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Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen
Aktualisiert: vor 40 Minuten 41 Sekunden

Infoangebot der FEBS über gängige Fehler bei KfW-Förderung und Bilanzierung

12. April 2022 - 13:59

Die Übersicht geht auf spezifische Herausforderungen und Fehlerquellen bei der Bilanzierung von Nichtwohngebäuden nach DIN V 18599 sowie von Wohngebäuden nach DIN 4108 und DIN 4701-10 oder alternativ nach DIN V 18599 ein. In Bezug auf die Bilanzierung von Nichtwohngebäuden nach DIN V 18599 werden z. B. die Vereinfachungsregelungen für das Mehrzonenmodell erklärt, Hinweise zu U-Werten opaker und transparenter Bauteile gegeben, Anforderungen an Wärmebrücken und für die Luftdichtheit erläutert sowie auf die korrekte Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien (Photovoltaik) eingegangen.

Auch für die Bilanzierung von Wohngebäuden nach DIN 4108 und DIN 4701-10 oder alternativ nach DIN V 1599, werden detaillierte Informationen bereitgestellt, u. a. zur Ermittlung der Systemgrenzen oder zu Wärmebrückenzuschlägen und Wärmebrückennachweisen. Es wird verdeutlicht, welche Wärmeleitfähigkeit beim Effizienzhaus-Nachweis anzusetzen ist, wie ein hydraulischer Abgleich korrekt durchgeführt wird und wie Deckungsanteile einer Solaranlage korrekt ermittelt werden.

Die Zusammenstellung basiert auf den Auswertungen von Vor-Ort-Kontrollen bei KfW-geförderten Bauvorhaben. Diese werden seit 2013 genutzt, um zu überprüfen, ob das errichtete oder sanierte Gebäude tatsächlich den gewünschten und beantragten KfW-Effizienzhaus-Standard erreicht. Die Objekte werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und durch eine qualifizierte Fachkraft auf Einhaltung der technischen Mindestanforderungen der KfW geprüft.

Quelle: Fachportal Energieeffizientes Bauen und Sanieren (FEBS) / Delia Roscher

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Sonnenhauskonzept: Wohnanlage mit privatem Nahwärmenetz

26. November 2021 - 15:51

Ludwig Stein plant Häuser und ist dem Sonnenhaus-Konzept schon seit vielen Jahren verbunden. Er hat eine lange Reihe von bemerkenswerten Objekten in die Realität umgesetzt. Für die Familie Nadler hat er nochmal Eins draufgesetzt: Auf einem Grundstück nahe Ingolstadt entstanden zwei Sonnenhaus-Neubauten im Effizienzhaus40-Standard neben einem Bestandsgebäude aus dem Jahr 1964.

Alle drei Häuser sind energetisch vernetzt. Die zwei Neubauten nutzen die Sonnenkraft und liefern diese per Nahwärme-Leitung in den Altbau. Umgekehrt versorgt der Altbau mit seiner Pelletheizung die beiden anderen Gebäude in winterlichen Phasen, wenn die Speicher leer werden und zu wenig Sonne scheint.

Privates Nahwärmenetz für 40 Bewohner*innen

Mitten im oberbayerischen Dörfchen Echenzell (Landkreis Eichstätt) entstand so auf einem 3200 Quadratmeter-Grundstück ein privates Nahwärmenetz mit hohem regenerativem Anteil, das fast 40 Bewohner*innen versorgt. Eine echte Blaupause für die Zukunft des Heizens und Wohnens, denn eines ist klar: während viel über CO2-Reduktion im Individualverkehr und Stromverbrauch debattiert wird, liegt die klimaneutrale Wärmeversorgung der Zukunft weitgehend im Dunkeln. Die vielen Luftwärmepumpen, die derzeit verkauft und verbaut werden, sind in der Summe absolut keine nachhaltige Lösung. Der rasant steigende Strombedarf, den diese Anlagen in der Heizperiode verursachen, kann regenerativ nicht effizient erzeugt und bereitgestellt werden. Neue Kraftwerkskapazitäten für Spitzenzeiten werden erforderlich und die Netze werden zudem übergebührlich belastet.

Heizen mit der regenerativen Energiequelle Holz ist allemal besser für das Klima als mit fossilen Brennstoffen. Aber auch keine Patentlösung, denn Holz steht nur begrenzt zur Verfügung und verursacht bei der Verbrennung mehr Feinstaub als bei Gas oder Öl. Primär sollte also die Sonne per Solarthermie so gut als möglich genutzt werden. Den Restenergiebedarf mit Holzfeuerung zu decken ist dann aber eine ausgesprochen klimaschonende Lösung.

Genau so läuft es bei einem klassischen Sonnenhaus und auch bei den Nadlers in Echenzell. Nebenbei produzieren diese Häuser über die großzügig dimensionierte PV-Anlage eine Menge Strom zum Eigenverbrauch, zum Laden von E-Autos oder zur Abgabe ins Netz. Auch wenn diese Wohnanlage in ihrem Erscheinungsbild eigentlich konventionell daherkommt und mitten im Dorf liegt: nachhaltiger ist Wohnen heute und morgen kaum darstellbar, insbesondere, wenn man bezahlbares Bauen ohne kostentreibendes High-Tech zugrunde legt.

Baubeschreibung Mehrfamilienhaus

Entstanden ist ein zweigeschossiger Bau von 26,5 x 13 Metern und insgesamt 750 Quadratmetern Wohnfläche verteilt auf acht Wohneinheiten. Baubeginn war im März 2018, der Bezug erfolgte im Frühjahr 2019. Insgesamt sechs Wohnungen mit Größen zwischen 70 und 100 m² – drei auf jeder Etage - sind im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss angeordnet. Zwei weitere Wohnungen befinden sich im ausgebauten Dachgeschoss. Im Mittel bewohnen 24 Personen das Gebäude, so Eigentümer Robert Nadler, der mit seiner Familie nach Fertigstellung hier ebenfalls eingezogen ist.

Die Ausstattung entspricht einem gehobenen Standard. Sämtliche Wohnungen sind mit einem Aufzug barrierefrei erreichbar. Die Wohnungen im Erdgeschoss verfügen über geräumige Terrassen, in der ersten Etage freuen sich die Bewohner über großzügige Balkone und im Obergeschoss über Loggien. Alle Wohnungen bieten einen gut durchdachten, großzügig dimensionierten Wohn-/Ess-/ Küchenbereich, einen Schlafraum mit Ankleide sowie Kinderzimmer. Zur Sonnenseite hin sind große Fenster angeordnet, die für ein helles und freundliches Ambiente im Inneren sorgen.

Wie bei jedem Sonnenhaus ist eine gute Gebäudehülle Voraussetzung für möglichst effiziente Eigenversorgung. Deshalb plant Ludwig Stein seine Sonnenhäuser mit einer massiv gebauten, monolithischen Außenwandkonstruktion aus hochwärmedämmenden 42,5 cm dicken Porenbeton-Steinen mit einem Lambda-Wert von λ = 0,08. Durch die Kombination von niedriger Wärmeleitfähigkeit bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit bietet die Konstruktion sehr gute Voraussetzungen für die Realisierung eines Sonnenhauses. Zugleich eine wirtschaftliche Lösung, weil auf einen Vollwärmeschutz verzichtet werden konnte.

Maximale Einsparung bis zu 38 Tonnen CO2 im Jahr

Das im Mehrfamilienhaus ausgeführte Hausbaukonzept hat einen Primärenergieausstoß von nur 1,9 kWh/m²a bezogen auf Warmwasser und Heizwärme unter Anrechnung der PV-Erträge. Die Erträge aus der PV-Anlage betragen simuliert (nach Potsdam gemäß EnEV) 26.129 kWh/a, also 2.613 kWh/a rechnerisch für jede versorgte Einheit. Nach Vorgaben der Energieeinsparverordnung kann die Ersparnis für die Wärme- und Warmwasserproduktion nach Angaben von Ludwig Stein bis zu 38.000 kg CO2 im Jahr betragen. „Pro Mieter“, rechnet Stein vor, „sind dies etwa 1.600 kg CO2-Ersparnis jährlich, oder 4.790 kg CO2 pro Wohneinheit und Jahr.“

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass nahezu der gesamte Keller mit Fußbodenheizung ausgelegt wurde und im Sommer und den Übergangszeiten mit überschüssiger Sonnenenergie temperiert wird. Damit werden die Kellerräume immer über 18° gehalten, um Schwitzwasser-Kondensat zu vermeiden. Eine Schimmelbildung ist damit praktisch unmöglich. Ludwig Stein: „Wir heizen den Keller völlig kostenlos! Welches Haus kann das schon außer ein Sonnenhaus?“ Der Baustandard des Doppelhauses (Fertigstellung 2017) entspricht in allen wesentlichen Punkten dem Mehrfamilienhaus, allerdings ohne Keller.

Pelletsheizung für Restwärmebedarf

2017 wurde im Altbau (Baujahr 1964, 2 Wohneinheiten mit insgesamt 180 Quadratmetern) eine altgediente Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzt, die wie eingangs erwähnt den Restwärmebedarf für alle drei Gebäude erfüllt. Im Normalfall, so berichtet Robert Nadler von seinen bisherigen Erfahrungen, steht die Heizungsanlage von Mitte April bis Mitte Oktober komplett. Im aktuellen Sommer, der von der Einstrahlung eher suboptimal verlief, standen von April bis Anfang September überschaubare 100 Betriebsstunden auf der Uhr. Das sind Werte, mit denen der Bauherr sehr zufrieden ist.

