Kreatin und Umwelt: Ökobilanz und ökologischer Fußabdruck eines beliebten Supplements

Wie nachhaltig ist eigentlich Kreatin? Als effektives Nahrungsergänzungsmittel im Kraftsport kann Kreatin die Kraftleistung erhöhen und zu mehr Muskelmasse beitragen – der Körper bildet es selbst, es lässt sich aber auch über die Nahrung oder als Supplement aufnehmen. Wer Kreatinprodukte kaufen möchte, sollte dabei nicht nur auf Qualität, sondern auch auf die Ökobilanz und den ökologischen Fußabdruck des Produkts achten – von der Herstellung über die Verpackung bis zu den Transportwegen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Kreatin?
Der menschliche Körper kann die Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung Kreatin in Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse selbst bilden. Er benötigt dafür die Aminosäuren Glycin, L-Arginin und L-Methionin. In seiner natürlichen Form kommt Kreatin im Muskelgewebe vor. Wer Fleisch oder Fisch isst, nimmt es zusätzlich mit der Nahrung auf, da es auch im tierischen Muskelgewebe vorkommt. Eine Übersicht über Lebensmittel mit Kreatin zeigt, welche Quellen besonders ergiebig sind.
Kreatin muss nicht zwangsläufig über die Nahrung aufgenommen werden, trotzdem ist es bei Kraftsportlern ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel.
Es ist wichtig für den Energiestoffwechsel sowie die Skelettmuskulatur und kann die Leistungsfähigkeit von Kraftsportlern erhöhen.

Kreatin boomt – doch wie nachhaltig ist das Supplement?
Die Kreatinspeicher werden bei intensiver Muskelarbeit stärker beansprucht. Durch eine Supplementierung lassen sich diese Speicher erhöhen, was insbesondere bei kurzen, hochintensiven Belastungen leistungsfördernd wirken kann. Es wird in der Fitness- und Supplement-Branche häufig als eines der wirksamsten Nahrungsergänzungsmittel beworben. Dabei drängt sich die Frage auf, wie nachhaltig dieses Supplement ist.
Kreatin kann im Vergleich zu vielen tierischen Proteinquellen eine günstige Ökobilanz aufweisen. Wie nachhaltig ein Produkt tatsächlich ist, hängt jedoch von Herstellungsverfahren, Energieeinsatz und Transportwegen ab. Auch die Verpackung spielt eine Rolle bei der Nachhaltigkeit. Wer beim Kauf auf Qualität und verschiedene Siegel achtet, kann auf ein nachhaltiges Produkt vertrauen. Kreatin ist umso nachhaltiger, je weniger Zusatzstoffe enthalten sind.

Wie wird Kreatin hergestellt?
Kreatin wird industriell aus chemischen Grundstoffen hergestellt und ist als reine chemische Verbindung zu 100 Prozent vegan, da keine tierischen Stoffe enthalten sind. Heute wird Kreatin nicht mehr aus tierischen Ausgangsstoffen wie Fleisch, Fisch oder Schlachtabfällen hergestellt.
Für die Herstellung von Kreatin werden die kristalline Substanz Cyanamid und das Natriumsalz Sarcosin benötigt. In einem komplizierten Verfahren werden diese Stoffe in einem Stahlreaktor zusammengebracht und unter Druck erhitzt. So entsteht Kreatin in Kristallform.
In einem Zentrifugenverfahren werden die Kreatinkristalle von unerwünschten Rückständen befreit.
Die Kristalle werden gemahlen, damit sie löslicher sind und eine höhere Absorptionsgeschwindigkeit gewährleistet ist. Die Herstellung benötigt vergleichsweise wenig Rohstoffe, ist jedoch energieintensiv. Im Vergleich zur Produktion tierischer Lebensmittel fällt die Klimabilanz häufig günstiger aus.
Die Verpackung als unterschätzter Umweltfaktor
Nicht zu unterschätzen ist die Verpackung von Kreatin, bei der es sich zumeist um Plastikdosen handelt. Häufig ist zusätzlich eine Umverpackung aus Pappe vorhanden. Auch Beutel aus Folie werden als Verpackung verwendet.
Um die Umwelt möglichst wenig zu belasten, sollte die Verpackung aus recyceltem Material bestehen. Umweltbewusste Hersteller verzichten auf unnötiges Verpackungsmaterial und verwenden auch keine Umverpackung.

