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Energetisch Bauen und Sanieren

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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 4 Minuten 28 Sekunden

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. Januar 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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Pluggit sichert sich Baka-Innovationspreis

vor 4 Stunden 5 Minuten

Pluggit konnte sich mit seinem Produkt gegen 45 eingereichte Wettbewerbsprodukte durchsetzen. Die Lösung eignet sich für Geschosswohnungsbauten mit kleineren und mittleren Wohneinheiten mit maximal drei Ablufträumen (Küche, Bad, WC). Auf Grund seiner geringen Abmessungen und einer Bautiefe von nur 179 mm kann das Lüftungsgerät in der Vorwandinstallation oberhalb des WCs oder unter der Decke montiert werden. Damit eignet es sich auch für die Sanierung. Der minimalinvasive und einfache Einbau dauert maximal einen Manntag.

Die Führungsgröße für die Steuerung der Anlage ist die relative Luftfeuchte. Das System regelt die notwendigen Luftvolumenströme vollkommen nutzerunabhängig und sorgt so für den dauerhaften Gebäudeschutz, verbesserte Wohngesundheit und  Energieeffizienz.

Außerdem hat das Unternehmen als Messeneuheit die Geräteserie Pluggit Avent SP als einheitszentrales Lüftungssystem vorgestellt. Die Lösung ist modular aufgebaut, objektspezifische Anforderungen lassen sich damit einfacher erfüllen. Systemkomponenten wie Vorheizregister oder VOC-Sensoren werden werkzeuglos integriert und automatisch erkannt. Auch ein Kommunikationsmodul steht optional zur Verfügung. Quelle: Pluggit / pgl

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Bau 2019: Glas reinigt sich bei Regen selbst

vor 4 Stunden 40 Minuten

Eine Spezialbeschichtung der Verglasung nutzt die Wärme aus UV-Strahlen im Tageslicht, um Schmutz in höchstens einer Woche zu zersetzen. Dann wird er vom Regen weggespült.

Die Selbstreinigungsfunktion wurde vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) gemäß EN1096-5 unabhängig geprüft und bestätigt. Im Regen verteilt sich das auftreffende Wasser durch die Spezialbeschichtung besonders gleichmäßig auf dem Glas und lässt es leichter ablaufen, sodass auch die Trocknung schneller erfolgt.

Das Produkt ist in mehreren Produktvarianten verfügbar: Planibel Easy Clear (4mm) erreicht eine hohe Tageslichttransmission von 84 Prozent, der g-Wert beträgt 82 Prozent und erlaubt somit erwünschte solare Energiegewinne im den kühleren Monaten. Planibel Easy Blue (4mm) ist die bläuliche Variante, die sich zum Beispiel zur Nutzung in der Dachverglasung von Wintergärten besonders empfiehlt. Die Tageslichttransmission beträgt hier 63 Prozent, der g-Wert 58 Prozent. Planibel Easy lässt sich in Isolierverglasungen mit anderen Funktionsbeschichtungen kombinieren. Quelle: AGC INterpane / pgl

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Altpapier-Dämmung erhält besseren Brandschutz

20. Januar 2019 - 7:26

Zelluloseflocken können künftig auch dann zum Einsatrz kommen, wenn tragende Strukturen in mehrgeschossigen Holzhäusern gedämmt werden. Dazu müssen die Flocken zwei sich widersprechende Eigenschaften haben: Beim Einblasen müssen sie gut fließen, damit der Vorgang zügig erfolgt. Sind sie an Ort und Stelle, sollen sie fest und kompakt sein wie eine Dämmplatte. Das ist zum Brandschutz wichtig.

Realisiert wird das über optimierte Bindemittel. Doch nicht nur die physikalischen Eigenschaften, auch die baubiologischen und ökonomischen waren bei der Suche nach einem Bindemittel wichtig. Es sollte ungiftig und breit verfügbar sein. Außerdem suchten die Forscher ein Verfahren, dass dafür sorgt, dass sich die Fasern vor Ort verbinden. In Frage kamen unter anderem Dampf, Infrarot oder Induktion.

Nachdem der Zuschlagstoff gefunden war, begannen die Schweizer Tüftler mit Praxistests im Großmaßstab und Brandversuchen. Zwei Holzrahmen wurden eine Stunde lang Flammen zwischen 800 und 1000 Grad ausgesetzt. Die neue Dämmung schützte die Konstruktion zuverlässig. Damit sei die Schutzwirkung der Produkte mit geklemmten Steinwollmatten vergleichbar, sagt Jon-Anton Schmidt, Leiter Anwendungstechnik bei Isofloc.

Die nächste Aufgabe ist die Entwicklung von Einblasmaschinen und die Überwachung der Dosierung des Bindemittels in allen Produktionsschritten. In einem Jahr sollen Produkt und Maschinen fertig sein. Quelle Empa / pgl

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Sentinel und DGNB kooperieren bei Wohngesundheit

18. Januar 2019 - 7:02

Erfolgen soll dies unter anderem über die Entwicklung einheitlicher Bewertungskriterien der gesundheitlichen Qualität von Innenräumen sowie die Wissensvermittlung über die Anforderungen an bauliche Prozesse und geeignete Produkte bei schadstoffarmen Gebäuden. Beide Organisationen verfügen über langjährige, praxiserprobte Erfahrung in der Bewertung und Förderung der gesundheitlichen Qualität von Innenräumen. So spielt die Innenraumluftqualität als Kriterium in der 2009 gestarteten Nachhaltigkeitszertifizierung der DGNB von Beginn an eine zentrale Rolle. Das Sentinel Haus Institut besitzt eine zwölfjährige Expertise im Bereich des Baustellenmanagements und in der Bewertung von geeigneten Produkten für schadstoffarme Gebäude. Zudem haben beide Organisationen ein großes Netzwerk an Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Mit der jetzt gestarteten Zusammenarbeit wollen die DGNB und das Sentinel Haus Institut ihr jeweiliges Know-how gezielt zusammenführen, um die gesundheitliche Qualitätssicherung noch stärker in den Bauablauf zu integrieren. Ein Fokus der Kooperation liegt auf der Erarbeitung einer Richtlinie zur Beurteilung von Innenraumluftmessungen in Gebäuden am Tag der Übergabe an den Nutzer. Hierfür sollen Expertentreffen mit Vertretern aus beiden Netzwerken initiiert werden. "Bislang ist es gängig, dass ein Gebäude erst 28 Tage nach Fertigstellung mit einer Raumluftmessung überprüft wird. Das ist bei den heutigen engen Bauzeitenplänen immer schwieriger umsetzbar", sagt Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts.

