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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 47 Minuten 4 Sekunden

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. Januar 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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Forscher: Festpreis für CO2 macht Klimaschutz teuer

vor 12 Stunden 36 Minuten

Aus Sicht der Umwelt- und Ressourcenökonom/innen ist die Einführung eines nationalen Emissionshandelssystems auf dem Heizmittelmarkt in Deutschland die eigentliche Neuerung des Klimaschutzprogramms für den Gebäudesektor. Einen Preis für klimaschädliche Emissionen zahlen zu müssen, führt dazu, dass Verbraucher/innen die gesellschaftlichen Kosten ihres Heizverhaltens am eigenen Geldbeutel spüren. Es lohnt sich für sie somit, Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Das kann bedeuten, dass die Menschen ihre Wohnungen sparsamer beheizen oder ihre Heizung umrüsten.

Wenn die Nachfrage nach klimafreundlichen Technologien steigt, entstehen auch Anreize für Unternehmen, eben in diese Technologien zu investieren. Anders als bei gesetzlichen Vorschriften entscheiden Haushalte und Unternehmen selbst, wie sie zu möglichst geringen Kosten CO2-Einsparungen erzielen können. Das macht die Bepreisung kosteneffizienter als ihre Alternativen. „Es ist deshalb wichtig, dass ein CO2-Preis als Leitinstrument im Gebäudesektor dienen sollte, um Emissionen wirksam und kostengünstig, gerade auch für Verbraucher, zu vermeiden“ , sagt ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, kommissarischer Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement“ .

Ein weiterer Vorteil des Emissionshandels besteht darin, dass die Politik vorgeben kann, wie viel CO2 insgesamt in einem bestimmten Zeitraum ausgestoßen werden darf. Die Preise bilden sich dann auf dem Markt über den Handel mit den für Emissionen erforderlichen CO2-Zertifikaten. Allerdings soll eine solche Mengensteuerung nach den Plänen der Bundesregierung frühestens im Jahr 2026 zum Tragen kommen. Zuvor soll ein Festpreis gelten, der schrittweise angehoben wird. Damit entspricht die Wirkung des Emissionshandels für Heizmittel zunächst eher der einer Steuer.

Anstelle einer echten Preisbildung am Markt verfolgt die Bundesregierung mit dem Klimapaket weiterhin hauptsächlich eine Mischung aus Ordnungsrecht und Subventionierung. Nach Ansicht der ZEW- und IÖR-Wissenschaftler/innen macht dies den Klimaschutz unnötig teuer. Fördermittel für umweltfreundliche Technologien sind oft verschwendet, weil viele Eigentümer auch ohne Zuschuss zum Beispiel in ein neues Heizsystem investieren würden. Solche Mitnahmeeffekte belasten den Bundeshaushalt, ohne zu mehr Klimaschutz zu führen.

Auch höhere Standards für die Energieeffizienz von Gebäuden verringern den CO2-Ausstoß nicht immer im gewünschten Umfang: Der sogenannte Rebound-Effekt beschreibt das Phänomen, dass Haushalte energieeffizientere Wohnungen stärker beheizen. Weil Wärme durch Dämmung und moderne Heiztechnik günstiger wird, steigt der Verbrauch. Ein CO2-Preis hat die entgegengesetzte Wirkung: Höhere Heizkosten machen eine energetische Sanierung für die Eigentümer lukrativ.

Die von der Bundesregierung geplante Verringerung der EEG-Umlage entlastet Haushalte je nach ihrem Stromverbrauch. Da Haushalte, die mehr verbrauchen, auch mehr entlastet werden, fehlt dabei allerdings der Anreiz zum Energiesparen. „Aus ökonomischer Sicht wäre eine Pro-Kopf-Entlastung über die Steuer sinnvoller, wie es sie zum Beispiel in Dänemark gibt. Auch eine Entlastung über Sozialbeträge nach dem Schweizer Modell ist denkbar“, empfiehlt ZEW-Ökonomin Kathrine von Graevenitz, eine der Autorinnen des ZEW policy brief. Die vorgesehene Förderung für Investitionen in Immobilien sieht sie kritisch: „Immobilienbesitz ist in Deutschland sehr ungleich über die Einkommensklassen verteilt. Von der Förderung für Eigentümer profitieren hauptsächlich wohlhabende Haushalte. Die überwiegende Mehrheit der einkommensschwächeren Haushalte wohnt zur Miete und bleibt hier außen vor.“

Das Klimapaket bewirkt also eine gesellschaftliche Umverteilung von unten nach oben. Da ärmere Haushalte einen höheren Anteil ihres Einkommens fürs Heizen ausgeben, sind sie in zweifacher Hinsicht benachteiligt: Einerseits steigen ihre Energiekosten überproportional an, andererseits können sie als Mieter keine Fördermittel beantragen. Zwar erwägt die Bundesregierung eine Aufteilung der CO2-Kosten zwischen Mietern und Vermietern. Allerdings bedeutet das nicht unbedingt eine Entlastung der Mieterhaushalte, da Immobilienbesitzer Möglichkeiten haben, die Kosten an anderer Stelle wieder aufzuschlagen. Zudem könnte die Anreizwirkung der CO2-Bepreisung unter einer solchen Maßnahme leiden: Wenn sowohl Mieter als auch Vermieter jeweils nur die Hälfte der Kosten tragen, könnte die gewünschte Lenkungswirkung in Richtung Energieeinsparung ausbleiben.

Schließlich schlagen die Wissenschaftler/innen vor, ein Evaluierungskonzept zu erarbeiten, um Defizite bei den umwelt- und klimapolitischen Maßnahmen im Gebäudesektor festzustellen und durch entsprechende Verbesserungen deren Wirksamkeit zu erhöhen. Quelle: ZSW / sth

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Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert Umsetzung der CO2-Bepreisung

15. November 2019 - 9:57

Viele Verbraucher wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so der vzbv. Im Juni 2019 sprachen sich in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Verbandes 66 Prozent der Befragten für einen CO2-Preis aus. Voraussetzung ist allerdings, dass die Beträge vollständig an die privaten Verbraucher zurückgegeben werden und nicht im Staatshaushalt verbleiben. Dagegen würden 61 Prozent der Befragten die CO2-Bepreisung nicht unterstützen, wenn die Erträge in den Staatshaushalt fließen.

Die Einführung einer CO2-Bepreisung sei der richtige Ansatz. Nur so lasse sich CO2 nach dem Verursacherprinzip einsparen, so der Verbraucherverband in jetzt in einer Stellungnahme. Der vzbv fordert aber gleichzeitig, dass Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung vollständig an die Verbraucher zurückfließen müssen. Ansonsten fehlten Anreize für einen klimafreundlichen Konsum und finanzielle Spielräume für Eigeninitiative der Verbraucher. Diese vollständige Rückführung sei aufgrund der aktuellen Gesetzesentwürfe der Bundesregierung noch nicht gegeben.

Positiv bewertet der Verband, dass es Härtefallregelungen bei der CO2-Bepreisung geben soll. Vor diesem Hintergrund begrüßt der vzbv die Erhöhung des Wohngeldes ab 2021 zur Vermeidung sozialer Härten bei steigenden Heizkosten. Allerdings fehlt aufgrund der pauschalen Erhöhung nur nach Haushaltsgröße die nötige Differenzierung, um die unterschiedlichen Realitäten der Wohngeldempfänger realistisch abzubilden. Der vzbv fordert daher, eine dynamische Heiz- und Stromkostenkomponente inklusive CO2-Kompontente einzuführen. 

Zur Vermeidung sozialer Härten bei steigenden Heizkosten sollen die Wohngeldbezieher durch eine Erhöhung des Wohngeldes unterstützt werden. Die Entlastung soll in Form einer CO2-Komponente erfolgen und nach der Haushaltsgröße gestaffelt werden. Im Durchschnitt aller Wohngeldhaushalte würde die Entlastungspauschale im Jahr 2021 laut BMI voraussichtlich zu einem um rund 15 Euro erhöhten Wohngeld pro Monat führen. Die CO2-Komponente soll als Zuschlag zur Miete in die Wohngeldberechnung eingehen. Zwar sei es begrüßenswert, dass Wohngeldempfänger durch einen pauschalen Zuschuss bei steigenden Heizkosten unterstützt werden. Der im Referentenentwurf enthaltene Zuschlag zur pauschalen Berücksichtigung der CO2-Komponente bei den Heizkosten greife aber zu kurz, da die Energiekosten insgesamt nicht ausreichend berücksichtigt werden, so der Verbraucherverband. Darum gehe es aber für Wohngeldempfänger prioritär. 

Im Gesetzesentwurf wird auf die Notwendigkeit der Pauschalisierung verwiesen, da keine Informationen über die Heizungsart und den Energieverbrauch der Wohngeldempfängerinnen und -empfänger vorliegen. Der vzbv verweist hier auf andere Sicherungssysteme, wie zum Beispiel Hartz IV, in denen eine solche Berücksichtigung möglich ist. Diese Pauschalisierung ist aus Sicht des vzbv unzureichend, da die Höhe der Energiekosten neben der CO2-Bepreisung auch wesentlich vom energetischen Energieeffizienzniveau des Gebäudes sowie vom Preis des jeweiligen Energieträgers abhängt. Zum Beispiel sind die Heizkosten 2017 bei einer Versorgung mit Heizöl gestiegen, während es bei Versorgung mit Fernwärme- und Erdgas zu Preisreduzierungen gekommen ist.

