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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 21 Minuten 58 Sekunden

Bauherren können mit Kredit und Steuerförderung sanieren

vor 1 Stunde 15 Minuten

„Wer sein selbstgenutztes Wohneigentum energetisch saniert, hat grundsätzlich zwei Fördermöglichkeiten“, erklärt Baufinanzierungsexperte Ralf Oberländer von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. „Die steuerliche Abschreibung oder den klassischen Investitionszuschuss, zum Beispiel über die KfW.“

Neu ist die Möglichkeit zur Steuerabschreibung. Sie geht über drei Jahre und bis zu einer Höhe von maximal 40.000 Euro. Voraussetzung ist, dass ein Fachunternehmen die Sanierungsarbeiten durchführt. Die Steuerermäßigung kann der Immobilienbesitzer nach Abschluss der Baumaßnahmen geltend machen. Anders bei den Förderungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Hier muss der Hausbesitzer sämtliche Anträge vor Baubeginn stellen. Für den KfW-Zuschuss muss vor Beginn der Sanierung zudem ein Energieberater hinzugezogen werden. „Wer allerdings nicht weiß, welchen Sanierungsbedarf die eigene Immobilie hat und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen durchgeführt werden müssen, sollte sich zuerst an einen Energieberater wenden“, so Oberländer.

Folgen verschiedene energetische Maßnahmen aufeinander, wie die Dämmung der Fassade, der Austausch der Fenster und die Installation einer Photovoltaikanlage, können sie die Energieeffizienz der Immobilie erheblich steigern. „Bei besonders teuren und umfassenden Maßnahmen lohnt es sich in der Regel eher, eine Förderung der KfW in Anspruch zu nehmen“, weiß Oberländer. In der Summe kostet eine konkrete Beispielsanierung 115.000 Euro. Bei einer Förderung über die KfW (Programm 430 oder 151) kann sich der Immobilienbesitzer über einen Investitions- oder Tilgungszuschuss von 34.500 Euro freuen. Eine Steuerermäßigung bringt in diesem Fall nur 23.000 Euro Ersparnis.

Wer nicht so viel auf einmal investieren will, kann seine Immobilie Schritt für Schritt energetisch aufrüsten. Ein effizienter Anfang kann beispielsweise der Einbau neuer Fenster für eine bessere Wärmedämmung sein. Die Maßnahme kostet etwa 35.000 Euro. Eine Förderung über die KfW (Programm 430 oder 152) oder alternativ die Steuerabschreibung bringen dem Immobilienbesitzer jeweils eine Ersparnis von rund 20 Prozent der Investitionssumme, insgesamt 7.000 Euro. Oberländers Tipp: „Die Steuerermäßigung kann auch nachträglich beantragt werden und verursacht unter Umständen weniger bürokratischen Aufwand.“

Auch wer seine alte Ölheizung ersetzt, kann zwischen der Austauschprämie des BAFA und der Steuererleichterung wählen. Abhängig von der neuen Heizungsart beträgt die Austauschprämie bis zu 45 Prozent, maximal 22.500 Euro. Bei Einbau einer neuen Pelletheizung, was Kosten von rund 22.000 Euro verursacht, erhält der Hausbesitzer mit der Förderung des BAFA einen Zuschuss in Höhe von 9.900 Euro. Die Steuerersparnis liegt hier dagegen nur bei 4.400 Euro.

Extratipp vom Experten: „Welche Förderung sich am meisten für Sanierer lohnt, hängt von Art und Umfang der Maßnahmen ab. Energieberater und Baufinanzierungsexperten helfen bei der Suche nach der individuell passenden Lösung – für Sanierungsmaßnahmen und Finanzierung.“ Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall / pgl

 

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Fassaden dienen als Kraftwerke für Gebäude

26. Mai 2020 - 8:01

Weniger die Leistung oder die Kosten haben in der Vergangenheit verhindert, dass bauwerk-integrierte Photovoltaik (BIPV) und Solarthermie (BIST) an den Außenwänden von Gebäuden durchsetzen, als deren Optik: „Die Fassade ist das Angesicht eines Gebäudes, daran stellt man einen hohen architektonischen Anspruch“, sagt Michael Hermann, Koordinator Innovationsprozesse Wärme- und Kältetechnik am Fraunhofer ISE in Freiburg

Deshalb würden für Fassaden andere Auswahlkriterien gelten als für Dächer: „Hier müssen sich Sonnenenergie-Komponenten mit Putz, Holz und Stein als Oberfläche bezüglich ihrer gestalterischen Möglichkeiten messen und mit diesen auf ansprechende Weise kombinieren lassen.“ BIPV und BIST müssen deswegen aus Sicht des Forschers zu gestaltbaren Materialien werden, die Architekten schon sehr früh im Planungsprozess einbeziehen können. Er ist davon überzeugt, dass Solarthermie dabei in Zukunft eine zunehmende Rolle spielen wird, da die Gesetzgebung und Marktanreizprogramme diese durchaus begünstigen.

Laut der Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ des Fraunhofer ISE werden sich zukünftig Wärmenetze etablieren. In die könnte man dann gewinnbringend einspeisen wie über das EEG bereits Solarstrom. Für die Photovoltaik an Fassaden gibt es nach Angaben des Instituts noch ein technisches Potenzial von mindestens 1,4 Terrawatt-Peak in Deutschland, bei einer Jahresstromerzeugung von 513 Terrawatt-Stunden im Jahr 2019.

Bei Energieerzeugung über die Fassade ist die Optik wichtig

Auf einen weiteren Hemmschuh bei der massenhaften Installation von BIST und BIPV weist Jochen Klingler hin, Geschäftsführer der Enersearch Solar GmbH: Private Bauträger und Investoren würden ihre Objekte nach Fertigstellung verkaufen. „Dabei spielen zukunftsweisende Energiesysteme oft eine untergeordnete Rolle. „Die Kommunen haben ihre Gebäude 50 Jahre lang in der eigenen Verwaltung.“ Daher spürten öffentliche Träger einen größeren Druck, nach Passivstandards zu bauen und erneuerbare Energien einzusetzen. Sie sparen damit über kurz oder lang bares Geld. Zudem erfülle der öffentliche Sektor eine Vorbildfunktion und müsse Klimavorgaben der EU einhalten

Enersearch hat nach eigenen Angaben eine der günstigsten und unkompliziertesten Lösungen für erneuerbare Energien an der Fassade im Programm: In Ergänzung zu seinem Lüftungssystem mit Wärmetauscher bietet das Unternehmen einen solaren Luftkollektor mit einer energetischen Leistung von bis zu 450 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter (je nach Ausrichtung) für knapp 1300 Euro an. Der Solarkollektor kann neben Fensterelemente gesetzt werden und fällt damit an der Fassade nicht mehr auf. An der 2016 zum Passivhaus-Standard sanierten Waldbachschule in Offenburg erbringen die zusätzlich zur Lüftung verbauten Kollektoren beispielsweise rechnerisch ein Viertel der Heizlast. Klingler sieht sein System vor allem dann als geeignet an, wenn man eine Gebäudelüftung um Erneuerbare Energien aufwerten wolle, um etwa einen höheren Hausstandard zu erreichen.

PV und Solarthermie müssen Teil der Baukultur werden

Zwar sind klassische Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sowie kombinierte Lösungen aus beidem auch an Fassaden teils seit den 90er-Jahren im Einsatz. Doch aufgrund der Optik ließen sich Modullösungen oder Röhrenkollektoren vielfach nur auf Dächern und an Industriegebäuden realisieren. „Damit es in der Bevölkerung akzeptiert ist, müssen wir es schaffen, diese Flächen aktiv so in die Gebäude zu integrieren, dass sie Teil der Baukultur werden“, sagt ISE-Forscher Hermann.

Dazu entwickeln Unternehmen und Forschungsinstitute eine Vielzahl von möglichen Lösungen. Eine Variante sind dabei auch Dünnschicht-Module an vorgehängten hinterlüfteten Fassadensystemen, wobei die Module zum Beispiel durch eine ganze Palette von Farbvarianten gestaltbar werden. Ein solches System bietet die Sto SE in Kooperation mit der Nice Solar Energy GmbH an. Die „Sto Ventec Artline“ kann unsichtbar befestigt werden und ergibt dann eine einheitliche Oberfläche. Oder sie wird mit Rahmen in einem horizontalen Schienensystem angebracht. Beide lassen sich mit Fassaden-Oberflächen wie Naturstein, Keramik oder Putz kombinieren. Die CIGS-Dünnschicht-Module erreichen einen Wirkungsgrad von 17 Prozent, der allerdings neben Einstrahlwinkel und anderen Faktoren auch stark von der Farbgebung abhängt. Wer höchste Energieausbeute will, muss nach wie vor eine schwarze Fassade in Kauf nehmen.

Noch flexibler gestalten lassen sich organische Solarelemente. Derartige Solarelemente für architektonische Leuchtturmprojekte liefert etwa die Opvius GmbH aus Kitzingen. Die Heliatek GmbH in Dresden hat vor einem Jahr ihre Solarfolie Heliasol in einem Pilotprojekt auf einer Fläche von 230 Quadratmetern an seinem Silo der Schneller Mühle in Donauwörth angebracht. Zwar mache man aufgrund des Forschungsstandes aktuell keine Angaben zur Leistung einzelner Pilotanlagen, so Stephan Kube, Marketingchef bei Heliatek. Zumindest die Art der Anbringung habe sich aber bewährt. Die Folie wird ähnlich wie beim Tapezieren direkt auf den blanken Beton geklebt. Ende des Jahres soll sie in Serienproduktion gehen.

