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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 10 Minuten 36 Sekunden

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. Januar 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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Index zur Gebäudesanierung bricht im Mai deutlich ein

22. Juni 2018 - 8:44

Gegenüber dem Vormonat ging das Interesse in allen drei Segmenten deutlich zurück. Am stabilsten blieb es bei Heizungen mit einem Wert von 145 (April 2018: 182). Bei Dach und Dämmung gab es deutichere Einbrüche mit Werten von 138 (Apri 2018: 247) und 95 für Fenster (April 2018: 206).

Im Vergleich zum Vorjahres-Mai sind die Daten aber nicht so alarmierend. Im Mai 2017 waren es nach einem schwachen Frühjahr bei Heizungen 118, bei Dämmung und Fassade ebenfalls 118, bei Fenstern bei 137.

Der Sanierungsindex DESAX zeigt, wie hoch das Interesse der Online-Community an Sanierungsprojekten ist. Er basiert auf einer Auswertung von Anfragen, die bei der DAA eingehen. Basisjahr ist 2012. Der DESAX wird gemeinsam von EnBauSa.de und Dämmen und Sanieren herausgegeben. pgl

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PV-Umsatz zieht in Deutschland 2018 deutlich an

22. Juni 2018 - 8:00

"Wir haben den Turnaround bei der Nachfrage geschafft", zog Körnig bereits zu Messebeginn eine positive Bilanz. Betrug das Plus 2017 bereits 13 Prozent, sollen es 2018 im Vergleich zum Vorjahr zwischen 30 und 50 Prozent mehr Kapazität werden. Über 67.000 neue Anlagen gingen 2017 in Betrieb. Die Bundesnetzagentur verzeichne ein gutes Wachstum in allen Bereichen, sowohl bei Kraftwerken als auch bei Anlagen auf Einfamilienhäusern, erklärte Körnig. Noch ist die Branche allerdings weit von ihren besten Zeiten entfernt. Aber immerhin es gelungen, nach zwei sehr schwachen Jahren 2015 und 2016 den Trend umzudrehen. Für den globalen PV-Markt gibt es ohnehin nur die Richtung aufwärts, 100 Gigawatt sollen 2018 neu dazukommen.

Die Kosten für Solarstrom bezifferte Körnig für Deutschland auf 10 Cent pro Kilowattstunde bei Aufdachanlagen und 5 Cent bei Solarkraftwerken. Damit sei man nicht nur auf Augenhöhe mit konventionellen Kraftwerken, sondern mittlerweile auch mit Onshore-Windkraft, vermeldete der Branchenchef stolz.

Nicht nur die Preise für die Module sind in den vergangenen Jahren stark gesunken, auch die Batteriepreise haben sich deutlich nach unten bewegt. Jede zweite neue Anlage geht mittlerweile direkt mit einem Speichersystem in Betrieb. 35.000 bis 40.000 Systeme sind für 2018 anvisiert. Insgesamt waren bis Ende 2017 über 80.000 Batteriespeicher installiert, knapp die Hälfte davon KfW-gefördert. Nachrüstpotenzial gibt es vor allem bei denjenigen Anlagen, die keine Vergütung mehr für eingepeisten Strom erhalten. Für diese Haushalte wird der Eigenverbrauch spannend, viele beschäftigen sich mit der Frage, ob sie einen Speicher installieren sollen.

Das gilt auch für die künftigen Nutzer von Elektromobilen. Der BSW hat eine Umfrage unter Autofahrern in Auftrag gegeben. 90 Prozent der Befragten erklärten, dass sie bei gleichen Preisen solar erzeugtem Strom den Vorzug bei der Betankung geben würden. Nur ein Prozent wollte Kohle- oder Atomstrom tanken. Auch die EU setzt mit dem jüngst veröffentlichten Entwurf zur Gebäudeeffizienzrichtlinie Signale in Richtung E-Mobilität und fordert die Verbesserung der Ladeinfrastrukturen im Gebäudebereich.

Solarthermie ist auf der Solarleitmesse nur noch ein Nischenthema. Man bilde damit die Realität ab, so Messeorganisator Markus Elsässer lapidar. Körnig, dessen Verband auch Unternehmen aus der Solarthermie vertritt, räumte ein, dass man eine Leitmesse an den Kundenwünschen ausrichten müsse. Dass die Solarthermie eine so untergeordnete Rolle spiele, liege aber auch daran, dass sie von der Politik steifmütterlich behandelt werde. Eine direkte Nutzung der solaren Wärme sei zur Energiewende notwendig. Er sehe Potential vor allem bei Nah- und Fernwärme, "die Stadtwerke interessieren sich dafür, die Potentiale zu erschließen." 2017 wurden 78.000 neue solarthermische Systeme in Betrieb genommen und 400 Megawatt neue thermische Leistung installiert. Insgesamt beträgt die Kapazität solarthermischer Systeme damit 14,4 Gigawatt.

Beim Ausbau der PV sei die Politik weiter gefordert, der Zubau-Deckel von 2,5 Gigawatt pro Jahr müsse fallen. Dafür gebe es aber auch positive Anzeichen. Ob die vom Verband geforderten 10 Gigawatt durchsetzbar seien sei aber noch offen. von Pia Grund-Ludwig

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SAP-Gründer baut Klima Arena

22. Juni 2018 - 7:00

In der Klima Arena können sich Besucher über Klimawandel und die Energiewende informieren. Träger des Projekts ist die Klimastiftung für Bürger, die von der Dietmar Hopp Stiftung gegründet wurde. Dietmar Hopp ist einer der Gründer des Softwareunternehmens SAP. Neben der zentralen Ausstellungsfläche in der Klima Arena gibt es einen Natur- und Erholungsbereich in der Außenfläche. Die Eröffnung ist für September 2019 geplant. Eine Verbindung zur Umwelt Arena nahe Zürich besteht trotz des ähnlichen Namens nicht.

Auf dem 2,6 Hektar großen Gelände entsteht die Klima Arena als Plusenergiehaus mit einer Nutzfläche von 4000 Quadratmetern. Die Gesamtkosten einschließlich der Ausstellung betragen 39,7 Millionen Euro. Geheizt wird die Klima Arena mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe in Verbindung mit Luftkollektoren. Eine Solarthermie-Anlagen ist für die Erzeugung von Heizwasser für die Küche gedacht.

Zur Speicherung der Wärme aus den Luftkollektoren gibt es einen unterirdischer Eisspeicher. Das Eis wird auch für Kühlzwecke genutzt. Außerdem ist eine adiabatische Kühlung (Verdunstungskühlung) vorgesehen. Regenwasser wird in zwei Zisternen sowie in einem Retentionsbecken aufgefangen.

Drei Photovoltaikanlagen werden installiert: Auf dem Dach der Klima Arena mit einer Leistung von 120 Kilowatt peak, an der Fassade mit 99 Kilowatt peak und auf dem Parkdeck mit 110 Kilowatt peak. Für den Strom wird eine Speichertechnologie vorbereitet. Als Option sind ein Lithium-Batterien oder ein Redoxspeicher angedacht. Die Entscheidung darüber wird nach dem ersten Betriebsjahr auf der Grundlage der tatsächlichen Verbrauchswerte fallen. Quelle: Klima Arena / sue

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Wohnbauzahlen legen gegenüber 2017 leicht zu

21. Juni 2018 - 8:00

"Der leichte Anstieg der Baugenehmigungszahlen seit Beginn dieses Jahres ist erfreulich. Der rückläufige Trend der letzten Jahre scheint vorüber. Leider ist damit in der aktuellen Lage am Wohnungsmarkt noch nichts gewonnen", sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD und ergänzt: "Angesichts eines jährlichen Bedarfs von fast 400.000 Wohnungen bedeutet die leichte Erholung bei den Baugenehmigungszahlen noch keine Besserung. Insbesondere da Genehmigungen noch lange nicht mit Fertigstellungen gleichgesetzt werden können."

