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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 15 Minuten 4 Sekunden

Verband will CO2-Preis auf Öl und Gas

22. September 2017 - 7:00

"Bislang gibt es im Wärmemarkt nicht die richtigen Anreize, moderne Technologien und erneuerbare Energien einzusetzen, da die Kosten für eine Entsorgung der Emissionen in der Atmosphäre stillschweigend vergesellschaftet werden", sagt Peter Röttgen, neuer Geschäftsführer des BEE. "Dabei werden die gesetzten Emissionsminderungsziele der Bundesregierung nicht erreicht und das Potenzial des Wärmesektors weit unterschätzt", kritisiert er.

Prognos setzt einen CO2-Preis auf Erdgas und Heizöl in Höhe von 25 Euro pro Tonne an. Die Kosten sollen aber an die Verbraucher zurückerstattet werden. "Die CO2-Bepreisung soll eine klimafreundliche Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien belohnen. Je mehr Emissionen eingespart werden, desto mehr Geld verbleibt unterm Strich beim Verbraucher", sagt Röttgen.

Die Studienautoren haben drei Modelle für eine gerechte Rückverteilung untersucht. Eine Rückerstattung pro Haushalt, die sich zusätzlich an der Zahl der Personen orientiert, führt demnach zu der gerechtesten Verteilung. Durch die Rückerstattung würden viele Haushalte – insbesondere jene mit niedrigen und mittleren Einkommen sowie die meisten Familien – unterm Strich entlastet.

Keine Lenkungswirkung für Mieterhaushalte

Bei der Präsentation des Konzepts gab es allerdings auch Widerspruch zu den Ideen des BEE. Die angestrebte Lenkungswirkung sahen die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion nur bedingt. Jedenfalls nicht für die 22 Millionen Mieterhaushalte in Deutschland. "Der Mieter hat keine Chance, etwas zu ändern und ist auf die Investitionen des Eigentümers angewiesen", gab Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund zu bedenken.

Ropertz forderte, die Fördersystematik der KfW zu ändern. Die Bank verwaltet zusammen mit dem Marktanreizprogramm zwei Milliarden Euro jährlich für energetisches Bauen. Doch laut einer Erhebung des Berliner Mietervereins mit 200 Modernisierungsfällen wurde eine staatliche Förderung nur bei 5,5 Prozent in Anspruch genommen. Ropertz Vorschlag: Den auf die Miete umlegbaren Anteil von Modernisierungskosten von zurzeit elf Prozent auf vier Prozent senken und die Fördermittel der KfW nicht verleihen, sondern den Vermietern schenken. 

Ingeborg Esser vom Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW würde gern wegkommen von den detaillierten Bedingungen, die die KfW bei Dämmstärken und Wärmewerten von Fenstern setzt. Stattdessen sollte sich die Förderung rein am eingesparten CO2 ausrichten. So würde automatisch die Maßnahme mit der höchsten Wirtschaftlichkeit gefördert, meint Esser. Als Beispiel verwies sie auf eine Sanierung der Wohnungsbaugenossenschaft Märkische Scholle in Berlin, wo fast ausschließlich mit erneuerbaren Energien geheizt wird. CO2-neutral ist das Quartier also auch ohne dicke Dämmung der Wände.

Kritik an der unterschiedslosen Besteuerung von Gas und Öl im Modell des BEE übte Gerald Linke vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches: "Es bietet keinen Anreiz für Biogas und eine Brennstoffzelle wird so behandelt wir ein alter Ölkessel."

Wie aber weiter mit der Wärmwende? Patrick Graichen von Agora Energiewende skizzierte seine Vorstellung: "Man muss die CO2-Bepreisung auf Benzin und Diesel ausweiten und mit den Einnahmen den Strom billiger machen. Zum Beispiel, indem man sie dem EEG-Konto gutschreibt. Dann bekommt man die richtigen Relationen von fossilen Brennstoffen zu Strom." Und für die Sanierung von Mehrfamilienhäusern mit Mietern sollte es eine Investitionszulage geben, sagte Graichen. Quelle: BEE / sue

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BIM verändert die Baubranche

22. September 2017 - 7:00

Das Building Information Modeling (BIM) erfasst alle baurelevanten Daten auf einer Plattform, verknüpft sie und erstellt dann ein digitales Modell, teilt Rolöand Berger mit. Der Vorteil: Alle Beteiligten können so das fertige Bauprojekt schon in der Planungsphase virtuell begehen und schnell modifizieren. Außerdem können Bauunternehmen auf Basis der in BIM eingestellten Informationen und Angebote frühzeitig über Materialien und ausführenden Firmen entschieden.

"Damit werden Planung, Umsetzung und Verwaltung von Bauprojekten viel schneller und effizienter", erklärt Kai-Stefan Schober, Partner von Roland Berger, anlässlich der Veröffentlichung der Studie. "Fehler in der Bauplanung lassen sich so früher erkennen; neue Erkenntnisse werden im System hinterlegt und können für die nächsten Projekte wieder genutzt werden."

In der klassischen Bauplanung werden in verschiedenen Schritten Pläne an Behörden überspielt, Kostenkalkulationen erstellt und einzelne Gewerke auf der Baustelle koordiniert. Im Gegensatz dazu verbindet BIM alle Beteiligten auf einer Plattform und erspart so viele Koordinationsschritte. "Jede Änderung wird bei BIM automatisch im gesamten Bauplan umgesetzt", erläutert Schober. "Bauelemente oder Dienstleistungen der einzelnen Firmen können wie in einem Baukasten neu zusammengestellt oder durch neue Anbieter ersetzt werden."

Die Vorteile der neuen Technologie schlagen sich in den Marktzahlen nieder: So wird sich der Markt für BIM-Anwendungen zwischen 2014 und 2022 voraussichtlich vervierfachen - von 2,7 auf ca. 11,5 Milliarden Dollar. Dies bedeutet aber auch, dass Bauunternehmen, die diese Technologie nicht einsetzen, im Nachteil sein werden. "Dabei geht es nicht nur um Kosteneinsparungen", warnt Roland Berger-Experte Philipp Hoff: "BIM entwickelt sich zunehmend zum Standard für die gesamte Bauindustrie. Ohne Zugang zum System werden Unternehmen mittelfristig aus dem Markt gedrängt, da sie auf dieser Plattform nicht sichtbar sind und der Abstimmungsprozess mit ihnen zeit- und kostenaufwändig ist."

Die starken Veränderungen, die sich durch die Digitalisierung der Baubranche ergeben, zwingen allerdings alle Marktteilnehmer dazu, ihre Geschäftsmodelle zu revidieren. Denn durch BIM können zum Beispiel Architekten und Planer direkt über Dienstleister und Materialien entscheiden. Außerdem werden etwa Bauprojekte mit niedrigen Margen noch stärker unter Druck stehen; lukrative Nachträge für Bauunternehmen fallen weg. Und auch Generalunternehmer und Baustoffhändler werden deutlich an Einfluss verlieren, da die Material- und Produktentscheidung im Bauprozess immer weiter nach vorne verlagert wird.

Baubranche müsste erst umfangreich schulen

Warum der Einsatz von BIM am Bau in Deutschland trotzdem noch ein Nischenphänomen ist, haben die Marktforscher von Bauinfoconsult im Rahmen des BIM Monitors 2017 ermittelt. Sie haben mittlere und große Bau- und Planungsfirmen gefragt, was der digitalen Bau- und Planungsmethode vor allem im Weg steht. Das Ergebnis sieht anders aus als erwartet: Die Einführung von BIM wird keineswegs aus Unkenntnis oder einem dem Bau so gern Traditionalismus verzögert, sondern vor allem aus konkreten praktischen Erwägungen heraus.

Als Hindernisse für eine Verbreitung von BIM werden vor allem der damit verbundene Fortbildungs- Schulungsaufwand für die Mitarbeiter sowie die momentan noch hohen Investitionen genannt. Es gehe dabei nicht nur um die Kosten für Fortbildung und Infrastruktur-Änderungen: „Die Umstellung auf BIM kann schließlich nicht einfach von heute auf morgen geschehen, sondern bringt einen fundamentalen Wandel aller Arbeitsprozesse im Unternehmen mit sich“, teil Bauinfoconsult mit. Der Weg dahin dauert laut den Erfahrungen von BIM-Intensivnutzern gut ein Jahr - während das Unternehmen gleichzeitig weiterhin alle laufenden Projekte stemmen muss wie bisher. Quelle: Roland Berger / Bauinfoconsult / sue

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Herne wird Modellstandort

21. September 2017 - 7:00

Im Herner Stadtteil Sodingen werden ab 2018 sieben äußerlich ähnliche Einfamilienhäuser gebaut. Unterschiede gibt es jedoch bei den Energiestandards (KfW 40 und 55) sowie der Gebäudetechnik. Das Fraunhofer UMSICHT analysiert an den Modellhäusern in Kooperation mit den Stadtwerken Herne und der Firma Volterion die Verschaltungsmöglichkeiten zukunftsweisender Energietechnologien.

