizienzziele, heißt es in der in der von der European Climate Foundation beauftragten Studie. Bei konkreten Energieeffizienzpolitiken liegt Deutschland auf Platz 26 von 28.

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF: „Das Klimakabinett ist gefordert, den politischen Attentismus endlich zu beenden. Die im Koalitionsvertrag angekündigte sektorübergreifende Energieeffizienzstrategie wurde noch nicht einmal im Ansatz diskutiert. Wichtige Maßnahmen wie die Steuerförderung für energetische Modernisierungen verstauben in der Schublade.“

In der Studie heißt es, neben Deutschland haben nur Estland und die Slowakei versäumt, Auskunft über weitere geplante Energieeffizienzpolitiken zu geben. Deutlich konkreter sind die Pläne von Griechenland, Spanien und Kroatien. Auch die anderen großen EU-Volkswirtschaften Italien und Frankreich stehen deutlich besser da. Aus dem Berichtsentwurf der Bundesregierung geht dabei hervor, dass bei einem Weiter-wie-bisher die für 2020 geplanten Energieeffizienzziele erst 2030 erreicht würden. Bis Ende des Jahres haben Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten Zeit, konkrete Pläne gegenüber der EU-Kommission vorzulegen. Quelle: Deneff / pgl

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Finalisten der DGNB-Challenge stehen fest

17. Mai 2019 - 7:12

"Die Finalisten zeigen mit ihren Ansätzen und Lösungen die enorme Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens", sagt Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB und Teil der Jury. Gemeinsam mit den Mitgliedern des DGNB Innovationsbeirats wählte sie die neun Kandidaten der Sustainability Challenge aus rund einhundert Bewerbungen aus.

In der Kategorie "Innovation" qualifizierten sich die DAW SE, die Intewa GmbH und die strohlos Produktentwicklung GmbH. DAW wurde für ihre auf Leindotter basierenden Lasuren und Holzöle ausgewählt, die einen Beitrag zur Biodiversität und zur Stärkung des Ökosystems leisten. Für einen fast geschlossenen Wasserkreislauf sorgt die dezentrale Systemlösung zur Aufbereitung von Regen- und Grauwasser von Intewa. Dabei wird bis zu 95 Prozent Trinkwasser eingespart. Nominiert für ihre unterschiedlich anwendbaren Platten aus einjährig nachwachsenden Rohstoffen ist strohlos Produktentwicklung.

Die Finalisten in der Kategorie "Start-ups" sind die Green Hydrogen Esslingen GmbH, materialrest24.de und die vilisto GmbH. Die Green Hydrogen Esslingen GmbH errichtet und betreibt eine Power-to-Gas-Anlage als Herzstück des klimaneutralen Stadtquartiers Esslingen Weststadt. Dabei wird unter anderem grüner Wasserstoff für Mobilität, Industrie und die Rückstromversorgung genutzt. Ein virtuelles Lager für ungenutztes Baumaterial von Handwerksunternehmen bietet die Online-Plattform materialrest24.de. Von vilisto kommt ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Wärmemanagement für Nichtwohngebäude für eine vollautomatische, vorausschauende und bedarfsgerechte Steuerung von Heizkörpern.

Nominiert in der Kategorie "Forschung" ist das Projekt BauCycle, das eine ganzheitliche Verwertungsstrategie für Bauschutt und dessen Feinfraktion erforscht. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Fraunhofer-Institute IBP, IML, UMSICHT und IOSB. Weiterer Finalist ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt von Arup, Mogu und Ardex, bei dem ein modulares Material- und Bausystem für den Innenausbau entwickelt wurde, das den Bioverbundwerkstoff Myzelium nutzt. Hinzu kommt die Agricultural Lighting Facade, mit der ein ganzjähriger Gemüseanbau hinter Glasfassaden in Gebäuden ermöglicht wird. Hinter dem Projekt stehen der Architecture Research Incubator, die Professur Green Technologies in Landscape Architecture sowie der Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung von der Technischen Universität München. Ebenfalls beteiligt sind das Ingenieurbüro Hausladen und Barthelme LED Solutions. Quelle: DGNB / pgl

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Sandwich-Wand dämmt gut und ist recyclingfähig

