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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 36 Minuten 32 Sekunden

Agora zieht gemischte Energiewendebilanz

7. Januar 2020 - 7:00

"Die Energiewende kommt damit beim Zuwachs der erneuerbare Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran. Eine schlechte Bilanz war 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen", teilt Agora Energiewende mit. Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken. Denn während im Stromsektor die Emissionen infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung 2017 leicht zurückgingen, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" beschreibt in zehn Kapiteln mit zahlreichen Abbildungen die wesentlichen Trends. Sie basiert auf aktuell verfügbaren Daten aus zahlreichen öffentlichen Quellen.

Wesentliche Ursache für diesen Trend ist die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu. Es wird damit nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung im Energiekonzept 2010 beschlossenen Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen. "Die Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering, um zusätzliche Verbräuche aus Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auszugleichen oder sogar zu überkompensieren", sagt Graichen. Quelle: Agora Energiewende / sue

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KfW ändert Konditionen beim Bauen und Sanieren

19. September 2018 - 19:45

Die KfW verlängert zum 16. November 2018 die Frist, innerhalb derer Mittel aus der KfW-Förderung für das Bauen und Sanieren verwendet werden müssen, von sechs auf zwölf Monate. Die Frist für das Einreichen der Belege nach Verwendung wurde von 9 auf 15 Monate gestreckt. Die neuen Merkblätter gehen am 16. November online, im KfW-Partnerportal sind diese schon jetzt verfügbar.

Die Änderungen gelten für die Programme 153, Energieeffizient Bauen und sowie 151 und 152, Energieeffizient Sanieren. Für den Bau oder Kauf eines Niedrigenergiehauses, das den Standard eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 Plus erfüllt, gibt es im Programm KfW Effizienzhaus 153 einen Tilgungszuschuss und ein zinsgünstiges Darlehen.

Das KfW-Programm 151 ist für komplette Sanierungspakete gedacht. Förderfähig sind Wohngebäude, für die der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 1.2.2002 gestellt wurde. Alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierten Wohnraum kaufen, erhalten bis 100.000 Euro je Wohneinheit beim KfW-Effizienzhaus.

Neu gibt es bei der KfW außerdem das Baukindergeld. Anträge sind seit dem 18. September möglich. Das lohnt sich für Familien und Alleinerziehende mit Kindern, die ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Es gibt pro Kind einen Zuschuss von 1.200 Euro pro Jahr für zehn Jahre. Das Haushaltseinkommen darf bei maximal 90.000 Euro bei einem Kind plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind liegen. Der Antrag kann nach Einzug gestellt werden. pgl

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Bauexperte Adler muss Hans-Georg Maaßen weichen

19. September 2018 - 13:28

„Die Wohnungswirtschaft verliert mit Gunther Adler einen wichtigen und kompetenten Fachmann im Bereich des Wohnens und Bauens", monierte Axel Gedaschko, Chef des Verbands der Wohnungswirtschaft GdW.  Die Entscheidung sei nicht im geringsten nachvollziehbar, wird Gedaschko deutlich. Sie sei eine Hiobsbotschaft für die Branche und "ein Unding in einer Zeit, in der es darum geht, mit allen Kräften im Lande für deutlich mehr bezahlbares Bauen zu sorgen." 

Unklar ist, ob es einen Nachfolger für Adler (55) als Baustaatssekretär geben soll. "Wenn es ab sofort nicht einmal mehr einen eigenen Baustaatssekretär geben soll, sondern das Ressort einfach einem anderen Bereich innerhalb des Ministeriums zugeordnet wird, dann ist das ein fatales Zeichen für die Wahrnehmung der Zukunft des bezahlbaren Wohnens und Bauens durch Minister Seehofer."

Adler war Mitarbeiter von Hans-Jochen Vogel und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Ministerpräsidenten Johannes Rau. Von 2008 bis 2012 arbeitete er als Referatsleiter im damaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, danach bis 2014 Staatssekretär im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. 2014 bis 2018 war er beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, zuständig für die Bereiche Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung.

Die Zuständigkeit für Bauen und Wohnen ist erst seit dieser Legislaturperiode beim Innenministerium angesiedelt. Ein eigenes Bauministerium gibt es schon seit geraumer Zeit nicht mehr, die Verantwortung wurde mehrfach im Postenschacher von Ressort zu Ressort verschoben. Vor Innenminister Horst Seehofer lag sie bei der damaligen Umweltministerin Barbara Hendricks, davor bei Verkehrsminister Peter Ramsauer.

Der bislang einzige sichtbare Bauimpuls des neuen Amtsinhabers Seehofer war die Einführung des Baukindergelds. Zum energetischen Bauen und Sanieren oder einem Ankurbeln des Wohnungsneubaus war bislang wenig zu hören. Entsprechend gering sind die Erwartungen an den Wohnraumgipfel. pgl

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Innovative Markise sorgt für Schatten im Denkmalschutz

19. September 2018 - 7:50

Das Besondere an der Rundbogenmarkise: Sie hat ein ausgeklügeltes Seilführungssystem, von dem im eingefahrenen Zustand der Markise nichts zu sehen ist. Schmale Schienen umranden das Fenster, in ihnen laufen Gleitstücke mit Seilen parallel zur Markise - von außen nicht sichtbar.

Angefragt hatte das Kloster Tutzingen in München. Das denkmalgeschützte Gebäude hat jetzt die Markisen bekommen, bei denen im eingefahrenen Zustand keine Zugstrebe und kein Seil quer durch das Fenster verläuft. Aber weil da auch Hubertus Haking als Sondermarkisenhersteller zunächst nicht weiterhelfen konnte, er aber eine Idee hatte, für die er wissenschaftliche Expertise brauchte, wandte er sich an die Handwerkskammer Münster. Hans-Dieter Weniger stellte den Kontakt zu Professor Klaus Baalmann vom Fachbereich Maschinenbau der FH Münster her. "Für mich war das Thema vorher völlig fremd, aber die Idee der intelligenten Seilführung hat etwas. Sieht simpel aus, ist aber lange nicht so - das Anspruchsvolle ist verdeckt."

So starteten Baalmann und Haking mit der Kooperation, sammelten Ideen und entwickelten sie weiter, bauten Modell und Muster. 10.000 Mal fuhr die neue Muster-Markise hoch und runter. "Nur so lassen sich zum Beispiel Verschließteile beurteilen, deren Leistungsfähigkeit man vorher theoretisch mit Berechnungen nicht erfassen kann", erklärt Baalmann. Ebenfalls konnten sie so die Frage klären, wie stark Motor und Federn sein müssen, damit die Seile nicht durchhängen, nicht an Kraft verlieren, nicht aufreißen und gleichzeitig das Markisentuch stramm halten.

Auch bei der Bearbeitung der CE-Kennzeichnung hat Haking auf das Wissen von Baalmann zurückgegriffen, der bei diesem Schritt Studierende mit Abschlussarbeiten mit einbezog. "Wir haben uns zum Beispiel um Berechnungen zum Wärmedurchgang, zur Festigkeit oder zu Extrembelastungen bei hohen Windstärken gekümmert." Für die gelungene Zusammenarbeit und die entstandene Rundbogenmarkise haben Haking und Baalmann den Seifriz-Preis gewonnen, ein bundesweiter Transferpreis für besondere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Handwerksbetrieben. Die erfolgreiche Kooperation soll nun im Bereich der Terrassenüberdachung weitergehen. Quelle: FH Münster / pgl

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BIM kann Kosten für Bau und Gebäudebetrieb reduzieren

19. September 2018 - 7:22

Eine funktionierende Digitalisierung im Allgemeinen und im Besonderen BIM als Gebäudemodell mit Datenverwaltungssystem böten allen an der Nutzung Beteiligten langfristig große Vorteile - da waren sich die Referenten weitgehend einig.

Sebastian Theopold, Geschäftsführer des Münchner Beratungsunternehmens Munich Strategy verwies auf Schätzungen in Großbritannien, wo BIM weiter verbreitet sei als hierzulande. Demnach gebe es ein Einsparpotenzial beim Bauen und Betreiben von größeren Wohn- oder Bürogebäuden, das über den gesamten Lebenszyklus hinweg bei 25 Prozent der Kosten liege. Theopold bekräftigte damit frühere Schätzungen zum Beispiel von Architekten, nach denen zwar nicht bei der Planung - die werde sogar eher aufwändiger -, aber allein durch Effizienz, Kosten- und Terminsicherheit im Bauablauf fünf bis zehn Prozent und durch vermiedene Instandsetzungskosten im Laufe des Gebäudebetriebs weitere Kosten eingespart werden könnten.