Darüber hinaus wollen die beiden Organisationen Maßnahmen anstoßen, die Bauausführenden und Verbrauchern die Wahl der passenden Produkte für schadstoffarme Gebäude erleichtern. Weitere Ziele der Zusammenarbeit sind die Stärkung der Baubegleitung und des Qualitätsmanagements auf der Baustelle als Themen im Rahmen der DGNB Zertifizierung. "Auch die stärkere Einbindung des Handels in die Diskussion um schadstoffarme Gebäude sowie der Aufbau einer entsprechenden Beratungskompetenz ist uns wichtig", sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB GmbH. Das Sentinel Haus Institut wird sich zudem verstärkt zum Themenfeld gesundes Bauen in den Fortbildungsangeboten der DGNB Akademie einbringen. Zugleich wird das Sentinel Haus Institut Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Quelle: DGNB / Sentinel Haus Institut / pgl

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Zahl der Baugenehmigungen bleibt 2018 zu gering

17. Januar 2019 - 7:57

Es sind 0,5 Prozent  mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum. Bei den genehmigten Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern beträgt der Anstieg 4,5 Prozent. „Die Zahlen befinden sich zwar im positiven Bereich, insgesamt sind sie aber ernüchternd“, sagt Andreas Mattner, Präsident des Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA).

„Die aktuellen Zahlen kommen nicht an den benötigten Neubau heran. Wenn wir das Ziel von 1,5 Millionen neuen Wohnungen erreichen wollen, müssten in der laufenden Legislaturperiode pro Jahr 375.000 neue Wohnungen gebaut werden. Dieses Ziel ist bereits jetzt uneinholbar. Deutschland braucht in diesem Jahr ein Planungs- und Beschleunigungsgesetz für den Baubereich, damit wir einen großen Schritt vorankommen.“

Die aktuellen Regulierungsbestrebungen in der politischen Debatte würden zudem nicht dazu beitragen, die Immobilienmärkte zu entlasten. „Enteignungsdebatten, die willkürliche Ausübung von Vorkaufsrechten – auch bei Nichtwohngebäuden – und Ideen wie das Umlageverbot der Grundsteuer, das dazu noch verfassungsrechtlich bedenklich ist, tragen zur Abkehr der Investoren vom deutschen Markt bei“, so Mattner. „Ein Trugschluss, denn auf diese sind wir angewiesen. Bezahlbares Wohnen und Bauen schafft der Staat nicht allein.“ Quelle: ZIA / pgl

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Studie vergleicht CO2-Bilanz von Holz, Mauerziegeln und Stahl

17. Januar 2019 - 7:54

Eine Studie zu den Einflussfaktoren der Bauweise auf die CO2-Bilanz von Gebäuden stellt Sebastian Pohl von den Life Cycle Egineering Experts aus Darmstadt vor. Die Bilanz werde wesentlich von der Betriebsphase bestimmt, so Pohl. Die Bauweise selbst, also ob mit Holz, Ziegeln oder Stahl gebaut werde, habe auf die Lebens-CO2-Bilanz eines Gebäudes so gut wie keinen Einfluss. Die Klimaneutralität werde durch die Energieversorgung, nicht durch die Erstellung der Gebäude bestimmt. Er plädierte dafür, die Grabenkämpfe um die ökologisch korrekte Bauweise einzusttellen. Den Mauerwerksverbänden dient die Studie aber als Munition gegen die Förderung konkurrierender Bauweisen.

Um Baukosten ging es auch im Vortrag von Dietmar Walberg von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen in Kiel (ARGE Kiel). Er fällte gleich zu Beginn ein verheerendes Urteil über die derzeitige Baupolitik: „Wir bauen an der Kernaufgabe vobei“, mahnte er. Die sei das kostengünstige Bauen. Die Kostensteigerungen am Bau seien enorm und lägen seit Beginn der Jahrtausendwende deutlich über der Infflationsrate. Kostentreiber bei den Gewerken sei zu geringen Teilen der Trockenbau. Hier liege das Mauerwerk im betrachteten Zeitraum seit dem Jahr 2000 unter der Inflationsrate, der Holzbau deutlich darüber. Dort betrügen die Kostensteigerungen seit der Jahrhundertwende 61 Prozent, im Rohbau 37 Prozent. Einen enormen Anteil habe aber ohnehin der technische Ausbau aufgrund einer Vielzahl neuer Vorschriften. Dort seien die Kosten um 142 Prozent gestiegen.

Von den Änderungsvorschlägen aus der Baukostensenkungskomission, die von der Politik herausgegriffen wurden, zeigte sich Walberg eher entttäuscht. Der erste war die Musterbauordnung, der zweite Punkt das serielle Bauen. Letzteres sei viel zu kurz gedacht, rechnete er vor. Serielles Bauen mit industrieller Vorfertigung sei bei den heute noch zu Verfügung stehenden schwierig zu bebauenden Grundstücken häufig gar nicht machbar. Außerdem sei es im Vergleich zu einem typisierten Bauen, bei dem Regelgrundrisse auf unterschiedliche Voraussetzung hin angepasst würden, zu teuer. Man liege über 2000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche beim seriellen Bauen. Aus den Daten, die die ARGE Kiel erhebt, lassen sich drei Faktoren erkennen, die günstiges Bauen ermöglichen: Mauerwerksbau, die gewerkeweise Vergabe anstatt der Generalunternehmerschaft und typisiertes Bauen. Von Pia Grund-Ludwig

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BAU 2019: Produktinformationssystem bewertet Öko-Deklaration

17. Januar 2019 - 7:44

Das IBU stellt bislang eine Datenbank zur Verfügung, in der Umweltproduktdeklaratiionen zur Verfügung gestellt werden. Dort geben Hersteller an, welche Stoffe in ihren Produkten enthalten sind. Eine Bewertung findet jedoch nicht statt. Mit dem neuen system sollen die Angaben zu Produkten erfasst werden, die anschließend von Systemen der Nachhaltigkeitsprüfung benötigt werden. Dabei stellt das IBU in dem neuen System über die Informationen zur Ökobilanz hinaus Daten für Planer und Auditoren zur Verfügung.

Außerdem gab das IBU bekannt, dass es das neue Schema zur gesundheitlichen Prüfung  von Bauprodukten ((AgBB) übernimmt. Die neue Fassung gilt seit August 2018, die Übergangsfrist läuft im Mai 2019 aus. Es bewertet flüchtige organische Verbindungen. Die neue Fassung bildet die DIN EN 16516 ab, die die Vergleichbarkeit und Präzision der Messungen erhöhen soll. pgl

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PV-Module halten auch hoher Schneelast stand

16. Januar 2019 - 7:12

Auch dicke Schneeschichten machen einem Modul nichts aus, solange die Last gleichmäßig verteilt ist, schreibt IBC Solar. Solarmodule halten demnach einem Druck von 2.400 Pascal (Pa) stand, ohne Schaden zu nehmen. Das entspricht 240 Kilogramm pro Quadratmeter (kg/qm).

Abhängig von der Witterung kann sich eine leichte Decke aus Pulverschnee schnell in eine tonnenschwere Last verwandeln. Zehn Zentimeter Pulverschnee wiegen etwa 10 kg/qm, das entspricht einer Drucklast von 98 Pa. Nasser Schnee kommt auf 40 kg bzw. 392 Pa. Gefriert er, erhöht sich die Last auf über 90 kg oder 882 Pa.