Zu Kosten und Leistungsdaten will Kube noch keine Angaben machen, aber so viel: „Wir planen für das Startprodukt Heliasol um die acht Prozent Wirkungsgrad.“ Klar sei außerdem, dass das Produkt zum Marktstart noch teurer sein werde, als konventionelle PV. Man sehe sich jedoch nicht im direkten Vergleich mit normalen Modulherstellern, meint auch er: Durch ihre Eigenschaften erschließe die Folie neue Anwendungen. Weil sie dünn, flexibel und aufklebbar ist, lässt sie sich anders als kristalline Module auch auf gekrümmten Flächen verbauen.

Forscher tüfteln an praxistauglichen Lösungen

Die Forscherinnen und Forscher am ISE tüfteln ebenfalls an fassadentauglichen Lösungen, unter anderem Photovoltaik-Schindeln. Im Projekt „ArKol –  Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadenkollektoren mit Heat-Pipes“ entstanden zum einen solarthermische Streifenkollektoren, die sich vertikal und horizontal variabel an der Hausfassade anordnen lassen. Zum anderen konstruierte das Team eine solarthermische Lamellenjalousie. Die lässt sich beliebig raffen und verstellen wie eine herkömmliche Verschattung, aber in jeder einzelnen Lamelle ist eine Heat-Pipe verbaut. Bis zur Marktreife werde es aber noch eine Weile dauern, so Hermann.

Das gilt auch für ein weiteres Forschungsprojekt „Tabsolar“. Darin entwickelten die Forscher eine Methode, dünne Kanäle bereits beim Aushärten in einen Ultrahochleistungsbeton einzubringen. Die so hergestellten Elemente sind bis zu zwölf Millimeter dünn. Sie könnten nicht nur als solarthermische Fassaden-Elemente eingesetzt werden, etwa um Trinkwasser zu erwärmen. In Kombination mit einer spektralselektiven Beschichtung und Antireflexverglasung soll Tabsolar ähnliche Erträge wie gängige Solarkollektoren bieten, dabei aber mehr Freiheit zu gestalten. Als Designvariante bleiben die Kollektoren unverglast und könnten mit verschiedensten Strukturen und Farben versehen werden. Das verringert zwar Ertrag und Temperaturniveau, für eine Niedertemperatur-Wärmequelle für Wärmepumpen wäre es laut Hermann aber allemal ausreichend.

Kontakt zu Architekten ist wichtig

„Für uns wäre es wichtig, von Architekten und der Bauwirtschaft zu erfahren: Wie müsste ein System aussehen, damit es ankommt? Nur dann können unsere Ideen am Markt erfolgreich sein“, sagt der Forscher. Er geht aber ohnehin davon aus, dass sich eine große Bandbreite an Elementen am Markt etablieren wird: Das China-Standard-PV-Modul für diejenigen, die mit geringem Investment Strom erzeugen wollen. Und architektonisch anspruchsvolle Lösungen, die Teil der Baukultur werden. Letztere böten aus Hermanns Sicht eine Chance für europäische Hersteller, die auf dem Weltmarkt mit Standard-Modulen ohnehin nicht mehr mithalten können. Daniel Völpel

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Infrarotheizung lohnend ab KfW-Effizienzhaus 40

26. Mai 2020 - 7:15

Das macht eine Infrarotheizung möglich, die von dem Unternehmen Future Carbon hergestellt wird. Die „Carbo e-Wall“ ist eine mit Kohlenstoffmaterialien beschichtete Gipskartonplatte. Ans Stromnetz angeschlossen, erzeugt sie Infrarotwärme. Montiert wird sie wie eine herkömmliche Trockenbauwand. „Die 300 Watt starken e-Walls lassen sich nahezu exakt auf die Heizlast des Gebäudes zuschneiden“, erklärt Michael Schütz, Energieberater bei FutureCarbon. So lasse sich der ohnehin niedrige Energiebedarf in Neubauten kostengünstig decken.

Für ein Einfamilienhaus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Heizwärmebedarf von 40 Kilowattstunden pro Quadratmetern zahlen Hausbesitzer circa 10.500 Euro brutto an Materialkosten für das gesamte Heizsystem, rechnet das Unternehmen vor. Im Vergleich zu anderen Systemen würden kaum weitere Kosten anfallen, das es keine Verrohrung noch eine Fußbodenheizung benötige. Die Platten werden vom Trockenbauer an Stelle von normalen Trockenbauplatten eingesetzt. Da die Anlagentechnik laut Hersteller nahezu wartungsfrei ist, entfallen die Kosten für regelmäßige Inspektionen. „In puncto Wirtschaftlichkeit ist die beheizbare Trockenbauwand vor allem ab KfW-Effizienzhausstandard 40 hoch interessant“, sagt Schütz.

Die elektrisch beheizbare Trockenbauwand lässt sich per Smart Home-System oder Thermostat minutengenau steuern. „Diese Spontanität, die träge wassergeführte Heizsysteme per se nicht bieten, minimiert die Energiekosten und flexibilisiert die Nutzung“, sagt Schütz. In einem KfW-Effizienzhaus 40 plus schreibt die EnEV eine zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einen Stromspeicher vor. „Das System rechnet sich unter diesen Voraussetzungen noch schneller“, erklärt Schütz. Mit Speicher und Solaranlage wäre der Hausbesitzer hinsichtlich Haushaltsstrom, Heizstrom und elektrische Brauchwassererwärmung bis zu einem gewissen Grad vom Stromversorger unabhängig. Um den Rest abzudecken, biete sich die Einspeisung des Überschussstroms in eine Cloud an. Quelle: Future Carbon / al

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Forschungshaus aus Infraleichtbeton fertiggestellt

25. Mai 2020 - 13:19

„Infraleichtbeton vereint hohe Tragfähigkeit mit ausgezeichneter Wärmedämmung. Damit lassen sich monolithische Konstruktionen verwirklichen und Oberflächen vielfältig gestalten. Eine derartige Leistungsfähigkeit besitzt kein anderer Baustoff“, sagt Robert Lukas, Leiter Qualität Südostbayern von Heidelberger Beton. Für das Forschungshaus konnte auf eine gutachterlich geprüfte Rezeptur zurückgriffen werden, die Heidelberger Beton in mehreren Versuchen und unter Mitwirkung von Experten der Universität der Bundeswehr München (UniBW) bereits für das Wohnhaus Thalmair in Aiterbach entwickelt hat. Es war eine Zustimmung im Einzelfall durch die Oberste Baubehörde im Bayerischen Ministerium des Inneren nötig, da diese für Bauten aus Leichtbeton mit Rohdichten unter 800 Kilogramm pro Kubikmeter und/oder einer Druckfestigkeitsklasse kleiner LC12/13 gefordert ist.

Die Grundlage für den Bau und das Monitoring legten Wissenschaftler und Architekten des Forschungsprojekts „Einfach Bauen“ der Technischen Universität München (TUM). In diesem werden ganzheitliche Strategien für energieeffizientes, einfaches Bauen entwickelt. Bauherr ist die B&O Gruppe.

Wärmedämmung durch Materialbeschaffenheit

Der erste Rohbau besteht aus 50 Zentimeter dicken, einschaligen Außenwänden, die aufgrund der Materialbeschaffenheit und Speichermasse des Infraleichtbetons ausreichende Wärmedämmung bieten. Der Beton wurde direkt aus dem Fahrmischer per Kübel in Großflächenschalungen eingebracht. Fassade und Innenwände des Hauses bleiben gleichermaßen betonsichtig. Unbewehrte Betonwände im Innern und 30 Zentimeter dicke Decken aus stahlfaserbewehrtem Beton erfüllen die Vorgaben an die Luftschalldämmung. Ein Bodenbelag, etwa Linoleum, erfüllt die Anforderungen an den Trittschall ohne weiteren Bodenaufbau.

Die Fensterausschnitte entsprechen den Eigenschaften des Baumaterials. Im Falle des Betonhauses wurden die Ausschnitte für die Rundbogenfenster mit minimaler Toleranz ausgebildet. Die Holzfenster wurden exakt eingepasst und die Luftdichtigkeit mit einem Kompriband erfüllt. Die oberste Geschossdecke unter dem flach geneigten Satteldach wurde mit Holzwolle gedämmt. Auf einer Gesamtgrundfläche von zehn auf 20 Metern sind acht unterschiedlich große Wohneinheiten mit drei Meter hohen Räumen auf drei Geschossebenen angeordnet. Versorgungsleitungen verlaufen unter Fußleisten. Beheizt wird das Wohnhaus über ein Blockheizkraftwerk im Wohnquartier, das mit Holzhackschnitzeln befeuert wird.

"Aktuellen Passivhäusern überlegen"

Mit ihrem laufenden Forschungsvorhaben „Integrale Strategien für energieeffizientes, einfaches Bauen mit Holz, Leichtbeton und hochwärmedämmendem Mauerwerk – Untersuchung der Wechselwirkungen von Raum, Konstruktion und Gebäudetechnik“ gewinnt die Technische Universität München (TUM)  neue Erkenntnisse. Ihre Forschungsergebnisse bestätigen die dem Projekt zugrundeliegende Hypothese, dass einfache Wohngebäude mit hochwertiger und gleichzeitig suffizienter Architektur, robuster Baukonstruktion und reduzierter Gebäudetechnik hinsichtlich Ökobilanz und Lebenszykluskosten sowohl Standardwohngebäuden als auch aktuellen Passivhäusern überlegen sseien: "Reduzierte Technikkonzepte erlauben eine einfache Handhabung und sind auch gegenüber Umwelteinflüssen robust“, sagt Projektarchitekt Tilmann Jarmer. Quelle: Heidelberger Beton / al

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Baugewerbe rechnet für 2020 mit Nullwachstum

25. Mai 2020 - 12:31

Besonders im öffentlichen Bau ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (-9,6 %). Insbesondere der Straßenbau bricht signifikant ein ( -12,4 %). Aber auch im Wirtschaftsbau gingen die Auftragseingänge im März um gut 3% zurück, besonders betroffen der anteilsstarke Hochbau (ca. -7 %). Nur im Wohnungsbau legte der Auftragseingang verhalten zu (ca. +3 %).

„Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Wirtschaftsbau bleibt es wichtig, dass die öffentliche Hand ihre geplanten Investitionsbudgets auch umsetzt. Hier brauchen die Kommunen dringend die Unterstützung von Bund und Ländern. Den Investitionsstau bei den Kommunen nicht größer werden zu lassen, liegt im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland.“ so Pakleppa weiter.

Erwartungsgemäß schlagen sich die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht in den Daten zur Umsatzentwicklung nieder. Dieser lag im März bei zirka 7,6 Milliarden Euro (+12,1 %). Damit erreichte der Umsatz im ersten Quartal gut 18 Milliarden Euro, ein Plus von gut 12 %.

„Mit diesem Ergebnis im ersten Quartal war zu rechnen. Wir sind mit vollen Auftragsbüchern in das Jahr gestartet. Bis zum Lockdown in der Mitte des Monats hatte sich die hohe Nachfrage nach Bauleistungen fortgesetzt. Die Zahlen dürfen aber nicht zu einer trügerischen Sicherheit führen: Die Einbrüche, die wir heute im Auftragseingang sehen, werden in Zukunft auf die Umsatzentwicklung durchschlagen,“ erläutert der Hauptgeschäftsführer des größten Branchenverbands.

Das deutsche Baugewerbe hatte seine Prognose zur Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe für 2020 wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf viele Wirtschaftsbereiche von ursprünglich +5,5 % auf 0 % bis -2 % nach unten korrigiert.

„Positiv sehen wir die Daten zur Beschäftigtenentwicklung. Mit einer Steigerung um gut 4 % machen die Unternehmen deutlich, dass sie den Beschäftigtenstand halten wollen und am Kapazitätsaufbau festhalten. Wenn dies so blieben soll, braucht es in dem richtigerweise von der Bundesregierung angedachten Konjunkturprogramm dringend Investitionsimpulse.“ so Pakleppa abschließend. Quelle: ZDB / pgl

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Vier Gründe, warum sich Solarthermie lohnt

20. Mai 2020 - 13:22

Solarwärme-Systeme bieten die beste Klima- und Umweltfreundlichkeit, sagt Meyer und fasst die Vorteile zusammen: Sie stoßen kein Treibhausgas aus, bestehen aus umweltfreundlichen, äußerst langlebigen Materialien, die sich problemlos recyceln lassen und ihre Effizienz ist enorm. Der drei- bis viermal größere Wirkungsgrad verringert den Platzbedarf von Solarkollektoren auf dem Dach, weshalb sich Solarwärme- und Solarstrom-Systeme gut kombinieren lassen.

Trotz der Vorteile fließen oftmals Irrtümer in die Diskussion über die Solarwärme-Erzeugung ein, weiß Meyer. Beispielsweise, dass sich Solarthermie nicht lohne. Richtig sei, dass Solarwärme-Systeme sich fürs Klima und den Geldbeutel lohnen. Sie sparen viel Kohlendioxid ein sowie Brennstoffkosten. Eine Solarwärme-Anlage amortisiere sich je nach Anlagengröße in elf bis 16 Jahren, was eine Rendite von 2,8 bis 6,9 Prozent entspreche. Hinzu kommen aktuell attraktive Förderkonditionen die Amortisationszeiten geringer halten. Der Fördersatz beträgt zurzeit 30 Prozent der Kosten. Wer in eine Erneuerbare Energien-Hybridheizung investiert und dabei eine alte Ölheizung ersetzt, erhält vom Staat 45 Prozent dazu. Außerdem werde die CO2-Bepreisung die Amortisation der Solarthermie weiter verbessern. Da Solarkollektoren und Wärmespeicher etwa 30 Jahre und länger halten treibt das die Rendite weiter nach oben.

Preise vergleichen

Auch die Einschätzung, Solarthermie lohne sich nur im Süden der Republik, ist ein Irrtum. Zwar ist im Süden die Sonneneinstrahlung vielerorts größer ist als im Norden. Doch auch im Norden gibt es zum Beispiel in Küstennähe sehr sonnige Gegenden. In den weniger sonnigen Regionen amortisiert sich die Solarthermie ein bis zwei Jahre später. Viel wichtiger für die Rendite ist die Wahl des Installateurs. Ein überteuertes Angebot und eine fehlerhafte Installation werden sich nicht rentieren. Daher empfiehlt Meyer einen Preisvergleich und Referenzanlagen-Check.

Ein weiterer Aspekt: In vielen – aber nicht in allen – Modellrechnungen ist die Rendite von Warmwasser-Solaranlagen besser ist als die von Solarheizungen. Das liegt daran, dass Solarheizungen mehr Wärmeleistung brauchen. Das hat zur Folge, dass sie im Sommer mehr Solarwärme produzieren, als der Haushalt abnehmen kann. Dieses nicht genutzte Potenzial kann negativ zu Buche schlagen. Darum ist es bei jeder Solarwärme-Anlage wichtig, die Wärme im Sommer optimal zu nutzen. Haushaltegeräte, wie den Geschirrspüler oder die Waschmaschine, sollten an die Warmwasserversorgungen angeschlossen werden, um die kostenlose Solarwärme zu nutzen.

Für die größeren Solarheizungen spricht, dass der Anteil der Speicherkosten und Installationskosten mit der Anlagengröße abnimmt. Die große Anlage spart 20 bis 30 Prozent der Brennstoffkosten ein. In der Beispielrechnung des Bundesverbandes Solarwirtschaft sind es bei der kleinen rund 10.000 Euro in 20 Jahren. Bei der großen dagegen mehr als 14.000 Euro. Im Neubau als auch bei der umfassenden Gebäudesanierung können heutzutage 70 Prozent und mehr der häuslichen Wärme mit der Solarthermie abgedeckt werden, sagt Meyer.

Brennstoffkosten werden eingespart

Schließlich wird heißt es, dass Solarthermie sich nur in gut gedämmten Häusern lohnen soll. Gut gedämmte Häuser können einen großen Anteil ihrer Energie mit Solarwärme abdecken. Bei schlecht gedämmten Häusern ist die benötigte Wärmemenge so groß, dass die Solaranlage nur wenig im Verhältnis dazu beitragen kann. Wenn der solare Deckungsanteil bei einem gut gedämmten Haus bei 30 Prozent liegt, schafft die gleich leistungsstarke Solaranlage beim schlecht gedämmten Haus nur zehn Prozent. Dafür spart sie mehr Brennstoffkosten ein. Moderne Gebäude benötigen in Monaten wie April und Mai, aber auch im September und Oktober praktisch keine Heizung. Gerade April und Mai sind aber Monate mit einer sehr hohen Sonneneinstrahlung. Daher kann die Solarthermie in diesen Zeiten das Haus optimal heizen. Quelle: solarthermie-jahrbuch / al

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Ökostrom ohne Investitionskosten beziehen

20. Mai 2020 - 12:36

Zwar ist Solarstrom vom eigenen Dach für Unternehmen die günstigste Art der Stromerzeugung, heißt es in einer Mitteilung von Q Cells. Viele mittelständische Unternehmen würden aber die planungs- und kapitalintensive Investition in eine eigene Solaranlage scheuen. In beiden Modellen werden Solaranlagen auf dem Dach des Eigentümers oder des Mieters eines Gebäudes errichtet. Der Anbieter übernimmt die Kosten und deckt den verbleibenden Strombedarf mit ökologischem Strom aus erneuerbaren Quellen aus Deutschland und Österreich ab.

Beim Power Contracting übernimmt der Anbieter die Rollen des Investors, Eigentümers und Betreibers der Solaranlage. Er liefert im Rahmen eines Stromliefervertrags den Großteil des Stroms. Den Überschussstrom wird vermarktet. Der Reststrombedarf kommt ebenfalls vom Anbieter. Im Unterschied dazu wird bei der Anlagenpacht die Solaranlage vom Unternehmen gepachtet, womit es zum Betreiber der Anlage wird. Der verbrauchte Strom gilt als Eigenverbrauch, für den eine anteilige EEG-Umlage von aktuell 2,7 Cent statt 6,8 Cent je Kilowattstunde fällig wird.

„Mit Power Contracting und Pacht von Solaranlagen lassen sich in erheblichem Umfang Netzentgelte und Umlagen sparen“, sagt Maengyoon Kim, EU-Vertriebsleiter von Q Cells. Unternehmen könnten so ihre Stromkosten deutlich senken. Gleichzeitig würde sie die eigene Planungssicherheit erhöhen, weil sie von steigenden Strombezugskosten aus dem Netz weniger betroffen seien. Quelle: Q Cells /al

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Neue Lüftungsnorm hat strengere Eingangsparameter

19. Mai 2020 - 8:01

Ist in der Praxis, insbesondere bei Energieberatern, angekommen was sich hinter einem Lüftungskonzept verbirgt?