Schick verweist in diesem Zusammenhang auf die Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Bauüberhang. Seit 2008 ist die Differenz zwischen Baugenehmigungen und Fertigstellungen auf derzeit 653.300 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen gestiegen. "Aufgrund verschiedener Bauzeiten, Baukapazitäten und anderer Faktoren lässt sich diese Diskrepanz nur schwer im Detail deuten. Aber es wird deutlich, dass auf dem Weg von Genehmigung zu Fertigstellung deutliche Hürden bestehen. Jetzt gilt es den Wohngipfel gründlich vorzubereiten. Der IVD setzt sich deshalb dafür ein, dass auf dem Wohngipfel im Herbst konkrete Maßnahmen zur Beschleunigung von Baugenehmigungen und Bauverfahren beschlossen werden. Das muss jetzt äußerste Priorität haben, um den angespannten Wohnungsmarkt merklich zu entlasten." Quelle: IVD / pgl

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Kleinstadt bekommt netzneutrale "Neue Mitte"

21. Juni 2018 - 7:00

Das Energiekonzept will mit dem Einsatz unterschiedlicher Technologien Netzneutralität erreichen, also eine möglichst hohe Eigendeckung des Strombedarfs und Eigennutzung des erzeugten Stroms. Um der Entwicklung vom reinen Energieverbraucher zum Energieakteur Rechnung zu tragen, wurde dafür im Rahmen einer Forschungsarbeit an der Hochschule München der Begriff "Energie⊕“ eingeführt.

Bis dato ist etwa ein Fünftel des Projekts geschafft: Nach dem Abriss einer Gebäudezeile aus den 60er-Jahren begannen im Sommer 2017 die Bauarbeiten. Das siebenstöckige Wohn- und Geschäftshaus „Puls G“ ist der erste Meilenstein für den Bau des neuen Stadtzentrums, das innerhalb von fünf Jahren entstehen soll.

Die Energie für das Quartier wird eine Kombination aus Wärmepumpen mit Erdkollektor, Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerk liefern. Für Wärme, Kälte und Strom sind Energiespeicher vorgesehen. Hinzu kommen hybride Trinkwarmwasserbereiter in den Wohnungen. Mit Hilfe der Wärme-, Kälte- und Stromspeicher werden Erzeugung und Verbrauch entkoppelt. Je nach Bedarf und Verfügbarkeit erfolgt die Auswahl des Wärmeerzeugers unter Berücksichtigung saisonaler Schwankungen nach wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien.

Das Energiekonzept bietet auch einen Mehrwert für die Bewohner. Denn durch die Kombination von Fußbodenheizung und kontrollierter Wohnraumlüftung ergibt sich ein hoher Wohnkomfort.

Das Energiekonzept wurde im Rahmen des Forschungsprojekts +EQ-NET erarbeitet. Die Forscher nutzten dabei die Erfahrungen eines Vorläufervorhabens, der Entwicklung einer Plusenergie-Siedlung in Landshut. Dort entstand auf einer Industriebrache der Ludmilla-Wohnpark mit 180 Wohneinheiten. Die Erfahrungen aus dem Monitoring im Wohnpark fließen in das Projekt in Geretsried ein.

Dort soll ein saisonales Regelungskonzept die Komponenten nach Möglichkeit netzverträglich steuern und den Anteil der Hilfsenergie so gering wie möglich halten. Parallel zum Bau wird derzeit ein Monitoring-Konzept entwickelt, das das energetische Verhalten des Quartiers und seiner Bewohner detailliert bewerten wird. Dabei sollen die Messwerte zur Entwicklung eines Online-Tools für die Betriebsdiagnose und Betriebsoptimierung von Gebäuden genutzt und mit dem Tool „O-ViVE“ visualisiert werden.

Planung und Konzeption werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“ (EnEff:Stadt) gefördert. Quelle: Energiewendebauen / sue

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Klimaschutz-Plus hat wieder Mittel

20. Juni 2018 - 9:54

Das aktuelle Förderprogramm enthält einige Neuerungen. So wird es künftig eine Bonusförderung für die besonders effiziente Sanierung von Schulgebäuden geben. Des Weiteren wird die Summe der für Projekte an Schulen und Kindergärten vorgesehenen Mittel um 50 Prozent erhöht. Schließlich werden im neuen 'Klimaschutz-Plus' auch Beratungsangebote zur Abwärmenutzung und zu Blockheizkraftwerken in Wohngebäuden stärker bezuschusst als bisher.

Anträge können ab dem 15. Juni 2018 durchgehend bis 30. November 2019 gestellt werden. Wenn die Mittel in Höhe von 26 Millionen Euro ausgeschöpft sind, wird das Programm geschlossen. Es besteht aus den drei Säulen CO2-Minderungsprogramm, Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm und Schulen.

Gefördert werden zur CO2-Minderung Maßnahmen wie Investitionen in die energetische Sanierung der Gebäudehülle, der technischen Gebäudeausstattung und in die Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien. Förderfähig sind unter anderen die Erneuerung von Heizungsanlagen und der Ersatz von Elektroheizungen. Für die interne Nutzung von Abwärme, Sanierung von Beleuchtungsanlagen und die Sanierung von Lüftungsanlagen gibt es Geld nur in Kombination mit der Erneuerung von Heizungsanlagen oder bei der Verbesserung des Wärmeschutzes.

Gefördert wird außerdem die Installation von Holzpelletheizungen, Holzhackschnitzelheizungen, Wärmepumpenanlagen und solarthermischen Anlagen.

Im Bereich Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm ist das Ziel die Förderung von Klimaschutz-Aktivitäten, Qualifizierungsmaßnahmen sowie Bildung und Information. Gefördert wird unter anderem die Teilnahme am European Energy Award, die Bilanzierung von Energieeinsatz und CO2-Emissionen sowie die Einführung eines systematischen Energiemanagements mit den Elementen Beratung, Messtechnik, Software und Zertifizierung. Auch Qualitätsnetzwerke Bauen, die mindestens kreisweit aktiv sind, sind förderfänig.

Einen Sonderblock gibt es für Schulen, die durch die Sanierung die Standards KfW 70 oder KfW 55 erfüllen. Dabei handelt es sich um eine Rucksackförderung zu den Schulsanierungsprogrammen des Kultus- beziehungsweise Finanzministeriums, sie kann zusätzlich beantragt werden. Ziel ist es, dass Sanierungen so durchgeführt werden, dass sie dem Zielniveau eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands im Jahr 2050 Rechnung tragen. Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg / pgl

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Gebäudeeffizienzrichtlinie tritt bald in Kraft

20. Juni 2018 - 7:00

Die überarbeitete Gebäudeeffizienzrichtlinie wird eine Reihe von Neuerungen für das Bauen, Sanieren und Betreiben von Gebäuden bringen. Oberziel ist ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050.

Die finanzielle Förderung von Energieeffizienz soll von den angestrebten oder erzielten Energieeinsparungen abhängig sein. Insgesamt soll die die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen verbessert werden.

Neue und stark sanierte Nichtwohngebäude müssen, wenn sie mehr als zehn Parkplätze haben, mindestens einen Ladepunkt für Elektroautos besitzen. Für mindestens jeden fünften Stellplatz muss die Leitungsinfrastruktur in Form von Schutzrohren für Elektrokabel vorgehalten werden. Bis 2025 müssen die Anforderungen für den Einbau einer Mindestzahl von Ladepunkten für alle Nichtwohngebäude mit mehr als zwanzig Stellplätzen festgelegt werden.

Bei Wohngebäuden muss für jeden Parkplatz die Ladeinfrastruktur verlegt werden. Einen Zwang, auch Ladepunkte zu bauen, gibt es nicht.

Heizungen, Klimaanlagen und Lüftungen ab einer Leistung von 70 Kilowatt müssen regelmäßig inspiziert werden. Es gibt allerdings Ausnahmen. Ab 2025 müssen alle Nichtwohngebäude, die eine Heizung, Klimatisierung oder kombinierte Lüftung mit einer Leistung von mehr als 290 Kilowatt haben, mit einer Gebäudeautomation ausgestattet sein.

Ein Intelligenzfaktor soll künftig zeigen, wie netzdienlich ein Gebäude ist. Dazu werden aber noch Berechnungen angestellt.

Die EPBD ist Teil des Gesetzespakets "Clean Energy for all Europeans" aus dem Jahr 2016, mit dem die EU-Kommission Energieeffizienz und erneuerbare Energien voranbringen will. Sie ist das erste Gesetz von insgesamt acht Richtlinien und Verordnungen, das in Kraft tritt.

Zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie und die Energieeffizienzrichtlinie gab es in den vergangenen Tagen wichtige Einigungen im sogenannten Trilog zwischen EU-Parlament, Ministerrat und Kommission. Bis zur endgültigen Abstimmung wird aber noch einige Zeit vergehen. von Susanne Ehlerding

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Modellregion macht Wärme aus Wind

19. Juni 2018 - 7:00

Das Projekt haben die ARGE Netz, eine der größten deutschen Unternehmensgruppen für die erneuerbare Energieerzeugung, der Bürgerwindpark Lübke-Koog Infrastruktur, die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog und das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) ins Leben gerufen wurde.

Südlich der Bahnstrecke von Niebüll nach Sylt liegt die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Die Stromgewinnung ist hier ein wichtiger Wirtschaftszweig: Zahlreiche Windräder prägen die Landschaft. Doch auch der Bürger-Windpark ist von gelegentlichen Abregelungen betroffen. Dadurch kann ein Teil der Windenergie nicht genutzt werden.

Um künftig eine sinnvolle Verwendung dieser regenerativen Energie zu ermöglichen, ist die Verknüpfung des Stromsektors mit anderen Energiesektoren sinnvoll. Im Rahmen des Modellprojekts mit 14 Teilnehmern soll ansonsten ungenutzte Windenergie gleich vor Ort zum Heizen von Häusern genutzt werden.

Möglich wird dies durch den Einsatz von Hybridheizsystemen, die die benötigte Wärme wahlweise mit Heizöl oder Windstrom erzeugen können. Angefangen bei einfachen Elektroheizstäben, die in den Wärmespeicher der Heizungsanlage eingebaut werden, bis hin zu effizienteren, aber auch teureren Kombinationen aus Strom-Wärmepumpe und Öl-Brennwertgerät können verschiedene Lösungen realisiert werden. "Die intelligente, angebotsabhängige Windstrom-Nutzung wird automatisiert über das Erneuerbare-Energien-Kraftwerk der ARGE Netz erfolgen", so Hauke Großer, Leiter Energiewirtschaft bei ARGE Netz.

Christian Halper, Projektleiter Modellvorhaben beim IWO, erklärt: "Mit dem Wind-und-Wärme-Modellvorhaben sollen die Möglichkeiten der Sektorenkopplung zur Erhöhung des erneuerbaren Anteils im Wärmesektor sowie die Machbarkeit und die Einsparpotenziale von Power-to-Heat-fähigen Hybridheizungen in Privathaushalten demonstriert, analysiert und mit Messdaten dokumentiert werden."

„Der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog bietet sich aufgrund seiner Nähe zum örtlichen Windpark ideal an", sagt Bürgermeister Christian Nissen. Ölheizungen sind hier, wie auch in anderen ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins, weit verbreitet. Rund ein Viertel aller Haushalte im nördlichsten Bundesland nutzt diesen Energieträger. Durch die großen Entfernungen zwischen den Höfen und Häusern untereinander stellt hier ein Fernwärmenetz keine Alternative dar.

"Ziel unserer Maßnahmen ist es, mehr erneuerbare Energie aus der Region in der Region zu nutzen, CO2-Emissionen zu senken und Flexibilitätspotenziale zu heben", sagt Hans-Detlef Feddersen vom Bürger-Windpark Lübke-Koog Infrastruktur. Nach Umbau und Inbetriebnahme der Heizungsanlagen zum Herbst 2018 wird in einer jeweils einjährigen Messphase ermittelt, wie viel erneuerbar erzeugter Strom in den Gebäuden zum Heizen eingesetzt werden kann. Weitere Infos gibt es unter www.wind-und-waerme.de. Quelle: IWO / sue

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Contracting wartet auf neue Geschäftsmodelle

19. Juni 2018 - 7:00

Beim Energie-Contracting übernimmt ein Energiedienstleister sowohl Planung, Bau und Betrieb als auch das finanzielle Risiko einer Sanierung. Unterschieden wird zwischen Energieliefer-Contracting und Energiespar-Contracting. Seine Vergütung erhält der Contractor beim Energieliefer-Contracting über einen Grund- und Arbeitspreis, beim Energiespar-Contracting über die Energieeinsparung des Gebäudeeigentümers.

Quartierslösungen gelten als wesentlicher Baustein zum Gelingen der Energiewende und waren deshalb Thema des VfW-Jahreskongresses. Der Verband bündelt die Interessen von mehr als 250 Mitgliedsunternehmen. Im Energiecontracting arbeiten in Deutschland rund 10.000 Menschen. Es erzielt laut VfW CO2-Einsparungen von 2,7 Millionen Tonnen pro Jahr.

Modelle für effiziente Quartiere

Carsten Müller, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz, lobte das Contracting in seinem Grußwort als maßgeschneiderte Lösung für Energieversorgung und -einsparung. "Bei der Entwicklung von grünen Stadtquartieren schaffen innovative Contractingmodelle die Voraussetzungen für nachhaltige energetische Lösungen sowie für eine unabhängige, dezentrale Energieerzeugung", sagte Müller.

Ein Beispiel: Das zurzeit größte genossenschaftliche Bauprojekt Deutschlands, der "Möckernkiez" in Berlin-Kreuzberg, lagerte die Wärmelieferung als Contracting-Dienstleistung in seinem Quartier mit knapp 500 Wohnungen aus. Die Bewohner bekommen Trinkwarmwasser und Heizenergie nun aus einem Gas-Blockheizkraftwerk und zwei teillastfähigen Gas-Spitzenlastkesseln. Vier Wärmespeicher mit je 3000 Liter Wasser puffern die Erzeugung, verteilt wird das warme Wasser über ein Nahwärmenetz und Übergabestationen in den Kellern. Die Solarpaneele auf dem Dach liefern außerdem Mieterstrom.

Contractoren bewältigen Komplexität

Das Beispiel zeigt: "Ein Contractor kann ganz andere Konzepte entwickeln, als es bei Einzelheizungen in jedem Gebäude möglich wäre", sagt Christian Tögel, Contracting-Experte bei der Energieagentur NRW. "Die Versorgungskonzepte werden immer komplexer und da lohnt es sich, jemand ins Boot zu holen, der einem die Recherche und die Planungsarbeit abnimmt", sagt Tögel. Der energieeffiziente Betrieb über die Lebensdauer der Energieerzeugungsanlage mache dann den wirklichen Unterschied aus. "Hier wird durch den professionellen Betrieb durch den Contractor im Vergleich zum Eigenbetrieb ein dauerhaft höherer Wirkungsgrad bei der Energieumwandlung erzielt", weiß der Experte.

Contracting macht Sanierungen einfacher finanzierbar

Auch für den hohen Kapitalbedarf bei der Umsetzung von Energieeinspar-Maßnahmen kann Contracting eine Lösung sein, wurde beim Kongress der KEA in Stuttgart deutlich. In ihrem Contracting-Leitfaden weist die KEA darauf hin, dass das Einsparcontracting besonders für größere Liegenschaften mit Energiekosten von mehr als 30.000 Euro im Jahr geeignet ist. "Für das Energie-Einspar-Contracting sind kleinere Gebäude eher nicht geeignet", heißt es dort. Es gebe aber die Möglichkeit, kleinere mit größeren Liegenschaften zu einem Gebäudepool zusammen zu fassen. Beim Anlagen-Contracting gebe es aber keine Begrenzung der Energiekosten nach unten.

Auch einen Contracting-Preis vergibt die KEA zusammen mit der Wohnungswirtschaft in Baden-Württemberg. Beim 2017 gekürten Siegerprojekt traten die Stadtwerke Ulm als Contractor für eine kleine Neubausiedlung auf. Die KEA weist außerdem darauf hin, dass man sich die Planungs- und Projektierungskosten eines Contractings vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördern lassen kann.

Neue Geschäftsmodelle wären umfassender

"Das Contracting hat in den vergangenen 20 Jahren eine starke Entwicklung genommen", blickt Steffen Haller vom Arbeitskreis Einspar-Contracting auf seine lange Erfahrung in dem Bereich zurück. Der Niederlassungsleiter Energiemanagement bei Engie Deutschland arbeitet im Arbeitskreis Einspar-Contracting im VfW daran, mehr Wissen über das Instrument zu verbreiten und die regulatorische Hemmnisse abzubauen.

Eines davon ist, dass sich Contracting von der Denke von Formen der Vergabe bei öffentlichen Aufträgen unterscheidet. "Bei Ausschreibungen werden diese oder jene Eigenschaften eines Baustoffs oder einer Anlage gefordert. Beim Contracting dagegen gibt es ein übergeordnetes Ziel, etwa das Raumklima zu verbessern oder Energie einzusparen", sagt Haller.