Außerdem fällt die CO2-Bepreisung bei unterschiedlichen Energieträgern unterschiedlich hoch aus, bei Heizöl ist sie zum Beispiel höher als bei Erdgas. All diese Parameter werden letztlich in den Heiz- und mittelbar auch im Strompreis abgebildet. Daher sollte die individuelle Höhe der Heiz- und Stromkosten berücksichtigt werden. Der vzbv plädiert daher dafür, im Rahmen der Anpassung des Wohngeldes eine dynamische Komponente für Heiz- und Stromkosten einzuführen, die die Komponente der CO2-Bepreisung einschließt. Diese Parameter könnten beispielsweise in Form eines Index abgebildet werden, der sich an den jährlichen Entwicklungen der Heiz- und Stromkosten orientiert. Darüber hinaus sollten im Rahmen des Index den verschiedenen Energieträgern Rechnung getragen werden. Quelle: vzbv / sth

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Forscher testen Einsatz von geringwertigem Laubholz für Holzfaserplatten

15. November 2019 - 9:55

Extreme Trockenheit, Waldbrände, Stürme und Schädlinge haben den deutschen Wäldern in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Um die Wälder in Zeiten des Klimawandels widerstandsfähiger zu machen, werden mehr Laubbäume als Nadelbäume angepflanzt. Dadurch verstärkt sich in Zukunft die Verknappung von Nadelholz, während die Menge an Laubholz zunimmt.

Für die holzverarbeitende Industrie stellt eine lückenhafte Versorgung mit Nadelholz ein Problem dar. Daher ist es naheliegend, die Verwendung von geringwertigen Laubholzarten in der Produktion zu testen, um so Versorgungsengpässen entgegenzuwirken. Geringwertige Laubholzsortimente wurden bisher hauptsächlich thermisch verwertet. Die Forschenden des Fraunhofer WKI fanden eine Lösung für eine stoffliche Nutzung.

"Geringwertige Laubhölzer sind in Zukunft sicher verfügbar. Die Nutzung als Basis für Holzwerkstoffe ist außerdem nachhaltiger als die als Heizmittel", beschreibt Projektleiter Dr. Dirk Berthold die Ausgangslage. Berthold und sein Team untersuchten im Projekt "GerLau" die Optimierung der Zerfaserungstechnologie und die Herstellung von Faserplattenwerkstoffen. Die Projektpartner, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) und die Georg-August-Universität Göttingen, befassten sich mit der Potenzialanalyse und der Wertschöpfungskette von geringwertigem Laubholz.

Im Technikum des Fraunhofer WKI fanden zunächst Versuche zur Zerfaserung statt, um die Fasern mittels unterschiedlicher Methoden zu fraktionieren und die Qualitäten einzuschätzen. Die Fasern aus den Laubhölzern Buche, Esche und Birke wurden dann in einer Mischung mit Fichtenfasern zu MDF- und HDF-Platten weiterverarbeitet. So fanden die Forschenden heraus, dass eine Substitution des Nadelholzes durch Laubholz von bis zu 50 Prozent möglich ist.

"Wir konnten zeigen, dass bereits marktübliche Mahlscheiben-Garnituren gute Ergebnisse hinsichtlich der Faserausbeute und Größenverteilung erzielen. Die Faserqualitäten entsprechen denen reiner Nadelholzfasern und sind zur Herstellung von MDF- und HDF-Platten geeignet", fasst Berthold zusammen. Außerdem konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhand der Plattenproduktion und Prüfung feststellen, dass die MDF- und HDF-Platten die Qualitätsanforderungen an die mechanischen Eigenschaften erfüllen.

Das Projekt "GerLau" wurde mit den Partnern Georg-August-Universität Göttingen, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt durchgeführt und durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert. Quelle: Fraunhofer WKI / sth

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Umweltbundesamt empfiehlt Efficiency First

14. November 2019 - 7:28

Federführend bei der Studie waren Boris Mahler, Simone Idler und Tobias Nusser vom Steinbeis-Transferzentrum für Energie-, Gebäude-und Solartechnik, Stuttgart sowie Johannes Gantner vom Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP, Stuttgart. Ihre Untersuchung hat den Energieaufwand im gesamten Lebenszyklus von verschiedenen Gebäudetypen und Energiekonzepten unter die Lupe genommen.

"Für die Umsetzung ressourcenschonender Gebäudekonzepte gilt das Grundprinzip Efficiency First", stellt die Studie in ihren Empfehlungen fest. Zuerst gelte es den gebäudeseitigen Energiebedarf durch eine effiziente Gebäudehülle und Anlagentechnik und durch ein energiebewusstes Nutzerverhalten zu minimieren. Das bedeutet:

  • Gebäudehülle nach EnEV-Neubauniveau (sanieren),
  • effiziente Haushaltsgeräte,
  • Flächeneffizienz,
  • energiebewusstes Nutzerverhalten.

Erst danach finden Erneuerbare Erwähnung, "neben einem geringen Energiebedarf ist der Einsatz von erneuerbaren Energien die wesentliche Komponente um CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu reduzieren", so die Auswertung.

Die Autoren haben zudem ein Ranking notwendiger Maßnahmen erstellt, an dem sich Planer und Eigentümer orientieren können:

  1. Dezentrale regenerative Stromerzeugung und Eigenstromnutzung
  2. Regenerative Wärmeerzeugung
  3. Ressourcenschonendes Bauen im Lebenszyklus durch Sanierung von Mehrfamiliengebäuden oder Neubau in Leicht-/Holzbaubauweise
  4. Gebäudehülle verbessern auf KfW Effizienzhaus 55
  5. Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Hohe Relevanz hat das Thema gebäudenahe Photovoltaik. Besondere Relevanz räumen die Autoren der Gebäudeintegration der Anlagen zu: "Gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen tragen in großem Maße zur Minderung des Energieaufwands bei", schreiben sie in ihren Empfehlungen. Sie fordern, dass bei Neubauvorhaben Photovoltaikanlagen bereits im Gebäudeentwurf eingeplant und berücksichtigt werden sollen. In der Sanierung sei das schwierig, dort sollten bei einer anstehenden Dach- oder Fassadensanierung gebäudeintegrierte Systeme oder vorgefertigte Fassadenmodule zum Einsatz kommen.

Bei Eigennutzung ist Photovoltaik wirtschaftlich

Außerdem legen die Autoren großen Wert auf den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms: "Wird der erzeugte Strom im Gebäude selbst genutzt, wie es bei einer selbst genutzten Immobilie die gängige Praxis ist, sind Photovoltaikanlagen wirtschaftlich." Beim Mieterstrom habe die Bundesregierung mit dem Mieterstromgesetz die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Nun liege der Ball im Feld der Wohnungswirtschaft: "Um neben Privathaushalten auch Mieter am Ausbau der erneuerbaren Energien zu beteiligen, liegt es nun an Planern und Akteuren aus der Wohnungswirtschaft dieses Angebot in Anspruch zu nehmen und einen wirtschaftlichen Betrieb von Mieterstrommodellen zu realisieren. Neue Geschäftsmodelle in der Wohnungswirtschaft sind dabei gefordert." Das gestaltet sich aber schwierig, bislang werden die Fördermittel aus dem Mieterstromgesetz kaum angenommen. Einige Beispiele zu Warmmieten, die auch Stromlieferung beinhalten gibt es aber bereits. Die Studie nennt das Aktiv-Stadthaus in Frankfurt, bei dem die AGB Frankfurt Holding den Mietern ein Freikontingent an Wärme und Strom zur Verfügung stellt.

Ein weiterer zentraler Baustein zur Senkung des Energieaufwands ist aus Sicht der Autoren die Nutzung regenerativer Energieträger für die Wärmeerzeugung. Bereits heute würden in 40 Prozent der nach KfW Effizienzhaus 55 geförderten Gebäudesanierungen Holzpelletheizungen eingebaut. Das nachhaltig verfügbare Biomassepotenzial sei jedoch stark begrenzt, so die Autoren. Sie favorisieren Wärmepumpensysteme auf Basis lokal verfügbarer regenerativer Energiequellen wie Erd-, Abwasser- und Umgebungswärme in Kombination mit einer regenerativen Stromquelle (dezentrale Photovoltaik) und Niedertemperatursystemen und bezeichnen Wärmepumpen als" Schlüsseltechnik der zukünftigen Wärmeversorgung".
Eine weitere Schlüsseltechnik sei die Bereitstellung von Fernwärme mit hohem regenerativen Anteil oder der Nutzung von Abwärme oder Sekundärbrennstoffen. "Vor allem im verdichteten innerstädtischen Bereich kann Fernwärme aus Sekundärbrennstoffen in Kombination mit KWK oder industrieller Abwärme beziehungsweise Abwasserwärme in Kombination mit Wärmepumpensystemen ganzjährig zur Verfügung stehen." Für ländliche Regionen sehen sie solare Nahwärmesysteme mit Langzeitwärmespeicher.

Leichtbauweise soll CO2-Fußabdruck verringern

Eine energetische Gebäudesanierung sei aufgrund des guten Kosten-/Nutzen-Verhältnisses vor allem im Mehrfamilienhausbereich sinnvoll, so die Studie: "Durch die untersuchten Sanierungskonzepte lassen sich mit einem Neubau vergleichbare CO2-Emissionen von 10 – 15 kg CO2-Ä./(m²Wfl.·a) erreichen." Durch den Bestandserhalt und ein niedriges A/V-Verhältnis sind die Maßnahmen mit weitaus niedrigeren Kosten im Vergleich zu einem Neubau verbunden. Der Nullenergiestandard konnte in den untersuchten Typgebäuden im mittleren und größeren Mehrfamilienhausbereich gut erreicht werden. Die Erreichung eines Plusenergiestandards im Bestand wurde nicht untersucht.

Im Neubau von Ein- oder kleinen Mehrfamilienhäusern seien Alternativen zur konventionellen Massivbauweise gefordert. "Das Potenzial CO2-Emissionen durch Leichtbau- oder Holzbauweisen zu senken ist je nach Region mit keinen Mehrkosten verbunden", hat die Studie errechnet.