Kritisch kann es bei großen Flachdächern werden. Wenn die Traglastreserve des Gebäudes ausgereizt oder gar überschritten ist, wird es höchste Zeit, den Schnee entfernen zu lassen. Wichtig ist, dass dabei ausschließlich geschulte Experten zum Einsatz kommen, die sowohl auf die eigene Sicherheit achten als auch darauf, Solaranlage und Dach nicht zu beschädigen.

Bei der Frage, ob die Module kleinerer Anlagen von Schneelasten befreit werden sollten, scheiden sich die Geister. Da aber das Schneeräumen auf Schrägdächern nicht gerade ungefährlich ist und die Module durch Schaufeln und andere Schneeräumwerkzeuge beschädigt werden könnten, kann der Schnee bleiben, solange die Stabilität des Daches nicht gefährdet ist. Wer seine Module dennoch freilegen möchte, sollte das ausschließlich von einer spezialisierten Fachkraft durchführen lassen.

In Regionen mit häufigen und starken Schneefällen können Module außerdem mit einfachen technischen Hilfsmitteln verstärkt werden. Quelle: IBC Solar / pgl

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BAU 2019: Saint-Gobain Weber präsentiert rückbaubares WDVS

15. Januar 2019 - 11:35

Erreicht wird die Rückbaubarkeit des vollmineralischen, dickschichtigen WDV-Systems dem Hersteller zufolge durch mehrere Maßnahmen. So verzichtet das System auf Klebemörtel. Die Dämmplatten werden mechanisch mit Schraubdübeln auf dem Mauerwerk befestigt. Dabei wird eine spezielle Mineralwollequalität verwendet, durch die sich die Dämmplatten besonders gut an den Untergrund anschmiegen. Zudem wird unter der Armierungsschicht eine so genannte Separationsschicht aufgebracht, bei der ein Gewebe in einen eigens entwickelten Separationsmörtel eingelegt wird. Diese Schicht bildet bei Rückbau die Sollbruchstelle. Das Gewebe wird dann gestrippt, das heißt zum Beispiel von der Baggerschaufel gegriffen und bahnenweise mitsamt dem Putz sauber abgezogen.

Zusätzlich zum sortenreinen Rückbau bietet das System namens "weber.therm circle" alle gängigen Eigenschaften eines WDVS. Es ist ab sofort verfügbar, die bauaufsichtliche Zulassung ist beantragt. sth

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BAU 2019: Gutex zeigt nicht glimmende Holzdämmplatte

14. Januar 2019 - 12:54

Die Holzfaserdämmplatte mit Namen Pyroresist ist laut Gutex als erste nicht glimmende Holzfaserdämmplatte nach der europäischen Norm DIN EN 13501-1 in Euroklasse C-s1, d0 als schwer entflammbar klassifiziert. Sie kann sowohl im Bereich der Fassadendämmung als auch als harte Bedachung im Flachdach eingesetzt werden. Dafür werden den Gutex Hackschnitzeln aus unbehandeltem Tannen- und Fichtenholz aus dem Schwarzwald geringe Anteile von PUR-Harz, Paraffin sowie anorganische Brandschutzmittel auf mineralischer Basis zugegeben. "Wir bleiben im ökologischen Sektor und haben natürlich auch für diese Platte schon das Natureplus-Sigel beantragt", betonte Reiner Blum, bei Gutex Leiter Technik, im Gespräch mit enbausa.de.

Die mineralischen Brandschutzmittel werden bereits in der Holzfaseraufbereitung zugefügt, der Dämmplatte selbst ist ihre neue Eigenschaft nicht anzusehen. "Ansätze, bei denen mit einer Beschichtung gearbeitet wird, hätten in Deutschland keine Chance auf Zulassung", so Blum. Als weiteren Vorteil nennt er, dass das neue Produkt auf der gleichen Produktionslinie gefertigt werden kann wie die herkömmlichen Holzfaserdämmplatten des Unternehmens.

Zum Preis der Dämmplatten äußerte sich Blum noch nebulös. Man wolle sich in etwa dort bewegen, wo auch andere Systeme, die im Holzbaubereich eingesetzt werden, zu finden sind, sagte er. Als Beispiel eines solchen Wettbewerbssystems nannte er Knauf Tectecm, dabei handelt es sich allerdings um Dämmplatten für die Innendämmung.

"Mit Gutex Pyroresist bietet Gutex eine echte Innovation und einen neuen elementaren Baustein im modernen Brandschutz. Dem Bauen mit Holz werden sich mit Pyroresist neue Dimensionen erschließen", sagte Claudio Thoma, Geschäftsführer des Unternehmens, bei der feierlichen Produktenthüllung auf der BAU.

Die Dämmplatte ist im mehrgeschossigen Holzbau bis zur Hochhausgrenze als putzbeschichtbare Außenbeplankung direkt auf Ständerkonstruktionen und Massivholzelementen als auch auf Mauerwerk geeignet. Perspektivisch sollen mit der Produktfamilie außerdem hinterlüftete Fassaden möglich sein.

Die neue Dämmstoffplatte wird im Trockenverfahren hergestellt und lässt sich wie "normale" Holzfaserdämmplatten bearbeiten und befestigen. Verarbeiter können bestehende Werkzeuge nutzen. Auch bauphysikalisch entspricht das Produkt einer "normalen" Holzfaser: ist diffusionsoffen, speicherfähig, dämmend und fest. Im Vergleich zu EPS-WDVS lasse sich die Fassadendämmung mit wesentlichen schnelleren Verarbeitungszeiten realisieren, da bei der Anwendung in der WDVS-Fassade keine Brandriegel erforderlich sind.

Gutex Pyroresist wall, mit Nut- und Feder-Kantenprofil, ist in den Maßen 1800 x 600 mm und den vier Dämmdicken 60, 80, 100 und 120 mm erhältlich. Die Wärmeleitfähigkeit λD beträgt 0,043 (W/mK). sth

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Gedruckte Prototypen weisen am Bau Weg in die Zukunft

14. Januar 2019 - 7:29

„Firma druckt Betonhaus innerhalb von 24 Stunden“, „Erste Familie bezieht Haus aus dem 3D-Drucker“, Schlagzeilen wie diese liest man häufiger in jüngster Zeit. Einerseits zeigen sie, dass neuartige Fertigungsmethoden ins Bauwesen einziehen. Andererseits vermitteln sie aber einen übertriebenen Eindruck, die Revolution im Bauwesen stehe unmittelbar bevor. Zwar hat das Start-Up-Unternehmen Apis Core tatsächlich mit einem Roboterarm, der Beton druckt, innerhalb eines Tages ein schickes Häuschen in der Nähe von Moskau gebaut. Und auch das 95-Quadratmeter-Haus in Nantes des YHNOVA-Projekts ist bezogen. Bislang handelt es sich aber bei allen Projekten um Prototypen und Einzelmodelle, die von aufstrebenden Unternehmen und Forschern vor allem via Internet bekannt gemacht werden.