PV-Anlage und E-Mobilität

Der PV-Strom wird über eine 18 Kwh Batterieanlage für den Eigenbedarf gepuffert. Zur Abrechnung des Haushaltsstroms mit seinen Mieter*innen hat sich Robert Nadler für den Dienstleister Polarstern entschieden. Angesichts der komplizierten Gesetzeslage ist er mit diesem Modell momentan zufrieden, weil der persönliche Aufwand damit minimiert wird. Die Gesamtbilanz ist ziemlich ausgeglichen was die Entnahmen aus dem Netz beziehungsweise die Einspeisungen betrifft.

Beim Doppelhaus gibt es zwei komplett getrennte PV-Anlagen. Die beiden Haushälften (je 147 Quadratmeter) werden aktuell von jeweils drei Personen bewohnt. Jedem Haushalt steht hier ein sechs kwh Stromspeicher zur Verfügung. Robert Nadler hat diese Konfiguration bewusst gewählt für die Option, dass später eine Haushälfte mit eigenständiger PV-Anlage verkauft werden kann.

Auch der Altbau wurde nun vor kurzem mit einer PV-Anlage ausgerüstet, die demnächst in Betrieb gehen wird: 22,4 kwP mit 11 kwh Stromspeicher sind hier die Eckdaten. Robert Nadler entschied sich hier für ein Modell der Allgäuer Firma sonnen.de, welche die Batterien lieferte und gleichzeitig die kompletten Verbräuche be- und abrechnet.

Robert Nadler beschreibt das Konzept so: „Unsere Stromkosten liegen bei 0 Euro ohne Grundgebühr. Die Stromüberschüsse speisen wir in das Sonnen-Netz ein. Dadurch bekommen wir eine bestimmte Stromfreimenge gutgeschrieben, die wir entweder zu einem späteren Zeitpunkt verbrauchen oder vergütet bekommen.“

Auch die Elektromobilität wurde bei diesem Projekt angemessen berücksichtigt. Insgesamt stehen acht Ladestationen zur Verfügung: fünf für das MFH, zwei für das Doppelhaus und eins für den Altbau.

Genehmigungsprobleme

Aus Sorge, mit den modernen Gebäuden das dörfliche Ortsbild zu zerstören, genehmigte die Gemeinde auf der ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche, die bereits seit mehr als 20 Jahren brachlag, nach einem langwierigen Planungsprozess nur ein Doppelhaus und ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten. Die behördlichen Vorgaben bezogen sich ausdrücklich auf das äußere Erscheinungsbild und die Größe der Häuser.

Aber auch in Bezug auf die optimale Umsetzung des Energiekonzeptes wurden Einschränkungen gemacht. Statt der von der Behörde geforderten 35 Grad Dachneigung wäre eine Ausrichtung der Solarkollektoren von 55 Grad bis 70 Grad optimal gewesen. „Damit hätten wir nochmal deutlich bessere Einsparwerte erzielt“, bedauert Ludwig Stein noch immer.

Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V. / Delia Roscher

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NWG-Energieberichte passend zur neuen Bundesförderung (BEG)

25. November 2021 - 15:29

Alle benötigten Nachweise lassen sich mit dem an die Bundesförderung angepassten Modul „Energiebericht“ des SOLAR-COMPUTER-Berechnungsprogramms „Energieeffizienz Gebäude DIN V 18599 / GEG“ führen und dokumentieren.

Die Bundesförderung gilt für Neubauten ebenso wie für Bestandsbauten. In jedem Fall muss die BEG-Effizienzgebäude-Stufe anhand bestimmter Parameter nachgewiesen werden. Im Sanierungsfall entweder durch Nachweis eines „Schritt für Schritt“-Konzeptes mit Maßnahmen, die über einen längeren Zeitraum abgestimmt sein müssen, oder eines Konzepts „Sanierung in einem Zug“. NGF-abhängig beträgt die Förderhöhe bis zu 80 Prozent des förderfähigen Beratungs-Honorars, maximal jedoch 8.000 Euro.

Zum Generieren des Energieberichts müssen Anwendende zunächst die Daten seines Projektes im Berechnungsprogramm erfassen und bearbeiten, bevor daraus zum Schluss der Energiebericht mit den relevanten Nachweisen im Word-Format abgeleitet wird. Zum Nutzen schon vorhandener Projektdaten stehen verschiedene Import-Schnittstellen zur Verfügung: U-Wert, Heizlast DIN 12831-1, Kühllast VDI 2078/6007, Thermische Gebäudesimulation, IFC und CAD.

Für die NWG-Beratung/Planung stehen für Neubau, schrittweiser Sanierung bzw. Sanierung in einem Zug drei entsprechende Energieberichts-Vorlagen zur Verfügung, die die Anforderungen des Moduls 2 „Energieberatung DIN V 18599“ des BAFA erfüllen. Zusätzlich stehen auch Energieberichts-Vorlagen für die WG-Sanierung zur Verfügung. Sämtliche Vorlagen können Anwendende im Verantwortungsbereich frei verwalten, wie kopieren, erweitern oder anpassen.

Optional lässt sich die Energiebericht-Erstellung mit dem SOLAR-COMPUTER-Modul „Wirtschaftlichkeitsberechnung VDI 6025 / VDI 2067-1“ kombinieren. Passend zum BAFA können für Investitionen die Anteile für Instandhaltung und energetisch bedingte Mehrkosten angegeben und „Einnahmen“ als Förderungen markiert werden. Die Software inklusive der oben genannten Module ist sofort lieferbar.

Quelle: SOLAR-COMPUTER / Delia Roscher

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Jetzt schon an den Sommer denken und hohe Förderungen sichern

24. November 2021 - 14:20

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst aktuell den Einbau qualifizierter Luft-/Luft-Wärmepumpen in Wohngebäuden mit bis zu 35 Prozent, in Nichtwohngebäuden mit bis zu 20 Prozent. Liegt ein Energiefahrplan vor oder wird eine Ölheizung ersetzt, winken bis zu 15 Prozent zusätzlich. Auch Kosten aus Fachplanung und Baubegleitung, wie Entsorgung, bauliche Umfeldmaßnahmen und Installationsarbeiten, können zur Hälfte erstatten werden.

Für die Raumkühlung in einem Nichtwohngebäude käme beispielsweise das Kaltwasser-Klimasystem REMKO KWE 640 Eco in der Ausführung Super-Low-Noise in Frage. Die Investitionskosten für Anlage, Zubehör, Installation und Energieberater belaufen sich hier auf rund 59.000 Euro. Bei einem Fördersatz von 20 Prozent lassen sich davon fast 12.000 Euro einsparen.

Eine kompakte Zusammenfassung des Prozedere sowie eine Übersicht mit förderfähigen Modellen liefert der Förderwegweiser des Haustechnik-Experten Remko. Über die wichtigsten Punkte zur Abwicklung informiert auch ein Kurzfilm des BMWi: So muss der Fördermittelantrag vor Auftragsvergabe beim BAFA eingehen. Oft ist eine technische Projektbeschreibung durch einen zugelassenen Energieeffizienz-Experten verpflichtend, außerdem dürfen nur Fachunternehmen für die Umsetzung herangezogen werden.

Wer detaillierte Informationen nebst aktueller FAQ-Liste sucht, wird auf machts-effizient.de fündig, dem Energieeffizienz-Ratgeber des BMWi. Individuelle Auskünfte erteilen die zuständige BAFA-Hotline (06196 908-1625) und das BMWi-Infotelefon (0800 0115 000).

Quelle: Remko / Delia Roscher

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KfW-Förderung für Effizienzhaus 55 wird eingestellt

24. November 2021 - 13:31

Die Bundesförderung konzentriert sich in Zukunft stärker auf die energetische Sanierung von Altbauten und noch effizientere Neubauten. Bei der Sanierung von Altbauten ist eine Förderung für den Umbau nach Effizienzhausstandard 55 daher weiterhin möglich.

Welche Möglichkeiten Neubau-interessierte jetzt haben, um ihre Anträge noch vor Ablauf der Frist zu stellen, und welche alternativen Fördermöglichkeiten es gibt, hat die Verbraucherzentrale NRW zusammengestellt:

Neubau eines Effizienzhauses 55: Zügig handeln. Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn bei der KfW und spätestens bis zum 31. Januar 2022 gestellt werden. Grundsätzlich gilt, dass der KfW-Antrag vor Abschluss von Lieferungs-/Leistungsverträgen gestellt werden muss. Nur in der Kreditvariante kann hiervon abgewichen werden, wenn ein dokumentiertes Beratungsgespräch mit der Bank vorliegt. Bauherr*innen und Käufer*innen, die diese Lösung bevorzugen, sollten sich jetzt zügig um sämtliche Antragsunterlagen und den Abschluss der Planungen bemühen.