Zentrale Elemente sind die am Fraunhofer UMSICHT entwickelten Redox-Flow-Batteriespeicher, die bei Sonne Energie speichern, um sie nach Bedarf abzugeben. "Die Batterien sind kostengünstig, robust, langlebig und lassen sich individuell anpassen", teilt das Fraunhofer-Institut mit.

Gespeist werden die Batterien von Photovoltaikanlagen, an denen die Forscher die Wirkungsgrade polykristalliner und monokristalliner Solarzellen testen. Die Raumwärme wird in den Gebäuden über unterschiedliche Wärmepumpensysteme erzeugt. Dabei kommen auch Grabenkollektoren zum Einsatz, bei denen der Erdboden als Wärmequelle dient.

Unter den Solarmodulen wird mit Wärmegewinnung gearbeitet. Sie soll die Module auch kühlen und damit deren Wirkungsgrad steigern. Für die Trinkwarmwassererzeugung, die in Niedrigenergiehäusern zunehmend den Wärmeverbrauch dominiert, werden fortschrittliche Wärmepumpensysteme getestet.

Joachim Krassowski von der Abteilung Energiesysteme beim Fraunhofer UMSICHT und sein Team vergleichen die unterschiedlich konfigurierten Häuser mit einem Referenzhaus, das mit einem Lithium-Ionen-Energiespeicher und einer Erdwärmepumpe ausgestattet ist: "Wir können auf diese Weise die optimalen Anlagenkonfigurationen für künftige Neu- oder Umbauprojekte aufzeigen und die Eignung der Systemlösungen im normalen saisonübergreifenden Betrieb demonstrieren", sagt der Forscher.

Auch die künftigen Bewohner der Modellhäuser können über ihr Nutzerverhalten zur Maximierung des Eigenverbrauchs beitragen. Inwiefern hierdurch Unterschiede entstehen, analysiert das Fraunhofer UMSICHT anhand zweier komplett identisch ausgestatteter Gebäude, bei denen die Einflüsse auf den Autarkiegrad des Gebäudes ausschließlich vom Verhalten der Bewohner abhängen.

"Redox-Herne" wird gefördert mit einer Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Projektträger sind die LeitmarktAgentur.NRW und der Projektträger Jülich. Quelle: Fraunhofer UMSICHT / sue

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Architekt bilanziert Scheunenausbau

21. September 2017 - 7:00

Drei Versionen – "Basis", "Öko" und "Hightech" – für das ansonsten gleiche Raumprogramm hat Ludewig entworfen. Der Auftrag kam von einem privaten Investor. Dieser Kapitalanleger will ein ausgedientes Landwirtschaftsgebäude in dem kleinen Dorf Linum im Nordwesten Brandenburgs so ausbauen lassen, dass er am Ende drei anspruchsvolle Wohneinheiten verkaufen kann.

Innerhalb des Scheunengebäudes soll in der Art von Reihenhäusern jede Wohnung über mehrere Etagen gehen. Wie man es von dem Tübinger Planungspionier Dieter Schempp kennt, ist einer Wohneinheit jeweils ein unbeheizter Wintergarten zugeordnet, der die drei Einheiten zugleich trennt. Dieses Glashaus ist im Winter unbeheizt und im Sommer durch ein konvektives Kühlystem temperiert. Man kann sich hier aufhalten; es sollen aber auch Lebensmittel darin wachsen.

Günther Ludewig, der in Berlin-Spandau das vierköpfige Büro Sol-id-ar betreibt, ist unter anderem in der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie aktiv und vom ökologischen Bauen überzeugt. Die Mühe eines systematischen Nachhaltigkeitsvergleichs der drei Versionen hat er nach seinen Worten auf sich genommen, "um den Bauherrn davon abzubringen, dass er mit Polystyroldämmung die Scheune ausbaut".

Das scheint ihm gelungen, auch wenn die Bauarbeiten noch nicht begonnen haben.

Als Ludewig vor vier Jahren mit dem Projekt anfing, brauchte er für die Bewertung ein System und die Daten, um es zu füttern. Da gab es schon das Bewertungssystem nachhaltiges Bauen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, aber nur für Büros und Verwaltungsbauten, nicht für Wohnhäuser. Und schon gar nicht für die Altbausanierung – was bis heute so ist. Doch dem promovierten Ingenieur war nichts zu schwör; er griff zu einem Trick: "Wir haben Neubausysteme für unseren Altbau zweckentfremdet."

Das war möglich, weil die Struktur eines solchen Bewertungssystems immer ähnlich ist: Kriterien werden definiert und gewichtet. Es machte die Sache einfacher, dass für den Versionenvergleich die ursprüngliche Scheune jeweils dieselbe war; ebenso die Wohnräume. Auch der Standort war schon klar, und die Qualität des Planungsprozesses konnte als gleich unterstellt werden. Solchermaßen eingedampft blieben zwei Fragen übrig: die nach der ökologischen und ökonomischen Qualität.

Drei Versionen für ein Raumprogramm

Die Basisversion beinhaltet konventionelle Baustoffe, die Ludewig gar nicht verwenden wollte, zum Beispiel Polystyrolwärmedämmung, Kunststofffenster und künstliche Mineralfaser im Dach. Es gibt keine Lüftungsanlage, sondern nur die herkömmliche Fensterlüftung.

Bei der Ökoversion sieht der Architekt eine außen vorgehängte Holzfaserdämmung vor, die zwischen Stegträgern den Dämmstoff eingeblasen bekommt; der Fußboden wäre mit rezykliertem Glasgranulat gedämmt und die Innenwände mit Lehmbaustoffen versehen. Außerdem würden Holzfenster eingebaut sowie eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Drittens gibt es die Hightech-Variante: Hier wäre die Außenwand mit sehr dünnen Vakuum-Dämmpaneelen versehen; es würden Passivhausfenster eingebaut – auch ein Holzprodukt, aber mit einem Dämmstoffkern innen – und ebenfalls eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, diesmal aber zentral angelegt.

Mit diesen drei Konzepten samt den zugehörigen Materialstärken kommt man zu einem Mengengerüst. Damit kann man bei Wecobis einsteigen, einer Unterseite von www.nachhaltigesbauen.de, wo ständig aktualisierte und unabhängig geprüfte Produktdeklarationen (EPD) für die Baustoffe abrufbar sind.

Ergebnisse der Ökobilanz – Erwartbares und eine Überraschung

Etliche Wochen und viele Dateneingaben in ein Kalkulationsprogramm später lagen die Einzelergebnisse vor. Was Günther Ludewig nicht verwundert: "Dass über die 50 Jahre Betrachtungszeitraum das Treibhauspotenzial bei der Ökovariante sehr, sehr viel kleiner ist". Nämlich weniger als die Hälfte von dem der Basisversion und sogar nur ein Drittel dessen, was bei der Hightechversion an Treibgasen verursacht würde.

Bei der Basisversion liegt der Ausstoß in den ersten Jahren am höchsten, wird jedoch nach rund zehn Jahren von der Hightechversion eingeholt. Das liegt laut Ludewig an Maßnahmen der Renovierung und Modernisierung, die im Laufe der Zeit das Treibhauspotenzial nach oben trieben. Die technischen Anlagen müssten stärker gewartet werden; die Vakuumdämmung halte keine 50 Jahre und sei über den Zeitraum auszuwechseln.

Erwartungsgemäß ist auch der Ressourcenverbrauch: Die nachwachsenden Baustoffe der Ökoversion schneiden klar am günstigsten ab und benötigen an begrenzt vorhandenen Materialien deutlich weniger als die Hälfte der beiden anderen Versionen. Beim Ozonabbaupotenzial liegen alle Versionen gleich. Der Einfluss auf die bodennahe Ozonbildung dagegen ist durch den Betrieb der technischen Anlagen bei der Hightechvariante am größten. Die Ökovariante schneidet wieder am besten ab.