Bei den Gebäudehüllen der untersuchten Gebäude kommt die Studie zum Ergebnis, dass wine verbesserte Gebäudehülle gemäß KfW Effizienzhaus 55 im Einfamilienhausbereich kostenneutral ist und bei fossilen Energieträgern zu einer CO2-Reduktion von bis zu 20 Prozent im Neubau und bis zu 35 Prozent bei einer Gebäudesanierung geführt hat. Im Mehrfamilienhausbereich spart eine verbesserte Gebäudehülle gemäß KfW Effizienzhaus 55 maximal 15 - 20 Prozent an CO2-Emissionen ein und ist mit 1 – 2 Prozent Mehrkosten verbunden. Eine weitere Verbesserung der Dämmung von KfW Effizienzhaus 55 auf KfW Effizienzhaus 40 führt im typischen Einfamilienhaus aufgrund des hohen A/V-Verhältnisses zu einer weiteren CO2-Einsparung von maximal 15 Prozent bei etwa 5 Prozent Jahresgesamtmehrkosten. Im Mehrfamilienhausbereich kann eine Verbesserung der Dämmung von KfW Effizienzhaus 55 auf KfW Effizienzhaus 40 bei einer fossilen Wärmeerzeugung maximal weitere 2 kgCO2-Ä./(m²Wfl.·a) einsparen und ist im Neubau mit etwa 2 Prozent Mehrkosten und in der Sanierung mit 5 Prozent Mehrkosten verbunden. Wichtig: "Bei einer regenerativen Energieversorgung führt eine Dämmung gemäß KfW Effizienzhaus 40 gegenüber KfW Effizienzhaus 55 jedoch zu keinen weiteren CO2-Einsparungen mehr beziehungsweise führt sogar zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen im Lebenszyklus." Flächendeckende regenerative Energieversorgung sei aber erst in der Zukunft realisierbar, derzeit ist mit fossiler Energieversorgung zu rechnen.

Mehrdämmung ist bei Förderung zu empfehlen

Können bei Wärmeversorgungskonzepten mit regenerativem Anteil entsprechende KfW-Fördermittel in Anspruch genommen werden, sei eine Mehrdämmung unter aktuellen Bedingungen sowohl im Ein- als auch im Mehrfamilienhausbereich wirtschaftlich und daher zu empfehlen. Im Gebäudebestand kann eine verbesserte Dämmung gemäß KfW Effizienzhaus 55 mit größerem Aufwand verbunden sein, so die Studie. Dazu zählen vor allem Änderungen bei den Dachüberständen.

Die Integration von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung anstelle von reinen Abluftanlagen ist in erster Linie aus Komfortgründen zu rechtfertigen, so die Untersuchung. Liegen beispielsweise Schallschutzanforderungen im innerstädtischen Bereich in Kombination mit einer fossil geprägten Wärmeversorgung vor, bringen Wärmerückgewinnungssysteme doppelten Nutzen.

Flexible Gebäudekonzepte sorgen für langfristige Effizienz

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor ist ein steigender Wohnflächenbedarf und der vom Nutzerverhalten abhängende individuelle Energiebedarf. Hier seien auch die Planer gefragt, so die Studie: " Eine sowohl sozial als auch klimaoptimierte Architektur muss auf verschiedene Wohnbedürfnisse durch Familien-, Paar- und Singlehaushalte sowie Wohngemeinschaften eingehen. Eine flexible Architektur und die damit verbundene Reduzierung des Wärme- und Stromverbrauchs kann auch einer Energiearmut entgegenwirken." von Pia Grund-Ludwig

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Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule aufgestellt

14. November 2019 - 7:21

Beteiligt waren Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung e. V. (ZAE) und des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN), einer Außenstelle des Forschungszentrums Jülich in Zusammenarbeit mit der South China University of Technology (SCUT).

Der höchste, jemals für ein organisches Solarmodul gemessene Wert wurde durch eine zertifizierte kalibrierte Messung unter Standardprüfbedingungen im unabhängigen Zertifizierungslabor des Fraunhofer ISE (Freiburg) im September 2019 bestätigt. Das mehrzellige Modul entstand in der Solarfabrik der Zukunft am Energie Campus Nürnberg (EnCN) in einem Beschichtungslabor mit einer einzigartigen Megawatt-Pilotlinie für Dünnschicht-Photovoltaik, die mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums konzipiert und realisiert wurde.

Organische Solarzellen bestehen zumeist aus zwei verschiedenen organischen Komponenten, die die erforderlichen Halbleitereigenschaften mit sich bringen. Im Unterschied zum herkömmlich verwendeten Silizium, das energieintensiv aus der Schmelze gezogen wird, können organische Halbleiter aus einer Lösung heraus direkt auf eine Trägerfolie oder einen Glasträger aufgebracht werden. Das verringert zum einen die Herstellungskosten, zum anderen ermöglicht die Verwendung biegsamer, leichter Materialien neue Anwendungen, etwa in mobilen Geräten oder Kleidung, auch wenn die Effizienz noch nicht mit der klassischer Siliziumsolarzellen vergleichbar ist.

„Dieser Meilenstein in der Forschung an organischen Halbleitern zeigt, dass die jüngsten Leistungsentwicklungen mit zertifizierten Zellwirkungsgraden von über 16 Prozent nicht auf den Labormaßstab beschränkt sind, sondern bereits bis auf Modul- und Prototypenebene skaliert werden können“, erklärt Professor Christoph Brabec von der FAU, Direktor am HI ERN und wissenschaftlicher Leiter der Solarfabrik der Zukunft, einer Forschungsgruppe des ZAE Bayern.

Konstruktionsbedingt liegt die Effizienz kompletter Photovoltaikmodule immer etwas niedriger als die der einzelnen Zelle. Ein Teil der Modulfläche ist zum Beispiel immer inaktiv, da dieser Bereich zur Verschaltung der Einzelzellen verwendet wird. Mit zunehmender Fläche des Moduls wachsen auch die Verluste durch den elektrischen Widerstand der Elektroden.

Das Rekordmodul besteht aus zwölf in Reihe geschalteten Zellen und verfügt über einen geometrischen Füllfaktor von über 95 Prozent. Dieser Anteil der Modulfläche trägt aktiv zur Stromerzeugung bei. Bezogen auf die aktive Fläche erzielt es sogar einen Wirkungsgrad von 13,2 Prozent. Die Minimierung inaktiver Flächen gelang mittels hochauflösender Laserstrukturierung, wie sie in den letzten Jahren in der „Solarfabrik der Zukunft“ entwickelt und optimiert wurde. Quelle: ZAE Bayern /sth

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Hirsch Porozell stattet Flachdach-Dämmplatte mit Sensor aus

14. November 2019 - 7:05

Die innovative Dämmlösung für Flachdächer von Hirsch Porozell gilt dem Hersteller zufolge als besonders wirtschaftlich, da die Positionen der einzelnen Sensoren flexibel und individuell nach den Erfordernissen eines Bauprojektes festgelegt werden können. Die Verlegung erfolge schnell und einfach, da die Ilos 2.0 wie klassische Flachdach-Dämmplatten verlegt werden.  

Der in die Dämmplatte integrierte Sensor detektiert sicher stehendes Wasser und Nässe und ist dabei leistungsstark und robust. Das Signal kann auf Grund der Datenübertragungstechnik des RFID-Chips durch sämtliche Dachschichten hindurch empfangen werden. Dies ermöglicht die einfache Kontrolle des Flachdaches. Beim Begehen der Dachfläche liest ein Scanner die Daten der Sensoren aus, diese werden per Bluetooth über eine spezielle App an ein Smartphone gesendet.

So macht die Flachdach-Dämmplatte Nässe im Dachaufbau sichtbar. Die nasse Stelle lässt sich dabei zentimetergenau lokalisieren. Damit schreitet auch die Digitalisierung des Flachdaches voran. Neben dem Einbau aktuellster Technik, der auch die Bauabnahme erleichtert, kann mit den Sensoren die Lebensdauer eines Flachdaches kontrolliert verlängert werden. Das innovative System gibt Sicherheit vor Nutzungsausfällen und verhindert aufwändige Reparaturen.

Die Ilos Flachdach-Dämmplatte mit integriertem HUM-ID-Sensor wird wie gewohnt im Format 1.000 x 1.000 mm und mit umlaufenden Stufenfalz in den Schichtdicken von 40 mm – 200 mm geliefert. Die Dämmplatte ist in den günstigen Bemessungswerten der Wärmeleitfähigkeit von λ=0,031 W/(m∙K) bis λ=0,035 W/(m∙K) lieferbar. Quelle: Hirsch Porozell / sth

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Bundesrat will Änderungen am Klimaschutzgesetz

12. November 2019 - 13:56

Die Länder bitten die Bundesregierung darum, zu prüfen, wie das derzeitige System von Steuern, Gebühren, Umlagen und Abgaben im Energiebereich konsolidiert und reformiert werden könne. Das bestehende System werde den heutigen Anforderungen durch Energiewende und Klimaschutz nicht mehr gerecht. Weiter unterstreichen sie, dass im Verkehrssektor ein größerer Anteil an erneuerbaren Energien erreicht werden müsse. Dafür müsse die "Entwicklung marktreifer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb weiter forciert" werden und eine Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland durch ein Bundesprogramm gefördert werden. Kurzfristig könne Biogas als Treibstoff dazu beitragen, den Treibhausgasausstoß zu reduzieren.

Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen der geplanten Klimaschutzmaßnahmen kritisiert der Bundesrat, dass Mehreinnahmen für den Bund mit geringeren Steuereinnahmen von Ländern und Gemeinden korrespondieren könnten, und fordert daher eine "faire, sachgerechte und verhältnismäßige Verteilung".