Deutschland ist bei BIM "Schwellenland"

Dem Berater aus München war die Begeisterung anzumerken, als er über BIM-"Vorreiter" wie Großbritannien sprach, gegen die Deutschland nur ein "Schwellenland" sei. Eine von seinem Unternehmen zusammen mit dem ZVSHK durchgeführte Befragung von gut 1200 Installateuren, dazu rund 120 Architekten und Gebäudetechnikplanern sowie den 50 Großen der deutschen SHK-Industrie ist die Grundlage für seine Einschätzung. Die Details werde Munich Strategy erst in den kommenden Tagen veröffentlichen; aber Theopold zeigte schon einmal eine Übersicht, nach der zwar 46 Prozent der SHK-Hersteller, aber lediglich 37 Prozent der Architekten und Planer sowie nur 5 Prozent der Handwerker "nach BIM arbeiten".

Was "nach BIM arbeiten" konkret bedeutet, erörterte später Professor Manfred Helmus von der Universität Wuppertal: "Handwerksunternehmen sind in der Regel, da bin ich relativ sicher, 'nur' BIM-Nutzer oder -Autoren. Sie werden - vor allem die kleineren Unternehmen - selten mal als BIM-Manager auftreten." Jedenfalls, so Sebastian Theopold, wisse man "aus anderen Bereichen der Technologie, dass ab einer Akzeptanzquote von etwa 40 Prozent die Innovationen sich durchsetzen."

Er leitete daraus ein Defizit bei Planern und Handwerkern ab. Die Branche laufe "Gefahr, den Anschluss zu verlieren." Theopold sagte in den Saal: "Wenn Sie als Branche es nicht machen, wird es jemand anderes machen." Er sprach vom Silicon Valley, und seine Überlegungen gipfelten in dem Satz: "Es liegt an Ihnen, dafür zu sorgen, dass der Angriff von außen erst gar nicht stattfindet."

Möglichkeiten von BIM sind charmant

Augenmaß behalten Manfred Helmus riet dagegen zu Augenmaß. Auch Helmus, der seit vielen Jahren BIM erforscht, Projekte damit durchführt und - zwar nicht die SHK-Branche, aber diverse kleinere und mittelständische Bauunternehmen - berät, nannte die Möglichkeiten von BIM allerdings "total charmant".

Vor allem zwei Vorteile stellte er heraus. Probleme, die heute ohne BIM bei praktisch jedem Bauvorhaben auftreten, hingen fast immer mit fehlenden Informationen zusammen: "Verantwortlichkeiten, Schnittstellen, Informationen haben gefehlt oder waren nicht zur rechten Zeit da." Bauprojekte brächten riesige Datenmengen, wenn man es über den Lebenszyklus denke, also über 50 Jahre oder vielleicht mehr.

Doch "viele dieser Daten gehen zurzeit verloren an ganz vielen Stellen: Wir haben Medienbrüche; die Daten werden gar nicht erst richtig erfasst, werden auch nicht richtig gesammelt und nicht den rechten Leuten zur richtigen Zeit zur Verfügung gestellt." Vor allem der Auftraggeber eines Vorhabens habe von dem verbesserten Daten-Management später große Vorteile. Er sei mit BIM derjenige, der nachher, wenn er seine Immobilie verkaufen wolle, genau sagen könne: "Wann ist was darin verbaut worden?"

Als Beispiel nannte Helmus die Asbestproblematik. Richtig ins Schwärmen kam er dann darüber, dass man digitale Daten auch nachträglich von bestehenden Gebäuden erfassen könne - beispielsweise mit Photogrammetrie durch Überfliegen mit einer Drohne oder in Innenräumen mit millimetergenauem 3-D-Laserscanning.

Er berichtete vom Beispiel eines großen, komplexen Gebäudes, von dem es keine Planunterlagen mehr gegeben habe. "Normalerweise hätte man da zig Mann-Monate reinstecken müssen und Jahre gebraucht. Wir haben das digital bis auf das Dach in der ersten Stufe mit insgesamt 22 Mann-Tagen erfassen können - mit 3-D-Laserscanning plus einem halben Hiwi von der Hochschule."

"Manchmal ist es vielleicht besser, der Zweite zu sein"

Dennoch warnte der Professor vor Aussagen wie: "'Wenn Sie nicht BIM einführen, gibt's Sie in drei Jahren nicht mehr'." Er sei da "ganz, ganz vorsichtig: Wir sollten aufpassen, dass wir nicht in falsche Richtungen rennen. Wir sollten es lieber besser machen als das Ausland." Dort habe man nämlich auch an einigen Stellen Probleme - Stichwort fehlende Standardisierung. Manchmal sei es vielleicht sogar besser, der Zweite zu sein.

Manfred Helmus machte darauf aufmerksam, dass "auch sehr viele wirtschaftliche Interessen hinter der Digitalisierung" steckten. Und: "Wenn ich nicht genau weiß, welche Daten ich wann erhebe und wie ich sie weiterverarbeite, dann nutzt es mir nichts, irgendwelche weitergehende Digitalisierung zu machen." Man könne in einem Unternehmen so viel Digitalisierung betreiben, wie man wolle, könne "1000 Softwareprodukte kaufen" - mit mangelhaften Prozessen "nützt ihnen das nichts!"

Über Probleme mit knirschenden Prozessen, unzureichender Datenqualität und fehlender Standardisierung berichteten denn auch Unternehmenspraktiker bei dem Kongress in Hülle und Fülle. Im Bereich Großhandel/Handwerk gebe es "wahnsinnig viel zu tun", sagte zum Beispiel Benedikt Mahr, Vorsitzender des Deutschen Großhandelsverbands Haustechnik, und sprach von einem "Kampf" um die Datenqualität: "Wenn ich überlege, dass von den 120 Branchenfürsten vielleicht 20 Prozent die Datenqualitätsrichtlinie - die wir gemeinsam aufgestellt haben - erfüllen (...), und der Rest eben nur teilweise, dann ist das ein Armutszeugnis."

Für BIM müssten erst Datenstandards entwickelt werden, "die es noch nicht gibt." Hans Schramm, der Vorsitzende des ZVSHK-IT-Ausschusses, beklagte, dass ein zentraler Standort für Dokumente zur Arbeitsvorbereitung fehle. Solche Daten würden heute auf verschiedenen Herstellerplattformen zur Verfügung gestellt. "Und da müssen sie sich stundenlang damit beschäftigen, in unterschiedlichen Plattformen mit unterschiedlichen Passwörtern diese Dokumente zusammenzusuchen." Von Alexander Morhart www.morhart.com (ca. 6500 Zeichen) Abbildungen:

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Digitale Heizungssteuerung spart 15 Prozent Energie

19. September 2018 - 7:12

Demnach könnten alleine durch die digitale Ausstattung von 100.000 Heizanlagen pro Jahr rund 284.000 Megawattstunden Heizenergie gespart werden. Bei der Sanierung einer veralteten Heizungsanlage liegen die Einsparpotenziale bei bis zu 30 Prozent.

In Kombination mit einer digitalen Steuerung wird der Betrieb der Anlage weiter optimiert, das bedeutet, es wird nur so viel Wärme bereitgestellt, wie benötigt wird. Die intelligente Steuerung bindet dazu zum Beispiel die aktuelle Wetterlage sowie die Wetterprognosen ein. Viele Produkte bieten zusätzlich eine Anwesenheitserkennung, welche die Heizung automatisch hochfährt, bevor die Bewohner zuhause sind. Dabei passen sich die lernenden Systeme den Gewohnheiten der Bewohner an.

Inzwischen bieten fast alle Hersteller digitale Steuerungen an. Moderne Kessel sind heutzutage standardmäßig bereits ab Werk internetfähig und können mit einfachen Plug-and-Play-Lösungen mit dem Internet verbunden werden. Auch für ältere Modelle bieten die meisten Hersteller Nachrüst-Sets an. Bei allen Lösungen werd das Thema Datensicherheit von den deutschen Herstellern großgeschrieben, heißt es. Sie setzen deshalb auf neueste Verschlüsselungstechnologien sowie höchste Sicherheitsstandards bei der Netzinfrastruktur.

Eine digitale Heizung ermöglicht aber nicht nur Energieeinsparungen, sie erhöht vor allem auch den Komfort. Mit speziellen Apps der Hersteller für Tablet und Smartphone kann die Anlage von unterwegs oder bequem vom Sofa gesteuert werden.