Hinter einem Lüftungskonzept verbirgt sich die Berechnung, ob ein Gebäude eine zusätzliche lüftungstechnische Maßnahme benötigt. Wenn das der Fall ist, dann wird im Lüftungskonzept außerdem festgelegt, wie gelüftet werden, also welche Lüftungsart eingebaut werden soll. Damit wäre das Lüftungskonzept eigentlich fertig. Viele verstehen darunter aber auch noch die genaue Ausführungsplanung. Wichtig ist: Die Berechnung, ob eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig ist, allein, reicht nicht aus.

Begegnet es Ihnen in der Praxis häufig, dass ein Lüftungskonzept nur diese Berechnung enthält?

Durchaus. Wir werden immer mal wieder gefragt, warum es so viel Geld kostet, wenn wir ein Lüftungskonzept erstellen. Einige bieten das für 60 Euro an. Das halte ich für zu gering, denn ein professionelles Lüftungskonzept erfordert einigen Aufwand. Für 60 Euro erhalten Sie sicherlich kein professionelles Konzept. Wenn wir die Bedarfsanalyse mit dem Ergebnis abschließen, dass keine lüftungstechnische Maßnahme nötig ist, dann wird es natürlich auch bei uns günstiger. Aber in der Regel
ist eine lüftungstechnische Maßnahme nötig oder vom Kunden gewünscht.

Wie wirkt sich die neue Lüftungsnorm aus?

In der neuen Norm ist der Eingangsparameter etwas strenger, das heißt es wird häufiger eine lüftungstechnische Maßnahme gefordert. Sowohl bei der alten als auch bei der neuen Norm besteht das Problem allerdings darin, dass für die Berechnung des Lüftungskonzept die Dichtheitswerte
der Norm zugrunde gelegt werden. Das mache ich persönlich nicht mehr. Es ist beispielsweise bei freier Lüftung ein n50-Wert von 1,5 1/h (Luftwechselrate) bei 50 Pa in einer Stunde gefordert. Das ist
nicht mehr sehr praxisrelevant. Wir haben bei Dichtheitsprüfungen schon bei Gebäuden
aus den 60er-Jahren, in denen die Fenster erneuert wurden, einen Wert von 0,5 1/h gemessen. Wenn man von diesem Wert ausgeht, dann muss eigentlich immer eine lüftungstechnische Maßnahme
durchgeführt werden. Setzen Sie dagegen den Normwert von 1,5 1/h an, dann ist das häufig nicht nötig. Das war übrigens auch ein Kritikpunkt an der neuen Norm. Schließlich sollen die Gebäude ja immer
dichter werden und das bedeutet, dass Luft hineingebracht werden muss.

Welche Trends sehen Sie in der Lüftungstechnik?

Es gibt mehrere Trends. Der erste geht dahin, dass im Geschosswohnungsbau lüftungstechnische Maßnahmen obligatorisch werden. Oft sind das freie Lüftungen, das heißt der Luftaustausch wird beispielsweise durch Bauteile im Fensterrahmen gewährleistet. Wichtig ist zu wissen: Bei einer freien Lüftung muss der Mieter zusätzlich weiter aktiv lüften, er ist nicht von dieser Pflicht befreit. Wenn die Vermieter sich darauf nicht verlassen wollen, setzen sie auf vergleichsweise günstige Abluftanlagen.
Dabei müssen heute nicht mehr nur im Bad Abluftventile/Ventilatoren installiert, sondern auch in der Küche und in anderen Räumen, in denen der Anfall von Luftschadstoffen und Feuchtigkeit hoch
ist. Und diese Lüfter laufen dann auch dauerhaft. Bei Doppelhaushälften oder Einfamilienhäusern
sieht es anders aus. Hier geht der Trend zu dezentralen alternierenden Lüftungssystemen, auch Pendellüfter genannt. Darüber hinaus erwarte ich einen neuen Trend: die Leistungen der zentralen
Lüftungsgeräte werden zunehmen, das heißt ein Gerät wird wesentlich mehr Luft fördern können, um die CO2-Konzentrationen besser senken zu können.


Wie hoch sollte das geförderte Volumen denn idealerweise sein?

Wir versuchen bei unseren Planungen zu erreichen, dass zum Beispiel im Schlafzimmer ein Volumenstrom von 30 Kubikmeter pro Stunde und Person gefördert werden, um die CO2-Konzentration sicher abzusenken. Wenn dort zwei Personen schlafen, sollten also 60 Kubikmeter pro Stunde
ausgetauscht werden. In den vergangenen Jahren wurden Pendellüfter vor allem in Mehrfamilienhäusern
verwendet, in Einfamilien- und Doppelhäusern kamen dagegen meist zentrale Wohnungslüftungsgeräte zum Einsatz.

Wie ist dieser Unterschied zu erklären?

Das ist ganz einfach. Wenn Sie von der zu fördernden Luftmenge ausgehen, ist es deutlich günstiger, den Luftwechsel mit Pendellüftern zu realisieren als mit zentralen Lüftungsanlagen. Bauen ist inzwischen
sehr teuer, da zählt jeder Euro. Allerdings wundere ich mich schon manchmal, wenn ich sehe , in was für Küchen oder Bäder die Bauherren investieren. Luft ist Lebensmittel, das Bewusstsein dafür scheint mir in
Verbindung mit dem Thema Wohnungslüftung doch sehr gering zu sein. Von den Pendellüftern braucht man aber – wie der Name ja schon sagt – immer gleich zwei: ein Gerät fördert Frischluft, das andere die Abluft nach draußen. Ja, und genau hier liegt auch ein Fallstrick für die Planung. Man muss darauf achten,
dass die Volumenförderleistung passt. Wenn ein Lüfter laut Beschreibung 30 Kubikmeter pro Stunde fördert, muss ich beachten, dass er diese 30 Kubikmeter pro Stunde nur in der Hälfte der Zeit fördert.
In der anderen Hälfte befördert er Abluft nach draußen. Tatsächlich tauscht der Lüfter also nur 15 Kubikmeter Luft in einer Stunde aus. Nehmen wir als Beispiel ein Schlafzimmer, in dem die Anforderung
lautet, dass pro Stunde 35 Kubikmeter Luft ausgetauscht werden sollten. Meist wird dann ein Lüfter gewählt, der laut Beschreibung 35 Kubikmeter pro Stunde fördert. Tatsächlich bräuchte ich für ein
solches Zimmer aber zwei Lüfter, um die Anforderung zu erfüllen. Hinzu kommt: in der Küche und im Bad brauche ich ohnehin jeweils zwei, denn aufgrund bauaufsichtlicher Vorschriften darf keine Luft aus Küchen und Bädern gefördert werden. Es werden also immer mehr Geräte. Und dann kommen noch die Schallschutzanforderungen hinzu. Auch hier liegen Fallstricke. In Wohn- und Schlafräumen darf der Schalldruck von 30 dB(A) in einem Meter Abstand nicht überschreiten. Bei Dauergeräuschen liegt die Grenze bei 35 dB(A) (DIN 4109-1).

Wie schneiden Pendellüfter in Sachen Wärmerückgewinnung gegenüber zentralen
Lüftungsanlagen ab?

Rein theoretisch sind die Wärmerückgewinnungsgrade zentraler Anlagen höher. In der Praxis allerdings gibt es kaum Unterschiede. Die meisten Pendellüfter haben aber Vorteile bei der Feuchterückgewinnung.
Damit schaffen Sie es, dass die Luftfeuchtigkeit im Winter in den Räumen nicht zu gering wird. Das ist ein
großes Manko der zentralen Lüftungssysteme. Daher werden in vielen zentralen Lüftungsanlagen zunehmend sogenannte Enthalpie-Wärmetauscher eingesetzt. Rotationswärmetauscher, die auch Feuchte zurückgewinnen, müssen mehrmals im Jahr gewartet werden. Es kann sich Staub und ähnliches auf dem Wärmetauscher ansammeln und diesen dann auch verdrecken oder verkeimen. Deshalb sollte man da alle halbe Jahre mal reinschauen
und den Zustand überprüfen. Interview: Silke Thole

 

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Frist für Flexiprämie verlängert

18. Mai 2020 - 9:46

Mit dem genehmigten "Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2017 und weiterer energierechtlicher Bestimmungen" haben Betreiber von Biomasse-KWK-Anlagen unter anderem eine Fristverlängerung erhalten. Anlagen, die zum 31. Oktober 2020 und folgende Ausschreibungsperioden ans Netz hätten gehen müssen, sind um sechs Monate verlängert worden. Damit ist es den Betreibern möglich die Anlagen fertigzustellen, ohne mit einer Vertragsstrafe zu rechnen, da durch die Coronakrise Verzögerungen entstandenen sind. Zudem wurde der Zeitpunkt, ab dem die 20-Jahresfrist für die Vergütung spätestens zu laufen beginnt, verschoben.

Auch über die Flexibilisierung im Biogasbereich freut sich der BKWK. Die Frist, bis zu der die Flex-BHKW spätestens am Netz sein müssen, wurde sogar um acht Monate verlängert. Zuvor hatte der BKWK die Politik gewarnt, dass die Corona-Pandemie Biogasprojektierer, die mit der Flexibilitätsprämie kalkulierten, in Zeitnot bringe.

Auch wenn der BKWK die Umsetzung dieser Entlastungen sehr begrüßt, berge die "Mini-EEG-Novelle" seiner Auffassung nach einen großen Wermutstropfen. Etwa sei die erforderliche Aufhebung des 52-GW-PV-Deckels ist nicht enthalten, ebenso wenig die geforderte konsequentere Ausgestaltung des KWK- und PV-Mieterstrommodells. Auch fehlen dem Verband die erforderlichen Lösungen für die Windenergie. Stattdessen seien diese Themen auf den Herbst verschoben worden.