Laut Stellungnahme soll zudem der Expertenrat für Klimafragen, der Bundesregierung und Bundestag beraten soll, nicht aus fünf, sondern aus sieben sachverständigen Personen aus den Bereichen Klima, Verkehr, Umwelt, Wirtschaft, Verkehr und Soziales bestehen.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung soll am Mittwoch ohne Debatte zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit überwiesen werden und steht am Freitag zur Abstimmung. Ein wortgleicher Entwurf der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD befindet sich bereits im parlamentarischen Verfahren. Quelle: HIB / pgl

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Bauwirtschaft ist für 2020 zuversichtlich

12. November 2019 - 13:09

Wachstumstreiber in der Bauwirtschaft bleibt vorerst noch die Neubautätigkeit. In dieser Sparte wird mit 845.000 Beschäftigten ein Umsatz von 125 Milliarden Euro erwirtschaftet. „Für 2020 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg um 4,8 Prozent auf knapp 131 Milliarden Euro,“ so Nachbauer. Hier wirkt sich die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten weiter positiv aus. „Daher rechnen wir mit der Fertigstellung von ca. 300.000 bis 310.000 neuen Wohnungen in 2019 beziehungsweise in 2020. Allerdings fehlen weiterhin Sozialwohnungen. Obwohl in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 81.100 Wohneinheiten pro Jahr aus der Sozialbindung gefallen sind, erreicht das Fertigstellungsniveau nur gut ein Drittel des Bedarfes. Nachdem der Bund den Bund den sozialen Wohnungsbau im kommenden Jahr mit 1 Milliarde Euro fördert, sind nun Länder und Kommunen in der Pflicht, entsprechende Wohnungsbauprojekte auf den Markt zu bringen.

Während das Neubaugeschäft boomt, fällt die Umsatzentwicklung in der Sparte Ausbau mit Plus 3,8 Prozent etwas schwächer aus. „Für 2020 gehen wir von einem Wachstum von 3,6 Prozent auf zirka 96,8 Milliarden Euro aus,“ so Nachbauer.

Die Sparte Gebäudetechnik in der Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist mit ca. 1,6 Mio. Beschäftigten und über 136 Milliarden Euro Umsatz in 2019 (+4,8 %) die beschäftigungs- und umsatzstärkste Sparte. Im Jahr 2020 wird der Umsatz auf. 141 Milliarden Euro zulegen.

In den Sparten Gebäudetechnik und Ausbau werden sich die im Klimaschutzpaket der Bundesregierung enthaltenen Maßnahmen langfristig positiv auswirken, allen voran die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Nachbauer warnte in diesem Zusammenhang vor einer erneuten Hängepartie im Bundesrat: „Die beiden gescheiterten Anläufe für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung haben zu einem gewissen Attentismus der Eigenheimbesitzer geführt. Daher muss der jetzige Vorschlag dazu möglichst zügig umgesetzt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wie auch die Verabschiedung im Bundesrat darf nicht lange dauern.“

Nachbauer ging in seinem Statement auch auf die Forderung nach einer Ausweitung der Kapazitäten ein und erklärte: „Dazu ist es aber notwendig, dass langfristig Planungssicherheit besteht.“ Nachbauer erwartet von dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz keine Entlastung. „Denn dieses Gesetz bietet Arbeitskräften aus der Baubranche mit berufspraktischen Erfahrungen keine Möglichkeiten, einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu erhalten.“ Quelle: ZDB / pgl

Derzeit können Arbeitnehmer zwar noch über die sog. Westbalkan-Regelung in deutschen Baubetrieben arbeiten. Diese Regelung läuft jedoch Ende 2020 aus. Gerade einfache, von heimischen Arbeitnehmern nicht mehr ausgeübte Tätigkeiten (Stichwort: Eisenbiegen), werden von angelernten, aber sehr erfahrenen Arbeitnehmern aus den Westbalkan-Staaten ausgeführt.  Nachbauer forderte daher, die Westbalkan-Regelung über das Jahresende hinaus zu verlängern.

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Gebäudereport: Wärmewende kommt seit 2010 nicht voran

12. November 2019 - 11:56

Grund für den Stillstand sind der Dena zufolge vor allem fehlende Anreize für Sanierungsmaßnahmen und den Einsatz von innovativen Technologien. Die Sanierungsrate stagniere weiter bei etwa einem Prozent pro Jahr, obwohl zum Erreichen der Klimaziele mindestens 1,5 Prozent notwendig seien. Immerhin bestehe durch das Klimapaket der Bundesregierung Aussicht auf einen Kurswechsel und neue Dynamik im Markt.

"Es ist höchste Zeit, dass die Energiewende im Gebäudebereich wieder Fahrt aufnimmt", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. "Im vergangenen Jahrzehnt ist wenig passiert. Ohne zusätzliche Anstrengungen werden die Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich nach unseren Schätzungen im Jahr 2030 um bis zu 28 Millionen Tonnen über dem angestrebten Wert von 70 bis 72 Millionen Tonnen liegen. Immerhin: Das Klimapaket der Bundesregierung enthält viele gute Ansätze, um den Stillstand zu beenden. Zusammen mit Innovationen wie der seriellen Gebäudesanierung und smarten Technologien kann die Energiewende im Gebäudesektor sogar zu einem Erfolgsmodell werden. Wichtig ist, dass die Maßnahmen jetzt rasch umgesetzt werden. Dann lässt sich die Unsicherheit im Markt und die abwartende Haltung der Eigentümer überwinden."

Zahlen, Daten und Analysen zur Energieeffizienz in Gebäuden

Der Gebäudereport enthält Zahlen, Daten und Analysen zu den Aspekten Gebäudebestand, Energieverbrauch, Energieeffizienz und Klimapolitik. Die Herausforderungen beim Bau von bezahlbarem Wohnraum in Großstädten führt der Report insbesondere auf hohe Grundstückspreise zurück. Seit dem Jahr 2000 sei etwa der Durchschnittspreis pro Quadratmeter Bauland um 46 Prozent gestiegen. Energieeffizienzmaßnahmen hätten dagegen, anders als häufig angenommen, kaum Auswirkungen auf die Miet- und Immobilienpreise. Hohe energetische Standards und niedrige Energieverbräuche führten vielmehr langfristig zu einer Kostenentlastung.

2018 stiegen die Energiekosten privater Haushalte deutlich an, vor allem wegen höherer Preise für Heizöl. Hinzu kommt der zunehmende Absatz von Klimaanlagen, der sich bislang noch auf Nichtwohngebäude konzentriert. Die Zahl der verkauften Geräte ist von 120.000 im Jahr 2009 auf 200.000 im Jahr 2018 angewachsen.

Der Report nennt verschiedene Maßnahmen und Technologien, mit denen die Klimaziellücke im Gebäudebereich geschlossen werden kann. Dazu gehören zum Beispiel innovative Geschäftsmodelle wie serielles Sanieren und Energiespar-Contracting, die schnelle Markteinführung von strombasierten, erneuerbaren Brennstoffen, digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz für mehr Energieeffizienz sowie ökologische Stadterneuerung und neue Ansätze auf der Quartiersebene. In all diesen Bereichen ist die Dena mit Initiativen und Projekten aktiv.

Der "dena-Gebäudereport kompakt 2019: Statistiken und Analysen zur Energieeffizienz im Gebäudebestand" steht kostenlos zum Download bereit unter https://www.dena.de/gebaeudereport. Quelle: Dena / sth

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KWK-Branche spürt lange vermissten Rückenwind

12. November 2019 - 7:44

Auch Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) betonte auf dem Kongress, dass die Energiewende nur in Partnerschaft von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind oder Umweltwärme gelingen kann. Insgesamt spüre der B.KWK "einen Rückenwind, den die Branche seit vielen Jahren vermisst hat". Die politischen Vertreter in der Podiumsdiskussion zeigten trotz einzelner bundespolitischer Differenzen eine erstaunliche Einigkeit in Energiefragen. Teilnehmer waren Carsten Müller, MdB (CDU/CSU), Professor Martin Neumann, MdB (FDP), Timon Gremmels, MdB (SPD) und Ralph Lenkert, MdB (DIE LINKE) sowie Heinz Ullrich Brosziewski vom B.KWK.

Deutlich wurde auf dem Kongress auch, dass sich nach den umfangreichen technologischen Grabenkämpfen der gesamten 2000er Jahre nun der Wunsch nach Technologieoffenheit durchsetzt. Alle Vertreter von Politik und Wirtschaft haben diese Technologieoffenheit gepredigt. Nur mit der Nutzung der jeweils lokal am besten geeigneten Technologie oder Mix von Technologien werde eine maximale Menge an CO2 eingespart und so ein Erreichen der Klimaschutzziele ermöglicht, hieß es.

Das "Wie" konnte auch auf dem B.KWK-Kongress 2019 nicht im letzten Detail geklärt werden. Carsten Müller, MdB, brachte die Situation aber mit dem Satz "KWK ist die Technik der unbegrenzten Möglichkeiten" auf den Punkt. Ulrich Brosziewski ergänzte, dass man jetzt und heute die richtigen Schritte gehen müsse, um 2050 erfolgreich zu sein. Denn, einmal installiert "…halten die Biester (gemeint sind hier ausnahmsweise Frischdampfkessel) 50 bis 60 Jahre." Es wurde aber klar, dass die heute installierte Technik in der Lage sein müsse, zukünftige Beimischungen von zunächst 20 Prozent Wasserstoff problemlos zu verkraften.

Denn, so machte B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl schon in seiner Eröffnungsrede deutlich, ein großes Potenzial der KWK liegt in dem späteren Umschalten auf erneuerbare Rohstoffe, ohne dass Eingriffe an der installierten Technik nötig sind. Eine Beimischung von erneuerbaren Gasen wie Power-to-Gas-Wasserstoff und Biomethan in Höhe von 25 Prozent müsse Stahl dringend kommen, um das Gasnetz grüner zu machen.

In diesem Zusammenhang kündigte Frank Gröschl vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) ein neues Leuchtturmprojekt an: Ab 2020 sollen im Raum Magdeburg rund 400 Abnehmer vom Einfamilienhaus bis zum Gewerbebetrieb mit Erdgas mit bis zu 20 Prozent Wasserstoffanteil versorgt werden. Damit werde binnen zweier Jahre die Grundlage für die zukünftigen Grenzwerte in den einschlägigen DVGW-Arbeitsblättern geschaffen.

