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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Updated: 18 min 51 sec ago

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. January 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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Richtlinie definiert Vorgehen bei Sanierung mit Asbest

19. October 2018 - 7:30

Ein Großteil der heutzutage anfallenden Bau- und Abbruchabfälle wird recycelt. So sinnvoll diese Vorgehensweise ist, es muss dabei mit großer Sorgfalt vorgegangen werden: Bei vielen Gebäuden der Baujahre bis 1995 liegt eine Belastung mit Asbest oder krebserregenden künstlichen Mineralfasern (KMF) vor.

Die neue Richtlinie VDI 3876 legt die Vorgehensweise zur Aufbereitung von Proben aus Bau- und Abbruchabfällen sowie daraus gewonnenen Recyclingmaterialien fest, wenn diese qualitativ auf Asbesthaltigkeit untersucht werden sollen. Weiterhin legt sie ein quantitatives Verfahren zur Bestimmung des Asbestgehalts in den Proben fest.

Asbest findet sich beispielsweise in Bedachungen, Fassadenplatten, Isolierungen, Klebern, Fußbodenbelägen, Dichtungen, Leichtbauplatten und Rohren. Ein nicht fachgerechter Umgang mit diesen Bau- und Abbruchabfällen kann eine Freisetzung der schädlichen Stoffe bewirken. Eine vorhergehende Untersuchung der zu recycelnden Materialien ist daher sinnvoll. Die Untersuchung auf Asbest und krebserregende künstliche Mineralfasern ist auch bei einer geplanten Entsorgung des Abbruchmaterials notwendig.

In der neuen Richtlinie VDI 3876 werden Hinweise gegeben zur Aufbereitung von Proben aus Bau- und Abbruchabfällen sowie daraus gewonnenen Recyclingmaterialien für die nachfolgende Analyse auf Asbest. Auch ein quantitatives Verfahren zur Bestimmung des Asbestgehalts in den Proben ist Teil dieser Richtlinie. Sie findet Anwendung bei Proben, die entsprechend DIN 19698 oder LAGA PN 98 genommen wurden. Die in dieser Richtlinie dargestellten Verfahren zielen vornehmlich auf die Prüfung der Asbesthaltigkeit ab. Dieselben Methoden können aber auch zum Auffinden von künstlichen Mineralfasern herangezogen werden. Die Richtlinie erläutert die Grundlagen der Untersuchung und deren Verfahrensablauf. Geräte für die Auswertung behandelt VDI 3866 Blatt 5 eingehend. Quelle: VDI / pgl

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In NRW sind 1,33 Millionen Heizkessel zu alt

19. October 2018 - 7:28

Chancen zur Vermeidung von 6,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr verorten die Verbraucherschützer in den Untergeschossen der Eigenheime, wenn flächendeckend Brennwerttechnik eingeführt und Öl- auf Holzpelletkessel umgerüstet würden. Das würde die Emissionen der betroffenen Gebäude beinahe halbieren und in vielen Fällen finanzielle Vorteile bringen.

In ihrer aktuellen Aktion "Besser heizen" ruft die Verbraucherzentrale deshalb alle Eigenheimbesitzer auf, die eigene Heizung unter die Lupe zu nehmen. NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser besuchte zum Start der Herbstaktion einen Verbraucherhaushalt in Siegburg, um dort dem Energieberater bei seiner täglichen Arbeit über die Schulter zu blicken. "Dieser Weckruf kommt genau zur richtigen Jahreszeit. Angesichts der steigenden Heizkosten dieses Jahr ist es umso wichtiger, das Heizsystem im eigenen Keller auf den Prüfstand zu stellen und Einsparpotenziale gezielt aufzudecken und zu nutzen. Allein durch den konsequenten Austausch veralteter Heizkessel können Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer in NRW rund 27 Prozent der CO2-Emissionen der Wohngebäudeheizung sparen – in der Mehrzahl der Fälle sogar ohne Systemwechsel", sagte Heinen-Esser.

"Wichtig ist, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher rechtzeitig mit ihrer Heizung beschäftigen. Das bedeutet: nicht erst dann, wenn die Wohnung kalt bleibt, weil die Anlage defekt ist", betonte Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie der Verbraucherzentrale NRW. Zum einen werde für die neue Heizung sonst in Zeiten voller Auftragsbücher oft ein Expresszuschlag fällig. Zum anderen bleibe unter Zeitdruck zu wenig Ruhe für die Auswahl des richtigen Systems. Öl und Gas seien schließlich nicht alternativlos.

"Für manche Verbraucherinnen und Verbraucher ist der Umstieg auf erneuerbare Energien – auf Wärmepumpen etwa oder Holzpellets und Solarwärme – genau das Richtige. Das spart natürlich am meisten CO2." Doch nicht für alle Haushalte sei dieser Schritt machbar oder die optimale Lösung. Entscheidend sei deshalb die rechtzeitige Information über technische Möglichkeiten und Fördermittel von Land und Bund.

Auch mit dem einfachsten Schritt von alten Öl- und Gasheizwertkesseln auf Brennwerttechnik sinkt der Energieverbrauch laut den Berechnungen der Verbraucherzentrale NRW aber schon um etwa ein Viertel. "Bereits dieser finanziell lohnende Minimalschritt allein könnte, konsequent umgesetzt, 2,7 Millionen Tonnen CO2 einsparen - rund elf Prozent aller CO2-Emissionen in der Wohngebäudebeheizung in NRW", betonte Sieverding. Quelle: VZ NRW / pgl

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Knauf macht Zugriff auf BIM-Daten einfacher

18. October 2018 - 7:45

Building Information Modeling (BIM) definiert einen Standard, um über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks alle relevanten Informationen zu jedem Zeitpunkt aktuell und digital verfügbar zu machen. Alle Projektbeteiligten können so programm- und disziplinübergreifend zusammenarbeiten. Plug-ins erleichtern die Integration der BIM-Daten in bereits genutzte CAD-Software.

Ab sofort können Architekten, die mit einem dieser beiden Marktführer im CAD-Bereich arbeiten, die Knauf-Erweiterungen auf der Website des Herstellers downloaden, in ihre CAD-Software installieren und sofort die zahlreichen Mehrwerte nutzen.

Damit bietet das Unternehmen die schnelle, anforderungsorientierte Auswahl aus über 1100 Wand- und Deckensystemen direkt aus dem jeweiligen CAD-System heraus an. Die Systeme werden gemeinsam mit den entsprechenden Knauf-Produkten und deren kompletten Attributen und Eigenschaften mit wenigen Mausklicks direkt in die BIM-Software übertragen. Dann kann der CAD-Planer die übertragenen Wand- und Deckensysteme direkt an seine erforderlichen Grundriss- beziehungsweise 3D-Gegebenheiten anpassen.

Sämtliche Produktinformationen, inklusive deren Eigenschaften, werden hierbei im Hintergrund in der 2D- und 3D-Planung mitgeführt. Darüber hinaus besteht in jeder Planungsphase die Möglichkeit, die aktuellen Mengen der verwendeten Systeme und Produkte berechnen zu lassen. Die erzeugten Stücklisten zeigten sämtliche in den Systemen benötigten Produkte an. Somit werden zum ersten Mal direkt im CAD-System auch die in der Planung verwendeten Zusatzprodukte wie Profile, Klammern, Schrauben oder Spachtelmassen greifbar.

Durch dieses neue Maß an Transparenz in den Mengen und Massen können weitreichende neue BIM-Arbeitsschritte wie zum Beispiel die Übertragung der Stücklisten an weitere Programme im Kalkulations- und Ausschreibungsbereich oder die einfach vergleichbare Angebotseinholung bei Verarbeitern ausgeführt werden. Ein Export der berechneten Verbräuche als Excel-Sheet oder PDF ist jederzeit möglich.

Durch die direkte Anbindung der BIM-Plugins an das interne Produktdatenmanagement ist die Aktualität der Daten gewährleistet. Ändern sich Attribute oder Eigenschaften von Systemen, werden diese aktualisiert. Der Planer wird informiert. Ob allerdings der jeweilige Planungsstand eine Aktualisierung notwendig macht oder nicht, entscheidet weiterhin der Planer selbst. Somit ist maximale Planungsunterstützung bei gleichzeitig höchster Transparenz garantiert. Quelle: Knauf / pgl

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Höherer Ölpreis macht Sanierungen attraktiver

18. October 2018 - 7:10

Der aktuelle Heizspiegel für Deutschland, der von co2online in Kooperation mit dem Deutschen Mieterbund im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wird, zeigt deutlich: Wichtigster Faktor für die Heizkosten in einem Gebäude ist sein Sanierungsstand. "In einem energetisch schlechteren Haus sind die Heizkosten im Schnitt doppelt so hoch wie in einem energetisch besseren Haus", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Während in energetisch guten Häusern 520 Euro gezahlt wurden, mussten Bewohner von energetisch schlechteren Gebäuden 1.110 Euro zahlen. 2016 lag die Spanne zwischen 550 und 1.200 Euro.