Die Überraschung kam für Ludewig beim Thema Entsorgung. Zwar sehe die Ökovariante da immer noch am besten aus, aber es sei doch ein sehr großer Anteil der Stoffe nicht regenerierbar. Denn nur die Dämmung ist ein tatsächlich vollständig rückführbarer Baustoff. Holzfenster dagegen müsse man entsorgen: Diese fallen letztendlich doch als Müll an. Sie thermisch zu verwerten sei zwar technisch möglich, aber "die müssen ja erst mal von den ganzen Lackschichten getrennt werden". Bloß bei den Sonderabfällen sei es dann doch wieder ein deutlicherer Unterschied.

Basisversion ist am billigsten

So viel zur ökologischen Qualität. Bei der ökonomischen hielt sich Ludewig kurz: Die Lebenszykluskosten über 30 Jahre sind bei Hightech am höchsten, "weil da die Investitionskosten und die Wartungskosten für die Anlage höher sind".

Auch die Ökoversion rechne sich gegenüber der Basisversion nicht. "Basis" kostet den Bauherrn am wenigsten, und sogar hier "hat sich die Dämmung von Wand, Dach und Boden monetär erst nach 20 bis 30 Jahren amortisiert, weil die Energie einfach zu billig ist". Der Klimaschutz werde nicht eingepreist. Die Zahlen sprach Ludewig gar nicht aus, aber auf seiner Vortragsfolie konnte man sie ablesen: Gesamtkosten von gut 450.000 Euro für die Basisversion, von fast 600.000 Euro für die Ökoversion und von nahezu 700.000 Euro für Hightech.

Man müsse aber die Raumqualitäten berücksichtigen und die Gesundheitskosten dagegenrechnen, die man nicht aufwenden müsse, "weil man sich vielleicht wirklich wohler fühlt in dem Gebäude". Das habe seinen Wert, "aber das können wir ökonomisch nicht darstellen".

Den Zeitaufwand für die Bewertung schätzt Ludewig auf vier Arbeitswochen für eine Person. Einen Teil davon hat eine Studentin der FH Potsdam als Diplomarbeit erledigt. In den Leistungsphasen der Architekten lässt sich das nicht unterbringen: "Der Planer muss es aus Eigeninitiative machen." Eine gewisse Erleichterung bringt inzwischen das Werkzeug "electronic Lifecycle Assessment" (eLCA), das das modernste sei, was kostenfrei im Netz zur Verfügung stehe – freilich bisher als Betaversion.

Einer der anwesenden FH-Professoren äußerte die Hoffnung, man werde den Arbeitsaufwand irgendwann deutlich reduzieren können, indem man ihn zum Teil in die Bauwerksdatenmodellierung (BIM) integriert. Von Alexander Morhart

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Preise für Holzpellets ziehen leicht an

20. September 2017 - 7:02

Im September 2016 lag der Durchschnittspreis mit 227,96 Euro pro Tonne noch zwei Prozent niedriger. Im September 2017 kostet ein Kilogramm Pellets 23,27 Cent und eine Kilowattstunde (kWh) Wärme aus Pellets 4,65 Cent. Der Preisvorteil zu Heizöl beträgt damit 16 Prozent und zu Erdgas rund 20 Prozent.

„Zum meteorologischen Herbstanfang zeigt sich ein saisonal üblicher Preisverlauf bei Holzpellets“, erläutert Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPV. Pelletheizer sollten zeitnah prüfen, ob ihr Lager für den Winter noch ausreichend gefüllt ist. Besitzer von Pelletkaminöfen sollten sich am besten jetzt noch mit Sackware für die anstehende Heizsaison bevorraten, bevor Pellets im Winter wieder etwas teurer werden, rät Bentele.

Beim Preis für Holzpellets ergeben sich im September bei einer Abnahmemenge von sechs Tonnen regional folgende Unterschiede: In Süddeutschland sind Pellets mit 231,85 Euro pro Tonne am günstigsten. In Mitteldeutschland kostet die gleiche Menge 232,28 Euro und in Nord-/Ostdeutschland 233,70 Euro. Im Süden ist das Preisniveau fast gleich geblieben, während der Preisanstieg im Norden etwas deutlicher war.

Eine Menge von 26 Tonnen wurden im September zu folgenden Konditionen gehandelt: Süd: 218,31 Euro pro Tonne, Mitte: 215,70 Euro, Nord/Ost: 217,38 Euro (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer). Quelle: DEPV / sue

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Wie wir morgen wohnen werden

20. September 2017 - 7:00

Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Berliner diese Woche ein Bild vom Futurium machen. Dieses Haus der Zukunft nahe dem Hauptbahnhof wird in drei Ausstellungsschwerpunkten das künftige Verhältnis des Menschen zur Technik, zur Natur und zu sich selbst darstellen.

Die Veranstaltung markierte den Beginn eines mehrstufigen Fahrplans für die Eröffnung. In einer zweiten Phase im Mai 2018 stellt das Futurium die drei Ausstellungsschwerpunkte in interdisziplinären Programmwochen vor. Das Futurium Lab wird von Mai bis Oktober 2018 an ausgewählten Wochenenden zum Mitmachen einladen. Die Eröffnung des gesamten Futuriums ist für Frühjahr 2019 geplant.

2050 werden von zehn Milliarden Menschen geschätzt sechs Milliarden in Städten wohnen. Wenn sie weiter aus Zement und Stahl gebaut werden, verursachen sie immense Treibhausgasemissionen. Auch Baustoffe wie Sand und der Baugrund werden knapp.

Die Technik allerdings verspricht Städte klüger zu machen, teilt das Futurium mit: Smart Homes ermöglichen virtuelle Kommunikation, Smart Districts autonome Elektroautos. Innovative Stadtplanung holt mehr Natur in Städte. Stadtforscher und Architekten entwerfen sie als lebende Organismen und Wohnblocks als Naturquartiere, lautet die Vision.

Urbane Lebensqualität, so die Erkenntnis der Stadtforschung, ist individuell und nicht nur materiell zu ermessen. Sie entsteht in Gemeinschaftsgärten oder bei kollektiver Quartiersgestaltung. Viele bauliche Alternativen zur Schonung von Ressourcen sind in der Entwicklung. Vor dem Neubau könnten Nachverdichtung und Umnutzung stehen, Wolkenkratzer können auch aus Containern wachsen und schon etwas weniger Verkehr ermöglicht viel Freiraum.

Das Thema soll im Veranstaltungszentrum weitergetragen werden. Dort können Experten und Laien bei Vorträgen, Workshops und weiteren Formaten aktuelle Entwicklungen rund um die Themen Wohnen und Stadt diskutieren. Besucher werden im Futurium auch eigene Planungen zur Stadt der Zukunft unternehmen können. Quelle: Futurium / sue

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Verbände prüfen Parteien vor der Wahl

19. September 2017 - 7:00

In 18 Fragen führt der GIH durch aktuelle Themen der Gebäudesanierung: Ob der CO2-Austoß die Hauptanforderung beim Neubau von Gebäuden werden soll oder ob fossile Heizungen auch nach 2019 noch finanziell gefördert werden sollen. Am Ende gibt es eine Auswertung, mit welcher Partei man die größten Übereinstimmungen hat. Wer möchte, kann dazu ausführliche Begründungen nachlesen.

Ähnlich funktioniert ein Energie-O-Mat des Heizungsbauers Thermondo, der aber mehr allgemeine energie- und klimapolitische Fragen stellt. Die Positionen der Parteien zu Energiewende und Klimaschutz haben auch die Berliner Energietage abgefragt.

Im Gespräch mit dem GIH hat Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung "Energiepolitik – Wärme und Effizienz" im Bundeswirtschaftsministerium, zum Thema Energieeffizienz Stellung genommen. In der kommenden Legislaturperiode sei es überaus wichtig, das Prinzip "Energy Efficiency First" gesetzlich zu verankern, sagte Herdan: "Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie wir zu den notwendigen zusätzlichen Verbrauchsreduzierungen in den nächsten Jahren kommen werden."

Energieeffizienz zuerst

"Efficiency First" ist naturgemäß auch für die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) ein großes Thema. Antworten auf ihre Fragen an die Parteien hat die Deneff in tabellarischer Form zusammengefasst.

Die Kernaussagen sind: "Efficiency First" unterstützen SPD, Linke, Grüne und FDP. Die Antwort der Unionsparteien ist unklar. Ein Energieeffizienzgesetz unterstützen Grüne und die Linke, die SPD antwortet nicht eindeutig, die FDP stellt eine Prüfung offen, CDU/CSU beantworteten die Frage nicht. Mehrheitlich unterstützen die Parteien ein verbindliches EU-Energieeffizienzziel von mindestens 30 Prozent bis 2030, die FDP äußerte sich nicht klar zu Höhe und Verbindlichkeit. Eine breite Qualifizierungsoffensive unterstützt als einzige Partei die SPD.