Alternative Fördermöglichkeiten beim Neubau: Die Einstellung der Förderung für das Effizienzhaus 55 bedeutet nicht, dass Neubauten ab 2022 überhaupt keine Zuschüsse mehr erhalten. Die Gebäude müssen für die Bundesförderung zukünftig mindestens den höheren Standard Effizienzhaus 40 erreichen. Wie beim Effizienzhaus 55 gibt es zusätzlich die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse) und Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse). Bauherr*innen, die die entsprechenden Anforderungen erfüllen, können bis zu 25 Prozent Tilgungszuschuss oder einen Investitionszuschuss in Höhe von bis zu 37.500 Euro erhalten.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW / Delia Roscher

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Eine neue Denkweise für nachhaltige Gebäude und Gemeinschaften

23. November 2021 - 14:06

Was wäre, wenn wir nachhaltiger, vernetzter und gesünder leben könnten? Dies ist eine von vielen grundlegenden Fragen, mit denen sich das neue Build for Life-Konzept befasst, das von VELUX entwickelt und auf der Build for Life-Konferenz (15. - 17. November 2021) vorgestellt wurde. Dabei soll aufgezeigt werden, wie nachhaltiges Bauen und das Schaffen von glücklicheren und gesünderen Lebensräumen ermöglicht werden kann. „Build for Life“ basiert auf der Erkenntnis, dass die Art und Weise, wie wir heute bauen, enorme Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme hat. Es dient als Richtungsweiser für Designer*innen, Stadtplaner*innen sowie Baufachleute und umfasst Vorschläge zur Bewältigung einiger der dringendsten Probleme, mit denen wir konfrontiert sind:

  • Umwelt: Gebäude allein sind für rund 39 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich und 40 Prozent der Weltbevölkerung benötigen ein neues Zuhause (UNEP, 2015). Um die Klimakrise einzudämmen, müssen wir noch vor 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Durch die Verwendung von Materialien mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt und die Konzentration auf die Ökobilanz eines Gebäudes könnten wir die Nachfrage nach mehr Wohnraum decken, ohne die Ressourcen der Erde zu erschöpfen.
  • Gesundheit: Wir verbringen bis zu 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Indem wir unsere Gebäude nach einer One-Size-Fits-All-Logik gestalten und bei der Qualität der Baumaterialien Kompromisse eingehen, versäumen wir es, ein gesundes Raumklima zu schaffen. Werden die Prinzipien für ein gesundes und komfortables Raumklima eingehalten und hochwertige Materialien eingesetzt, können wir Gebäude schaffen, die tatsächlich auch für uns Menschen gesünder sind.
  • Erschwinglichkeit: Bis 2050 werden voraussichtlich 2,5 Milliarden Menschen mehr in Städten leben. Gleichzeitig sind weltweit an vielen Orten die Wohnungspreise erheblich und stetig gestiegen, sodass der Wohnraum gerade für all jene, die ihn am dringendsten benötigen, nicht mehr bezahlbar ist. Durch die Gestaltung von Gebäudeflächen, die sich durch Design, gemeinschaftliches Wohnen und neue Geschäftsmodelle auf Erschwinglichkeit konzentrieren, könnten wir Wohnraum für die Menschen schaffen, die am meisten davon profitieren.
  • Gemeinschaft: Obwohl wir näher beieinander leben und mehr denn je miteinander verbunden sind, fühlen wir uns immer einsamer, ängstlicher und gestresster. Durch die Gestaltung einer baulichen Umgebung, die Gemeinschaft durch Teilen, Partizipation, Identität und Sicherheit ermöglicht, könnten wir das Wohlbefinden steigern, die allgemeine Gesundheit verbessern und gleichzeitig Angst, Einsamkeit und Stress verringern.

„Häuser und Gemeinden sollten auf gesunde und regenerative Designprinzipien ausgerichtet sein und sowohl für Menschen als auch für den Planeten entworfen werden. ‚Build for Life‘ ist mehr als ein Designkonzept, es ist eine Art zu denken und zu leben", erklärt Lone Feifer, Direktorin für nachhaltige Gebäude bei der VELUX Gruppe.

VELUX führt Build for Life als Teil seiner umfassenderen Nachhaltigkeitsstrategie und als Beitrag zum SDG11 (Sustainable Cities and Communities) der Vereinten Nationen ein und hebt damit seine seit 18 Jahren bewährten Verfahren für nachhaltige Gebäude auf die nächste Stufe.

Kompassmodell für die Steuerung des Bau- und Entwicklungsprozesses

Das Konzept wird durch ein Kompassmodell erweitert, das sieben, strategische Leitlinien umfasst: Flexibilität, Qualität, Umwelt, Gesundheit, Gemeinschaft, Lokalität und Erschwinglichkeit. Mit diesen Leitlinien sollen Bau- und Entwicklungsprozesse gesteuert und branchenübergreifende Zusammenarbeit in einem einfachen, offenen Rahmen für die Entwicklung und Umgestaltung von Gebäuden für die Zukunft ermöglicht werden.

„Build for Life“ geht über die Designebene hinaus, indem es eine neue gemeinsame Sprache und Denkweise für die gesamte Branche entwickelt und von der festen Überzeugung getragen wird, dass wir nur durch branchenübergreifende Kollaboration gesündere und nachhaltigere Lebensräume für alle schaffen können. Das Kompassmodell wurde von der VELUX Gruppe in Zusammenarbeit mit EFFEKT architects, MOE engineers und LeaderLab entwickelt. Der Kompass ist als Plattform gedacht und lädt weitere Partner mit ähnlichen Visionen ein, den Wandel in der bebauten Umwelt anzuführen.

Mit gutem Beispiel vorangehen: Prinzipien für lebendige Orte

Um zu zeigen, wie man nachhaltig bauen kann, hat die VELUX Gruppe zudem zusammen mit den Partnern EFFEKT architects und MOE engineers fünf Prinzipien für Praxisbeispiele entwickelt. Die Prinzipien gehen von einem marktüblichen Standard aus und beschreiben die verschiedenen Verbesserungen und Reduzierungen im Vergleich dazu. Die Grundsätze lauten: gesund, skalierbar, gemeinsam genutzt, einfach und anpassungsfähig.

Praxisbeispiel 2023: Living Places Copenhagen

Kopenhagen ist ganz unter dem Motto „Copenhagen in Common“ Welthauptstadt der Architektur 2023. Als Partnerprojekt für 2023 wird der erste Prototyp von Living Places in einer Partnerschaft zwischen EFFEKT architects, MOE engineers, Enemaerke & Petersen contractors und der VELUX Gruppe gebaut.

Der Prototyp ist im Zentrum Kopenhagens geplant, in „Jernbanebyen“, einem ehemaligen Werkstattgelände der Eisenbahn. Living Places Kopenhagen wird das erste Praxisbeispiel dafür, wie das „Build for Life“- Konzept zum Leben erweckt werden kann, um Inspiration und Impulse für neue Lösungen für zukünftiges Bauen und Wohnen zu geben.

„Dies ist unser Beitrag zu einem starken Engagement für nachhaltigere Gebäude, Gemeinden und Städte für die Menschen und den Planeten. Durch die Kombination von Design- und Bauprinzipien können wir Häuser und Gemeinden gestalten und umgestalten, die gut für das Klima, aber auch für uns Menschen sind. Zudem werden wir in der Lage sein, kostengünstiger zu bauen", erläutert Lone Feifer, Direktorin für nachhaltige Gebäude bei der VELUX Gruppe.

Durch die Gestaltung einer baulichen Umgebung, die auch unsere emotionalen Bedürfnisse berücksichtigt und eine Verbundenheit zu Orten schafft, verändert sich die Denkweise über das eigene Zuhause. Es geht dabei nicht nur um den Standort, sondern auch um den lokalen Kontext und das Leben, das die Menschen dort führen können.

Einführung auf der Build for Life-Konferenz vom 15. bis 17. November 2021

Der Entwurf wurde auf der globalen Konferenz Build for Life vorgestellt, an der Architekt*innen, Bauunternehmer*innen, Ingenieur*innen, Designer*innen, Planer*innen und andere Fachleute aus der Branche teilnehmen konnten. Mehr als 90 Expert*innen aus der ganzen Welt sprachen auf den beiden Hauptbühnen in Kopenhagen, Dänemark, sowie auf Bühnen in Nordamerika und China.

Quelle: VELUX / Delia Roscher

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WDVS: Weniger Prüfung und mehr Wissen

23. November 2021 - 11:47

WDVS, die der thermischen Isolierung von Außenwänden an Gebäuden dienen, werden schon vielfach im Bau eingesetzt. Ein WDVS besteht aus mehreren, aufeinander abgestimmten Komponenten. Die Prüfung und Zulassung des Gesamtsystems ist aufwändig. Für den Einsatz ist ein baurechtlicher Verwendungsnachweis notwendig. Wenn ein WDVS zugelassen ist, dürfen die Komponenten nicht ohne Weiteres ausgetauscht werden, sonst verliert die Zulassung ihre Gültigkeit.

„WDVS sind komplexe Systeme, bei denen das Zusammenwirken der Systemkomponenten bisher nicht ausreichend erforscht war. Wir haben das Zusammenwirken aller Systemkomponenten in Kombination mit Öko-Dämmstoffen und dem Holzbau als Untergrund ganzheitlich betrachtet. Die grundlegenden Daten, die wir erhoben haben, ermöglichen es einzelne Komponenten von WDVS auszutauschen und die Zulassung zu vereinfachen. Darüber hinaus werden die Bauteile durch unsere Berechnungen sicherer und verlässlicher“, erläutert Norbert Rüther, Projektleiter am Fraunhofer WKI.

Gemeinsam mit dem Projektpartner, dem Institut für Baukonstruktion und Holzbau iBHolz der TU Braunschweig haben die Forschenden die einzelnen Systemkomponenten betrachtet: Oberputz, Unterputz, Gewebe, Dämmplatte, Befestigungsmittel und Untergrund. Untersucht wurden Systeme mit Holzfaserdämmstoffen auf hölzernen Untergründen wie der Holztafelbauweise und massiven Holzuntergründen. An der TU Braunschweig haben die Forschenden theoretische und numerische Untersuchungen an Ein- und Mehrkomponentensystemen vorgenommen sowie die Modelle erstellt. Am Fraunhofer WKI führten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Versuche an Materialien und Zweikomponentensystemen durch, sowie numerische Untersuchungen zum Wärme- und Feuchtetransport.