Mit Blick auf die Zukunft kommt der digitalen Heiztechnik eine entscheidende Rolle zu. So soll künftig Strom aus erneuerbaren Energien über die Wärmepumpe verstärkt zum Heizen genutzt werden. Strom aus erneuerbaren Energien ist jedoch volatil, er unterliegt Schwankungen. Mittels digitaler Vernetzung erkennt die Wärmepumpe, wann besonders viel erneuerbarer Strom verfügbar und somit ein möglichst umweltfreundlicher und kosteneffizienter Betrieb möglich ist. Realisiert wird dies durch so genannte Home Energy Management Systems (HEMS). In ein solches HEMS können auch andere Erzeuger und Verbraucher wie eine PV-Anlage, eine Ladestation für das E-Auto, ein thermischer oder elektrischer Speicher sowie weitere Verbraucher eingebunden werden. Dadurch profitiert der Verbraucher von einem Höchstmaß an energetischer Unabhängigkeit. Quelle: BDH / pgl

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Wärmepumpen arbeiten öfter mit alternativen Kältemitteln

18. September 2018 - 7:38

Die Verkaufsmenge teilfluorierter Kohlenwasserstoffe (HFKW) wird seit 1. Januar 2015 bis zum Jahr 2030 schrittweise auf ein Fünftel der 2015 eingesetzten Menge reduziert. Der Grund für den Ausstieg ist die Klimaschädlichkeit der fluor-basierten Gase.

Klimaschädlichkeit spielt vor allem bei der Entsorgung eine Rolle. Eine der Optionen, die eine Alternative sein könnten, ist Propan. Es ist nicht klimaschädlich, aber brennbar. Deshalb wäre es sinnvoll, die benötigte Menge zu minimieren, um das Risiko einzuschränken, sagt Lena Schnabel, Leiterin der Abteilung Wärme- und Kältetechnik am Fraunhofer ISE.

EU reduziert Produktion herkömmlicher Kältemittel

In einem Forschungsprojekt haben die Freiburger einen neuen Verteiler für das Kältemittel konzipiert. Er orientiert sich an der Natur, "hat eine kontinuierlich verzweigende Struktur wie die Äste und Zweige eines Baums, die eine gleichmäßige Verteilung des Kältemittels in den einzelnen Verdampferkanälen bei geringer Kältemittelmenge ermöglichen", erklärt Schnabel. Bislang gibt es davon ein funktionsfähiges Muster, "in Großserie ist das aber so noch nicht herstellbar", so Schnabel weiter.

Sie hätten aber zeigen können, dass man mit neuen Komponenten zu einer Reduktion des Kältemittels kommen kann. Angesichts der steigenden Preise für HFKW könnte das auch unabhängig vom Einsatz von Propan ein spannender Ansatz sein.

In ihrem Aufbau verwenden die Freiburger Forscher spezielle Verdichter, in denen die Zündquellen gekapselt sind. Sie prüfen derzeit die Bauteile im Langzeitverhalten. Diese speziellen Bauteile, die mit potentiellen neuen Kältemitteln zurechtkommen, sind im Moment einer der Engpässe für die Entwicklung umweltfreundlicherer Wärmepumpen. Das hatte schon eine Studie des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2016 festgestellt.

Brennbarkeit von Propan erfordert neue Komponenten

Probleme macht die Brennbarkeit, sie stellt höhere Anforderungen an die Dichtigkeit. "Für die Hersteller von Komponenten ist das eine schwierige Aufgabe, sie müssen die Bauteile für unterschiedliche Gasgemische einzeln freigeben", erklärt Schnabel.

Dazu kommen notwendige Umstellung im Produktionsablauf und in der Logistikkette, die auf ein höheres Risiko der brennbaren Kältemittel abgestimmt sein müssen. Das lässt die Branche zögern. "Ich sehe nicht, dass wir in absehbarer Zeit in großem Umfang andere als FKW-Kältemittel haben", schätzt Alexander Sperr, Referent Normung und Technik beim Bundesverband Wärmepumpe (BWP). Wolfgang Rogatty von Viessmann unterstützt diese Position und ist skeptisch beim Einsatz von Propan: "Aus unserer Sicht ist das für den Einsatz in Wohngebäuden nicht geeignet."

Der BWP beruhigt die Kunden, die Produkte mit derzeit gängigen Kältemitteln kaufen: Probleme mit dem Nachfüllen von Kältemittel seien nach einer Reduktion der Produktionsmengen nicht zu erwarten, da die Anlagen hermetisch dicht seien. Außerdem gebe es kein Verbot für den Verkauf von Kältemitteln. Lediglich in neuen Anlagen darf ab 2020 kein R404a mehr verwendet werden. Der Verband geht außerdem davon aus, dass aus Altanlagen Kältemittel wiedergewonnen werden und heutige Kältemittel deshalb mittelfristig verfügbar bleiben.

Hersteller haben erste Propan-Produkte im Programm

Einige Hersteller beteiligen sich am Forschungsprojekt der Freiburger oder haben Produkte angekündigt, due auf alternative Kältemittel setzen. So hat beispielsweise Heliotherm eine Produktlinie mit Propan im Portfolio. Ab 2019 soll eine Luft-Wärmepumpe mit Propan dazukommen, erklärt Marketingleiter Florian Schimanek gegenüber EnBauSa.de. Alpha Innotec hat seit September die Luft-Wasser-Wärmepumpe LWDV auf dem Markt. Sie arbeitet mit Inverter für unterschiedliche Drehzahlen des Kompressors, ein Fix-Speed-Gerät ist bereits seit einiger Zeit verfügbar. Roth verwendet Propan in seiner Thermo-Aura-Luftwasser-Wärmepumpe. 

Weitere Anbieter haben Produkte in der Pipeline. Bartl hat mehrere Wärmepumpen mit Propan im Feldversuch, die Tests sind erfolgreich abgeschlossen. "Die Zertifizierungen und auch die entsprechende Ausbildung der Servicetechniker sind noch nicht abgeschlossen, daher wird die Geräteserie noch nicht aktiv beworben", erklärt Pressesprecherin Elke Seidel auf Anfrage von EnBauSa.de. Stiebel Eltron hält sich im Moment noch bedeckt: Man arbeite an Lösungen für alternative Kältemittel, möchte aber die Mitbewerber nicht unnötig früh informieren. Auf der ISH 2019 werde man dazu voraussichtlich mehr sagen. von Pia Grund-Ludwig

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IW fordert besseres Steuermodell für Renovierung

18. September 2018 - 7:06

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Gebäudebestand in Deutschland bis zum Jahr 2050 annähernd klimaneutral zu gestalten. Dies wird aber nur dann gelingen, wenn vor allem ältere Immobilien - die energetisch besonders ineffizient sind - umfassend modernisiert und saniert werden (siehe "Sanieren für mehr Klimaschutz"). Hier hapere es allerdings, wie ein Blick auf den Wohnungsmarkt der vergangenen Jahre zeige, moniert das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW).

Im Zeitraum 2007 bis 2013 wechselten jedes Jahr rund 247.500 Wohnungen der Baujahre 1949 bis 1971 den Besitzer. Energetisch saniert werde dabei kaum. Der Grund sei, dass es sich für Wohnungseigentümer aufgrund der zuletzt relativ niedrigen Energiepreise weniger lohne, viel Geld in Wärmedämmung oder effizientere Heizungsanlagen zu stecken, so das IW.

Ein anderer Grund liege im Steuerrecht. Renovierungskosten für vermietete Wohnungen dürfen nur dann im selben Jahr steuerlich abgesetzt werden, wenn sie netto innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Erwerb der Immobilie 15 Prozent des Kaufpreises nicht überschreiten. Sind die Modernisierungskosten höher, gelten sie als "anschaffungsnahe Herstellungskosten" und müssen über 50 Jahre abgeschrieben werden - was vor allem für ältere Immobilienkäufer unattraktiv sei.

Diese Steuervorschriften führen nah Ansicht des Instituts dazu, dass ein Neu-Eigentümer eines Wohnhauses davon abgehalten wird, eine energetisch sinnvolle, aber eben auch kostspielige Komplettsanierung vorzunehmen, also zum Beispiel sowohl die Fassade zu dämmen als auch das Dach neu zu decken. Die Bundesregierung hat mehrfach eine Änderung der Steuerregelungen für die Gebäudesanierung angekündigt, aber nicht umgesetzt.

Die Politik solle neben einer beschleunigten Abschreibung vor allem einen einkommensunabhängigen Steuerabzug beschließen. Um Mitnahmeeffekte zu vermeiden, sollte sich die Höhe des Steuerabzugs daran orientieren, wie effizient die Sanierungsmaßnahmen sind, also in welchem Maße sich damit Kohlendioxidemissionen einsparen lassen. Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft / pgl

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Ifo schlägt Grundsteuer nach Fläche vor

17. September 2018 - 10:54

Das Bundesverfassungsgericht hat die aktuelle Praxis zur Bemessung der Grundsteuer im April 2018 für als verfassungswidrig erklärt. Für die Reform der Steuer machte es aber keine Vorschriften.