CDU, Grüne, Linke und implizit auch die FDP unterstützen eine Steuerförderung für Gebäudesanierungen. Alle Parteien möchten die Förderangebote vereinfachen und besser verzahnen. Gegen die Abschwächung von Standards wie der Energieeinsparverordnung oder den Ökodesign-Standards der EU sprechen sich CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke aus. Die Aussagen der FDP sind hier nicht eindeutig. Grüne und Linke wollen die Neubaustandards sogar ambitionierter erhöhen als bislang geplant (Effizienzhaus 40).

Während CDU und CSU den Fokus auf die Beibehaltung bestehender Rahmenbedingungen legen, sprechen sich Grüne und Linke für ein stärkeres Ordnungsrecht aus – auch für den Bestand. Dies werde jedoch unter Energieeffizienzexperten durchaus kritisch diskutiert. Keine Partei benennt laut Deneff Konzepte zur Weiterentwicklung des Energieeffizienz-Dienstleistungsmarktes.

Gebäudeausrüster fragen Parteien detailliert ab

Auch der Dachverband der technischen Gebäudeausrüster (TGA) hat die Parteien nach ihren Vorstellungen befragt, und zwar zu den Themen Energieeinsparrecht, Klimaschutzplan 2050, Förderung der energetischen Sanierung, Grünbuch Energieeffizienz und Innenraumluftqualität. Auf 42 Seiten sind die Antworten auf die Umfrage versammelt.

Alle großen Parteien wollen demnach das das Energieeinsparrecht vereinheitlichen und straffen. Die FDP hält die Energieeinsparverordnung (EnEV) aber für überzogen. Die Grünen wollen den Einsatz erneuerbarer Wärme verpflichtend machen, wenn ohnehin ein Austausch der Heizungsanlage erforderlich ist. Die Linke weist darauf hin, dass die weitere Verschärfung der EnEV auf europäischer Ebene längst beschlossen sei.

Weit auseinander gehen auch die Antworten auf die Frage, wie die Parteien den Standard des Niedrigstenergiegebäudes für Neubauten definieren wollen. Die Grünen und die Linke sprechen sich für den KfW-Standard 40 aus, die SPD für KfW 55. Neubauten sollen also nur 40 beziehungsweise 55 Prozent dessen verbrauchen, was die EnEV vorgibt. CDU/CSU wollen dagegen die vorhandenen Spielräume nutzen, die die EU-Gebäuderichtlinie den Mitgliedstaaten einräume, damit das Kriterium der Wirtschaftlichkeit erfüllt werden könne.

Mineralwollindustrie gibt tabellarischen Überblick

Am ausführlichsten haben die Parteien auf Fragen des Fachverband Mineralwolleindustrie (FMI) geantwortet. Wie stehen sie zur Energieeffizienz? Wie wollen sie die Sanierungsquote steigern und neuen Wohnraum schaffen? Fast 50 Seiten umfassen die gesammelten Antworten. Die wichtigsten hat der FMI auf vier Seiten in Tabellenform dargestellt.

Spannend ist der Aspekt, wie hohe Effizienzstandards und niedrige Baukosten in Einklang gebracht werden sollen. CDU/CSU wollen die Vorschläge der Baukostensenkungskommission konsequent umsetzen. Für die SPD könnte die Weiterentwicklung des Energieausweises für Gebäude ein Ansatzpunkt sein. Damit würde der Energieeffizienzstandard zu einem Faktor bei der Wertermittlung von Gebäuden. Die Grünen möchten das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen finanziell fördern. Die Linke will Mieter durch einen sozialen und ökologischen Mietspiegel an der Finanzierung beteiligen. Über Investitionen in Energieeffizienz will die FDP Bauherren unter Wirtschaftlichkeitsaspekten entscheiden lassen. Die Piraten finden, dass die technische Ausrüstung neben dem Dämmen nicht vernachlässigt werden darf, damit ein Gebäude einen Energieüberschuss produziert.

Stahlbranche fragt nach der Ressourcenwende

Andere Schwerpunkte setzt das Bauforumstahl. Es fragte nach den Positionen der Parteien zu Kreislaufwirtschaft und Ressourcenwende, der Vereinfachung des Bau- und Vergaberechts sowie nach einem Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen.

Ausführliche Antworten für den KWK-Verband

Auch der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung hat seine Fragen an die Politik formuliert. Sie lauten: Setzen Sie sich für die Abschaffung der EEG-Umlage bei Eigenstromkonzepten ein? Wie soll der administrative Aufwand bei der Verwaltung von KWK-Anlagen verringert werden? Wäre eine CO2-Steuer für Sie eine sinnvolle Ergänzung des europäischen Emissionshandelssystems? Die Antworten sind auf 43 Seiten in Tabellenform zusammengefasst.

GdW mit Ampelbewertung

Zu guter Letzt sei die übersichtliche Bewertung der Wahlprogramme durch den Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW genannt. Neben Punkten wie Mietrecht und Wohngeld beschäftigt er sich auch mit dem Klimaschutz und der Energiewende. Ein rotes, gelbes oder grünes Haus zeigen auf einen Blick, was der Verband von den jeweiligen Vorschlägen hält. Von Susanne Ehlerding

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Fachagentur legt Stroh-Ratgeber neu auf

18. September 2017 - 7:00

Das direkte Verputzen der Ballen ohne zusätzlichen Putzträger ist wegen der 2014 erteilten erweiterten bauaufsichtlichen Zulassung jetzt auf einfachem Weg genehmigungsfähig, ebenso die Außendämmung von Mauerwerk. "Stroh bietet damit auch bei der energetischen Sanierung von Altbauten eine interessante Option", teilt die FNR mit. Die Neuauflage der Strohbaubroschüre enthält deshalb ein neues Kapitel zum Thema "Sanierungskonzepte mit Stroh".

Außerdem enthält die Broschüre aktualisierte Kostenübersichten. Neu sind auch einige der vorgestellten Baubeispiele, darunter dreigeschossige, direktverputzte Strohgebäude.

Die Autoren, der Architekt Dirk Scharmer und der Kulturwirt und Zimmermeister Benedikt Kaesberg, beschäftigen sich von der Baubetreuung über die Verbandsarbeit bis zur Mitwirkung in wissenschaftlichen Projekten seit vielen Jahren mit dem Strohbau. So waren beide an einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Vorhaben beteiligt, in dem eine Europäische Umweltproduktdeklaration (EPD) für Baustroh erstellt wurde. Mit dieser EPD stehen nun Ökobilanzen zur Verfügung, die die großen Umweltvorteile von Baustroh transparent und nachvollziehbar belegen.

Mit den EPD-Daten gerechnete Modellbauten sind ebenfalls in der neuen Broschüre enthalten. Sie zeigen, dass eine Strohdämmung gegenüber einer Mineralwolle- oder Zellulosedämmung zum Beispiel bei gleichem Dämmstandard besonders wenig Primärenergie zur Herstellung und Instandhaltung benötigt und so ein besonders niedriges Treibhauspotenzial aufweist.

Die Neuauflage der Broschüre "Strohgedämmte Gebäude" ist in der Mediathek der FNR bestell- oder downloadbar. Quelle: FNR / sue

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Digital heizen spart Energie

18. September 2017 - 7:00

"Das Gutachten zeigt, dass die Digitalisierung nicht nur einen Komfortgewinn für den Nutzer bedeutet. Es lassen sich damit vor allem zusätzliche Energieeinsparungen realisieren", erläutert BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke.

Mit einer intelligenten Steuerung läuft die Heizung stets im optimalen Bereich. Die digitale Heizung bindet Wetterprognosen mit ein und erkennt automatisch, ob jemand zuhause ist. Außerdem speichert sie die Gewohnheiten der Bewohner und stellt sich darauf ein, ohne dass dies programmiert werden müsste. Auch für das Fachhandwerk eröffnen sich neue Chancen. Im Störfall kann der Fachbetrieb durch die Internetanbindung Fehler analysieren und oft auch aus der Ferne beheben. Dadurch kann der Kundendienst weiter optimiert werden.