Zusätzlich wurde für die Betreiber von klassischen KWK-Anlagen eine Frist im §118 Abs. 25 EnWG verlängert, für die ein Anschlussbegehren bereits vor dem 29. April 2019 gestellt wurde. Diese Anlagen hätten bis zum 30. Juni 2020 ans Netz gehen müssen, anderenfalls hätten eventuell kostenintensive Umbauten angestanden, teilte der BKWK mit. Diese Frist wurde aufgrund des Corona-Virus auf den 31. Dezember dieses Jahres gelegt. Quelle: BKWK / al

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Forscher ersetzen giftiges Blei durch Zinn

18. Mai 2020 - 7:50

Zwar ist Zinn die beste Alternative und damit hergestellte Halogenidperowskite sollten ausgezeichnete optische Eigenschaften aufweisen, aber in der Praxis sind ihre Wirkungsgrade mittelmäßig und nehmen schnell ab. Diese rasche "Alterung" ist ihr Hauptnachteil: Die Zinnkationen in der Perowskitstruktur reagieren sehr schnell mit Sauerstoff aus der Umgebung, so dass ihre Effizienz abnimmt.

Einen Weg, dennoch Zinn für ungiftige Solarzellen auf Perowskitbasis zu nutzen, haben Antonio Abate vom Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und Zhao-Kui Wang vom Institut für funktionelle Nano- und weiche Materialien (FUNSOM) an der Soochow Universität in China gefunden. Dem verwendeten Zinn werden organische Gruppen eingefügt und so eine zweidimensionale Struktur geschaffen, die zu so genannten 2D-Ruddlesden-Popper-Phasen führt. Dadurch bietet das Material über einen langen Zeitraum eine stabile Leistung.

Morphologie der Perowskitfilme analysiert

"Wir verwenden Phenylethylammoniumchlorid (PEACl) als Zusatz zu den Perowskitschichten. Dann führen wir eine Wärmebehandlung durch, während die PEACl-Moleküle in die Perowskit-Schicht einwandern. Dies führt zu vertikal geordneten Stapeln von zweidimensionalen Perowskit-Kristallen", erklärt Erstautor Meng Li. In der Shanghai Synchrotron Radiation Facility (SSRF) konnten sie die Morphologie und die Kristalleigenschaften der Perowskitfilme nach verschiedenen Glühbehandlungen genau analysieren.

Die besten dieser bleifreien Perowskit-Solarzellen erreichten einen Wirkungsgrad von 9,1 Prozent und hohe Stabilitätswerte, sowohl unter Tagesbedingungen als auch im Dunkeln. Die PEACl-Moleküle reichern sich durch die Wärmebehandlung zwischen den kristallinen Perowskit-Lagen an und bilden eine Barriere, die verhindert, dass die Zinn-Kationen oxidieren. Quelle: HZB / al

 

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Blauer Engel für sortenreine Trennung von Dämmung

17. Mai 2020 - 8:31

Bei diesem vollmineralischen WDVS können alle Bestandteile nach dem Rückbau sortenrein getrennt und in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden. Das ist möglich, da das System mechanisch an der Wand befestigt und auf Kleber verzichtet wird. Stattdessen wird ein Separationsgewebe in den speziell entwickelten Grundputz eingebettet. Bei herkömmlichen Wärmedämm-Systemen gehen die Komponenten einen dauerhaften Verbund ein. Eine spätere Wiederverwertung ist daher fast unmöglich. Die Baustoffe werden gemischt entsorgt und können für eine weitere Nutzung im Hochbau nicht verwendet werden.

Es ist das dritte Wärmedämm-Verbundsystem von Saint-Gobain Weber, das mit einem Blauen Engel ausgezeichnet wurde. Das Umweltzeichen erhalten Produkte und Dienstleistungen, die umweltfreundlicher sind als vergleichbare, konventionelle. Die Produkte bestimmte Kriterien hinsichtlich Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. Damit dies beständig der Fall ist, überprüft das Umweltbundesamt alle drei bis vier Jahre die Kriterien. Quelle: Saint-Gobain Weber / al

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Mieter in die Pflicht nehmen

15. Mai 2020 - 8:44

Ein Mieterstromprojekt zu realisieren, zu betreiben und unter Einhaltung aller Regularien richtig abzurechnen sieht das Netzwerk derzeit als ausgesprochen ambitioniert an. Schon vor der Installation muss der künftige Anlagenbetreiber zeit- und kostenintensiv recherchieren. Das sei bei den geltenden staatlichen Vorgaben ohne Einbindung von Sachverständigen kaum zu bewältigen. Im laufenden Betrieb ist der Verwaltungsaufwand für eine Mieterstromanlage immens. Hinzu kommen wirtschaftliche Unwägbarkeiten, wie zum Beispiel die Strompreisentwicklung des zuzukaufenden Stroms und die Menge des selbst produzierten Stroms, der an die Mieter verkauft werden kann, resümiert das Netzwerk.

Die Praxis zeige, dass auch das aktuelle Mieterstromgesetz, das den Mieterstrombetreibern nach heutigem Stand noch etwa 1,3 Cent je Kilowattstunde an Mieterstromzuschlag beschert, keinen Anreiz für eine Mieterstromanlage schaffe. Dass die Akzeptanz der Eigenstromversorgung durch PV Strom (Eigentümer ist gleichzeitig der Stromnutzer) schon längst gegeben ist, zeigen aber unstrittig die zahlreichen PV-Anlagen auf vom Eigentümer genutzten Gebäuden, heißt es von Seites des DEN.

Kleine Vermieter tragen hohes Risiko

Die durch die Gesetzgebung größtenteils hausgemachte Komplexität des Mieterstroms versperre das große Potenzial, das durch das Mieterstromkonzept als Gewinn für Umwelt, Mieter und Vermieter erschlossen werden könnte und den kleinen Vermieter stärker treffe. Diese würden ein besonders großes Risiko tragen. Für den Mieterstrom besteht eine freie Anbieterwahl für den Mieter und somit für den Anlagenbetreiber eine nicht beeinflussbare Größe in der wirtschaftlichen Kalkulation. Mit jeder Wohneinheit, die den Mieterstrom nicht bezieht, wird die Anlage unrentabler, im Extremfall speist der Betreiber 100 Prozent des erzeugten Stroms ins Netz ein. Spätestens damit wäre die Mieterstromanlage aktuell ein Zuschussgeschäft seitens des Vermieters, skizziert das DEN.

Das Netzwerk fordert daher, den Prozess zu vereinfachen. So müssten die Mieter verpflichtet werden, Mieterstrom abzunehmen, wenn dieser unter dem Preis der örtlichen Energieversorgers liegt. Außerdem müsse eine zentrale Koordinierungsstelle für alle gesetzlichen Meldepflichten rund um die Mieterstromanlage eingerichtet werden. Quelle: DEN / al

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Cloud liefert die richtige Menge Ökostrom

14. Mai 2020 - 14:50

Während im Sommer die Sonne im Überfluss aufs Dach scheint, ist der Ertrag der Anlage im Winter eher gering. Stromclouds können in diesem Fall den Eigenverbrauch sowie den Zukauf von Ökostrom regeln. Inzwischen bieten mehrere Hersteller solche Cloud-Lösungen an. Wer sich dafür entscheidet sollte beachten, dass oftmals die Lösung nur in Verbindung mit dem herstellereigenen Solarstromspeicher funktioniert. Zudem werden die monatlichen Beträge immer individuell ausgehandelt, was die Preisübersicht erschwert.

So bietet Q Cells die Q Home Cloud an und garantiert eine Versorgung mit 100 Prozent Ökostrom aus Deutschland und Österreich. Q Cells stimmt das benötigte Stromkontingent für die Cloud auf die Größe und den Installationsort der Solaranlage, den durchschnittlichen Stromverbrauch des Haushaltes und die Größe des Solarspeichers ab. Gleichzeitig wird damit der monatliche Betrag für den Vertrag ermittelt. Wenn der Speicher vollgeladen ist und die Solaranlage weiter Strom produziert, zum Beispiel an langen Sommertagen, wird der Überschussstrom ins Netz eingespeist und die volle Einspeisevergütung kassiert. Wird kein Solarstrom produziert und der Speicher ist bereits leer wird ökologischer Strom aus der Cloud bezogen.

Preis hängt von Verbrauch und Speicher ab

Einem ähnlichen Prinzip folgt der Anbieter Senec. Um dessen Cloud zu nutzen, wird das passende Basispaket ausgesucht, das zum Stromspeicher, zur Solaranlage und dem Stromverbrauch passt. Dieser monatliche Beitrag lässt den Nutzer ein entsprechendes Stromkontingent abrufen. Strom, der eingespeist, aber nicht benötigt wird, soll vergütet werden. Zusätzlich können weitere Pakete dazu gebucht werden, etwa um die Wärmepumpe einzubinden, das E-Fahrzeug aufzuladen oder an bis zu zwei weiteren Abnahmestellen in Deutschland den Strom aus der Cloud zu nutzen.