Für eine Grundsteuer auf Basis von einer Kombination aus Grundstücks-, Wohn- und Nutzfläche wäre eine einmalige Bestimmung ausreichend, Anpassungen wären nur bei baulichen Veränderungen nötig. Wertbasierte Verfahren zur Ermittlung der Grundsteuer brächten erhebliche Probleme mit sich, ergänzte Fuest. Sollten aktuelle Verkehrswerte benutzt werden, so müssten diese erst ermittelt werden. "Das wäre mit einem erheblichen Aufwand verbunden, der sich angesichts des relativ geringen Grundsteueraufkommens von derzeit etwa 14 Milliarden Euro im Jahr kaum rechtfertigen ließe", sagt Fuest.

Verfahren zur Bestimmung pauschalisierter Immobilienwerte würden die Bewertungskosten kaum reduzieren und zudem verfassungsrechtliche Bedenken nach sich ziehen. "Für die Wertbasierung wird häufig angeführt, dass dadurch eine gerechtere Verteilung der Steuerlast erreicht werden könne. Dieses Argument ist nicht tragfähig. Die Grundsteuer ist eine Objektsteuer. Bei ihr spielt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Besteuerten keine Rolle. Das gilt unabhängig davon, ob die Steuer am Verkehrswert des Hauses ansetzt oder an der Grundstücks- und Gebäudefläche", erklärte Fuest.

Darüber hinaus würden wertbasierte Grundsteuermodelle zu einer erheblichen Umverteilung der Grundsteuerlast führen. Die Eigentümer selbstgenutzter Immobilien ebenso wie Mieter in Großstädten müssten voraussichtlich deutlich mehr zahlen als bisher. Außerdem würde ein wertbasiertes Grundsteuermodell dazu führen, dass wirtschaftlich starke Bundesländer mit hohen Immobilienpreisen wie Bayern und Baden-Württemberg mehr in den Länderfinanzausgleich einzahlen müssten.

Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland, hält den flächenbasierten Ansatz für die gerechteste Reform. "Das Flächenmodell ist gerecht, denn wer mehr Fläche bewohnt, zahlt mehr", erklärte Warnecke in Berlin. "Das Flächenmodell bietet für die Bürger, die Verwaltung und die Kommunen Verlässlichkeit und Planbarkeit", betonte Warnecke. "Das alte Grundsteuermodell ist daran gescheitert, dass die Politik es nicht aktualisiert hat. Das sollte sich nicht wiederholen."

Über die individuelle Grundsteuerbelastung entscheidet am Ende die Kommune mit ihrem Hebesatz. "Die Reform der Grundsteuer muss den Kommunen ihren finanziellen Handlungsspielraum lassen. Sie darf aber nicht dazu einladen, die Gemeindekassen stetig immer mehr zu füllen", mahnte Warnecke. "Die vom Bundesverfassungsgericht gesetzte Frist zur Anwendung der neuen Berechnungsgrundlage steht einem wertbasierten Modell entgegen. Die Vorstellung, eine wertbasierte Berechnungsgrundlage bis spätestens ab 2025 anwenden zu können, erscheint vor der Notwendigkeit 35 Millionen Grundstücke sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe neu bewerten zu müssen, illusorisch," ergänzt Hans Volkert Volckens, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Steuerrecht.

"Mit dem Flächenmodell wären die Fristen einzuhalten. Die benötigten Daten liegen vor." Ein weiterer Vorteil wäre laut Volckens, dass neben der schnellen Umsetzbarkeit dieser Reformweg für den Steuerpflichtigen wesentlich transparenter als eine Bemessung nach einem Wert und ferner für die Kommune eine konjunkturunabhängige Einnahmequelle wäre. Ebenso wäre in der Bemessungsgrundlage kein automatischer Erhöhungsmechanismus implementiert.

Auch Umweltverbände können einem Flächenmodell etwas abgewinnen. Es können dazuu beitragen, den Flächenverbrauch stoppen und Innenentwicklung fördern. pgl

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Tecalors Lüftung liefert auch Wärme

17. September 2018 - 7:25

Das Europäische Parlament strebt ab 2020 Nahe-Null-Energiehäuser als Baustandard an. In Deutschland sind der KFW-40- sowie der Passivhausstandard in der Neubaupraxis angekommen. Diese Häuser dürfen nur noch 25 beziehungsweise 15 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen. Der hohe energetische Standard wird auch durch eine hochwertige Hülle erreicht  mit effektiver Dämmung und einer weitgehenden Luftdichtigkeit. Dennoch muss die verbrauchte Raumluft zuverlässig und regelmäßig abgeführt werden. Zum Einsatz kommt in der Regel kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Hier setzt das TCO 2.5 an. Die Anlage ist zunächst ein zentrales Lüftungsgerät. Für die geringe Menge an benötigter Heizenergie dient die Luft als Trägermedium. Somit muss der Planer beim Einbau des Lüftungsintegralsystems kein wasserführendes Heizsystem mehr vorsehen, wenn die zu übertragende Wärmemenge, die durch die Luft übertragen wird, ausreicht. Das spart Planungs- und Installationskosten.

Für die Wärmeerzeugung ist eine Inverter-Luft-Wasser-Wärmepumpe integriert. Sie arbeitet mit dem Kältemittel CO2 und kann neben der Heizwärme Wassertemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius bereitstellen. Damit stehen bis zu 340 Liter Mischwasser zur Verfügung - genug für bis zu fünf Bewohner. Die Lüftungsanlage gewinnt rund 90 Prozent der Wärme aus der verbrauchten Raumluft zurück und transportiert sie mit der zusätzlichen Heizwärme wieder in die Räume. Auf diese Weise deckt die Anlage den Wärmebedarf von hoch effizienten Eigenheimen bis 240 Quadratmetern Größe. Zusätzliche Im Bad besteht ein höherer Wärmebedarf als im Rest des Hauses - allerdings ist das Badezimmer ein Abluftraum. An das System kann dafür zusätzlich eine wasserführende Fußbodenheizung oder ein Heizkörper angeschlossen werden. Quelle: Tecalor / pgl

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Qualitätstest von Brennstoffzellen wird optimiert

15. September 2018 - 8:02

Im Rahmen des vom Bundesverkehrsministerium und der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) geförderten Verbundvorhabens "BePPel" (Bipolarplatten für Brennstoffzellen und Elektrolyseure) sollen die von der Industrie geforderten Messstandards im Sinne einer verbesserten Qualitätsüberwachung bis September 2019 entwickelt und implementiert werden.

"Standards sind ein essentieller Bestandteil im Hinblick auf die sich weiterentwickelnde Wasserstoff-Industrie und zwingend notwendig, um die Brennstoffzellentechnologie in der Automobilbranche sowie bei der Anwendung in stationären Systemen zu integrieren und marktfähig zu machen", betont Alexander Dyck, Leiter der Abteilung Brennstoffzellen beim DLR. Vor diesem Hintergrund leiste das Vorhaben durch den Aufbau einer international wettbewerbsfähigen Zuliefererindustrie einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Verkehrssektor und im Energiemarkt.

Im Detail fokussiert sich das Projekt auf eine Definition der Messstandards der elektrischen Leitfähigkeiten und der Kontaktwiderstände an den graphitischen und metallischen Bipolarplatten. "Dabei berücksichtigen wir sowohl die Querleitfähigkeit, also die In-Plane-, als auch die Leitfähigkeit orthogonal zur Fläche - die sogenannte Through-Plane-Leitfähigkeit - in Brennstoffzellensystemen mit Niedertemperatur- und Hochtemperatur- Anwendungen. Diese sind wesentliche Parameter für die Güte einer Bipolarplatte", erläutert Nadine Pilinski, BePPel-Projektleiterin beim DLR.

Präzise Vergleichswerte erzielen die beteiligten Institute durch einen Ringvergleich - den sogenannten 'Round-Robin-Test' -, so dass zum Projektabschluss ein kostengünstiges produktionsbegleitendes Messsystem für die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit von Brennstoffzellen-Komponenten, basierend auf der im Projekt entwickelten Messmethode, zur Verfügung stellen soll.