16. Mai 2019 - 7:04

Die „Sandwich-Wand“ aus Ultrahochleistungs-Beton und mineralischem Schaumbeton ist im Vergleich zu konventionellen Fertig-Wandelementen dauerhafter, dämmt besser und ist vollständig recyclebar. Die Entwicklung setzt rein auf mineralische Stoffe: Zwei Schichten Ultrahochleistungs-Beton (UHPC) umgeben einen wärmedämmenden und lastabtragenden Kern aus chemisch aufgetriebenem und lufthärtendem Schaumbeton. Der UHPC wird gegen den Schaumbetonkörper betoniert, wodurch ein guter Verbund und somit ein hoher Widerstand gegen einwirkende Lasten resultiert. Bei einem möglichen späteren Rückbau sind die Schichten dennoch leicht trennbar und einfach zu recyclen – ganz anders als konventionelle Wandelemente, in denen verschiedene mineralische und organische Baustoffe durch Klebstoff verbunden sind.

Um eine möglichst hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Wärmedämmung zu erreichen, optimierten die Wissenschaftler die Porenverteilung und -struktur des Schaumbetons; eine zusätzliche Zugabe von Leichtzuschlägen, wie sie in Konstruktionsleichtbetonen eingesetzt werden, wurde ebenfalls in den Untersuchungen berücksichtigt. Der lufterhärtende Schaumbeton hat die Vorteile, dass er in jede beliebige Form eingebracht werden kann, somit ortsunabhängig herstellbar ist, dort aufschäumt und keine energieintensive „Autoklavierung“, also ein Erhärten bei hohem Druck und Temperatur benötigt.

„Unser Wandelement ist kostengünstig herstellbar und zeichnet sich durch sehr geringe Instandsetzungskosten und eine lange Nutzungsdauer aus“, bemerken die Wissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Middendorf und Dr. Alexander Wezel vom Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie der Universität Kassel. „Es hat hervorragende Wärmedämm-Eigenschaften und leistet in Kombination mit der vollständigen Recyclebarkeit einen deutlichen Beitrag zum Umweltschutz.“

Die multifunktionalen Sandwich-Elemente sind für das modulare Bauen mit Fertigbauteilen prädestiniert. Die Kasseler Wissenschaftler, zu denen auch das Team von Prof. Dr.-Ing. Ekkehard Fehling vom Fachgebiet Massivbau zählt, favorisieren den Einsatz zur Errichtung von Industriehallen und großen Wohnanlagen, aber auch zur Aufstockung von Bestandsgebäuden. Sie haben bereits Kontakte zur Industrie aufgebaut, um die Entwicklung zur Serienreife zu bringen. Ein Prototyp-Bau mit den Sandwich-Elementen in Form eines Pavillons ist für Langzeitmessungen auf dem Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz errichtet worden. Quelle: Universität Kassel / pgl

 

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CO2-Steuer kann Schub für Wärmewende bringen

15. Mai 2019 - 7:38

Welche Veränderungen würde die CO2-Steuer im Heizungsmarkt bewirken?

Wenn der Ersatz eines alten Heizkessels ansteht, raten Heizungsbauer heute oft zu Öl oder Gas – verständlich, ist doch Wärme auf Basis erneuerbarer Energien häufig noch teurer als der Standard-Öl- oder Gaskessel. Eine CO2-Abgabe verschiebt dies: durch die Verteuerung von fossilen Brennstoffen fällt die Entscheidung viel häufiger zu Gunsten von erneuerbaren Energien. Wir haben 2008, in einer Zeit mit positiver Grundstimmung für erneuerbare Wärme, gesehen, dass hohe Ölpreise viele Leute von einer Heizung mit erneuerbaren Energien überzeugt haben. Wenn die CO2-Abgabe spürbar ausgestaltet ist und perspektivisch ansteigt wie im Schweizer Modell, dann erwarte ich einen deutlichen Schub für die Wärmewende im Heizungskeller. Übrigens sprechen wir lieber von einem „Klimasoli“ als von einer CO2-Steuer, denn unterm Strich sollen diejenigen belohnt werden, die klimafreundlich agieren.

Von welchen Effekten einer CO2-Abgabe gehen Sie bei Maßnahmen an der Gebäudehülle aus?