Bei einem "Blick in den Maschinenraum der Energiewende", so Jürgen Kukuk von der ASUE, der als Moderator durch den zweiten Tag des Kongresses führte, werde in Zukunft an immer mehr Orten eine KWK-Anlage gefunden werden. Ein schönes Beispiel dazu zeigte Hagen Fuhl, Vizepräsident des B.KWK, mit dem BHKW des Jahres 2018, das in einer "wahren Effizienzmaschinerie" unter Einsatz von BHKW, Absorptionskältemaschine und Strahlungswärmenutzung die Versorgung eines Krankenhauses mit Strom, Wärme und Kälte übernommen hat. Rund 7.000 Tonnen CO2 würden mit dieser Technik jährlich eingespart. Quelle: B.KWK / sth

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Zehn Kommunen mit Klimapreis ausgezeichnet

12. November 2019 - 7:30

Zehn Kommunen sind beim bundesweiten Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“ ausgezeichnet worden. Ihre Projekte zeigen vielfältige Wege zu erfolgreichem Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Prämierung fand im Rahmen der 12. Kommunalen Klimakonferenz „Kommunale Beschaffung – Klima und Ressourcen im Blick“ statt. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, übergab die Preise gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, des Umweltbundesamtes und des Deutschen Instituts für Urbanistik. Diplom-Meteorologe Sven Plöger moderierte die Veranstaltung.

Schwarzelühr-Sutter gratulierte den ausgezeichneten Kommunen: „Der Schlüssel zum Klimaschutz liegt in den Kommunen. Sie sind unverzichtbare Partner bei der Umsetzung der Energiewende und dem Erreichen der Klimaschutzziele. Deshalb ist das Engagement der Kommunen so wichtig. Unsere ausgezeichneten ‚Klimaaktiven Kommunen‘ sind Vorreiter und Vorbild zugleich. Wenn alle Kommunen in Deutschland so aktiv mitmachen, dann können wir unsere Klimaziele sicher erreichen. Kommunen, die im Klimaschutz vorangehen, motivieren ihre Bürgerinnen und Bürger und ortsansässige Unternehmen zu einem klimafreundlichen Verhalten und können auch andere Kommunen mitziehen. Die Gewinnerkommunen des Jahres 2019 zeigen, dass Klimaschutz Innovationen in der Wirtschaft ankurbelt und Lebensqualität für die Menschen schafft.“

Professor Carsten Kühl, Geschäftsführer und Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik, eröffnete die Konferenz und verwies auf die gemeinsame Verantwortung im Klimaschutz: „Das große Engagement vieler Kommunen im Klimaschutz, das wir am Difu auch in unserer täglichen Arbeit erleben, zeigt, dass es möglich ist, dem Klimawandel auch auf lokaler Ebene wirksam entgegenzutreten. Klimaschutz bleibt jedoch eine Gemeinschaftsaufgabe und erfordert eine gemeinsame Kraftanstrengung aller.“

Die erste Kategorie belohnt vorbildliche Maßnahmen zur Minderung des Ressourcen- und Energieverbrauchs in Kommunen, zum Beispiel in den Bereichen Stadtplanung und -entwicklung, Mobilität und Fuhrpark oder Infrastruktur. Ebenso gefragt sind erfolgreich umgesetzte Projekte in der Abfall- und Abwasserwirtschaft, in Industrie- und Gewerbegebieten sowie durch Kopplung verschiedener Sektoren. Die Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz kann dabei beispielsweise mit technischen, organisatorischen oder sozialen Maßnahmen verbunden sein.

Ausgezeichnet wurden die Stadt Eschweiler (Nordrhein-Westfalen), der Kreis Plön (Schleswig-Holstein)  und die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (Schleswig-Holstein). Die Stadt Eschweiler hat gemeinsam mit Partnern einen pragmatischen sowie übertragbaren Ansatz zum nachhaltigen Bauen entwickelt und in einer ersten Modellsiedlung erfolgreich umgesetzt. Damit kann der Verbrauch von natürlichen Ressourcen, von Energie sowie der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bei der Erschließung von Baugebieten, der Errichtung und Nutzung der Gebäude sowie deren Rückbau und Entsorgung um den Faktor X, mindestens jedoch um den Faktor 2, im Vergleich zu einem konventionellen Vorgehen reduziert werden.

Zur Unterstützung und Förderung einer klimafreundlichen Wärmeplanung hat der Kreis Plön ein kreisweites Wärmeplanungskataster erarbeitet, das unter anderem große Wärmeverbraucher und -quellen systematisch erfasst und darstellt. Damit wird das Potenzial zur klimafreundlichen Wärmeversorgung sichtbar gemacht, und der Kreis kann so motivierend und aktivierend auf die Städte, Ämter und Gemeinden sowie weitere Akteure im Kreisgebiet zugehen und daraus Projekte für eine konkrete Umsetzung anstoßen.

Die 160 Personen starke Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog macht erfolgreich vor, wie sonst abgeregelte Windkraft zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden kann. Dazu wurden in Haushalten der Gemeinde alte Heizkessel zu modernen, hocheffizienten Power-to-Heat-Anlagen umgebaut und mit einem virtuellen Kraftwerk verbunden. Das Projekt wurde gemeinsam mit Partnern entwickelt und umgesetzt. Eine solche Technik auf eine ganze Kommune anzuwenden, ist bislang technologisches Neuland.

In der Kategorie 2 war das Thema „Klimaanpassung in der Kommune“. Erfolgreiche kommunale Ansätze, die das Querschnittsthema der Anpassung an die Folgen des Klimawandels – wie stärkere und häufiger auftretende Starkregenereignisse, Stürme, Hitzewellen oder Trockenperioden – vor Ort voranbringen. Eingereicht werden können zum Beispiel konkrete Maßnahmen, handlungsfeldbezogene oder fachübergreifende Strategien, planerische Instrumente oder Modellprojekte, um den Schutz der Bevölkerung sowie die Robustheit von Gebäuden, Infrastrukturen, Natur- und Erholungsräumen gegen zukünftige Extremwetterereignisse zu stärken. Synergien von Klimaanpassung und Klimaschutz sind wünschenswert. Preisträger waren die Stadt Frankfurt am Main (Hessen), der Landkreis Friesland (Niedersachsen) und die Stadt Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg).

Um die in der Frankfurter Klimaanpassungsstrategie beschriebenen Ziele zu erreichen, müssen auch innerstädtische Flächen und Gebäude, die sich in privatem Besitz befinden, berücksichtigt werden. Mit ihrem Förderprogramm „Frankfurt frischt auf – 50% Klimabonus“ motiviert und berät die Stadt erfolgreich Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Neubau und im Bestand eigenverantwortlich umzusetzen, und unterstützt dies finanziell.

Das Engagement des Landkreises Friesland für den Erhalt, die Regeneration und die Entwicklung des Moorgebietes von Moorhausen ist ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie zum Klimaschutz. Um die Funktionen des Moores zu erhalten, setzt der Landkreis Friesland auf kooperativ erarbeitete Methoden des Wasserhaushaltsmanagements. Hervorzuheben ist die Einbindung der Bevölkerung, um das langfristige Projektziel verminderter Treibhausgasemissionen unter Beibehaltung und Ausgestaltung einer möglichst nachhaltigen und zukunftsfähigen (land-)wirtschaftlichen Nutzung des Gebiets zu erreichen.

Ein wichtiges Anliegen der Stadt Freiburg ist es, zukunftsfähige Wohnquartiere zu schaffen, die gesunde Lebensbedingungen ermöglichen. Mit Blick auf zunehmende Hitzebelastungen hat die Stadt daher ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, das bei allen städtebaulichen Rahmenplanungen und Bauleitplanverfahren Anwendung findet. Neben einer detaillierten Analyse von lokalen Vulnerabilitäten enthält es Empfehlungen zu konkreten Anpassungsmaßnahmen. Zur wirkungsvollen Umsetzung des Konzeptes trägt bei, dass es gemeinschaftlich unter Beteiligung verschiedener Verwaltungsressorts entwickelt wurde.

In der Kategorie 3 ging es um „Kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen“. Vorbildliche Aktionen, um Menschen zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und/oder Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu motivieren,zum Beispiel kommunale Kampagnen oder spezifische Angebote. Die Mitmach-Projekte können auch in Kooperation mit kommunalen Unternehmen oder anderen Dritten organisiert sein. Preisträger waren die Stadt Oldenburg (Niedersachsen), die Metropolregion Nürnberg (Bayern) und die Landeshauptstadt Hannover (Niedersachsen).

Mit der GeoTour „Klimaschätze in Oldenburg“ wird Klimaschutz zum Freizeitspaß und rückt auf ungewöhnliche Weise in den Fokus der Menschen. Die Stadt Oldenburg nutzt das beliebte Hobby Geocaching, um das Thema Klimaschutz in den Freizeit- und Tourismusbereich einzubringen und mit beispielhaften Stationen die Vielfalt der städtischen Klimaschutzprojekte sichtbar zu machen. Mit diesem kreativen und spielerischen Ansatz erreicht sie kontinuierlich unterschiedliche Zielgruppen.

Mit ihrer CO2-Fasten-Challenge, einem Online-Klimaschutzwettbewerb, hat die Metropolregion Nürnberg 2019 gezielt die Fastenzeit genutzt, um die Menschen in der Region erfolgreich zu niederschwelligen Klimaschutzaktivitäten im Alltag zu motivieren. Neben 40 verschiedenen Aufgaben flankierten zahlreiche Begleitveranstaltungen in den teilnehmenden Kommunen sowie eine Verlosung die Aktion.

Seit 25 Jahren setzt die Landeshauptstadt Hannover mit sogenannten „Nutzerprojekten“ erfolgreich auf das Einsparen von Energie in Schulen (GSE-Projekt, ab 1994), Kitas (Projekt KliK, ab 1999) und der Verwaltung (Tatort Büro, ab 2000). Gemeinsam mit Lehrenden und Lernenden, Küchenteams, Hausmeisterinnen und Hausmeistern oder der Verwaltung werden praxisorientierte Energieeinsparkonzepte entwickelt, die von Energiesparteams vor Ort umgesetzt werden. Durch das systematische und komplexe Vorgehen konnten bislang rund 73.000 Tonnen CO2 und rund 18 Millionen Euro Haushaltsmittel eingespart werden.