Dennoch entschieden sich in den vergangenen Jahren viele Hausbesitzer gegen eine energetische Sanierung, weil sich der Aufwand aus ihrer Sicht angesichts der niedrigen Energiepreise nicht rechnete. Das könnte sich nun ändern. "Wer jetzt in die Dämmung seines Hauses investiert, handelt klug. Denn je teurer die Energie ist, desto schneller rechnet sich die Maßnahme", rät die Verbraucherzentrale Saarland, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass man die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer energetischen Sanierung nie allgemein beantworten kann. Das hänge von den Rahmenbedingungen ab, so Energieberater Reinhard Schneeweiß. Klar sei aber, dass die künftigen Einsparungen umso höher sind, je höher die Preissteigerungen bei den Energieträgern sind.

Dazu bringt die Verbraucherzentrale Saarland ein Beispiel: Danach kostet die Dämmung einer Hauswand aus den 60er Jahren umgerechnet 150 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Ölpreis von 2017 kann man 5,30 Euro pro Quadratmeter und Jahr an Energiekosten sparen. Bleibt der Ölpreis über die nächsten 30 Jahre auf diesem Niveau, sind die Kosten für die Dämmung in 28 Jahren wieder drin. "Geht man jedoch von der seit den 70er Jahren durchschnittlichen jährlichen Ölpreissteigerung von fünf Prozent aus, sieht die Rechnung ganz anders aus", so Schneeweiß. Dann habe sich schon nach 18 Jahren die Dämmung bezahlt gemacht. Und nach 30 Jahren ergebe sich ein Gewinn von 200 Euro pro Quadratmeter.

Aktuell liegt der Ölpreis für die Nordseesorte Brent auf dem höchsten Niveau seit vier Jahren. Zu Beginn der Woche überschritt er dem Handelsblatt zufolge die Marke von 85 Dollar pro Barrel und auch die Preise für die US-Sorte WTI zogen deutlich an. Zurückzuführen sind die aktuellen Steigerungen in erster Linie auf die US-Sanktionen gegen den Irak, die erst am 4. November vollständig umgesetzt werden sollen. Ein baldiges Ende des Preishöhenfluges ist daher nicht in Sicht.

Im vergangenen Jahr zahlten die Bewohner von Wohnungen mit einer Heizöl-Zentralheizung im Schnitt 750 Euro Heizkosten, nach 665 Euro 2016. In einer Wohnung mit Erdgas-Zentralheizung sanken die durchschnittlichen Kosten zwar auf 790 Euro (minus 20 Euro) und bei Fernwärme gingen sie um 35 Euro auf 895 Euro zurück. Unter dem Strich war das Heizen mit Heizöl aber nach wie vor günstiger. 2018 könnte es diesen Kostenvorteil verlieren, denn während die Bewohner von ölbeheizten Häusern der Heizspiegel-Prognose zufolge mit acht Prozent Mehrkosten rechnen müssen, dürften die Kosten in Häusern mit Erdgas- oder Fernwärmeheizung um drei Prozent sinken.

Dabei gehen co2online und Deutscher Mieterbund davon aus, dass die mittleren Energiepreise bei Erdgas und Fernwärme um 1,5 Prozent sinken, bei Heizöl jedoch um 13 Prozent steigen. Gleichzeitig werden die Temperaturen in der Heizperiode 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent höher sein, was den Heizkostenanstieg bei ölbeheizten Wohnungen dämpft und die Einsparungen bei den anderen Energieträgern erhöht.

Zentraler Energieträger in Deutschland ist nach Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Erdgas. Rund 14,3 Millionen Gas-Kessel, davon mit 5,8 Millionen Stück deutlich unter 50 Prozent moderne, hocheffiziente Gasbrennwertkessel, dienten 2017 hierzulande als zentrale Wärmeerzeuger.  Erdöl rangiert mit 5,7 Millionen Kesseln auf Platz zwei, wobei fünf Millionen Geräte veraltete Öl-Kessel ohne Brennwert-Technik sind. In jüngeren Gebäuden kommen häufig Wärmepumpen zum Einsatz, ihre Zahl betrug im vergangenen Jahr eine Million Stück. Hinzu kamen 0,8 Million Biomasse-Kessel. von Silke Thole

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Dämmung war im Grenfell Tower nicht entscheidend

17. October 2018 - 8:24

In London arbeitet seit einem Jahr die Kommission zur Aufklärung des Brandes am Grenfell Tower. Die "Deutsche Feuerwehrzeitung" des Deutschen Feuerwehrverbandes veröffentlichte einen Artikel von Professor Michael Reick, der die vorläufigen Ergebnisse der noch laufenden ersten Untersuchungsphase zusammenfasst.

Die Kommission analysierte Ursache und Verlauf des Brandes, wertete hierzu 400.000 Dokumente aus, befragte Experten und Feuerwehrleute und sichtete Fotos und Videos. Das Ergebnis: An der Fassade des Grenfell Tower war nicht wie vielfach gemeldet Polystyrol, sondern Polyisocyanurat als Dämmstoff verbaut. Die Brandweiterleitung an der Fassade wurde aber an erster Stelle durch die ACP-Wetterschutzverkleidung verursacht. Ob die Konstruktion den zum Zeitpunkt der Erstellung geltenden Bestimmungen entspricht wird derzeit noch untersucht. Eine Brandausbreitung habe sie nicht verhindert. So hätten Hohlräume geschottet werden müssen, um eine Brandausbreitung zu verlangsamen oder zu verhindern. Auch wurden, so die Feuerwehrzeitung, die Komponenten wohl nicht sachgerecht verbaut. Zu Bränden mit ähnlichen Fassadenkonstruktionen kam es bereits in Dubai und Melbourne.

Außerdem kommen die Experten zum Ergebnis, das die Wärmedämmung aus Polyisocyanurat nicht das ausschlaggebende Element war, sondern die ACP-Paneele, die zum Wetterschutz dienen: "Die Masse der Verkleidung war aufgrund der geringen Stärke der PE-Platten zwar gering und die Wärmefreisetzung ging größtenteils in die äußere Umgebung, aufgrund der hohen Abbrandgeschwindigkeit und der damit verbundenen hohen Wärmefreisetzung hat dies jedoch offensichtlich ausgereicht, dass bereits nach kurzer Zeit weitere Entstehungsbrände in den über der Brandwohnung gelegenen Wohnungen auftraten", heißt es in dem Bericht.

Die enorme Geschwindigkeit der Brandweiterleitung erklärt sich auch aus den Zustrom von Verbrennungsluft über die Hinterlüftung der Wetterschutzverkleidung. Es brannte nicht nur das Polyethylen, sondern auch das Aluminium der Wetterschutzplatten. Der Londoner Einsatzleiter verglich das Brandgeschehen mit einem "Magnesiumbrand".

Die Geschwindigkeit des Feuers wird so eingeschätzt: "Der Brand hatte sich daher innerhalb von nur 36 Minuten von einem Entstehungsbrand in der Küche zu einem Brand entwickelt, der über die Fassade alle 19 darüber liegenden Wohnungen unmittelbar bedrohte." Für die letzten 10 Stockwerke nach oben bis zum 22. OG brauchten die Flammen nur sieben Minuten. Danach begann zwischen 1:12 bis 4:03 Uhr die Brandweiterleitung über die Wetterschutzplatten um das Gebäude herum. Die Wetterschutzverkleidung brannte völlig ab, während die Wanddämmung in großen Teilen erhalten blieb.

Gleichwohl entstand in den Tagen nach dem Brand das Gerücht, hier habe der Dämmstoff Polystyrol gebrannt, was sehr schnell zu einer Kampagne gegen Polystyrol an deutschen Gebäudefassaden ausgebaut wurde. Wissenschaftler hatten das bereits damals als unsachlich und falsch kritisiert, sie werden nun durch die Londoner Untersuchung bestätigt.