„Diese Technologie ist im Bauwesen völlig neu. Wenn man Materialentwicklungen anschaut wie den ultra-hochfesten Beton oder das Schweißen mit Stahl, dann rechnen wir mit Entwicklungszyklen von 15 bis 20 Jahren“, sagt Ulrich Knaack, Professor für Fassadentechnik an der Technischen Universität (TU) Darmstadt. „Zudem müssen Bauprodukte genehmigt werden, was ein Prozess von fünf bis zehn Jahren ist.“ Es dürften also noch einige Jahre vergehen, bis ähnliche Häuser in Deutschland entstehen. Nichtsdestotrotz forschen auch Knaack und sein Team an additiven Verfahren. Sie drucken Fassaden-Freiformknoten und individuell gestaltete Ziegelsteine. Zwar schätzt Knaack, dass 80 Prozent der aktuellen 3D-Druck-Projekte im Bauwesen mit Beton arbeiten. „Prinzipiell vorstellbar“ sei es zum Beispiel aber auch, Holz zu drucken. Dazu laufen bereits Versuche, meist aber mit Holzmehl und Kleber, sodass das Endprodukt zwar nach Holz riecht und aussieht, aber zu 60 Prozent aus Kunststoff besteht. „Wir stellen uns vor, die Holzfasern zur Verklebung bringen“, so Knaack. Aber hier stehe man am Anfang der Forschung.

Beton ist Schwerpunkt beim 3-D-Druck

Und auch beim Beton ist eines der Hauptprobleme ungelöst: Die Stabilität und Standsicherheit. Die erreicht man im klassischen Schalungsbau, indem man Stahl verbaut. Die bisherigen Prototypen-Bauer, wie das chinesische Unternehmen WinSun, versuchen, die Betonstabilität durch Beimischung etwa von Glas- oder Kohlefasern zu erhöhen. Zudem drucken sie eine Innen- und eine Außenwand, die durch eine wabenartige Betonstruktur verbunden werden. Das hat den Vorteil, dass man die Zwischenräume zur Isolierung nutzen kann.

Für YHNOVA hatte die Universität Nantes das Verfahren BatiPrint 3D entwickelt: Ein Roboter spritzte quasi eine Schalung, zwei Wände aus schnell härtendem Schaum. Der Zwischenraum wurde mit Beton ausgefüllt. Den Schaum verwendet man dann als Isolierschicht. An der TU München arbeiten Forscherinnen und Forscher am Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an weiteren additiven Beton-Verfahren: Extrudieren mit beigemischtem Holz als leichtem Werkstoff, etwa. Oder einer Steinschüttung, auf die man selektiv Zementkleber aufbringt, sodass ein dreidimensionale Objekt aus gröberen Steinen entsteht. Außerdem experimentiert das Team um Klaudius Henke damit, auf ein Sand-Zementgemisch selektiv Wasser aufzusprühen, sodass es nur dort aushärtet und man das übrige Material am Ende entfernen kann.

Futuristische Fassaden mit klimatisierenden Eigenschaften

Kunststoff eignet sich zwar wegen mangelnder Festigkeit und vor allem wegen des Brandschutzes nicht dafür, ganze Gebäude zu drucken. Aber unter anderem für Fassaden gibt es bereits innovative Ideen. So hat das Team um Moritz Mungenast, Professor für Entwerfen und Gebäudehülle an der TU München, ein 3D-gedrucktes, hochkomplexes, aber organisch geformtes Fassadenelement aus Polycarbonat entwickelt. Es soll anpassungsfähig im Sommer vor der Sonne schützen, im Winter Licht einlassen, durchsichtig sein, aber schalldämmend wirken, gleichzeitig dämmen und frische Luft durchlassen über kleine Kanäle im Material, in denen die Luft vorgewärmt wird. Seit März 2018 ist der Prototyp mit dem Namen „Fluid Morphologie“ nach Mungenasts Angaben an der Solarstation der TU München montiert. Dort soll sich zeigen, wie sich die Fassade verhält, wenn sie Wind und Wetter ausgesetzt ist. Die ersten Ergebnisse nennt Mungenast „positiv“, detailliert werden diese derzeit in einer Doktorarbeit ausgewertet.

Am Institut für Tragwerksentwurf der TU Braunschweig wurde mit dem Digital Building Fabrication Laboratory sogar ein einzigartiges Labor eingerichtet. Darin kombinieren die Forscher den Betondruck mit subtraktiven Verfahren wie sägen und fräsen – an einem Roboterarm, der in alle Richtungen arbeiten kann nicht nur von unten nach oben aufbauend. Diese Technik wollen sie nun mit einem Industrie-Schweißgerät verbinden. Damit könnte in einigen Jahren womöglich sogar eine Stahl-Bewehrung robotisch in den gedruckten Beton eingebracht werden. Zum Drucken von Stählen laufen auch anderswo Pilotprojekte. „Beim Lasersintern hat sich viel getan, da sind inzwischen Bauteile von ein, zwei Metern Größe möglich“, berichtet Knaack. „Aber die Festigkeiten sind nach wie vor für uns im Bauwesen schwierig. Und wir müssen immer auch das Langzeitverhalten bedenken. Zudem haben wir für diese Technik noch keine Prüfverfahren im Bauwesen.“

Roboter schweißen eine Brücke

Das derzeit spektakulärste und am weitesten fortgeschrittene Projekt mit Stahl heißt MX3D und arbeitet nicht mit Lasersintern, sondern indem ein robotergesteuerter Schweißapparat ein Volumen erzeugt. Konkret ist das eine kunstvoll gestaltete Edelstahlbrücke, die das Konsortium im kommenden Jahr über einem Kanal in Amsterdam anbringen will. Das Bauwerk ist bereits fertiggestellt, muss nun aber ebenfalls noch Belastungstests überstehen. „Für uns im Bauwesen ist das sehr spannend“, sagt Knaack zu MX3D. „Ich denke, dazu werden wir in Kürze sehr viele Lösungen sehen. Schweißen kennen wir im Bauwesen und haben Normen. Die Brücke hat eine hohe gestalterische Qualität, eigentlich ist es ein Kunstprojekt. Irre, dass sie das in der riesigen Dimension hinbekommen haben, das ist wirklich beeindruckend.“ Nun müsse man aber abwarten wie die Funktions- und Belastungstests ausgehen.