Beim Sonderpreis „Klimafreundliche kommunale Beschaffung“ kann die Verankerung im öffentlichen Vergabeverfahren ebenso im Mittelpunkt stehen wie zum Beispiel klimagerechte Standards bei Neubau und Sanierung, beim Mobilitäts- und Fuhrparkmanagement, beim Ausbau der IT-Infrastruktur oder der Verpflegung. Gefragt sind auch interkommunale Einkaufsgemeinschaften oder solche zwischen Kommunen und anderen Einrichtungen. Gewinner war die Stadt Ludwigsburg (Baden-Württemberg)

Sie setzt konsequent und systematisch auf die Umstellung ihrer Beschaffungspraxis im Sinne der Nachhaltigkeit: Das Engagement einer ämterübergreifenden Initiative mündete erfolgreich in eine Dienstanweisung für die gesamte Ludwigsburger Verwaltung. Basis ist das Cradle-to-Cradle®-Konzept. Zudem arbeitet die Stadt am Aufbau einer übergeordneten Kompetenzstelle für Beschaffung, die auch Schulungen für die Stadtverwaltung anbietet. Der Wettbewerb "Klimaaktive Kommune" wird im Rahmen des Projekts "Klimabühne" vom Deutschen Institut für Urbanistik durchgeführt. Das Projekt wird aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert und dient der Information, Motivation und Vernetzung von Kommunen im Thema Klimaschutz. Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik / pgl

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Förderung für vollelektronische Durchlauferhitzer geht in die zweite Runde

11. November 2019 - 7:37

Wer bei der Trinkwassererwärmung Energie sparen möchte, sollte seinen veralteten Durchlauferhitzer vorzeitig gegen ein modernes Gerät austauschen. Zwar werden jährlich etwa 500.000 elektrische Durchlauferhitzer durch neue Geräte ersetzt, oft sind diese jedoch nur kostengünstige Standarderhitzer, die letztlich kaum Energie einsparen. Deutlich effizienter arbeiten moderne Komfortmodelle mit vollelektronischer Leistungs- und Warmwassermengenregelung. Rund 20 Prozent Energie lassen sich so einsparen, ohne dass dafür das Nutzerverhalten unter der Dusche oder in der Küche geändert werden musss, argumentiert Wärme+. In dem Verband Wärme+ sind Hersteller von Druchlauferhitzern, der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) und die HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung  organisiert. 

Das Förderprogramm für den Austausch alter elektrischer Durchlauferhitzer gegvollelektronische Geräte ging Anfang November 2019 in die zweite Runde. Auf Grund der hohen Nachfrage im Rahmen der ersten Förderung unterstützt die Gesellschaft für Energiedienstleistungen (GED) aus Berlin ab sofort Haushalte wieder mit einem Pauschalbetrag von 100 Euro bei der Optimierung ihrer dezentralen Warmwasserversorgung. Die Förderung ist Teil des Förderprogramms "STEP up! – Stromeffizienzpotentiale nutzen" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Förderung läuft bis die Gerätezahl erreicht ist, maximal bis Ende 2021. Insgesamt werden 4.000 Geräte bezuschusst.

Wer sich die Förderung für den Austausch eines Altgeräts sichern möchte, muss sich vor der Installation des Gerätes auf der Website www.foerderung-durchlauferhitzer.de registrieren. Wichtig: Der Antragsteller erhält nur dann eine Förderung, wenn sein neues Gerät die Förderkriterien erfüllt. Einen Überblick über passende Geräte finden Interessierte auf der Website, ebenso gibt es dort Unterstützung bei der Handwerkersuche. Denn die Prämie wird nur gewährt, wenn der Austausch von einem Fachbetrieb durchgeführt, eine Handwerkerrechnung eingereicht und die sachgemäße Entsorgung dokumentiert wird. Der Anschluss und die eventuell erforderliche Anmeldung des neuen Durchlauferhitzers beim Energieversorger dürfen nur durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen. Quelle: Wärme+ / pgl

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Natrium-Festkörperbatterie ist nicht brennbar

11. November 2019 - 7:23

Festkörperbatterien vereinen gegenüber aktuellen Lithium-Ionen-Batterien mit flüssigem Elektrolyt mehrere Vorteile. Sie können weder auslaufen noch in Brand geraten, und gelten daher als naturgemäß sicher und unempfindlich. Auch wird weniger Technik benötigt, um die Zellen vor Stößen zu schützen und für stabile Temperaturen zu sorgen, was zusätzlich dabei hilft, Gewicht und Kosten einzusparen.

Da Festkörperbatterien zudem sehr hohe Energiedichten erreichen können, wird weltweit intensiv daran geforscht. Doch trotz aller Anstrengungen sind reine Festkörperbatterien, die keine flüssigen oder soften, polymerartigen Schichten mehr enthalten von der Marktreife noch weit entfernt. Insbesondere die Verbindung von Elektrode und Elektrolyt gilt als problematisch.

„In einer Batterie lagern sich beständig die transportierten Ionen in der Elektrode ein oder gehen von der Elektrode auf den Elektrolyten über – eine Batterie funktioniert nun einmal so“, erklärt Frank Tietz vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-1). „Dieses ständige Wachsen und Schrumpfen der Elektroden tolerieren Feststoffe deutlich schlechter als ein flüssiger Elektrolyt, der immer einen guten Kontakt gewährleistet“. Der Jülicher Chemiker arbeitet seit Jahren daran, neue Materialien für Festkörperbatterien und Brennstoffzellen zu erschließen.

Bei den Festkörperbatterien steht die Forschung noch ziemlich am Anfang. Reine Festkörperbatterien halten in der Regel nur einige wenige Ladezyklen durch, insbesondere ohne externen Druck. Dann beginnen die einzelnen Partikel oder Schichten, sich voneinander lösen, was praktisch einem Totalschaden der Batterie gleichkommt. Die Jülicher Forscher haben nun eine Lösung für dieses Problem gefunden. Sie belebten dazu eine Technik wieder, die noch aus der Brennstoffzellenforschung in den 1990er Jahren stammt. Um eine gute Kontaktierung zu erreichen, lösten sie die Bestandteile der Kathode in einer Flüssigkeit und brachten sie so in flüssiger Form in den Elektrolyten ein, wo sie im weiteren Produktionsprozess zur Elektrode umgewandelt wird.

„Das Verfahren ist aus mehreren Gründen vorteilhaft: Der Elektrolyt wird nicht nur oberflächlich beschichtet. Die Flüssigkeit dringt stattdessen weit in das poröse Material ein und lagert sich in dünnen Schichten an den Porenwänden an. So entsteht eine große Kontaktfläche und die restliche Porosität wirkt wie ein Puffer, indem sie hilft, Volumenschwankungen beim Laden und Entladen auf eine große Fläche zu verteilen“, erläutert Frank Tietz. Nicht verschwiegen werden sollte aber auch: „Die Synthese erfolgt bei über 700 Grad und die Methode ist insofern ungewöhnlich, weil die Herstellung des Kathodenmaterials von einem Pulverlieferanten in die Zellenherstellung verlagert wird“, so Tietz.

Für die Umsetzung wählten die Forscher eine Batterie auf der Basis von Natrium. Die möglichen Energiedichten liegen zwar klar unter denen von Lithium-Festkörperbatterien. Dafür besitzt Natrium einige andere Vorzüge: es ist leicht verfügbar und kostengünstiger als Lithium und ist damit vor allem für stationäre Anwendungen interessant, etwa als Zwischenspeicher für erneuerbare Energien. Zudem neigt Natrium anders als Lithium weniger zur Ausbildung metallischer Dendriten, die zu einem Kurzschluss führen können, der die Batterie zerstört. Darüber hinaus sind kobaltfreie Kathodenmaterialien möglich.

Die etwa fingernagelgroße Natrium-Feststoffbatteriezelle, die die Forscher im Labor getestet haben, besitzt eine Energiedichte von etwa 10 Wh/kg, was nur etwa 3 Prozent heutiger Lithium-Ionenakkus entspricht. Durch die Optimierung aller Komponenten – speziell durch die Reduzierung der Schichtdicken auf wenige Mikrometer – scheint eine Energiedichte von 160 Wh/kg bzw. 500 Wh/l möglich, womit Natrium-Festkörperbatterien dann für stationäre Anwendungen interessant sein könnten. Quelle: FZ Jülich / pgl

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Preis für innovatives Contracting in Baden-Württemberg verliehen

10. November 2019 - 8:04

Auch Energie aus natürlichen Quellen soll finanzierbar sein. Am 30.10.2019 wurde deshalb in Stuttgart der Contracting-Preis BW 2019 vergeben. Ausgezeichnet wurden innovative und nachhaltige Wohnungsbauprojekte in Baden-Württemberg, bei denen mittels Energie-Contracting überdurchschnittliche Energie-, Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt wurden. Eine Prämie erhielten insgesamt drei Neubauquartiere, zusätzlich gab es zwei Sonderpreise in den Kategorien „Neubau Einzelgebäude“ und „Bestandssanierung“. Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und der BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg e.V. loben den Preis seit 2017 aus. Den 1. Preis erhielt die DSG Invest GmbH. Sie hat in Heilbronn ein innovatives „Smart Grid“-Projekt umgesetzt, bei dem ein biogasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) sowie Photovoltaikanlagen ein Quartier mit Strom und Wärme versorgen. Die Jury hob nicht nur den hohen Anteil regenerativer Energie, sondern auch das prognosebasierte Energie- und Lademanagement hervor, mit dem das komplexe Energiesystem im Quartier stromwirtschaftlich optimiert wird.