Vor gut einem Jahr hat das 24-geschossige Grenfell-Hochhaus in London, ein Sozialwohnungsbau,  gebrannt. Der Brand breitete sich schnell über die Fassade aus. 71 Menschen kamen bei der Brandkatastrophe ums Leben. Hessisches Energieinstitut / pgl

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Erste Weiterbildung Klimaverwalter ist abgeschlossen

17. October 2018 - 7:20

"Die Erfahrungen des Lehrgangs verdeutlichen, dass Klima- und Gebäudeschutz im Wohnimmobilienbestand ohne qualifizierte Wohnimmobilienverwalter nicht gelingen kann. Sie sind als Multiplikatoren an den Schnittstellen zwischen Eigentümern, Mietern, Dienstleistern, Architekten und Energieberatern unverzichtbar, um Energieeffizienzmaßnahmen in Wohnungseigentümergemeinschaften zu ermöglichen", verdeutlicht der Präsident des Dachverbands Deutscher Immobilienverwalter DDIV Wolfgang D. Heckeler die Relevanz des Weiterbildungsformats.

Der modular aufgebaute Zertifikatslehrgang "Geprüfte/r Klimaverwalter/in (DDIV/EBZ)" ist vom Bundesumweltministerium gefördert. Basierend auf den verschiedenen Phasen des Sanierungsprozesses vermittelt er in Präsenzblöcken, Webinaren und Selbstlernphasen bau- und anlagetechnisches sowie rechtliches Fachwissen ebenso wie Kenntnisse zur Finanzierung und Förderung, um Sanierungsprozesse kompetent begleiten und koordinieren zu können. Zudem werden Schlüsselkompetenzen gefördert, zum Beispiel für das Projekt- und Konfliktmanagement.

"Ein ganzheitliches treuhänderisches Gebäudemanagement betrifft den Gebäudeschutz auch unter dem Aspekt der Energieeffizienz. Die im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative vom BMU geförderte Lehrgangsentwicklung wird dieser Anforderung gerecht. Wir haben ein Weiterbildungsangebot geschaffen, das eine wichtige Lücke schließt und Kompetenzen fördert, die insbesondere für Verwalter ohne technische Abteilungen unverzichtbar sind", erläutert Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender des Europäischen Bildungszentrums der Wohnungswirtschaft und Immobilienwirtschaft EBZ.

Die Abschlussprüfung der zwölfmonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung setzte sich für die einzelnen Teilnehmer aus einem Fachgespräch sowie der Präsentation der jeweiligen Projektarbeiten zusammen. Diese nahmen jeweils konkreten Bezug auf berufstypische Situationen aus der eigenen Verwalterpraxis. Der Pilotlehrgang wird derzeit evaluiert. Quelle: DDIV / pgl

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Eisspeicher gibt es nicht von der Stange

16. October 2018 - 8:03

Knapp 500 Mieter in Hamburg-Wilstorf ernten seit einigen Jahren die Früchte einer mutigen Entscheidung des Eisenbahnbauverein Harburg e.G (EBV). Als eines der ersten Wohnungsbauunternehmen überhaupt entschied sich die EBV 2014 für den Einsatz eines Eisspeichers. Investitionskosten: rund acht Millionen Euro.

Zuvor wurden in den Wohnungen, die aus den 1950er Jahren stammen, alle bisherigen Elektrospeicheröfen aus- und dafür Gas-Zentralheizungen eingebaut. Der Betrieb der Gasbrenner ist jedoch nur für Übergangszeiten vorgesehen. Die größte Wärmelast trägt der 1.500 Kubikmeter große Eisspeicher.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis", resümiert EBV-Vorstand Joachim Bode das Projekt in Hamburg-Wilstorf. "Die Mieter erhielten im ersten Jahr drei- bis vierstellige Beträge an Heizkostenvorauszahlungen zurück. Je nach persönlichem Bedarf an Heizungswärme und Warmwasser zahlen unsere Mieter nun entsprechend ihrer Wohnungsgröße zwischen 3,97 und 7,87 Euro pro Quadratmeter und Jahr. Damit ist das Ziel erreicht, die Kosten für Heizung und Warmwasser um durchschnittlich 50 Prozent zu senken."

Genehmigungsfrei, energie- und kosteneffizient

Eisspeicher sind große, ungedämmte Betonbehälter, die mit normalem Leitungswasser gefüllt und unter der Erde platziert werden. Sie nutzen die Energie, die frei wird, wenn Wasser gefriert und wieder auftaut und funktionieren als saisonale Speicher, also im jahreszeitlichen Wechsel von Wärmeentzug im Winter und Wärmezufuhr im Sommer. "Sie speichern Energie auf einem Temperaturniveau, bei dem es nicht zu den üblichen Transmissionswärmeverlusten durch die Behälterwand kommt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmepumpensystem sind sie genehmigungsfrei, in der Regel günstiger als Sondenbohrungen und lassen sich auch in Wasserschutzgebieten realisieren", beschreibt Bernd Schwarzfeld vom Ingenieurbüro BZE Ökoplan, der an dem Projekt in Hamburg beteiligt war und seither die meisten in Deutschland umgesetzten Eisspeicher-Einbauten betreut hat.

"Gerade wenn eine Wärmepumpen Heizung im Bestand nachgerüstet werden soll, sind Eisspeicher eine energie- und kosteneffiziente Lösung", so der Ingenieur. Bei einer Gebäudeheizung wirken in der Regel der Speicher, eine Wärmepumpe sowie Solarkollektoren oder -absorbern zusammen, die Wärme vom umgebenden Erdreich oder aus Abwärme von Gebäuden und Anlagen gewinnen und dem Speicher zuführen. "Die Wahl der spezifischen Anlagenkomponenten hängt entscheidend vom jeweiligen Energieversorgungskonzept ab", sagt Schwarzfeld.

Während der Heizperiode entzieht eine Wärmepumpe dem Eisspeicher dem Wasser so viel Energie, dass es auf 0 Grad abkühlt und zu vereisen beginnt. Die besonders hohe Effizienz und hohen Wärmespeicherkapazität des Eisspeichers rührt von der spezifischen Kristallisationsenergie des Wassers her: wenn Eis schmilzt werden dabei 335 Kilojoule je Liter Wasser frei. Das entspricht der Energiemenge, die benötigt wird, um Wasser von 0 auf 80 °C zu erwärmen. Im Sommer taut das Eis auf und kann als praktisch kostenlose Kältequelle zur Gebäudeklimatisierung oder für anderweitige Kühlung genutzt werden.

Abkoppelung von Preissteigerung

Eisspeicherheizung, Solarthermie und Wärmepumpe: Mit dieser Kombination hält die WIRO Wohnen Wohnungsgesellschaft mbH in ihrer 2015 neu gebauten Wohnanlage in Rostock mit 39 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit die "zweite Miete" gering. Dafür wurde im Außenbereich der Häuser ein Betonspeicher in der Erde versenkt. "Unser Ziel war eine weitgehende Abkopplung von Energiepreissteigerungen", beschreibt Dagmar Horning die Beweggründe.

Die Erzeugung der Heizenergie ist im Rostocker Projekt mit diesem System völlig unabhängig von fossilen Brennstoffen. "Auf aufwendige Maßnahmen zur Dämmung und Energieeinsparung über die EnEV-Mindestanforderungen hinaus konnten wird verzichten - ein entscheidender Beitrag zu geringeren Baukosten und wettbewerbsfähigen Mieten", sagt Horning.

Die Mieter der beiden Neubauten zahlen nach Angaben der WIRO für die warmen Betriebskosten 44 Cent pro Quadratmeter und Monat. In einem vergleichbaren Haus mit einem Fernwärmeanschluss wäre es mindestens ein Drittel mehr gewesen, so die WIRO. Aktuell plant die Wohnungsbaugesellschaft die Bebauung des Rostocker Werftdreiecks. "Hier denken wir auf jeden Fall über den erneuten Ansatz eines Eisspeichers nach", sagt Horning.

Akzeptanzprobleme bei den Mietern

Anders in Köln. Dort wurde die Eispeichertechnik für ein Mehrgenerationen-Quartier der Vivawest Wohnen GmbH mit 112 Wohnungen eingesetzt. "Obwohl die Eisspeichertechnik durchaus einen vielversprechenden Lösungsansatz zur Vermeidung von CO2-Emissionen darstellt, hat unser Monitoring gezeigt, dass Investition, Aufwand und Nutzen des Technikeinsatzes gegenwärtig noch nicht in einem wirtschaftlich ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen", sagt Unternehmenssprecher Uwe Schäfer.