Fast alle Heizungshersteller bieten inzwischen digitale Lösungen an. Viele Bestandsheizungen lassen sich mit einfachen "Plug-and-Play"-Lösungen nachrüsten. Eine Heizungsmodernisierung ersetzt eine digitale Steuerung aber nicht, betont Andreas Lücke: "Im Falle der Heizungsmodernisierung können Einsparpotenziale von 30 Prozent und mehr erreicht werden."

Trotzdem sei klar, dass die Digitalisierung erhebliche Potenziale heben könne. Deshalb treibe die deutsche Heizungsindustrie die Digitalisierung mit hoher Geschwindigkeit voran. Quelle: BDH / sue

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Wie Häuser wachsen können

18. September 2017 - 7:00

Noch nutzt die Bauindustrie weltweit nur einige wenige Materialien – aber die Ressourcen sind endlich. So droht Sand, ein wichtiger Zuschlagstoff für Beton, in manchen Regionen bald auszugehen. Der Einsatz von Stahlbeton macht viele Länder von Importen abhängig und die Produktion ist klimaschädlich.

Wissenschaftler des Fachgebiets Nachhaltiges Bauen an der Fakultät für Architektur des KIT suchen nach Alternativen zu den konventionellen Materialien. "Unsere Vision ist, Häuser künftig sozusagen wachsen zu lassen und nach Ende ihrer Nutzung die Baustoffe wiederzuverwerten", erklärt der Leiter des Fachgebiets, Dirk E. Hebel.

Gemeinsam mit der Block Research Group (BRG) an der ETH Zürich erforscht das interdisziplinäre Karlsruher Team aus Architekten, Bau- und Bioingenieuren, Material- und Energiewissenschaftlern unter Federführung von Karsten Schlesier und Felix Heisel den Einsatz regenerativer Materialien in der Architektur. Ihr "MycoTree" ist in dieser Form eine Weltneuheit.

Myzelium ist das Wurzelwerk von Pilzen, ein schnell wachsendes feines Geflecht aus fadenförmigen Zellen. Die Pilze ernähren sich von Cellulose, dem Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände, und wandeln sie in Chitin um. Um Bausteine aus Myzelium herzustellen, verwenden die Forscher aus Karlsruhe und Zürich den Pilz Ganoderma lucidum (Glänzender Lackporling) und mischen Pilzgewebe mit Holzspänen oder anderen pflanzlichen Abfällen.

Auf einer Farm des Industriepartners Mycotech in Indonesien wächst in wenigen Tagen eine dichte, schwammähnliche Substanz aus miteinander verflochtenen Zellfäden. Diese Masse lässt sich in fast jede Form füllen, wo sie sich über einige Tage weiter verdichtet. Abschließend wird sie getrocknet, um das Wachstum zu stoppen und den Pilz abzutöten. Ergebnis sind leichte Bausteine, die gut isolieren. Das Team um Professor Hebel arbeitet außerdem an neuartigen Verbundwerkstoffen mit Bambus. Dieser besitzt lange, stabile Fasern und wächst deutlich schneller als Holz.

Die Druck- und Zugbelastbarkeit gewachsener oder wiederverwerteter Baustoffe ist gewöhnlich vergleichsweise gering. Durch gezielte Gestaltung der geometrischen Form und des inneren Kräfteflusses lassen sich diese Eigenschaften jedoch wesentlich verbessern. Die Wissenschaftler am KIT und der ETH Zürich greifen dabei auf Methoden grafischer Statik zurück, bei der statische Aufgaben zeichnerisch gelöst werden. Mithilfe moderner Software erweitern sie die traditionell zweidimensionale grafische Statik auf die dritte Dimension. "Nachwachsende Baustoffe erhalten so das Potenzial, konventionelle Materialien in vielen architektonischen Strukturen zu ersetzen", erklärt Hebel.

Die Seoul Biennale of Architecture and Urbanism widmet sich unter dem Titel "Imminent Commons" den architektonischen, technischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen, vor denen die Städte der Welt stehen, und stellt mögliche Lösungen vor. Quelle: KIT / sue

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Polizeigebäude schützt das Klima

17. September 2017 - 7:00

Im Auftrag des Landes Hessen begleitete das Passivhaus Institut das Bauprojekt beratend und nach Fertigstellung mit einem Monitoring. Die Mitarbeiter des Darmstädter Instituts montierten im Rohbau Kabel und Sensoren für die Messungen und kalibrierten sie. Nach Bezug des Gebäudes durch die Polizei analysierten die Wissenschaftler die Daten zwei Jahre lang.

"Für ein wissenschaftliches Monitoring wird bereits in der Planungsphase festgelegt, was später während der Nutzung gemessen werden soll und mit welcher Technik. Dementsprechend werden schon in der Bauzeit die Vorbereitungen dafür getroffen", erläutert Søren Peper vom Passivhaus Institut.

Eines der zahlreichen Ergebnisse des Monitorings: Der gemessene Heizwärmeverbrauch liegt mit 19,2 Kilowatt pro Quadratmeter im Jahr (kWh/m²a) sehr nah an den Berechnungen von 18,3 kWh/m²a, den die Planer des Passivhauses mit dem Passivhaus-Projektierungspaket PHPP ermittelt hatten.

Das Monitoring zeigte aber auch, dass zur Kühlung der fünf Serverräume entgegen dem Planungsansatz das ganze Jahr über Energie eingesetzt wurde. Das Passivhaus Institut identifizierte eine Erhöhung der Temperatur in den Serverräumen sowie eine bessere Einstellung der Gebäudeleittechnik als wesentliche Potentiale für die Reduktion des Kühlbedarfs.

In den Büros wurde an warmen Tagen die Möglichkeit der passiven Kühlung durch Sonnenschutz nicht vollständig genutzt, dann jedoch durch aktive Kühlung ersetzt. Dennoch hat das Passivhaus Institut mit 10,9 kWh/m²a einen sehr niedrigen Stromverbrauch der Wärmepumpen gemessen. Hier steht das Gebäude offensichtlich besser da, als andere Gebäude im Passivstandard.

Insgesamt zwei Wärmepumpen mit angeschlossenem Erdsondenfeld und Kühlturm versorgen das Passivhaus. Sie bedienen vier Kälte- beziehungsweise Wärmespeicher mit unterschiedlichen Temperaturniveaus von 12 Grad für Umluftkühler und Kühlung der Raumluft, 18 Grad für die Raumkühlung, 28 Grad für die Raumheizung sowie 50 Grad für die Warmwasserversorgung. Die Verteilung von Wärme und Kälte erfolgt über Betonkerntemperierung, also über Leitungen in der Gebäudedecke mit einer Wärmeträgerflüssigkeit.

Søren Peper: "Die ausschließlich elektrische Versorgung des Gebäudes passt sehr gut in das nachhaltige Versorgungssystem der Zukunft, das auf vollständig regenerativ erzeugtem Strom basiert." Auch mit der Leistung des Lüftungsgerätes mit Wärmerückgewinnung waren die Wissenschaftler des Passivhaus Instituts zufrieden.

Rund 20 Millionen Euro hat das Land Hessen in den der Bau des Verwaltungsgebäudes investiert. Mit dem Neubau erfüllt Hessen schon heute die Vorgaben der Europäischen Gebäuderichtlinie für 2019. Auch der im Mai 2016 eröffnete Erweiterungsbau des Finanzministeriums in Wiesbaden wurde im Passivhaus-Standard errichtet. Quelle: Passivhaus / sue

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Ministerium fördert Durchlauferhitzer

15. September 2017 - 7:00

"Häufig werden auf Kundenwunsch für die alten Geräte kostengünstige Standardmodelle eingebaut", erklärt Michael Conradi von der Initiative Wärme+. Diese arbeiten jedoch nach dem gleichen oder einem ähnlichen Prinzip wie ihre Vorgänger.

Effizienter arbeiten Durchlauferhitzer mit vollelektronischer Leistungs- und Warmwassermengenregelung: Rund 20 Prozent Energie lassen sich mit ihnen einsparen, ohne das Nutzerverhalten einzuschränken, schätzt die Initiative Wärme+. Hinzu komme, dass Energieverbrauch und Energiekosten erfasst und dargestellt werden könnten. Diese Transparenz motiviere Nutzer häufig, ihr Verbrauchsverhalten zu optimieren.

Für den Einbau dieser effizienten Geräte gibt es jetzt noch ein Argument mehr: Der Austausch eines Altgeräts gegen einen vollelektronischen Durchlauferhitzer wird ab sofort mit einer Prämie bezuschusst. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert den Austausch im Rahmen des Förderprogramms "Step up! – Stromeffizienzpotentiale nutzen" mit einem Zuschuss von 100 Euro.