Sonnen wiederum bietet eine Flat an, von der die Community des Unternehmens profitiert. Der Nutzer wird Mitglied und kann unabhängig vom Stromversorger in der Energiegemeinschaft den selbst erzeugten Strom teilen. In dem so entstehenden virtuellen Kraftwerk stellen die Mitglieder ihren Strom, den sie gerade nicht selbst benötigen, einander voll automatisch zur Verfügung. Der virtuelle Speicher setzt sich dabei aus den einzelnen Batteriespeichern zusammen. Für diese Leistung bekommt der Nutzer einen Zugang zur sonnenFlat X mit Null Euro Stromkosten innerhalb des individuellen sonnenFlat X-Tarifs. Dabei handelt es sich um eine individuelle Freistrommenge. Wird diese nicht ausgeschöpft gibt es laut Anbieter eine Rückvergütung pro ungenutzter Kilowattstunde. Quelle: Q Cells / Sonnen / Senec/ Enerix / al

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Forscher misst Ladezustand von Batterien berührungslos

14. Mai 2020 - 11:32

Der Erfolg vieler neuer Entwicklungen wird davon abhängen, ob die Herstellung und Verwendung von Akkus mit einer ausreichenden Kapazität und einer langen Lebensdauer einhergehen. "Die Qualitätssicherung von wiederaufladbaren Batterien ist eine wichtige Herausforderung. Berührungslose Methoden können hier potenziell neue Impulse setzen", erklärt Arne Wickenbrock aus der Arbeitsgruppe von Professor Dmitry Budker am Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und dem Helmholtz-Institut Mainz (HIM). Die Arbeitsgruppe hat hier einen Durchbruch erzielt, indem Atommagnetometer für die Messung zum Einsatz kamen. Gemeinsam mit Professor Alexej Jerschow von der New York University haben sie ein Konzept entwickelt und die Experimente in Mainz vorgenommen.

"Unsere Methode macht im Prinzip dasselbe wie die Magnetresonanztomografie, aber sie ist einfacher, weil wir Atommagnetometer benutzen", so Wickenbrock, der die Untersuchungen leitete. Atommagnetometer sind optisch gepumpte Magnetometer, die gasförmige Atome als Sonden für ein Magnetfeld verwenden. Sie sind kommerziell erhältlich und kommen in der industriellen Anwendung und in der Grundlagenforschung zum Einsatz. In der Arbeitsgruppe von Budker dienen Atommagnetometer für Grundlagenforschungen in der Physik, beispielsweise bei der Suche nach Dunkler Materie oder dem Rätsel, weshalb sich Materie und Antimaterie nach dem Urknall nicht sofort gegenseitig ausgelöscht haben.

Im Falle der Batterie-Messungen werden die Akkus in ein Hintergrundmagnetfeld gelegt. Die Akkus verändern dieses Hintergrundmagnetfeld und die Veränderung wird mit Atommagnetometern gemessen. "Die Veränderung gibt uns Aufschluss über den Ladungszustand des Akkus, also wie stark die Batterie noch geladen ist, und über eventuelle Beschädigungen", so Wickenbrock. "Das Verfahren ist schnell und kann nach unserer Einschätzung auch gut in Produktionsabläufe integriert werden." Dass ein Bedarf für die Feststellung von Defekten an Batteriezellen besteht, zeigen unter anderem immer wiederkehrende Berichte über schwere Verletzungen bei der Explosion von E-Zigaretten oder die Beschränkungen bei der Mitnahme bestimmter Handytypen in Flugzeugen. Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz /al

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Baden-Württemberg muss beim Klimasachutz nachlegen

13. Mai 2020 - 9:01

Um die Ziele zu erreichen, ist vor allem ein beschleunigter Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie anderen erneuerbaren Energien erforderlich. Die Untersuchung "Ausbau der erneuerbaren Energien für eine wirksame Klimapolitik in Baden-Württemberg" von Joachim Nitsch empfiehlt im Ausbauszenario "BW PLUS" einen Zubau von 13 Gigawatt installierter Ökostromleistung auf insgesamt 22 Gigawatt bis 2030. Damit könnte der Anteil erneuerbaren Stroms auf 70 Prozent steigen. Im Wärmesektor soll der Anteil Erneuerbarer von 17 auf 27 Prozent zulegen.

Möglich ist ein solcher Umbau der Energieversorgung für Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen durchaus, heißt es von Seiten der Plattform EE BW. Sie erwartet dadurch auch positive Konjunktureffekte in der Corona-Krise. Erforderlich dafür seien jedoch angepasste Rahmenbedingungen auf allen politischen Ebenen. So brauche es etwa eine Photovoltaikpflicht zumindest im Neubau sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Vier Szenarien werden aufgezeigt

Auf vier Szenarien, die aufeinander aufbauen geht Nitsch in der Studie ein. Der Fokus liegt dabei auf der Strom- und Wärmeerzeugung, mit einem kurzen Exkurs zum Mobilitätsbereich. Das erste Szenario entspricht dem Ziel der Landesregierung, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 42 Prozent zu senken. Das zweite ergänzt es um den auf Bundesebene beschlossenen Kohleausstieg. Das dritte setzt auf verstärkten EE-Ausbau und geht von einem auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg aus. Das letzte baut erhöhte Effizienzmaßnahmen und Verbrauchssenkungen in allen Sektoren ein.

"Das in der Studie beschriebene Ausbauszenario BW PLUS zeigt den notwendigen Handlungsbedarf für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren als Mindestmaß für echten Klimaschutz", sagt Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform EE BW. Es entspreche einer Halbierung der Treibhausgasemissionen Baden-Württembergs von 1990 bis 2030. In Baden-Württemberg sind bislang nur 42 Prozent Reduktion vorgesehen. Das Ziel des Landes ist laut der Plattform kein ausreichender Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen. "Baden-Württemberg muss den Ausstoß von Treibhausgasen schneller reduzieren als bislang, eine Versechsfachung der jährlichen Reduktionsrate ist das Mindestmaß für wirksamen Klimaschutz. Ein ambitionierter Ausbau erneuerbarer Energien ist dafür unabdingbar", fordert Dürr-Pucher.

Das Szenario BW PLUS zeigt für Plattform-EE-Geschäftsführer Franz Pöter, dass durchschnittliche Zubauraten für Photovoltaik von 870 Megawatt installierte Leistung pro Jahr beziehungsweise für Windenergie von 325 Megawatt pro Jahr bis 2030 notwendig seien, um beim Klimaschutz voranzukommen. Auch bei den anteilig kleineren Erneuerbaren gelte es noch Potenziale zu heben, zum Beispiel bei der Wasserkraft.

Wärmesektor umgestalten

Auch die Umgestaltung des Wärmesektors sei für einen erfolgreichen Klimaschutz essenziell. Als Grundlage sieht die Studie den Ausbau von Wärmenetzen, deren Anteil an der Wärmebereitstellung sich im Ausbauszenario BW PLUS von jetzt 15 auf 30 Prozent im Jahr 2030 verdoppelt. Der Neubau von bis zu zehn neuen Geothermieanlagen ist darin ebenso vorgesehen wie eine leichte Steigerung der Wärmeerzeugung durch Biomasse. Zusammen mit einer sinkenden Gesamtnachfrage nach Wärme (minus 20 Prozent bis 2030) durch Effizienzmaßnahmen könnte der Südwesten den Anteil erneuerbarer Energien auf 27 Prozent des Wärmeverbrauchs steigern.

Um die Ausbaupfade zu erreichen, fordert die Plattform EE BW auf landes- wie bundespolitischer Ebene eine Reihe von Änderungen. "Wir müssen Genehmigungsverfahren beschleunigen und vereinheitlichen, um Realisierungszeiträume für EE-Projekte wieder zu verkürzen. Außerdem müssen bestehende Ausbaugrenzen und Degressionsmechanismen im Rahmen der anstehenden EEG-Novelle beseitigt werden", fordert Pöter. Auch eine Solardachpflicht lohne sich für das Klima und die Hauseigentümer. Darüber hinaus müssten vorhandene Potenziale insbesondere in der Biomasse und Wasserkraft ausgeschöpft und durch die Politik unterstützt werden.

Das bereits angekündigte Instrument der Wärmeleitplanung sollte für die EE BW für alle Kommunen verpflichtend sein. Eine echte Sektorkopplung zwischen Strom, Wärme und Mobilität und ein angemessener CO2-Preis zu bilden, gehört für die Plattform ebenso zum ambitionierten Ausbau erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg. Quelle: EE BW / al

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Corona-Krise wird Digitalisierung beschleunigen

13. Mai 2020 - 7:44

"Viele Unternehmen sind plötzlich zur Digitalisierung gezwungen: Sie probieren Homeoffice und virtuelle Zusammenarbeit aus, etablieren in Zeiten geschlossener Läden und Gaststätten einen digitalen Vertrieb oder ersetzen papierbehaftete Arbeitsprozesse durch digitale. Vieles davon wird nach der Krise bleiben – und sich verstärken", sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Der Anteil der 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande, der in den Jahren 2016 bis 2018 erfolgreich Digitalisierungsprojekte abgeschlossen hat, steigt demnach weiter und liegt nun bei 40 Prozent. Die Anzahl der mittelständischen Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben nimmt damit im Vergleich zur Vorperiode von 2015 bis 2017 um zehn Prozentpunkte oder 380.000 auf gut 1,5 Millionen Unternehmen zu.

Allerdings sind die durchschnittlichen Ausgaben für die Digitalisierung pro Unternehmen in den zurückliegenden drei Jahren nicht gestiegen. Sie liegen weiter bei 17.000 Euro. Im Jahr 2018 gab der gesamte deutsche Mittelstand insgesamt gut 19 Milliarden Euro für die Digitalisierung aus. Das ist weiterhin nur ein Bruchteil der Ausgaben für traditionelle Innovationen oder Investitionen in Gebäude, Maschinen, Einrichtungen.