Dass andere Länder beim 3D-Druck im Bauwesen weiter erscheinen, liegt daran, dass die Vorschriften nicht überall so streng sind wie hierzulande. Zudem wird nicht überall ein Standard erwartet wie in Deutschland. So plant die Non-Profit-Organisation New Story zusammen mit dem Start-Up ICON aus Austin (Texas), einfache, eingeschossige Häuser in Entwicklungsländern zu drucken. Die Firma wählte dazu ebenfalls ein Beton-Extrudierverfahren. Den ersten Prototyp bauten sie Anfang 2018 mit einem Roboter auf einer Art Portalkran. Der druckt die Wände ebenfalls mit einer Wabenstruktur zwischen Innen- und Außenwand, die Betonwürste bleiben sichtbar. Darauf setzt man ein einfaches Holzdach. Den armen Menschen in El Salvador wird das wie Luxus vorkommen, dort soll die erste derartige Siedlung entstehen. Auf der anderen Seite der Welt treiben die reichen Golf-Emirate die Entwicklung voran. Dubai gab 2016 die Strategie heraus, bis im Jahr 2030 bei jedem vierten Gebäude 3D-Drucktechnik einsetzen zu wollen. Dass gleichzeitig präsentierte Büro der Zukunft (Office of the Future) entstand aus vorgedruckten Betonteilen.

„Die Deutschen sind im Bauwesen sehr vorsichtig, bei uns fallen Häuser selten um“, sagt der Wissenschaftler Knaack. „Diese Qualität bedeutet, dass man eine hohe technische Sicherheit haben möchte, was zur Konsequenz hat, dass wir sehr viele Regeln haben. Die machen unsere Umsetzungsprozesse bei den Prototypen und den regelmäßigen Anwendungen langsamer.“ Wie andere Revolutionen in der Geschichte wird die im Bauwesen also wohl kaum in Deutschland beginnen. Daniel Völpel

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Dämmstoff-Check gibt Tipps zur Produktauswahl

14. Januar 2019 - 7:24

"Der Praxistest hat gezeigt, dass bei der Dämmung gute und unabhängige Informationen das A und O sind“, sagt Kristin Fromholz, Leiterin der Kampagne „Natürlich Dämmen“ bei  C02Online. Aus diesem Grund bietet die Plattform jetzt einen kostenlosen Dämmstoff-Check an. Der interaktive Online-Ratgeber zeigt Hausbesitzern, welche Dämmstoffe sich für ihr Gebäude eignen, wie viel sie kosten und was die wichtigsten Vor- und Nachteile sind. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Ökodämmstoffen.

„Bei dem Praxistest hat uns besonders interessiert, warum welche Dämmstoffe ausgewählt werden“, so Fromholz. „Bei Ökodämmstoffen ist für Hauseigentümer entscheidend, dass die Materialien gesundheitlich unbedenklich und umweltfreundlich sind und gut vor Hitze schützen.“ Diese Kriterien bewertet der Dämmstoff-Check bei jedem Material: in Form von Schadstoffen, Energieaufwand und dem Vermögen, vor sommerlicher Hitze zu schützen. Hinzu kommen Informationen zu Heizenergieeinsparung und Kosten. So erhalten die Nutzer einen Überblick zu allen Dämmstoffen und Hilfe für die Vorauswahl. Quelle: C02Online / pgl

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Viele Heizkostenabrechnungen sind fehlerhaft

13. Januar 2019 - 7:38

Besonders bei der Abrechnung des Warmwasserverbrauchs und beim Betriebsstrom gab es Unregelmäßigkeiten. "Bei 60 Prozent aller untersuchten Abrechnungen wird der Energieanteil für Warmwasser nicht korrekt, also nach den Vorgaben der Heizkostenverordnung, gemessen", erklärt Energie-Expertin Ines Rutschmann von Finanztip. "In solchen Fällen können Mieter die Kosten fürs warme Wasser pauschal um 15 Prozent kürzen."

Ein weiterer Mangel, der häufig auftritt: Bei jeder fünften Abrechnung überschreiten die Kosten für Betriebsstrom vertretbare Werte. "Mieter haben dann das Recht, die entsprechenden Belege einzusehen", erklärt Rutschmann. "Als Faustregel gilt: Kostet der Betriebsstrom mehr als fünf Prozent der Brennstoffkosten, muss der Vermieter die hohen Ausgaben nachweisen können." Macht er das nicht, können Mieter der Abrechnung widersprechen.  

In vielen untersuchten Gebäuden wird zudem deutlich zu viel Heizenergie verbraucht. Nur bei 13 Prozent der Gebäude entspricht der Verbrauch den Schulnoten "sehr gut" oder "gut". Das sind Werte, die im Hinblick auf die zugrunde liegende Gebäudeklasse erreicht werden können. Knapp zwei Drittel der Gebäude waren hingegen nur "ausreichend", "mangelhaft" oder "ungenügend". "Der hohe Verbrauch zeigt deutlich, dass viele Gebäude ein hohes Sparpotenzial haben – bei den Kosten und bei den CO2-Emissionen", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. "Die Bewohner können mit Änderungen ihres Nutzerverhaltes den Verbrauch und die Kosten senken. Vermieter und Verwalter sollten stets ihrer Instandhaltungspflicht nachkommen, zusätzlich geringinvestive Maßnahmen umsetzen und energetisch sanieren – im eigenen Interesse und im Interesse ihrer Mieter."

Die Stichprobe zeigt weiter, dass viele Haushalte zu viel fürs Heizen bezahlen, weil der Einkaufspreis des Brennstoffs zu hoch ist. In mehr als einem Drittel der Fälle lagen die Kosten für Erdgas mehr als 10 Prozent über einem günstigen Tarif. Die höchste Abweichung: dreimal so teuer wie in einem günstigen Tarif. Bei Fernwärme gab es noch häufiger hohe Einkaufskosten. Mehr als die Hälfte der untersuchten Gebäude mit Fernwärme beziehen den Brennstoff zu Kosten, die mehr als 10 Prozent über dem Durchschnitt der jeweiligen Region liegen. Die Ursache: eine zu hohe Anschlussleistung. Durch eine Korrektur könnten die Bewohner eines Gebäudes jedes Jahr mehrere Hundert Euro sparen, bezogen auf eine Wohnung etwa 50 bis 100 Euro jährlich.

Betroffene Verbraucher sollten ihren Verwalter oder Vermieter deshalb auffordern, den Brennstoff günstiger einzukaufen oder die Fernwärme-Anschlussleistung anzupassen. Schließlich untersagt das Wirtschaftlichkeitsgebot im Bürgerlichen Gesetzbuch Vermietern und Hausverwaltungen, unnötig hohe Kosten an die Mieter weiterzugeben. 