Vom Förderbetrag profitieren neben den Kunden auch die Fachbetriebe. Denn die Förderung bekommt nur, wer eine Handwerkerrechnung einreicht. Der Anschluss darf ohnehin nur durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen. Quelle: Wärme+ / sue

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Brandenburg holt Titel der Erdwärmeliga

15. September 2017 - 7:00

Die Erdwärmeliga bewertet den Ausbau der oberflächennahen Geothermie in den Bundesländern anhand der Förderzahlen des Marktanreizprogramms des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und wird dabei vom Bundesverband Geothermie unterstützt. Ausgezeichnet werden die Bundesländer, die pro 100.000 Einwohner die höchste installierte Gesamtleistung aufweisen.

Mit einer deutlichen Leistungssteigerung springt Brandenburg 2016 vom Platz drei des vergangenen Jahres auf die Spitzenposition. Mit 249 Punkten bei einer installierten Leistung von 6176 Kilowatt liegt Brandenburg vor dem letztjährigen Spitzenreiter Sachsen, der sich dieses Jahr mit Platz zwei begnügen muss. In absoluten Zahlen ist mit 25.000 Kilowatt die meiste Leistung in Nordrhein-Westfalen installiert

"Besonders bemerkenswert ist, dass Brandenburg gerade im Bereich Erdwärmesonden und -kollektoren erhebliche Zuwächse zu verzeichnen hat. Diesen Ausbau führen wir unter anderem auf die verbesserten Bedingungen des Marktanreizprogramms zurück", erklärt Erdwärmeliga-Initiator und Geschäftsführer Rüdiger Grimm. Der Bundesverband Geothermie hatte sich erfolgreich dafür eingesetzt, die Förderbedingungen für Erdwärmepumpen zu verbessern. Bis zu 4500 Euro Förderung sind nun möglich.

Der brandenburgische Wirtschaftsminister Albrecht Gerber wandte sich mit einer Videobotschaft an die Teilnehmer des Geothermiekongresses 2017, bei dem die Auszeichnung vergeben wurde: "Ohne Energieeffizienz und Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien ist eine echte Energiewende nicht zu schaffen", sagte er.

Der Viertplatzierte Bayern zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Grundwasser-Wärmepumpen aus. Insgesamt 18.632 Kilowatt (145 Punkte) wurden hier neu installiert. "Es freut mich, dass diese vier Bundesländer seit Jahren vorn mitspielen und nun auch andere Länder stärker auf die Erdwärmenutzung setzen. Schließlich ist oberflächennahe Geothermie auch in ländlichen Regionen eine Klimaschutzalternative, wenn Fernwärmeversorgung nicht zur Verfügung steht", sagt Laudator Grimm. Quelle: Bundesverband Geothermie / sue

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Sto liefert Tempomacher an der Laibung

14. September 2017 - 7:00

Sein Kunststoff-Gewebeprofil sorgt für einen sicheren Übergang von Laibung zur Putzfassadenfläche. Durch eine fein strukturierte, mineralische Vlieskaschierung auf dem Dämmstoff kann die Laibungsoberfläche einfach mit Fassadenfarbe überstrichen werden, das erspart das Abkleben, das Armieren und den Oberputzauftrag – und so bis zu 60 Prozent Arbeitszeit.

Mit den vorgefertigten und vor Ort konfektionierbaren Elementen werden Wärmebrücken genauso ausgeschlossen wie Undichtigkeiten oder optisch unschöne Verformungen, teilt Sto mit. Während routinierte Mitarbeiter nach Hersteller-Berechnungen rund 43 Minuten für das konventionelle Dämmen einer Laibung benötigen, erledigen sie dies mit dem neuen Element in 16 Minuten – die Arbeitszeit sinkt um 60 Prozent.

Das StoElement Pronto L-100 ersetzt die bisherigen Elemente Pronto XPS 3 mm und XPS 7 mm und eignet sich für Armierputzdicken von 3 bis 12 Millimetern, indem die Laibungsplatte entsprechend der gewünschten Putzdicke zugeschnitten wird. Zum System gehört außerdem der Fensterbankkeil StoElement Pronto K-100 (bislang StoFensterbankkeil Pronto XPS), für die Herstellung von einer zweiten Dichtebene.

Für den Sturz ist das StoElement Pronto S-100 konzipiert. Dämmstoff und Vlieskaschierung sind identisch mit der Variante L-100, allerdings ist hier eine Tropfkante integriert – ein funktionales Detail, das den sicheren Ablauf von Regenwasser unterstützt. Quelle: Sto / sue

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Feinstaubdebatte um Pellets dauert an

14. September 2017 - 7:00

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) hatte zum presseoffenen Gespräch in ein Gebäude mit großer Pelletheizung in Berlin-Reinickendorf eingeladen. Geschäftsführer Martin Bentele betonte ein ums andere Mal, moderne Pelletheizungen erfüllten die strenge zweite Stufe der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV). Städte wie Berlin dürften deshalb nicht mit eigenen Brennstoff-Regelungen zu Bebauungsplänen ein "Nebengesetz" schaffen.

Als Kernproblem stellte sich in der stellenweise hitzig geführten Diskussion heraus, dass der Bund viele wichtige Feinstaubquellen abseits der Pelletheizung nicht ausreichend mit Grenzwerten für den Ausstoß (Emission) regelt, aber dennoch von den Städten verlangt, dass Höchstwerte für die Einwirkung vor Ort (Immission) eingehalten werden. Dabei sind in Berlin und anderswo wichtige Grunddaten zu den Quellen des Feinstaubs noch gar nicht erhoben. Alles zusammen führt zu teils widersinnigen Verhältnissen.

Zufall des Standorts spielt mit

Eine Vorgabe des Senats für den Flächennutzungsplan hat zum Beispiel im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf dazu geführt, dass mehr als 50 der 342 Bebauungspläne eine Formulierung enthalten, nach der ein Brennstoff nicht zulässig ist, wenn mehr Staub ausgestoßen würde als bei der Heizölsorte EL. Das berichtete Jörg Lenk vom Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), der sich die Mühe gemacht hat, diese und etliche weitere Pläne durchzusehen. Im jeweiligen Geltungsbereich gibt es damit praktisch ein Verbrennungsverbot für Holz in Zentralheizungen, und zwar unabhängig davon, ob der Abgasgrenzwert der BImSchV eingehalten würde.

Andererseits gibt es viele Bebauungspläne aus den 70er und 80er Jahren – der Zeit des vorigen Flächennutzungsplans –, die nach wie vor gültig sind. Und da nicht jedes Bauvorhaben gleich einen neuen Bebauungsplan voraussetzt, dürfen hier Pelletheizungen installiert werden, sofern sie den bundesweiten Grenzwert einhalten. Bei Zentralheizungen spielt also der Zufall des Standorts mit.

Auf andere Weise kurios ist die Situation bei Einzelraumfeuerungen. Luftreinhaltereferent Andreas Kerschbaumer von der Berliner Umwelt-Senatsverwaltung: "Wir haben hier in Berlin zunehmend sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen, also Kaminöfen. Die sind auf jeden Fall sehr, sehr problematisch, weil da die Emissionsgrenzwerte viel höher sind oder nicht greifen: Die 1. BImSchV sieht ja vor, dass offene Kamine gar nicht reglementiert werden."

Solche Öfen für Stückholz sind auch Pellet-Verbands-Geschäftsführer Bentele ein Dorn im Auge: "Wir wissen, dass die ganzen Holzöfen, die auch der Schornsteinfeger nicht prüft, deutlich mehr Feinstaub ausstoßen als Pelletheizungen."

"Das sind die alten Stückholzöfen"

Doch da endete die Einigkeit schon wieder. Kerschbaumer berichtete von kontinuierlichen Messungen, um den Anteil von Holzfeuerungen am Feinstaubproblem festmachen zu können. "Und da sehen wir halt immer wieder, dass im Winter bei kalten Wetterlagen der Anteil von Holz teilweise über 10 bis 15 Prozent am Gesamtstaub ausmacht." Dagegen beharrte Bentele: "Das ist nicht die Pelletheizung, sondern das sind die alten Stückholzöfen."