Je größer ein Unternehmen ist, umso häufiger setzt es Digitalisierungsprojekte um und umso höher fallen die Investitionen hierfür aus. Spitzenreiter beim Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben sind große Mittelständler mit mehr als 50 Mitarbeitern (67 Prozent), die ganz kleinen Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten kommen nur auf einen Anteil von 45 Prozent. Jedoch kommt es auf die Branche an. Während bei den wissensbasierten Dienstleistern und im Forschungs- und Entwicklungsintensiven Verarbeitenden Gewerbes nahezu jeder zweite Mittelständler ein Digitalisierungsprojekt umsetzt, ist es im Baugewerbe nur knapp jedes dritte Unternehmen.

"Die Digitalisierung kommt zwar immer mehr in der Breite des deutschen Mittelstands an. Die Masse der mittelständischen Unternehmen vollzieht sie bisher allerdings in kleinen Schritten", resümiert Köhler-Geib. "Die aktuelle Corona-Krise wird hier eine Zäsur setzen und als Beschleuniger der digitalen Transformation im Mittelstand wirken. Gerade jetzt zeigt sich besonders, welche Wettbewerbsvorteile sich durch digitalisierte Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse ergeben." Sie ermöglichten in vielen Fällen den Geschäftsbetrieb fortzuführen, der aufgrund der Corona-Beschränkungen sonst zu vollständigem Erliegen gekommen wäre. Quelle: KfW /al

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Geschäftslageindex Solarwärme steigt auf Zehnjahreshoch

12. Mai 2020 - 8:24

Im ersten Quartal des Jahres 2020 ist das Verbraucher-Interesse an Solarheizungen deutlich gestiegen, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit. Der Absatz von Solarkollektoren zog jüngst spürbar an. Gleichzeitig verzeichnete das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein deutlich wachsendes Interesse an den zum Jahreswechsel deutlich verbesserten Förderangeboten für Ökoheizungen. Zuletzt stieg der vom BSW erhobene Geschäftslageindex in nur drei Monaten um 70 Punkte auf ein Zehnjahreshoch von 134 Punkten.

Auch wenn sich durch Corona bedingte Unsicherheiten die Geschäftserwartung für die kommenden Monate eintrübte, zeigt sich der BSW zuversichtlich: „Einer kurzfristigen Corona-Delle dürfte eine Investitionswelle folgen. Die verstärkte Klimadebatte der letzten Jahre, deutlich verbesserte Fördersätze und die Einführung eines jährlich steigenden CO2-Preises ab dem kommenden Jahr zeigen Wirkung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW.

Beim Neubau ist der Einsatz Erneuerbarer Energien seit einigen Jahren Pflicht. Bei der Installation einer Solarwärmeanlage in Bestandsgebäuden, die zuvor mit Öl oder Gas geheizt wurden, übernimmt der Staat bis zu 45 Prozent der Investitionskosten. Anträge müssen vor Auftragserteilung beim zuständigen Bundesamt BAFA gestellt werden.

Alternativ kann man eine steuerliche Förderung in Anspruch nehmen, bei der die Steuerschuld entsprechend gekürzt wird. Ohne vorherigen Antrag oder eine Energieberatung erhält man so 20 Prozent der Investitionssumme für die neue Solarwärmeanlage vom Staat zurück. Der Fachbetrieb, der die Anlage installiert, stellt dafür eine Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt aus. Quelle: BSW / al

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Fensterbranche setzt auf Reduzierung des Gewichts und mehr Sicherheit

12. Mai 2020 - 8:04

Effizientere Lüftung war bei Regel-Air Becks ein Schwerpunkt. Ein Holzfensterlüfter unter dem Namen FFLHmax wurde speziell für optimierten Luftaustausch konzipiert. Er ist für alle gängigen Holzfenster geeignet. Die Prüfungen der Schallschutzklasse vier belegen, dass der FFLHmax weniger Schallgeräusche passieren lässt als es Normen erfordern. Bei den Messdaten zum Volumenstrom bietet er statt der üblichen fünf Kubikmeter in der Stunde unter optimalen Bedingungen bis zu 7,9 Kubikmeter in der Stunde, beim Einsatz von zwei Fensterlüftern können 15 Kubikmeter erreicht sein. Gleichzeitig wird das Fenster durch die Fräsung leichter.

Sicherheit wird wichtiger

Leichter werden sollen auch die Fenster von Kneer, sowie sicherer. Weil Einbrüche bei Einfamilienhäusern fast immer über ebenerdige Terrassen-  oder Balkontüren und Fenster erfolgen, wurden Sicherheitsfragen überprüft. Bei Fenstern und Terrassentüren empfiehlt sich allgemein die Widerstandsklasse RC2. Dennoch bedarf es jedoch nach Angaben des Herstellers bei Fenstern und Terrassentüren der einbruchhemmenden Widerstandsklasse RC3. Die Sicherheitsfenster aus Kunststoff- und Aluminium-Kunststoff werden von Kneer-Südfenster mit den Profilsystemen „Synego“ und „Geneo“ von Rehau aus dem vollarmierten Faserverbundwerkstoff Rau-Fipro gefertigt. Die stabilisierenden Glasfaseranteile in den Flügelprofilen sorgen dafür, dass schwere Sicherheitsverglasungen problemlos integriert werden können.

Die umfangreichen Tests wurden von Experten des ift Rosenheim über mehrere Prüfungstage hinweg begleitet. Untersucht wurden ein- und zweiflügelige Dreh- und Drehkippfenster sowie Rollladenanbindungen für viele Öffnungsarten. Dabei dürfen die Fenster nicht zu schwer sein. Dennoch  erfordert ein zweiflügeliges Stulpfenster mit Anbindung an den vorhandenen Rollladenkasten eine besondere Stabilität. Da es in diesem Fall nicht möglich ist, das Fenster an allen vier Seiten zu befestigen, muss die Konstruktion des Fensters auch mit nur zwei- bis dreiseitiger Befestigung sicher sein und darf keine Angriffsfläche bieten. Auch Fenster mit seitlichen Verbreiterungsprofilen mussten den Einbruchsversuchen standhalten.

Leichter werden durch Aluminium sollen auch die Fenster des Systems Heroal W 77. Heroal W 77 PH ist die Systemvariante speziell für den Einsatz in Passivhäusern. Diese erfüllt schon bei einer Bautiefe von nur 77 mm und einer Ansichtsbreite von 180 mm den Passivhausstandard, da bereits mit diesen Maßen ein Uf-Wert von 0,8 W/m²K erzielt wird. Der Isothermenverlauf wird dabei durch die zentrale Lage des Glases optimiert, denn so sind sowohl der Temperaturverlauf in der Konstruktion wie auch die Gewichteinteilung nahezu parallel und mittig zur Fensterebene. Das System arbeitet mit Isolierstegen, die hohe Belastbarkeit mit geringen Wärmeverlusten vereint. Die Geometrien der Isolierstege sorgen für eine Reduzierung des Energiestroms und tragen somit gleichzeitig zu einer Verringerung der Wärmeleitung bei.

Smarte und umweltschonende Produkte

Der Hersteller Rehau setzte auf smarte Lösungen und ein wachsendes Umweltbewusstsein. Die Sicherheitslösung „Smart Guard“ soll es den Komponenten ermöglichen interaktiv zu agieren. Ein Beispiel sind smarte Griffe welche den Einbruchsschutz durch automatische Verriegelungen verbessern. Nachhaltigkeit kommt dazu. Die Ecopuls Fenster sollen in der Produktion im Vergleich zu herkömmlichen Profilen große Mengen an CO2 einsparen, bei der Herstellung von Rezyklat sollen rund 90 Prozent weniger Emissionen freigesetzt werden.

Fenster sollen ganzheitlich gedacht werden

Besonders enttäuscht von der Absage der Fensterbau Frontale dürfte ift Rosenheim gewesen sein. Geplant war unter dem Slogan „Fenestration Digital – Digitale Prozesse, Produkte, Prüfungen und Services“ Lösungen für eine digitale Zukunft zu präsentieren. Gemeinsam mit den 15 Mitausstellern sollten die Chancen einer Digitalisierung für den Fensterbau präsentiert werden. Visionen sollten vor allem mit virtueller Präsentation und individueller Konfiguration der Produkte, BIM, 3D-Druckverfahren und Robotik, Smart Home und automatisierten Wartungs- und Serviceangeboten präsentiert werden.