Die Heiznebenkosten der untersuchten Haushalte liegen im Durchschnitt bei 156 Euro pro Jahr. Vor fünf Jahren waren es noch gut 40 Euro weniger. Zu den Heiznebenkosten gehören zum Beispiel die Kosten für die Heizungswartung, die Gebühren für den Messdienstleister sowie die Betriebsstromkosten der Anlage. Ein Grund für die steigenden Kosten: Immer mehr Hausverwaltungen leasen Messgeräte, statt diese zu kaufen. Das ist zwar zulässig, für die Mieter allerdings meist teurer. In der Stichprobe waren drei Viertel aller Geräte geleast. Quelle: CO2 Online / pgl

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Verbraucherzentralen bieten kostenlose Energieberatung

11. Januar 2019 - 7:59

Auch den "Basis-Check" führen die Berater nun ohne Zuzahlung beim Verbraucher durch. Er dauert zirka eine Stunde und gibt Handlungsempfehlungen zu Themen wie Wärmeschutz, Lüften, Heiztechnik und Strom. Die Verbraucher erhalten einen standardisierten Kurzbericht. Die Preise für die "Energie-Checks", bei denen ebenfalls ein Berater nach Hause kommt, wurden vereinheitlicht und kosten 30 Euro. Hier liegt die Dauer der Beratung bei zirka zwei Stunden. Für einkommensschwache Haushalte sind alle "Energie-Checks" kostenfrei.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale kostet tatsächlich deutlich mehr. Der Wert eines "Solarwärme-Checks" betrage beispielsweise 422,45 Euro, so die Verbraucherzentrale. "Mit höchstens 30 Euro Zuzahlung übernehmen Verbraucher nur einen kleinen Teil des Gesamtbetrages, den weitaus größeren Anteil zahlt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie", erläutert  Christiane Dudda, Gesamtprojektleiterin Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale findet online, telefonisch oder im persönlichen Gespräch statt. Quelle: VZBV / pgl

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Energieautarkie erlaubt Miete mit Energieflatrate

10. Januar 2019 - 7:54

Die Gebäude wurden auf der Grundlage des Sonnenhaus-Konzeptes gebaut. Demnach müssen sie ihren Energiebedarf für Heizung, Warmwasser und Strom mindestens zur Hälfte selbst erzeugen. In Cottbus soll die solare Eigenproduktion sogar bis zu 70 Prozent erreichen. Strom und Wärme, die überschüssig sind, werden für den späteren Verbrauch gespeichert.

Für das Projekt agierte Helma als Generalunternehmer. Die beiden viergeschossigen Bauten mit insgesamt 14 Wohnungen sind monolithisch mit hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk errichtet. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Helma hat bereits Erfahrung mit solaren Energiesparhäusern im Bereich Ein- und Zweifamilienhäuser. "Nun wollen wir mit diesem Konzept im Markt für Mehrfamilienhäuser erneut Vorreiter sein und so eine attraktive Nische für uns besetzen", kündigt Gerrit Janssen an, Vorstandsvorsitzender der Helma Eigenheimbau AG. "Auf diesem Weg ist das Cottbuser Projekt ein Meilenstein, weil es zeigt: Das Sonnenhaus-Konzept funktioniert auch im Geschosswohnungsbau."

Der Freiberger Honorarprofessor und Experte für Solartechnik Timo Leukefeld entwickelte den Sonnenhaus-Ansatz gemeinsam mit Helma und weiteren Projektpartnern zum Konzept für vernetzte energieautarke Gebäude weiter. Für das Cottbuser Projekt bedeutet dies, dass im Sommer überschüssige Wärme über ein Nahwärmenetz zwei Nachbargebäuden zugutekommt. Dadurch reduzieren sich auch in diesen Häusern die Heizkosten und der Ertrag der Solarthermieanlage wird verdoppelt. Der geringe verbleibende Heizenergiebedarf in den Genossenschaftsgebäuden wird mit einem Gasbrennwertkessel erzeugt.

Die Mehrfamilienhäuser in Cottbus wurden 2018 von Eurosolar mit dem Deutschen Solarpreis 2018 ausgezeichnet. Sie seien ein Vorzeigeprojekt für den Strukturwandel in der Lausitz und setzten gleichzeitig ein politisches Signal für alternative Mieterstrommodelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), heißt es seitens Eurosolar. "Dies zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind", freut sich Helma-Vorstandsvorsitzender Gerrit Janssen. Denn entscheidend sei, dass bei der Planung des Cottbuser Energiekonzepts die Interessen der Mieter Berücksichtigung fanden und somit hohe Akzeptanz hergestellt wurde. "Wir werden die Klimaziele im Gebäudebereich nur erreichen, wenn alle Beteiligten davon profitieren", ist Janssen überzeugt. Die Genossenschaft will weitere Projekte auf der Basis des vernetzten Sonnenhaus-Konzepts angehen. Quelle: Helma / pgl

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Baustoffhersteller setzen auf Vielfalt von Siegeln

10. Januar 2019 - 7:21

Wer sein Haus dämmt, will es angenehm haben. Im Hochsommer bleibt die Wärme bestenfalls draußen, und im Winter drinnen - mit ihr im schlimmsten Fall aber auch Schadstoffe, die in den verwendeten Materialien enthalten sein können. Für die Gesundheit der Bewohner wird das gelegentlich zum Problem, denn solche Schadstoffe können teils schwere Krankheiten auslösen. Viele Hersteller lassen ihre Produkte deshalb von verschiedenen Prüfstellen untersuchen und anschließend zertifizieren.

Dabei geht es keineswegs nur um die gesundheitlichen Aspekte, sondern beispielsweise auch um die Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Entflammbarkeit der verwendeten Materialien und Systeme. Doch so vielfältig die Anforderungen an Dämmstoffe sind, so verschiedenen sind auch die Siegel mitsamt dahinterstehenden Prüfkriterien.

Zu unterscheiden ist zunächst zwischen Öko-Siegeln für Produktkategorien und in Bezug auf den verwendeten Rohstoff. Der "Blaue Engel" ist das wohl bekannteste Siegel. Zeichengeber ist das Umweltbundesamt, gut 30 Unternehmen die Dämmprodukte herstellen haben dort Produkte gelistet. Häufig stoßen Kunden aber auch auf das "Natureplus"-Siegel. 160 Dämmstoffe sind in der Datenbank zu finden. Daneben gibt es verbandsspezifische Siegel wie die Auszeichnung "pure life" - einer Zertifizierung für Polyurethan-Dämmstoffe. Zu den wichtigsten Siegeln für den Rohstoff Holz gehören den Herstellern zufolge etwa "FSC" und "PEFC".

Für Kunden ist allerdings nicht immer ersichtlich, wie streng die angelegten Prüfkriterien sind. Wer das im Detail wissen will, muss die Kriterienkataloge der Prüfer durchsuchen. Beim "Natureplus"-Siegel etwa liegt der Fokus relativ umfassend auf sowohl der Sozialverträglichkeit der Produkte als auch der Gesundheit der Hausbewohner, beim Eco-Zertifikat beziehen sich die Kriterien hingegen vor allem auf die gesundheitlichen Aspekte. Diese spielen wiederum bei den beiden bekannten Siegeln für Holzprodukte nahezu keine Rolle. Dort geht es hauptsächlich um nachhaltige Forstwirtschaft. Und wer viele verschiedene Produkte zertifiziert, legt auch viele verschiedene Kriterien an - so etwa beim "Blauen Engel". Hier müssen Kunden spezifisch für das verwendete Produkt schauen, was wie streng geprüft wird.