Kerschbaumer konnte das für die konkrete Situation in Berlin mangels geeigneter Daten nicht widerlegen; die Messungen im Winter 2013, 2014 und 2015 waren nicht differenziert nach Art der Feuerung gemacht worden. Er warte jetzt auf die Ergebnisse des vergangenen Winters. "Wir haben von September 2016 bis März 2017 jeden Tag Feinstaubproben analysieren lassen." Jedenfalls sei für die Immission gesetzlich festgelegt, dass nicht häufiger als 35-mal pro Kalenderjahr Feinstaubwerte über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter auftreten dürfen. "Und das haben wir in Berlin letztes Jahr geschafft. Vor zwei Jahren haben wir’s nicht geschafft; vor drei Jahren haben wir’s geschafft." Man versuche gegenzusteuern, bevor das wieder ein größeres Problem werde.

Pellet-Verbands-Chef Bentele widersprach. Die Bundes-Immissionsschutzverordnung gelte schließlich überall – in Berlin in der Innenstadt genauso wie in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land. Er glaube, "die ganzen B-Pläne sind überhaupt nicht an das aktuelle Luftreinhaltungsgesetz angepasst." Außerdem habe „die moderne Holzheizung in Form von Pellets“ wegen ihrer günstigen CO2-Bilanz "doch klare Vorteile gegenüber Öl und Gas", wenn man alles zusammennehme.

Prozess gegen einen Bebauungsplan in Berlin

Dennoch blieb Andreas Kerschbaumer von der Umwelt-Senatsverwaltung dabei: Grundsätzlich müsse eine Heizung "zumindest so gut sein wie eine alte Ölheizungsanlage, was Feinstaub anbelangt." Allerdings wolle man beim Fortschreiben des Luftreinhalteplans 2018 das Ganze im Landesimmissionsschutzgesetz regeln statt in Bebauungsplänen.

Dieses Verschieben wiederum könnte laut Jörg Lenk lange dauern: "Es muss für jeden einzelnen Bebauungsplan ein Änderungsverfahren auf den Weg gebracht werden." Und das, obwohl die Rechtmäßigkeit der aktuellen Bebauungspläne anzuzweifeln sei; eine Auffassung, mit der Lenk nicht alleine steht: Andreas Kerschbaumer ließ durchblicken, dass derzeit in Berlin jemand wegen des Holzverbrennungsverbots gegen einen Bebauungsplan klagt – in welchem Bezirk, und wann mit dem Richterspruch zu rechnen ist, gab er auch auf schriftliche Nachfrage nicht preis.

Entspannen könnte sich die Lage, wenn sich ein Verfahren der TU Hamburg durchsetzt. Indem Pellets beim Herstellen das Mineral Kaolinit beigemischt wurde, konnte man die Feinstaubemissionen um fast 50 Prozent verringern. Darauf angesprochen war Jörg Lenk skeptisch – wegen des Heizwertverlusts. Der soll jedoch nach einer Rückmeldung aus Hamburg so gering sein, dass die Kosten nur um rund ein Prozent stiegen. Schließlich könnte auch ein neues Vergaserverfahren dem Feinstaub aus der Holzverbrennung den Garaus machen. Von Alexander Morhart

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Ratgeber klärt Rechtsfragen von Planern

13. September 2017 - 7:00

Für Architekten und Ingenieure stellen sich in der täglichen Praxis – auch wegen der immer komplexer werdenden Bauvorhaben und Projektstrukturen – eine Fülle von juristischen Fragen und Problemen. Hinzu kommt, dass kürzlich das Bauvertragsrecht geändert wurde. Unter seiner Berücksichtigung behandelt das neue Nachschlagewerk unter anderem die Themen Berufs- und Arbeitsrecht, Bürogründung, Berufshaftpflichtversicherung, Planungswettbewerbe, Verträge und Leistungspflichten, Haftung und Honorarberechnung.

Zahlreiche Beispiele, Praxistipps, Formulierungsvorschläge und Handlungsempfehlungen sollen helfen, das Haftungsrisiko zu minimieren und klassische Fehler sicher zu vermeiden. Das Handbuch wendet sich neben Architekten und Ingenieuren auch an Sachverständige, Energieberater, Bauträger, Projektsteuerer, Baujuristen, Investoren, Wohnungsbaugesellschaften, Studenten sowie Vertreter kommunaler und öffentlicher Unternehmen.

Alexander Wronna, Ralf Kemper, Karl Schwarz (Hrsg.): Praxis-Handbuch Ingenieur- und Architektenrecht. Praktischer Ratgeber für typische Rechtsfragen im Planungsbüro. Verlagsgesellschaft Rudolf Müller 2017. ISBN Buch: 978-3-481-03370-5, ISBN E-Book (PDF): 978-3-481-03371-2, 59 Euro. Quelle: Rudolf Müller Mediengruppe / sue


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Forscher empfehlen robuste Haustechnik

13. September 2017 - 7:00

Im Forschungsnetzwerk "Effizienzhaus Plus" werden regelmäßig Monitoringberichte und Kurzbeschreibungen von Häusern veröffentlicht, die bilanziell mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen. Dabei sind immer wieder Unterschiede im prognostizierten und tatsächlichen Verbrauch festzustellen.

Das Effizienzhaus Plus in Deggendorf bei Regensburg ist mit Solarkollektorflächen und einem 9200 Liter großen thermischen Speicher ausgestattet. Die rund 40 Quadratmeter große Photovoltaikfläche hat eine Leistung von 7,85 Kilowatt peak. Zur Steigerung der Eigennutzungsrate steht eine Batterie auf Basis von Lithium-Eisenphosphat mit einer Kapazität von 9,2 Kilowatt zur Verfügung.

Aus der Prognose für das Effizienzhaus wurde ein bilanzieller Endenergieüberschuss von 1807 Kilowattstunden pro Jahr erwartet. Im ersten Messjahr ergab sich ein viel höherer Überschuss von 2820 Kilowattstunden, im zweiten Messjahr ein geringerer in Höhe von 1389 Kilowattstunden. Die Erträge der Photovoltaikanlage betrugen in beiden Jahren jeweils 9000 Kilowattstunden und damit rund 25 Prozent mehr als in der Prognose.

In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit gab es Mehrkosten gegenüber der beim Bau geltenden Energieeinsparverordnung von 77.160 Euro. Bei einer jährlichen Einsparung von rund 3.030 Euro beträgt die Amortisationszeit also rund 25 Jahre.

Im Rahmen des Monitorings wurden Verbesserungspotentiale aufgedeckt und zum Teil bereits verwirklicht. So kann der thermische Speicher die hohen Wärmeerträge im Sommer nicht komplett speichern. Während der Heizperiode wird er dagegen sehr schnell entladen, weil in den Wintermonaten keine nennenswerten Wärmemengen über die Warmwasserkollektoren erwirtschaftet wurden. Die Dämmung des thermischen Speichers wurde deshalb von 20 auf 30 Zemtimeter vergrößert, um die hohen Wärmeverluste von rund 42 Prozent zu reduzieren.

Außerdem zeigte sich, dass das Aufheizen des saisonalen Speichers primärenergetisch deutlich günstiger durch eine Wärmepumpe erfolgen könnte als mit elektrischen Heizstäben. Die Größe des thermischen Speichers könnte zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von 9200 Liter auf 3000 Liter reduziert werden.

Das Haustechnikkonzept ist auf Grund der Vielzahl der Anlagenkomponenten sehr komplex. In seinem Abschlussbericht rät das Team um Professor Oliver Steffens von der Hochschule Regensburg für zukünftige Projekte eher zu einfachen und robusten Lösungen. Quelle: Forschungsinitiative Zukunft Bau / sue

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Neues Konzept senkt Kosten für Wechselrichter

12. September 2017 - 7:00

Mit computerbasierten Simulationen haben die Forscher die Zusammenschaltung der Bauelemente (Topologie) maßgeblich verbessert. Dadurch konnten mehrere Treiber und Leistungshalbleiter eingespart werden, was zu einer signifikanten Senkung der Kosten führt. "Das Ergebnis ist ein schönes Beispiel dafür, wie durch Topologieoptimierung Materialkosten eingespart werden können und damit die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden kann", sagt Projektkoordinator Michael Müller von Steca Elektronik.

Das knapp vier Jahre bis Herbst 2018 laufende Projekt LeiKoBa ist eines von 13 Projekten der Initiative "F&E für Photovoltaik", mit der die Bundesregierung im Rahmen des Energieforschungsprogramm die Entwicklungsanstrengungen der Photovoltaik-Industrie in Deutschland unterstützt.