Vielfach wird schrittweise und pragmatisch saniert. Private Hauseigentümer machen dann selten eine genaue Wirtschaftlichkeitsanalyse. Der Kosteneffekt ist auf den ersten Blick nicht so unmittelbar. Trotzdem sind natürlich steigende Energiepreise ein deutliches Signal, sparsamer mit Energie umzugehen. Umso mehr, wenn Energieberater oder Architekten dazu kommen und eine systematische Sanierungsplanung machen, wird sich das beim Endkunden auswirken, der in die Gebäudehülle investieren will. Dazu kommt noch der indirekte Effekt, dass steigende Energiepreise auch im Ordnungsrecht wirksam werden. Dann wird nämlich ein effizienterer Gebäudestandard kostenoptimal. Die Schere zwischen der Wirtschaftlichkeit und dem, was aus Klimaschutzgründen erforderlich ist, würde sich weiter schließen.

Heißt das, eine C02-Steuer würde die Tür öffnen für eine weitere Verschärfung der EnEV?

Letztendlich ist es heute ja schon so, dass für bestimmte Gebäude schärfere Gebäudestandards kostenoptimal sind, als sie die geltende EnEV verlangt. Das würde sich verstärken, insbesondere dann, wenn die CO2-Steuer nicht nur auf Gas und Öl erhoben wird, sondern wenn mit dem zusätzlichen Steueraufkommen gleichzeitig die Stromsteuer abgesenkt wird, weil dann entsprechende Wärmepumpenlösungen besser abschneiden.

Welche Modelle für eine CO2-Steuer oder CO2-Abgabe werden im Moment diskutiert und was würden Sie favorisieren?

Zunächst wird ja neben einer CO2-Abgabe auch die Ausweitung des Emissionshandels auf Gebäude und Verkehrs diskutiert. Ich persönlich halte das für schwierig, da eine CO2-Steuer kurzfristiger umsetzbar ist und passgenauer auf die Vermeidungskosten im Gebäudebereich zugeschnitten werden kann.

Für die CO2-Abgabe gibt es eine ganze Reihe von Ausgestaltungsvarianten, die sich in der Abgaben-Höhe, der einbezogenen Energieträger und der Mittelverwendung unterscheiden. Wir haben 2016 einen Vorschlag erarbeitet, der mit rund 40 Euro pro Tonne CO2 startet und die Abgabe dann in planbaren Schritten erhöht, solange die Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Ich würde die Steuer aufkommensneutral gestalten und die Stromsteuer bzw. EEG-Umlage absenken, die Haushalte bzw. Unternehmen durch einen Klimabonus entlasten und einkommensschwache Haushalte durch ein Klimawohngeld und ein Förderprogramm zur Sanierung von Gebäuden in sozial schwierigen Lagen unterstützen. Die Absenkung der Mehrwertsteuer wäre eine gute Variante zum Klimabonus.

Ist bei einer Rückgabe nicht zu befürchten, dass dann an der „falschen“ Stelle ausgegeben wird?

Wenn man sagt: man gibt das eingenommene Geld nicht zurück, ist das Argument: das ist sozial ungerecht, der Staat will sich nur bereichern. Wenn man es zurück gibt, heißt es, dann fliegen die Leute nach Hawaii. Zunächst einmal wird Fliegen teurer, in unserem Konzept wird Kerosin besteuert. Damit wird Fliegen teurer. Im Schnitt ist das ganze System aufkommensneutral. Die, die klimafreundlich leben, profitieren. Wer hingegen mehr verbraucht als der Durchschnitt, muss eine höhere Abgabe bezahlen.

Sie sagen, die, die mehr verbrauchen müssen mehr bezahlen. Das würde die besonders treffen, die sich keine sanierten Wohnungen leisten können?

Nein, in unserem Konzept wird die Rückverteilung so ausgestaltet, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen von der Stromsteuer-Absenkung und dem Klimabonus profitieren. Es ist wichtig, dass es nicht zu einer Verschärfung der sozialen Folgen der Sanierung kommt. Modellrechnungen für Haushalte zeigen, dass im Schnitt geringverdienende Haushalte entlastet werden, da sie oft kleinere Wohnungen, aber recht hohe Stromrechnungen haben. Darüber hinaus schlagen wir vor, ein Klimawohngeld einzuführen, damit auch in Wohnungen für Einkommensschwächere energetische Sanierungen angereizt werden.

Sehen Sie auch Fallen bei einer CO2-Abgabe?