„Wir sind bei unserer Arbeit davon ausgegangen, dass das gesamte WDVS auf physikalische Eigenschaften und Vorgänge reduziert werden kann. Zwar gibt es beispielswiese zahlreiche Putzvarianten, allerdings können wir sie mit physikalischen Eigenschaften wie E-Modul und Festigkeit, Streckgrenze und Bruchdehnung, Wasseraufnahme und -leitung, Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit sowie Dicke ausreichend genau beschreiben. Das gilt genauso für den Dämmstoff oder den Holzuntergrund“, erklärt Rüther.

Die Forschenden gingen dabei in drei Schritten vor. Zunächst wurden die einzelnen technischen Eigenschaften jeder Komponente ermittelt und dann eine Auswahl der relevanten technischen Eigenschaften getroffen. Daraufhin haben die Forschenden die Einflüsse der Komponenten auf das Gesamtsystem ermittelt und ein Modell zur Vorhersage des Systemverhaltens und der Ableitung der Systemgrenzen erstellt. Die Ergebnisse führen schließlich zur Erstellung eines Leitfadens, der derzeit noch erarbeitet wird.

Mit den Ergebnissen des Forschungsprojekts wären Innovationen auch für kleine Unternehmen möglich, die aus Kostengründen aufwendige Untersuchungen bisher nicht durchführen lassen können. Insgesamt würde also der Zeit- und Kostenaufwand für Unternehmen deutlich sinken und Neuheiten könnten schneller in den Markt finden. Beispielsweise könnte ein neuentwickelter Putz ohne Prüfung des Gesamtsystems etabliert werden. Aus den Ergebnissen leiten sich aber auch bessere Prognosemöglichkeit für die Gebrauchstauglichkeit von Holzkonstruktionen ab. Damit wird der Weg frei für die vermehrte stoffliche Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen und ihrer sicheren und dauerhaften Nutzung. Der vermehrte Einsatz von Holzwerkstoffen im Bau führt zu einer längerfristigen Speicherung von CO2 und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneffizienz und der Bioökonomie.

Förderung

Das IGF-Vorhaben 19906 N der Forschungsvereinigung Internationaler Verein für Technische Holzfragen e. V. wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Zum Hintergrund des Fraunhofer WKI

Nachhaltigkeit durch Nutzung nachwachsender Rohstoffe steht seit 75 Jahren im Fokus des Fraunhofer WKI. Das Institut mit Standorten in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf Verfahrenstechnik, Naturfaser-Verbundkunststoffe, Bindemittel und Beschichtungen, Holz- und Emissionsschutz, Qualitätssicherung von Holzprodukten, Werkstoff- und Produktprüfungen, Recyclingverfahren sowie den Einsatz von organischen Baustoffen und Holz im Bau. Nahezu alle Verfahren und Werkstoffe, die aus der Forschungstätigkeit hervorgehen, werden industriell genutzt.

Quelle: Fraunhofer WKI / Delia Roscher

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Nachhaltige Materialalternative Popcorn-Dämmung

22. November 2021 - 9:50

„Für uns ist dies ein weiterer wichtiger Meilenstein in unserer strategischen Entwicklung hin zum ganzheitlichen, materialübergreifenden Dämmstoffhersteller. Mit der Popcorn-Dämmung runden wir unser Qualitäts-Sortiment perfekt ab und können so noch gezielter auf die unterschiedlichen Anforderungen des Marktes und unserer Kunden eingehen“, sagt Gruppen-Geschäftsführer Michael Küblbeck.

Die Arbeitsgruppe „Chemie und Verfahrenstechnik von Verbundwerkstoffen“ an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen hatte ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich Dämmplatten aus Popcorn produzieren lassen, die hervorragende Wärmedämmeigenschaften und guten Brandschutz besitzen. Andreas Paul, Leiter Anwendungstechnik und Produktentwicklung bei BACHL, erläutert die weiteren Vorteile der Innovation: „Der neue Dämmstoff aus biologischen Bestandteilen schont Ressourcen und zeichnet sich darüber hinaus durch Langlebigkeit, vielfältige Einsatzmöglichkeiten, geringes Gewicht und damit einfaches Handling, niedrige Transport- und Energiekosten aus.“

„Mit diesem neuen an die Kunststoffindustrie angelehnten Verfahren lassen sich kosteneffizient Dämmplatten im Industriemaßstab herstellen“, erklärt der Leiter der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Alireza Kharazipour. Im Laufe des nächsten Jahres werden bereits die ersten industriellen Fertigungsanlagen ihren Betrieb bei BACHL aufnehmen.

Quelle: BACHL / Delia Roscher

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Beispielhaftes Energiespar-Contracting

22. November 2021 - 9:10

Der Einstieg in ein Energiespar-Contracting ist für den Märkischen Kreis Gold wert: Mit einem externen Energiedienstleister als Generalunternehmer konnte der Kreis 19 Liegenschaften energetisch sanieren und spart so über eine halbe Millionen Euro an Energiekosten pro Jahr. Das garantiert der Contractor verbindlich über eine Laufzeit von zehn Jahren. Ohne Energiespar-Contracting wäre das nicht möglich gewesen, weil es dafür an Know-how und Personal mangelt.

Die EnergieAgentur.NRW stellt das Projekt in ihrem neuen Video vor. Das Video soll Akteur*innen anderer Kommunen und Kreisen anschaulich zeigen, wie ein solches Projekt gestemmt werden kann. Denn wie in diesem Beispiel geht es auch vielen Kommunen und Kreisen, die durch Sanierungsmaßnahmen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, dafür aber nicht die Voraussetzungen und Mittel haben. Contracting kann für sie wie für den Märkischen Kreis die ideale Lösung sein.

Quelle: EnergieAgentur.NRW / Delia Roscher

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Energieautarke Mehrfamilienhäuser: klimaschonend und bezahlbar wohnen

19. November 2021 - 14:55

Die deutschlandweit ersten energieautarken Mehrfamilienhäuser mit jeweils sieben bezugsfertigen Wohnungen übergab HELMA Ende 2018 an die eG Wohnen 1902 in Cottbus. Mit einem Energieverbrauch von unter 55 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr wird der Energieeffizienzstandard 55 erreicht. Für die 14 Wohnungen gilt ein Mietpreis von 10,50 Euro pro Quadratmeter. In dieser sogenannten Pauschalmiete sind auch bereits Strom und Wärme in unbegrenztem Nutzungsumfang enthalten. Bewohner, die ein Elektroauto besitzen und es zuhause aufladen, haben auch etwas davon: deutlich geringere Mobilitätskosten.

„Wir werden die Klimaziele im Gebäudebereich nur erreichen, wenn alle Beteiligten davon profitieren. Dafür steht unser energieautarkes Mehrfamilienhaus. Mieter verbrauchen weniger Strom, sparen CO2 und Nebenkosten. Vermieter können sich dank der Pauschalmiete von einem Teil der aufwendigen Betriebskostenberechnung trennen. Darüber hinaus können Energieüberschüsse ins öffentliche Netz eingespeist und so zusätzliche Einnahmen erzielt werden“, kommentiert Gerrit Janssen, Vorstandsvorsitzender der HELMA Eigenheimbau AG.

Deutschlandweit nachgefragt

In Oranienburg und Lübben errichtet das Unternehmen aktuell jeweils zwei energieautarke Mehrfamilienhäuser, die voraussichtlich zum Jahresende an die auftraggebenden Wohnungsbaugesellschaften übergeben werden. Weitere Projekte sind bereits in Planung – in Unna, Blankenfelde und Kieselbronn. In Magdeburg und Aschersleben wird die Errichtung energieautarker Reihenhäuser vorbereitet.

„Unser erstes Projekt mit der eG Wohnen 1902 in Cottbus hat deutschlandweit eine enorme Strahlkraft entwickelt und das Interesse gerade kommunaler Wohnungsunternehmen an unserem Konzept energieautarker Mehrfamilienhäuser geweckt. Immer mehr Wohnungsbaugesellschaften, vor allem aus Mittelstädten, fragen an. Dort steigt die Nachfrage nach Wohnraum aktuell besonders stark, zugleich wachsen die Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Mit unserem Konzept erfüllen wir diese Vorgaben und schaffen attraktive und bezahlbare Wohnungen“, erklärt HELMA-Projektleiter Nicolas Rudolph.

Hoher Deckungsgrad mit erneuerbarer Energie

Das Konzept des energieautarken Mehrfamilienhauses beruht darauf, den Energiebedarf des Gebäudes mehrheitlich aus erneuerbaren Energien zu decken. Photovoltaisch erzeugte Energie speist direkt den Hausstromkreis. Zur Erzeugung von Wärme und für die Warmwasserbereitung werden Infrarotpaneele an der Decke genutzt. Der Deckungsgrad liegt bei mindestens 50 Prozent. Überschüsse werden für sonnenarme Tage oder E-Mobilität gespeichert.

Das Konzept des energieautarken Mehrfamilienhauses ist eine gemeinsame Entwicklung der HELMA Eigenheimbau AG mit Professor Timo Leukefeld von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Die HELMA-Gruppe kann bereits auf über ein Jahrzehnt Erfahrung im Bau energieautarker Wohnhäuser zurückblicken.