In der Gebäudestruktur und den unterschiedlichen Gewerken am Bau liegt ein anderes Problem beim Contracting: Wenn ein Gebäude umfassend über Contracting saniert werden soll, hängt beispielsweise der Verbrauch der Heizungsanlage auch von der Güte der Fassade ab. Das heißt: "Die Fassade wird darüber bezahlt, was später im Keller weniger läuft", sagt Haller. Ob die Fassade dann aber hält, was im Konzept der Energieeinsparung berechnet wurde, hat nicht der Contractor im Griff, sondern derjenige, der die Fassade baut.

Im Sinne der Energiewende sei es aber wünschenswert, wenn sich das Geschäftsmodell des Contractings weiterentwickeln könnte, meint Haller. Es sollte dabei nicht nur wie heute oft üblich, um die Heizung gehen, sondern um das ganze Gebäude. von Susanne Ehlerding

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Perowskit-Solarzelle erreicht Rekordwert

18. Juni 2018 - 7:00

Perowskit-basierte Tandem-Solarzellen können das Licht besonders effizient nutzen", erklärt Rutger Schlatmann, Direktor des Kompetenzzentrums Dünnschicht- und Nanotechnologie für Photovoltaik Berlin am HZB. In der Zusammenarbeit mit Oxford PV gehe es darum, die Perowskit-Silizium-Tandemzellen weiter zu optimieren, ihre Skalierbarkeit zu demonstrieren und die Integration in großflächige Solarmodule zu erleichtern. Die Rekordzelle hat dagegen nur eine Fläche von einem Quadratzentimeter.

Eine weitere Zelle mit einem Wirkungsgrad von 25,2 Prozent stellte die Ecole Polytechnique Federale de Lausanne bei der Konferenz vor. Auf immer 25,0 Prozent Wirkungsgrad kommt eine dritte Zelle von einem HZB-Team um Steve Albrecht.

Tandemzellen bestehen wie Dünnschichtzellen aus mehreren Lagen von Materialien, die unterschiedliche Wellenlängen des Sonnenlichts absorbieren. Nicht alle zurzeit erforschten Tandemzellen arbeiten mit Perowskiten - aber sehr vele.

Perowskit besteht aus Calziumtitanat (CaTiO3). Das Mineral wurde bei seiner Entdeckung nach einem russischen Mineralogen benannt. Heute bezeichnet man alle Stoffe mit der gleichen würfelförmigen Kristallstruktur wie Calziumtitanat als Perowskite.

Bisher kann man serienmäßig noch keine Solarmodule mit Perowskit-Beschichtung kaufen. Der Vorreiter Oxford PV, eine Ausgründung der Universität Oxford, will aber noch in diesem Jahr eine Pilotlinie aufbauen. Sie soll in Brandenburg an der Havel in einem Gebäude der geschlossenen Photovoltaiksparte von Bosch entstehen. Danach sollen Maschinenbauer die Fertigungstechnologie übernehmen können.

Bis Solarzellen mit Perowskiten nennenswerte Markanteile erreichen, dürften aber noch einige Jahre vergehen. Die regelmäßig aktualisierte International Technology Roadmap for Photovoltaics sieht Tandemzellen im Jahr 2027 bei fünf Prozent Marktanteil. Bis dahin werde zunächst der Anteil der PERC-Zellen von heute gut 20 auf knapp 60 Prozent steigen. Künftig wären sogar Zellen aus reinem Perowskit denkbar. Auch daran wird geforscht. Quelle: HZB / sue

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Stromtarife für Speicher verglichen

18. Juni 2018 - 7:00

Wer sich heute für den Kauf eines Solarspeichers interessiert, dem werden neben der Hardware auch eine Reihe zusätzlicher Stromverträge geboten. Die Produktnamen sind dabei so vielfältig wie die Werbebotschaften der Stromprodukte. Mit Cloud- und Community-Lösungen werden dem potentiellen Käufer neben Freistromkontingenten auch sinkende Stromkosten oder sogar 100 Prozent Eigenverbrauch des eigenen Photovoltaik-Stroms versprochen.

Doch was kostet den Kunden letztlich die Kilowattstunde aus der Cloud oder der Community? Eine aktuelle Untersuchung des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research verfolgt das Ziel, Community- und Cloud-Angebote einheitlich anhand ihres tatsächlichen Nutzens zu analysieren und sie so vergleichbar zu machen.

Im wichtigen Vergleichskriterium der Wirtschaftlichkeit legt die aktuelle Analyse deutliche Unterschiede offen. Für Stromtarife mit einem Speicher ergibt sich zwischen dem günstigstem und teuerstem dem Anbieter in einer Beispielrechnung für einen Vier-Personenhaushalt mit 4500 Kilowattstunden Jahresverbrauch eine Differenz von 512 Euro pro Jahr. Einen echten Mehrwert für das Gelingen der Energiewende durch Anwendungen zur Netzentlastung bieten bislang nur die wenigsten Anbieter an.

Ein weiteres Kriterium war die Transparenz der Angebote. Bei vielen Cloudlösungen wird die Einspeisevergütung des Kunden mit dem aus der Cloud bezogenen Strom verrechnet, was die tatsächlichen Kosten verdecken kann. Dazu kommt, dass solche reinen Stromtarife oder Verrechnungsmodelle keinen Nutzen für das Energiesystem haben, was ebenfalls eines der Vergleichskriterien war.

In der Gesamtbewertung der aktuell in Deutschland verfügbaren Community- und Cloud-Angebote kann sich die sonnenCommunity klar an erster Stelle positionieren. Mit ihren flexiblen Flat-Tarifen garantiert die sonnenCommunity bei dem Vergleich der Stromtarife mit Speicher das kostengünstigste Angebot. Weiterhin kommt die sonnenCommunity durch die Vernetzung ihrer Speicher auch dem Energienetz zugute, da durch Netzdienstleistungen die Stromnetze tatsächlich entlastet werden können.

Auf Platz 2 folgt das Angebot von Caterva, auf Platz 3 das von E3/DC. Die folgenden Plätze belegen Polarstern und Senec.

"Die sonnenFlat ist ein Stromtarif der auf einem virtuellen Kraftwerk basiert, über das unsere Speicher zusätzliche Einnahmen am Energiemarkt erzielen können. Die Studie zeigt klar, dass sich nur mit so einer echten Wertschöpfung auch der beste Stromtarif anbieten lässt. Wer das nicht kann, muss seine Angebote entweder vom Kunden finanzieren lassen oder Strom verschenken, was auf Dauer nicht haltbar ist", sagt Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen, das Studienergebnis zusammen. Quelle: EuPD Research / sue

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Digitalisierung hebt Energieeffizienz in Gebäuden

17. Juni 2018 - 7:00

Energieeffizientes und klimafreundliches Bauen wird mit der Digitalisierung einfacher werden. Diese Auffassung vertrat Lothar Fehn Krestas vom Bundesbauministerium bei einer Tagung des Bundesverbandes Altbauerneuerung diese Woche in Berlin. "Das Bauen heute leidet an der Komplexität. Die vielen ökologischen und energetischen Aspekte können mit Building Information Modeling in Simulationen zusammengebracht werden", sagte Krestas.

Auch die Energiewende im Gebäudebereich sei ohne Digitalisierung nicht vorstellbar, sekundierte Alexander Renner vom Wirtschaftsministerium. Noch immer verbrauche der Gebäudebereich 35 Prozent der Endenergie in Deutschland. Mit digitaler Steuerung und Sensorik ließe sich der Energieverbrauch nachhaltig reduzieren. "Auch für die Netzdienlichkeit von Gebäuden brauchen wir smarte digitale Lösungen", sagte Renner. Im Bereich Bestandssanierung arbeite das Ministerium an seriellen digitalen Lösungen mit der Deutschen Energie-Agentur und dem niederländischen Unternehmen Energiesprong zusammen.