Ein Teil des Konzepts sind so genannte Teil-Inklusivmieten. Das bedeutet, dass die Nebenkosten der Wärmeversorgung bereits in die Miete integriert werden, um mögliche steigende Gas oder Ölpreise abzufedern. "Traditionelle Umgangsweisen mit der Haustechnik, insbesondere Erwartungshaltungen an die Wärmeversorgung, sind derart etabliert, dass kaum Verständnis für die Funktionsweise von Anlagen mit Niedertemperaturtechnik zu erlangen ist. Die meisten Menschen sind es einfach gewohnt, je nach individuellem Empfinden spontan die Heizung hochzudrehen nachdem die Fenster geöffnet waren, unabhängig davon, dass dies mit Mehrkosten für sie verbunden ist, " sagt Schäfer.

Vermeintliche Einschränkungen wie beispielsweise der Umstand, dass der Heizkörper nicht "heiß" wird, würden nach wie vor als Verlust an Wohnkomfort oder gar als Mangel wahrgenommen, so Schäfer.

Auch in Frankfurt äußert man sich kritisch. "Wir werden erstmal kein zweites Projekt dieser Art aufsetzen", sagt Jens Duffner, Leiter Kommunikation bei Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Das EnergiePlus-Haus mit dem Eisspeicher auf dem Frankfurter Riedberg sei ausdrücklich als Pilotprojekt geplant gewesen, um Erfahrungen zu sammeln wie sich ein technisch komplexes Gebilde und der Verbund unterschiedlicher Technologien wie Eisspeicher, Wärmepumpe und Energie-Speichermedien im normalen Vermietungsgeschäft handhaben lässt. "Dass die Erwartungen der Ingenieure sich im Alltagsbetrieb nicht eins zu eins erfüllt haben, hat uns nicht überrascht", sagt Duffner. Künftig wolle man auf bewährte und preiswertere Standardlösungen setzen.

Förderprogramme nicht auf Eisspeicher ausgelegt

Dass der Eisspeicher noch weit davon entfernt ist, eine Standardlösung zu sein, musste auch Sebastian Krug, Klimaschutzmanager des Kreises Rendsburg-Eckernförde, erfahren. In Rendsburg wird künftig der denkmalgeschützte Uhrenblock aus dem 19. Jahrhundert, ein ehemaligen Kasernengebäude, welches heute Privatwohnungen, Gewerbeeinheiten und ein kleines Schwimmbad beherbergt sowie des Kreishaus, Baujahr 1979, mit einem Eisspeicher beheizt.

Obwohl die Planungen für den Eisspeicher bereits 2014 anliefen, wird das neue Heizsystem erst diesen Winter in Betrieb genommen. Doch nicht die Technologie sei das Problem gewesen, sondern fehlende Fördermittel. "Praktisch alle bestehenden Nahwärme- oder Speicherförderungen sind einfach nicht auf kalte Systeme auslegt", sagt Krug. Das Vorzeigevorhaben konnte schlussendlich durch eine Förderzusage in Höhe von 200.000 Euro durch das Land Schleswig-Holstein realisiert werden.

"Bei dem Projekt steht ganz klar die CO2-Einsparung im Vordergrund. Das heißt, die Geldgeber waren bereit, Mehrkosten im Vergleich zu einem konventionellen Heizsystem von vier Prozent zu tragen", sagt Krug. "Dafür haben wir nun aber Planungssicherheit in Hinblick auf CO2-Steuern und steigende Heizkosten, die auf uns viel weniger Auswirkungen haben werden, als wenn wir uns für einen Gaskessel entschieden hätten", sagt Krug.

Die Besonderheit bei diesem Vorhaben: Auf Sanierungsmaßnahmen wurde weitgehend verzichtet, es wurde lediglich ein veraltetes BHKW abgebaut und alle Heizkörper ausgetauscht. Der Wärmebedarf liegt pro Gebäude bei rund einer Gigawattstunde.#

Die Stadtwerke versenken aktuell einen 560 Kubikmeter fassenden Speicher auf einer Wiese am Kreishaus. Eine ausgeklügelte Kaskadenschaltung bestehend aus einer Gasabsorptionswärmepumpe und drei Elektrowärmepumpen wird die notwendigen Vorlauftemperaturen für eine angenehme Raumtemperierung erzielen. An den in der Region nur sehr seltenen außergewöhnlich kalten Tagen sorgt ein Gas-Spitzenlastkessel für eine ausreichende Innentemperatur.

Ideal für Sektorkoppelung

Ermutigt von dem ersten Erfolg hat die EBV inzwischen ein weiteres Projekt in Angriff genommen. Am Reeseberg in Hamburg wird die Situation genutzt werden, dass zu bestimmten Zeiten Ökostrom in Norddeutschland im Überfluss vorhanden ist und deswegen Strom an der Börse besonders günstig erhältlich ist. Fällt der Preis dort unter einen bestimmten Wert, wird dieser genutzt, um über Heizstäbe die insgesamt zwei Millionen Liter umfassenden Eisspeichern zu erhitzen.

"Die Anlagen koppeln auf diese Weise die Segmente Strom und Wärme", sagt Bernd Schwarzfeld, der erneut in diesem Projekt involviert ist. Für diesen Beitrag die Stromnetze stabil zu halten, erhält die EBV einen Teil der Umlagen auf den bezogenen Überschussstrom zurückerstattet.

In den Wohnungen am Reeseberg werden die alten Stromspeicheröfen durch normale Heizwasser-Heizkörper ersetzt und eine Frischwasserstation mit elektrischer Nachheizung integriert. Ein Auszug der Mieter während der Maßnahme ist nicht nötig. Bei den insgesamt 19 Gebäuden, die aus den Baujahren 1963 bis 1966s stammen hätte eine klassische Sanierung mit hohen Dämmstärken Kosten von 400 bis 500 Euro pro Quadratmeter verursacht. Durch die Eisspeicherheizung liegen die Ausgaben nach Angaben der EBV inklusive Austausch der alten Elektroöfen in den Wohnungen bei nur rund 120 Euro pro Quadratmeter.

Insgesamt plant die Wohnungsbaugesellschaft für das neue Eisheizungsprojekt acht Millionen Euro zu investieren. Aus der ersten Anlage in Hamburg-Wilstorf haben die Techniker einiges gelernt. Anstatt einem einzigen großen Speicher werden diesmal Projekt vier kleinere verbaut. "Das senkt den Platzbedarf und damit den baulichen und organisatorischen Aufwand, da die Speicher jetzt besser zwischen die Häuserzeilen passen und die Erdarbeiten einfacher werden", sagt Bernd Schwarzfeld. Für die Mieter soll die Nettokaltmiete bei durchschnittlich 5,50 Euro bleiben. Das Klima profitiert von dem neuen Eisspeicher-Projekt des EBV erheblich: der CO2-Ausstoß soll um über die Hälfte gesenkt werden. Von Daniela Becker 

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Verband fordert höhere Sanierungsquote am Dach

16. October 2018 - 7:52

"In der Dachsanierung schlummert ein enormes energetisches, wirtschafts- und beschäftigungspolitisches Potenzial, das wir heute schon nutzen müssen", sagt Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie. "Wer die Klimaschutzziele im Gebäudebereich erreichen will, kommt auch an der Dachsanierung im Bestand nicht vorbei", ist Professor Andreas Holm überzeugt.

Allerdings sei das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen CO2-neutralen Gebäudebestand zu erreichen, mit der aktuellen Dachsanierungsquote nicht machbar, so Holm. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern, die knapp zwei Drittel der Wohngebäude abdecken, verfügen vier Millionen Dächer nur über den Mindestwärmeschutz oder sind gleich ganz ungedämmt, so die Studie des FIW. Das entspricht circa 600 Millionen Quadratmeter Dachfläche.

Weitere 6,5 Millionen Dächer genügen nur den energetischen Anforderungen der Wärmeschutz-verordnung von 1977 beziehungsweise 1984, was circa einer Milliarde Quadratmeter Dachfläche entspricht. Insgesamt weist jedes zweite Wohngebäude in Deutschland einen unzureichenden Wärmeschutz auf. Vor allem Steildächer müssten saniert werden: Neun von zehn Wohngebäuden in Deutschland haben ein geneigtes Dach, heißt es in der Studie.