Ein Problem, das man lösen muss, ist das Mieter-Vermieter-Dilemma. Vielfach zahlen die Mieter die Energierechnung. Der Vermieter hat dann weniger Anreiz, eine Sanierung durchzuführen oder erneuerbare Energien einzusetzen, solange seine Wohnungen in gut vermietbaren Regionen liegen. Denkbar ist es, die CO2-Abgabe separat auszuweisen und auszuschließen, dass sie auf die Mieter umgelegt werden darf. Dann sollte man allerdings im Miet- und Förderrecht die Sanierungsförderung so ausgestalten, dass ein Anreiz beim Vermieter verbleibt.

Wären denn andere Programme zur Gebäudesanierung obsolet, wenn man die CO2-Steuer hat?

Die Erfahrung in anderen Ländern, die bereits eine CO2-Abgabe eingeführt haben, zeigt, dass es eine notwendige, aber keine hinreichende Maßnahme ist. Sie ist gewissermaßen der gut gedüngte Boden, auf dem die Pflanzen der Sanierung wachsen können. Wir müssen aber weiter auch mit Ordnungsrecht, Information und Förderprogrammen flankierend arbeiten.

Sie sind viel in Berlin unterwegs. Haben Sie den Eindruck, dass die CO2-Abgabe dort auf der Tagesordnung ist?

Die Vielzahl der Berichte und der Tagesordnungen in den Gremien zeigt, dass das so ist. Auch das Klimakabinett wird sich im Juli damit befassen. Ein wichtiger Grund: Zielverfehlungen im Gebäude- und Verkehrssektor werden zukünftig kosten, denn die Regierung müsste dann Zertifikate im Ausland kaufen. Das zeigt, dass man handeln muss, und das beginnt Berlin zu verstehen. pgl

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Energieautarkes Quartier erhält integrierte Steuerung

15. Mai 2019 - 7:08

In dem Konzept werden die Gebäude sowie zehn geplante Ladestationen für Elektrofahrzeuge komplett CO2-frei mit Energie versorgt. In den Stromspeichern integrierte Industrie-PCs steuern die Energie- und Gebäudetechnik und sorgen für die zentrale Erfassung und Abrechnung aller Energieflüsse. Bauherr ist die Sani Immobilien AG aus Buochs. Die Wohnanlage mit insgesamt 26 Mietwohnungen verfügt über eine Wohnfläche von insgesamt 2700 qm, eine autofreie Begegnungszone mit Kinderspielplatz und einen Gemeinschaftsraum für die Mieter. Sie entsteht im schweizerischen Ort Buochs, entworfen wurde sie vom Buochser Architekturbüro Architektur 3. Der Spatenstich erfolgte Mitte Januar 2019,

Mit Hilfe des Systems können die Mieter sowohl Heizung und Lüftung als auch das Licht und weitere Funktionen ihrer Wohnung über eine zentrale, intuitiv bedienbare App bedienen. Beheizt wird das Quartier über eine Grundwasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 100 kW. Auch die  Hausverwaltung steuert alle Funktionen bis hin zur Erfassung der Energie- und Wasserströme über die ecocoach-Lösung. Der Stromverbrauch der Ladesäulen wird automatisch den jeweiligen Wohnungen zugerechnet. Die Speicher, das gesamte Energiemanagement und die intelligente Steuerung der Gebäudetechnik sind serienmäßig Teil des Systems.

Die vollständig autarke und CO2-freie Energieversorgung baut einerseits auf einer Photovoltaik-Gesamtleistung von 100 kWp auf. Das Energiemanagement maximiert den Solarstrom-Eigenverbrauch und speichert Strom-Überschüsse in fünf Speichern mit jeweils 65 kWh Kapazität. Sind die Speicherkapazitäten ausgeschöpft, wird der Strom eingespeist.

Mit diesen Komponenten decken die Häuser rund 50 Prozent ihres Strombedarfs. Den übrigen Strom liefert ein Wasserkraftwerk, dass unmittelbar an die Wohnbebauung angrenzt. Mit Hilfe von 70 Millionen Kubikmetern Wasser, dass jährlich durch die Turbine fließt – das entspricht 465 Millionen Badewannen – erzeugt es eine Jahresproduktion von 380 Megawattstunden Strom. Die Gesamtleistung des Kraftwerks genügt für rund 100 Haushalte, die CO2-Einsparung gegenüber einem Erdgaskraftwerk liegt bei 162 Tonnen pro Jahr. Der nicht unmittelbar vor Ort verbrauchte Strom wird ins Netz eingespeist.