Die Digitalisierung kann also für das Baugeschehen, speziell für die energetischen Ziele bis 2050, durchaus wichtig werden, meinte BAKA-Vorstandsvorsitzender Ulrich Zink. "Was dabei in jedem Fall hilft, ist die enorme Verbesserung der Information zu baulichen und umwelttechnischen Daten, die sowohl die Bauherren und Eigentümer als auch die Planer und Handwerker gezielt und schneller zu vernünftigen Entscheidungen hinführt." Auch Innovationen könnten schneller eingesetzt werden, was sich auf die energetische Umsetzung auswirken könne. Wichtig seien schließlich die realen Messdaten, die das Ergebnis einer energetischen Maßnahme sicher dokumentieren würde, sagte Zink. sue

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Projekt fördert energieffiziente Hypotheken

15. Juni 2018 - 7:00

Für das Pilotprogramm haben sich 37 europäische Banken verpflichtet, die Eingliederung des ebenfalls am Donnerstag vorgelegten Regelwerks für energieeffiziente Hypotheken in bestehende Produktlinien und Prozesse zu testen, bevor sie ein energieeffizientes Hypothekenprodukt einführen.

Das Regelwerk für energieeffiziente Hypotheken ist das Ergebnis einer umfassenden Konsultation von Interessengruppen und enthält Feedback, das während einer Reihe von nationalen Roundtable-Veranstaltungen mit Banken, Experten für Energieeffizienz, Immobiliengutachtern und Versorgungsunternehmen gesammelt wurde.

Darüber hinaus werden die Kreditgeber während des Pilotprojekts ermutigt, Daten zu energieeffizienten Hypotheken zu melden, um die Auswirkungen der Energieeffizienz auf das Kreditrisiko zu analysieren. Damit reagiert das Pilotprogramm auf den kürzlich veröffentlichten Aktionsplan für nachhaltige Finanzierungen, in dem sich die Europäische Kommission verpflichtet, Nachhaltigkeitsaspekte im aufsichtsrechtlichen Rahmen zu untersuchen. Die Datenerhebung und -analyse wird durch eine Dateninfrastruktur unterstützt, die ebenfalls zur Initiative für energieeffiziente Hypotheken gehört.

Das Pilotprogramm wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Die während des Pilotprogramms gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in die endgültige Fassung des Regelwerk für energieeffiziente Hypotheken einfließen, um die Relevanz und damit die Umsetzung zu optimieren und letztlich die Entstehung eines energieeffizienten Hypothekenprodukts zu unterstützen.

Luca Bertalot, Generalsekretär der European Mortgage Federation, begrüßte den Start. Er sagte: "Die Organisationen, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, halten derzeit 45 Prozent der ausstehenden Hypotheken in Europa, was 21 Prozent des europäischen Bruttoinlandsproduktes entspricht. Diese beträchtliche kritische Masse kann potenziell eine bahnbrechende Rolle bei der Unterstützung des Aktionsplans der Europäischen Kommission für nachhaltige Finanzierungen spielen.“

Die Energy Efficient Mortgages Initiative (EEM) besteht aus der Initiative für energieeffiziente Hypotheken (EeMAP) und dem Energy Efficiency Data Portal & Protocol (EeDaPP).

In der EeDaPP-Initiative arbeiten die European Mortgage Federation, die Ca'Foscari Universität von Venedig, der Informationsdienst CRIF, European Data Warehouse, Hypoport, das Zentrum für Sustainable Architecture for Finance in Europe der Goethe-Universität Frankfurt und der Spezialist für Spezialist für IT-Lösungen im Finanzbereich TXS zusammen. Sie wollen ein Protokoll entwerfen, das die großflächige Erfassung von Daten zu energieeffizienten Hypothekenanlagen über eine standardisierte Meldevorlage ermöglicht. Der Zugriff auf die Daten erfolgt über ein gemeinsames, zentralisiertes Portal, wodurch auch die Emission energieeffizienter Anleihen erleichtert werden soll.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt gibt es unter: http://eemap.energyefficientmortgages.eu. Quelle: European Mortgage Federation - European Covered Bond Council / sue

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EU einigt sich auf höheres Ziel für Erneuerbare

15. Juni 2018 - 7:00

Der für Klimaschutz und Energie zuständige Kommissar Miguel Arias Cañete sagte: "Dieses neue Ziel wird uns helfen, unsere Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und wird sich in mehr Arbeitsplätzen, niedrigeren Energiekosten für die Verbraucher und weniger Energieimporten niederschlagen."

Der Ökostrom-Ambieter Greenpeace Energy erklärte: "Erneuerbare-Energien-Gemeinschaften werden erstmals als Akteure auf dem europäischen Energiemarkt anerkannt. Die Mitgliedstaaten verpflichten sich, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diese Bürgerenergie-Gesellschaften nicht von großen Konzernen kontrolliert oder übernommen werden. Der Textentwurf sieht weiterhin vor, dass sich grundsätzlich jeder EU-Bürger – alleine oder im Rahmen einer Gemeinschaft – mit selbst produziertem Ökostrom versorgen darf, ohne dabei durch unverhältnismäßig hohe Abgaben oder diskriminierende Bedingungen eingeschränkt zu werden."

Als "Prosument" dürfe man demnach selbst produzierte Energie nicht nur verbrauchen, sondern auch speichern und weiterverkaufen – "mindestens zum Marktpreis", wie es in der Einigung heißt. Dieser Eigenverbrauch soll zudem ab 2026 in der EU von Entgelten befreit werden, solange die Leistung der genutzten Solaranlage kleiner als 25 Kilowatt ist. Bisher galten in Deutschland zehn Kilowatt als Grenze für eine Befreiung, so Greenpeace Energy.

Zu der Einigung erklärt Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen im Bundestag: "Die deutsche Regierung hatte mit ihrem Bremserkurs für die Bürgerenergie keinen Erfolg." Damit bezieht sie sich auf Äußerungen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag im EU-Ministerrat. Die jetzige Einigung sei eine gute Nachricht aus Brüssel für die dezentrale Energiewende und für die Beteiligung der Menschen am Umbau ihrer Energieversorgung. "Weit hinter den Erfordernissen zurück bleibt dagegen das Ausbauziel für erneuerbare Energien in Europa", teilte Verlinden mit.

Tatsächlich gehen Experten davon aus, dass die EU im Jahr 2030 mindestens einen Anteil von 35 Prozent erneuerbare Energien am Gesamtenergieverbrauch haben müsste, um den Zielen von Paris gerecht zu werden, weshalb das EU-Parlament ja auch genau dieses Ziel gesetzt hatte.

Auf Regelungen zu Kennzeichnung von Stromtarifen in der Richtlinie weist der Ökostromerzeuger Lichtblick hin. "Die Europäische Union schreibt nun vor, dass in allen EU-Ländern sogenannte Herkunftsnachweise für den Strom aus Windrädern oder Solaranlagen genutzt werden müssen. Diese Regelung hätte auch Auswirkungen auf die Stromkennzeichnung in Deutschland. Es bleibt allerdings den Mitgliedsstaaten selbst überlassen, ob sie diese Vorgabe aus Brüssel auch umsetzen", informiert Lichtblick.

Bei der Trilog-Verhandlung am 19. Juni zur Energieffizienzrichtlinie müsse eine Entscheidung für ein ambitioniertes Energie-Effizienzziel von mindestens 35 Prozent fallen, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH). "Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, wären sogar 40 Prozent nötig", teilt die DUH mit.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) appelliert an Bundesminister Peter Altmaier, sich endlich klar für ein verbindliches Energieeffizienzziel von 35 Prozent auszusprechen. Die Bereitschaft unter den EU-Mitgliedstaaten für ambitionierte Effizienzziele sei gewachsen. Daher sei es höchste Zeit, dass auch Deutschland Farbe bekenne und sich als Vorreiter statt als Bremser positioniere, so der Verband.

Dazu sagte der geschäftsführende Vorstand der Deneff, Christian Noll: "Das Hochtechnologieland Deutschland muss sich für ein verbindliches Energieeffizienzziel von 35 Prozent stark machen. Anstatt die rote Laterne als Effizienz-Schlusslicht vor sich herzutragen, sollte die Bundesregierung sich wieder auf ihre Vorreiterrolle besinnen. Nach dem Fehlstart für die Steuerförderung der Gebäudesanierung und der andauernden Hängepartie um das 100-Tage-Gesetz, wäre ein Scheitern der Verhandlungen der nächste Schlag ins Gesicht aller Unternehmen, die im Vertrauen auf eine ernsthafte Klimapolitik in energieeffiziente Lösungen investiert haben."

Die Deneff weist darauf hin, Deutschland müsse sich entsprechend seines eigenen Energiekonzepts für ein Energieeffizienzziel von mindestens 35 Prozent einsetzen. Alles darunter widerspräche dem Zielpfad der dem Energiekonzept zu Grunde liegenden Szenarien, so der Verband. Alles andere sei de facto eine Absage an die deutschen Klima- und Energiewendeziele.