Um das Tempo der Dachsanierung zu steigern, fordert der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie eine maßvolle Anhebung der Sanierungsquote auf zwei Prozent. Damit wären bereits vor 2045 die Sanierungspotenziale für Dachkonstruktionen entsprechend des Mindestwärmeschutzes und der Wärmeschutzverordnung von 1977 erschlossen. Außerdem könnten CO2-Emissionen und Primarenergiebedarf um 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Status quo eingespart werden. Die dafür notwendigen Mehrkosten von 1,5 Prozent gegenüber den Kosten der derzeitigen Dachsanierungsquote seien vertretbar.

Allerdings reichten die bisherigen Förderinstrumente zur Finanzierung dieser Mehrkosten nicht aus. Bis Ende des Jahres will die Bundesregierung das erste Maßnahmenprogramm zum Klimaschutzplan 2050 vorlegen und damit zunächst die Ziele bis zum Jahr 2030 sicherstellen. "Die Bundesregierung muss die energetische Sanierung von Gebäuden jetzt im Rahmen der Fortschreibung des Klimaschutzplans angehen und die Weichen richtig stellen", so Frederichs. Dazu würden beispielsweise zusätzliche Fördermaßnahmen der bundeseigenen KfW-Bank, steuerliche Anreize, Investitionszuschüsse sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten beitragen.

Wichtig sei auch, so Frederichs, eine bessere Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen, um Synergien zu nutzen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Als Beispiel führt der Hauptgeschäftsführer die Kombination aus Dachsanierung und Installation einer Aufdach-PV-Anlage an. Quelle: Bundesverband der Ziegelindustrie / pgl

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Sanierungsquote bei Eigentümergemeinschaften sinkt

16. October 2018 - 7:26

Knapp 70 Prozent der geteilten Mehrfamilienhäuser wurde laut dem Branchenbarometer des DDIV vor 1979 errichtet und entsprechen in ihrem ursprünglichen Bauzustand überwiegend nicht den energetischen Standards der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977. Die nachträgliche Wärmedämmquote ist dabei insbesondere bei WEG noch zu gering ausgeprägt. Noch dazu ist die Sanierungsbereitschaft geringer als früher. 

2017 ließen 35,2 Prozent der Befragten energetische Sanierungsmaßnahmen in durchschnittlich 4,7 Objekten durchführen. Damit hat sich die Sanierungsquote seit 2015 deutlich reduziert. Vor zwei Jahren beantworteten 44,2 Prozent der Befragten die Frage mit "Ja".

Die Gründe für die verminderte Sanierungstätigkeit im Vergleich zu 2015 lassen sich nicht eindeutig bestimmen. "Eine mögliche Ursache könnten erhöhte Kosten durch den voll ausgelasteten Bausektor sein, die zu einer Verschiebung anstehender Sanierungsmaßnahmen beitragen könnten" so der Verband.  Hinzu käme fehlendes Fachpersonal in den Verwaltungen, zu geringe Vergütungsmöglichkeiten für die Immobilienverwaltung und die fehlende Überzeugung der Wohnungseigentümer, dass energetische Sanierungsmaßnahmen von Vorteil sind.

79,2 Prozent der Befragten haben im Jahr 2017 keine Mieterstromprojekte durch Photovoltaikanlagen umgesetzt. Auch für das laufende Jahr sind die Planungen sehr begrenzt: 77,5 Prozent der Befragten planen 2018 keine Mieterstromprojekte in ihren Objekten.

Mit dem seit Juli 2017 bestehenden Mieterstromgesetz wird der Ausbau der Solarenergie auf Mehrfamilienhäusern unterstützt und gefördert. Insgesamt führt es aber noch nicht zu einer höheren Akzeptanz. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Strom auf dem Dach erzeugt wird und an Endverbraucher im Gebäude selbst oder in Gebäuden in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang geliefert wird. Dadurch können WEG-Mehrhausanlagen eigenen Strom produzieren und verbrauchen. Nicht verbrauchter Strom kann ins öffentliche Netz eingespeist oder zwischengespeichert werden. Mieterstrom ist nicht nur auf Solarenergie beschränkt, sondern kann auch im Rahmen von Contracting-Modellen auf Basis anderer Technologien wie Kraft-Wärme-Kopplung angeboten werden. Quelle: DDIV / pgl

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DIW: Baukindergeld nützt vor allem reichen Haushalten

15. October 2018 - 7:56

Die FDP hat deshalb eine kleine Anfrage zum Baukindergeld gestellt und will Hintergründe erfragen. Unter Experten sei es umstritten, inwieweit das Baukindergeld einen signifikanten Beitrag leisten könne, den Ersterwerb von Wohneigentum zu fördern. So bestehe die Gefahr, dass hohe Mitnahmeeffekte einträten. Darüber hinaus führe die sehr starke Nachfrage nach Wohneigentum ohnehin schon zu massiven Preiswirkungen, so dass für viele Menschen eigener Wohnraum unbezahlbar geworden sei. Derartige Effekte könnten durch das Baukindergeld verstärkt werden. Darüber hinaus sei offen, ob durch das Baukindergeld wirklich auch Baumaßahmen in Regionen gefördert werden können, in denen eine große Nachfrage nach Wohnraum bestehe, so die Liberalen. Sie wollen außerdem wissen, ob nicht eine Reduzierung der Grunderwerbssteuer potentielle Eigentümer eher entlaste.

Baunebenkosten verteuern derzeit das Bauen und machen mögliche Effekte des Baukindergelds zunichte. Die Höhe der Grunderwerbssteuer ist Ländersache. Sie liegt zwischen 3 und 6,5 Prozent. Das Schwarz-Grün regierte Hessen hatte nach dem Wohngipfel, auf dem die Wohnkostensteigerungen ein zentrales Thema waren, nach einer Meldung der Tageszeitung FAZ in Aussicht gestellt, dass die Grunderwerbssteuer gesenkt werden könnte. Konkrete Pläne gibt es aber nicht. In Baden-Württemberg gab es dazu einen Vorstoß von CDU-Landeschef Thomas Strobl. Der CDU-Landesparteitag fordert, die "von Grün-Rot erhöhte Grunderwerbsteuer mittelfristig wieder auf 3,5 Prozent abzusenken und für Familien mit Kindern beim Ersterwerb von Wohneigentum ganz abzuschaffen."

Das DIW hält die Kritik am Baukindergeld auch aus sozialen Gründen für berechtigt: "Auch einige Haushalte aus dem obersten Einkommensdezil – also aus der Gruppe der einkommensstärksten zehn Prozent aller Haushalte – wären förderberechtigt." Die Experten kritisieren außerdem die zeitliche Begrenzung. Die erhöhe den Druck in einer Zeit steigender Preise weiter, da noch mehr schnell bauen wollten: "Das Rennen um die raren Investitionsgelegenheiten wird noch weiter beschleunigt. Das Baukindergeld wird so zum Bauträgergeld."

Auch sei der Zuschuss, der nach einer schon gesicherten Finanzierung und dem Bezug der Immobilie beantragt werden muss nicht das richtige Mittel, so die Fachleute weiter: "Um mehr Haushalte in Eigentum zu bringen, dürfte die Stärkung des Eigenkapitals das Instrument der Wahl sein. Ein Zuschuss, eine Bürgschaft oder ein Nachrangdarlehen wären eine sinnvolle Unterstützung." pgl

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Wärmepumpen sichern sich Innovationspreis

15. October 2018 - 7:17

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe von Rotex ist in den Kategorien Innovation, High Quality, Design, Bedienkomfort und Ökologie ausgezeichnet worden. Sie verwendet das Kältemittel R-32. Es ist weniger klimaschädlich als andere Kältemittel. Das Gerät ist besonders leise und damit auch für dicht besiedelte Wohngebiete geeignet. Das Gerät kann Heizen, Kühlen und  Warmwasser bereiten. Mit Vorlauftemperaturen von bis zu 65 °C ist es sowohl für Neubau wie auch für die Modernisierung geeignet. Die intuitiv bedienbare Regelung zeigt den aktuellen Betriebsmodus an. Optional kann das System per App mit dem Smartphone gesteuert werden.

Besonders leise und außerdem einfach anzuschließen sei die Luft-Wasser-Wärmepumpe Wolf CHA Monoblock, so die Juroren. Ihr Gehäuse wurde durch den Designer von Luxusyachten Espen Oeino gestaltet. Der Kältekreislauf ist komplett in der Außeneinheit integriert, das erleichtert die Montage. Als Kältemittel kommt Propan zum Einsatz. Außerdem ist das Gerät kompatibel zu vernetzbaren Regelungssystemen von Wolf.