In der Massenfertigung von Bipolarplatten können Hersteller und OEM-Kunden die verbesserten Möglichkeiten zur Qualitätskontrolle künftig zum Beispiel zur online-Prozesskontrolle sowie zur Übertragung der entwickelten Messmethode in einen Industriestandard nutzen. Weitere Vorteile ergeben sich für die Industrie aus dem deutlich reduzierten Aufwand für die Warenausgangs- sowie Eingangskontrolle im Rahmen eines firmeninternen Qualitätsmanagements sowie durch die große Verringerung der Plattenfertigungs- und Systemherstellungskosten, da fehlerhafte Platten frühzeitig aus dem Fertigungsprozess genommen werden können. Zudem ist eine Harmonisierung der Testverfahren bei den verschiedenen Zulieferern und Stack-Herstellern wichtig, um verlässliche, nachvollziehbare Daten zu erhalten und eine größere Markttransparenz zu schaffen. Quelle: DLR / pgl

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Bauinfoconsult schätzt Bauschäden auf 14,9 Milliarden

14. September 2018 - 7:30

Nach einer aktuellen Analyse von Bauinfoconsult beläuft sich der Fehlerkostenanteil am gesamten 2017er Branchenumsatz im Schnitt auf rund 13,6 Prozent. Dies entspräche Schäden von 14,9 Milliarden Euro bezogen auf den für 2017 statistisch erfassten Umsatz im Bauhauptgewerbe. Egal ob nun Risse im Mauerwerk, durchfeuchtete Fensterlaibungen oder undichte Lüftungsanlagen: Bauschäden sind teuer und verursachen Kosten.

Baumängel treten nicht "nur" vereinzelt beim 08/15-Einfamilienhausbau auf, sondern bekanntermaßen auch in Großprojekten. Bauinfoconsult führt jährlich eine umsatzanteilige Fehlerkostenanalyse durch. Wie in den Vorjahren ergibt sich dabei auch für 2017 ein erschreckendes Bild: Demnach schätzen die befragten Bauakteure, dass der Fehlerkostenanteil am gesamten Branchenumsatz bei durchschnittlich 13,6 Prozent liegt.

Neben der ärgerlich hohen Gesamtsumme, die jährlich im Fehlerkostenschlund verschwindet, spielt auch die Häufigkeit eine Rolle, in der Fehlerkosten entstehen. Die befragten Bauakteure schätzen, dass in 10 Prozent der von ihnen 2017 von ihnen durchgeführten Bauvorhaben Fehlerkosten produziert wurden. Quelle: Bauinfoconsult / pgl

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Baukindergeld kommt ab 18. September

14. September 2018 - 7:28

Das Baukindergeld ist eine Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, um den erstmaligen Erwerb von selbstgenutzten Wohneigentum für Familien mit Kindern zu unterstützen. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe: "Mit dem Baukindergeld bietet die KfW einen neuen Zuschuss an, der die Kreditförderung aus dem KfW-Wohneigentumsprogramm gut ergänzt. Über das KfW-Zuschussportal bieten wir eine digitale Plattform für eine schnelle Beantragung des Baukindergelds."

Die Baukindergeld-Förderung umfasst die finanzielle Unterstützung der Eigentumsbildung für Familien und Alleinerziehende in Deutschland mit mindestens einem, im gleichen Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren. Die Zuschusshöhe beträgt 1.200 Euro je Kind und pro Jahr für die erstmalige Neuschaffung oder den Ersterwerb von Wohneigentum insbesondere auch im Wohnungsbestand über zehn Jahre. Bei einem Kind sind das insgesamt 12.000 Euro. Die Einkommensgrenze liegt bei 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind . Das Baukindergeld wird rückwirkend ab dem 01. Januar 2018 gewährt. Es wird nach Einzug beantragt und einmal im Jahr ausgezahlt. Das Baukindergeld ist unter anderem mit den KfW-Förderprogrammen zum Energieeffizienten Bauen und Sanieren sowie Programmen der Bundesländer kombinierbar. Familien und Alleinerziehende können ihren Antrag einfach online über das KfW-Zuschussportal stellen. Quelle: KfW / pgl

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Mobile Pilotanlage macht Holzabfall zu Gas

13. September 2018 - 8:06

Die Pilotanlage haben Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Forschungsstelle des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) entwickelt und getestet.

Wärme und Mobilität werden derzeit noch überwiegend aus fossilen Quellen gespeist. Um auch diese Sektoren in Zukunft nachhaltig und umweltschonend mit Energie zu versorgen, eignen sich nach Ansicht von Experten vor allem auch chemische Energieträger aus erneuerbaren Quellen, wie beispielsweise Biogas oder SNG.

In Ländern mit einer intensiven Forstwirtschaft, wie Finnland oder Schweden, besteht ein großes Potenzial für die Produktion von SNG aus Holzabfällen. Hierbei wird über die Biomassevergasung ein Synthesegas gewonnen, das im Wesentlichen aus einer Mischung von Wasserstoff, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid besteht. Dieses Gemisch kann anschließend über eine Methanisierung zu hochwertigem Methan umgewandelt werden.

Einen sehr effektiven Weg für diese Methanisierung haben die Forscher des Engler-Bunte-Instituts am KIT und der angeschlossenen DVGW-Forschungsstelle nun erfolgreich über mehrere Wochen im schwedischen Köping getestet. Das Herzstück der Anlage sind wabenförmige Katalysatorträger, die in der Arbeitsgruppe "chemisch-katalytische Verfahren" des EBI-Teilinstituts Chemische Energieträger-Brennstofftechnologie (EBI ceb) unter der Leitung von Siegfried Bajohr entwickelt und für den Einsatz in der Methanisierung optimiert wurden. "Die metallischen Nickel-Katalysatoren wandeln in einem einstufigen Prozess Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid und bei ausreichender Versorgung mit Wasserstoff auch Kohlenstoffdioxid zu Methan und Wasser um", erklärt Siegfried Bajohr.

Die in Containerbauweise realisierte Pilotanlage wurde an einen Biomassevergaser gekoppelt, der die für die chemische Reaktion notwendigen kohlenstoffhaltigen Gase liefert. In diesem Anlagenverbund wandelte die Karlsruher Methanisierungsanlage zuverlässig, über mehrere Wochen, Synthesegas zu Methan um. "Das so nachhaltig erzeugte synthetische Methan kam anschließend sehr erfolgreich beim schwedischen Projektpartner Cortus AB als Kraftstoff in den firmeneigenen Erdgas-Fahrzeugen zum Einsatz", so Bajohr. "Neben der Nutzung im Erdgasfahrzeug sehen wir den Vorteil der Erzeugung des chemischen Energieträgers Methan darin, dass das Gas ohne Einschränkungen in die vorhandene europäische Erdgasinfrastruktur eingespeist werden kann", sagt Felix Ortloff vom EBI. Somit könnte es nach Einschätzung der Forscher bereits heute in vielen bestehenden Anwendungen fossiles Erdgas direkt ersetzen.

"Ein weiteres Einsatzgebiet für die Technologie sehen wir im Rahmen des Power-to-Gas-Kontextes", so Ortloff. Hierbei wird Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Wasserstoff kann anschließend in einer Reaktion mit Kohlenstoffdioxid ebenfalls zu synthetischem Methan weiterverarbeitet werden. Neben der Entlastung der Stromnetze stufen die Forscher insbesondere die Einbindung von Biogas- oder Biomassevergasungsanlagen in Power-to-Gas-Konzepte als vorteilhaft ein. Denn so könnte die Produktionskapazität der Anlagen verdoppelt werden, da das bei der Biogasproduktion ohnehin anfallende Kohlenstoffdioxid vollständig zu Methan umgewandelt wird.

"Ein Vorteil unserer Pilotanlage ist ihre kompakte Bauweise und damit ihre Mobilität", erläutert Ortloff. "Installiert in einem Frachtcontainer kann sie zum Beispiel dezentral, an abgelegenen Biogasanlagen, im ländlichen Raum oder in Verbindung mit anderen zukünftig relevanten CO2-Quellen, beispielsweise verschiedenen Industrieprozessen, erprobt werden", fügt er an.

Nach dem Einsatz in Schweden ist die Pilotanlage nun wieder auf dem Weg nach Karlsruhe. "Die Anlage wird am Campus Nord des KIT in die Infrastruktur des Energy Labs 2.0 eingebunden. Ein Ziel ist es, die Waben-Methanisierung weiter zu verbessern und die Katalysatoren unter anderem für den Einsatz in erheblich größeren Anlagen zu optimieren", sagt Siegfried Bajohr, der für die wissenschaftliche Betreuung der Pilotanlage verantwortlich ist. Quelle: KIT/pgl

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Verbrauch von Heizungen im Betrieb gewinnt Brisanz

13. September 2018 - 7:34

 

Die Forscher adressieren mit ihrem Projekt das Problem, dass es in der Praxis häufig zu Abweichungen zwischen den mittels VDI 4650 korrekt bestimmten Arbeitszahlen und den gemessenen Werten kommt.