An LeiKoBa arbeiten neben der Systemtechnikhersteller Steca Elektronik, das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und die Hochschule Kempten zusammen. Die neuen Entwicklungen sollen auf breiter Basis eingesetzt werden können: Von netzgekoppelten Systemen über Eigenverbrauchssysteme bis hin zu Hybridsystemen mit und ohne Batteriespeicher.

Im nun beendeten ersten Arbeitspaket haben sich die Forscher vor allem auf die Topologie des Wechselrichters konzentriert. Sie kann bereits in einem Prototyp getestet und vermessen werden. In weiteren Arbeitspaketen kommen alternative Materialien wie Halbleiter aus Siliciumkarbid (SiC) und innovative Gehäusekonzepte in den Fokus der Forscher. Damit wollen sie noch weitere Kostensenkungen realisieren.

Ähnliche Ziele hat sich das Projekt PV-Pack gesetzt. Es soll optimierte Kühlungs-, Verbindungs- und Aufbautechnik für effiziente, schnell getaktete und hochintegrierte Photovoltaik-Wechselrichter der Leistungsklasse 10 bis 40 Kilowatt entwickeln. Quelle: Solarstromforschung / sue

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Mieterstrom kämpft noch mit Bürokratie

11. September 2017 - 23:20

Auf dem Dach des Hauses mit 68 Wohnungen in Friedrichshain wird zurzeit eine Mieterstromanlage mit einer Leistung von 85 Kilowatt peak des Herstellers IBC installiert. Wechselrichter von SMA wandeln den Gleichstrom aus der Dachanlage in Wechselstrom um. 30 bis 35 Prozent des Bedarfs der Mieter soll die Anlage decken können. Strom vom Dach fließt aber nicht nur in die Wohnungen. Auch die 32 Pkw-Stellplätze in der Tiefgarage werden angeschlossen. Jeder von ihnen bekommt einen Ladepunkt für die Elektromobilität.

Mit dem Mieterstromgesetz hatte die große Koalition kurz vor der Wahl noch ein wichtiges Vorhaben für die Energiewende umgesetzt. "Unser Ziel ist, dass mehr erneuerbare Energien dort produziert werden, wo die Menschen wohnen", sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) bei der Besichtigung des Projekts.

Das Gesetz war von Branchenverbänden allerdings stark kritisiert worden. Sie hätten es am liebsten gesehen, wenn Mieterstrom dem Eigenverbrauch kleiner Erzeuger gleich gestellt und von der EEG-Umlage ausgenommen worden wäre. Das war politisch aber nicht durchsetzbar. Denn je mehr Ausnahmen es gibt, desto instabiler könnte das ganze System der Energiewendefinanzierung werden.

"Das Gesetz ist ein Impuls für mehr Zubau"

Deshalb wurde stattdessen ein Mieterstromzuschlag eingeführt, der von der Größe der Solaranlage und dem Photovoltaikzubau insgesamt abhängt. Bei der Anlage in Friedrichshain beträgt die Förderung 2,5 Cent pro Kilowattstunde. Drei Viertel davon kommen den Mietern zugute, ein Viertel geht an Naturstrom. Speicher gibt es nicht. Was die Mietern nicht verbrauchen, wird ins Stromnetz eingespeist und vergütet.

Das Potenzial für Mieterstrom wird generell als gut eingeschätzt: 3,8 Millionen Haushalte könnten laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums Solarstrom vom eigenen Dach beziehen. Eine Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion hält sogar fünf Millionen versorgte Wohnungen für möglich.

Mieterstrom wird mit dem neuen Gesetz aber nicht unbedingt durch die Decke schießen, meint Tim Meyer, Vorstand bei Naturstrom. "Aber es ist ein Impuls für mehr Zubau und ein wichtiges Signal für die Branche, dass endlich mal wieder etwas passiert."

Bei mehr als 500 Megawatt Zubau pro Jahr hat der Gesetzgeber jedoch einen Deckel eingebaut. "Das ist nicht unbedingt viel im Vergleich zu dem, was wir für den Klimaschutz dringend bräuchten", sagt Tim Meyer. "Einen richtigen Move wird es nur geben, wenn auch die kommunalen Energieversorger mitmachen", meint Donald Kühne vom Bauträger ProB. Er nennt sich selbst einen Überzeugungstäter, weshalb das Haus ja auch im KfW-Standard 40 erbaut worden sei. Es verbraucht also nur 40 Prozent der Energie, die ein Haus benötigt, das nach der aktuellen Energieeinsparverordnung gebaut wurde.

Hoher Aufwand für 90-Prozent-Regel

Nach der Wahl will sich Wirtschaftsministerin Zypries dafür einsetzen, dass das Umsatzsteuerproblem der Wohnungswirtschaft beim Mieterstrom behoben wird. Das sagte sie bei der Besichtigung zu. Wohnungsunternehmen sind grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Haben sie über die Mieten hinaus andere Einnahmen, "infiziert" dies auch ihre Umsatzsteuerbefreiung, die dann wegfällt. Bisher müssen sich Wohnungsunternehmen deshalb Partner für ihre Mieterstromprojekte suchen. "Wenn die Umsatzsteuerbefreiung trotz Einnahmen aus Mietstromprojekten bestehen bleiben könnte, gäbe es eine Schnittstelle weniger und die Projekte wären einfacher zu realisieren", sagte Tim Meyer

Er wünscht sich außerdem eine Vereinfachung für den Nachweis, dass die Mieter für Mieterstrom nicht mehr als 90 Prozent des Grundversorgungstarifs zahlen müssen. Grundversorger heißen so, weil sie jeden Kunden annehmen müssen. Dafür sind die Grundversorgungstarife oft, aber nicht immer, teurer als die anderer Anbieter. "Der Nachweis ist für jeden Mieter einzeln zu führen und muss von den Netzbetreibern überprüft werden, denn sie zahlen die Fördermittel aus. Das sind sehr aufwendige Prozesse", kritisiert Meyer. An Orten mit niedrigen Grundversorgertarifen habe Naturstrom deshalb sogar schon Projekte ohne de neue Förderung gemacht.

Genehmigung aus Brüssel gilt als sicher

Die Wirtschaftsministerin begründete die Regelung mit der notwendigen Kontrolle, die es bei den eingesetzten Fördermitteln geben müsse. Sie will die Anregung von Tim Meyer aber mitnehmen. Noch ist übrigens die Genehmigung des Gesetzes durch die Europäische Kommission nicht erteilt. Sie hat immer ein Wort mitzureden, wenn es um mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch Subventionen geht. Es hätten aber schon vor Verabschiedung des Gesetzes Gespräche stattgefunden, sagte Zypries. Sie rechnet fest damit, dass es grünes Licht aus Brüssel bekommt. Von Susanne Ehlerding

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Wämenetze brauchen starke Kommunen

11. September 2017 - 7:08

Für die Verbreitung von erneuerbar betriebenen Netzen ist zu erwarten, dass sie wegen der notwendigen Größe auch in Zukunft oft auf kommunaler Ebene realisiert werden. "Da diese jedoch oft weder über ausreichende Ressourcen, Wissen und Kapazitäten verfügt, ist ein verbessertes Verständnis über die Nische der erneuerbaren Wärmenetze im kommunalen Kontext nötig", schreiben die Forscher.

Um in Zukunft die Entstehung von Nahwärmenetzen besser zu fördern, haben sie in der Studie "Entstehung innovativer Wärmenetze" analysiert, welche Faktoren einen Einfluss auf die Entstehung von Wärmenetzen haben, welche Nachhaltigkeitsziele dabei verfolgt und welche Nachhaltigkeitseffekte realisiert werden, welche Synergien mit anderen kommunalen Handlungsfeldern bestehen, welche künftigen Entwicklungen möglich sind und welche politische Maßnahmen ergriffen werden könnten, um die Verbreitung von Nahwärmenetzen zu fördern.

Zur Beantwortung dieser Fragen wurden sechs Fallbeispiele für die erfolgreiche Umsetzung von Wärmenetzen im kommunalen Kontext in den Städten Bonndorf, Schlöben, Wüstenrot, Dollnstein, München-Ackermannbogen und Biberach ausgesucht. Demnach sollte die Kommune mehrere Funktionen möglichst ganzheitlich ausfüllen. Sie muss Intermediärin, Planerin, Regulatorin, Miteigentümerin und Vorbild sein.

Einzelpersonen auf kommunaler Ebene kommt hierbei eine zentrale Rolle zu, schreibt das ISI. Sie können einerseits zu Beginn den Anbahnungsprozess vorantreiben und andererseits die spätere Realisierung unterstützen. Quelle: Fraunhofer ISI / sue

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