Für den Durchlauferhitzer DHE Connect hat Stiebel Eltron den Award erhalten. Das Gerät soll im Vergleich zu anderen Modellen bis zu 30 Prozent Energie sparen, so der Hersteller. Es dient gleichzeitig auch als Unterhaltungszentrale. Über WLAN und Bluetooth kann er Internetradio und eigene Playlists vom Smartphone empfangen, das parallel als zusätzliche Fernsteuerung dient. pgl

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DGNB und Bund kooperieren beim nachhaltigen Bauen

14. October 2018 - 9:22

In einem Katalog haben BMI und DGNB zahlreiche Punkte genannt, an denen gemeinsam gearbeitet werden soll. Genannt wird dabei an erster Stelle die Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung und Neuerfassung von Nutzungsprofilen und Bewertungskriterien. Das soll einheitliche Regeln für die Bewertung für alle Gebäudetypen sicherstellen.

Bund und DGNB wollen außerdem auf Basis der Datenbank Ökobau.dat definieren, wie die Basisdaten für eine Nachhaltigkeitsbewertung aussehen müssen. Außerdem soll das Thema des nachhaltigen Bauens in der Ausbildung einen höheren Stellenwert erhalten. Die DGNB will die Belange von Bundesbauten in einem Komplementärmodul bei ihren Weiterbildungen vermitteln.

Ein gemeinsames Vorgehen soll es auch im Ausland geben, dort will man für die Anwendung der deutschen Bewertungssystematik werben. Konkurrenten sind hier insbesondere das englische Bewertungssystem Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM) sowie zum amerikanischem Bewertungssystem Leadership in Energy and Environmental Design (LEED). Vereinbart wurde zudem ein kontinuierlicher Informationsaustausch.

"Uns geht es darum, dass nachweislich zukunftsfähige, umwelt- und sozialverträgliche Gebäude gebaut werden", sagte DGNB-Präsident Professor Alexander Rudolphi im Rahmen der Unterzeichnung. "Dies geht nur, wenn man die komplexen Zusammenhänge im Bauen nicht negiert, sondern als Chance begreift. Es geht darum, über die Auseinandersetzung mit den vorhandenen Zielkonflikten die für das jeweilige Gebäude richtigen Entscheidungen zu treffen. In diesem Sinne hat nachhaltiges Bauen auch das Potenzial, einen großen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten." "Nachhaltige Gebäude schonen über die Nutzungsphase die Umwelt und das Klima, sind wirtschaftlich effizient, schaffen ein gesundes Wohnklima und müssen gesellschaftlich wie städtebaulich gleichermaßen überzeugen", sagte Staatssekretär Gunther Adler. pgl

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Antrag auf Baukindergeld ist nach drei Monaten fällig

12. October 2018 - 7:52

Der Antrag auf den Zuschuss ist spätestens drei Monate nach Einzug ins selbstgenutzte Wohneigentum zu stellen. Die Bestätigung über den Antragseingang geht automatisch ein und muss innerhalb von sieben Tagen mit dem Nachweis der Identität beantworten. Ansonsten verfällt der Antrag.

Voraussetzung ist, dass innerhalb von drei Monaten nachdem der Antrag bestätigt wurde, die Förderberechtigung nachgewiesen wird. Zu diesem Zweck muss man die erforderlichen Nachweise im KfW-Zuschussportal hochladen. Das geht ab März 2019.

Sinnvoll ist es, die Unterlagen schon vorzubereiten, da alle Anträge, die bis März eingehen bis Ende Juni vervollständigt sein müssen. Notwendig sind dazu Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Kalenderjahres vor Antragseingang, Meldebestätigung der im Wohneigentum lebenden Familienmitglieder und einen Grundbuchauszug oder eine Auflassungsvormerkung.

Die erste Auszahlung erfolgt nach Prüfung der Unterlagen und Zugang der entsprechenden Bestätigung.

Baukindergeld ist ein staatlicher Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss in Höhe von 1200 Euro je Kind bis 18 Jahre und pro Jahr. Es wird über zehn Jahre ausgezahlt. Insgesamt also 12.000 Euro pro Kind möglich. Geld gibt es beim Bau oder Kauf einer Immobilie zur Selbstnutzung in Deutschland zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 unterschrieben worden sein. Bei Neubauten gilt das Datum der Baugenehmigung. Es gibt eine Einkommensgrenze von 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr, pro Kind erhöht sich diese Grenze um 15.000 Euro.

Wer die Immobilie vor Ablauf der Förderung verkauft oder vermietet, erhält keine Förderung. Eine Ausnahme gibt es, wenn ein Bauherr die Immobilie aufgrund eines Wechsels des Arbeitsplatzes verkauft und an einem Ort eine neue Immobilie kauft. Dann läuft die Förderung weiter. pgl

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Energieeffiziente Bauten sind nicht immer sparsam

12. October 2018 - 7:47

Im Rahmen seines Bautechnischen Forums "Energieeffizient bauen - bezahlbar und zukunftsfähig" hat der Bauherren-Schutzbund die Wirtschaftlichkeit baulicher Energieeinsparmaßnahmen auf den Prüfstand gestellt. Eine Untersuchung des Fraunhofer Informationszentrums Raum und Bau zeigt: Beim energieeffizienten Bauen lassen sich keine Pauschalaussagen treffen, ob sich die getroffenen Maßnahmen für Verbraucher rentieren oder nicht.

Drei Ansätze helfen, wirklich Geld zu sparen. Der erste Tipp ist, nach einem ganzheitlichen Konzept zu bauen. Entscheidend ist, dass alle Einzelmaßnahmen sinnvoll aufeinander abgestimmt sind. Wer immer nur mehr dämmt und nicht gleichzeitig die Heizanlage darauf abstimmt, wird am Ende kein Geld sparen. Helfen kann hier ein Experte, der alle Vorhaben zu einem ganzheitlichen Konzept zusammenfasst und die Immobilie als Gesamtsystem behandelt. Im Anschluss können die Bauherren entscheiden, ob sie komplett oder in Einzelmaßnahmen modernisieren.

Der zweite Rat ist, ein individuelles Konzept zu erstellen. "Baumaßnahmen, die die Energiebilanz nachhaltig verbessern sollen, kommen nicht von der Stange, sondern müssen immer auf das eigene Haus und die individuelle Situation abgestimmt werden", so der BSB. Um entsprechend der individuellen Bedürfnisse und finanziellen Leistungsfähigkeit eine optimale technische Lösung von Gebäudehülle und Anlagentechnik als Gesamtkonzept zu bekommen, müssten die Anbieter echte Wahlmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Systemen ermöglichen.

Auch der sinnvolle Einsatz von Smart-Home-Lösungen könne helfen, Einspareffekte zu erzielen. Installateur und Anwender müssten sich mit den Systemen auseinandersetzen und die umfangreichen Einstellungen auf den Bedarf abstimmen. Insbesondere bei sensiblen Techniken wie Heiz- und Lüftungssystemen müsse zum Beispiel bei der Wartung strengstens darauf geachtet werden, dass ein fein abgestimmtes System nicht ahnungslos wieder in den Standardbetrieb genommen werde, warnt der Verband. Quelle: BSB / pgl

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Membrandächer überzeugen mit Lichtdurchlass

11. October 2018 - 7:47

Verwendet werden für den Membranbau meist EFTE-Folien aus Polymeren, die relativ lichtbeständig und wetterfest sind. Diese können Beschichtungen erhalten, zum Beispiel low-E-Beschichtung zur Minimierung der Energieverluste, organische Solarzellen oder schaltbare elektrochrome Elemente. Häufig finden sie auch Verwendung in Verbundmaterialien.

Einer der wichtigen Vorteile ist die hohe Lichtdurchlässigkeit des Materials. Es ist damit besonders für Büros und Verwaltungsgebäude geeignet, in denen Beleuchtung eine große Rolle spielt. Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent gegenüber einem opaken Dach seien möglich, berichtete Swen Brodkorb vom Architekturbüro fab aus konkreten Projekten.

Es gibt jedoch auch einige Punkte, die Membranarchitektur schwieriger machen können. So ist eine sorgfältige Vorplanung erforderlich, da eine Vorfertigung der Bauteile erfolgt. Änderungen und Anpassungen am Bau sind schwierig. Auch sommerlicher Wärmeschutz und Wärmedämmung sind Punkte, bei denen noch Forschungsbedarf besteht. Außerdem ist Tauwasser ein Thema, das sorgfältige Planung notwendig macht.