Auch die Ladesäulen werden mit Strom aus Photovoltaik und Wasserkraft gespeist. Damit fahren die Anwohner der Häuser mit Elektroautos komplett CO2-frei. Die Brennstoffzelle mit einer Leistung von 10 kW bietet zusätzliche Versorgungssicherheit, wenn das Wasserkraftwerk ausfallen sollte und PV sowie Speicher nicht ausreichend Energie liefern können. Quelle: Ecocoach / pgl

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Effizienzhaus-Siedlung erfüllt Erwartungen

14. Mai 2019 - 7:21

Mit einer durchschnittlichen Eigenversorgung von 53 Prozent, bezogen auf Haushaltsstrom, Warmwasser, Heizung und Kühlung, erreichte die Siedlung rund 80 Prozent der im Vorfeld berechneten Simulationswerte. Die Abweichung liegt an der Kühlung: „Lässt man außergewöhnliche Faktoren außen vor, wie zum Beispiel die Kühlung, die bei der Simulation der Anlagentechnik nicht berücksichtigt war, sind wir in etwa bei unserer errechneten Eigenversorgung von 70 Prozent“, so Steffen Mechter, Leiter Strategische Geschäftsentwicklung bei BayWa Baustoffe.

Ein Jahr Hügelshart zeige aber auch, wie immens wichtig das Nutzerverhalten und Energiemanagement sei. Die Siedlung in Hügelshart bei Augsburg gilt als Deutschlands erste, nach den Kriterien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Bau erstellte Effizienzhaus Plus-Siedlung: Die 13 Hauseinheiten, neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften, sind jeweils mit Klimadecken, einer Photovoltaikanlage, einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher sowie einem Batteriespeicher ausgestattet und sollen so mehr Energie erzeugen, als die Bewohner der Siedlung im Jahresdurchschnitt verbrauchen.

Den Mehrpreis für das Plus an Energie gibt der Bauträger mit zwischen 25.000 und 30.000 Euro pro Haus an, bei einer Nutzfläche von bis zu 148 Quadratmetern. Diese Mehrkosten amortisieren sich bei den Einfamilienhäusern nach zirka 15 Jahren durch eingesparte Energiekosten, bei den Doppelhaushälften dauert es etwas länger, da die Dachflächen kleiner sind. Die Baukosten lagen inklusive Haustechnik und ohne Grundstückskosten bei zirka 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Das Plus an Energie entsteht nicht nur eine möglichst große Reduktion des Verbrauchs, sondern durch Energieerzeugung vor Ort durch große Solaranlagen auf den Dächern. „Wir wollten nicht maximal dämmen und auch nicht zu viel Elektronik, sondern relativ enttechnisierte Häuser mit einfacher Bedienung“ erklärt Berhard Jakob, Geschäftsführer des Bauträgers Asset Bauen Wohnen GmbH bei der Einweihung das Konzept.

Gebaut wurde in Massivhausbauweise mit perlit-gefüllten Ziegeln. Die Dachkonstruktion kombiniert mineralische Zwischensparrendämmung und Aufdachdämmung. Die opaken Bauteile haben einen Wärmedurchlass von 0,12 bis 0,15 W/m2K, die Fenster bringen es auf 0,8 W/m2K.

Seit dem Bezug der Häuser, der sukzessive ab Mitte 2017 bis zum Jahreswechsel 2017/18 erfolgte, liegen nun Nutzungs- und Betriebsdaten für einen Zeitraum von rund einem Jahr vor: Insgesamt wurde im Durchschnitt 53 Prozent der erforderlichen Energie selbst erzeugt. Beim Startschuss war von einem Autarkiegrad von über 70 Prozent die Rede.

Bei der Auswertung fiel auf, dass das Verhalten der Bewohner deutlich größere Auswirkungen auf die Energiebilanz eines Gebäudes hat, als ursprünglich angenommen. „So lag der Haushaltsstrom um einiges höher, als die in der Simulation angesetzten 3.200 kWh/a. Zurückführen lässt sich dies zum Beispiel auf den extrem heißen Sommer im letzten Jahr, der die Bewohner veranlasste, vermehrt zu kühlen. Hier sollte über Anpassungen im Energiemanagement noch besser die Energie aus der Photovoltaikanlage genutzt werden können“, so Mechter mit Blick auf Optimierungsansätze für neue Projekte.