Steico etwa, Hersteller von Holzfaser-Dämmungen, hat wegen des Siegel-Wirrwarrs gleich so einige Arten von Siegeln im Einsatz. Diese hätten nämlich je nach Absatzmarkt unterschiedliche Bedeutungen, weil andere Kriterien im Vordergrund stehen, heißt es dort. Das unterscheidet sich mitunter auch international. "In anderen Absatzmärkten kommen darüber hinaus weitere Siegel und Qualitätszeichen zum Einsatz", sagt Marketing-Chef  Andreas Schulze. In Frankreich ist das beispielsweise das Acermi-Zeichen. Dabei ist nahezu jedes Produkt, das Steico anbietet, mit einem Öko-Siegel versehen. "Qualitätssiegel sind für uns sehr wichtig, da sie eine unabhängige Qualitätsaussage beinhalten", sagt Schulze. Allerdings seien mit manchen Zertifizierungen zum Teil sehr hohe Kosten verbunden. "Bei der Entscheidung für oder gegen ein Siegel müssen wir daher auch berücksichtigen, ob das Siegel in der Zielgruppe hinreichend bekannt ist und tatsächlich die Kaufentscheidung beeinflusst." Baumit zertifziert alle Materialien im Innenraum mit dem Eco-Siegel. Das bedeutet, dass sie auf flüchtige organische Stoffe geprüft sind. Außerdem sind sie auf krebserzeugenden, keimzellmutagene und reproduktionstoxische Stoffe getestet. In Viva-Forschungspark untersucht das Unternehmen 12 Häuser mit je 33 Wohnungen, um Wechselwirkungen zwischen Baustoffen zu erforschen.

Während sich Planer also eher an der fachlichen Aussagekraft der Zertifizierung und seinen Kriterien orientieren, spielt für Bauherren und Privatkunden häufig eine Rolle, ob sie das Siegel kennen. "Daher ist auch für uns wichtig, dass der Label-Anbieter nicht nur fachlich erstklassig ist, sondern auch in ein entsprechendes Marketing zur Steigerung der Label-Bekanntheit investiert", sagt Schulze. Für die Kunden bedeutet das: Ein Produkt ohne Siegel muss nicht unbedingt schlechter sein als eines mit einem Zertifikat.

Auch Rockwool, einer der größten Produzenten von Steinwolle-Dämmungstoffe, verweist auf die Zertifizierung seiner Produkte durch gleich mehrere Prüfer. Einige der Materialien wurden mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet, tragen die Siegel des Instituts Bauen und Umwelt oder der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.

Einen etwas anderen Weg geht hingegen Linzmeier. Statt auf viele große Namen setzt der Hersteller auf eine Listung durch das Sentinel-Haus. Das Institut aus Freiburg betreibt die Onlineplattform "Bauverzeichnis Gesündere Gebäude".  von Laurin Meyer / pgl

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Heizen mit Strom soll CO2-Bilanz verbessern

9. Januar 2019 - 7:53

Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen. Die Energieerzeugung aus nachhaltigen Quellen lässt sich jedoch nicht steuern. Deshalb beschäftigen sich Expertinnen und Experten seit Jahren damit, wie sie Stromüberschüsse speichern oder den Verbrauch an die Erzeugung anpassen können. Ein intelligenter Baustein im zukünftigen Energiesystem könnten Gebäude sein. So wäre auch ein nahezu CO2-neutraler Gebäudebestand realistisch.

Zu diesem Ergebnis kam Thomas Auer, Professor für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen an der Fakultät für Architektur der TUM. Gemeinsam mit Professor Thomas Hamacher und Professor Ulrich Wagner aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik entwickelte er ein Simulationstool, das den Strom- und den Gebäudesektor koppelt.

"Alle versuchen an neuen Gebäuden immer weiter und weiter Energie zu sparen, sprechen über Nullenergie-Häuser – dabei sind die neuen Gebäude gar nicht unser größtes Problem", sagt Auer. "Knapp 80 Prozent unserer Gebäude sind vor 1980 gebaut worden, sprich vor der Wärmeschutzverordnung. Wir können nicht mit einzelnen neuen Gebäuden die Gesamtsituation retten." Auer zeigt, wie sich bereits bestehende Gebäude auf dem Weg zur Energiewende intelligent nutzen lassen. Er schlägt vor, den Betrieb von Gebäuden stärker an das Stromnetz zu koppeln, um das schwankende Stromangebot aus den erneuerbaren Quellen auszugleichen. Im Winter gibt es mehr Wind als im Sommer – und damit mehr Windenergie. Diese könnte zur Wärmeversorgung über Wärmepumpen genutzt werden. Aktuell wird der Großteil der Wärmeversorgung in Deutschland durch die fossilen Energiequellen Öl und Gas gewährleistet.

Die Stromüberschüsse, die im Sommer aus der Photovoltaik entstehen, könnten dazu beitragen, Gebäude zu kühlen – was in Anbetracht des Klimawandels an Bedeutung gewinnen werde, sagt Auer. "Wir müssen die Soll-Temperatur eines Raumes an Lastspitzen im Stromnetz anpassen. So können wir den Gebäudesektor zu einer Art Puffer für das sogenannte Lastmanagement, also für die Steuerung des Stromverbrauchs, machen."

In ihrer Simulation koppelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Modell der gesamten Energieversorgung Deutschlands mit einem detaillierten Modell des Gebäudebestands. Ersteres schließt die Ausbauszenarien der erneuerbaren Energien bis 2050 ein. Letzteres bildet etwa 75 Prozent aller Gebäude in Deutschland ab. Das Modell des Gebäudebestands bezieht mit ein, um welche Art von Gebäude es sich handelt und welcher Energieeffizienzklasse sie angehören. So haben etwa Bürogebäude einen anderen Energieverbrauch als Einfamilienhäuser. Außerdem lassen sich mit diesem Modell verschiedene Szenarien von Sanierungsentscheidungen und Anlagetechnik untersuchen. So errechnet Auer die elektrische Leistung, die innerhalb einer Stunde abgenommen wird, sogenannte stündliche Lastprofile.

Die gekoppelte Simulation zeigt, dass es auf diese Weise denkbar ist, den Gebäudesektor bis 2050 CO2-neutral zu machen. Und das, obwohl sich im Extremfall durch eine Nutzung des Stroms für den Gebäudebetrieb der Verbrauch zu Spitzenzeiten nahezu verdoppeln würde. Quelle: TUM / pgl

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Dämmung an Hochhäusern wird demontiert

9. Januar 2019 - 7:29

Unklar ist im Moment, ob bei den fünf Gebäuden mit knapp 400 Wohnungen bereits beim Bau im Jahr 1964 gegen geltendes Recht verstoßen wurde. Davon geht Daniel Ulrich, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg, aus. Das müssten aber Gerichte klären.