Quelle: HELMA Eigenheimbau AG / Delia Roscher

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Unsichtbar mit Flächenheizungen wärmen

19. November 2021 - 14:42

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Flächenheizung komplett unauffällig ist: Sie verbirgt sich im Fußboden, in der Wand oder in der Decke. Darüber hinaus unterscheidet sie sich in der Art der Erwärmung. Während viele Heizkörpersysteme die vorbeiströmende Luft und über sie ganze Räume aufheizen, geht von einer Flächenheizung Strahlungswärme aus, die als besonders angenehm empfunden wird.

Im Übrigen kann eine Flächenheizung Räume nicht nur erwärmen, sondern auch kühlen. Dies geschieht auch passiv, beispielsweise wenn hochsteigende Wärme von einer Deckenheizung abgekühlt wird und wieder nach unten gelangt.

Drei Varianten der Flächenheizung

Im Fußboden unter dem Estrich verlegt, besteht die Flächenheizung aus flächig verlegten Rohrschlangen, die von warmem Heizungswasser durchflossen werden und den Estrich aufheizen. Über den aufgewärmten Boden verteilt sich die Wärme dann im ganzen Raum.

Bei einer Wandheizung dagegen werden die Rohrschlangen nicht im Aufbau der Wand, sondern an ihrer Oberfläche installiert. Fachhandwerker*innen arbeiten hierbei mit sogenannten Trägermatten (Kapillarrohrmatten) oder vorgefertigten Platten. Diese Art der Flächenheizung reagiert schnell auf geänderte Temperaturanforderungen und hat zudem den Vorteil, dass sie durch ihre Einbaulage auch vor Feuchtigkeit und Schimmel bewahrt. Zu beachten ist allerdings, dass Wände, die für die Erwärmung des Raumes wichtig sind, nicht mit Möbeln verstellt werden sollten.

Die dritte Variante ist die Deckenheizung. Sie wird ähnlich verbaut wie eine Wandheizung und arbeitet am effizientesten – jedenfalls bei einer guten Wärmedämmung. Da die Luftbewegungen unter der Decke am geringsten sind, erreicht die Deckenheizung mit bis zu 92 Prozent den höchsten Strahlungsanteil. Zum Vergleich: Die Wandheizung kommt nur auf etwa 69 Prozent, die Fußbodenheizung sogar nur auf rund 50 Prozent.

Attraktive Förderkonditionen für die Flächenheizung

Der Einbau einer Flächenheizung ist im Neubau ebenso wie bei einer Sanierung eine Überlegung wert: Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen arbeitet die Flächenheizung energiesparend mit einer niedrigen Vorlauftemperatur, sodass die CO2-Emission geringer ausfallen und Heizkosten eingespart werden können. Außerdem kann sie gut mit erneuerbaren Energieerzeugern wie der Wärmepumpe kombiniert werden. Das macht sie zu einem Fall für attraktive Förderkonditionen. Diese wurden mit der zum 1. Januar 2021 in Kraft getretenen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) noch einmal verbessert.

Heizungsoptimierung - bei bestehenden Gebäuden

Im Bestand bietet die BEG für den Einbau einer Flächenheizung im Rahmen der Heizungsoptimierung eine Förderung von 20 Prozent der förderfähigen Ausgaben. In diesem Fall wird die gesamte Heizungsanlage überprüft und es können Maßnahmen, mit denen die Energieeffizienz gesteigert wird, umgesetzt werden – unter anderem den Einbau einer Flächenheizung. Fördermittel erhalten Hausbesitzer*innen nur, wenn die Heizungsanlage älter als zwei Jahre ist. Außerdem muss auf jeden Fall der hydraulische Abgleich erfolgen, bei dem alle Komponenten der Heizung aufeinander abgestimmt werden, denn diese bildet das Kernstück der Heizungsoptimierung.

Das förderfähige Mindestvolumen für die Heizungsoptimierung liegt bei 300 Euro. Pro Wohneinheit können Hauseigentümer*innen bis zu 60.000 Euro erhalten. Wenn die Optimierung der Heizungsanlage im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) vorgenommen wird, kann von einem zusätzlichen Förderbonus von fünf Prozent der Investitionskosten profitiert werden. Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein wichtiges Werkzeug in der Energieberatung, die fester Bestandteil der „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ ist. Die Heizungsoptimierung kann als Zuschuss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Alternativ dazu kann für die Heizungsoptimierung auch den Förderkredit Wohngebäude 262 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) genutzt werden.

Förderung je nach Effizienzhaus-Standard – bei Sanierung und im Neubau

Um den hohen energetischen Ansprüchen an Gebäuden – festgelegt durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – gerecht zu werden, kann der Einbau einer Flächenheizung in Kombination mit erneuerbaren Energieerzeugern, beispielsweise einer Wärmepumpe oder einem Holzpelletkessel, sinnvoll sein. Denn auf diese Weise kann das eigene Haus zum Effizienzhaus saniert werden. Die KfW hat für die Förderung (Zuschüsse und Kredite) verschiedene Effizienzhaus-Standards eingeführt, die sich danach bemessen, welche Einsparungen erzielt werden und wie hoch der Anteil erneuerbarer Energieträger ist.

Auch eine steuerliche Förderung ist möglich: Sie erlaubt es, die Kosten für den Einbau einer Flächenheizung als energetische Sanierung für einen Zeitraum von drei Jahren durch einen prozentualen Abzug von 20 Prozent bis maximal 40.000 Euro pro Objekt von der Steuerschuld abzusetzen. Voraussetzung für jede Art von Förderung ist allerdings der – ebenfalls förderfähige – hydraulische Abgleich, der von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss.

Quelle: Intelligent heizen / Delia Roscher

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Effektiver Klimaschutz braucht Planungssicherheit

18. November 2021 - 14:25

Anträge für das Effizienzhaus/-gebäude 55 im Neubau können nur noch bis zum 31. Januar 2022 gestellt werden. Damit läuft eine entscheidende Förderung für den klimaeffizienten Neubau schon Anfang kommen-den Jahres aus. Fördergelder sollen in Zukunft vermehrt in Gebäudesanierungen und besonders effiziente Neubauten fließen, das heißt in Effizienzhaus/-gebäude-40.

„Die hohen Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz machen ein Energiehaus/-gebäude 40 für Bauherrn wenig attraktiv. Bei Wegfall der Neubauförderung für ein Energiehaus/-gebäude 55 droht ein Rückfall auf das niedrigere GEG-Niveau. Das gilt es zu verhindern!“, sagt Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer.

Auch wenn eine Erhöhung der Energieeffizienzstandards zur Erreichung der Klimaschutzziele aus Sicht von Ingenieurinnen und Ingenieure dringend erforderlich sei, wirke sich eine derart kurzfristige Änderung kontraproduktiv auf das Planen und Bauen aus. Die Planungssicherheit werde dadurch erheblich beeinträchtigt, das Bauen gehemmt und verzögert. Sinnvoll wäre eine Änderung der Förderstandards im Zusammenhang mit einer entsprechenden Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Der Wegfall der Förderung zu diesem frühen Zeitpunkt komme daher zur Unzeit.

Richtigerweise soll sich die Förderung verstärkt an einer CO2-Reduzierung orientieren. Die Effizienzhaus/-gebäude-EE-Klassen leisten dazu einen guten Beitrag. Bei einer kompletten Streichung des Effizienzhauses/-gebäudes 55 wird jedoch unterschlagen, dass ein Effizienzhaus/-gebäude 55 EE ein Schritt in die richtige Richtung, hin zur Klimaneutralität, ist.

Aus Sicht der Bundesingenieurkammer sollte der angekündigte Förderstopp für das Effizienzhaus/-gebäude 55 im Neubaubereich bis zur geplanten Änderung des GEG verschoben werden. Die Förderbestimmungen waren erst am 1. Juli 2021 in Kraft getreten.

Quelle: Bundesingenieurkammer (BIngK) / Delia Roscher

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Steuereinnahmen in BaWü: Marode Infrastruktur sollte priorisiert werden

18. November 2021 - 13:23

Voraussichtlich 2,5 Milliarden Euro mehr fließen 2022 in die Landeskasse. Allerdings sind hiervon bereits rund eine Milliarde Euro im Haushaltsentwurf verplant, da das Finanzministerium schon im Vorfeld mit einem Plus gerechnet hatte. Nun aber kommen voraussichtlich noch einmal unerwartet 1,5 Milliarden Euro hinzu.

Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg appelliert deshalb an die öffentliche Hand, diese Steuermehreinahmen vor allem in die marode Infrastruktur des Landes zu stecken, und zwar rasch. „Durch den plötzlichen Investitionsstopp der Kommunen im letzten aber auch in diesem Jahr sind zahlreiche wichtige Baumaßnahmen von jetzt auf nachher gestoppt worden“, kritisiert Hauptgeschäftsführer Thomas Möller. „Wir haben inzwischen einen enormen Investitionsstau bei wichtigen Sanierungs-, Neubau- und Klimaschutzmaßnahmen in Schulen, Kitas sowie bei Landes- und kommunalen Straßen. Auch im Bereich der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden gibt es dringenden Handlungsbedarf, ebenso beim Bau von bezahlbaren Wohnungen. Bauinvestitionen sorgen außerdem zuverlässig für zusätzliche Impulse in der heimischen Wirtschaft. Und genau das erhofft sich ja erklärtermaßen Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz, der mit dem Steuerplus auch weitere Steuergelder von morgen generieren möchte.“

Demnach sollen von den zusätzlichen Steuermehreinnahmen unter anderem mehr als 50 Millionen Euro in den Klimaschutz fließen, 160 Millionen Euro in die Sanierung von Landesstraßen und Brücken. Möller verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht nur die Corona-Krise, sondern auch die anhaltenden Lieferengpässe und die teils massiv gestiegenen Baumaterialpreise in den vergangenen Monaten bei der öffentlichen Hand zu großer Investitionszurückhaltung geführt haben. Möglicherweise hofften viele öffentliche Auftraggeber noch immer auf sinkende Preise. „Danach sieht es im Moment nicht aus. Die Preise für Baustoffe steigen leider weiter. Land und Kommunen sind also gut beraten, jetzt zu investieren. Günstiger wird es in absehbarer Zeit nicht.“

Quelle: Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V. / Delia Roscher

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Klimaschutz-Studie: Gebäudesanierung lohnt sich

17. November 2021 - 13:53

Die Untersuchung mit dem Titel „Auswirkung der aktuellen Preissteigerung auf die Wirtschaftlichkeit energetischen Modernisierungsmaßnahmen” wurde vom Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) in Auftrag gegeben.