Die Auswertungen ließen aber auch Rückschlüsse zu, wie die Hausbewohner ohne Komforteinbußen allein durch bewussteres Verhalten die Eigenverbrauchswerte positiv beeinflussen könnten.

„Die vorliegenden Ergebnisse zeigen nicht zuletzt, dass der Ansatz, Standardkomponenten in der Haustechnik passend zu dimensionieren und klug zu kombinieren, absolut richtig war. Das gilt insbesondere für die verwendeten Photovoltaikkomponenten, ohne die – aus Energieperspektive – heutzutage eigentlich kein Haus mehr gebaut werden sollte“, erklärt Elke Dehlinger, Produktmanagerin bei der BayWa r.e. Die auf erneuerbare Energien spezialisierte BayWa Tochter war beim Projekt für die Anlagenkonzeption verantwortlich.

Neben Photovoltaikanlage und Batteriespeicher wurde in jeder Einheit eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Stiebel Eltron installiert, die in der Siedlung die elementaren haustechnischen Funktionen Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereiten übernimmt. „Die Versorgung der Luft-Wasser-Wärmepumpe durch die PV-Anlage beträgt im Schnitt 50 Prozent, davon deckt die Batterie 6 bis 7 Prozent ab. Somit musste die Wärmepumpe weniger als die Hälfte ihres Strombedarfs aus dem Netz beziehen“, erklärt Oliver Bast, Produktmanager von Stiebel Eltron.

Die BayWa r.e. wird die Daten für die Siedlung gemeinsam mit den beteiligten Projektpartnern auch in den kommenden zwei Jahren auswerten und das Projekt langfristig begleiten. Die Unternehmen versprechen sich daraus weitere wichtige Erkenntnisse für die Konzeption und Nutzung von Energieeffizienzhäusern Plus sowie für die stetige Verbesserung des Eigenverbrauchs und somit der Unabhängigkeit vom Energielieferanten. pgl

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Holzbauer schießen gegen Mauerziegelhersteller

13. Mai 2019 - 8:50

Die Auseinandersetzung schwelt seit Ende 2018. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfired Kretschmann hatte eine Holzbauoffensive angekündigt. Die (DGfM) hatte postwend eine Klage angedroht. Er wirft der Landesregierung vor, Baden-Württemberg eine "Holzbau-Pflicht" zu verordnen. "Die Holzbau-Offensive werde rechtlich nicht überleben" positioniert sich der Verband offensiv.

„Mit der Androhung einer Klage gegen die Landesregierung zeigen die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), dass sie den Kern des Anliegens der Holzbau-Offensive gar nicht verstanden haben“, kontert Christoph Jost, Geschäftsführer proHolzBW. Holz speichere Kohlenstoff, Ziegel leisteten das nicht. Deshalb sei Holz das Mittel der Wahl, um die durch die Bauindustrie verursachten Emissionen spürbar zu senken und der Ziegel nicht.

Schon vor Ankündigung der Holzbau-Offensive hätten die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die DGfM falsche Informationen in Umlauf gebracht, so der Vorwurf von proHolzBW und habe die Gleichstellung des Baustoffes Holz in der Landesbauordnung verhindern wollen. "Paradebeispiel ist eine Auftragsstudie der DGfM, in der die ökologischen Vorteile von Holz gegenüber Mauerwerk durch abstruse Annahmen und Rechenspiele ins Gegenteil verkehrt wurden", argumentiert der Verband.  Obwohl sich in der Fachwelt Widerstand geregt habe, verwende die DGFM die Zahlen weiter in der Diskussion.

Kritik äußert der Holzverband unter an der Aussage, dass Holzgebäude im Schnitt 10 Prozent teurer seien als massive Gebäude. Es gebe in der Landesstatistik über die Bautätigkeit keine Daten, die einen derartigen Schluss zuließen, so proHolzBW. Dort seien lediglich veranschlagte Kosten aufgeführt, die zum einen nicht den tatsächlichen Baukosten entsprechen und zum anderen im Sinne der Bautätigkeitsstatistik auch die Kosten der Erdarbeiten, baukonstruktiver Einbauten und technischer Anlagen umfassen.

„In Anbetracht steigender Preise für CO2-Kompensationszertifikate und den fortschreitenden Diskussionen auf allen politischen Ebenen über die Einführung eines CO2-Preises, könnte die Frage nach der ökonomischsten Bauweise natürlich in absehbarer Zeit zu Gunsten des Holzbaus kippen“, sagt Jost. pgl

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