Verschiedene Interessen vereinen

Der 2. Preis ging an die ZEAG Energie GmbH. Sie hat auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Heilbronn ein Contracting-Projekt für 400 Wohneinheiten und Gewerbeimmobilien realisiert. Dank intensiver Abstimmung in der frühen Planungsphase war es gelungen, die Nahwärmeversorgung mit einem BHKW und Photovoltaik trotz unterschiedlicher Investoreninteressen umzusetzen. Mit dem 3. Preis wurde die Koch Wohnbau GmbH für ihr Projekt „Wohnen im Winzergarten“ im badischen Kirchhofen geehrt. Ein eigenes Nahwärmenetz versorgt dort fünf Mehrfamilienhäuser und sechs Reihenhäuser mit Wärme aus einem BHKW. Der selbst erzeugte Solarstrom wird für Mieterstrom und zur Versorgung von Ladesäulen für Elektroautos genutzt. Einen Sonderpreis in der Kategorie „Neubau Einzelgebäude“ erhielt die Oekogeno GIW e.G. für das KfW-Effizienzhaus 40 „Grüne Mitte Furtwangen“. Das Mehrfamilienhaus mit Holzfassade aus heimischen Hölzern überzeugte nicht nur durch die nachhaltige Bauweise, sondern auch durch das Energiekonzept, das Nachbargebäude im Zentrum der Stadt mitversorgt. Auch das inklusive, generationenübergreifende Nutzungskonzept und die Einbeziehung eines bürgergetragenen Contractors hob die Jury hervor.

Zügige Umsetzung

Ein Sonderpreis in der Kategorie „Bestandssanierung“ ging an die E1 Energiemanagement GmbH für das Projekt „Energiespar-Contracting Studentensiedlung Mannheim“. Es bezieht auch die energetische Sanierung der Gebäudehülle in das Contracting mit ein. Die Jury lobte die schnelle Projektumsetzung innerhalb eines Jahres und das Einsparversprechen in Höhe von nahezu 150.000 Euro. Bereits im ersten Jahr nach Durchführung der Maßnahme war das Ziel erreicht. „Ein Leuchtturmprojekt der zukunftsorientierten Gebäudesanierung mit bundesweiter Ausstrahlung“, befand die Jury.

Baden-Württemberg ist ein Vorbild

Angesichts der Vielfalt der Projekte zeigte sich Karl Greißing, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft im Umweltministerium Baden-Württemberg, bei der Preisverleihung begeistert: „Die geehrten Projekte zeigen besonders eindrücklich, dass der zukunftsorientierte Wohnungsbau mit klimaschonender Energieversorgung in Baden-Württemberg mit großen Schritten vorangeht – und mittels Energie-Contracting auch preiswert gelingen kann.“ Auch Gerald Lipka vom BFW freute sich über die Innovationskraft der hiesigen Bauträger: „Mieterstrom, Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen gehören beim Wohnungsneubau in Baden-Württemberg fast zum Standard – bei kleinen Mehrfamilienhäusern wie bei großen Quartieren. Es ist sehr erfreulich, wie kreativ sich Wohnbauunternehmen den Herausforderungen des Klimaschutzes mit zukunftsweisenden Lösungen stellen.“ Auch Rüdiger Lohse vom Kompetenzzentrum Contracting der KEA-BW lobte die Preisträger: „Mit Hilfe von Contracting werden inzwischen auch komplexe Energie- und Mobilitätskonzepte professionell und vor allem wirtschaftlich umgesetzt“. Bauherren, Planern und Architekten will er nahelegen, dem Vorbild der prämierten Leuchtturmprojekte zu folgen. Eine Auslobung des Preises erfolgt durch das Kompetenzzentrum Contracting der KEA-BW sowie der BFW. Der Preis soll jährlich ausgeschrieben werden. Prämiert werden herausragende Neubau- oder Sanierungsprojekte, welche überdurchschnittliche Energie- oder Umweltstandards haben. Schirmherr ist Landesumweltminister Franz Untersteller. Quelle: Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg / wh

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Zusatznutzen von Öko-Dämmung im Fokus

8. November 2019 - 10:38

Traditionelle Baustoffe werden neu entdeckt. Das gleich aus mehreren Gründen. Mehr Bauherren berücksichtigen beim Bauen den Faktor „Nachhaltigkeit“, aus dem Schlagwort „Wohngesundheit“ ist ein Trend geworden. So werden gerade natürliche Dämmstoffe, welche zu Großteilen aus wiederverwendbaren Stoffen sind oder nachhaltig abgebaut werden können interessanter. An der Wand sind es Produkte wie Kalk und Lehm, bei Dämmstoffen werden Zellulose oder Hanf, Stroh oder Jute wichtiger. Dennoch scheitert es oft daran, dass Bauherren nicht genug aufgeklärt werden. Denn die Vorurteile bleiben sich gleich – zu teuer, zu hohe Brandgefahr, zu anfällig für Schimmel.

Häufig fällt es Verbrauchern aber auch Planern schwer, sich innerhalb der zahlreichen nachwachsenden Dämmstoffe zurechtzufinden. Ändern möchte das ein aktuelles Projekt. Ein aus zwölf Teilvorhaben bestehendes Verbundprojekt steht unter dem Titel „Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen." Beteiligt sind neben Universitäten und technischen Hochschulen auch Forschungsinstitute und Behörden wie die physikalisch-technische Bundesanstalt. Bis Mitte 2020 soll noch daran geforscht werden, wie Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen mit herkömmlichen Materialien verglichen werden können, um sie konkurrenzfähiger zu machen.

In vielen Schritten zum Erfolg

Zu Beginn wurden Messverfahren zum Erfassen spezifischer Eigenschaften von nachwachsenden Rohstoffen entwickelt. Dank Materialkennwerten kann die Bauplanung erleichtert werden, aufwändige Bauteilprüfungen im Schall- oder Brandschutz sollen unnötig werden. Die Nachhaltigkeit der Materialien soll zertifiziert werden, wodurch Herstellern der Eintrag in Baustoffinformationssysteme erleichtert werden soll. Genau das soll auch ein Beitrag fürs Umdenken bei Rechtsvorschriften sein. Denn viele Normen oder baurechtliche Vorschriften sind noch aus einer Zeit, in welcher Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ein Randdasein führten.

Passende Dämmstoffe finden

Dämmstoffe welche „alt“ und „neu“ zugleich sind haben es oft anfangs schwer. Klassisches Beispiel ist dabei Stroh. Neben einer exzellenten Dämmeigenschaft zeichnet sich der Rohstoff durch eine sehr gute Schallschutzeigenschaft aus. Stroh ist als regulärer Baustoff zugelassen. Auch eine Verarbeitung ist leichter als viele denken. Stroh kann schnell verputzt sein. Beim Thema Brandschutz  kann sich der Dämmstoff auch zeigen, Strohballen sind in Baustoffklasse B2 eingestuft.

Ein bewährter Dämmstoff ist Zellulose. Zellulose wird in Fasern aus Altpapier gewonnen und mit Brandschutzzusätzen versehen. Bei Dämmplatten werden die Zellulose-Fasern mit Wasserdampf zu Platten gepresst. Zellulose-Fasern in ihrer losen Form werden nach ihrer Bearbeitung direkt getrocknet. Zellulose wird gern zur Innendämmung eingesetzt, ein Grund dafür ist dass sie auch schalldämmend wirkt. Doch auch dieser Dämmstoff hat Nachteile, so eignet er sich nicht für Bereiche, welche in Berührung mit Wasser kommen können. Ausnahme bilden Gebäude mit Holzrahmenbau, in diesen Fällen ist Zellulose auch als Dämmstoff in der Fassade akzeptiert.

Auch Jute ist eine gute Möglichkeit für die Dämmung. Für das Auslösen der Fasern aus der Pflanze wird sie geröstet. Jutefasern sind besonders dehnbar und biologisch abbaubar, zeichnen sich dadurch durch flexible Einsatzmöglichkeiten und Nachhaltigkeit aus. Länger am Markt ist Hanf. Für Vliese und Hanfdämmmatten wird der Pflanzenstängel bevorzugt verarbeitet, häufig wird um die Stabilität zu erhöhen Polyester zugeführt.

Energiebilanz von Dämmung ist gut

Kritiker führen häufig eine Energiebilanz bei einer ökologischen Beurteilung von Dämmmaterialien an. Häufiges Argument ist laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) dass für die Herstellung und Verarbeitung von Dämmstoffen mehr Energie verbraucht wird als die Materialien während ihrer Nutzung einspeichern. Das wäre ein Pauschalurteil meint die DUH, denn zwischen den Dämmstoffen sollte man unterscheiden. Energieintensiv sei die Herstellung von Schaumkunststoffen da viel Erdöl benötigt wird. Weniger als ein Zehntel der dafür verwendeten Energie reiche für die Herstellung von Zellulose oder Hobelspänen, führt die DUH in ihrem Magazin „Energetische Gebäudesanierung – Wider die falschen Mythen“ aus. Zentrales Argument ist dabei die „energetische Amortisationszeit“. Dieser Begriff grenzt den Zeitraum ab, ab wann Dämmstoffe mehr Energie einsparen als zu ihrer Herstellung nötig war. Studien zeigen, dass diese Zeit in der Regel unter zwei Jahren liegt. Damit ist Dämmung grundsätzlich sinnvoll. Eine ökologische Dämmung ist dabei nicht nur unter Aspekten wie Klimaschutz sinnvoll, sondern auch unter Aspekten wie ihrer Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten.  Dass Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sich bisher nicht durchsetzen konnten liegt also nicht an beschränkten Einsatzmöglichkeiten, sondern daran passende Lösungen für jedes einzelne Bauprojekt zu finden. Eine gute Beratung ist also wichtig. von Wolfram Hülscher 

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Uni-Gebäude in Eindhoven ist top in Sachen Nachhaltigkeit

8. November 2019 - 7:27

„Gemeinsam mit Honeywell haben wir das Gebäude aus den 1960ern grundlegend modernisiert, um für unsere Studierenden, Mitarbeitenden und Besucher ein optimales Arbeitsumfeld zu schaffen, und das so ressourcenschonend wie möglich“, erklärt Thijs Meulen, Beauftragter für Energiemanagement und Gebäudeautomation an der Technischen Universität Eindhoven. „Das Projekt begann 2014 mit ganz klaren Zielvorgaben: Wir wollten moderne Sicherheitsstandards umsetzen, den Energieverbrauch reduzieren und insgesamt mehr Nachhaltigkeit schaffen, um unseren Nutzern ein noch produktiveres Umfeld zu bieten.“ 

Mithilfe der Gebäudetechnologie von Honeywell konnten Energieeinsparungen in dem geplanten Maß umgesetzt und das Gebäude zu einem „lebendigen Labor“ transformiert werden. Das Gebäudemanagementsystem ermöglicht laut Honeywell die zentrale Überwachung und Steuerung von HLK-Systemen, Beleuchtung und Energiemanagement sowie der Integration von Kältemaschinen und Meerwasserwärmetauschern. Systemdaten werden mithilfe des Business-Intelligence-Modells von Honeywell erfasst und dem Gebäudemanager der Universität per App verständlich dargestellt. Erik Wellemans, Regional General Manager bei Honeywell Building Solutions: „Mit dem neuen System können die Raumnutzer nun ganz einfach die Raumtemperatur regulieren oder ein Besprechungszimmer buchen.“ Das System wurde so konzipiert, dass über einen Zeitraum von 20 Jahren jederzeit Anpassungen möglich sind, um es weiter zu optimieren.