Um zu einer realistischen Einschätzung dazu zu kommen, welche Effizienz ein Heizsystem in einem Gebäude wirklich hat, benutzen die Forscher Simulationen. Einer der Unterschiede ist, dass sie nicht von einem konstanten Lastprofil ausgehen. Vier typische Tage innerhalb eines Jahres haben sie identifiziert, die konkreten Gebäude werden als Simulation in das Modell eingespeist. Von den vier Tagen wird auf das Jahr hochgerechnet. Die Einbeziehung der Gebäudedaten hat den Vorteil, dass Randbedingungen vor Ort besser als bei bisherigen Methoden berücksichtigt sind.

Erprobt haben die Forscher ihre Idee für Wärmepumpen und Mini-KWK in einem definierten Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 160 Quadratmetern, es könnten jedoch auch andere Heizsysteme bewertet werden. Bei der Vermessung von Wärmepumpen verwenden sie andere Verfahren als die üblicherweise verwendete Richtlinie VDI 4650. So sind die Bilanzgrenzen anders gezogen und beziehen den Speicher mit ein, entsprechend weichen die Messergebnisse zur Jahresarbeitszahl ab.

Vor allem simple Systemkonstellationen sind effizient

Vor allem bei Wärmepumpen wird die erreichte Jahreszahl und ihre Abweichung von der Norm immer wieder diskutiert. Die Jahresarbeitszahl setzt die Heizungswärme ins Verhältnis zum eingesetzten Strom im Laufe eines ganzen Jahres. Je höher die Zahl, desto effizienter die Wärmepumpe. Im Monitoring des Netzwerks Effizienzhaus Plus, das 2017 vorgestellt wurde, zeigten sich große Unterschiede zwischen Norm und Realität, nach oben und nach unten. Luftwärmepumpen lagen im Durchschnitt bei einer Jahresarbeitszahl von 2,9 im Altbau und 3,1 im Neubau, die untersten Werte deutlich unter 2. 

Erdreichwärmepumpen waren etwas besser mit deutlicheren Ausreißern nach oben bis zu einem Wert von 5, doch auch hier gab es Systeme, die es gerade mal auf eine Jahresarbeitszahl von 2 brachten. Marek Miara vom Fraunhofer ISE, der viele Wärmepumpen im Betrieb vermessen hat, bricht trotz dieser Differenz eine Lanze für Wärmepumpen: Sie erreichten eine Effizienz, die ihnen auf jeden Fall Vorteile gegenüber fossilen Heizungen verschaffe. Einfache und robuste Anlagen erreichten die besten Werte. "Keep it simple" müsse die Maxime sein, formulierte Stefan Oehler vom Planungsbüro Greentech in Frankfurt.

Effizienzmessung von Heizanlagen ist ein heißes Thema

Messungen der Effizienz von Heizsystemen in der Praxis sind ein Thema, das diffizil ist und nicht nur die Betreiber von Wärmepumpen und Mini-KWK beschäftigt. Experten wie Professor Dieter Wolff von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften wollen die Effizienz von Gebäudehülle, Nutzung und Haustechnik im Betrieb zur Voraussetzung der Erfüllung von Anforderungen an Neubauten und der Förderung durch KfW und BAFA machen und dies im Gebäudeenergiegesetz verankern. Wärmemengenzähler zusammen mit Endenergiezählern (Gas, Strom) müssten in allen Heizanlagen, also auch bei Gasbrennwertheizungen, verbindlich sein, fordert Wolff. Für geförderte Wärmepumpen ist das heute bereits Standard.

Wolff schlägt ein einfaches Monitoring über mehrere Jahre nach der Inbetriebnahme neuer Heizanlagen vor. Das würde langfristig alle Anlagen betreffen und würde so selbstverständlich werden, wie heute bereits die Verbrauchsanzeige in fast jedem neuen PKW. Der Beitrag der Gebäudehülle und Nutzung bei einer Komplettsanierung würde im Monitoring über die von Wolff vorgeschlagene Energieanalyse aus dem Verbrauch erfasst, die auch Transmissions- und Lüftungswärmeverluste zeigt.

Wolff plädiert auch dafür, das heutige Förderschema umzustellen. Es soll künftig nicht mehr vor der Investition, sondern nach nachgewiesenem Erfolg durch Einsparungen gefördert werden. Die Frage, ob im Zweifel dann Bauherren, Nutzer oder Planer verantwortlich sind, müsse politisch beantwortet werden. Notwendig seien auf jeden Fall mehr Anreize, zum Beispiel in der Honorarordnung für Ingenieure und Architekten für ein Monitoring nach Inbetriebnahme.

Dieter Bindel vom Energieberaterverband GIH hält nichts von einer Förderhöhe, die erst nach der Sanierung feststeht: "Ich denke, das ist nicht praktikabel. Es wäre ein weiteres Investitionshemmnis bei Sanierungen, wenn die Menschen vorher nicht wissen, wie hoch die Förderung sein wird." Eine Gewährleistung für Einsparungen kann er sich durchaus vorstellen: "Eine Einsparversicherung würde aus meiner Sicht mehr Sinn machen, im Sinne einer Vereinbarung mit dem Energieberater oder Handwerker. Wenn sich Sanierungserfolge nicht einstellen, wäre das über eine Versicherung gedeckt."  Auch Monitoring der Verbräuche hält er für durchaus sinnvoll: "Ich könnte mir auch vorstellen, dass es Förderung für Monitoring gibt. Etwa in Mehrfamilienhäusern ein datenschutzkonformes anonymes Ranking erstellt wird, in dem Mieter sehen können, wie sie im Vergleich zu anderen im Haus beim Energieverbrauch liegen."

Im Moment stehen nur Wärmepumpen im Fokus

Adressiert wird das Thema der Effizienzerfassung im Betrieb aber im Moment hauptsächlich für Wärmepumpen. So wurde im Referentenentwurf für das neue Gebäudeenergiegesetz Anfang 2017 eine kontinuierliche Anzeige der Jahresarbeitszahl gefordert. Aus Sicht von Alexander Sperr ergibt das nicht viel Sinn, "die muss man auf ein Jahr betrachtet analysieren." Außerdem lasse sich die Jahresarbeitszahl ohnehin leicht durch die in der Regel integrierten Wärmemengen- und Stromzähler ermitteln. Anders als bei konventionellen Gas- oder Ölbrennwertgeräten, die in der Regel in Einfamilienhäusern keine Wärmemengenzähler für die abgegebene Wärme haben.

Das Thema Effizienzmessung im Betrieb ist auch deshalb umstritten und komplex, weil nicht nur die Technik, sondern auch die Nutzer und deren Gewohnheiten entscheidenden Einfluss auf die Effizienz haben. So gehen Normen von einer Durchschnittstemperatur von 20 Grad aus, die aber nicht der Realität entspricht und in dem meisten Wohnungen ein bis zwei Grad höher liegt.

Prüfverfahren kann in der Entwicklung nutzen

Den Nutzer als "Störfaktor" schließt auch das jetzt entwickelte Verfahren der Forschergruppe aus, es versucht lediglich, für definierte Gebäude die optimale Lösung zu finden. Für den Einsatz an einzelnen Objekten sei das Verfahren aber nicht geeignet, sagt Sperr. Die Kosten für Messungen auf dem Prüfstand seien für einzelne Installationen mit einigen tausend Euro viel zu hoch.

Er könne sich aber vorstellen, dass das Prüfverfahren im Entwicklungsprozess neuer Produkte durch die Hersteller eingesetzt wird. Die könnten damit genauer als bisher definieren, welche Anlagen sich für welche Einsatzszenarien und Randbedingungen eignen. Man arbeite selbst auch im Rahmen der Weiterentwicklung der entsprechenden Richtlinie VDI 4650 Blatt 1 daran, Realität und Prognose näher zusammenzubringen. Von Pia Grund-Ludwig

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Immobilienwirtschaft will mehr Anreize für Neubau

12. September 2018 - 7:21

Anreize für mehr bezahlbaren Wohnungsbau seien in den Ländern ebenso nötig wie eine Stärkung der ländlichen Regionen, so der GdW. Die Wohnungswirtschaft setzt sich dafür ein, dass die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für den Neubau von Wohnungen verstetigt und die reguläre lineare Abschreibung von 2 Prozent auf 3 Prozent erhöht werde. Die aktuell geplante Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau greife zu kurz und schließe die Wohnungswirtschaft faktisch von den Anreizen aus. Darüber hinaus müsse die Grunderwerbsteuer bundeseinheitlich wieder auf 3,5 Prozent abgesenkt werden.