Auf kurze Transportwege achten
Eine entscheidende Rolle beim ökologischen Fußabdruck von Kreatin spielen die Transportwege. Online-Angebote aus dem Ausland haben oft lange Transportwege hinter sich. Die Umwelt wird durch CO2 und andere Schadstoffe belastet. Häufig stammen diese Produkte aus China, wo sie auch unter ökologisch fragwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Häufig stammen diese Produkte aus China – über die dortigen Produktionsbedingungen liegen jedoch keine einheitlichen, verlässlichen Daten vor.
Kreatinprodukte mit dem Siegel Creapure sind ein in Deutschland hergestelltes Kreatin-Monohydrat mit hohen Reinheitsstandards und umfangreichen Qualitätskontrollen.
Transparenz ist gewährleistet, denn der Prozess vom Rohstoff bis hin zur Verpackung ist vollständig rückverfolgbar.
Pulver oder Kapseln – was ist nachhaltiger?
Kreatin als Pulver ist tendenziell nachhaltiger, da keine zusätzliche Kapselhülle produziert werden muss und weniger Verpackungsmaterial nötig ist. Das Pulver kann in großen Dosen angeboten werden, sodass weniger Verpackungsmüll entsteht.
Die Herstellung von Kapseln ist aufwendiger und mit einer schlechteren Ökobilanz verbunden. Die Kapseln als Hülle müssen zusätzlich produziert werden. Das ist mit einem höheren Aufwand an Energie verbunden. Für die Herstellung der Hüllen werden pflanzliche Stoffe oder Gelatine mit tierischem Ursprung verwendet.
Kapseln wiegen mehr, was auch zu einem höheren CO2-Ausstoß beim Transport führt. Zumeist ist für die Kapseln auch mehr Verpackungsmaterial erforderlich.

Kreatin und vegane Ernährung
Da der Körper Kreatin selbst herstellt, müssen Menschen, die sich vegan ernähren, nicht zwangsläufig an einem Mangel an Kreatin leiden. Allerdings verfügen sie in ihren Speichern ungefähr 20 bis 30 Prozent weniger Kreatin als diejenigen, die Fleisch und Fisch essen. Veganer weisen im Durchschnitt geringere Kreatinspeicher auf, ohne dass dies zwangsläufig gesundheitliche Nachteile bedeutet.
Auch Sportler, die sich vegan ernähren, müssen keine Leistungseinbußen befürchten, denn bei der Leistung spielen noch andere Faktoren wie die Sauerstoffaufnahme eine wichtige Rolle. Kraftsportlerinnen und Kraftsportler mit veganer Ernährung können jedoch von Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel profitieren. Mit zusätzlichem Kreatin können vegan lebende Kraftsportler mehr Muskeln aufbauen und ihre Leistung steigern.
Wichtig beim Kauf von Kreatin
Wer Kreatin kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es in Deutschland hergestellt und rein ist.
So hat es nur kurze Transportwege hinter sich und eine gute Ökobilanz.
Kreatin sollte auf der Kölner Liste verzeichnet sein. So ist gewährleistet, dass es auf Dopingsubstanzen getestet wurde, was das Risiko einer Verunreinigung deutlich verringert (eine hundertprozentige Garantie, dass ein Produkt vollständig frei von Dopingsubstanzen ist, gibt die Kölner Liste dafür jedoch ausdrücklich nicht).
Kreatin Monohydrat ist frei von Zusätzen wie Farb- oder Geschmacksstoffen und zu 100 Prozent vegan. Es ist geschmacksneutral und gut löslich. Dabei handelt es sich um Kreatin in Pulverform.
Fazit
Kreatin zählt zu den wissenschaftlich am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln im Kraftsport und kann die Leistungsfähigkeit bei intensiven Belastungen unterstützen. Aus ökologischer Sicht schneidet synthetisch hergestelltes Kreatin im Vergleich zu vielen tierischen Proteinquellen häufig günstig ab. Wer auf Produkte mit hoher Reinheit, möglichst kurzen Transportwegen, sparsamer Verpackung und transparenten Qualitätsstandards achtet, kann den ökologischen Fußabdruck zusätzlich reduzieren und einen nachhaltigen Lifestyle unterstützen.