Die zentralen Erkenntnisse der Studie:

  1. Wenn die Sanierungsquote auf zwei Prozent gesteigert wird, kann der Gasverbrauch des Gebäudesektors in Deutschland bis 2030 um 40 Prozent sinken. Gleichzeitig sinken die Treibhausgasemissionen um bis zu 87 Prozent.
  2. Energetisches Sanieren rechnet sich nach wenigen Jahren. Ab spätestens 2030 sind Betriebs- und Instandhaltungskosten unsanierter Gebäude höher als bei sanierten Gebäuden, bei denen die Investitionskosten bereits enthalten sind. Die Differenz der Energiekosten von sanierten zu unsanierten Häusern beläuft sich ab 2030 auf mehr als das Doppelte, Tendenz massiv steigend.

„Energetisches Sanieren wirkt sich schnell und signifikant auf die Energiekosten aus“, sagt Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverband Energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG). „Wenn wir nicht handeln, laufen wir außerdem ungebremst in das Problem der Energiearmut in unserer Gesellschaft hinein – viele Menschen werden sich ein warmes Zuhause nicht mehr leisten können. Wir müssen die Wärme im Gebäude halten.”

„Wir konnten zweifelsfrei aufzeigen, dass energieeffizientes Sanieren nicht nur dem Klima zugutekommt, sondern auf wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Jedoch ist das Fortbestehen und Verstetigen der staatlichen Förderungen als Grundlage der Sanierungen unabdingbar”, ergänzt Professor Andreas Holm, Leiter des FIW.

Quelle: BuVEG / Delia Roscher

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Klimaschutz beim Bau wird konkret

17. November 2021 - 11:56

Die Klimakonferenz im schottischen Glasgow war auch bei der hybriden Fachkonferenz des Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) in Berlin das bestimmende Thema. Es gehe darum, die ökologischen Grenzen der Erde zu respektieren, so Dr. Barbara Hendricks, die zwischen 2013 und 2018 Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit war, in ihrer Keynote. Seit 2019 ist sie ehrenamtliche Präsidentin des IBU und hatte jetzt Corona-bedingt ihren ersten öffentlichen Auftritt in dieser Rolle. „Es ist ein Paradigmenwechsel erforderlich. Wir müssen eine Urbanität schaffen, die lebenswertes Wohnen ermöglicht.“ Nachhaltigkeit in der Stadtgestaltung, so Hendricks weiter, dürfe dabei aber kein Merkmal für gehobenes Wohnen sein, sondern auch gefördertes Wohnen habe ein Anrecht darauf. „Beim Bauen ist das nicht so einfach, dafür braucht es hohe technologische Kompetenz.“ Im Rahmen des EU Green Deals werden künftig genaue Informationen über Ressourceneinsatz und deren Verwendung gefordert. Hendricks: „Das IBU kann hierbei eine wichtige Plattform sein“.

Hans Peters, Vorstandsvorsitzender des IBU, stimmte Hendricks zu. Nachhaltigkeit habe nicht nur eine Dimension, die bedacht werden muss. Sie umfasse vielmehr ein weites Spektrum von Ökologie, Ökonomie und Sozialem. Um dem im Bausektor gerecht werden zu können, ist neben den Themen Energie und Klima auch die schonende Ressourcennutzung sowie die soziale Komponente von Bauen und Wohnen zunehmend wichtig. Peters betont hier die auch weiterhin proaktive Rolle des IBU.

Die Antworten sind komplex

Messbarkeit war auch das Stichwort für Prof. Dr. Matthias Finkbeiner, der an der Technischen Universität Berlin das Institut für technischen Umweltschutz leitet: „Wir sind uns einig, dass wir Umwelt und Klima schützen müssen, aber wie können wir wissenschaftlich robust messen, was klimaverträglich, umweltschonend und nachhaltig ist?“ Aktuell fehle eine eindeutige Definition, was man unter Klimaneutralität versteht. Dekarbonisierung sei richtig, erfordere aber eine saubere und konsistente Bilanzierung. Die Ökobilanz, so Finkbeiner, sei seit langem als die beste Methode anerkannt. Durch den Blick auf den gesamten Lebenszyklus decke sie vor allem Problemverschiebungen auf. Aber sie löse nicht alle Probleme: Häufig kommt die Kritik auf, dass berechnete Stoffe manchmal als sinnvoll und dann in anderem Zusammenhang wieder als ökologisch schädlich bewertet werden.

Finkbeiner: „Es ist kein Fehler der Ökobilanzen, dass die Antworten komplex sind, sondern eher ihre Stärke. Je nach Verwendung müssen Produkte unterschiedlich bewertet werden.“ Zugleich warnte er davor, dass eine komplett emissionsfreie Zukunft eine Illusion bleibe. „Wir müssen reduzieren, wir müssen neue Energie einsetzen, aber ohne Kompensation wird es am Ende auch nicht gehen“, so Finkbeiner. „Wir brauchen andere Kompensationslösungen als wir derzeit haben. Wir müssen das korrekt durchrechnen, sonst werden wir am Ende formell klimaneutral sein, aber dennoch steigen die CO2-Emissionen.“

Keine Daten, kein Auftrag

Thomas Lützkendorf, Professor für Immobilienwirtschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), lenkte den Blick auf die bestehenden Normen und die „handwerkliche Seite“ der Umweltbilanzierung. Lützkendorf: „Es ist schade, wenn alle von Klimaneutralität reden, ohne entsprechende Nachweise zu liefern.“ Mit Bezug auf die Bau- und Immobilienwirtschaft konkretisierte er: „Wir brauchen geeignete Bauproduktinformationen, um das Wechselspiel zwischen Tiefe und Breite der Prozesse abzudecken. Der Trend geht eindeutig in die Richtung verbindlicher Anforderungen.“ Und das hat Folgen für die Hersteller: Wer solche Daten auf Dauer nicht liefere, dessen Produkte können auf Dauer auch nicht mehr verbaut werden. Treiber sei nicht nur der Staat, sondern auch die Finanzwirtschaft. Im Rahmen der EU-Taxonomie hängen nämlich künftig auch Finanzierungskonditionen davon ab. Deshalb müssen entsprechende Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) schneller erstellt werden. „Wir müssen künftig diese Informationen planungsbegleitend bereitstellen.“ Da das für Einzelunternehmen schwierig sei, empfahl Lützkendorf den Weg über branchenspezifische Lösungen und die Möglichkeit des digitalen Ausspielens von maßgeschneiderten EPDs.

Deutlich mehr Recycling unabdingbar

Michael Ritthoff vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie stellte erste Ergebnisse der vom IBU in Auftrag gegebenen Studie zu Fragen der Ressourcenschonung, des Ressourcenmanagements sowie der Ressourceneffizienz vor und betrachtete die Rolle der Kreislaufwirtschaft. Der Grundgedanke dabei ist, knappe oder zunehmend teurer werdende Ressourcen durch Recycling und Wiederverwendung zu gewinnen. Ein praktisches Problem im Alltag ist jedoch, dass die Hersteller von Bauprodukten keinen Einfluss auf die Art und Weise haben, wie ihre Produkte ein- und zurückgebaut werden. Viele Gebäude seien naturgemäß sehr langlebig, so dass deren künftiges Recycling und die Techniken dazu heute gar nicht absehbar sind. Wichtig seien für die Kreislaufwirtschaft Lebensdauerinformationen zu Bauprodukten, da die Nutzungsdauer einen erheblichen Einfluss auf lebenszyklusweite Umweltbelastungen und den Ressourcenverbrauch habe. Ritthoff verwies zudem auf grundliegende Voraussetzung für späteres Recycling wie beispielsweise einer möglichst geringen Verunreinigung der Sekundärrohstoffe. Informationen zum korrekten Einbau, zur Demontage und den eingesetzten Stoffen insbesondere bei komplexen Bauprodukten würden das Recycling deutlich erleichtern. Rücknahmegarantien können zudem dazu beitragen, die Sammelmenge und die Qualität zu steigern. Aktuell hakt es vor allem noch an der grundsätzlichen Akzeptanz: Der Einsatz von Recyclingmaterial stockt, weil Qualität, Gleichwertigkeit und Produktverhalten oft noch nicht vollständig erforscht sind. Das erzeugt Unsicherheit bei Planern, Bauunternehmen und Bauherren.