Eine wichtige Rolle spielen die Länder außerdem bei den Belangen der Wohnraumförderung. Sie ist ein zentraler Baustein der Wohnungspolitik und sollte auf hohem Niveau fortgesetzt und unter einer klaren Zweckbindung eingesetzt werden.

Zentrale Forderung der Wohnungswirtschaft ist es, die Landesbauordnungen in Anlehnung an die Musterbauordnung zu harmonisieren. "Die aktuell gravierenden Unterschiede haben gerade für Unternehmen, die in mehreren Ländern tätig sind, große Kostennachteile", so GdW-Chef Axel Gedaschko. Darüber hinaus müsse die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) zügig überarbeitet und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Der GdW schlägt außerdem vor, einen neuen Anreizmechanismus im Länderfinanzausgleich zu schaffen. Damit sollen die Kommunen finanziell entlastet werden, die Wohnflächen ausweisen und entwickeln wollen. "Um die Weiterentwicklung des seriellen Bauens zu befördern, schlagen wir außerdem die Einsetzung einer gemeinsamen Kommission von Bund, Ländern und Verbänden vor, die sich mit noch bestehenden Hemmnissen in der Umsetzung befassen sollte", so Gedaschko.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), der Verband für Wärmelieferung (VfW) und der Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker - Bundesverband (GIH) fordern, dass nach der Kappung der Modernisierungsumlage an anderer Stelle bessere Anreize für Vermieter geschaffen werden müssten, damit energetische Modernisierungen attraktiv bleiben.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sie sich für eine weniger restriktive Kappungsgrenze für die Umlage von Modernisierungskosten, den Verbleib öffentlicher Fördermittel beim Vermieter, die Schaffung einer beschleunigten Modernisierungs-Abschreibung (AfA) für Vermieter und bessere Rahmenbedingungen für Energiedienstleistungen aus. "Die Senkung der Modernisierungsumlage und die Einführung der Kappungsgrenze von drei Euro je Quadratmeter machen umfassende, systemisch-energetische Modernisierungen nahezu unmöglich und führen eher zu Sanierungsdumping als zu mehr Mieterschutz" argumentiert Benjamin Weismann, Geschäftsführer des GIH.

Auch Tobias Dworschak, Geschäftsführer des VfW, sieht Verbesserungsbedarf: "Professionelle Energiedienstleistungen können helfen, das Mieter-Vermieter-Dilemma zu überwinden. Leider sieht das Gesetz nicht vor, die Rahmenbedingungen hierfür zu verbessern. Im Rahmen der Plattform Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wurden sich auf Möglichkeiten hierzu verständigt. Diese sollten jetzt berücksichtigt werden." pgl

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Solarjalousie sammelt Wärme an der Fassade ein

12. September 2018 - 7:21

Auf der Fachmesse Bau 2017 wurde die Idee vorgestellt,  jetzt nähert sich die Solarjalousie der Produktreife. Der im Projekt "Arkol" entwickelte Prototyp hat die volle Beweglichkeit einer normalen Jalousie. Nur die zusätzliche Funktion der Wärmeabfuhr von den Lamellen unterscheidet sie von herkömmlichen Installationen.

In vielen Fällen werden Jalousien zwischen Glasscheiben eingesetzt, die aufgrund der Sonneneinstrahlung Temperaturen bis zu 100 °C erreichen können. Die solarthermische Jalousie nutzt diese überschüssige Wärme und führt sie über in den Lamellen verbaute Heat-Pipes, dünne Vakuumröhren, dem Warmwasserspeicher des Gebäudes zu. Das reduziert außerdem die Temperatur der Fensteroberfläche auf der Raumseite und dadurch auch den Kühlbedarf des Gebäudes. 

Für den Wärmetransport von den beweglichen Lamellen in die stationären Sammelleitungen wurde eine schaltbare thermische Kopplung entwickelt. Ein Aluminiumadapter, der mit der Heat-Pipe verbunden ist, wird von einem Anpressrahmen mit Druckfedern an den Sammelkanal, einem vertikal in der Fassade verlegten Wärmetauscher, angepresst. Wenn die Position der Lamellen verstellt werden soll, wird der Presskontakt gelöst und die Jalousie ist so beweglich wie jede andere. Diese Technologie wurde auch zum Patent angemeldet.

Im ersten Labortestmuster, welches in den letzten Monaten am Fraunhofer ISE gefertigt und montiert wurde, wird das Öffnen der thermischen Kopplung mit Hilfe von Hubmagneten realisiert. Auch eine Anpressmechanik über eine Nockenwelle kann je nach Konstruktion verwendet werden. Die trockene Anbindung der thermischen Elemente gewährleistet nicht nur die notwendige Beweglichkeit und gute Wärmeleitung, sondern bietet gleichzeitig Vorteile hinsichtlich Montage, Wartung und Betriebssicherheit.

Auch für die Nutzung von Heat-Pipes in horizontal ausgerichteten Lamellen wurden neue Konzepte erarbeitet. So wurde zum Beispiel mit verschiedenen Füllständen experimentiert, um einen optimalen Wirkungsgrad zu erreichen. Nicht zuletzt müssen alle Komponenten so ausgelegt sein, dass sie trotz potentiell hoher Temperaturen im Inneren der Doppelfassade über die in der Branche üblichen Zeiträume von 30 Jahren hinweg möglichst wartungsfrei funktionieren.

Im Vergleich zu nachgerüsteten Solarthermie-Kollektoren soll die solarthermische Jalousie laut ersten Schätzungen der Forscher auch beim Thema Kosten gut abschneiden. Der Quadratmeterpreis soll bei zirka 800 Euro liegen. Sie wird aus massenproduzierten Teilen hergestellt und stellt wenig zusätzliche Anforderungen an Fassadenbauer, Monteure und Installateure. Das erste geplante Einsatzgebiet werden Hochhausprojekte sein.

Als nächster Schritt, vor dem Bau einer Demonstratorfassade aus mehreren Modulen, sind thermische Messungen auf dem Prüfstand am Labortestmuster geplant. Dabei sollen vor allem die Erträge bei unterschiedlichen Anstellwinkeln der Lamellen in Relation zum Sonnenstand gemessen werden. Die Ergebnisse werden dazu verwendet, um ein Simulationsmodell der solarthermischen Jalousie zu erstellen, mit dem man in Zukunft verschiedene Varianten in einem Bauvorhaben schnell am Computer miteinander vergleichen kann.

2019 soll eine geringe Anzahl an Modulen für eine Demonstratorfassade fertig sein. Das ist noch keine Serienfertigung, sondern eine Prototyping- oder Einzelanfertigung. Danach soll die Produktion schnellstmöglich zur Kleinserie auf einer Fläche von 300 - 1000 Quadratmeter übergehen. Die Details zu Fertigungsverfahren diskutieren die Forscher derzeit mit Industriepartnern. pgl

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CO2-Bilanzierung von Gebäuden ist umstritten

11. September 2018 - 7:49

Eine CO2-Bilanzierung für Gebäude ergänzend zu bisher üblichen Verfahren fordern die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), die Bundesarchitektenkammer (BAK) und der GdW, der Verband der Wohnungsunternehmen, in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Das sei falsch und im Sinne der Energiewende kontraproduktiv, kontern unter anderem Deutsche Umwelthilfe, Mieterbund, der Energieberaterverband GIH und die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff).

Bislang ist für die Erfüllung der Energieeinsparverordnung sowohl der Primärenergieverbrauch als auch der Wärmeverlust durch die Gebäudehülle relevant. Bei einer reinen Bilanzierung nach CO2 könnten auch diejenigen Gebäude die Anforderungen erfüllen, die nach wie vor einen hohen Heizwärmebedarf haben. Es reicht, wenn sie erneuerbare Energien zum Heizen verwenden. Eine Optimierung der Gebäudehülle durch gute Fenster, ein gedämmtes Dach oder gedämmte Wände würden an Bedeutung verlieren.

Das hätte dann nach den Vorstellungen von DGNB, BAK und GdW auch Auswirkungen auf die Förderprogramme: "Die KfW-Programme 153 "Energieeffizient Bauen" und 151/152 "Energieeffizient Sanieren", die aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm finanziert werden, werden um je eine Variante zur Treibhausgasvermeidung ergänzt. Die Varianten erhalten als Nebenbedingung ein Effizienzkriterium", heißt es in dem Papier.