Nach der politischen Einigung muss der Text der Erneuerbare-Energien-Richtlinie noch vom Europäischen Parlament und vom Rat angenommen werden. Nach der Billigung durch beide Mitgesetzgeber wird die Richtlinie im Amtsblatt der Union veröffentlicht und tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie dann 18 Monate nach ihrem Inkrafttreten in nationales Recht umsetzen. Quellen: EU-Kommission / Greenpeace Energy / Grüne / DUH / Deneff / sue

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Fenstertechniker tüfteln an Kühlkonzepten

14. Juni 2018 - 7:00

Der sommerlichen Überhitzung begegnet man zurzeit üblicherweise mit Sonnenschutzlamellen oder -rollos. Zum Schutz vor Wind braucht es allerdings eine weitere, vorgelagerte Glasscheibe. Gängig sind zum Abführen der Wärme Lüftungsschlitze, durch die aber auch Schmutz eindringt. Im Winter zieht durch solche Schlitze außerdem die kalte Umgebungsluft in den Zwischenraum, was im Gebäude durch Heizen ausgeglichen werden muss. Regelbare Lüftungsschlitze, die man mit Hilfe von Sensorik und vieler kleiner Elektromotoren bei Kälte schließen kann, sind aufwendig und haben sich kaum durchgesetzt.

Ein Trend, der laut Ulrich Sieberath, dem Leiter des Instituts für Fenstertechnik (ift Rosenheim), derzeit erkennbar ist, ist eine abgedichtete Variante: "Closed Cavity Fassades" (CCF). Der Raum zwischen den Glasfronten ist hier versiegelt und damit gegen Verschmutzung gefeit – muss aber, damit die äußere Scheibe nicht beschlägt, über ein aufwendiges Röhrensystem ständig mit entfeuchteter Luft versorgt werden. Der Luftraum zwischen den Scheiben heizt sich zudem im Sommer stark auf und gibt dann doch erheblich Wärme nach innen ab. Außerdem haben CCF den Nachteil, dass alle Fassadenelemente mit einem Zentralrechner verbunden sein müssen, der die Luftzufuhr regelt; und die Technik ist wartungsaufwendig.

Lüften wie im Gewächshaus

Eine Forschungsgruppe an der TU München um den Architekten Philipp Molter hat deshalb eine andere Konstruktion entwickelt: ein "autoreaktives" Lüftungssystem. Das Prinzip ist von Gewächshäusern her bekannt, bei denen sogenannte Thermozylinder Lüftungsschlitze öffen und schließen. Diese Zylinder sind mit einem Wachs-Öl-Gemisch gefüllt, das sich ab einer festgelegten Temperatur – zum Beispiel 23 Grad Celsius – ausdehnt. An ihnen ist bei Molters Konstruktion die vorgelagerte Glasscheibe befestigt, die selbsttätig bei Überschreiten der 23-Grad-Grenze von den Zylindern um fünf Zentimeter nach außen gedrückt wird.

So muss im Sommer weniger gekühlt, im Winter weniger geheizt werden. Simulationen der Münchner Forscher zufolge soll ein solches System gegenüber den anderen Varianten "bis zu 50 Prozent" der Kühlungs- und Heizenergie einsparen. Es ist, sagt Philipp Molter, sowohl bei Festverglasungen als auch bei Fenstern mit beweglichem Flügel anwendbar. Die Installationskosten lägen um 15 bis 20 Prozent niedriger als bei CCF.

Schon vor Jahren wurde eine Technik entwickelt, die sogar ganz ohne bewegliche Teile auskommt: "schaltbare" Verglasungen. Dabei kann die Tönung einer Scheibe zum Beispiel durch das Anlegen einer elektrischen Spannung (Elektrochromie) verändert werden, was ebenfalls große Fensterflächen ohne sommerliche Überhitzung möglich machen würde. Wolfgang Graf, der beim Fraunhofer ISE in Freiburg eine Forschungsgruppe für funktionelle Beschichtungen von Glas und Folien in Gebäuden leitet, hält schaltbare Fenster für eine "energetisch und ästhetisch wünschenswerte Entwicklung". Es gebe "mehrere Hersteller, die die Produkte aber nicht so richtig in den Markt bekommen."

Der Hauptgrund ist das Gewährleistungsrisiko: branchenübliche Lieferverträge sehen in der Regel vor, dass der Lieferant zehn Jahre lang für Ersatz sorgen muss, wenn Elemente ausfallen. Entweder müsste der Hersteller so lange alles für ein Nachproduzieren bereithalten – auch wenn das Ganze am Markt nicht den erhofften Erfolg hätte –, oder eine großzügig bemessene Menge im Lager vorhalten.

Einen Temperaturbereich leasen

Eine Lösung für dieses Problem sieht Philipp Molter in einem neuen Vertragsmodell, das an der TU Delft in den Niederlanden entwickelt wird: die Leasingfassade. Der Bauherr kauft oder least nicht eine Bauart oder Funktionsweise, sondern, dass es nicht zu warm und nicht zu kalt wird. Die technischen Mittel dafür könnten dann jeweils dem Stand der Technik angepasst werden. Zudem sei international absehbar, dass in einigen Jahren der Sonnenschutz bei Gebäuden vorgeschrieben werde. Spätestens dann werde sowohl das autoreaktive Lüftungssystem als auch die schaltbare Verglasung in den Markt kommen.

Im Zwischenraum zwischen der äußeren Scheibe und der eigentlichen inneren Verglasung lassen sich auch Flächen unterbringen, auf denen man Reproduktionen, Filme oder Werbung ablaufen lassen kann, zum Beispiel als Projektion auf Jalousien. Schon heute, sagt Wolfgang Graf, sei auf dem Objektmarkt – also wenn man ein Hochhaus oder ein anderes besonderes Objekt ausstattet – "in Städten wie Peking, Schanghai, Hongkong, aber auch hierzulande sehr vieles zu sehen“.

Christina Hildebrandt, Teamleiterin in Grafs Forschungsgruppe: "Die Preise für so etwas sind bisher sehr hoch, auch weil man bei jeder Fassade andere Maße hat." Leichter durchsetzen werde sich LED-Folie, weil Leuchtdioden keine beweglichen Teile mehr enthielten und auch einfach installiert werden könnten. "Da gibt es mittlerweile schöne Sachen mit einer vernünftigen Auflösung von weniger als einem Millimeter, auch von deutschen Firmen."

Trend zu überschweren Fensterflügeln schwer zu brechen

Das andere große Problem sind überschwere Fensterflügel. Anforderungen von Wärmedämmung, Schallschutz und Einbruchsicherung sowie die Vorliebe vieler Architekten und Bauherren für große Glasflächen lassen Fenster immer größer, dicker und schwerer werden. 200 Kilogramm Gewicht pro Flügel und mehr sind inzwischen keine Seltenheit und lassen die Montage zur Tortur werden.

Um diesen Trend zu brechen, plädierte ift-Institutsleiter Ulrich Sieberath vor kurzem unter anderem für die Dünnglastechnologie mit gehärteten dünnen Scheiben. Wolfgang Graf verweist allerdings auf die Bruchgefahr: "Wenn die konstruktiven Probleme gelöst wären, Dünnglas im Scheibenzwischenraum einzusetzen, ohne dass dieses bricht, dann sähe ich darin eine Möglichkeit."

Auch zu Konstruktionen mit Kunststoff-Folien im Scheibenzwischenraum, die Sieberath am Rande einer Tagung in Berlin ins Gespräch gebracht hatte, äußert sich Graf skeptisch. Die mittlere Scheibe durch Folie zu ersetzen, das kenne man seit über 20 Jahren. In den USA sei das ein Produkt der Firma Southwall, bei dem eine preiswerte Folie mit Low-e-Beschichtung versehen (verringert die Wärmeabstrahlung) und im Scheibenzwischenraum montiert werde. "Problematisch dabei ist die Durchsicht durch Folie und Glas, vor allem nach mehreren Jahren im Einsatz. Es gibt Firmen, die das auch auf dem deutschen Markt anbieten, aber eben mit wenig Erfolg", sagt Graf. von Alexander Morhart

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Rosenheimer Fenstertage geben sich visionär

14. Juni 2018 - 7:00

ift-Institutsleiter Professor Ulrich Sieberath erörtert in seinem Vortrag "Grenzenlos – Konstruktionen, Märkte, Technik" Facetten der anspruchsvollen Fragestellung. Die Grenzenlosigkeit in der Architektur ist problematisch, denn Architekten und Bauherren fordern oft das Unmögliche: immer größere, schwerere und kompliziertere Bauteile, was konstruktive Schwierigkeiten verursachen kann. Ein weiterer Punkt sind die offenen Märkte, die den Abbau von Handelshemmnissen und die Harmonisierung technischer Regeln ermöglichen.