Das Gebäude bietet Platz für 4.000 Studierende und beherbergt außerdem Studentenorganisationen und Forschungslabore. Die multifunktionalen Räume lassen sich vielseitig nutzen und flexibel aufteilen. Tijs Meulen: „Durch die Maßnahmen können wir viele Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften nun übererfüllen. Außerdem wurden die Räume sensorisch und psychologisch optimiert, um ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Mit dem Standard, den das Gebäude nun bietet, haben wir neue Maßstäbe gesetzt.“  

Für die Technische Universität Eindhoven ist das Atlas-Gebäude nur der erste Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Campus. Die Universität strebt an, bis 2020 ihre Energieeffizienz im Vergleich zu 2005 um 30 Prozent zu steigern. Weiteres Ziel ist es, den Campus bis 2030 zu 50 Prozent energieneutral zu gestalten und den Nutzern der Universitätsgebäude maximalen Komfort zu bieten. Quelle: Honeywell / sth

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Bauherrenschutzbund kritisiert Gebäudeenergiegesetz

8. November 2019 - 7:09

Die Verbraucherschutzorganisation hatte bereits bei der Entstehung des Gesetzes darauf hingewiesen, dass für private Bauherren neben der Wirtschaftlichkeit baulicher Energiesparmaßnahmen vor allem Planungssicherheit das wichtigste Kriterium beim Hausneubau ist. Nun steht ihnen eine ungewisse Zukunft bevor. „Berücksichtigt man die hohen Einsparziele im Gebäudebereich bis 2030, kann man bereits heute von einer erheblichen Steigerung der energetischen Anforderungen ab 2023 ausgehen“, so Becker. Laut dem kürzlich im Kabinett beschlossenen Klimaschutzgesetz sollen die CO2-Emissionen im Gebäudesektor bis 2030 von 118 Millionen Tonnen auf 70 Millionen Tonnen sinken.

Zu wenig Förderung beim Gebäudebestand

Bestandsimmobilien spielen im GEG weiterhin eine Nebenrolle. Die angedachten Fördermaßnahmen genügen bei weitem nicht, um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen und die Modernisierungsquote zu steigern. „Es ist nicht plausibel, warum in die Verkehrswende Milliarden investiert werden, um die Klimaziele zu erreichen, und der Gebäudesektor finanziell weiter vernachlässigt wird“, merkt Becker an. Zehn Prozent mehr Investitionszuschüsse für Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen auf Effizienzhaus-Niveau seien hier deutlich zu wenig.

Im Falle eines Verkaufs oder einer größeren Sanierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses sieht das Gesetz künftig eine energetische Pflichtberatung des Käufers oder Eigentümers vor. Schwierig werde es, wenn hierbei einzelne Anbieter begünstigt werden. „Eine Energieberatung ist nur sinnvoll, wenn sie produktneutral und technologieoffen erfolgt, das gesamte Gebäude in den Blick nimmt und die individuellen Beratungsbedürfnisse der Bewohner berücksichtigt“, so Becker. Auch der deutschlandweite Zugang müsse durch ausreichend qualifizierte Berater und kurzfristige Terminverfügbarkeit gewährleistet sein. Hier gelte es, die unabhängigen Verbraucherverbände der privaten Bauherren stärker mit einzubeziehen. Quelle: BDB / pgl

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Wärmepumpe kommt mit Mini-Erdgasbrenner

7. November 2019 - 7:41

Das sei, so der Hersteller, auf jeden Fall preiswerter als klassisch getrennte Einheiten. Der Preis richte sich natürlich auch nach der gewünschten Größe des Solarkollektorfelds. Der Brennerhersteller mit der patentierten Duo-Hybrid-Unit adressiert ganz besonders Mehrfamilienhäuser im Bestand.

Dahinter verbirgt sich eine Solewärmepumpe in Verbindung mit einem Gas-Brennwertgerät und einem kombinierten Modul für Photovoltaik und Solarthermie (PVT) als Energiequelle für die Wärmepumpe. Luft als Energiequelle schied wegen der Geräuschentwicklung bei dem hohen Massenstrom für das Mehrfamilienhaus aus.

Für Wärmepumpen hat diese Lösung den Charme, nicht an eine hohe Absorbertemperatur gebunden zu sein. Es genügt ein Wärmeangebot oberhalb des Verdampfungspunkts des Kältemittels, um Umweltenergie mit in den Wärmekreislauf einzubinden. Da eine elektrische Wärmepumpe zudem Strombedarf hat, drängte es sich förmlich auf, den Kollektor als Hybridkollektor auszulegen, mit einem thermischen Wärmetauscher auf der Unterseite und einem photovoltaischen Generator zur Sonnenseite. Dem elektrischen Wirkungsgrad kommt dabei die Kühlung durch den Solekreislauf zugute, da sich Siliziumzellen mit der Temperatur ausdehnen, was einen Spannungsverlust zur Folge hat.

Für die Entwicklung des PVT-Kollektors ging Giersch CTC eine Partnerschaft mit der Sonnenstromfabrik in Wismar ein sowie mit dem Rohrhersteller Schmöle, Fröndenberg. Die Sonnenstromfabrik gilt als eine der führenden und richtungsweisenden Solarmodulhersteller in Europa. Die Wismarer liefern das PV-Modul und Schmöle die Rückseite, den kupfernen Warmwasserkollektor. Giersch baut beide Teile zum PVT-Modul zusammen. In Bezug auf die Größe, handelt es sich um eine Maßanfertigung für jedes Gebäude.

Jens Karter, Geschäftsführer von Giersch CTC, erklärt die Bedeutung des neuen Produkts des Hauses so: „Unser Konzept Duo-Hybrid zielt in erster Linie auf die Wohnungswirtschaft und auf die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern ab, und zwar mit erneuerbaren Energien. Dieses Thema ist in der Branche bisher keiner so richtig angegangen, weil die Meinung vorherrscht, die Sanierung des Bestands mit regenerativer Energie funktioniere nicht. Wir dagegen haben uns gesagt, es müssen ja nicht gleich 100 Prozent Erneuerbare sein. Wenn man die Regenerativen auf 80 Prozent deckelt und den Rest konventionell mit der Brennwerttechnik bereitstellt, spart man schon erhebliche Kosten und tut der Wärmewende Gutes.“ Die Sole-Wärmepumpe läuft bei der Standardschaltung bis minus 3 °C. Darunter schaltet sie ab und das Brennwertgerät ein. Quelle: Giersch / pgl

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Energieberater warnen vor Monopol der Verbraucherzentralen

7. November 2019 - 7:23

Das von der Bundesregierung mit Kabinettsbeschluss vom 23. Oktober verabschiedete Gebäudeenergiegesetz GEG enthält einen deutlich vom Referentenentwurf abweichenden Passus, wonach bei der verpflichtend vorgeschriebenen Energieberatung für größere Sanierungen oder Eigentümerwechsel ausschließlich die rund 500 Energieberater der Verbraucherzentrale beauftragt werden dürfen. „Die mehr als 11.000 qualitätsgeprüften und für die Förderprogramme des Bundes zugelassenen freien Energieberater sind dadurch von diesem Markt ausgeschlossen“, kritisiert Jörg Thiele, Präsident des Verbands Beratender Ingenieure (VBI). „Das ist nicht nur gesetzlich verordnete Wettbewerbsverzerrung, sondern mit diesem Monopol sind auch Engpässe bei der Energieberatung geradezu vorprogrammiert.“ Ähnlich hatte bereits der Energieberaterverband GIH in einer Stellungnahme zum Gebäudeenergiegesetz argumentiert.

Der VBI-Präsident fordert nicht nur im Namen der zahlreichen Ingenieure unter den Verbandsmitgliedern, die als unabhängige Energieberater tätig sind, dass der Bundestag im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens hier noch einmal deutliche Korrekturen vornimmt. „Wir halten dies zugunsten eines fairen Wettbewerbs und im Interesse des Verbraucherschutzes für dringend geboten.“

Darüber hinaus kritisiert der VBI, dass das neue GEG in der jetzigen Form verpflichtende Beratungen bei anstehenden Sanierungen oder Verkauf nur für Ein- und Zweifamilienhäuser vorschreibt, nicht aber beim Verkauf von Mehrfamilienhäusern. Gibt es hier nicht die gleichen Gründe für eine neutrale Energieberatung?

Bereits Anfang Juli hatte der VBI in seiner Stellungnahme zum GEG-Referentenentwurf das Gesetzesvorhaben grundsätzlich begrüßt. Kritisiert hatte der Verband, dass der Entwurf deutlich hinter dem auch wirtschaftlich gebotenen Anforderungsniveau zurückbleibe. „Aus VBI-Sicht ist eine Verschärfung der energetischen Anforderungen für Neubauten, insbesondere aber bei Sanierungen im Bestand um 30 bis 40 Prozent vertretbar und zum Erreichen der Klimaschutzziele erforderlich“, wiederholt VBI-Präsident Thiele die Planerkritik. Quelle: VBI / pgl

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