Auf Digitalisierung setzte auch Fensterbauspezialist Hanno. Im Fokus stehen der Hanno-PU-Injektionsklotz und neue digitale Serviceangebote für Planer und Verarbeiter. Mit dem Hanno-PU-Injektionsklotz lassen sich nach Unternehmensangaben einfach und zeitsparend druckfeste Bereiche zur Lastabtragung von Eigengewicht oder bei Anforderungen an die Einbruchhemmung innerhalb bestehender Fugenabdichtungen erstellen. Als Option zu herkömmlichen mechanischen Klötzen wird das Harz direkt nach der Montage in Dichtungsbänder von Fenstern, Türen und Fassaden injiziert. Mit dem Hanno-PU-Injektionsklotz werden diese innerhalb kurzer Zeit mechanisch belastungsfähig. Doch auch hier wird die Digitalisierung wichtiger, der Hersteller stellt in Zukunft für eine große Anzahl seiner Produkte zudem BIM-Daten zur Verfügung. Eine Online-Plattform unterstützt die Nutzer schon während der Planung von Baukörperanschlüssen indem sie gezielt nur Produkte bewertet, die mit den angegebenen Parametern übereinstimmen. So sollen die vorgeschlagenen Fugenabdichtungssysteme Bauherren, Bauleitung, Verarbeitern und Planern mehr Sicherheit geben. Und so zeigt sich, dass es bei Fenstern auch ohne die Fensterbau Frontale Neues gibt. von Wolfram Hülscher

 

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Solarenergie als Schlüsseltechnologie anerkennen

11. Mai 2020 - 8:37

Beim derzeitigen Green Deal wird der Photovoltaiksektor aus Sicht des Bündnisses zu wenig berücksichtigt. Es konstatiert einen Mangel an Unterstützung in finanzieller Hinsicht sowie für Forschung und Entwicklung. Dies würde die weitere Entwicklung des Sektors behindern und die industrielle Souveränität der EU bei strategischen Technologien zum Stillstand bringen. Zudem könnte es eine erfolgreiche Umsetzung der Dekarbonisierung auf dem gesamten europäischen Kontinent einschränken.

Nach Ansicht des Bündnisses wird Solarenergie weltweit als entscheidender Faktor für den Aufbau eines sicheren und nachhaltigen Energiesystems gesehen. Alle von der EU im Kontext der Klimaziele für 2050 entwickelten Energieszenarien würden für die Photovoltaiktechnologie eine Schlüsselrolle sehen. In der Kommunikation der europäischen Kommission zum Green Deal, dem Fahrplan für die EU-Behörden zur Förderung der Energiewende, werde zwar den erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle beim Ausstieg aus der Kohleverstromung und der Dekarbonisierung Europas zuerkannt. Die Solarenergie hingegen bleibe unerwähnt, ganz im Gegensatz zur Offshore-Windenergie, die als ein wichtiger Motor erachtet werde.

Solarindustrie birgt immenses Potenzial

Das Bündnis legt Zahlen vor, denen zu Folge die Entwicklung einer starken Solarindustrie in Europa ein immenses Potenzial berge. Die Photovoltaik deckt derzeit nur drei Prozent des gesamten Strombedarfs der EU, bei einem geschätzten Potenzial von 15 Prozent bis 2030. Europäische Forschungszentren entwickeln Spitzentechnologien für die industrielle Fertigung entlang der gesamten photovoltaischen Wertschöpfungskette. Diese neuen Spitzenlösungen bilden die Grundlage für eine Renaissance einer weltweit wettbewerbsfähigen industriellen PV-Produktion in Europa. Der globale Gesamtjahresumsatz der europäischen PV-Industrie wird derzeit auf fünf Milliarden Euro geschätzt, doch ist Potenzial für mehr vorhanden. Die Branche verfügt über eine hohes Potenzial für Wirtschaftswachstum und für die Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Roch Drozdowski-Streh ist CEO des Institut Photovoltaïque de l’Île de France (IPVF) und Gründer von "Solar Europe Now". Das Marktpotenzial könnte laut ihm freigesetzt werden, wenn Investitionen in die Forschung und Innovationen für diesen Sektor investiert würden. Dies wäre eine Initialzündung für die industrielle Entwicklung der strategischen Schlüsseltechnologie und -industrie. "Gemeinsam mit den hier ansässigen weltweit führenden Forschungszentren kann Europa den Markt für hochwertige Photovoltaikzellen und -module anführen", sagt Drozdowski-Strehl. In Europa hätten sich die großen Institute im Wettbewerb um neue Technologien stark positioniert. Dies sollten die europäischen Institutionen mit allen Mitteln unterstützen. Zumal es auch um Arbeitsplätze geht: "Der europäische Green Deal eröffnet die Möglichkeit, nachhaltige und arbeitsplatzschaffende Aktivitäten in den Bereichen emissionsarmer Technologien auszuweiten und so den Beschäftigungsrückgang im Sektor der fossilen Brennstoffe sowie in CO₂-intensiven Prozessen auszugleichen."

Andreas Bett, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Deutschland ergänzt: "Einige der weltweit fortschrittlichsten Technologien, wie Tandem-Solarzellen, die die Wirkungsgrade von Siliciumsolarzellen übertreffen, sowie nachhaltige Produktionstechnologien unter Berücksichtigung von Kreislaufwirtschaft und Recycling, werden derzeit in europäischen Forschungszentren entwickelt." Die Förderung von Forschung und Entwicklung in diesem Sektor würde nicht nur die industrielle Souveränität der EU gegenüber China und Asien stärken, das immer noch 97% der weltweiten produzierten Solarmodule herstellt, sondern auch die europäische Führungsrolle in strategischen Schlüsseltechnologien ausbauen und wäre nicht zuletzt ein positives Signal für die Hersteller. Quelle: Solar Europe Now / al

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Baubeschreibungen passen oft nicht zum Grundstück

10. Mai 2020 - 10:17

Seit der Einführung des neuen Bauvertragsrechts Anfang 2018 haben private Bauherren, die ein schlüsselfertiges Haus auf ihrem eigenen Grundstück ohne eigenen planenden Architekten bauen, das Recht auf eine detaillierte Baubeschreibung. Viele dieser Baubeschreibungen passen aber nicht zum Grundstück der Bauherren, beobachtet Marc Ellinger, Sachverständiger und Leiter des Freiburger Büros im Verband Privater Bauherren (VPB). „Die meisten Baufirmen setzen bei ihren Angeboten Idealbedingungen voraus, die nicht den Gegebenheiten vor Ort entsprechen – obwohl die Anbieter den zukünftigen Standort des Hauses kennen“, kritisiert der Experte. „Nach Vertragsabschluss kommen dann scheibchenweise die daraus resultierenden Mehrkosten auf den Tisch.“

Baufirmen gehen in den Baubeschreibungen beispielsweise von einem ebenen, gut anfahrbaren Grundstück aus, mit wenig Schnee, geringen Windstärken und ohne seismischen Erschütterungen. Auch bei der Bodenfeuchte werden ideale Bedingungen angenommen, die keine besondere Abdichtung gegen Feuchtigkeit erforderlich machen. Die Zonen variieren jedoch in einer Region zum Teil erheblich. Fast nirgends gelten tatsächlich in allen Bereichen die niedrigsten Einstufungen. Mal ist die Erdbebengefahr höher, mal weht der Wind stärker, mal fällt mehr Schnee. Je nach Bedingung müssen die Dächer und die gesamte Hauskonstruktion konstruiert sein. Je höher beispielsweise die Schneelastzone, umso stabiler muss die Bauweise sein.

Ähnlich verhält es sich bei den Erdbebenzonen: Bei einer höheren Stufe wird eine aufwändigere Bauweise vorausgesetzt. „Folglich sind die mit den Idealwerten angebotenen Häuser so gut wie nirgendwo realisierbar“, sagt Ellinger. Lediglich im Bereich zwischen Bamberg und Erlangen träfen die Angebote zu. Andernorts müssten Häuser technisch aufwändiger konstruiert und ausgeführt werden. „So kommen dann in schöner Salamitaktik scheibchenweise Mehrkosten auf die Bauherren zu“, erklärt Ellinger.

Extrakosten drohen bei falsch angesetzten Bedingungen

Wenn beispielsweise ein Haus am Hang gebaut werde, müsse zumindest zur Hangseite hin gegen drückendes Wasser mit Eintauchtiefen unter drei Meter abgedichtet werden, führt Ellinger aus. „Die in der Baubeschreibung standardmäßig angenommene und eingepreiste einfache Abdichtung reicht da nicht aus.“ So wird eine falsch angesetzte Bodenfeuchte in der Baubeschreibung teuer. „Allein der Unterschied zwischen einem normalen Keller, mit einfacher Abdichtung, wie er standardmäßig angeboten wird, und einem tatsächlich wasserdichten Keller, wie er am Hang oder bei entsprechendem Baugrund nötig ist, schlägt mit 8.000 bis 12.000 Euro Extrakosten zu Buche“, erklärt Marc Ellinger.

VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag kritisiert: „So etwas sollte nicht mehr passieren, denn die im Bauvertragsrecht vorgesehenen Baubeschreibungen sollen nicht nur schon vor Vertragsschluss einen verlässlichen Vergleich mehrerer Angebote in Bezug auf Preis und Leistung ermöglichen, sondern auch die für den Bauunternehmer erkennbaren Kostensteigerungsrisiken bei den angebotenen Leistungen erwähnen.“ Für die Beschaffenheiten des Baugrunds stehe das ausdrücklich in der Begründung des Regierungsentwurfes des Gesetzes. Immer wieder setzten sich Baufirmen aber darüber hinweg oder machten Angaben, die Laien nicht verstehen.

Laut VPB passiere es immer noch, dass in den Baubeschreibungen die Lastzonen genau benannt seien, die Bauherren nur nicht wüssten, dass für ihr Haus andere Vorgaben relevant wären. Im schlimmsten Fall zeigt sich das erst nach der Vertragsunterzeichnung: Wenn für den Bauantrag die Statik erstellt wird, müssen die für den Bauort geltenden Anforderungen angesetzt werden. Dann zeigt sich, was die vor Ort erforderliche Bauweise zusätzlich kostet. Im Idealfall sollten die Bauherren die Baubeschreibung vor der Unterschrift von ihrem unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen. Freitag: „Die technisch höheren Anforderungen müssen zwar in jedem Fall erfüllt werden, aber die Bauherren wissen dann zumindest, warum und welche Mehrkosten auf sie zukommen.“ Quelle: VPB / al

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