In seiner Keynote erörtert Peter Andres (Beratende Ingenieure für Lichtplanung, Hamburg) die Bedeutung des Tageslichts in seinem Beitrag "Planen mit Licht". Um die Tendenz "Weg vom Umweltgift – hin zum gesunden Baumaterial" geht es in der zweiten Keynote von Michael Braungart (EPEA Internationale Umweltforschung, Hamburg).

Zum ersten Mal angeboten wird der Themenblock "Fertigung 4.0", in dem es um Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Produktion geht.

Weitere Vorträge zu spannenden Bauten mit innovativen Technologien:

Textilfassade – Hülle mit vielen Aufgaben. Die Fassade des Thyssen Krupp Testturms, Timo Schmidt (Werner Sobek, Stuttgart und Hochschule Augsburg)

Die Schlange: Freie Geometrien, hybride Aufbauten; Planung und Prüfung eines extravaganten Fassadenprojektes, Lutz Schöne (Leicht Structural Engineering and Specialist Consulting, Rosenheim) und Michael Freinberger (ift Rosenheim)

Das Futurium – Vorhangfassade der Zukunft? Vom Entwurf zur Ausführung, Frank Walter (Arup Ingenieurbüro, Berlin)

Das Fenster neu gedacht; Vakuumglas ermöglicht andere Konstruktionen, Peter Schober (Holzforschung Austria, Wien)

Eine große Anzahl an Praxisvorträgen bietet Inhalte mit direktem Nutzen für die betriebliche Umsetzung:

DIN 18008 und Sicherheitsglas. Nationale Anwendung versus europäische Bemessung, Christian Schuler (Hochschule München)

Achtung Stolperfalle. Empfehlungen zur Barrierefreiheit, Knut Junge (ift Rosenheim)

Die neue Fassung der DIN 1946-6. Fensterlüftung einfach anders! Harald Krause (Hochschule Rosenheim)

Fenster-Sanierungstrends 2018. B+L-Studie zu Zielgruppen, Budgets, Motiven, Informationswegen, Martin Langen (B+L Marktdaten, Bonn)

Vor den beiden Konferenztagen gibt es bereits am Mittwochnachmittag einen ift-Power-Workshop, der Fensterbauern Insider-Tipps zum richtigen Lüften nach DIN 1946-6, zum Fensteraufmaß, zur Montage von großen Fensterelementen und zum einfachen Einstieg in den Smart-Home-Markt bietet.

Programm sowie detaillierte Infos zu Veranstaltung und Anmeldemöglichkeit finden sich unter www.fenstertage.de. Quelle: ift / sue

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Deutschland verfehlt Klimaziel bis 2020

14. Juni 2018 - 7:00

Die Handlungslücke beträgt laut Klimaschutzbericht voraussichtlich 100 Millionen Tonnen CO2. Ohne das 2014 beschlossene Aktionsprogramm Klimaschutz wäre die Lücke mit zwölf Prozentpunkten aber noch deutlich größer.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "In der Klimapolitik hat es in den vergangenen Jahrzehnten Versäumnisse gegeben, die man nicht in kurzer Zeit wiedergutmachen kann. Wir müssen dringend wieder auf Kurs kommen und unser 40-Prozent-Etappenziel so schnell wie möglich erreichen. Wichtig ist auch, dass wir aus der Vergangenheit lernen für die nächste Etappe. Hier brauchen wir klare und verbindliche Vorgaben für jeden Bereich."

Dass die Lücke so viel größer sei als ursprünglich prognostiziert, liege an mehreren Faktoren: "Erstens wurde überschätzt, um wie viele Tonnen die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen den CO2-Ausstoß mindern. Zweitens ist die Wirtschaft deutlich stärker gewachsen als vorhergesagt. Drittens ist die Bevölkerung stärker gewachsen als gedacht", so die Ministerin. Aktuelle Trends unter anderem bei der Wirtschaftsleistung und beim Verkehrsaufkommen lassen befürchten, dass die Lücke sogar noch größer als die derzeit geschätzten acht Prozentpunkte ausfallen wird, sagte sie.

Im Gegensatz zum besonders schwierigen Bereich Verkehr wurden im Gebäudebereich Fortschritte gemacht: Vom 1990 bis 2016 gingen die direkten Emissionen um fast 31 Prozent auf 91 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück. Die positive Entwicklung sei dabei vor allem auf Verbesserungen im Gebäudebestand und Umstellungen bei Heizungssystemen zurückzuführen.

In einem Projektionsbericht der Bundesregierung werden für die Haushalte erhebliche Emissionsminderungen auf bis zu 76 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2020 angegeben. Voraussetzung sei aber eine ambitionierte Umsetzung der geplanten Klimaschutzmaßnahmen des NAPE und des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020.

Zum Klimaschutzbericht erklärte Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG), erklärte: "Gerade im Gebäudebereich hat die Bundesregierung es über Jahre verpasst, die CO2-Einsparpotentiale zu heben. Alleine die im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz vorgesehene steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen hätte eine Reduktion von 2,1 Millionen Tonnen bewirken sollen. Weil sich Bund und Länder bei der Gegenfinanzierung nicht einigen konnten, hat die Bundesregierung die Gelder umgewidmet und unter anderem für das Marktanreizprogramm verwendet. Hierbei liegt die Einsparung laut Klimaschutzbericht bei lediglich 230.000 Tonnen, was nur gut einem Zehntel der ursprünglich geplanten Menge entspricht."

Es sei daher entscheidend, dass der Bundestag in den laufenden Haushaltsberatungen die steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen noch einbindet und entsprechend ausstattet. "Die zögerliche Politik der Bundesregierung hat bisher dazu geführt, dass Hausbesitzer abwarten statt zu investieren. Eine steuerliche Förderung würde nun einen spürbaren Impuls gerade bei den Ein- und Zweifamilienhausbesitzern setzen, in die Energieeffizienz ihrer Immobilien zu investieren", sagte Hinrichs.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) teilte mit: "Der Bericht dokumentiert, dass Deutschland klimapolitisch seit Jahren auf der Stelle tritt. Der Koalitionsvertrag lässt aber erkennen, dass in der Bundesregierung energiepolitisch ein Umdenken stattgefunden hat. Der Klimaschutzbeitrag von Erdgas und erneuerbaren Gasen ist ausdrücklich anerkannt worden. Wir sehen, dass das Bundeswirtschaftsministerium programmatisch nicht mehr auf eine ‚all electric world‘ verengt ist, sondern weitere transformative Pfade einschließt. Wir wollen im Wettbewerb zeigen, dass innovative Gastechnologien und grüne Gase mit den geringsten CO2-Vermeidungskosten die höchste CO2-Effizienz erzielen können", sagte DVGW-Vorstandsvorsitzende Gerald Linke. Quellen: BMU / BuVEG / DVGW / sue

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Deutschland ist vom Effizienzziel weit entfernt

13. Juni 2018 - 7:00

Beim Energieeffizienzniveau der Haushalte belegt Deutschland im europäischen Vergleich Platz 13 von 28. Der Wert bezieht sich auf das bisher erreichte Niveau. Der weitere Trend wird mit einem 16. Platz etwas schlechter eingeschätzt. Berechnet wurden die Plätze auf der Grundlage des Raumwärmebedarfs pro Quadratmeter. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs, den das Fraunhofer ISI im Forschungsprojekt Odyssee-Mure angestellt hat. Es wurde aus dem europäischen Forschungsprogramm Horizon 2020 finanziert.

Im Verkehrssektor belegt Deutschland beim bisher Erreichten Platz 16, beim Trend Platz 15. Zugrunde lag der Benzinverbrauch in Litern pro 100 Kilometern.

Die deutsche Industrie belegt in dem EU-weiten Ranking Platz 9 von 28. Bei der Bewertung des Trends sieht es jedoch viel schlechter aus: Hier erreicht die deutsche Industrie nur den 27. Platz unter den EU-Mitgliedsstaaten. Die Bewertung der Industrie beruht auf einem im Projekt entwickelten Index namens Odex.