Strukturen und Wille zur Zusammenarbeit

Annette von Hagel, Geschäftsführende Vorständin der re!source Stiftung forderte deshalb: „Klimaschutz braucht eine Ressourcenwende“. 50 Prozent der Treibhausgasemissionen sowie 90 Prozent des Biodiversitätsverlustes und Wasserstresses seien nachweislich auf die Gewinnung und Verarbeitung von Ressourcen zurückzuführen. Erst zwölf Prozent der Baustoffe stammten derzeit aus dem Recycling. Die Europäische Union habe nachgewiesen, dass vor allem im Bau, bei Elektronik, Kunststoff, Lebensmittel und Textilien Verschwendung an der Tagesordnung sei. „Wir können uns eine solche Verschwendung nicht länger leisten,“ so von Hagel, die von Hause aus Architektin ist und den Alltag auf Baustellen kennt. Sieben bis zehn Prozent der Baukosten seien auf Materialverschwendung, falsche Planung und falsche Logistik zurückzuführen.

Als Lösung sieht sie eine Reihe notwendiger Veränderungen wie beispielsweise einer integralen Lebenszyklusbetrachtung, also am Anfang schon an das Ende zu denken, wie es die meisten EU-Verordnungen ohnehin bereits vorgeben. Hinzu komme professionelles Facility Management, das die Erfahrungen im Betrieb eines Gebäudes immer wieder neu berücksichtigt. Generell sei auch ein Wille zu kooperativer Zusammenarbeit nötig sowie eine grundlegende Digitalisierung umzusetzen, um durchgängige Prozesse möglich zu machen.

Vernunft und Vereinfachung

Thomas Bolwin vom Architekturbüro BOLWIN / WULF berichtete aus Sicht des Planers. Sein Rat lautete: „Nicht tun, was wir nicht tun müssen". Es sei in letzter Zeit unter anderem durch politische Offensiven fälschlicherweise der Eindruck entstanden, dass man durch das Bauen etwas ökologisch Gutes tue. Dagegen verdeutliche die Corona bedingte Materialknappheit, dass Ressourcen nur begrenzt zur Verfügung stünden. Verantwortungsvolles Handeln aller Beteiligten sei angesagt. Dazu zählen neben einer vernünftigen undogmatischen Baustoffauswahl im Sinne der Bauaufgabe und vorgesehenen Nutzung auch eine Reduzierung der Technik. Bei aller Freude über volle Auftragsbücher seitens der Architekten spiele künftig auch das kritische Hinterfragen jeder Bauaufgabe eine wichtige Rolle. Die rein Baukostenorientierte Honorierung sei dafür aber nicht mehr zielführend. Die Zukunft des planerischen Alltags sieht Bolwin in der integralen Gebäudesimulation. Diese berücksichtige neben Materialdaten auch projektspezifische Informationen wie geographische Lage, Energieeintrag und Nutzzeiten, um über eine ganzheitliche Ökobilanz und der Wirtschaftlichkeitsbewertung zu sinnvollen Entscheidungen kommen zu können.

EPDs in Unternehmen

Auch Bauprodukthersteller fanden Raum für ihre Erfahrungsberichte: Lea Kullmann vom Schließtechnikhersteller dormakaba Deutschland GmbH gab Einblicke in Produkt- und Prozessoptimierung durch Environmental Product Declarations. Dr. Edmund Vankann von der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V. (G.U.T.) rückte den Einsatz von EPDs in der Teppichbranche ins Licht. Martin Dolkowski vom österreichischen Parketthersteller Admonter erläuterte die Grundlagen der Raumakustik und ihre Rolle für nachhaltige Architektur.

Eine abschließende Podiumsdiskussion unter der Leitung von Annette von Hagel trug die wichtigsten aktuellen und künftigen Trends zusammen. Wichtige Redebeiträge rund um den Themenkomplex Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung leisteten Dr. Bernhard Hauke, Bauingenieur und Editorial Director des Ernst & Sohn Verlages, Irina Brehm, Projektleiterin Beratung & Lösungen im Bereich Ökobilanzierung bei Myclimate Deutschland, Dr. Hans-Jörg Kersten, Leiter des Referat Umwelt im Bundesverband der Gipsindustrie e.V., Annelie Casper, Geschäftsführerin der GEFMA-Deutscher Verband für Facility Management sowie Prof. Winfried Heusler, Leiter Global Building Excellence der Schüco International KG.

Quelle: IBU Institut Bauen und Umwelt / Delia Roscher

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Neue Heizkosten-Verordnung kommt ab 2022

16. November 2021 - 10:45

„Transparenter Energieverbrauch ist eine zentrale Voraussetzung, damit auch Mieterinnen und Mieter gezielt Kosten und CO2 einsparen können“, sagt Projektleiter Dr. Lars-Arvid Brischke. Die Heizkosten-Verordnung der Bundesregierung soll ab dem 1. Januar 2022 alle Gebäudeeigentümer*innen verpflichten, ihren Mieter*innen den genauen Heizenergieverbrauch für jeden Monat des Jahres mitzuteilen. Die neue Heizkosten-Verordnung (HeizkostenV), der der Bundesrat am 5. November 2021 zugestimmt hat, setzt die EU-Energieeffizienz-Richtlinie von 2018 um.

Das ifeu hat im Auftrag des Umweltbundesamtes und in Kooperation mit dem ZOE-Institut und suwadesign einen Gestaltungsvorschlag für diese monatliche Heizinformation entwickelt. „So können private und gewerbliche Nutzerinnen und Nutzer auf einen Blick ihren Energieverbrauch im Laufe der Monate erkennen und können ihn mit anderen Haushalten vergleichen“, erklärt Dr. Lars-Arvid Brischke, Experte für Energieeffizienz und nachhaltige Energiesysteme am ifeu.

Im Einzelnen sehen die Mieter*innen:

  1. Die Entwicklung der monatlichen Energieverbräuche für Heizung und Warmwasser
  2. Die eigenen Energieverbräuche im Vergleich zu anderen Haushalten im selben Haus
  3. Eine Bewertung ihres Energieverbrauches anhand der Gebäudeeffizienz
  4. Einen „Spartipp des Monats“ für Heizen und Warmwasser
  5. Die Kostenschätzung für Heizen und Warmwasser pro Monat und Jahr
  6. Die CO2-Emissionen ihres Haushalts für Heizen und Warmwasser

Mehr Transparenz über den monatlichen Energieverbrauch und die Kosten für Heizen und Warmwasser soll den Nutzer*innen zusätzliche Impulse für ein energiesparendes Verhalten geben und sie motivieren, bestehende Potenziale zu erkennen und auszuschöpfen.

Der Leitfaden des ifeu soll in Zukunft Messdienstleistern als Richtschnur für die Gestaltung ihrer monatlichen Heizinformation dienen. Vermieter*innen können sie als Grundlage in Ausschreibungen verwenden und Mieter*innen können sie als Referenz für eine verständliche Information zum Thema Heizen und Warmwasser anlegen.

Die Pflicht, die Mieter*innen zu informieren, gilt für alle Mietwohnungen, in denen bereits fernablesbare Wärmezähler installiert sind. Bei Neuinstallationen sind solche Messgeräte schon seit Oktober 2020 verpflichtend. Für die alten Wärme- und Warmwasserzähler gilt ein Bestandsschutz bis Ende 2026. Bis dahin müssen die Geräte nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Quelle: ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH / Delia Roscher

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Knauf Ceiling Solutions gewinnt „Architect’s Darling Award“ in Gold

16. November 2021 - 10:12

Zum 11. Mal hatte die Heinze Marktforschung die bei den Architekt*innen beliebtesten Hersteller ermittelt. Zur Abstimmung eingeladen waren wie in den Vorjahren namhafte Vertreter*innen internationaler Architekturbüros, Media- oder Kommunikations-Expert*innen, die sich kritisch mit Produktpaletten, Performance und Portfolios der Hersteller auseinandergesetzt haben.

In feierlichem Rahmen präsentierten die Veranstalter am 9. November 2021 in Celle das diesjährige Ergebnis. Für Knauf Ceiling Solutions nahmen Carsten Pohl, Commercial Director D/A/CH & Nordic Countries (l.) und Marcus Kaufmann-Bertsche, Head of Specification & Key Account Management D/A/CH (r.) den Preis in der Kategorie Akustik in Gold entgegen. Carsten Pohl: „Dass wir den Award nun zum 3. Mal entgegennehmen dürfen ist klasse und eine tolle Wertschätzung unserer Aktivitäten im Markt.“

Über Knauf Ceiling Solutions:

Knauf Ceiling Solutions mit Hauptsitz in Iphofen (Deutschland) entwickelt und produziert intelligente Deckenlösungen an 13 hochmodernen Produktionsstätten in acht verschiedenen Ländern in Europa und Asien. Mit mehr als 2.100 engagierten Deckenspezialist*innen, einer serviceorientierten Haltung und einem marktgerechten und praxisoptimierten Multi-Material-Portfolio ermöglicht Knauf Ceiling Solutions Planer*innen und Architekt*innen, Fachhandel und Fachunternehmen mehr Auswahl, mehr Inspiration und mehr Support, um Innenräume in einzigartige Erlebnisse zu verwandeln.

Quelle: Knauf Ceiling Solutions / Delia Roscher

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Digitaler Innovationskongress vom 22. bis 26. November 2021

15. November 2021 - 10:22

Nachhaltigkeit und Energiemanagement sind Themen, die in der Immobilienwirtschaft rasant an Bedeutung gewinnen: Ein durchdachtes Energiemanagement trägt viel dazu bei, die Nachhaltigkeit eines Gebäudes zu erhöhen. Mit innovativen Geschäftsmodellen und neuen Services lässt sich die Emission von Treibhausgasen deutlich reduzieren; ein nachhaltig gemanagtes Gebäude ist darum ein zentraler Beitrag zur Energiewende.