Gerade abgeschlossen wurde ein Projekt mit dem Titel "Funktionalisierte Membrankonstruktionen zur energetischen Sanierung von Gebäuden". Ziel ist es, transluzente, also lichtdurchlässige Wärmedämmung mit verbesserten optischen und thermischen Eigenschaften zu entwickeln mit einem Wärmedurchlass von 0,6 W/m2k und einer Lichttransmission zwischen 0,5 Prozent und 70 Prozent.

"Diese Elemente können sowohl im Dach als auch an der Fassade zum Einsatz kommen", erklärte Jochen Manara vom ZAE. Experimentiert wird dabei auch mit bedruckten schaltbaren Folien, die eine Änderung der Eigenschaften im laufenden Betrieb ermöglichen. Die getesteten Materialien sind Aerogel, Glasgespinst und Waben. Aerogele sind sehr poröse Festkörper, die zu einem großen Teil aus Luft bestehen. Im Moment sind sie noch sehr teuer. Glasgespinst ist ähnlich wie Glaswolle, besteht aber aus feineren und locker verschlungenen Fäden. "Je nach Wahl des Materials lassen sich Wärmedämmung und Lichttransmission einstellen", so Manara.

Ist Dämmung wichtig, können Aerogele ihre Vorteile ausspielen, aber der Preis setzt ihrer Einsetzbarkeit Grenzen. Außerdem sei die Serienproduktion von Platten mit Aerogelgranulat schwierig, so Frank Oswald von der HFT Stuttgart, der unterschiedliche Materialkombinationen untersucht hat. Bei Wabenkonstruktionen sei es wichtig, dass der Wärmestrom quer zur Wabenrichtung läuft. Dann gebe es nur eine geringe Abhängigkeit zwischen Wärmeverlust und Dicke der Platte. Von zentraler Bedeutung für die Funktion als Dämmung sei es außerdem, die Hinterströmung zu vermeiden. "In der Ausführung ist die gleiche Sorgfalt wie bei einer Holzkonstruktion notwendig", betonte er.

Ein limitierender Faktor für den Einsatz von Membrandächern ist auch der Wärmeeintrag. Bei einer Transluzenz von 70 Prozent ist ein Einsatz nur mit Verschattung sinnvoll. Dafür gibt es die Idee, die Folien mit Verschattungen zu versehen, deren Winkel je nach Ausrichtung zur Sonne unterschiedlich ist. Nach Norden hin sollen sie Licht einfallen lassen, zur Südausrichtung hin den Einfall von Wärme abschirmen. Realisierbar ist dies aber im Moment noch nicht, Experimente dazu laufen.

Auch eine Low-E- Beschichtung, die für Glas schon eingesetzt wird, um den Energiefluss zu minimieren ist für Folien denkbar. Erste positive Forschungsergebnisse dazu gibt es, allerdings noch mit einer Beschränkung in der Breite und einer noch nicht ausreichenden Qualität für die industrielle Beschichtung als Rollenware.

Warmdächer lassen sich als gedämmte Dächer mit Membrankonstruktionen derzeit mit einem U-Wert von 1,0 herstellen. "Für die Einhaltung der EnEV ist das schwierig. In der mittelfristigen Zukunft, wenn Energie regenerativ erzeugt wird, kann man aber vielleicht umdenken, wenn Transluzenz genutzt wird, um Energie für Beleuchtung zu sparen", argumentiert Thomas Rampp von LHR Architekten.

Ein Problem, das bei Menbrankonstruktionen auftreten kann, ist Tauwasser. Entscheidend dafür sei, so HFT-Forscher Frank Oswald, die Einbausituation, die müsse man sich genau anschauen und Lösungen finden. Ab 200 Gramm Kondensat pro Quadratmeter Fläche kann es zu Tauwasser am Dach kommen. Swen Brodkorb stellt Messungen an einer Sporthalle in Fürth vor, deren Dach aus einer doppelten Membrankonstruktion besteht. In der Halle selbst haben die Messungen ergeben, dass Tauwasser kein Problem ist. Zwischen den Membranen kann es zu Tauwasser kommen, das jedoch über einen hohen Luftwechsel getrocknet wird. von Pia Grund-Ludwig

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Klimaziele im Land Berlin sind schwer zu schaffen

11. October 2018 - 7:21

Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 sieht die Entwicklung des Masterplans Solarcity vor. Leitlinie es ist, ein Viertel der Stromversorgung Berlins durch Solarenergie zu decken. Heute erzeugen die Berliner Solaranlagen knapp ein halbes Prozent der in der Stadt benötigten Energie.

"Um den heutigen Stromverbrauch Berlins zu einem Viertel mit Solarenergie zu decken, müssten wir ab sofort jedes Jahr so viele Anlagen neu bauen, wie wir insgesamt in den letzten 20 Jahren errichtet haben", erläutert Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. "Das ist eine Steigerung um den Faktor zehn." Es sei wahrscheinlich, dass der Stromverbrauch zum Beispiel durch Elektromobilität weiter ansteige.

Quaschning und sein Forschungsteam haben ermittelt, welche Dachflächen in Berlin aus heutiger Perspektive für Solarenergie zur Verfügung stehen. Das Ergebnis: Viele Dachflächen wären für eine Photovoltaik-Anlage geeignet. Insgesamt könnte eine Leistung von bis zu 10 Gigawatt installiert werden. Etwas mehr als die Hälfte befindet sich auf Wohngebäuden, vor allem auf Mehrfamilienhäusern. Geeignete Dachflächen von Gebäuden mit Gewerbenutzung haben einen Anteil von 35 Prozent. "Wir waren überrascht, dass nur knapp zehn Prozent der potenziellen Flächen auf den öffentlichen Gebäuden zu finden ist", sagt Quaschning. "Wir müssen versuchen, wirklich alle Dächer dieser Stadt für Solarenergie zu nutzen."

Das Forschungsteam simulierte für jedes Gebäude Berlins die Solarstromerzeugung sowie den eigenen Energieverbrauch und arbeitete heraus, wie beispielsweise Denkmalschutzkriterien, Eigentumsstrukturen, die für Solarprojekte ungünstig sind, oder auch bestimmte ökonomische Optimierungen das Potenzial einschränken. Es prognostiziert unter den heutigen Rahmenbedingungen ein Verfehlen der Klimaschutzziele: "Wir können es uns nicht leisten, beim Klimaschutz weiter auf der Bremse zu stehen", so Quaschning. "Wenn freiwillige Anreize nicht fruchten, müssen die Daumenschrauben angezogen werden und langfristig auch ordnungspolitische Maßnahmen in Betracht kommen." Quelle: HTW Berlin / pgl

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Solarfassade mit grauen Paneelen realisiert

10. October 2018 - 7:54

Für ihre weißen Solarmodule erhielten Forscher des Schweizer Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique (CSEM ) vor gut zwei Jahren den Schweizer Umweltpreis. Partner für die Vermarktung ist die 2015 gegründete Solaxess.

Nach zwei Jahren Zusammenarbeit mit zwei großen Industriekonzernen in Europa ist Solaxess in der Lage, Paneele in Weiß, Hellgrau und Beige anzubieten, die eine gute Integration einer PV-Anlage in die Fassade ermöglichen. Beige sei vor allem an die Renovierung bestehender Gebäude angepasst, so das Unternehmen. Weitere Grundfarben sind bereits in der Entwicklung, "alle RAL- oder NCS-Farben sind auf Anfrage in ausreichender Menge möglich", betont das Unternehmen.

Ein Objekt wurde jetzt im schweizerischen Boudy im Kanton Neuenburg realisiert. Die Eigentümer einer bestehenden Liegenschaft wollten einen Teil der Gebäudehülle zur Energieerzeugung einsetzen. Voraussetzung war, dass die Solarmodule sich harmonisch in die bestehende Fassade einfügen und faktisch unsichtbar werden. Mit dem Solarstrom werden die Wärmepumpe betrieben und die Gemeinschaftsräume mit Strom versorgt. Die Module sind installiert und wurden als "normales" Baumaterial verarbeitet. pgl

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Verbraucherschützer warnen vor Wärmeliefer-Contracting

10. October 2018 - 7:30

Beim Wärme-Contracting gibt es im wesentlichen zwei Formen: Energieeinspar-Contracting und Wärmeliefer-Contracting. Bei ersterem sichert der Anbieter reale Einsparungen im Betrieb zu. Beim zweiten Modell übernimmt er die Lieferung von Wärme, die Hausbesitzer haben mit dem Betrieb der Anlagen nichts mehr zu tun.