Trotz der relativ schlechten Ergebnisse in den drei genannten Sektoren kommt Deutschland insgesamt auf Platz Vier hinter den Spitzenreitern Großbritannien, Irland und Spanien. Das liegt daran, dass in die Bewertung zu einem Drittel auch die Energieeffizienzpolitik der Länder einging. Hier hat sich Deutschland das vergleichsweise hohe Ziel von 20 Prozent mehr Energieeffizienz bis 2020 im Vergleich zu 1990 gesetzt und liegt damit auf Platz Zwei hinter Irland.

Zum Erreichen dieses Ziels besteht aktuell aber noch eine Lücke von 40 Prozent. Das heißt, erst zwölf Prozent Energieeinsparungen sind geschafft, hat das Team des Fraunhofer ISI um Barbara Schlomann und Wolfgang Eichhammer ermittelt. Darin seien auch die künftigen Wirkungen der jetzt schon getroffenen Maßnahmen wie etwa der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz einberechnet. "Die Umsetzung ist noch nicht ausreichend", resümiert Eichhammer.

Christian Noll von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz sagte, die wenigen im Koalitionsvertrag beschlossenen Maßnahmen zur Energieeffizienz müssten jetzt schnell umgesetzt werden: "Den Ankündigungen müssen Taten folgen." Er kritisierte: "Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die im Koalitionsvertrag angekündigt war, ist im Haushaltsentwurf bereits dem Rotstift zum Opfer gefallen." Ein gutes Instrument sei eine beschleunigte Abschreibung auf Energieeffizienzinvestitionen, wie es sie in Irland mit den Accelerated Capital Allowances gebe. sue

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Sektorkopplung mit Elektroheizungen demonstriert

13. Juni 2018 - 7:00

 

Das RealValue Konsortium unter Führung des Herstellers von Elektroheizungen Glen Dimplex umfasste 13 Partnerorganisationen aus ganz Europa, die die gesamte Wertschöpfungskette des Stromsektors repräsentierten. Damit zählte RealValue zu den größten Studien unter den Smart-Grid- und Energiespeicherprojekten des Querschnittsprojekts Bridge Horizon 2020. Bridge ist eine Initiative der EU-Kommission, die Projekte aus den Bereichen Horizon 2020, Smart Grid und Energiespeicher zusammenführt.

Die deutschen Partner von RealValue waren Beegy, MVV, Glen Dimplex Deutschland und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Während der 36 Monate dauernden Studie wurden intelligente Elektrospeicherheizungen, sogenannte SETS (Smart Electric Thermal Storage Systems) in 750 Gebäuden installiert und flexibel gesteuert, um gezielt erneuerbare Energie zur Wärmeerzeugung zu nutzen und somit auch schwankende Erzeugungskurven netzdienlich auszugleichen.

 

In Irland waren 550 Teilnehmer eingebunden, in Deutschland 150 und in Lettland 50 – hauptsächlich private Haushalte, aber auch Gewerbebetriebe und öffentliche Gebäude. "Die Daten, die dort gewonnen wurden, belegen, dass intelligente, flexibel gesteuerte Elektrospeicherheizungen die Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung und Speicherung von Wärmeenergie in Haushalten und Gebäuden revolutionieren können", teilt Glen Dimplex mit.

Projekt-Direktorin Rowena McCappin von Glen Dimplex erläutert Projektstruktur und Ergebnis von RealValue: "Zum Einsatz kamen Anlagen zur Raum- und Wasserbeheizung sowie Smartplugs, Sensoren, Smart Meter und intelligente Gateways. Mit Einsatz dieser Komponenten, fortschrittlicher Informations- und Kommunikationstechnologie sowie innovativen Modellierungstechniken hat RealValue bewiesen, dass Elektrospeicherheizungen für Verbraucher und andere Marktteilnehmer tatsächlich Mehrwert erzielen können."

Folgende Ergebnisse hatte das RealValue Projekt:

  • Der Einsatz intelligenter Elektrospeicherheizungen (SETS) reduziert die Aufladekosten und verbessert gleichzeitig den Wärmekomfort des Endnutzers.
  • Die Technologie bietet außerdem das Potential, Lastspitzen im Stromnetz auszugleichen. Durch den gezielten Einsatz der SETS als flexible Lasten können Kapazitätsengpässe und Ineffizienzen im Stromnetz vermieden werden.
  • Durch diese Lastverschiebung ermöglichen SETS eine effizientere Nutzung des Stromversorgungssystems und vermeiden das Abregeln von Windrädern sowie das An- und Abfahren konventioneller Kraftwerke.
  • Angesichts des weiter steigenden Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung wird ein solcher Einsatz von SETS in Zukunft noch wichtiger.

Speziell für den deutschen Markt sind folgende Projektergebnisse relevant:

  • Sowohl der Einbau neuer SETS als auch die Modernisierung bestehender Speicherheizungen sind plausible Einsatzszenarien für intelligente Heizungen in Deutschland. Beide Lösungen erzielen sowohl die oben genannten Vorteile im Energiesystem als auch Kosteneinsparungen für die Kunden.
  • Der Ersatz alter Nachtspeicheröfen durch SETS würde für das gesamte Energiesystem zu jährlichen Systemkostenersparnissen von circa 90 Eurocent pro kWh Speicherkapazität führen.
  • In Zukunftsszenarien mit weiter steigendem Angebot erneuerbarer Energie gewinnen die Systemvorteile der SETS zum Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch weiter an Bedeutung.

Die Projektergebnisse belegen zudem, dass andere Lösungen für eine flexible Energienutzung, wie etwa Nachfragesteuerung oder Batterien, das Potenzial von SETS nur in geringem Maße beeinflussen.

Zu den Ergebnissen sagt Karsten Neuhoff vom DIW Berlin: "Im Projekt RealValue haben wir den Austausch alter Nachtspeicheröfen durch flexiblere SETS untersucht. Es zeigt sich, dass dadurch sowohl die Heizkosten der Haushalte als auch die Gesamtkosten der Stromversorgung ein Stück weit sinken können. Eine Voraussetzung dafür ist aber, dass die Anbieter dieser flexibilitätssteigernden Maßnahme angemessen von den Einsparungen profitieren können. Dazu ist eine verbesserte Gestaltung des Strommarktes hilfreich, wie zum Beispiel mit untertägigen Auktionen mit mehrteiligem Gebotsformat."

Bisher gilt der Einsatz von Elektroheizungen für die Energiewende als schwierig: "In den entsprechenden Regionen sind gar nicht genug Speicherheizungen angeschlossen, um die Netze tatsächlich spürbar zu entlasten", heißt es aus dem Verbraucherzentrale Bundesverband. Und auch die mangelnde Regelbarkeit der Heizungen sei ein Problem.

Allerdings: "Die Verbraucher haben großes Interesse daran, ihre Speicherheizungen effizient, kostengünstig und mit einem gleichbleibenden Komfort zu betreiben", sagt Doris Wittneben, Innovation Manager beim Mannheimer Energieunternehmen MVV. "Ein intelligentes ferngesteuertes System für das Aufladen von Speicherheizungen, das diese Ziele unterstützt, hätte auf dem Markt gute Erfolgschancen, zumal es die Integration von Energie aus erneuerbaren Quellen fördert."

Folgende Erfolgsbedingungen wurden identifiziert:

  • Design und Bedienbarkeit der Geräte sowie Kundenbetreuung müssen die Nutzung für den Kunden einfach machen. Hierzu zählt auch eine umfassende Information der Verbraucher.
  • Da SETS einen Teil des gesamten Stromversorgungssystems darstellen, wäre für die Einführung dieser Art von Nachfragesteuerung eine Kostenbeteiligung aller Stufen der Wertschöpfungskette förderlich.

Aufgrund von Irlands hohem Anteil an Windenergie bei der Stromerzeugung (20 Prozent) und Deutschlands stark zunehmendem Anteil von Strom aus Wind und Sonne im Zuge der Energiewende, sei das Potenzial in diesen beiden Ländern Europas am größten, ergab das Projekt. Außerdem bestehe in Deutschland bereits ein Marktsegment für elektrische Wärmespeicher, welches sich für ein Upgrade mit SETS eignet.

Weitere Informationen gibt es unter www.realvalueproject.com. Quelle: Glen Dimplex / sue

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