Um die Nachhaltigkeit eines Gebäudes messbar zu machen, müssen verschiedene Technologien und Gewerke beziehungsweise die Sektoren miteinander verschmelzen. Zukunftsweisende Konzepte können nur entstehen, wenn Software-, Hardware- und Servicewelten eine Allianz eingehen. Datengetriebene Geschäftsmodelle drängen in rasantem Tempo auf den Mark, Datenerhebung und -analyse werden immer wichtiger, wenn es um Betriebsoptimierung und Nachhaltigkeit geht.

Beim ZVEI-Kolloquium beleuchten Expert*innen aus der Praxis und Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Blickwinkeln, wie Gebäudeautomation zum Treiber von Nachhaltigkeit werden kann. Ein Schwerpunkt der Talkrunden und Vorträge liegt auf den Facetten des Energiemanagements. Zudem stellen die Referierenden aktuelle Kommunikationsstandards für die Gebäudeautomation vor. Parallel zu den Online-Sessions laufen Umfragen, die die Erfahrungen und Wünsche der Teilnehmenden einfangen. Am Ende der Kolloquiumswoche ergibt sich aus den Antworten ein Trendbarometer, das aktuelle Einschätzungen und die Stimmung in der Branche widerspiegelt.

Das Kolloquium richtet sich an Elektrohandwerker*innen, Elektroplaner*innen, Systemintegrator*innen, IT-Fachleute, Hersteller, Elektrogroßhandel, Wissenschaftler*innen und Fachjournalist*innen. Das virtuelle Kolloquium findet vom 22. bis 26. November 2021 statt: Montag bis Mittwoch von 15:00 bis 17:30 Uhr, Donnerstag von 9:00 bis 18:00 Uhr und Freitag von 11:00 bis 12:45 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte können sich unter https://www.zvei.org/zvei-kolloquium-gebaeudeautomation registrieren, dort finden Sie auch das detaillierte Programm.

Quelle: KNX / Delia Roscher

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Maximale Flexibilität: PluggEasy Wohnraumlüftungsgeräte

12. November 2021 - 9:36

Die Wohnraumlüftungsgeräte lassen sich schon in der Planungsphase individuell konfigurieren und sind flexibel wie schnell ein gebaut. Im Betrieb punkten der hohe Komfort und die optimierte Effizienz sowie die konsequente Digitalisierung. Installateur*innen greifen on- und offline auf detaillierte Anleitungen zur Inbetriebnahme und Wartung zurück. Beispielsweise über einen QR-Code, eine App oder VR-Tutorials. Das spart Zeit und Geld und gewährleistet eine fehlerfreie Installation.

Wer gerne die Vorteile der Digitalisierung nutzt, kann auf die datenschutzkonforme S&P-Cloud des Mutterkonzerns Soler&Palau Ventilation Group zur Verfügung. Hier können gerätespezifische Einstellungen und Daten eingesehen werden, wie bei der Konfiguration und zur Steuerung des Lüftungsgerätes oder etwa für die Fernwartung und -diagnose.

Verfeinerte Features unterstützen bewährtes

Darüber hinaus wurden einzelne Features der Pluggit-Lüftungsgeräte noch komfortabler gestaltet: Mit der intelligenten Steuerungstechnik ServoFlow lassen sich jetzt alle Gerätevarianten in Betrieb nehmen. Die Druckmesspunkte befinden sich direkt an den Ventilatoren. Zudem wurden dank erweiterter Informationen auf dem Bedienteil die Service-Analyse verfeinert. Optimierte Werde beim Energieeffizienzlabel und dem spezifischen Energieverbrauch (SEV) punkten ebenso wie eine vergrößerte Filteroberfläche und der geringe Druckverlust.

Bereits bewährte Aspekte des Pluggit-Portfolios sind: Wand- und Deckengeräte können auf Grund der Nennluftvolumina von 80 bis 380 m³/h in nahezu jede Wohnung und in jedes Haus integriert werden. Die Wandgeräte weisen einen variablen Links-Rechts-Betrieb und einen zusätzlichen Zuluftanschluss an der Geräteunterseite auf. Durch den bereits geneigt eingebauten Wärmetauscher können die Deckengeräte einfach ohne Gefälle an die Decke montiert werden. Der modulare Aufbau gestattet die leichte Nachrüstung ergänzender Zubehörausstattungen für alle Gerätetypen nach dem Plug&Play-Prinzip, beispielsweise Vorheizregister, Sommerbypass oder Sensoren (VOC/CO2). Die kombinierten Temperatur- und Feuchtesensoren befinden sich bereits in der Grundausstattung zudem an allen vier Luftseiten und liefern so bessere Daten zur Gerätesteuerung.

Quelle: Pluggit / Delia Roscher

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Preisverleihung des Energy Efficiency Award 2021

12. November 2021 - 8:54

Die Preise überreichten Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi, Dr. Philipp Tilleßen, Direktor Produktmanagement der KfW und Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Andreas Kuhlmann sagte anlässlich der Preisverleihung: „Die Preisträger-Projekte des Energy Efficiency Award zeigen: energieeffiziente Lösungen zahlen sich aus. Sie können die Kosten der einzelnen Unternehmen senken, aber auch die Energiewende im Gesamtsystem kann kosteneffizienter umgesetzt werden. Denn wenn der absolute Energieverbrauch sinkt, erreichen wir die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien schneller. Außerdem können Energieimporte reduziert werden und die Versorgungssicherheit steigt.“

Thomas Bareiß ergänzte: „Wer intelligent in Energieeffizienz investiert und auf technische Innovationen setzt, verschafft sich Wettbewerbsvorteile und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Um die Vergleichbarkeit der Projekte zu verbessern und die Gewinnchancen zu erhöhen, wurden in zwei der insgesamt vier Kategorien jeweils zwei Preise vergeben: einer an kleinere und mittlere Unternehmen, der andere an größere Betriebe. Der Award wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und durch den Premium-Partner KfW unterstützt.

Die Preisträger*innen, die von einer Experten-Jury mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien ausgewählt wurden, sind:

In der Kategorie „Think big! Komplexe Energiewendeprojekte“

  1. Als KMU: die Brauerei Aying Franz Inselkammer KG und das IGS GbR - Ingenieurbüro für Energie und Umwelttechnik für eine effiziente Flaschenreinigung durch den Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe in Verbindung mit einem BHKW. Durch die Maßnahmen wurde bei der Flaschenreinigung eine Energieeinsparung von über 1 GWh/a erreicht, was einer Senkung von 87 Prozent für diesen Prozess entspricht.
  2. Als Industriebetrieb: die Evonik Operations GmbH gemeinsam mit der Energiedienst AG für die regionale klimaneutrale Wärmeversorgung und Stromerzeugung mittels industrieller Abwärme in Rheinfelden. Durch die Maßnahme kann die Stadt rund 7.000 Tonnen CO2 im Jahr sparen.

In der Kategorie „Von clever bis digital! Die Bandbreite der Energieeffizienz“

  1. Als KMU: die Albert Rechtenbacher GmbH und die SIMAKA Energie und Umwelttechnik GmbH für die Entwicklung und Installation eines intelligenten Wärmepumpensystems zur Abluftreinigung. Durch die Maßnahmen wird im Abluftreinigungsprozess ca. 95 Prozent der Energie eingespart, in den übrigen Prozessen ca. 80 Prozent.
  2. Als Industriebetrieb: die Essity Operations Neuss GmbH für die energetische Optimierung von Pulpern in der Papierherstellung mit der Unterstützung von Auszubildenden des Unternehmens („Energie-Scouts“). Ohne zusätzliche Investitionen konnte der Stromverbrauch um fast 1.800.000 kWh/a gesenkt werden.

In der Kategorie „Gemeinsam mehr erreichen! Energiedienstleistungen als Enabler der Energiewende“ wurde die E1 Energiemanagement GmbH für ein erfolgreiches Energiesparcontracting in der Gemeinde Meißenheim im Ortenau-Kreis prämiert, welches mehrere Gebäude und die Straßenbeleuchtung umfasst. Die durch das Projekt eingesparte Energie beträgt rund 60 Prozent.

Der Publikumspreis, den die Teilnehmer*innen der Preisverleihung bei einem Live-Pitch ausgewählt haben, ging an die Mondas GmbH gemeinsam mit der badenova WÄRMEPLUS GmbH & Co. KG für die Nutzung industrieller Abwärme in einem Nahwärmenetz. Grundlage ist die konstruktive Zusammenarbeit von Industriebetrieb, Energiedienstleister und Verbraucher. Hauptabnehmer ist das neue Fußballstadion des SC Freiburg. Prognostiziert wird eine Einsparung von 1.200 Tonnen CO2/a.

Der Energy Efficiency Award 2021

Insgesamt wurden in diesem Jahr rund 130 Bewerbungen für den Energy Efficiency Award eingereicht. Zur Auswahl standen vier Wettbewerbskategorien: drei für abgeschlossene Energieeffizienzprojekte mit messbaren Ergebnissen und eine Kategorie für neue, innovative Konzepte. Die Jury bewertete in ihrer Sitzung Ende September die eingereichten Wettbewerbsbeiträge anhand der Kriterien Energieeinsparung, Klimaschutzrelevanz, Wirtschaftlichkeit sowie Innovationsgrad und Übertragbarkeit.

Quelle: Deutsche Energie-Agentur (dena) / Delia Roscher

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