Für Vermieter ist das zweite Modell praktisch: Sie können die Verantwortung für die Heizung abgeben. Für Mieter könne es aber eine Falle sein, warnt Franz Michel, Referent Energieffizienz bei der Verbraucherzentrale Bundesverband.

In dem vom Vermieter oder Hausverwalter mit dem Wärmeanbieter geschlossenen Wärmeliefervertrag könnten auch Kostenpositionen enthalten sein wie die Errichtung der Heizanlage oder einer Wärmeübergabestation und weitere bauliche Maßnahmen für Anschluss und Betrieb. "Werden diese reinen Investitionskosten aber vom Wärmeanbieter wie durchaus üblich in den Grundpreis für die Wärmelieferung einbezogen, so können sie vom Mieter unbemerkt  auf die Mieter umgelegt werden", kritisiert Michel. Damit würde der Mieter deutlich schlechter gestellt als beim Eigenbetrieb der Heizanlage durch den Gebäudeeigentümer.

Die Heizkostenverordnung legt eigentlich fest, was auf die Mieter umgelegt werden darf. Die Kosten der Investition in eine Heizung sind Sache des Vermieters. Ein Wegfall "stillschweigender Bestandteile müsste demnach sogar zu einer entsprechenden Minderung der Nettokaltmiete führen", argumentiert Michel.

Im Energieausweis lasse sich aber nicht erkennen, ob die Wärme per Contracting geliefert werde. Es gebe ein enormes Anbieter-Nutzer-Dilemma, so die Verbraucherschützer. Mit dem Contractor verhandelt der Vermieter, der die Wärmekosten aber nur an seine Mieter weitergibt. Michel fordert mehr Transparenz auch  im Energieausweis. Er müsse Angaben zur Herkunft der Wärme enthalten, zum Beispiel durch die Nennung des Energieträgers und des Geschäftsmodells der Wärmelieferung als Contracting.

Kritisch kann Contracting aber auch für Bauherren eines Eigenheims sein. Ihnen falle oft nicht auf, dass von Bauträgern Heizungsanlagen ohne Investitionskosten angepriesen werden. Die Heizung ist dann nicht Teil des Komplettpaketes, sondern Eigentum des Wärmelieferanten. Die geringeren Investitionskosten und der Betrieb durch den Contractor erscheinen als starke Vorteile. "Die Nachteile durch deutlich höhere Betriebskosten und die langfristige Bindung an den Anbieter werden meist nicht benannt. Auch die wirtschaftlich kaum darstellbare Möglichkeit eines späteren Umstiegs auf Eigenversorgung wird nicht aufgezeigt", moniert Carla Groß von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Wirtschaftlichkeit der Wärmeversorgung lasse sich von Bauherren nur prüfen, wenn zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses auch ein über einen langen Zeitraum (meist 10 Jahre mit Verlängerungsoptionen) bindende Wärmeliefervertrag des Contractors vorliege, so Groß weiter. Der Verbraucherzentrale sei aber  kein Fall bekannt, bei dem alle notwendigen Fakten vorab offen gelegt wurden. Beim verbreiteten Bauträgermodell sei es vielmehr üblich, dass der Wärmeliefervertrag erst später durch den Bauträger abgeschlossen wird und sich der Bauherr bereits im Bauvertrag zum Eintritt in diesen Vertrag verpflichtet.

Zum Jahresbeginn 2018 wurden die wichtigsten Regelungen zum Bauvertragsrecht in das BGB übernommen. Im neuen Verbraucherbauvertrag haben Bauherren und Käufer von Wohneigentum nun mehr Rechte. Das betrifft insbesondere konkrete Angaben in der Baubeschreibung. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Sachsen muss die Baubeschreibung jetzt eindeutige und belastbare Aussagen bei geplanter Umsetzung von Wärmeliefercontracting enthalten. Es gelte darüber hinaus ein 14-tägiges Widerrufsrecht dieser Verbraucherbauverträge. pgl

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Konsortium forscht zu Festkörperbatterien

9. October 2018 - 8:28

Im Kompetenzcluster "FestBatt" forschen deutschlandweit 14 wissenschaftliche Einrichtungen gemeinsam an der Entwicklung und Produktion dieser neuartigen Batterietechnologie. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bringen ihre Kompetenzen im Bereich der Modellierung und Simulation ein, um die grundlegenden Prozesse im Inneren einer Festkörperbatterie besser zu verstehen.

Die aktuell häufig eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien haben in ihrem Inneren einen flüssigen Elektrolyten. Dieser ermöglicht den Austausch der Ionen zwischen den beiden Elektroden und somit die Stromproduktion – er ist allerdings auch brennbar. Fehler bei Ladevorgängen, Betrieb oder Lagerung können zu Brand oder Explosion der Batterien führen.

Im Gegensatz dazu bestehen Elektroden und Elektrolyt bei Festkörperbatterien aus festen Materialien, die nicht entflammbar sind. Zudem zeichnen sie sich durch eine lange Lebensdauer und Lagerfähigkeit aus und zeigen auch bei Temperaturschwankungen keine plötzlichen Leistungseinbrüche. Diese neuartige Batterietechnologie könnte Elektrofahrzeugen eine höhere Reichweite ermöglichen und sie sicherer machen.

Der Schwerpunkt des Kompetenzclusters liegt auf der Erforschung der benötigten Materialien sowie der für die Kommerzialisierung notwendigen Prozesstechnologie. Wissenschaftler der Abteilung für computergestützte Elektrochemie des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik werden dazu am Helmholtz Institut Ulm gemeinsam mit Partnern an der Technischen Universität Darmstadt, der Technischen Universität München, der Universität Münster sowie am Helmholtz Institut Münster und am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) in einer Methodenplattform arbeiten, die Theorien und Daten rund um die Festkörperbatterie zusammenbringt.

"Wir werden vor allem computerbasierte Modelle und Simulationen entwickeln, mit deren Hilfe wir die Prozesse im Inneren von Festkörperbatterien besser verstehen und optimieren können – von der Materialebene über die Struktur der Elektroden bis hin zur Batteriezelle", erklärt Professor Arnulf Latz, der die Abteilung für computergestützte Elektrochemie am DLR-Institut für Technische Thermodynamik und Helmholtz Institut Ulm leitet. Das KIT ist mit mehreren Instituten beteiligt und koordiniert die Methodenplattform "Charakterisierung".

"FestBatt" besteht insgesamt aus fünf Verbundprojekten: drei Material- und zwei Methodenplattformen. In der ersten Projektphase steht die reproduzierbare Herstellung geeigneter Festelektrolyte im Fokus. "Die Auswahl kompatibler Materialien ist essenziell für das spätere Zelldesign. Die bei uns durchgeführte elektrochemische Charakterisierung liefert die wichtigsten materialspezifischen Parameter und ermöglicht so die Auswahl leistungsfähiger Materialkombinationen", sagt Professorin Ellen Ivers-Tiffée, die gemeinsam mit Ehrenberg in der vom KIT koordinierten Methodenplattform zur Charakterisierung für "FestBatt" arbeitet.

Auch in allen anderen Plattformen des Kompetenzclusters ist das KIT vertreten. So arbeiten Professorin Britta Nestler (IAM), Dr. Michael Selzer (IAM) und Professor Arnulf Latz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Helmholtz-Institut Ulm (HIU, einem vom KIT mit der Universität Ulm gegründeten Helmholtz-Institut) in einer weiteren Methodenplattform, die sich mit Theorien und Daten rund um die Festkörperbatterie beschäftigt. Professor Michael Hoffmann (IAM) wiederum forscht in einer Materialplattform, die unterschiedliche Oxide untersucht. In einer weiteren Materialplattform entwickeln Professor Patrick Théato vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie (ITCP) sowie Professor Stefano Passerini und Dr. Dominic Bresser (HIU) neue polymerbasierte Festkörperelektrolytsysteme und untersuchen diese hinsichtlich ihrer Eignung für Festkörperbatterien – inklusive der anschließenden Hochskalierung der vielversprechendsten Systeme und der Fertigung von Lithiumpolymerbatterien. Quellen: DLR / KIT / pgl

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