Seit Anfang der 50er Jahre sind in Bayern brennbare Stoffe als Dämmung der Fassade von Hochhäusern verboten. Für die Entfernung der Dämmung sei aber wenig relevant, ob deren Verwendung schon bei der Erstellung der Gebäude illegal war, so Ulrich. Auch wenn die Dämmung legal aufgebracht wäre, sei sie aus heutiger Sicht so kritisch, dass "akute Gefahr für Leben und Gesundheit" bestehe und sie entfernt werden müsse. Wurde sie gegen geltendes Recht aufgebracht, habe sie keinen Bestandsschutz und müsste ohnehin weg. Hauptproblem sei der Styroporkern, der, wenn er brennt, nicht mehr zu löschen sei, so Ulrich.

Wer für den Rückbau bezahlt ist derzeit noch unklar. 46 Wohnungen gehören der Vonovia, die anderen sind zum größeren Teil in Privatbesitz.

Zutage gefördert hatte den Verstoß gegen den Brandschutz eine Überprüfung aller Hochhäuser nach dem Brand des Grenfell Towers in London. Er gehe davon aus, dass in den meisten der Hochäuser der Stadt alles in Ordnung sei, so Ulrich. pgl

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"Kritik an Styropor ist oft Kritik am Dämmen an sich"

8. Januar 2019 - 7:48

Wie sieht Ihre Bilanz nach den ersten 100 Tagen als Geschäftsführerin des IVH aus?

Vor mir tut sich ein Spagat auf. Der IVH steht für Klimaschutz durch Wärmedämmung, Einsparung von Heizenergie, Verringerung des CO2-Fußabdrucks. Da ist der Gebäudebereich eine der großen Stellschrauben. Deutschland hinkt den Klimazielen hinterher, unseren Teil dazu beizutragen das aufzuholen ist eine große Herausforderung. Gleichzeitig gab es heftige Medienkritik an Styropor in den vergangenen Jahren, es gab bei uns einen Wechsel des Geschäftsführers, eine neue Aufgabenverteilung im Vorstand. Wir müssen uns sammeln und geschlossen an unsere Aufgaben als technischer Verband herangehen.

Sie sagen, der IVH stehe für Klimaschutz, für viele steht Dämmen mit Polystyrol eher für Dämmen mit Rohöl und nicht für Nachhaltigkeit...

Für uns ist Nachhaltigkeit eines der wichtigsten Themen. Wenn eine EPS-Platte 40 Jahre an der Wand ist, spart sie Energie ein, anschließend wird sie thermisch verwertet oder recycelt, nachhaltiger kann man einen Liter Erdöl nicht nutzen.

Was tun Sie, um vom schlechten Image des Dämmstoffs wegzukommen?

Dass es ein schlechtes Image gibt, ist mir klar. Wenn ich als Geschäftsführerin unterwegs bin werde ich an vielen Stellen nicht mit offenen Armen empfangen. Oft wird mit der Kritik an Styropor aber Kritik am Dämmen an sich gemeint. Emotionen spielen da eine wichtige Rolle, das kann man oft nicht mit Fakten alleine entkräften, wir müssen Vertrauen neu aufbauen.

Wie machen Sie das?

Eine wichtige Initiative ist das Forum Sicheres Dämmen mit EPS mit Mitgliedern aus Industrie, Wohnungswirtschaft und Forschung. Die Plattform bietet wissenschaftlich abgesicherte Informationen. Es gibt Studien, Diskussionen, Erklärfilme. Außerdem sehe ich es als meine Aufgabe als Geschäftsführerin an, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. In solchen persönlichen Gesprächen zeigt sich auch, dass sich die Ressentiments relativieren.

Finden Sie Gehör?

Durchaus. Ich habe bei verschiedenen Veranstaltungen darüber gesprochen, wie Medien beim Thema Brandschutz Angst geschürt und verunsichert haben.

Gab es bei dieser Frage viel Gegenwind für Sie?

Im Gegenteil, die Architekten, Ingenieure, Baurechtsanwälte und Planer haben betont, dass das Thema Brand verstanden ist und waren weitgehend einig mit mir. Es gehe eher darum, das Thema Nachhaltigkeit beim Bauen zu erklären, sagten mir Gesprächspartner.

Gibt es konkrete Fortschritte beim Recycling?

Der Verschnitt geht heute schon ins Recycling, das wird werkstofflich recycelt als Leichtzuschlag für Beton oder Putze. Wie Sie wissen, arbeiten wir derzeit sehr intensiv in dem europäischen Projekt „PolyStereneLoop“ zur geschlossenen Kreislaufwirtschaft für EPS. Der Bau der Pilotanlage in den Niederlanden beginnt im ersten Quartal 2019. Im Übrigen: Einen vergleichbaren Ansatz für andere Dämmstoffe gibt es nicht, die landen auf der Deponie.

Das größere Problem sind aber doch die Bestände, die mit dem alten Flammschutzmittel HBCD an der Wand sind...

Das, was an der Wand ist, ist kein Problem. Das ist ähnlich wie bei alter Mineralwolle. Mit dem Unterschied, das altes EPS nach wie vor thermisch verwertet werden kann. Und für die Zukunft wird ja gerade an einer weitreichenden Lösung wie das chemische Recycling in den Niederlanden gearbeitet.

Es gibt auch bei den Fachhandwerkern große Vorbehalte gegenüber EPS. Wie adressieren Sie diese Zielgruppe?

Wenn es Vorbehalte gibt, nehmen wir die natürlich sehr ernst. In diesen Zusammenhang haben wir sehr eng mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks zusammengearbeitet, weil gerade dort das Entsorgungsproblem mit HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen am größten war. Natürlich sind wir auch in engem Kontakt mit den Maler- und Stuckateurverbänden und den Estrichlegern. Wir sind zudem verstärkt mit dem Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel in Gesprächen, auch über das Forum Sicheres Dämmen mit Handwerkern, die sind da involviert. Wir wollen den Handwerkern Informationen an die Hand geben, damit sie kritische Fragen ihrer Kunden beantworten können.

Wo sehen Sie für Ihren Verband neue Bündnispartner?

Der IVH ist in erster Linie ein Fachverband für unsere Dämmstoffe. Dass wir uns aber auch weiter politisch einbringen wollen, zeigt beispielsweise unser Umzug nach Berlin. Denn dort können wir in engem Schulterschluss mit unseren Partnern politische Aufgaben angehen. Wir sind aktiv in unserem europäischen Verband. Außerdem sind wir Mitglied im BuVEG, aber auch in der BDI-Initiative energieeffiziente Gebäude und bei der Allianz für Gebäudeenergieeffizienz.

Wie entwickelt sich denn derzeit der Markt für EPS?

Die Talfahrt haben wir hinter uns, der Branche geht es wieder besser, so wird es auch bleiben. EPS ist ein bewährter Baustoff. Unser Ziel ist, Marktanteile zurückzuholen. Wie hoffen natürlich auch, dass sich so langsam aber sicher der Sanierungstau auflöst. Mit EPS ist sozialverträgliches Sanieren möglich.

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