CO2-Bilanzierung soll optional sein

Erst einmal soll die CO2-Bilanzierung also neben anderen Optionen stehen, die Bauherren könnten sich entscheiden. Es hört sich sinnvoll an, den Klimakiller CO2 zum Maßstab für die Gebäudebilanz zu machen. Dabei denke man allerdings zu kurz, so die Kritiker. Der derzeitige hohe Wärmeverbrauch werde zementiert und lasse sich nicht komplett durch Erneuerbare ersetzen. Der Endenergieverbrauch für Raumwärme liegt über dem Bruttostromverbrauch, eine Dekarbonisierung der kompletten Menge sei weder wirtschaftlich sinnvoll noch nachhaltig möglich.

Außerdem, so das Papier der Kritiker weiter, würde eine Umstellung alleine auf CO2 gegen EU-Recht verstoßen. Die EU-Richtlinie zur Gesamteffizienz von Gebäuden sieht eine Bilanzierung nach Primärenergieverbrauch und eine Optimierung der Gebäudehülle vor. "Eine CO2-Bilanzierung ist an sich keine schlechte Idee, aber nicht als Ersatzanforderung, sonst führt es zu Mitnahmeeffekten", warnt Benjamin Weismann, Geschäftsführer des Energieberaterverbands GIH. Vorstellbar sei eine Koppelung von CO2 und Primärenergieverbrauch, um zu verhindern, dass Energievergeudung belohnt wird.

Ein weiterer Punkt, den DGNB, BAK und GdW fordern, ist die Bilanzierung kompletter Quartiere. Die Idee ist dabei, dass neue oder gut sanierte Gebäude Energieschleudern für einen bestimmten Zeitraum kompensieren können. Für ein Quartier würde das Gebäudeenergiegesetz in der Bilanz als erfüllt gelten. Die Abgrenzung der Quartiere sollen die Eigentümer selbst in Abstimmung mit den Kommunen vornehmen können. "Wenn nur im Durchschnitt eines Quartiers etwas erreicht wird und die Besitzer noch dazu selbst die Grenze eines Quartiers definieren können, ist das schädlich", warnt Weismann. Er befürchtet Greenwashing durch Leuchttürme.

Sanierung nur für Betuchte

Außerdem könne es sein, dass in sanierte Gebäude besser betuchte Bewohner einziehen, die dann geringere Heizkosten haben und andere Mieter hohe Kosten für die Heizung in den weiter unsanierten Beständen bezahlen müssen. "Das führt zu einer sozialen Schere", warnt er. Der Mieterbund schließt sich dieser Argumentation an. Ingrid Vogler vom GdW geht aber davon aus, dass gerade Mieter mit geringem Einkommen nicht von energetischer Sanierung profitieren. Sie hat in einer Analyse empirischer Daten einen großen Sprung bei den Wohnkosten nach einer energetischen Sanierung für Mieter mit geringem Einkommen ermittelt. "Lag der Anteil der Wohnkosten am Nettoeinkommen vorher bei 40 Prozent, konnte er nachher durchaus 50 Prozent erreichen." Es sei ein soziales Dilemma, wenn die Warmkosten zu hoch werden.

Das Bündnis um DUH und Deneff fordert zudem, die Ausnahmetatbestände beispielsweise beim Heizungstausch abzuschaffen sowie den Vollzug der Energieeeinsparverordnung zu stärken. Für die Kontrolle, ob die Energieeinsparverordnung eingehalten wird sind die Länder zuständig. Die stellen dafür aber nach wie vor kaum Personal zur Verfügung, Verstöße werden nicht erkannt und deshalb auch nicht geahndet. Von Pia Grund-Ludwig

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Projekt untersucht Nutzerverhalten nach Sanierung

11. September 2018 - 7:00

Etwa ein Drittel der weltweiten Primärenergie wird heute für den Betrieb von Gebäuden aufgewendet. Weil sich die Fläche dieser Gebäude stetig vergrößert, steigt der Energiebedarf trotz Verbesserung der Energieeffizienz zudem weiter an. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Energieagentur (IEA) und verweist auf bislang ungenutzte Einsparmöglichkeiten von bis zu 80 Prozent.

Der Energiebedarf von Gebäuden lasse sich dabei nicht nur durch energieeffizientes Bauen und Sanieren verringern, sagt Professor Andreas Wagner vom Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau der Fakultät für Architektur am KIT: "Je nach Gebäudetyp und Nutzungsweise halbiert sich der Verbrauch bei sparsamen Verhalten. Verschwenderisches Verhalten kann den Verbrauch fast verdoppeln."

Negativ beeinflusst werde das Nutzerverhalten dabei oft durch unbedachte Automatisierung, beispielsweise durch eine automatische Heizung ohne eine effektive Nutzerschnittstelle: "Wer keine andere Möglichkeit hat, die Raumtemperatur zu regeln, der reißt vielleicht die Fenster auf oder verwendet zusätzlich einen ineffizienten Heizstrahler." Um tatsächlich Energie einzusparen, müsse Automatisierung deshalb so gestaltet werden, dass Nutzer jederzeit sinnvoll auf die Gebäudetechnik Einfluss nehmen könnten, sagt Wagner.

Um den Zusammenhang von Nutzerverhalten und energetischer Performance von Gebäuden systematisch zu untersuchen, koordiniert er nun gemeinsam mit Professor Liam O'Brien von der Carleton University in Ottawa ein interdisziplinäres und internationales Forschungsprojekt unter dem Dach der IEA. Dabei geht es zunächst um grundsätzliche Fragen, etwa wie Komfortparameter in Gebäuden, also die thermischen, visuellen, olfaktorischen oder akustischen Gegebenheiten, miteinander interagieren und auf ein energierelevantes Verhalten einwirken. Außerdem soll untersucht werden, welche Rolle dabei den Nutzerschnittstellen zukommt und wie etwa Thermostate, Lichtschalter und Jalousien möglichst intelligent konzipiert werden können.

Zur Modellierung des Nutzerverhaltens in Bezug auf den Energieverbrauch wollen die Forscher Big-Data-Methoden verwenden, die auf unterschiedliche Datensätze, zum Beispiel aus der Gebäudetechnik oder dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), zurückgreifen. Ziel des Forschungsprojektes sind neben der erkenntnisorientierten Forschung auch praktische Empfehlungen für das Design und den Betrieb von Gebäuden, die ein sparsames Verhalten fördern.

Bereits seit 1977 berät die IEA Regierungen und andere Stakeholder wie die Bauindustrie auf dem Gebiet der Energieeffizienz. Ihre Empfehlungen basieren dabei auf dem Forschungsprogramm des "Implementing Agreement on Energy in Buildings and Communities" (EBC) mit 26 Mitgliedsstaaten. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus mindestens 14 Nationen erarbeiten Andreas Wagner und Liam O'Brien mit dem neuen Forschungsprojekt nun die wissenschaftlichen Grundlagen für ein so genanntes Annex zu dieser Vereinbarung. Quelle: KIT / pgl

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Q-Cells stellt Module mit mehr Ertrag vor

10. September 2018 - 8:03

Die Erträge der neuen Q.Peak DUO-G5-Serie haben die Entwickler aus Thalheim in Sachsen-Anhalt insbesondere durch zwei technologische Innovationen maximiert: Die Zellen wurden in zwei gleich große Hälften geteilt, was den Strom pro Zelle halbiert und die Leistungsverluste jedes Moduls um den Faktor 4 reduziert. Außerdem haben die Entwickler die Solarzellen statt mit Flachdrahtverbindern mit dünnen Runddrähten verschaltet, was nicht nur besser aussieht, sondern auch für weniger Verschattung und geringere Lichtreflexionen sorgt. Zusammen mit weiteren Neuerungen führen beide Innovationen insgesamt zu 5 Prozent Mehrertrag.

Auf der Intersolar hat das Unternehmen dafür bereits den Intersolar Award erhalten. "Weil wir nicht nur Module herstellen, sondern auch unsere Zellen selbst fertigen, sorgen wir vom Kern an für hohe Qualität", so Unternehmenssprecher Jochen Endle.

Die Solarmodule der neuen Q.PEAK DUO-G5-Serie sind mit 320 Watt (komplett in schwarz) und 330 Watt Leistung erhältlich und werden über zertifizierte Installateure in ganz Europa verkauft. Q Cells gewährt zwölf Jahre Produkt- und 25 Jahre Leistungsgarantie. Neben Solarmodulen bietet das Unternehmen die passenden Stromspeicher und Unterkonstruktionen für Aufdach- und Flachdächer an. Quelle Q Cells / pgl

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